Yu Yu Hakusho Saisei Teil 6:
Jenseits des versiegelten Fensters
Eine Fanfiction-Neufassung des Animes von Yoshihiro Togashi von Mayuri Hoshigawa
Übersetzung der Geschichte "Beyond the Warded Window"
Disclaimer: Yu Yu Hakusho gehört Yoshihiro Togashi, Shonen Jump und Shueisha, nicht mir. Die Originalfassung dieser Geschichte findet ihr auf www . yyh-saisei . com (ohne die Leerzeichen)
Infans Profanus
"Yuki ya konko arare ya konko
Futte wa futte wa zunzun tsumoru
Yama mo nohara mo wataboshi kaburi
Kareki nokorazu hana ga saku…"
Die Melodie des Kinderliedes erfüllte den Raum, gesungen von einem jungen Mädchen im Inneren des tristen steinernen Häuschens. Kleine Hände waren um zwei Puppen gewunden und ließen die beiden hölzernen Prinzessinnen im Takt der Musik tanzen. Es war tröstend. Angenehm. Ein dringend benötigter Freudenstrahl in einem ansonsten düsteren Heim.
"Yukinaaa!" riefen Kinderstimmen von draußen. Das Mädchen blinzelte überrascht. "Komm raus! Schau, wir haben ein Füchschen gefunden!"
Yukina warf ihrer Spielgefährtin einen fragenden Blick zu. Seltsamerweise schien die Welt um sie herum immer wieder zu verschwimmen. Sie war das Einzige, das beständig blieb. Das Einzige, das zählte.
"Ist es in Ordnung?" fragte sie.
Imiko nickte steif. Über Yukinas Gesicht breitete sich ein strahlendes Lächeln – sie war immer so froh darüber, wenn sie mit ihren Freundinnen spielen gehen konnte. Immer so froh darüber zu gehen… Aber wer wäre das nicht? Wer würde hier drin bleiben wollen? Yukina mochte alles sein, das Imiko hatte, aber das bedeutete nicht, dass Imiko alles war, das sie hatte. Imiko versuchte, keine Bitterkeit zu fühlen, während Yukina ihre Puppe auf den Rücken legte und ihre Arme zu einer Umarmung ausbreitete.
"Ich bin bald zurück," versprach sie. Sie rannte zum Eingang des kleinen Steinhäuschens, zog ihre Schneeschuhe an und öffnete die Tür. Die rosafarbenen Papierketten, die im inneren des Türrahmens hingen, streiften sie harmlos, als sie in das Licht des Tages hinaus trat.
Für einen langen, elenden Augenblick starrte Imiko nur auf den Durchgang, in dem Yukina eben noch gewesen war. Dann legte Imiko die zweite Puppe hin und schlich durch den Raum um sich den hohen Weidenkorb zu holen. Imiko schob den Korb zum vorderen Fenster und kletterte, ihn als Tritt benutzend, hinauf. Eine kleine Hand streckte sich nach dem Pelz, der das Fenster bedeckte. Hier hingen ebenfalls streifen aus Papiertalismanen und sie knisterten warnend als das verfluchte Kind näher kam. Aber wie konnte Imiko fern bleiben? Es gab eine ganze Welt auf der anderen Seite des Fensters zu sehen.
Und was für eine Welt das war! Imiko starrte verwundert auf die Straßen, den Schnee, die Häuser, die alle in reines, weißes Licht getaucht waren. Katzenartige rote Augen ließen den Blick über die Straße schweifen, bis sie endlich eine Gruppe von Mädchen erspähten, die zusammen mit einem kleinen grauen Fuchs lachten und tanzten. Sie waren alle so schön, gekleidet in blaue Kimono mit Schärpen und langem, blassen Haar… Vollkommene kleine Eisjungfern. Nicht wie Imiko. Imiko war mit einer Monsterseele verflucht. Warum sonst sollten die Siegel reagieren, wenn Imiko in die Nähe kam? Warum sonst sollte Imiko so seltsam aussehen? Mutter wollte Imiko noch nicht einmal eine sie nennen, so sehr unterschied sich das Kind von dem Rest ihrer Art.
Mutter nannte Imiko einen er.
Ein schwaches resigniertes Seufzen verließ Imikos Lippen. Es war so vieles falsch an ihm und es gab keine Möglichkeit, irgendwas davon in Ordnung zu bringen. Also wurde Imiko versteckt, durfte nie das Haus verlassen, durfte nie zu laut sprechen aus Angst, dass seine Stimme weit tragen würde. Ihm wurde immer wieder gesagt, "Du existierst nicht." Die einzigen Leute, die überhaupt wussten, dass er geboren worden war, waren Yukina, Mutter und Miss Rui. Und so musste es auch bleiben.
Imiko starrte weiter durch das Fenster, erfüllt von unbeschreibbarer Sehnsucht. So bezaubert war er von der Welt, in die er nie einen Fuß setzten konnte, dass er ein paar Minuten brauchte um etwas Dunkles am Rand seines Blickfelds zu bemerken. Er blinzelte und riss seine Aufmerksamkeit von Yukina und ihren Freundinnen los. Seine Augen weiteten sich, als er sie sah.
