Vielen Dank für die Reviews, No_Name, Magicmerl, Schanin, Marylein und Lena5972!

No_Name vielen Dank für den Hinweis - ich gelobe mich zu bessern.

Magicmerl Ron und Harry kommen noch dazu, aber erst in den nächsten Kapiteln.

Schanin für Hermione ist das alles nicht leicht und das sie alle Geheimnisse voreinander haben macht die Sache nicht besser.

Marylein Dumbledore hatte es sicher nicht leicht, aber er wusste bestimmt was Severus für ihn tun musste, für die gesamte Zauberwelt tun musste um als Spion nicht enttarnt zu werden.

Lena5972 mach dir keine Gedanke - war ja selber auch nicht da. ;-) Dafür gehts heute weiter.

Liebe Grüße Gaby

20 Die Sache mit dem Denkarium

Nachdenklich tauchte sie wieder auf. Schwer stützte sie sich auf dem Beckenrand ab und blickte noch immer auf die wabernde Masse.

„Von ihrer Warte ausgesehen, sieht alles ganz anders aus." Meinte sie erstaunt und verwirrt. Er half ihr und zugleich verwirrte er sie.

„Es gibt nicht nur schwarz und weiß, gut und böse, sondern ganz viel dazwischen. Sie beginnen schön langsam das zu erkennen und natürlich wirkt das im ersten Augenblick verwirrend." Erklärte er ihr ruhig.

„Diese Erinnerung…" begann sie und rieb sich dabei leicht die Schläfen. Immer mehr tauchte sie in eine, ihr fremde, Welt ein – seine Welt und lernte ihn so langsam, Schritt für Schritt zu verstehen.

„Sie waren verletzt. Was ist passiert?" Das Hologramm verschränkte die Arme vor der Brust und sah sie leicht genervt an.

„Was denken Sie könnte passiert sein?" stellte er die Gegenfrage. Unwillig schüttelte sie ihren Kopf. Sie war nicht hier um irgendwelche Spielchen zu spielen.

„War es Voldemort?" fragte sie gereizt. Auch sie hatte die Arme vor der Brust verschränkt und sah finster zu ihm hoch.

„Mit dieser halsstarrigen Haltung werden sie es bestimmt noch weit bringen." Spöttelte er von oben auf sie herab. Sie stand ihm feindselig gegenüber.

„Ich hasse es, wenn Sie sich lustig über mich machen. Ich hasse es, wenn ich keine klaren Antworten auf meine Fragen bekomme. Ich hasse ihre Erinnerungen und doch möchte ich sie mir alle ansehen. Wahrscheinlich bin ich pervers, aber ich kann nicht anders. Sie mögen ihr Leben noch so gerne und vehement verteidigen, besser wird es davon nicht und sie sollten hoffen, dass sich der echte Snape nie wieder daran erinnert, denn in einem Punkt haben Sie Recht, niemand sollte diese Erinnerungen kennen." Brach es aus ihr heraus und es tat ihr gut.

Sich alles einmal von der Seele zu reden. Mit jemanden zu reden, der auch wenn er keinen Puls hatte und nicht atmete, dennoch der einzige war, der sie annähernd verstand und ihr helfen konnte. Wo sie gnadenlos ehrlich sein konnte. Heftig hob und senkte sich ihre Brust, sie hatte sich in Rage geredet. Er stand da und hörte ihr einfach zu. Ließ sie sich alles von der Seele reden.

„Geht es Ihnen jetzt besser?" fragte er kühl und dafür liebte sie ihn fast, aber nur fast, denn einen Professor Snape ob echt oder unecht konnte man nicht lieben. Er beschönigte nichts.

War gnadenlos, sowie der echte Snape früher und in kalten Zeiten wie diesen wusste sie diese Eigenschaft mehr denn je zu schätzen. Unwillkürlich dachte sie an den Krieg. Wie oft hatte man sie mit Bruchstücken der Wahrheit abgespeist und was hatte es ihnen gebracht? Sie wären beinahe alle gestorben. Einer hatte das verhindert. Auch daran erinnerte sie sich plötzlich. Snape hatte bevor er sie mit dem Privileg sein Erbe zu sein bedachte, auch Harry etwas gegeben. Dieser hatte nie darüber gesprochen und doch, ahnte sie, trug es mit zum Sieg bei. Es war so etwas wie die letzte Zutat in einer sich alles entscheidenden Schlacht.

„Sie haben sehr viel für die Zauberwelt getan." Sagte sie leise.

„Wer eine Seele rettet, der rettet bekanntlich die ganze Welt. Das habe ich nicht getan." Kam es weise von ihm. Nachdenklich setzte sie sich.

