New York City
Brooklyn, Downtown
Ditmas Avenue/East 17th Street
Hinterhof

Eine Menschenmenge stand vor dem Haus, als Kate und Richard mit dem Taxi eintrafen. Augenpaare beobachten beide, wie sie ausstiegen und zu einem Uniformierten liefen. Kate hatte ihre Waffe zuhause gelassen, sowie ihre Dienstmarke. Jetzt wurde ihr bewusste das es ein Fehler war, zu denken das sie einen ruhigen Abend haben könnte. Als beide an der Absperrung ankamen, schaute der junge Officer sie skeptisch an. Als er Kates Abendkleid sah, blickte er begierig ihren Körper entlang und sog sie förmlich in sich auf. Castle sah seinen verschlingenden Blick. „ Bitte halten Sie Abstand, dies ist ein Tatort."
„ Deswegen bin ich hier. Ich bin Detective Kate Beckett. Meine Kollegen untersuchen diesen Tatort und warten auf mich."
„ Sie müssen mir ihre Dienstmarke zeigen, sonst kann ich Sie nicht durchlassen." Der junge Officer lächelte leicht, weil er wusste das Kate keine Marke dabei hatte.
Castle hatte es satt, erst wurde dieser wunderschöne Abend durch eine verdammte Leiche zerstört und jetzt stellte sich ein Dreikäsehoch vor ihn. Wütend holte er sein Handy heraus und rief Esposito an.
„Esposito."
„ Hey, Castle hier. Kann jemand an die Absperrung kommen? Beckett hat ihre Marke nicht mit."
„ Natürlich." Damit legten beide auf, nach nicht einmal einer Minute war Ryan da.
„ Officer, lassen Sie bitte die zwei durch." Verwirrt blickte er zu Ryan und nickte nur, als Kate an ihm vorbei lief blickte er ihr intensiv hinterher. Sie übernahm die Führung, Kevin stupste Richard an. „ Na, wie war der Abend?"
„ Ich war kurz davor, aber nein ihr müsst ja wieder dazwischen funken."
„ Sag das nicht mir, sondern der Leiche."
„ Viel lieber dem Mörder." presste Castle zwischen seinen Zähnen heraus.
Lanie hockte in der Mitte des Innenhofes, als Beckett bei ihr eintraf, grinste sie Kate fröhlich an. „ Na, hast du dich bespaßen lassen?"
Kate reagierte nicht auf ihre Frage und hockte sich neben sie. „ Ich dachte es wäre eine Leiche."
„ Esposito war voreilig. Die beiden Männer wurden nicht erdrosselt oder erschossen."
„ Wie sind Sie dann gestorben?"
„ Ich denke Sie wurde vergiftet, das kann ich im Labor genauer feststellen." Lanie stand auf und ihre Assistenten schafften die Leichen weg. „ Wie ich sehe hast du das neue Kleid angezogen. Nur für ihn?"
„ Ich erzähl dir alles später, einverstanden?"
Lanie nickte ihr freudestrahlend zu und ging zu ihrem Leichenwagen.
„ Yo, Beckett, die CSU hat alle Beweise eingesammelt. Ich hab das wichtigste auch schon dokumentiert. Wie war dein Date?"
„Schön."
„ Wirklich?"
„ Ich meine das alles fertig ist." neckte Kate ihn und ging. Javier blickte ihr kopfschüttelnd hinterher und lachte.

Police Station
Twelfth Precinct Homicide Squad,
Madison Street, Manhattan
New York

Die Detectives und Castle standen an dem Mordfallbrett und schrieben die neusten Erkenntnisse heran. Beckett gesellte sich zu ihnen, leicht traurig schaute Richard zu ihr. Sie hatte ihr schwarzes Kleid gegen Jeans und Bluse getauscht.
„ Unsere Toten sind Toma Kovac und Pavel Orlow. Beide sind vorbestraft oder waren es."
Javier hing die Bilder der Leichen unter die Namen. „ Warum denken Sie das sie zu unserer Toden gehören?"
„ Wir haben in der Jackentasche des Einen, dass Bild eines von den Mädchen gefunden." dabei zeigte er auf das gefundene Album.
„ Das Bild wird auf Fingerabdrücke untersucht?"
