Und hier ist auch schon das nächste Kapitel :-) Irgendwie fällt mir beim durchlesen auf das ein wenig der 'Kick' in den Kapiteln fällt. Doch unser Fischchen kann bisher noch nicht wieder richtig laufen und so sind ihre 'Ausfälle' momentan ein wenig eingeschränkt. Aber vertraut mir das wird sich in den nächsten Kapiteln wieder ändern ;-)

Die ganze Wahrheit

Moby Dick - Krankenstation

Drei Tage hocke ich jetzt, den groß teil der Zeit allein, auf der Krankenstation. Ich kenne jede Ecke des Zimmers. Ich schließe die Augen. Links direkt neben dem Bett das Tischchen und dahinter dieses Vorhang Dings zum aufstellen ich öffne die Augen wieder... Haha recht gehabt! Wieder Augen zu. Rechts zweieinhalb Meter bis zur Tür links davon die Garderobe und davor der Tisch mit den zwei Stühlen. Augen wieder auf und... Bingo! Das Spielchen treibe ich schon seit ein paar lasse mich wieder in das Kissen sinken. Ich bin froh wenn Haruta nachmittags kommt um mir Gesellschaft zu leisten. Chichi kommt gerade für meinem täglichen Verbandswechsel und ich habe mich mittlerweile ganz gut mit dem neuen Doc angefreundet. Vor allem läuft er nicht mehr jedes mal knallrot an wenn er mich sieht. Er hat mir sogar schon die ein oder andere Geschichte über sich erzählt, wenn er hier ist. So habe ich erfahren wie er überhaupt dazu kam Arzt zu werden. Auf seiner Heimatinsel im East Blue ist er mit zwei Schwestern und fünf Brüdern aufgewachsen, die sich verständlicher Weise ständig irgendwelche Verletzungen zugezogen haben. Als zweit ältester war es seine Aufgabe mit auf die anderen aufzupassen. So hatte er sich bis zu seinem 18. Geburtstag schon gute Grundkenntnisse in Medizin angeeignet und entschied bei einem Arzt auf der Insel in die Lehre zu gehen. Scheinbar ist so was wie eine Uni in dieser Welt unbekannt... oder zumindest noch nicht erfunden! Nur die Geschichte wie er auf der Moby Dick gelandet ist will er mir nicht erzählen und er muss jedes mal ganz schnell irgendwo hin wenn ich mit dem Thema anfange. Ich habe mich entschieden ihm nicht weiter damit auf die Nerven zu gehen, denn schließlich braucht jeder seine kleinen Geheimnisse.

„Das sieht wirklich gut aus! Ich lasse den Verband ab und wenn sich bis morgen nichts verschlimmert können wir die Fäden ziehen!" beschließt der neue Doc und lächelt mir zu.

„Heißt das dann kann ich endlich hier raus?" Mir ist schon aufgefallen das in dieser Welt EINIGES etwas anders läuft und so scheinen Verletzungen hier auch schneller auszuheilen.

„Naja das kann ich nicht allein entscheiden, aber ich werde Doc Chewie fragen" Na nicht die Antwort die ich mir erhofft habe aber wenigstens ein Versuch. Der neue Doc der Moby Dick packt seine Sachen und ich bin wieder allein mit meinen Gedanken. Ich hatte viel Zeit nach zu denken und habe mit Haruta auch über die Geld Geschichte gesprochen. Sie sagte ich solle mir nicht zu viele Gedanken machen und hat mir am nächsten Tag eine Hose und ein einfaches Shirt mitgebracht. Die Sachen die ich auf Midori anhatte sind schrott. Aber ich habe darauf bestanden das Stück von dem Shirt, was ich benutzt habe um mein Bein ab zubinden, zu behalten. Auch wenn die Blutflecken selbst nach mehrmaligem Waschen nicht raus gegangen sind will ich es als Erinnerung behalten. Immerhin erlebt man nicht jeden Tag so ein Abenteuer und ich habe mit Sicherheit nicht vor das so bald zu wiederholen. Ich habe auch überlegt was ich Whitebeard sagen werde, denn auf kurz oder lang wird er mit mir sprechen wollen. Auch wenn mein Gehirn anfangs nicht begeistert war habe ich es überreden können das wir Whitebeard alles und zwar wirklich alles erzählen. Ich wage nicht den großen nach allem was er für mich getan hat anzulügen. Und dann werde ich sehen wie er reagiert, während ich so darüber nachgrüble was er mir alles antun könnte... ich muss heraus finden ob er wirklich nen Haustintenfisch hat... schaut ein bekannt grinsendes Gesicht durch das Bullauge.