Monster.
Also, Imiko hatte noch nie zuvor ein Monster gesehen, aber es war unmöglich, diese für etwas anderes zu halten. Sie sahen genauso aus wie die Bösewichte, die Mutter in ihren Geschichten beschrieb. Wie ich, dachte Imiko und wand sich verlegen. Aber es gab auch Unterschiede. Die Monster waren heruntergekommen und narbig, mit Haut, die sogar noch dunkler als die von Imiko war, und ihre Kleidung glich nichts, was man je im Dorf zu Gesicht bekommen hatte. Wenigstens trug Imiko einen anständigen Kimono, selbst wenn er noch weiß war, weil Mutter sich weigerte, Farbe an Kleider zu verschwenden, die nie jemand zu sehen bekäme. Imiko umklammerte den Kragen seines ungefärbten Kimonos wie einen Talisman gegen das Böse. Dies war sein Schutz – das eine sichere Zeichen, dass er hierher zu den Eisjungfern gehörte.
Und dennoch waren diese Monster in der Lage, sich frei zu bewegen… sogar außerhalb der Grenzen des Dorfes…
Die Jungfern auf der Straße sahen die Monster und flohen in ihre mit Bannsiegeln geschützten Häuser. Aber Yukina floh nicht. Sie stand einfach da, eine Hand leicht über ihr Herz gelegt, die Augen neugierig und weit aufgerissen. Imiko erkannte mit einem Schock, dass Yukina gar nicht bewusst war, dass die Monster gefährlich waren. Sie war mit ihm aufgewachsen, hatte sich daran gewöhnt, ein zahmes Monster um sich zu haben, und nun ging sie ihnen entgegen wie ein Lamm, dass auf ein Rudel Wölfe zugeht.
"Yukina…" Imikos Stimme brach und quietsche wie die rostigen Angeln einer selten benutzten Tür. Er hatte noch nie zuvor laut gerufen, und es war schwierig, aber er musste es tun, er musste sie warnen— "Yukina, warte!"
Yukina blieb mitten im Schritt stehen und drehte sich wie in Zeitlupe um. Das reine Weiß der Welt verzerrte sich: die Zeit verlangsamte sich beinahe bis zum Stillstand und die geraden Linien der Landschaft wurden dick und wackelig, als ob sie von einem Kind gemalt worden waren, das kaum einen Pinsel halten konnte. Die Monster stürzten vorwärts, veränderten sich, Fingernägel verwandelten sich in Krallen, Pupillen zogen sich zu Nadelspitzen zusammen, Lippen zogen sich zurück und entblößten lange Fänge.
"YUKINA!"
Hiei wurde mit einem gewaltsamen Zusammenzucken wach, sein Hals war eng von einem unterdrückten Schrei. Er zwang sich dazu, langsamer zu atmen. Auf diese Weise beruhigte er sich selber, so wie viele Male zuvor. Als er sich einigermaßen beruhigt hatte, bemerkte Hiei ein prickelndes Gefühl um seine Augen. Verdammt… Er schluckte schwer, drückte die Handballen in die Augen und fragte sich, warum seine Albträume wiederkamen. Es war Jahre her, dass ihm Yukina genommen worden war. Sie war tot und Hiei hatte das schon lange akzeptiert. Also warum träumte er jetzt von ihr? Hatte das kalte Wetter die Erinnerungen ausgelöst…?
"Hast du was gehört?"
Hiei blinzelte seine verschwommene Sicht fort, bevor er zum Lagerplatz heruntersah. Die Sonne schien und die Menschen waren wach. Zumindest Yusuke und das Fährmädchen waren auf.
"Nein," grummelte Yusuke. "Würdest du aufstehen, Kuwabara?"
Kuwabara gähnte und kratzte sich am Hinterkopf.
"Oh Mann, ich hatte vielleicht einen seltsamen Traum! Da rannten all diese Spinnen rum und der Kurze war da und er hat mir einen über den Schädel gezogen, weil ich die Spinnen nicht bemerkt habe, bis sie meinen Energieriegel aufgegessen hatten und – warum steht ihr eigentlich ganz da drüben?"
Der plappernde Idiot hatte endlich bemerkt, dass er über eine Entfernung von beinahe drei Metern hinweg redete. Seine Teamkameraden standen ganz auf der anderen Seite des Lagerplatzes, Yusuke starrte mit milder Belustigung und Botan deutete mit dem Finger auf etwas hinter ihm. Kuwabara sah über seine Schulter und sah sich plötzlich riesigen Fangzähnen und milchigen, toten Augen gegenüber.
"OhmeinGottSpinne!"
"Yeah, das haben wir gesagt," sagte Yusuke nonchalant als Kuwabara von der Leiche des Spinnenyoukai wegkrabbelte. "Das Ding ist tot, aber wir wissen nicht, was es getötet hat."