Sie hatte schon einmal geglaubt ihn zu kennen, aber nun musste sie feststellen, dass sie keine Ahnung hatte wer er wirklich war. Es gab nach außen diesen bösen, unnahbaren Snape, aber darunter kamen immer mehr und tiefere Schichten zum Vorschein und wenn sie sich den Severus Snape betrachtete, der wahrscheinlich einen Raum weiter tief und fest schlief, so zeigte sich, er konnte nie wirklich böse gewesen sein. Denn wenn er böse wäre würde er es auch jetzt mit fehlenden Erinnerungen sein, aber das war er nicht. Die Geister seiner Vergangenheit mochten tiefe Wunden auf seiner Seele hinterlassen haben, aber ein Teil seines Herzens war gut geblieben, trotz all der Schrecken.

„Gehen Sie nach Hause, Miss Granger und schlafen Sie sich gründlich aus. Ich würde Ihnen wie immer gerne raten nicht wieder zu kommen, aber er braucht Sie. Kommen Sie wieder." Forderte er sie auf und stumm gehorchte sie. Bevor sie die Tür ganz erreicht hatte, blieb sie stehen.

„Ich werde morgen Abend wieder kommen. Es gibt noch soviel, was ich über sie lernen muss, was ich verstehen möchte." Mit diesen Worten verschwand sie ohne auf eine Antwort zu warten, die auch bestimmt nicht gekommen wäre.

*

Sorgenvoll betrachtete Poppy Severus. Er sah sie ernst, beinahe böse an.

„Haben Sie Schmerzen?" fragte sie vorsichtig, immer darauf bedacht ihren Geist vor ihm abzuschirmen. Er hätte ihr gern auf den Kopf zugesagt, dass er Hermione Granger kennen gelernt hatte. Das sie ihm mehr über sich erzählt hatte wie sie oder Minerva, aber er wollte sein Geheimnis nicht preisgeben. Zu gerne hätte er über seinen Traum gesprochen, aber auch das tat er lieber mit Hermione. Ruhig wartete er bis sie mit ihrer Arbeit fertig war. Sie hatte seinen Verband erneuert.

„Wenn ihre Wunde weiterhin so gut abheilt, werden Sie schon bald auf den Verband verzichten können." Er würde eine hässliche Narbe zurückbehalten. Das Gewebe auf der einen Seite seines Halses war durch den Biss schrecklich zerstört worden. Nach wie vor gleicht es einem Wunder, dass er überlebt hatte. Sein Blick veränderte sich bei ihren Worten kein bisschen. Plötzlich fiel ihr etwas Neues bei ihm auf.

„Seit wann tragen sie ihren Zauberstab wieder bei sich?" Wieder überfiel sie Furcht. Seine Erinnerungen, sie kamen zurück. Er gab ihr keine Antwort.

„Sie wollen nicht mit mir reden, habe ich Recht?" Versuchte sie es erneut ihn zu einer Antwort zu bewegen, aber er sah lediglich durch sie hindurch. Beleidigt holte sie Luft.

„Gut Sie wollen heute nicht mit mir reden, sondern lieber schmollen. Mir soll das Recht sein, dann kann ich auch wieder gehen." Meinte sie patzig und rauschte davon.

Darauf hatte er die ganze Zeit gewartet. Er wollte hinüber zu ihr. Ob sie schon da war? Schnell ging er zur Verbindungstür, durch das Bad hindurch in den anderen Raum, aber zu seiner Enttäuschung war dieser leer. Sie war nicht da und er hatte doch so viele Fragen.

Betrübt wollte er schon gehen, als sein Blick an den ordentlich aufgereihten Phiolen hängen blieb. Deine Hölle. Ging es ihm durch den Kopf. Das waren ihre Gedanken gewesen. Vorsichtig schlich er näher. Er fühlte sich als würde er etwas Verbotenes tun. Neugierig betrachtete er sie, dann sah er auf das Becken und wieder zurück. Sollte er? Es kribbelte ihn in den Fingerspitzen.

