Police Station
Twelfth Precinct Homicide Squad,
Madison Street, Manhattan
New York

Als die Detectives und Castle wieder im Revier eintrafen, wartete Cpt. Montgomery und ein Fremder Mann auf sie. Kate ging zu ihnen und stellte sich vor. Der Mann reichte Kate seine Hand: „ Ich bin Dorain Gorcyzka."
„ Haben Sie die Leiche schon gesehen?" fragte Kate.
„ Ja, das ist auch das Problem. Es handelt sich um eine Mitarbeiterin der OSZE. Sie war sehr ehrgeizig, sagten mir ihre Kollegen."
„Ich wusste nicht das die OSZE sich in dieses Milieu einschleust."
„ Machen Sie auch nicht, aber Ewa hat es auf eigene Faust getan." Dorain überreichte Kate ein Blatt, sie schaute kurz darauf und sah in das Gesicht einer jungen Frau. „ Ich danke Ihnen, Mister Gorcyzka. Meine Leute und ich werden den Fall so schnell wie nur irgend möglich lösen." Sie wollte sich gerade verabschieden, als Dorain sie aufhielt. „ Warten Sie, das muss Diskret verlaufen, ich befürchte sonst dass man auch die anderen Mädchen töten würde." Beckett nickte ihm zustimmend zu und ging.
An ihrem Schreibtisch warteten die Anderen, Kate reichte Ryan das Blatt. „ Ähm, es handelt sich um Ewa Jalowy. Sie kommt aus oder kam aus der Stadt Konin in Polen."
„ Sie hat für die OSZE gearbeitet, sie fand die Arbeit dort wohl nicht angemessen genug, deshalb schleuste sie sich in den Mädchenhandel ein. Ich glaube man hat Sie enttarnt und deswegen getötet." sagte Kate.
„ Und was jetzt? Wir haben trotzdem keine Beweise." stellte Javier frustriert fest. „ Schicken Sie das Bild von ihr an die Presse, vielleicht hat jemand Sie gesehen." Die beiden Detectives nicken kurz und gingen.
„ Und jetzt?" fragte Castle verwirrt. „ Jetzt werde wir uns an das ICE wenden und hoffen das Sie vielleicht ein paar Informationen haben."

ICE (Immigration and Costums Enforcement)
New York Field Office,
26 Federal Plaza, Rm 1105
New York