Kuwabara strich sich gedankenverloren über das Kinn, während er ein nachdenklich klingendes Summen von sich gab. Hiei bemerkte die veränderte Körperhaltung des Menschen und flitzte hastig an einen Ort, der mehr Deckung bot. Alles, was Kuwabara sah als er damit fertig war sich umzudrehen, war ein Schneeschauer, der von einem leeren Ast fiel.
Im zehnten Stock eines Appartementhauses in Sarayashiki klingelte Keiko an einer Tür und trat zurück. Sie brachte ihr Aussehen in Ordnung, indem sie sich mit einer Hand schnell über die Vorderseite ihrer Schuluniform strich und eine Haarsträhne hinter das Ohr schob. Nach ein paar Sekunden drückte sie noch einmal auf den Knopf und wartete darauf, dass jemand reagierte.
Und wartete.
Und wartete…
Mit einem leichten Stirnrunzeln suchte Keiko den Reserveschlüssel an ihrem Schlüsselbund und öffnete die Tür. Sie hielt sich die Nase wegen des intensiven Geruchs nach Abfall und Alkohol, der in einem Schwall heraus kam, zu und schob dann den Kopf um die Tür herum.
"Yusuke? Bist du da?" rief Keiko in die verdunkelte Wohnung hinein. Sie zog ihre vom Schnee nassen Schuhe aus und tappte durch das vordere Wohnzimmer, schaute ins Bad und jedes Schlafzimmer (und war es nicht ironisch, dass der Teenager in diesem Haushalt sein Zimmer sauberer hielt als seine Mutter). Keiko beendete ihren Rundgang der Wohnung schließlich in der nicht gesundheits-und-sicherheitskonformen Küche. Atsukos Abwesenheit kam nicht überraschend, aber Yusuke? Er ging immer abends nach Hause…
Es sei denn, er war wieder weg. Mit einem Fall beschäftigt, oder bei einer Trainingseinheit, oder was auch immer sein angebliches Praktikum von ihm verlangte. Keiko stand in der dunklen Küche, fasste ihre Schultasche fester und fühlte, wie ihre Wangen vor verletztem Zorn rot wurden.
"Das nächste Mal, wenn du wegen einem dieser Fälle unterwegs bist, must du versprechen, mir Bescheid zu sagen." "Okay, in Ordnung… ich lasse es dich wissen, ich schwöre."
"Typisch," flüsterte Keiko. Sie drehte sich zum Gehen um, aber ein Blick auf die Weißwandtafel am Kühlschrank ließ sie innehalten. Normalerweise stand dort die Aufgabenliste von vor zwei Monaten oder vielleicht eine Notiz von Atsuko wegen einer Party, aber heute war die Oberfläche mit einer Nachricht in Yusukes unverkennbarer schwungvollen und schiefen Klaue bedeck. Keiko ging zu der Tafel und las einen Augenblick lang. Als sie fertig war, seufzte sie resigniert.
"Okay," gab sie leise nach. "Aber du erzählst mir besser davon, wenn du zurück kommst."
Sie ging aus der Küche hinaus und ließ die Notiz zurück, die Yusuke gestern geschrieben hatte.
Keiko-
Tut mir leid, aber Botan sagt, dass wir 'ne Art Fall haben. Ich weiß noch nicht worum es sich handelt, also kann ich dir nichts davon erzählen Ich weiß auch nicht, wie lange ich weg sein werde. Mach dir keine Sorgen, ich komme zurück, versprochen.
-Yusuke
Miyuki stand vor einem Spiegel in ihrer Privatunterkunft und begutachtete ihr Spiegelbild. Sie legte ihren Kopf leicht zurück um ihren Hals und die Kinnlinie zu betrachten, dann senkte sie ihn wieder, so dass sie nach dunklen Ringen Ausschau halten und ihren Pony etwas aufschütteln konnte. Nachdem sie ein paar Mal mit den Wimpern geklimpert hatte, zog sie die Stirn kraus und nahm eine kleine Tube Wimperntusche vom Tisch vor ihr. Sie hob gerade die winzige Bürste an ihr Gesicht, als ein scharfes Klopfen an ihrer Tür erklang.
"Ma'am!" bellte eine Stimme.
Miyuki zuckte vor Überraschung zusammen und stach sich selber mit dem Applikator ins Auge.
"Urgh! Was gibt es?" schnappte sie und rieb sich das verletzte Auge (wodurch sie natürlich die feuchte Wimperntusche überall verschmierte).
"Wir haben diese Eindringlinge von gestern lokalisiert. Sie haben gerade Punkt 13 passiert."
"Gut!" sagt Miyuki abwesend.
Es gab eine kurze Pause.
"Es ist gut, dass die Eindringlinge näher kommen?" fragte der Wachmann unsicher. Miyuki wurde rot.
"Nein – nur – schick jemanden, der sich ihrer annimmt, mach schon! Schicke alle!"
"Ja, Ma'am."