Seine Hölle. Er hatte genau gesehen was sie gemacht hatte. Sie schüttete den Inhalt ins Becken und tauchte mit ihrem Kopf hinein. Und dann kam sie blass und zu Tode erschrocken zurück und rannte davon. Unentschlossen trommelte er mit den Fingern auf die Schreibtischkante. Sie hatte es ihm ausdrücklich verboten. Aber andererseits es gab so viele von den kleinen Fläschchen. Würde sie überhaupt das Fehlen einer bemerken? Nachdenklich tippte er sich mit zwei Fingern auf das Kinn. Er könnte doch…

Schon ertappte er sich dabei wie er die Hand ausstreckte und nach einer der Phiolen griff. Seine Hölle. Bevor er es sich anders überlegen konnte hatte er die kleine Flasche schon geöffnet und ihren Inhalt im Becken verteilt. Vorsichtig beugte er sich über das Becken und blickte hinein, doch außer in sich fließende weiße Masse, die ihn leicht an Wolken erinnerte, konnte er nichts erkennen. Schmerzlich schloss er die Augen. Er konnte sich an das Aussehen von Wolken erinnern, an die verschiedenen Formen, die diese annehmen konnten, aber nicht ein verdammtes Detail aus seinem beschissenen Leben wollte ihm einfallen.

Heftig umklammerte er mit beiden Händen den Rand des Beckens. Darin könnte er etwas über sein Leben erfahren, aber noch hielt ihn etwas zurück. Tief in ihm drinnen spürte er ein Gefühl, das er wenn er es nicht besser wüsste als Angst definieren würde. Aber vor was sollte er sich fürchten?

*

Sie hatte seinen Rat befolgt und lange geschlafen und es hatte ihr gut getan. Frisch und ausgeruht machte sie sich am späten Vormittag auf den Weg nach Hogwarts. Sie hatte einen Entschluss gefasst. Tagsüber würde sie dem echten Snape helfen besser in seiner Welt zurecht zu kommen und Nachts würde sie vom Hologramm lernen. Beschwingt lief sie die Stufen zum Schlossportal hoch. Nichts und niemand würde ihr heute die Laune verderben können.

Das Hologramm hatte Recht. Alles was sie von ihm sah lag zum Teil schon viele Jahre zurück. Sie sollte es sich nicht zu sehr zu Herzen nehmen. Sie hatte selbst genug Schreckliches gesehen. Als sie durch die hohe Halle schritt begegnet ihr Poppy. Diese sah sie im ersten Moment gar nicht. Zu sehr war sie mit schimpfen beschäftigt. Hermione schnappte Wörter wie undankbar, launisch, stur von ihr auf und sie konnte sich denken woher die Medihexe kam.

„Guten Morgen, Poppy. Stimmt etwas nicht?" fragte sie diese scheinheilig. Sie rechnet fest damit, dass diese sie nur wieder belügen würde und sie sollte Recht behalten.

„Oh!" keuchte diese erschrocken auf, erst jetzt nahm sie Hermione wahr. „Guten Morgen, mein Kind. Nein, nein alles bestens. Ich habe mich, ähm, nur über eine unbedeutende Sache geärgert." Erwiderte Poppy ausweichend.

Hermione zog bezeichnend über diese dicke Lüge eine Augenbraue in die Höhe. Wie lange noch wollten die beiden die Wahrheit vor ihr verschweigen? Für immer?

„So kann man es natürlich auch nennen." Murmelte sie halblaut vor sich hin. Poppy spitzte ihre Ohren. Ahnte Hermione bereits etwas?

„Wie bitte? Hast du etwas gesagt?" fragte sie schärfer nach, als beabsichtigt.

„Ich sagte ich würde so etwas auch kennen." Meinte Hermione überdeutlich laut.

„Ach so." meinte Poppy sichtlich beruhigt. Für einen Augenblick dachte sie etwas ganz anders gehört zu haben, aber wahrscheinlich regte sie sich nur unnötig auf. Woher sollte Hermione die Wahrheit kennen?

„Gehst du wieder in den Kerker?"

Bejahend nickte Hermione. „Es gibt noch viel zu tun." Rutschte es ihr zweideutig heraus und erntete einen weiteren misstrauischen Blick. Wenn sie nicht aufpasste, merkte Poppy noch etwas.

„Tja ich werde mich dann mal auf den Weg nach unten machen." Sagte sie abschließend und ließ die Medihexe stehen.

„Hermione!" rief diese hinter ihr her und wartet bis sich das Mädchen zu ihr umdrehte. Fragend sah sie sie an.

„Pass auf dich auf."

Augenblicklich fühlte sich Hermione ein bisschen schuldig, weil sie so gemein gewesen war. Poppy war kein schlechter Mensch. Sie hatte einfach die falsche Entscheidung getroffen, aus welchem Grund auch immer. Freundlich nickte sie Poppy zu, dann stieg sie die Stufen zum Kerker hinab. Was würde sie ihm heute erzählen? Vielleicht wie sehr ihn seine Mutter geliebt hatte? In Gedanken spielte sie durch was sie ihm sagen und was sie ihm zeigen wollte. Vor seiner Tür blieb sie stehen, straffte sich und trat ein.