„Hey Fischchen! Na bereit zum schwimmen?" und tatsächlich klettert Ace gerade von außen durch das Fensterchen in die Krankenstation.

„Du weißt schon das es eine tolle Erfindung gibt die nennt sich Tür!" grinse ich ihn an und er lacht.

„Türen sind was für Weicheier und außerdem..." er beugt sich zu mir und sein Grinsen nimmt jetzt 80 Prozent seines Gesichts ein.

„Fällt es auf wenn ich dich dadurch entführe!" Moment... was?

„Du willst..." Doch weiter komm ich nicht denn er hat mich schon über seine Schulter geworfen und schickt sich an aus dem Bullauge wieder raus zu klettern.

„BIST DU KOMPLETT DURCHGEKNALLT? Ace lass mich runter, das überleb ich nicht!" und tatsächlich als er schon mit einem Bein aus dem Bullauge geklettert ist, scheint ihm klar zu werden das ich in meinem Zustand zu keiner Kletteraktion in der Lage sein werde.

„Na gut dann eben die Langweiler Variante!" und er schleicht sich durch die Tür auf den Gang während ich immer noch wie ein nasser Sack über seiner Schulter baummel.

„Der Doc bringt mich um wenn er mitbekommt das ich weg bin" zische ich Ace zu. Obwohl ich ihn eigentlich anbrüllen wollte, habe ich es mir anders überlegt denn ich würde mir sonst wirklichen Ärger einhandeln.

„Psst sei leise sonst werden wir noch erwischt" Was fällt dem Feuerheini ein? Und ich lecke ihm über die Hand mit der er mir jetzt den Mund zu hält. Doch vollkommen unbeeindruckt wischt er sie an meiner Schulter ab und sieht verstohlen um die nächste Ecke.

„Wo willst du eigentlich mit mir hin?" frage ich ihn nachdem wir schon ein ganzes Stück tiefer in das Schiff gelaufen sind.

„Überraschung!" murmelt er leise und zwinkert mir zu. 3 Minuten später sind wir an einer kleinen Anlegestelle an der Außenseite der Moby Dick. Ace Striker wippt fröhlich vor uns auf dem Wasser und endlich lässt er mich runter. Die Anlegestelle liegt auf dem untersten Deck und ist wohl als Notausgang gedacht, denn neben Ace Striker liegen hier noch 10 andere kleine Boote.

„Das ist DER Striker!" ich komm aus dem staunen nicht mehr raus. Ich habe mir schon gedacht dass, das Ding hier irgendwo sein muss und nun schaukelt es fröhlich auf den Wellen vor mir.

„Und? Bereit für einen kleinen Ausflug?" fragt mich Ace der neben mir auf den Striker gehüpft ist und mir jetzt die Hand entgegenstreckt.

„Auf dem Teil? Klar und wie!" ich greife seine Hand und er platziert mich vor sich auf dem Sitz.

„Gut festhalten Fischchen nicht das du schwimmen gehst!" lacht Ace und lässt Flammen aus seinen Beinen schlagen und mit einem Ruck, der mich nach hinten rutschen lässt, setzt sich der Striker in Bewegung.

„Das ist ja der OBERHAMMER!" schreie ich den Wellen entgegen und der Wind peitscht mir ins Gesicht.

Der Himmel scheint mir heute besonders himmelblau und die Sonne scheint irgendwie heller als sonst.

„Wo fahren wir eigentlich hin?" ich drehe mich um und sehe in Ace rotes Gesicht. Erst jetzt merke ich das ich durch den Ruck beim Anfahren soweit nach hinten gerutscht bin das ich ihm beinah auf seinem Schoße sitze. SCHEIßE! Während sich mein Gesicht Erdbeerrötend rot färbt greife ich nach dem Sitz und ziehe mich von Ace weg ein Stück nach vorn. Was stimmt bloß nicht mir? Warum bitte springt mein Herz im Dreieck bei dem Kerl? Ich mein ich fand ihn ja ganz nett und seine Fähigkeiten sind schon ziemlich cool, aber eigentlich war ich ja schon immer irgendwie scharf auf... Zorro... dieser Muskelbepackte Schwertkämpfer mit seinem eisernen Willen... deswegen auch die Geschichte das ich Schwertkampf lernen will. Ich entscheide mich dafür die Klappe zu halten während der Striker weiter über das Meer saust. Nach zwei Minuten kommen wir zum stehen. Die Moby Dick liegt jetzt gut drei Kilometer hinter uns und schaukelt ruhig auf den Wellen. Jetzt wo wir angehalten haben scheint die Sonne stark und nur ein leichter Wind zieht über das Meer. Kleine Wellen schlagen gegen den Striker und ich fühle mich wie in einer Wiege hin und her geschaukelt.