Der Wachmann eilte fort, was ungefähr das einzige war, das er während des gesamten Gesprächs richtig gemacht hatte. Miyuki seufzte irritiert, öffnete eine Schachtel mit Kosmetiktüchern und schüttelte eines heraus.
Sobald sie das verschmierte schwarze Chaos auf ihrem Gesicht beseitigt hatte, machte sich Miyuki auf den Weg zu Tarukanes Büro. Als sie auf die Tür zuging, tauchte Inmaki, der aus der entgegengesetzten Richtung gekommen war, wie aus dem Nichts auf. Sie hielten beide vor der Tür an, sie mit einem ungeduldigen Stirnrunzeln, er sah nachdenklich zu ihr auf. Endlich machte Inmaki eine schwungvolle Verbeugung und Miyukis Stirnrunzeln verwandelte sich in regelrecht wütendes Starren.
"Ich halte nichts von Sexismus," zischte Miyuki.
"Natürlich tust du das nicht. Aber wenn ich dich nicht zuerst gehen lassen würde, hättest du stattdessen gesagt, dass ich unhöflich sei," bemerkte Inmaki. "Die einzige Möglichkeit dir zu gefallen ist, es vollständig zu vermeiden, dir vor Türen zu begegnen."
Miyuki zog eine finstere Mine. Unerträgliches Mannsbild, dachte sie, als sie an die Tür klopfte. Es spielte keine Rolle, dass er Recht hatte.
Tarukane zitterte leicht, während er in seinem Büro in sein Telefon sprach.
"Yeah, die Gebote für den letzten Stein sind gerade abgeschlossen," sagte er, während er auf seinen Computerbildschirm starrte. Eine große Nachricht war darauf erschienen, die angab, dass sein Gegenstand verkauft worden war. "Aber er wurde nicht für die Summe verkauft, die ich mir erhofft hatte… Nun, das passiert, wen man versucht eine größere Menge dieser Dinger auf einmal zu verkaufen. Die Leute bieten nicht so viel wenn sie denken, dass es einen großen Vorrat gibt. Wenn Sie mir mehr Zeit lassen würden, um die Verkäufe etwas zu staffeln, könnten sie viel mehr einbringen—"
"Ihr Profit geht mich nichts an," sagte Sakyou, dessen normalerweise gefasste Stimme durch einen Hauch Verärgerung schärfer klang. Tarukane konnte Jauchzen und Musik und knisternde Geräusche im Hintergrund hören (er hatte aus Versehen angerufen, während Sakyou in der ersten Reihe einer Art Modenschau saß). "Die pünktliche Zahlung Ihrer Schulden bei mir schon."
"Yeah, aber…" Tarukanes Gesicht legte sich in Falten, als ob er Schmerzen hätte. "Ich habe nicht genug, um die volle Summe abzudecken."
Es gab ein zweites lautes Klopfen, das Tarukane ignorierte. Stattdessen schwitzte er seinen Anzug durch. Er saß nervös da und wartete auf Sakyous Antwort. Am anderen Ende der Leitung hatte Sakyou nicht innegehalten, um über Tarukanes Worte nachzudenken. Seine Aufmerksamkeit wurde durch eines der Models in Anspruch genommen, ein Mädchen mit karamellbraunem Haar. Seine Augen folgten dem Mädchen, während sie den Laufsteg in einem futuristischen blauen, hautengen Anzug entlang stolzierte, am Ende anhielt und sich drehte, um eine paar roboterartiger Flügel zu zeigen. Die Menge brach in oohs und aahs und das Blitzen von Kameras aus.
"Ich sage Ihnen etwas," sagte Sakyou langsam, während er gleichzeitig im Geist Pläne schmiedete, sich nach dem Ende der Show an das Model heranzumachen, "Ich bin heute in großzügiger Laune, also werden Sie das Folgende tun. Sie werden mir den gesamten Profit der Steine überweisen, die Sie bereits verkauft haben. Dann werden Sie mir morgen den Rest der rückständigen Zahlungen überweisen. Da sie es geschafft haben, gestern ein Dutzend der Steine zu beschaffen, vertraue ich darauf, dass sie den Trick heute wiederholen können."
"Aber -"
"Auf Wiederhören."
Und dann war die Leitung unterbrochen. Tarukane starrte verbittert auf das Telefon und wünschte sich aus seinem ganzen schwarzen, bösen kleinen Herzen, dass Sakyou tot umfallen möge. Dann klopfte es ein drittes Mal.
"WAS WILLST DU!" schrie er.
Die Tür öffnete sich und ließ seine Sicherheitschefs ein. Miyuki sah verlegen aus, dass sie Tarukane zu einem schlechten Zeitpunkt erwischt hatte; Inmaki hatte natürlich den größten Teil seines Gesichts hinter diesem lächerlichen Umhang verborgen, so dass man seinen Gesichtsausdruck unmöglich erkennen konnte. Der kleine Freak benutzte die Deckung wahrscheinlich, um ihm die Zunge herauszustrecken oder etwas Ähnliches. Der Gedanke half nicht gerade dabei, Tarukanes Laune zu verbessern.
