Zwischen zwei Wolken

Disclaimer: Alle Personen und Orte des Harry Potter – Universums gehören J.K. Rowling. Ich verfolge keine kommerziellen Absichten mit dieser Fanfiction.

Zusammenfassung: Nach zwei Jahren, trennen sich Ron und Hermine. Doch als Ron einen Unfall hat, verkompliziert sich alles. Dass Hermine bei George Unterschlupf findet, macht es auch nicht einfacher.

Anmerkung: Äh, ja. Liest noch jemand? Irgendwie kam dieses Kapitel über mich. Vielen Dank an alle, die die Geschichte bis hierher gelesen haben. Ich bin zuversichtlich, dass ich sie irgendwann mal zu Ende schreibe. Die Hälfte haben wir jetzt jedenfalls schon.

Kapitel 05: Wenn er küsst, bleibt keine Frage offen.

Im 7. Himmel auf Wolke Nummer 9
Liegt 'n Kumpel von mir
Und sicher glaubt er grad, dass er träumt
Denn gestern Nacht ist ihm was Gutes passiert

Als George am nächsten Morgen aufwachte, grinste er und tastete nach Hermine. Doch die war nicht da. Stirnrunzelnd blickte George sich um und lauschte in die stille Wohnung. Nirgends war auch nur ein Zeichen von ihr. Er stand auf und suchte in allen Zimmern nach ihr, was schnell ging, denn allzu groß war die Wohnung nicht. In der Küche wurde er schließlich fündig. Ein Zettel lag auf dem Tisch mit einer schlichten, kurzen Nachricht:

Bin in meiner Wohnung, komm vorbei, wenn du wach bist.

Hermine

George duschte schnell und zog sich etwas über, bevor er sich seinen Zauberstab schnappte und in die Wohnung von Ron und Hermine apparierte. Er fragte sich, warum sie nach der letzten Nacht hierher zurückgekehrt war. Wollte sie jetzt schon vor ihm flüchten? Er spürte einen kleinen Stich bei diesem Gedanken, verdrängte ihn aber schnell wieder. Sie hätte ihn kaum hierher bestellt, wenn sie ihn nicht sehen wollte, oder? Das Wohnzimmer war leer und er fragte sich, wo sie steckte.

„Hermine?", rief er laut und bekam prompt eine Antwort.

„Im Schlafzimmer", hörte er Hermines gedämpfte Stimme. Er musste sich kurz orientieren, er war erst einmal hier gewesen. Aber schließlich fand er sie. Das Schlafzimmer war nicht mehr wirklich als solches wiederzuerkennen. Es sah mehr aus wie ein sehr unaufgeräumtes Lager eines Modeladens. Überall lagen Kleidungsstücke verteilt. Das Bett konnte man kaum noch sehen, weil darauf ausgebreitet lauter Röcke, Hosen und Blusen lagen. Am Boden stapelten sich Pullover und T-Shirts. In einer Ecke sah George einen Haufen Socken und Unterwäsche und er glaubte auch einen Bikini zu erkennen, richtete dann seinen Blick aber doch lieber auf Hermine, die in diesem Chaos herumwuselte, in nichts als einem rosa Slip und einem weißen Top. Sie zog ständig mehr Kleidungsstücke aus Schubladen, zog sie sich über und schmiss sie dann entweder aufs Bett oder auf den Boden.

„Was um Merlins Willen tust du da?", wollte George schließlich wissen, den die ganze Situation ziemlich überforderte.

„Ich sortiere meinen Kleiderschrank", antwortete Hermine schlicht.

„Aber warum? Und warum jetzt?", fragte George.

„Ich wollte das schon seit einiger Zeit machen und heute Morgen hatte ich einfach die Energie dazu. Ich bin schon fertig mit den Hosen und den meisten Oberteilen. Jetzt sind die Röcke dran", sagte sie und nahm einen Rock von einem Stapel zu ihrer Rechten. Er war knielang, grau und ziemlich unspektakulär und Hermine zog ihn schnell wieder aus, legte ihn aufs Bett zu ein paar anderen, die ebenfalls alle recht langweilig aussahen und schnappte sich den nächsten.

„Nach was für einem Prinzip funktioniert das hier?", wollte George schließlich wissen, als er sich einen Stuhl herangezogen hatte, auf dem er sich niederlassen konnte, um das ganze Spektakel bequem betrachten zu können.

„Alles was ich behalte kommt aufs Bett, der Rest auf den Boden", erklärte Hermine, die grade einen alten, braunen Wollrock auf den Boden warf. George sah sich an, was sie bereits aussortiert hatte und fischte einen lila Minirock in Rüschenoptik hervor.