Beckett und Castle öffneten die Tür zum ICE Gebäude. Die Eingangshalle war kahl und leer, eine Art Rezeption zierte diese. Ein junger Mann saß dort und las ein Buch, Kate und Richard liefen auf ihn zu. Genervt legte der Mann sein Buch weg und blickte zu den Störenden. „ Kann ich Ihnen weiter helfen?"
Kate zückte ihre Dienstmarke: „ Ja, ich bin Detective Kate Beckett NYPD. Ich suche einen verantwortlichen Special Agent, welcher sich um Mädchenschmuggel kümmert."
„ Haben Sie einen Termin?"
Castle schaute sich den Mann genauer an und antwortete schnippisch: „ Haben Sie nicht zugehört! Wir haben keinen Termin."
„ Und Sie sind?" Kate fasste Castle am Arm um ihn zu beruhigen. „ Er ist ein Berater."
„ Pfeifen Sie ihn lieber zurück oder ich bin gezwungen ihn herauswerfen zu lassen." Er grinste gewinnend zu Castle, dieser blickte verachtend zurück.
„ Ok warten Sie hier, ich hole einen Agent." Kate zog Castle mit sich in eine kleine Sitzecke. „ Beruhig dich Richard." Abrupt blickte er in ihr Gesicht und Freude sich innerlich. „ Dieser Blödmann raubt uns die kostbare Zeit."
„ Ich weiß, trotzdem überlass das Reden besser mir."
Richard überlegte fieberhaft ob es jetzt eine gute Gelegenheit war sie zu fragen, ob sie mit ihm essen gegen würde. Er wollte es jetzt wagen, mehr als ein nein konnte sie nicht sagen. „ Wollen wir heute Abend essen gehen?" Innerlich schlug sich Castle für diese dumme Frage, aber konnte einfach nicht um den heißen Brei reden, zumindest nicht in ihrer Gegenwart. Er blickt sie eindringlich an und hoffte sehnlichst das sie ja sagen würde. Kate öffnete kurz ihr Lippen um zu sprechen, doch plötzlich stand sie auf und schaute über Castle, dieser drehte sich verwirrt um und entdeckte einen Mann im Anzug, welcher sich zu ihnen bewegte.
„ Detective Beckett, ich bin Special Agent Andrew Starr. Wie kann ich Ihnen weiter helfen?" während er sprach reichte er Beckett die Hand. Special Agent Starr lief um die Couch herum und begrüßte auch Castle, danach setzte er sich neben ihn und blickte zu Kate. „ Wir haben heute Morgen dieses Mädchen tot aufgefunden." Sie überreicht ihm das Blatt mit Ewa Jalowys Daten. „ Sie wurde erdrosselt. Die Tat sollte mit einem Genickschuss vertuscht werden. In ihrem Blut wurden Betäubungs- und Schmerzmittel gefunden."
Andrew Starr las sich den Bericht durch und nickte nur. „ Also Detective, wenn ich etwas höre sage ich Ihnen sofort Bescheid."
„ Agent Starr, ich bitte um Diskretion. Der Fall wurde mir übertragen, auch die polnische Botschaft ist eingeweiht. Ich will mich mit niemanden herumstreiten, wer diesen Fall schneller und besser lösen kann. Wir sind ein Team." Special Agent Andrew Starr nickte verhalten und verabschiedete sich von ihnen.
„ Ein netter Mann." spottete Castle, während beide das Gebäude verließen
Die Fahrt zurück verlief ruhig, zu ruhig wie Castle feststellen musste, er wartete immer noch auf eine Antwort. Er blickte sie an und räusperte sich etwas lauter.
Kate schielte kurz zu ihm, achtete gleichdarauf wieder auf die Straße. „ Ok wo wollen Sie hingegen?"
„ Ich dachte mir in das Le Bernardin."
„ Ein bisschen Teuer für mein Geschmack."
„ Ich lad dich ein, für ein Cordon bleu reicht mein Geld noch." Richard grinste sie frech an.
„ Bin dabei, wenn…."
„ Warum muss immer das Wenn kommen?" Castle schüttelte gespielt empört seinen Kopf.
„ Wenn, aber die ICE oder sonst wer neue Spuren für uns hat, gehen ich denen lieber nach. Ok?"
„ Natürlich, Detective Beckett." Er kramte in seiner Innentasche herum und holte sein Handy heraus. „Hallo, ich würde gern einen Tisch für Zwei reservieren. So gegen acht, auf Richard Castle. Danke."
Richard steckte sein Handy wieder weg, plötzlich schlug er sich an die Stirn. „ Mist!" verwirrt blickte Kate zu ihm: „ Was ist?"
„ Ich hab vergessen zu sagen, dass wir ungestört sein wollen." Kate blickte unsicher zu ihm, sein ernstes Gesicht wich diesem unnachahmlichen Castle Grinsen. Sie stupste ihm an und schüttelte nur ihren Kopf.

Police Station
Twelfth Precinct Homicide Squad,
Madison Street, Manhattan
New York

