Zwischen zwei Wolken
Disclaimer: Alle Personen und Orte des Harry Potter – Universums gehören J.K. Rowling. Ich verfolge keine kommerziellen Absichten mit dieser Fanfiction.
Zusammenfassung: Nach zwei Jahren, trennen sich Ron und Hermine. Doch als Ron einen Unfall hat, verkompliziert sich alles. Dass Hermine bei George Unterschlupf findet, macht es auch nicht einfacher.
Anmerkung: Bitte entschuldigt die lange Pause, ich denke meine Muse ist aber zurück und hoffe, ich kann euch mit regelmäßigeren Updates versorgen.
Kapitel 03: Wenn ich wüsste was du fühlst
Jetzt steh ich vor dir und bring kein Wort raus mich
dir zu erklären
Du scheinst so groß, so uferlos
Und der Blues
heult aus den Gräbern und fragt mich unentwegt unentwegt
Weil ich
immer an dich denken muss
Ob es dir nicht auch so geht
George Weasley erwachte mit Schmerzen. Sein ganzer Körper schien aus Schmerz zu bestehen. Sein Kopf schmerzte und machte den Eindruck als wolle er zerspringen. Seine Schulter schien unter einem gewaltigen Druck zerquetscht zu werden und er glaubte, den dazugehörigen Arm nie wieder spüren zu können. Sein Knie tat weh und fühlte sich seltsam verrenkt an. Kurz schlug er die Augen auf, aber auch das brachte nur neuen Schmerz und er stöhnte auf. Daraufhin nahm er ein weiteres Geräusch war, das nicht von ihm stammte und er begann sich zu erinnern, wo er war und was geschehen war. Durch den Schmerz hindurch bahnten sich klare Gedanken einen Weg in sein Bewusstsein. Er hatte Kopfschmerzen, weil er Feuerwhisky in sich hineingeschüttet hatte. Sein Knie tat weh, weil er in einer unbequemen Haltung eingeschlafen war und der Druck auf seine Schulter ging von einem schweren Kopf aus, der darauf ruhte. Hermine Grangers Kopf, der dort die ganze Nacht gelegen haben musste und die Blutzufuhr zu seinem Arm eingeschränkt hatte. Und dann wurde ihm die Situation schlagartig bewusst. Hermine Granger war hier. Sie lag in seinem Bett, noch immer an seine Schulter gelehnt. George schlug erneut die Augen auf, was er promt wieder bereute, doch dieses Mal hielt er sie offen. Licht sickerte in das kleine Schlafzimmer und George begriff, dass er wirklich wach war. Er musste zugeben, dass es sich gar nicht so schlecht anfühlte mit Hermines Kopf an der Schulter aufzuwachen – wenn man von den ganzen Schmerzen mal absah. Er ertappte sich selbst bei diesem Gedanken und schüttelte den Kopf. Das war doch bescheuert, er musste noch betrunken sein.
Er versuchte, Hermines Kopf vorsichtig von seiner Schulter auf das Kissen umzubetten, was ihm zu seinem eigenen Erstaunen gelang. Er bewegte sich langsam und leise, er wollte auf keinen Fall riskieren, sie zu wecken. Er schlich zur Tür und drehte sich noch einmal zu ihr um. Merlin, wann hatte er das letzte Mal eine so schöne Frau in seinem Bett gehabt? Ihre Locken fielen sanft um ihr Gesicht, ihr Mund war leicht geöffnet und ihre Lippen sahen weich aus. Unter ihrem dünnen Top zeichneten sich ihre runden Brüste ab und George musste sich zwingen den Blick von ihr zu nehmen. Er drehte sich um und verließ endgültig das Schlafzimmer. Er brauchte jetzt eine Dusche.
Ooo
Hermine wachte auf, weil sie merkte, dass etwas fehlte. Ihr erster Gedanke galt Ron. Es war kein sehnsüchtiger Gedanke, eher ein antrainierter. Sie blinzelte einige Male und schaute sich dann um. Es dauerte etwas länger, bis sie begriff, wo sie war. Sie setze sich auf und rieb sich mit einer Hand die Augen. Ihr Gesicht verzog sich dabei, was man jedoch nicht sehen konnte, da ihr Haar alles verdeckte.
