Was genau beim Spiel passierte, wurde später als unwichtig für die Handlung des Buches gestrichen. So erinnerte sich Heini als nächstes nu daran, wie er mit seinen Freunden zurück zum Zeltplatz unterwegs war, als – ja, als… als sie am Rand des Zeltplatzes waren, stand dieser völlig unter Wasser, das bei näherer Betrachtung Tee war.
„Diese verdummten Todschlucker," schimpfte Herr Wiesel.
„Aber woher will er den wissen, dass das die Todschlucker waren?" fragte Heini leise Gudmiene. „Es soll ja auch noch andere Leute geben, die Tee trinken. Und ein wenig verschütten kann doch jeder mal?"
„Aber hast du den das ‚Dunkle Mahl' nicht gesehen?" entgegnete Gudmiene und deutete hoch in den Himmel, wo dunkle Nebelschwaden einen Teller mit abgenagten Knochen formten. „Das ist Werwohls Zeichen."
Heini fröstelte plötzlich, was zum einen an dem unheimlich aussehenden ‚Mahl' lag, zum anderen daran, dass er knietief im kalten Todschlucker-Tee stand.
Erstaunlicher Weise schaffte es Herr Wiesel relativ schnell, einen Transport für den Rückweg zu organisieren und alle reisten eilig weiter zum Haus der Wiesels.
Die nächsten Tage verliefern für alle in den üblichen Bahnen. Heini träumte davon, wie er dieses Jahr in Quetschmich siegen würde. Gudmiene machte haufenweise Notizen und spekulierte über den Verlauf des Buches. Ronny träumte davon, endlich einmal eine wirklich nützliche und bedeutende Rolle im Buch zu haben und Whiskey zog sich beleidigt zurück, da sie ahnte, dass ihre Rolle noch unbedeutender sein würde, als die von Ronny.
So vergingen die Ferien und alle Schüler machten sich auf die Rückfahrt zur Schule. Die Regionalbahn war wie immer verspätet, doch sonst geschah auf dem Weg zur Schule erstaunlich wenig.
Schorsch und Friedrich nahmen in einem der Abteile Wetten an auf alles Mögliche an, was sich so im Laufe des Schuljahres oder des Buches ergeben könnte.
Dann gab es noch ein kleines Zusammentreffen von Heini mit TschuTschu, der Versucherin von Rabegeklaut, welche ihren Versucher-Charme derart geschickt einsetze, dass Gudmiene und Ronny erst einmal Heini den Kopf wieder zurechtrücken mussten – und in ein unbeobachteten Moment kurz aus dem Abteil huschten, um ihre zuvor auf Heini abgeschlossenen Wetten heimlich auf TschuTschu umschreiben zu lassen.
Als die Hochwärts erreichten, fand dort das übliche Fest zum Schulanfang statt. Zuerst wurden die neuen Schüler eingeteilt. Interessanter Weise hatten die vorherigen Heini-Tupper-Geschichten eine verheerende Wirkung auf die neuen Schüler:
Waren zuvor noch Griffinsklo oder Schließmichein die beliebtesten Häuser, da dort alle Schüler waren, die entweder für oder gegen Heini waren, so wollte nun kaum noch ein Schüler freiwillig in diese Häuser eingeteilt werden, da jemand das Gerücht gestreut hatte, in diesen Buch würde es Tote geben.
Da es nahe lag, dass es sich nur um Freunde oder Feinde von Heini – schließlich ist das ja SEIN Buch – handeln konnte, galten Rabegeklaut und Ohrenmuff als sichere Überlebenschance. Ja, selbst die Langweiler von Ohrenmuff waren plötzlich hoch angesehen.
Nach der Einteilung der Schüler erhob sich Dummwietür und trat vor, um seine Rede zu halten. „Blubbeldiwup Di-Dub," sagte er und setzte sich wieder. Alle starrten ihn verwirrt an, doch da nun auch endlich das Essen auf den Tischen erschien, fragt keiner mehr nach.
Mitten im Festschmaus öffnete sich die große Tür, die in die verschlungenen Gänge führte. Ein Mann kam herein um hüpfte fröhlich pfeifend zum Lehrertisch an den er sich setzte.
„Das ist Musauge Muti," staunte Ronny. „Der hat mal im Ministerium gearbeitet, aber dann soll er völlig durchgedreht sein."
„Was hat der den da in seine, Gesicht?" fragte Heine überrascht. Mutis Gesicht selbst war es nur bedingt, was Heini und andere Schüler irritierte. Statt seinem rechten Auge, sah man den Boden eines zu etwa ¾ gefüllten Marmeladenglases.
„Was glaubst du, warum man ihn Musauge nennt?" fragte Ronny zurück.
„Aber das ist doch Krank," warf Gudmiene ein.
„Wen sagst du das, diese Autoren sind halt so," bestätigte Ronny.
„Autoren? Du meinst wohl Auroratoren, die im Ministerium dafür sorgen, dass es auch eine neue Morgendämmerung gibt? Das so eine Art Schutzpolizei gegen böse Zauberer, welche die Welt zerstören wollen, wie Wolltemord? Für die hat Muti doch gearbeitet," korrigierte Gudmiene.
„Nein, ich meinte nicht Muti, sondern den Schreiberling, der das hier verzapft – den Autor," erklärte Ronny.
„Ah-so!" Das leuchtet auch Gudmiene ein und sie machten sich weiter über das Essen her.