Im Revier angekommen, warteten ein Mann und eine Frau auf Detective Beckett. Beide saßen aufgeregt an Becketts Tisch und schauten zu Kate und Castle. Als diese näher zu Tisch kamen, stand der Mann auf und reichte Kate die Hand. „ Detective Beckett? Ich bin Jake Kirshwood und das ist meine Kollegin Sara Donovan."
„ Sie sind von der OSZE, oder?" Ein zustimmendes Nicken war die Antwort.
„ Haben Sie sich die Akte schon angeschaut?"
„ Ja, wir haben uns gleich darauf an Europa gewendet. Sie wussten nicht dass Ihre Mitarbeiterin Ewa Jalowy auf eigene Faust handeln würde. Bevor Sie verschwand hatte Sie einer Kollegin Informationen anvertraut."
Kirshwood blickte zu seiner Kollegin, welche daraufhin seinen Bericht beendete. „ Die OSZE in Polen hatte seit geraumen Zeit immer mehr Verdächtige, als Ewa sicher war das die Mädchen bald in die USA geschmuggelt werden sollten, ersuchte Sie Hilfe von den Behörden, doch niemand konnte eingreifen. Es gab keine Beweise, nur Vermutungen. Doch in ihren Informationen standen Namen der Verdächtigen. Es müssen sich nicht um die wahren Namen handeln, doch wissen wir mit Sicherheit dass der Schmugglerring hier in New York ist. Den Informationen nach soll nach ein Transport von tschechischen Mädchen erfolgen."
Kate hatte sich während der Ausführungen hingesetzt und alles Wichtige in ihren Notizblock geschrieben.
„ Wissen Sie auch wann der Transport stattfinden soll?"
„ Es sollte nach den Informationen gerade im Gange sein." antwortete nun Kirshwood wieder. Seine Kollegin kramte in ihrer Tasche herum und holte einen kleinen Schreibblock heraus, behänd überreichte sie diesen Kate.
Es standen mehrere Namen darauf, doch nur einer wurde doppelt unterstrichen. „ Dieser Name hier, warum wurde er unterstrichen?"
„ Wir glauben, dass die Schmuggler diese Namen als Tarnung hatten. Ewa dachte wohl das dieser." Kirshwood tippte auf den unterstrichenen Namen: „ ein richtiger Name ist. Wie Sie darauf gekommen ist, können wir Ihnen leider nicht beantworten." Kate nickte und tippte den Namen Luíz de Lima in ihren Computer ein.
„ Mehr konnten wir Ihnen leider nicht geben."
„ Haben Sie vielleicht Vermisstenfälle in Polen und Tschechien?" fragte Castle beiläufig. Leicht überrascht schauten die Beiden OSZE Mitarbeiter zu ihm. „ Natürlich, die neusten Fälle werden uns übermittelt. Das dauert aber seine Zeit."
„ Danke für ihre schnelle Hilfe, vielleicht bringt uns dieser Name weiter." Sagte Kate und reichte ihre Hand Jake entgegen. Sie verabschiedeten sich und gingen immer noch geknickt, durch den Mord einer Kollegin, aus dem Polizeirevier.

„ Denkst du wirklich dass der Name echt ist?" Kate blickte starr auf den Monitor und wartete auf die Informationen, solange welche vorhanden waren.
„ Ich denke schon, hast du dir die anderen Namen angeschaut?" sie schob den Zettel zu ihm. „ Das sind alles Namen von Persönlichkeiten aus der Geschichte. Ich glaube auch dass es nicht soviele Personen sind. Sie haben einfach immer verschiedene Namen benutzt und Ewa hat sie alle aufgeschrieben."
Als Castle die Namen las verstand er ihre Überlegungen.

Iwan Wassiljewitsch
John Demjanjuk
Nechtan
„ Und du denkst das waren nicht zwei, sondern nur einer?"
„ Ja, die ersten beiden Namen verbinde ich mit „ der Schreckliche". Iwan ist der russische Zar aus dem 16. Jahrhundert und John Demjanjuk war in der Hilfstruppe der SS in Treblinka. Er wurde von den Häftlingen als Ivan der Schreckliche bezeichnet."
„ Und was bedeutet der Name Nechtan?" fragte Castle verwirrt.
„ Keine Ahnung, aber dafür gibt es ja Google."
Kate tippte den Namen ein und fand einige Artikel, Castle schob seinen Stuhl näher zu ihr und blickte über ihre Schulter. Sein warmer Atem streifte ihren Nacken und ließ sie frösteln. Leise las er einen Artikel durch, sein flüstern drang an Kates Ohr und machte sie wahnsinnig.
Nechtan ist eine keltische Sagenfigur und heißt „ schrecklich."
„ Du hattest recht mit deiner Vermutung. Und wie sieht es mit den anderen drei Namen aus?"
Kate drehte leicht ihren Kopf zu ihm und wurde sich seiner Nähe bewusst. „ Die Namen kennst du nicht? Das schockiert mich jetzt, hast du nie im Geschichtsunterricht zugehört?"
„ Mhh." verträumt schwelgte er in Erinnerungen. „ Ich hab schon verstanden, du hattest eine Lehrerin."
„ Yar, das stimmt, aber ich habe mir gerade vorgestellt wie du an eine Tafel schreibst, in einem kurzen Ro…"
„ Castle!" Kate errötete und drehte sich von ihm weg.
Richard blickte noch einmal auf den Zettel.