Ihr nächster Gedanke galt George. Warum war sie nur hierher gekommen? Was hatte sie sich denn dabei gedacht? Sie schüttelte den Kopf über sich selbst und dachte kurz darüber nach, einfach zu dissapparieren. Aber das wäre kindisch gewesen und außerdem wusste sie nicht, wo sie hätte hingehen sollen.
Sie hörte Wasser rauschen. Jemand duschte. George duschte. George war eine Tür entfernt und nackt. Hermine erschrak. Hatte sie sich George gerade nackt vorgestellt? Was war denn nur mit ihr los? Sie sprang aus dem Bett und wühlte in ihrer Tasche nach ihren Lieblingsshorts, die sie sich schnell überzog. Sie wollte ungern nur im Slip durch die Wohnung laufen. Als sie in der Küche ankam, hörte sie, wie sich die Badezimmertür öffnete und sie hielt kurz die Luft an.
„Was hältst du von Frühstück?", fragte George, der seltsamerweise in einen Bademantel gehüllt war.
Hermine starrte ihn einen Moment lang an und fragte sich, was sie erwartet hatte. Vielleicht, dass er nackt aus dem Badezimmer kam?
„Hermine?"
„Äh ja, Frühstück, gute Idee."
„Super, wenn du möchtest kannst du jetzt ins Badezimmer und ich zaubere hier ein bisschen."
„Fein", sagte Hermine und verschwand schnell.
Ooo
George war stolz auf sich, dass er Hermine nicht allzu sehr angestarrt hatte, warum trug sie denn nur Shorts? Wusste sie nicht, dass man freien Blick auf ihre Beine hatte, wenn sie die Dinger trug? Oh Merlin und was für Beine. George frage sich, wie sich diese Beine um seine Hüfte gepresst anfühlen würden und ließ promt eine Tasse fallen.
So ging das nicht, er musste aufhören so über Hermine nachzudenken. Sie hatte sich grade von seinem Bruder getrennt, um Himmels Willen!
Ooo
Als Hermine wieder in die Küche kam, war sie angezogen, genau wie George auch. Frühstück stand auf dem Tisch und Hermine sog den Duft von frisch gebrühtem Kaffee ein.
„Was willst du jetzt machen?", frage George ruhig.
Da war sie, diese große Frage und der Gedanke an Ron.
„Ich weiß es nicht", gab Hermine zu. „Vielleicht sollte ich zurück in unsere Wohnung."
„Aber das willst du nicht, oder?", wollte George wissen und versuchte Hermine in die Augen zu sehen. Sie erwiederte den Blick und schüttelte leicht den Kopf.
„Nein, am liebsten würde ich mich verstecken."
„Verstehe...na ja, du könntest auch hier bleiben, wenn du willst."
George blickte sie fragen an, er was sich nicht sicher, wie er reagieren würde, wenn sie das Angebot annahm oder schlimmer noch ablehnte.
„Danke, aber...", Hermine fiel kein Aber ein. Jedenfalls keines, das sie überzeugte.
„Aber?"
„Kein Aber! Ich würd gerne hier bleiben." Sie lächelte, wusste nicht, ob sie die Entscheidung nicht bereuen würde.
„Schön." Mehr brachte George nicht raus.
Ooo
Irgendwie hatten sie es geschafft zu frühstücken ohne eine peinliche Stille aufkommen zu lassen und nun stand George hinter der Theke seines Ladens und starrte ins Leere. Es war Samstagvormittag und der Laden war mehr als voll. Doch George sah die vielen Leute gar nicht, er war so sehr in Gedanken versunken, dass seine Mitarbeiterin Melony ihn schütteln musste.
„Mr Weasley?", frage sie verunsichert. „Gilt der Sommersonderpreis auch für die bereits reduzierte Ware?"
George blickte sie einen Moment an, als würde er sie nicht kennen, dann nickte er kurz und versuchte sich zusammenzureißen.