„ Jap." sagte Ryan und nickte.
Kates Handy klingelte und zerriss die Stille. „ Sag mir das du was gefunden hast."
„ Ja hab ich. Willst du die Leichen sehen oder soll ich dir die Erkenntnisse jetzt übermitteln?" fragte Lanie am anderen Apparat.
„ Ich will es jetzt hören."
„ Beide wurden durch Zyankali getötet."
„Durch welche Anzeichen bist du darauf gekommen?" fragte Kate interessiert, über die Tatsache das Lanie so schnell Ergebnisse vorzuweisen hatte.
„ Die Opfer weisen hellrote Schleimhautblutungen auf, deshalb habe ich einen von ihnen obduziert. Seine inneren Organe weisen eine zellulare Erstickung auf. Das Blut habe ich an die Toxikologie geschickt und warte noch auf die endgültigen Ergebnisse."
„ Danke Lanie für die schnelle Auskunft."
Kate legte auf und nahm sich den Stift von Castle, neben den Leichen schrieb sie Zyankali
„ Wurden Sie vergiftet? Oder haben war es mit gemeinschaftlichen Suizid zutun?" fragte Ryan leicht verwundert über die neusten Ergebnisse.
Richard starrte die Tafel regelrecht an und versuchte einen Zusammenhang zu finden. Warum starben Zwei russische Mitbürger durch Zyankali und lagen schließlich in einem Hinterhof. Was hatten Sie mit der OSZE Mitarbeiterin zutun?
Plötzlich fügte sich alles in seinem Kopf zusammen, begeistert über seine Idee drehte er sich euphorisch zu den Detectives um und blickte jeden einzeln in die Augen, bei Kate blieb er hängen und sprach: „ Unsere Toten sind die Schmuggler." Kevins und Javiers Gesichtsausdruck ließ ihn kurz stocken. „ Sie haben die erste Ladung in die USA geschmuggelt und jetzt vielleicht auch schon die Zweite. Aber was ich eigentlich sagen wollte ist. Was wäre wenn der Boss von der schlampigen Arbeit der beiden genervt war. Denn überlegen wir mal Sie hatten ihm eine Mitarbeiterin der OSZE beschert. Nachdem nun alle Mädchen in New York sind, musste er sich von seinen Geschäftspartnern trennen." Richard sah Kates Blick und fühlte sich noch mehr bestärkt in seiner Theorie. „ Vielleicht haben Sie die Zyankalikapseln freiwillig genommen, weil Sie dachten es wären Drogen. Oder so was ähnliches."
„ Das würde auch die Decknamen erklären. Unsere Toten wären nicht in der Lage gewesen sich so etwas auszudenken." sagte Kate und blickte wieder zur Tafel, langsam fügte sich auch bei ihr alles zusammen. „ Welche Decknamen?" fragte nun Javier verwirrt.
„ Unsere Tode hat jeden Namen den die Schmuggler benutzt haben aufgeschrieben. Mit dem Namen von Líuz de Lima waren es insgesamt sieben Namen."
„ Und was ist so besonders an diesen?" fragte Ryan
Castle beugte sich über Kates Tisch und holte den kleinen Zettel hervor, er reichte diesen Javier. Er und Kevin blickten verdutzt auf die Namen und verstanden nichts. „ Welche Verbindung gibt es zwischen den Namen?"
„ Es sind alles historische Persönlichkeiten oder sowas ähnliches."
Javier blickte auf die letzten drei Namen und lachte kurz auf: „ Ich verstehe die Verbindung ist Hannibal Lector." Jetzt war es Kevin der endlich sein Wissen präsentieren konnte. „ Die ersten zwei waren Feldherren vor verdammt vielen Jahren und der letzte war ein Soldat aus dem Ersten-und Zweiten Weltkrieg. Ich weiß leider nur noch das er ein Anhänger der NSDAP war."
„ Eh Mann woher weißt du sowas?" Esposito blickte ein kleinwendig schockiert zu seinen Partner. „ History Channel und Schule."
„ Jungs, das ist jetzt unwichtig. Wir müssen den Boss finden und ich glaube Líuz kann uns da weiterhelfen."
Kate streifte sich ihre Jacke über und richtete sich an ihren Detectives. „ Morgen überprüft ihr das Steuerberatungscenter. Bis dahin schönen Abend euch."