"Entschuldigung, Sir," sagten die beiden Youkai.
"Also, was gibt's Neues? Sind diese Kids schon tot?" fragte Tarukane in der Hoffnung, dass die Eindringlinge bei lebendigem Leib gefressen worden wären.
"Noch nicht, aber ich habe all unsere Kämpfer ausgeschickt um sie aufzuhalten," antwortete Miyuki prompt.
"Und ich habe Gokumonki im vorderen Flur platziert, wenn sie die in das Grundstück eindringen," fügte Inmaki hinzu.
Das war nicht das, was Tarukane hören wollte. "Was meinst du damit, wenn sie in das Grundstück eindringen?"
"Nun, es ist unvermeidlich," sagte Inmaki. Er ignorierte Miyukis gezischte Warnung und erklärte, "Keiner unserer normalen Kämpfer hat auch nur annähernd das Niveau des Geister-Detektivs."
Tarukane stand so schnell auf, dass sein Stuhl gegen die Wand hinter ihm krachte.
"Was für Leute schickt ihr zur Hölle da raus? Ich dachte ihr Typen wärt stark!"
"Das sind wir. Sie brauchen sich um das Kanonenfutter keine Gedanken zu machen. Sie sind nur dazu da, die Munition des Gegners zu erschöpfen, oder in diesem Fall ihre spirituelle Energie," sagte Inmaki ruhig. Tarukane sah immer noch so aus, als ob er jeden Moment durchdrehen würde, also fügte Inmaki nonchalant hinzu, "Als einen zusätzlichen Bonus haben sie dann zwölf Angestellte weniger, die sie bezahlen müssen."
"Vierzehn," flüsterte Miyuki. "Hirue und Kashiko."
Inmaki blinzelte, die Augen groß vor Überraschung. "Oh, die hatte ich ganz vergessen…"
"Ihr kümmert euch besser um diese Kids, oder niemand wird bezahlt!" rief Tarukane und erschreckte damit die beiden Youkai. "Und wenn ihr diese Kids auf mein Grundstück last, ziehe ich euch die entstehenden Schäden vom Gehalt ab! Jetzt verzieht euch zur Hölle nochmal aus meinem Büro!"
"Sir!" sagten Miyuki und Inmaki gemeinsam. Die beiden Youkai verließen hastig die Räumlichkeiten.
Tarukane starrte ihnen wütend nach, die Augen zu Schlitzen verengt. Als er sich sicher war, dass sie fort waren, nahm er sein Telefon wieder auf und drückte die Schnellwahltaste.
"Sakashita," murmelte er. "Bewegen Sie ihren Hintern hier rauf, pronto. Mir müssen uns noch einmal mit Yukina 'unterhalten'."
Irgendwo im Wald ließ ein lautes glückliches Quietschen die Vögel aufflattern und sich beieinander beschweren, wie unhöflich diese Neuankömmlinge waren.
"Wir sind fast da!" gurrte Kuwabara, der in die Luft sprang und dabei mit den Füßen wackelte. "Ich kann es fühlen! Meine Liebste, wir kommen dir zur Hilfe! Heheeeee!"
"Wie hat er das gemacht?" fragte sich Yusuke. Natürlich bezog er sich darauf, wie Kuwabara es geschafft hatte, lange genug in der Luft zu bleiben, um mit den Füßen zu wackeln. "Das ist grundlegende Physik, Mann. Menschen können nicht so einfach schweben, sie müssten… die Schwerkraft überwinden, oder sowas …"
"Könnte es die Macht der Liebe sein?" schlug Botan hingerissen vor, während sie mit den Händen in Richtung eines eingebildeten Hintergrunds voller Herzen und Putten und Bannern gestikulierte, auf denen Macht der Liebe stand. Yusuke knurrte wie ein zorniger Tiger und stapfte festen Schritts durch besagten nicht vorhandenen Hintergrund, warf ihn quasi um und riss ihn in Fetzen.
"Nein! Keine Macht der Liebe! Mir reicht's mit dieser Erklärung! Ich schwöre, wenn ich sie noch einmal hören muss, haue ich jemandem eine rein!"
Botan warf ihm ihren besten Hundeblick zu, aber ein lautes Piepsen von Yusukes Youkai-Kompass brach ihre Konzentration. Yusuke, Kuwabara und Botan blieben augenblicklich stehen und starrten den Pfad entlang. Ein Zug Youkai von unterschiedlicher Gestalt und Größe rannte auf sie zu, sammelte sich und bildete so eine riesige Straßensperre.
"Ich schätze mal ihr Typen seid das Empfangskomitee," sagte Yusuke, ohne eine Antwort zu erwarten.
Augen rollten, übergroße Zungen fielen aus blöde grinsenden Mäulern und Köpfe drehten sich in Winkeln, zu denen eigentlich nur eine Eule in der Lage sein sollte. Yusuke verstand das als ja, armseliger Mensch, jetzt sei bereit, gefressen zu werden.