„Ja, der Sommersonderpreis gilt für alle Artikel. Entschuldige mich, Melony. Ich...muss kurz ins Lager", brachte er schließlich heraus und verschwand.
Leise fluchend schloss er die Tür zum Lager hinter sich und ließ sich auf einem Stapel Kartons voll mit Feuerwerk nieder.
„Was ist nur mit die los, George Weasley?", fragte er sich selbst. Er kannte Hermine schon ewig und immer war sie nur ein Anhängsel seines Bruders, schließlich fast soetwas wie eine zweite kleine Schwester geworden. Und jetzt? Jetzt war ihr Bild in seinem Kopf und weigerte sich zu verschwinden. Und sie würde in seiner Wohnung sein für wer weiß wie lange. Was sollte er denn tun?
Die Tür zum Lager wurde sanft geöffnet und Melony steckte ihren Kopf herein. Ihr blond gelocktes Haar erinnerte ihn an Hermines Mähne und George seufzte. Melony schob sich zur Tür herein und schloss sie leise.
„Was ist denn los George?", wollte sie wissen. Sie kannte ihn nun schon so lange, dass er ihr kaum etwas vormachen konnte.
„Ist es wegen deinem Bruder?", mutmaßte sie.
George blickte sie schuldbewusst an und schüttelte den Kopf. Melony grinste schief und kam auf ihn zu. George musste lächeln, es war dieses spitzbübische Grinsen, dass ihn dazu veranlasst hatte, sie einzustellen und schließlich mit ihr zu schlafen. Für kurze Zeit hatte er geglaubt, sich in sie verlieben zu können, aber das hatter er nicht. Sie war wunderbar in jeder Beziehung, aber Schmetterlinge hatte es nie gegeben. Und als er ihr das gesagt hatte, hatte sie gelacht und ihm gestanden, dass es ihr ähnlich ging. Sie schätzten und mochten einander, vertrauten sich und konnten über die gleichen Streiche lachen. Vielleicht liebten sie sich auf eine gewisse Weise, aber sie waren nicht verliebt.
„Hab ich mir doch gedacht. Den Blick kenn ich doch. Da ist ein Mädchen stimmt's?", stocherte sie und setzte sich neben ihn. Er nickte, dankbar dafür nichts sagen zu müssen.
„George Weasley, was hast du angestellt?"
Ooo
Hermine stand regungslos in ihrer Wohnung, der Wohnung, die sie mit Ron zusammen bewohnte. Obwohl sie für zwei Menschen schon fast zu klein war, kam sie Hermine auf einmal viel zu groß vor. Sie fühlte sich völlig verloren und wusste nicht, was sie tun sollte. Sie wollte nur ein paar sachen holen, deshalb war sie hergekommen. Und jetzt stand sie hier und wünschte sich, nicht allein zu sein. Sie dachte an George, an seine Schulter, an der sie gelegen hatte, die so anders war, als die von Ron. Kurz verglich sie die beiden im Geist miteinander. Ron war immer lang und schlacksig gewesen. Durch das Aurorentraining hatter er ein wenig Haltung angenommen, doch er wirkte manchmal immernoch, als wäre alles an ihm zu groß. George hingegen war etwas kleiner, dafür aber stabiler, drahtiger. Er wirkte standfester als Ron, so als könnte ihn so schnell nichts umhauen. Wie schön wäre es, sich einfach in seiner Arme fallen zu lassen und diese ganze vedammte Woch hinter sich zu lassen. Wie schön wäre es, sich einfach von George trösten zu lassen und den ganzen blöden Streit zu vergessen.
Die Versuchung war groß, aber Hermine konnte Ron nicht einfach aus ihrem Gedächtnis streichen. Sie hatten sich geliebt, sie hatten ein Leben geplant. Wollte sie das wegwerfen? Und dann fiel ihr sein letzter Blick wieder ein. Der Blick, in dem sie keine Liebe mehr gesehen hatte.
Hermine musste weg. Mit einem Aufrufezauber holte sie alles was nötig war aus der Wohnung und verschwand schließlich, ohne zu wissen ob und wann sie zurückkehren würde.
