6. Pon Farr
Es war später Abend und schon längst dunkel auf der Erde. Sie stand im Quartier ihres Bruder und sah hinab auf die Lichter der Stadt, und hinauf in den dunkelblauen, sternenklaren Himmel. Sie begann den Sternenhimmel und die Zeiten der Dämmerung dieses Planeten zu mögen. Hinter ihr trat er leise näher.
„Deine Großväter wären stolz auf dich, junge Nera T'Pau."
Sie nickte und drehte sich herum, schaute ihn direkt an. „Wären Sie es wohl auch, wenn ich dir sage was ich fühle?"
Er sah sie an und hob die Stirn, etwas das er sich als junger Vulkanier bei ihr abgeschaut hatte, sie lächelte und strich ihm über die Wange, seine Haut war feucht. Nun war sie sich sicher. Sie trat näher.
„Was meinst du?" Fragte sie und sie sah wie seine Muskeln zu zittern begannen. Sie wusste er hatte eben erst meditiert aber sicher würde er sie gleich wieder hinaus schicken. Er hatte sich kaum unter Kontrolle und Vulkanierin, oder nicht, sie war eine Frau und er übernatürlich erregt. Sie strich wie zufällig über seinen Arm, während sie erneut eine Hand an seine Wange hielt. „Pon Farr," flüsterte sie.
Er kehrte ihr den Rücken zu. „Geh."
„Ich will nicht." Sagte sie und trat um ihn herum. Sie lächelte ihm zu und er starrte sie erschrocken an. Ohja und wie recht ich habe. Er hat sich kaum unter Kontrolle.
„Ich bin nicht länger Nera T'Pau, nicht länger nur die Tochter, meines Vulkanischen Vaters, ich bin Nera Kirk. Ein Mensch, der auf Vulkan aufwuchs und für Vulkan eintritt und kämpft." Sie sprach immer leiser und trat langsam wieder auf ihn zu. Er schüttelte den Kopf. Sie sah das er sich weniger und weniger unter Kontrolle hatte. Sie nahm seine Hand und legte sie an ihre Stirn. „Sieh. Sieh was ich fühle. Sie hin."
Er schüttelte den Kopf. Aber sie hielt seine Hand und strich mit der anderen an einer ganz bestimmten Reizstelle am Rücken entlang und er zuckte. „Sieh, oder...ich mache weiter." Werde ich so aber auch. Dachte sie einen kurzen Moment.
Sie spürte wie er sehr langsam mit ihr verschmolz und schloss die Augen, ganz fest dachte sie an nur dieses eine Gefühl und öffnete dann die Augen, als sie spürte das er sich zurück zog.
Aber er schüttelte wieder den Kopf. Sie fasste seine Hände. Sie nickte.
„Nera Kirk." Wiederholte sie.
Sie streckte sich und küsste ihn, berührte erneut diese eine Stelle und im nächsten Moment umfasste er ihren Rücken und küsste sie mit brennender Leidenschaft und getriebener Gier.
Sie lächelte, als er sie nur Minuten später aufs Polster drückte und dem Pon Farr völlig nachgab.
Es war noch früh die Sonne ging erst auf, als er erwachte. Er wusste sofort das etwas passiert war, noch ehe er die Erinnerung durch die letzten Ausläufe seines Pon Farr hinweg wahrnahm. Er hörte neben sich ein regelmäßiges Atmen. Er drehte sich nach links und zuckte leicht zusammen.
Nera!
Sie regte sich, öffnete die Augen und als er sich erheben wollte legte sie sanft eine Hand auf seine und schüttelte den Kopf. „Es ist gut," flüsterte sie. Sie drehte sich auf die Seite und setzte sich halb auf, sie achtete darauf sich bedeckt zu halten und dennoch... er wusste es wieder und er wollte es nicht wissen. Er schüttelte den Kopf. Ihre Finger umschlossen seine Hand. „Es ist gut. Es ist vorbei und," sie drückte seine Hand, lächelte erneut. „Ich bin jetzt Nera Kirk, es...ist in Ordnung."
„Denk nur an Vulkan, sie dürfen es nicht wissen, sie..."
Nera setzte sich auf. „Mein Geist zu deinem Geist. Meine Gedanken zu deinen Gedanken." Sie legte ihre Finger an sein Gesicht und blickte ihn herausfordernd an. „Vertrau mir." Bat sie leise und ruhig. Doch er zögerte. Einen Augenblick später aber, streckte er dann doch die Hände nach ihr aus. Das Pon Farr war vorüber was immer er sah, er würde damit klar kommen. Er legte ihr eine Hand an ihr Gesicht, wiederholte die Worte einige male.