„Und jetzt?" maule ich Ace an, vermeide aber weiterhin jeglichen Augenkontakt.

„ Warts ab!" erwidert er nur und kaum gesagt taucht direkt vor dem Striker... ist das... ein Wal? Und Tatsache taucht aus dem blauen Ozean vor uns der Rücken eines... ich glaub das könnte nen Blauwal sein... auf. Ich lehne mich zur Seite aus dem Striker um mir das Tierchen genauer anzusehen als ein paar Meter weiter eine Wasserfontäne aus dem Meer schießt.

„Das ist ne ganze Herde!" stelle ich fest und wende mich Freude strahlend an Ace.

„Und? Hat sich die Entführung gelohnt?" seinen Cowboyhut tief ins Gesicht gezogen grinst er darunter hervor.

„Aber sowas von! Das ist der Wahnsinn!" Ich wende mich wieder dem Schauspiel vor dem Striker zu und sehe jetzt überall große Wal -rücken und -flossen aus dem Meer auftauchen. Auch wenn die Riesen keinen Ton von sich geben, bin ich überwältigt.

„Können wir näher ran?" sehe ich Ace fragend an und kann mein Glück gar nicht fassen.

„Solang du mir versprichst nicht mit zu schwimmen" und er lässt die Flammen an seinen Beinen wieder aufleuchten. Die nächsten Minuten begleiten wir langsam mit dem Striker die 'Walherde' und ich schaffe es sogar einen anzufassen. Die Haut fühlt sich rau und kalt aber auch angenehm an. Ich habe das Gefühl den Puls des riesigen Meeresbewohners fühlen zu können. Wie ein Nachhal aus einer sehr, sehr viel älteren Welt. Nach einer Stunde ist das Schauspiel vorbei und die Wale tauchen tiefer in den blauen Ozean. Ich sehe ihnen solange nach wie ich kann.

„Wir sollten zurück! Der Doc läuft bestimmt schon im Dreieck und lässt das gesamte Schiff nach dir absuchen" meldet sich Ace. Wir haben die ganze Zeit kein Wort miteinander gewechselt.

„Natürlich! Scheiße! Das hab ich total vergessen!" und ich haue mir mit der Hand gegen den Kopf.

„Na dann gib mal Vollgas Herr Chauffeur!" Ich halte mich am Sitz fest, und Ace grinst. Durch den Striker geht ein doppelt so starker Ruck wie beim mal zuvor und wieder spüre ich seinen Oberkörper in meinem Rücken.

„DU SOLLST MICH ZURÜCK UND NICHT UMBRINGEN!" lache ich laut auf und auch wenn ich wieder knallrot bin macht das Ding einfach tierisch Laune.

„KANNST DU NOCH SCHNELLER?" schreie ich Ace entgegen der grinst und jetzt locker zwei ein halb Meter große Flammen aufleuchten lässt. Ich lasse zu das ich noch mehr an ihn gedrückt werde, durch das dünne Shirt spüre ich die Wärme seines Körpers im Rücken und seinen schnellen Herzschlag und als ich nach seinen Knien greife um mich richtig hinzusetzen wird das pochen noch einen Tick schneller. Was da zwischen uns ist? Ich weiß es beim besten willen nicht aber ich genieße es in seiner Nähe zu sein. Die schnelle Fahrt des Strikers verpasst mir einen Adrenalin kick und für meinen Geschmack viel zu schnell sind wir zurück auf der Moby Dick.

„FRÄULEIN DAS IST JA WOHL NICHT DEIN ERNST!" mit hochrotem Kopf schreit mich der Doc an. Ich stehe verlegen in der Tür. Ace hat mich davor abgesetzt und der Brandleger hat sich aus dem Staub gemacht als er gesehen hat das der Doc in meinem Zimmer ist. 'Na warte Freundchen, das gibt Rache!'. Chichi hilft mir zurück ins Bett.

„Hast du eigentlich eine Ahnung was für Sorgen wir uns gemacht haben?" Doc Chewie schreit mich weiter mit puterrotem Kopf an.

„Ich... ich wollte nur eine kleine Luftveränderung!" leise spreche ich diese Worte aus und bereue es im nächsten Moment schon wieder.

„LUFT... LUFTVERÄNDERUNG? Ich glaub du hast hast sie nicht mehr alle! Überleg doch mal was alles hätte passieren können!" und auf einmal meldet sich Chichi.

„Aber Doktor verstehen sie sie doch. Sie ist seit drei Tagen hier und wollte einfach nur ein bisschen Seeluft schnuppern" tatsächlich hat er mich gerade verteidigt? Ich lerne immer mehr Seiten an dem ehemals Küchenjungen kennen, gute Seiten wohl gemerkt. Doc Chewie scheint sich wirklich zu beruhigen.