Hannibal Gisko
Hannibal Barkas
Heinrich Hannibal
„ Die Namen kenn ich zufällig." Castle blickte Kate amüsiert an und grinste. Kate räusperte sich und wollte gerade etwas sagen, als plötzlich ein Piepen ihre Aufmerksamkeit auf sich zog. Das Suchprogramm hatte tatsächlich etwas über Luíz de Lima gefunden. Kate ließ die Akte ausdrucken und schaute sich das Bild von Luíz an.
„ Ein Liebling jeder Schwiegermutter." stellte Castle belustigt fest.
„ Er wurde wegen illegalen Waffenbesitzes festgenommen und bekam 4 Jahre dafür. Jetzt ist er seit 2 Jahren wieder frei."
Castle beugte sich näher zu ihr und roch ihren außergewöhnlichen Geruch nach Kirschen. „ Gibt es auch eine Adresse?" fragte plötzlich Esposito. Castle und Beckett erschraken und drehten sich abrupt um. Ryan und Esposito standen direkt hinter ihnen und grinsten. „ Haben wir euch gestört?"
„Ja."
„Nein." Kate schaute Castle daraufhin verwirrt an.
Javier blickte auf die Akte und entdeckte die Adresse von Luíz de Lima. „ Wollen wir gemeinsam ihm einen Besuch abstatten?" Kate und Richard stand auf und zogen sich ihre Jacken an. Zusammen verließen sie das Revier und fuhren zu Luíz.

Downtown Brooklyn
Johnson Street/ Lawrence Street, Brooklyn
New York

Das Gebäude in, welchem Luíz de Lima wohnen sollte, war heruntergekommen und schäbig. Alle schnallten sich ihre Schutzwesten um, Esposito lud seine Schrotflinte auch Kate und Kevin entsicherten ihre Waffen. Javier war der erste, welcher die Treppen nach unten lief. Der Verdächtigte wohnte angeblich im Keller, Ryan versuchte mit seiner Taschenlampe das muffige Treppenhaus zu erleuchten. Kate drückte auf den Lichtschalter doch die Lampen blieben aus, auch sie zückte ihre Taschenlampe. Sie drehte sich vorsichtshalber zu Castle um und fragte ihn stumm, ob er mitgehen wollte. Er nickte ihr zu und konzentrierte sich auf die Dunkelheit.
Als Javier den Treppenabsatz erreichte stand er direkt vor einer Tür, Sekunden später waren auch die anderen da. Er nickte kurz und klopfte mit ganzer Kraft an. „ Polizei! Öffnen Sie die Tür, Luíz!" Kein Mucks drang aus der Wohnung, Javier ging zwei Schritte zurück und rammte die Tür, mit einem lauten krachen flog diese aus den Angeln. Ryan rückte schnell vor um Javier zu schützen, Kate und Castle bildeten das Schlusslicht.
Die Wohnung war nicht groß und hatte nur drei Zimmer. Kevin durchsuchte das Bad, Javier die Küche. Kate und Richard sicherten das Wohn/Schlafzimmer, doch niemand war da. Die Detectives stecken ihre Waffen weg und schauten sich in der Wohnung nach Beweisen um.
„ Beckett ich hab hier eine Telefonnummer gefunden." rief Javier aus der Küche. Kate lief zu ihm und tippte die Nummer in ihr Handy.
„ Steuerberatungscenter von Aiden Lakefield. Mit wem spreche ich?"
„ Hier ist Detective Kate Beckett vom NYPD. Kann ich Mister Lakefield sprechen?"
Die Frauenstimme verstummte plötzlich. „ Hallo?" Das Besetztzeichen war die Antwort, Kate legte auf und blickte verwirrt in die Runde. „ Wer war dran?" fragte Ryan.
„ Ein Steuerberatungscenter."
Esposito gesellte sich wieder zu ihnen und zeigte Kate ein Fotoalbum. Sie schlug es auf und blickte in die Gesichter von jungen Mädchen, welche verprügelt wurden. Auf der vorletzten Seite sah sie Ewa Jalowy, sowie sieben weitere Mädchen. Die letzten vier Bilder zeigten die Mädchen fröhlich und zufrieden. „ Unser Opfer ist auch vertreten, aber diese vier sind noch nicht in den USA angekommen." Sie zeigte auf die vier Mädchen und strich langsam über die Bilder.
„ Wie kommen Sie darauf?" fragte Javier.
„ Wenn Sie hier wären, wären es andere Bilder." Esposito verstand und nickte, er nahm das Album und tütete es ein. „ Sonst noch etwas gefunden?"
„ Außer Dreckwäsche, nichts."
„ Der Kerl hat noch nicht einmal einen Fernseher!" stellte Castle fest.
„ Das liegt daran das er andere Hobbies hat." Um seinen Worten Nachdruck zu verleihen, drückte Javier die Tüte, mit dem Album, in Castles Hand.
Kate hatte sich mehr erhofft, doch Luíz war ein Anfang, seine Wohnung würde ab sofort unter Beobachtung stehen. Trotzdem hatte sie das Gefühl einen Fehler gemacht zu haben, sie blickte das Stück Papier in ihrer Hand an und packte es schließlich ein.
Die Detectives und Castle fuhren zum Revier zurück, dort suchte Kate nach Steuerberatungscentern. Im ersten Moment dachte sie das sie keinen Treffer finden würde, doch das Glück war ihr hold. Es gab tatsächlich ein Büro mit dem Eigentümer Aiden Lakefield. Sie schrieb die Adresse auf und legte sie Esposito auf den Tisch, dieser war mit Ryan und Castle im Pausenraum und unterhielt sich. Kate schaute auf ihre Uhr und stellte überrascht fest dass es schon halb sieben war. Sie blickte zu Castle und ein kribbeln stahl sich in ihre Bauchgegend, warum hatte sie ja gesagt und sich darauf eingelassen. Unbewusst zog sie sich ihre Jacke an und spürte die Aufregung in sich aufkeimen.
Sie ging zu den Männern: „ Esposito, kannst du und Ryan Morgen die Adresse dieses Steuerberatungscenters abchecken?"
„ Natürlich, gehst du jetzt schon?" Kate blickte kurz zu Ryan und sah das er sich leicht Freude.
„ Ja, ich habe noch eine Verabredung." damit drehte sie sich um und ging. Javier und Kevin blickten ihr verwirrt nach, nur Castle lächelte zufrieden. „ Eh, Mann wie kannst du da lächeln. Sie trifft sich mit einem anderen."
„ Keine Sorge, Jungs. Sie ist in guten Händen." Castle stand gemütlich auf und streckte sich. Esposito und Ryan blickten ihm amüsiert hinterher. Als Castle verschwunden gab Ryan Esposito einen 20 $ Schein und schüttelte seinen Kopf. „ Woher wusstest du das?"
„ Ach Honeymilk, das konnte man nicht übersehen. So jetzt ab nach Hause."