"Es gibt schon eine Menge von ihnen," sagte Botan angespannt.
"Keine Angst!" sagte Kuwabara und hob das Schwert, das er zustande gebracht hatte, während Yusuke in eine andere Richtung gesehen hatte. "Ich, Kazuma Kuwabara, werde alle Widerstände überwinden, den auf meiner Seite steht die Macht der—"
Einer der Youkai flog prompt zurück, Blut, Zähne und Funken strahlend blauer Energie in weitem Bogen hinter sich her ziehend. Alle Augen in der Gegend (deren Gesamtzahl sich auf 57 belief) blinzelten erstaunt in Richtung des toten Youkai. Dann richteten sie sich langsam wieder auf die Stelle, an der er gestanden hatte.
"Ich hab' dir gesagt, dass ich jemanden eine runterhauen würde," erklärte Yusuke unnötigerweise. "Sei bloß froh, dass du es nicht warst, Kuwabara."
"Hey!"
Aber das war alles, das Kuwabara sagen konnte, ehe die Youkai sich aus der erstaunten Starre lösten. Sie sprangen auf die Menschen zu, sechs griffen Yusuke an und fünf kamen auf Kuwabara zu.
Wie immer war Yusuke mehr als bereit, jemandem ordentlich in den Hintern zu treten. Er nahm eine Verteidigungshaltung ein und blockte den Schlag eines großen, drahtig aussehenden grünen Youkai mit Leichtigkeit ab. Yusuke konterte mit einem Schlag seiner mit spiritueller Energie aufgeladenen Faust, die schwer gegen den Kiefer der übergroßen Bohnenstange traf, und schlug ihn bewusstlos. Das störte den zweiten Angreifer, einen stämmigen, muskulösen Schweine-Youkai offenbar nicht, der mit einem Schwung seiner schweren Axt auf Yusukes Hals zielte. Offenbar hoffte er, dem Geister-Detektiv den Kopf abschlagen zu können, während der noch abgelenkt war. Yusuke drehte sich rechtzeitig, um die Axt auf sich zukommen zu sehen und duckte sich hastig.
Whoa! Yeah, okay, das wäre ärgerlich geworden, dachte er bei sich selber. Yusuke ließ sich in eine kauernde Stellung fallen und ließ sein rechtes Bein in Richtung der Knöchel des Axtkämpfers vorschnellen und fegte ihm die Füße unter dem Körper weg, wodurch der Schweine-Youkai mit einem zufrieden stellenden Krachen zu Boden ging. Die Drehbewegung des Tritts weiterführend setzte Yusuke seinen rechten Fuß auf den Boden, sprang wieder auf und nutzte den entstehenden Schwung, um mit seiner linken Ferse einem dritten Youkai in den Magen zu treten.
Verglichen mit Yusuke war Kuwabaras Vorstellung irgendwie weniger beeindruckend. Er schaffte es, dem ursprünglichen Angriff zu entgehen, indem er von der schartigen Klinge des Speers seines ersten Gegners weg tauchte, aber die anderen vier Youkai waren augenblicklich über ihm und deren Angriffe kamen für ihn zu schnell um sie kontern zu können.
"Hey—hört auf damit—fünf gegen eins ist nicht fair!" protestierte Kuwabara zwischen ungeschickten Abwehrbewegungen und seltsamen, pirouettenartigen Ausweichmanövern.
"Komm schon, Kuwa! Du kannst diese fiesen Youkai besiegen! Zeig ihnen, was die Macht der Liebe tun kann!" rief Botan wie eine Trainerin während eines Sportereignisses.
Kuwabaras Augen weiteten sich.
"Du hast Recht! Meine wahre Liebe zählt auf mich!" erklärte er. Seine Augen bekamen einen fieberhaften Glanz und Dampf quoll aus seinen Nasenlöchern. (Vermutlich bedeutete das, dass die Feuer der Leidenschaft in ihm brannten, aber es könnte genauso gut sein, dass die kalte Luft seine Augen tränen ließ und seinen Atem in Nebel verwandelte.) Mit neu gefundener Motivation fing Kuwabara an, wie ein Wahnsinniger auf die Youkai um ihn herum einzuschlagen.
"MIR AUS DEM WEG, IHR— IHR—"
"Anstandswauwaus," schlug Yusuke beiläufig vor.
"An—" Kuwabara bremste sich selbst mitten im Wort und knurrte zornig. Er schlug zwei der Youkai gleichzeitig zu Boden und drehte sich um, damit er Yusuke anschreien konnte. "DU HALT DICH DA RAUS, URAMESHI!"
Yusuke grinste und Botan rollte übertrieben mit den Augen, während sie so tat als ob ihr der Ausbruch peinlich wäre, obwohl sie ebenfalls lächelte. Unnötig zu sagen, dass das Team bester Laune war.