„Also schön! Wegen euch Jungspunden bekomme ich mehr graue Haare als mir gut tut. Jetzt zeig mir mal dein Bein" der Doc hat sich tatsächlich beruhigt und schaut sich jetzt mein Bein an.

„Du hast recht Chichi, die Heilung geht gut voran. Morgen ziehen wir die Fäden!" und klopft Chichi anerkennend auf die Schulter.

„Und jetzt zu dir Fräulein!" Oh, oh jetzt geht's wieder los!

„Da du ja der Meinung bist hier schon wieder herumzuhüpfen... wirst du jetzt zum Käptn gehen! Chichi du begleitest sie und sorgst dafür das sie nachher wieder in Ihrem Zimmer ist" Och nööööö! Whitebeard hat Wind von der Sache bekommen? Na schöne Scheiße und wieder hinterlässt dein Eindruck bei dem großen nur das allerschlechteste. Chichi reicht mir die Krüken und wir machen uns zu Whitebeards Kajüte auf.

„Mach dir keine Gedanken der Doc war nur besorgt" sagt Chichi als wir außer Hörweite der Krankenstation sind.

„Und ich hab mitbekommen das Whitebeard dich heute morgen schon sehen wollte und da hat Doc Chewie gesagt er würde erst mal sehen wie es dir geht" erklärt er mir weiter.

„So ist das also! Ha, der hats ja echt Faustdick hinter den Ohren und ich dachte schon jetzt bin ich fällig!" ich muss lachen und Chichi stimmt mit ein. Ich brauche dieses mal zwar etwas länger zu Whitebeards Kajüte aber ich bin immerhin schon schneller als noch vor drei Tagen. Chichi verspricht draußen auf mich zu warten und ich betrete die Kajüte. Das übliche Energiesparlicht leuchtet und Whitebeard sitzt nachdenklich auf seinem Sessel/Thron Ding. Ich räuspre mich vorsichtig und der große lächelt breit als er mich sieht.

„Ava! Ich bin so froh dich zu sehen, wie geht es dir? Was macht das Bein?" Ich lasse mich auf einen Sessel fallen und lächle.

„Danke, danke sehr gut!" Ich erinnere mich als ich das erste mal hier war und wie viel Panik ich hatte. Natürlich habe ich noch immer mächtig Respekt vor einem der vier Kaiser der Meere, aber mir schlottern nicht mehr die Knie. Ich komme auch jetzt das erste mal dazu mich wirklich umzusehen. In Whitebeards Kajüte steht dieser Riesensessel und der auf dem ich sitze, aber außer sonst einem Tisch, zwei Stühlen und etwas das wie eine Leselampe aussieht ist der Raum ziemlich leer. Wo schläft der denn und so? Frage ich mich als mein Gehirn mich an etwas erinnert 'So Ava diesmal aber das wichtigste zuerst!' .

„Ich will mich bedanken! Sie haben nicht nur die Jungs geschickt um mich da raus zu boxen sie haben auch noch umgedreht und sind meinetwegen nach Midori zurück gekehrt und haben auch noch auf mich gewartet. Ich weiß nicht wie ich das jemals zurück zahlen kann." Ich schaue Whitebeard fest in die Augen und er lächelt mich liebevoll an.

„Mach dir deswegen keine Gedanken kleine Ava! Wir lassen niemanden unserer Familie einfach so zurück, wenn wir wissen das sie in Lebensgefahr schweben" Fam...Familie? Zählt er mich wirklich zur Familie?

„Und jetzt erzähl mal wie du eigentlich in diesen Schlamassel geraten konntest" ich atme tief ein und sammle meine Gedanken. Du hast es dir vorgenommen also halt dich jetzt auch dran!

„Ich muss mich als aller erstes bei ihnen entschuldigen" erkläre ich, und Whitebeard sieht mich mit großen Augen an. Jetzt komm schon krieg die Zähne auseinander!

„Ich war nicht GANZ ehrlich was meine Herkunft betrifft" und ich fange an zu erzählen und erzähle wirklich ALLES von dem Plan in meiner Welt, das Zugunglück und dem Spiegel, wie ich auf dem Marineschiff gelandet bin und was auf Midori passiert ist. Bei der Geschichte mit dem alten Bibliothekar huscht dem großen ein lächeln übers Gesicht doch ansonsten unterbricht er mich nicht ein einziges mal. Ich erzähle von Jimmy, den Baroque Agenten, unserer Flucht und der Rettung durch die Jungs. Draußen beginnt die Sonne unter zu gehen doch Whitebeard hört mir immer noch still und nachdenklich zu.