Er sah seinen Vater, Spock, sie war da, jemand half ihm auf. Dann legten sich Spocks Hände zitternd an die Katrapunkte in ihrem Gesicht. Er hörte Spocks Gedanken, so nah, so klar als übermittle der alte Vulkanier sie ihm selber.
Halte deine Liebe, solange es richtig scheint, vielleicht...eines Tages.
Sie nickte und er sah Bilder von ihnen beiden aufflammen die wirkten als wäre es die Sicht eines dritten auf sie gewesen. Rasch lies er sie los, sah sie an. Sie nickte ruhig. Er senkte den Blick. „Das wohl von Einzelnen kann und darf nicht über dem Wohl..."
„Manchmal wiegt auch das wohl eines Einzelnen höher als das von vielen," unterbrach sie ihn.
„Das kommt..."
„Ein Gespräch zwischen unseren Großvätern." Sie nickte. „Er hatte Recht, ohne das Kirk danach gehandelt hätte, säßen wir heute beide nicht hier. Denn dein Vater, Spock...er... wäre nie von Genesis weggekommen."
„Und doch."
„Hast du Angst?"
„Ich denke einfach nur, jetzt wo dich alle achten, solltest du das nicht..."
Sie schüttelte den Kopf. „Es... bin nicht ich die geachtet wird, es ist der Respekt vor meinem Großvater. Ich weiß das es so ist, leugne es nicht, Tavok. Weißt du,...ich denke er wollte nur das Tar'le und ich dies hier zusammen machen, weil er wollte das er sein Amt übernimmt, oder du."
„Du warst schon immer die bessere für solche Dinge, du..." Sagte er und trat ans Fenster.
„Falsch...in der Akademie auf Vulkan ja, aber meine wirkliche Stärke ist nicht der Zank mit Politikern, nein. Meine Front ist eine andere." Sie trat grinsend neben ihn.
Er sah zu ihr hinunter. „Du hast es ihm versprochen."
„Ja und ich war hier, aber das ist nicht das, womit ich Vulkan und der Föderation am besten helfe. Taktik, logisches Denken bei Manövern, sag mir für wessen Sicherheit ich sorgen soll und ich mache es. Hier... werde ich nicht glücklich, aber ich verspreche das ich dir jederzeit helfen werde, da bin, wenn du mich brauchst. Aber was er uns immer nahe legte und lehrte war: wir selbst zu sein und nichts zu machen, was uns nicht glücklich macht."
„Du bist fest entschlossen," stellte er fest und musterte sie aufmerksam.
„Ja. Sieh, wenn ich als Nera Kirk zur Flotte zurückkehre und nicht als T'Pau, dann ziehe ich eine klare Grenze. Abgesehen davon, wir haben den Ritus schon vollzogen."
„Ich weiß, aber..."
„Du bist noch nicht ganz aus dem Pon Farr, ich sehe es dir an. Lass mich dir wieder helfen und dann...lass uns zum Priester gehen."
Er streckte die Hand aus und legte sie an ihre Wange. „Du entfachst auch ohne Pon Farr das Feuer in einem Mann."
„In einem Mann, oder in dir?" Fragte sie lächelnd.
„Dieses Gesicht... ich liebe diesen Blick. Ich liebe diese Mimik, solange ich dich kenne." Er sah ihr tief in die Augen. „Er hatte Recht, du hast Recht, es ist...was ich will und...schon eine Weile," flüsterte er und beugte sich vor, küsste sie erst leicht und vorsichtig, im nächsten Moment aber innig und voller Inbrunst, er spürte das Pon Farr erneut auf brennen und ergab sich seinen Instinkten erneut. Gab sich ganz ihren Berührungen und den Gefühlen die sie auslösten hin. Es war eine berauschende, intensive Erfahrung, die er jetzt, wo sein Pon Farr fast vorüber war viel deutlicher wahrnahm als am Vorabend. Mit unglaublicher Gewissheit wurde ihm klar, das sie alles war, was er brauchte und wollte, jeden Tag ihres Lebens wollte er da sein, sie lieben und an seiner Seite wissen. Warum nur, war ihm das nie zuvor klar geworden?