Hätten sie gewusst, dass sich kaum einen Kilometer entfernt gerade eine Gefängnistür knarrend geöffnet hatte, wären sie möglicherweise etwas zurückhaltender gewesen. Yusuke wäre vielleicht bestürzt darüber gewesen zu wissen, dass während er einem Youkai nachjagte, ihn beim langen, hellen Haar ergriff und seinen Kopf grob zurückzog, dasselbe mit Yukina in ihrer Zelle geschah. Kuwabara, der mit einem Schwert, das sowohl brannte als auch schnitt, auf seine Gegner einschlug, hatte keine Ahnung, dass Yukinas Arme mit den Kanten von Bannzetteln zerschnitten wurden, die jeden kleinen Schnitt Blasen werfen und aufplatzen ließen. Während Botan auf und ab sprang und begeistert jubelte, als der letzte Youkai seinen Todesschrei ausstieß, kreischte Yukina in Höllenqualen.
Und als der Kampf vorbei war und Kuwabara stolz erklärte, dass keine Macht des Universums ihn Davon abhalten konnte, seine Geliebte zu retten, konnte er nicht wissen, dass Tarukane Yukinas Gesicht mit der Hand ergriff, ihr direkt in die Augen sah und ihr sagte, dass sie sterben würde, blutend und brennend und alleine.
Aber man konnte dem Detektivteam nicht die Schuld daran geben, dass sie nichts Davon wussten. Sie waren schließlich nicht allwissend.
Yusuke sah mit einem leichten Stirnrunzeln auf die Körper, die um ihn herum lagen.
"Also das war fast zu einfach," sagte Yusuke. "Warum haben sie sich bloß mit diesen Knalltüten abgegeben?"
"Sie wussten offensichtlich nicht, mit wem sie es zu tun hatten!" brüstete sich Kuwabara.
"Denkst du, das ist es so einfach?" Yusuke sah von Kuwabara zum Weg der vor ihnen lag. Der Wald verdeckte einen Großteil seines Blickfelds, aber er konnte gerade so eben noch eine große Mauer voraus erkennen. "Ernsthaft Mann, ich habe ein schlechtes Gefühl …"
Botan strahlte und ließ ihr Ruder aus der leeren Luft erscheinen.
"Nun, wenn du dir solche Sorgen machst, warum lässt du mich dann nicht vorausgehen und den Ort ausspähen?" schlug Botan vor. Sie hüpfte auf ihr Ruder und erhob sich über die schneebedeckten Baumkronen. "Bin gleich zurück!"
Yusuke stopfte die Hände in die Taschen und sah der fort fliegenden Botan nach.
"Ich dachte du bist angeblich Mr. Empfindsam," sagte Yusuke verwirrt. "Willst du mit wirklich sagen, dass du nichts auffangen kannst, was von diesem Ort ausgeht?"
"Hm? Oh, es gibt da drinnen drei mächtige Youkai," sagte Kuwabara in dem Tonfall von jemandem, der sich gerade an einen Gegenstand auf seiner Einkaufsliste erinnert.
Yusuke entgleisten die Gesichtszüge, dann sprang er auf die Füße und schrie seinem Freund ins Gesicht: "Und Du warst nicht der Meinung, dass du das erwähnen solltest! Was hattest du vor, uns da völlig ahnungslos reinlaufen lassen? Was ist los mit dir?"
Kuwabara blinzelte auf den zornigen Detektiv hinunter. Er verstand offenbar nicht, was er falsch gemacht hatte. "Ich hab' dir gesagt, dass mich keine Macht des Universums aufhalten kann."
"Oh yeah, das ist los," Yusuke verdrehte die Augen. "Jesses. Memo an mich, verlieb dich bloß nicht, sonst mach deine spirituelle Wahrnehmung pfft."
"Yep," sagte Kuwabara leichthin. Er steckte seine Hände in die Taschen und fing an, den Pfad entlang zu gehen. "Und für dich wäre das eine Verbesserung."
"Leck mich!" rief Yusuke und joggte ihm hinterher.
Hoch über Tarukanes Anwesen kurvte Botan von links nach rechts durch die Luft, vollführte eine schnelle Seitwärtsrolle und hielt ihr Ruder an. Sie schnurrte praktisch während ihr langes Haar im von Schneeflocken durchsetzten Wind schwebte. Sie hielt einen Augenblick inne um ihre Lungen mit Bergluft zu füllen und seufzte glücklich.
"Ahhh… Die Luft hier draußen ist so schön," murmelte sie. Und das war sie. Sie hatte seit Jahren keine menschliche Gestalt mehr angenommen und hatte daher seit Jahren nicht mehr geatmet, aber jetzt wo sie echte, physische Atemwege hatte, wusste sie den Unterschied zwischen Stadt- und Landluft zu schätzen. Es gab einfach keinen Vergleich zwischen dem heißen Smog in Tokyo und der kühlen, frischen Wildnis. "Zu schade, dass sie an diesen Typen verschwendet ist," murmelte Botan und sah auf das Herrenhaus hinunter. Sie hob ihr Handgelenk um den Youkai-Kompass auf angezeigte Werte zu prüfen.
BUMM.