New York City
Manhattan, Soho
425 Broome Street

Ein klein wenig aufgeregt stand Castle vor seinem Spiegel und versuchte einen perfekten Krawattenknoten zu binden. Alexis und Martha standen hinter ihm und schauten belustigt zu. Alexis hielt es nicht aus ihren Vater verzweifelt zu sehen, deshalb stellte sie sich vor ihm und band die Krawatte neu.
Eine Klingel durchbrach die aufgeregte Stimmung, Martha öffnete die Tür. Ein junger Mann mit einem wunderschönen Strauß Blumen stand davor und lächelte sie an. „ Ich habe eine Bestellung auf Richard Castle."
„ Genau der wohnt hier. Was bekommen Sie?"
„79,50$." Martha nahm ihre Geldbörse von der kleinen Kommode und gab ihm 85 Dollar. „ Das stimmt so."
„Danke." Der junge Mann übergab ihr den Blumenstrauß und ging.
Martha lief zurück in das Wohnzimmer und begutachtete Richard. Wie ein verliebter Teenie stand er vor ihr und zappelte herum. „ Junge beruhige dich. Sie hat schon Ja gesagt." Ein nervöses Lächeln kam zum Vorschein.
Marthe trat zu ihrem Sohn und schnupperte an ihm, danach zupfte sie kurz an seinem Jackett. „ Also los, geh ihr Herz erobern." Alexis umarmte ihn und gab ihm einen Kuss auf die Wange. „ Viel Glück, Dad."