„Das hast du getragen?", fragte er Hermine verwundert. Die zog sich grade einen weiteren Rock aus und stand nun wieder in Unterwäsche vor ihm. George dachte kurz, dass diese Situation sich viel komischer anfühlen sollte. Sie hatten grade erst miteinander geschlafen, es gab so viele offene Fragen, alles müsste sich kompliziert und merkwürdig anfühlen. Aber das tat es nicht. Selbst Hermines mangelnde Bekleidung ließ keine seltsame Spannung aufkommen. Und George fand, dass das ziemlich cool war. Hermine riss ihm den Rock aus den Händen und lachte.

„Den hab ich mal mit Ginny in Muggellondon gekauft, ich glaube ich hab ihn nur ein einziges Mal getragen. Warte mal, ich hatte irgendwo noch ein Top dazu. Und sie verschwand kurz in dem kleinen Wandschrank. Als sie wieder heraus kam, trug sie den fürchterlichen Rock und ein noch viel fürchterliches, ebenfalls gerüschtes Shirt in einem etwas blasseren Lilaton. George fiel fast vor Lachen vom Stuhl.

„Ich weiß auch nicht, was ich mir dabei gedachte habe", sagte Hermine und fiel in sein Gelächter ein. Dann zog sie den Rock wieder aus und warf ihn zurück auf den Stapel mit den aussortierten Kleidern. Doch George hatte schon die nächste vermeidliche Modesünde gefunden, die noch in dem unsortierten Stapel lag. Es war ebenfalls ein Minirock, dieses Mal in einem blassen Rosa und unten leicht ausgestellt.

„Und wie entschuldigst du das hier?", wollte er nun von Hermine wissen, die inzwischen auch das lila Shirt losgeworden war.

„Hah, spotte nur, Elender", sagte sie, nahm ihm den Rock ab und verschwand erneut im Wandschrank. George ließ sich auf seinem Stuhl zurück sinken.

„Den hab ich nur aus Jux anprobiert, aber dann musste ich feststellen, dass er seine Lächerlichkeit verliert, sobald man ihn trägt", rief sie ihm aus dem Schrank heraus zu und als sie schließlich wieder zum Vorschein kam, musste George ihr Recht geben. Zusammen mit einem schlichten weißen T-Shirt ließ er Hermine ganz und gar nicht lächerlich aussehen, sondern verdammt süß, wie George sich eingestehen musste.

„Das ist das überraschendste Kleidungsstück, das ich besitze", erklärte Hermine, die sich selbst im Spiegel betrachtete und gar nicht gemerkt hatte, dass George gar nicht mehr auf seinem Stuhl saß. Erst als sie sich zu Seite drehte, merkte sie, dass er neben sie getreten war. In seinen Augen glitzerte etwas und Hermine musste schmunzeln, dann stellt sie sich leicht auf die Zehenspitzen und küsste ihn. Der Kuss war stürmisch und ließ keinen Raum für Spekulationen, wohin er führen würde.

„Ich entschuldige mich für meinen Hohn", sagte George als sie sich kurz voneinander lösten. „Dieser Rock ist wirklich wunderbar." Er ließ seine Hände zu ihren Hüften und dann nach vorne wandern. „Aber darf ich ihn dir trotzdem ausziehen?", fragte er mit rauer Stimme.

„Ich dachte schon, du fragst nie", antwortete Hermine und küsste ihn erneut hungrig, währen er den Knopf und den Reißverschluss des Rockes öffnete und ihn von ihrem Körper gleiten ließ. Dann hob er sie an und trug sie zum Bett, auf dem immer noch Klamotten lagen. Als er sie absetzte spannte sie sich an und ließ von ihm ab.

„Nicht hier", raunte sie ihm zu und er verstand, hob sie erneut an und disapparierte mit ihr zurück in sein eigenes Schlafzimmer.

Ooo

Das Schuldgefühl, das Hermine eben noch überkommen hatte, als sie mit einem anderen Mann als Ron in ihrem Schlafzimmer war, verflog, sobald sie diesen Ort verließ. Ihr war kurz schwindelig vom Apparieren, doch Georges Hände, die ihr jetzt den Rest ihrer spärlichen Kleidung vom Körper rissen, ließen dies schnell vergehen. Wieder ertappte sich Hermine dabei, George mit Ron zu vergleichen, der in allem was er tat immer viel ruhiger und bedächtiger gewesen war. George war stürmisch, leidenschaftlich und mitreißend. Ron hatte sich Zeit gelassen, war langsam und vorsichtig gewesen. Hermine hatte das am Anfang ihrer Beziehung gut gefallen, doch nach und nach war die innige Vertrautheit, die er sie hatte spüren lassen zu Routine geworden. Dass Fehlen von Leidenschaft hatte sie beunruhigt und enttäuscht. Dass sie so sehr auf Georges Aktionen ansprach, zeigte ihr, wie sehr sie sich etwas mehr Engagement von Ron gewünscht hätte. Georges Lippen auf ihrer Haut ließen sie aus ihren Gedankenspielen auftauchen. Es war als hätte sie ihren Körper noch nie so sehr gespürt. Er ließ sie erschaudern, als er sich mit seiner Zunge einen Weg von ihren Brüsten hinunter zu ihrem Bauchnabel bahnte und als er schließlich weiter nach unten glitt, waren alle Gedanken an Ron plötzlich aus ihrem Gehirn gelöscht.