Sobald sie die Explosion hörte, setzten reine Überlebensinstinkte ein: Botan rollte sich zu einer Kugel um ihr Ruder zusammen, drehte das Gesicht von der Druckwelle weg und benutzte ihre freie Hand dazu, ihren Hinterkopf zu bedecken. Nach ein paar Augenblicken öffnete sie vorsichtig die Augen. Die weichen weißen Schneeflocken in der Luft waren fort, ersetzt durch Stücke brennenden, verkohlten Schutts. Schockiert drehte Botan den Kopf in Richtung der Detonation. Flammen und Rauch wogten aus dem Wald empor, nicht weit von der Stelle an der sie Yusuke und Kuwabara zurückgelassen hatte.
"Yu…" Ihr blieb die Stimme im Hals stecken. Augenblicklich schoss sie auf das Feuer zu, in panischer Angst, dass sie nur noch geschwärzte Knochen von den Jungen finden würde. Was hatte sie sich dabei gedacht, sie alleine zu lassen? "Yusuke! Kuwabara!"
Eine zweite Explosion ließ sie zurück und aufwärts wirbeln, während sie sich kaum auf ihrem Ruder halten konnte. Als sie endlich die Kontrolle zurück erlangt hatte, konnte sie nur einen Feuerball jenseits der Umfassungsmauer sehen. Die Druckwelle war kräftig genug gewesen, das eiserne Vordertor in ein verbogenes Wrack zu verwandeln.
"Oh nein…" wimmerte Botan. Das hätte nicht passieren sollen. Koenma hatte ihr versichert, dass diese Mission sicher sein würde, dass es eine einfache Rettungsmission wäre. Es war in Wirklichkeit nicht einmal eine Mission, es war eher eine Runde psychologisches Training für den neuen Geister-Detektiv gewesen. Sie hätten nicht verletzt werden sollen. Sie hätten nicht sterben sollen…
Die Flammen sprühten, aber Botan bemerkte es nicht. Sie war zu sehr damit beschäftigt, den plötzlichen und niederschmetternden Verlust ihrer Freunde zu betrauern. Als eine Hülle aus blauem Licht durch das Feuer brach, blinzelte sie und hob ruckartig den Kopf. Yusuke und Kuwabara kamen völlig unverletzt aus der Feuerwand spaziert.
Botan schoss auf sie zu, sprang durch die Energiebarriere und warf sich dem Geister-Detektiv an die Brust.
"Hey—Botan—zur Hölle?" stotterte Yusuke, durch das weinende Mädchen in seinen Armen beunruhigt. Nicht dass er nicht daran gewöhnt war, dass Keiko und seine Mutter ständig bei ihm anfingen zu flennen, aber hallo, dies war der personifizierte Tod. Es war ja nicht so, dass sie Angst hatte zu sterben.
"Dämlicher, dämlicher… Trottel!" Botan löste plötzlich die gefühlsbetonte Umarmung, um Yusuke fest in die Schulter zu boxen. "Ich sagte, ich wäre gleich zurück, warum habt ihr nicht gewartet!"
"Autsch! Komm schon, zieht Keiko diese niedliches Kätzchen, verdeckte Ohrfeigen - Masche nicht schon genug bei mir durch?"
Hiei huschte, windzerzaust und zutiefst genervt, auf einen sicheren, nicht brennenden Baum.
Was war nur mit diesen Menschen los? Hat das Wort Raffinesse für sie keine Bedeutung? Selbst er hatte die in der Gegend verteilten Sprengfallen gesehen, und er war viel weiter weg gewesen als Kuwabara, als der Idiot sie ausgelöst hatte! Hiei knurrte und dachte bei sich, dass diese Mission besser ihm und Kurama hätte übertragen werden sollen. Wenn er in die Festung eines Feindes eindringen wollte, würde der Feind es erst bemerkten, wenn er nach erfolgreich abgeschlossener Mission schon lange wieder abgezogen war. Und sie würden auch nicht wissen, wer es gewesen war und wahrscheinlich erst Tage später feststellen, dass irgendetwas nicht in Ordnung war.
Hiei sandte einen vernichtenden Blick in Richtung der Menschen, die fröhlich auf dem Hauptweg entlang marschierten. Erst kündigten sie ihre Ankunft mit einem verdammten Feuerwerksspektakel an und jetzt wollten sie direkt durch die Vordertür spazieren. Vergesst es, dachte Hiei, während er sich zur Rückseite des Herrenhauses wandte. Wie erwartet gab es hier mehrere kleinere, weniger auffällige Dienstboteneingänge. Er wartete ein paar Minuten lang, und als ein Mann mit einem Sack Steinsalz auf dem Arm aus einer der Türen kam, flitzte Hiei an ihm vorbei.
Der Diener blinzelte und sah sich um. Er dachte, er hätte eine Art schwarzen Fleck aus den Augenwinkeln gesehen, aber da war nichts. Er runzelte einen Augenblick die Stirn, zuckte dann mit den Schultern und ging wie gewohnt seinen Pflichten nach.