Als das Taxi vor Becketts Wohnhaus hielt, stieg Castle mit einem mulmigen Gefühl aus. Er wusste innerlich dass irgendetwas wieder schief gegen würde. Mehr denn je war er überrascht als Kate die Tür öffnete. Sein Blick schweifte ihren Körper entlang, welcher in einem schwarzen Kleid gehüllt war. Sein Blick tastete sich langsam weiter nach oben zu ihrem Gesicht. Castle spürte nicht das sein Mund offen war und er die Luft angehalten hatten. Erst jetzt spürte er den leichten Sauerstoffmangel und atmete hörbar ein. Sie hatte ihre Haare nach oben gesteckt, einzelne Strähnen umrahmten ihr perfektes Gesicht. „ Du siehst bezaubernd aus." Ein leichter Rotschimmer zeichnete sich in ihrem Gesicht ab. „ Danke. Du siehst auch nett … äh gut aus." Castle erinnerte sich wieder an die Blumen, welche er hinter dem Rücken versteckte. Als er diese hervor holte, beobachtete er genau ihre Reaktion. In ihrem Blick sah er das sie überrascht, entzückt, überwältigt und hingerissen war, doch auch etwas anderes stahl sich hinein. War es Unbehagen oder Beklommenheit? Er wusste es nicht. Kate nahm dankend die Blumen entgegen und stellte sie in eine Vase. An der Tür angekommen reichte Castle ihr seinen Arm, schüchtern nahm sie an und hängte sich bei ihm ein. Als Richard kurz zu ihr blickte sah er wie sie eine Strähne ihres Haares um den Finger wickelte. Diese kleine Geste brachte ihn zum Schmunzeln.