Ooo

George spielte mit einer Strähne von Hermines Haar. Ihr Kopf lag auf seiner Brust wie einem kitschigen Liebesfilm der Muggel. Er versuchte einen klaren Gedanken zu fassen, scheiterte aber daran. In seinem Kopf wirbelte es. Er dachte kurz daran, was sie grade getan hatte und dann dachte er an den lächerlichen Rock und grinste. Er fühlte sich ziemlich dämlich. Wie ein hormongesteuerter Teenager. Und dann merkte er, dass er Hunger hatte. Wie zur Bestätigung knurrte sein Magen.

„Wir sollten was essen", schlug Hermine vor.

„Du kannst Gedanken lesen", antwortete George.

„Hast du was Essbares im Haus?", wollte sie wissen.

„Mhhh, ein paar Cracker vielleicht", musste George zugeben. Hermine erhob sich aus dem Bett und zog sich ihre Unterwäsche wieder an.

„Na schön, dann werden wir wohl raus müssen. Komm schon, es ist ein herrlicher Tag. Den sollte man nicht im Bett verbringen", sagte sie. George schlang einen Arm von hinten um ihre Hüfte und zog sie ein Stück zurück. Dann setzte er ein einen kleinen Kuss auf ihren Rücken, knapp oberhalb des Saums ihres Slips. „Aber es ist so schön im Bett", sagte er und es klang fast, als würde er schnurren. Hermine machte sich von ihm los und ging lachend in Richtung Bad.

„Wie wäre es mit einem Picknick?", fragte sie und drehte sich im Türrahmen noch einmal zu ihm um.

„Mhhhh, ich wüsste da ein nettes Plätzchen", entgegnete George und erhob sich ebenfalls, um ihr ins Bad zu folgen.

Ooo

Nachdem sie alles Nötige für ein Picknick besorgt hatten, apparierten sie zu einem kleinen See, der mitten in einem Wald versteckt war. Ein kleines Boot lag am Ufer und es gab eine Holzhütte, die Hermine an Hagrids Behausung in Hogwarts erinnerte.

„Wem gehört die?", frage Hermine und George lächelte sie an.

„Mir", sagte er und Hermine starrte ihn nur ungläubig an. Er hörte auf zu lächeln, als er weitersprach. "Fred und ich haben das Grundstück hier gekauft, kurz nachdem wir mit dem Laden Erfolg hatten. Wir wollte ein Plätzchen, um mal aus der Stadt rauzukommen", erklärte er.

„Aber da hättet ihr doch in den Fuchsbau gekonnt", sagte Hermine.

„Na ja, da ist es nicht grade ruhig oder? Wir wollten etwas nur für uns. Ein Versteck sozusagen." Er sah ein wenig traurig aus und Hermine wusste, dass er an Fred dachte. Dass dieser Ort hier ihnen gehört hatte. Sie griff nach seiner Hand und zwang ihn sie anzusehen.

„Es ist wunderschön, George", sagte sie sanft und ein Lächeln kehrte zurück auf sein Gesicht.

„Außerdem kann man hier nackt baden, ohne dass man beobachtet wird", brachte er schließlich heraus und kassierte einen Knuff von Hermine.

Sie breiteten eine Decke am Ufer aus und packten ihren Picknickkorb aus. Sie hatten solchen Hunger, dass sie alles aufaßen, was sie gekauft hatten und schließlich satt und zufrieden auf der Decke lagen und in den blauen Nachmittagshimmel starrten, über den weiße Wolken zogen.

„George", sagte Hermine schließlich.

„Ja?"

„Fühlst du dich komisch?", wollte sie wissen.

„Nein, wieso? Ist dir schlecht vom Essen?", fragte er besorgt.

„Nein, das meine ich nicht. Ich meine das…mit uns", sagte sie und richtete ihren Blick auf ihn. Er starrte weiter in den Himmel und schien kurz zu überlegen.

„Nein", sagte er schließlich. „Und du? Findest du es komisch?"

„Nein", antwortete sie. „Ich hatte erwartet, dass es komisch sein würde, aber das ist es nicht. Es ist…ich weiß nicht…"

„Einfach gut?", schlug George vor.

„Ja", bestätigte Hermine und als sie nach seiner Hand griff, sah er sie endlich an. Und in seinem Blick spiegelte sich, was sie fühlte. Geborgenheit, Wärme und der Wunsch, diesen einen Moment festhalten zu können.