Der Anblick, der sie im inneren erwartete ließ ihr beinahe das Blut in den Adern gefrieren. Sie schloss die Augen. Das durfte, das konnte nicht wahr sein. Warum hatte sie ihn nur so unterschätzt? Das war, auch wenn er sich nicht daran erinnern konnte, immer noch Severus Snape und keine Macht der Welt hätte ihn davon fern halten können. Wieso glaubte ausgerechnet sie, sie hätte ihn davon abhalten können? Sie war wirklich noch sehr naiv.

*

Guten Tag, Sir!" sagte der kleine Junge und reichte seinem Gegenüber die Hand. Er hatte pechschwarzes Haar und war viel zu dünn. Seine abgenutzten Kleider schlackerten um seine schmächtige Figur. Irgendwie erinnerte der Junge ihn an jemanden, aber er wusste nicht an wen. Er sprach mit einem älteren Mann, der ihn voller Güte und fast könnte man meinen Liebe ansah. Dieser umfasste die kleine blasse Hand und beugte sich eine Spur zu ihm herab.

Guten Tag. Schön das du bei uns bist." Erwiderte dieser und funkelte ihn vergnügt durch seine Brille mit den Augen an. „Ich bin Professor Dumbledore und leite hier die Schule." Stellte er sich dem Jungen vor.

Mein Name ist Severus Snape, Sir." Kam es todernst von dem Jungen. Er lächelte nicht, verzog nicht einen Moment seine abweisend wirkende Miene.

Komm mit! Die anderen warten schon." forderte ihn Professor Dumbledore auf und gemeinsam schritten sie durch die große Halle. Vorne warteten weitere Kinder. Eines stach ihm besonders ins Auge. Sie hatte rote Haare. Aufgeregt wippte sie auf ihren Füßen auf und ab und kicherte dabei. Sie war wunderschön. Wie ihm Traum näherte er sich ihr, doch bevor er sie erreichen konnte blieb er stehen, drehte sich nach links und stellte sich auf die andere Seite. Sie sollte nicht sehen, wie fasziniert er von ihr war.

So entging ihm wie sie ihm leicht traurig nachsah. Er war der einzige, den sie hier kannte und sie hätte sich so gewünscht, dass er sich zu ihr gestellt hätte. Der Schulleiter trat vor sie und hielt seine Ansprache. Dann wurde ein Stuhl hereingebracht und ein alter Hut darauf gelegt. Nach der Reihe wurden sie aufgerufen. Einer nach dem anderen. Sein Herz schlug ganz laut und er fürchtete alle konnten es hören. Er wusste wohin er wollte. Alle großen und bedeutenden Magier kam aus dem Hause Slytherin und genau dort wollte er hin. Entschlossen ging er auf den Stuhl zu, setzte sich und ließ sich von Professor McGonagall den Hut aufsetzen. Er hörte eine Stimme in seinem Kopf.

Hm? Tja! Wenn du das wirklich willst!" Der Hut brauchte nicht lange für seine Entscheidung.

Slytherin!" rief er laut auf. Innerlich freute er sich. Er hatte sein erstes Ziel erreicht. Gelassen und ohne sich eine Gefühlsregung anmerken zu lassen, sprang er vom Stuhl und setzte sich zu den anderen Slytherin an den Tisch. Das Einzige, was seine Freude trübte war das die hübsche Rothaarige an dem Tisch der Gryffindor saß. Er riss seinen Blick los von ihr und sah sich seine neuen Mitschüler an. Beinahe wäre er zurück gewichen. Finster wurde er von allen Seiten genau gemustert.

Scheinbar versuchten sie herauszufinden aus welchem Holz er geschnitzt war. Unbewusst hob er seinen Kopf eine Spur höher. Er war aus dem Härtesten geschnitzt und schon bald würden sie das merken. Er war der Beste und er würde eines Tages zu den größten Zauberern, die diese Welt je gesehen hatte, gehören, dass wusste er ganz genau. Er war zu Großem bestimmt worden, da war er sich ganz sicher, denn wenn er denken würde, das das nicht stimmte, dann war das Schicksal grausam zu ihm gewesen und sein Leben hätte wenig Sinn.

Genauso finster und feindselig blickte er zurück und erntete von seinen Schulkameraden nur Gelächter. Sie nahmen ihn nicht ernst, aber bald schon würden sie es tun. Er verschränkte seine dünnen Arme vor der Brust und sein Blick wurde noch eine Spur finsterer.