Das Le Bernardin ist eins der teuersten und besten Restaurants in New York City. Die gehobene Gesellschaft, sowie Geschäftsleute verkehrten hier. Kate fühlte sich ein kleinwenig Unbehagen, als sie die gutaussehenden Männer und Frauen sah, doch als Castle sie zärtlich anlächelte verschwand die jähe Angst vollkommen.
Ihr Tisch lag in einer Nische, als Kate sich ihrem Jäckchen entledigen wollte, griff Richard danach und zog es aus. Höflich zog er ihren Stuhl vor, erst als sie sich gesetzt hatte, tat er es ihr gleich. Kate spürte wie sie daraufhin wieder rot wurde und blickte kurz weg.
Ein dünner, schlaksiger Kellner stellte sich vor den Tisch und überreichte die Karten. „ Monsieur, haben Sie schon etwas gewählt?"
Castle schaute nicht in die Karte: „ Wir nehmen den Margaux und zwei Gläser Wasser. Danke."
„ Sehr wohl, der Herr." Als der Kellner gegangen, war schaute Kate in ihre Karte. Als sie den Preis für den Wein entdeckte, blickte sie schockiert zu Richard. „ Es hätte auch ein billigerer Wein getan."
„ Genieß es Kate. Und wenn du das Cordon Bleu nimmst verrechnet sich das." Er blickte sie amüsiert an, doch war da noch mehr? Kate wusste es nicht, schnell richtete sie ihre Aufmerksamkeit gen Karte. Immer wenn sie ein gutes Gericht gefunden hatte, wurde sie durch den Preis abgeschreckt. Doch irgendetwas musste sie ja essen.
Als der Kellner zu ihnen trat und den Wein brachte, hatte sie sich endlich entschieden. Kate bestellte das „ Suprême de canard au four avec la sauce à l'orange et au citron" um was es sich genau handelte wusste sie nicht, nur dass es mit Entenfleisch zu tun hatte. Castle bestellte das „Cuisse de lapin farcie à la sauce au romarin." Als der Kellner wieder verschwand, blickte Richard in das fragende Gesicht von Kate. „ Was? Hab ich was falsch gemacht?"
„ Nein, hast du Französisch in einer deiner teuren Privatschulen gelernt?"
„ Das habe ich alles schon vergessen, nur wenn es um Essen geht weiß ich nicht ein wenig."
Castle hielt ihr sein Weinglas hin und wollte anstoßen, als der wohlige Geschmack des Weines ihre Zunge berührte, entspannte sie sich.
Sie unterhielten sich bis das Essen kam, Kate musste sich eingestehen, dass das Essen merklich besser war als in anderen Restaurants.
Nachdem beide fertig waren, verabschiedete sich Kate kurz. Richard stand höflich auf und blickte ihr hinterher. Ihr Kleid gewährte ihm tiefen Einblick auf ihren Rücken. Er war leicht überrascht darüber, dass sie den ganzen Abend noch nie über die Arbeit geredet hatten. Als Kate sich wieder hinsetzte blickte sie kurz durch das Restaurant und stockte. Richard sah ihren überraschten Blick, deshalb lehnte er sich über den Tisch um ihren Blick zu verfolgen. Ein Mann stand mit Damenbegleitung vor einem Tisch. Irgendetwas an seiner Bewegung kam Castle bekannt vor, doch sein Gesicht sah er nicht.
Der Mann setzte sich hin und Castle erkannte ihn. Es war Tom Demming. Richard versuchte Kates Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, doch sie sah es nicht. Eine zarte Berührung ließ sie aufschrecken, erschrocken blickte sie auf ihre Hand. Richard hatte seine Hand auf ihre gelegt und streichelte zärtlich darüber. „ Ist alles ok?"
Sie blickte in seine Augen und vergaß alles um sich herum. Seine blauen Augen zogen sie in den Bann, und spiegelten ihre Liebe darin. „ Ich… war nur für einen kurzen Moment irritiert."
„Wollen wir gehen?" Seine Frage dran an ihr Ohr, doch verstehen konnte sie diese nicht. Innerlich wollte sie noch hier bleiben und diesen Abend wieder genießen, doch wollte sie Tom nicht sehen. Sie nickte ihm nur zu, Castle signalisierte dem Kellner das er zahlen wolle. Die Rechnung kam, Richard schaute kurz in die Mappe und legte das Geld hinein. Er stand auf und reichte Kate ihr Jäckchen, eigentlich wollte er es ihr anziehen, doch Kate registrierte es nicht. In diesem Moment hasste Castle Demming wieder, dieser Kerl schaffte es das Kate wieder flüchten wollte. Doch Castle wollte nicht aufgeben, nicht nach diesem schönen Abend. Behänd nahm er ihre Hand und zog sie leicht mit sich, er wollte das Demming ihn und Kate sah. Als beide fast an seinem Tisch vorbei waren, streifte Castles Hand über ihren Rücken. Er blickte kurz zurück und sah das überraschte Gesicht von Tom Demming. Ein schäbiges Grinsen entwich Richards Gesicht als er ihn anblickte. Sah er auf Toms Stirn eine Zornesfalte? Egal das interessierte jetzt nicht, viel wichtiger war die Person leicht vorm ihm.
Die kühle Luft des Abends um säuselte Kate, erst jetzt wurde ihr bewusst das Richard ihre Hand hielt. Sie ließ seine Hand los und hängte sich bei ihm ein. Die Sicherheit, welche er ausstrahlte veranlasste sie sich an ihn zu lehnen. Richard wollte erst protestieren als sie seine Hand losließ, doch als er spürte das sie sich an ihn lehnte, blickte er liebevoll zu ihr. Kate konnte sein Gesicht nicht sehen, unbewusste hatte sie ihre Augen geschlossen und ließ sich von ihm führen.
Schweigend gingen sie durch die Straßen. Richards Gedanken überschlugen sich förmlich, in seinen Kopf versuchte er seine Gefühle in Worte zu fassen, doch gelang es ihm nicht. Die Angst, etwas Falsches zu sagen oder gar zu tun, verbarrikadierte seine Gedankenströme.
Nichtsdestotrotz musste er endlich ihr seine Gefühle offenbaren. „ Kate?" fragte er leise. Als Kate seine Stimme vernahm blickte sie auf, ihre großen offenen Augen raubten ihm für einen kurzen Moment den Atem. Keiner von Beiden merkte dass sie stehen geblieben waren. Sie standen einfach nur da und blickten den jeweils anderen in die Seele. „ Kate….ich…" Richard wurde durch ein Klingeln unterbrochen. Kate holte ihr Handy heraus und nahm den Anruf an. „ Beckett."
„ Ich bin es Esposito. Wir haben eine Leiche." sagte Javier.
„ Gehört sie zu unserem Fall?" fragte Kate leicht genervt. Warum mussten solche Moment immer unterbrochen werden.
„ Wir vermuten, ja."
„ Wo?"
Sie hörte wie Javier sein Handy wegnahm und mit jemanden redete. „ In einem Hinterhof. Ditmas Avenue Ecke East 17th Street."
„ Ok ich bin in einer halben Stunde da."