Richard schaute verwirrt und traurig ihr hinterher, plötzlich spürte er einen leichten Schlag auf seiner Schulter. Er drehte sich um und sah Javier vor sich. „ Eh, du musst ihr hinterher laufen und hier keine Wurzeln schlagen." Er und Ryan reckten kurz ihr Kinn in Richtung Beckett und grinsten. Unsicher lief er Kate nach, sie warte gerade auf den Fahrstuhl als er zu ihr trat. „ Kann ich dich nach Hause begleiten?"
„ Gern, aber das musst du nicht, bestimmt wartet Alexis schon auf dich." Die Fahrstuhltüren öffneten sich, beide traten schweigend ein. Castle beobachte sie aus den Augenwinkeln und überlegte ob er etwas zu ihrer Antwort erwidern sollte. Viel zu schnell wie Richard feststellen musst waren sie im Erdgeschoss angekommen und stiegen aus. Immer noch herrschte drückende Stillen zwischen ihnen, wie sehr sehnte er sich in das Restaurant zurück. Dort zeigte Kate sich offen und nicht so verkrampft wie jetzt. Eine Frage geisterte in seinen Kopf herum. Lag es an ihren Kuss oder wäre sie auch so gewesen wenn es nicht passiert wäre? Er wusste es nicht und es machte ihn rasend. Kates neue Wohnung lag näher an dem Polizeirevier, deshalb wollte Kate das Geld für ein Taxi sparen und gemütlich spazieren gehen. Richard beobachte sie weiterhin und versuchte mit seiner linken Hand ihre zu ertasten, als er sie endlich ergriff umschloss er diese fest. Kate blickte kurz zu ihm, doch lag keine Wut oder Entrüstung in ihrem Blick, sondern vielmehr Wohlbefinden und Zufriedenheit. Händchen halten liefen sie durch die Straßen von Manhattan. Castle musste kurz schmunzeln über diese Situation, er selbst hätte nicht gedacht das Kate mitmachen würde. Als er anfing Nikki Heat zu schreiben, versuchte er sie detailgetreu nach Beckett zu formen. Jetzt wurde ihm bewusst das er ein Fehler gemacht hatte, in seinem Buch zeigte er Nikki genauso außergewöhnlich wie Beckett, doch einen Unterschied gab es. Beckett hielt mit ihm in er Öffentlichkeit Händchen, Nikki Heat hatte ihre Beziehung zu Jameson Rook nicht gezeigt. Erst zum Schluss taute sie auf und zeigte ihm seine Gefühle.
Bis zum Schluss seines Buches war sich Castle felsenfest sicher das Kate niemals seine Hand halten würde und jetzt zeigte sie wieder eine Schale der Beckettzwiebel.
Castle merkte nicht das sie fast am Haus angekommen waren, bis plötzlich Kate stehen blieb und ihn erwartend anschaute. Oder bildete er sich diesen Blick nur ein? Er wusste es nicht doch irgendetwas sagte ihr Blick ihm. „ So da sind wir." mehr brachte er in diesem Moment nicht heraus. „ Sieht so aus. Es war ein schöner Abend, bis Esposito stören musste." Castle hielt weiterhin ihre Hand und blickte ihr intensiv in die Augen. „ Vielleicht können wir das wiederholen?"
„ Wow, ich bin jetzt ein wenig überrascht. Du fragst nicht ob du noch mit hoch kommen kannst?" Richard zeigte ihr sein bestes Lächeln und schüttelte seinen Kopf. „ Wollte ich, doch wusste ich dass du dann nicht nochmal essen gehen würdest mit mir."
„ Vielleicht will ich ja dass du mit hoch kommst." sagte sie verführerisch.
„ Wirklich?" auf seiner Stirn zeigte sich das verwirrte Runzeln. Castle spürte wie sich sein Herzschlag verdoppelte. „ Natürlich" sie beugte sich leicht zu ihm: „ Nicht!" Sie sagte das letzte Wort in ihrer normalen Stimmlage, direkt neben seinem Ohr. Erschrocken zuckte Richard zusammen, Kate konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. „ Ich wusste es. Gute Nacht Rick, bis morgen."
Castle musste daraufhin genauso grinsen, wie sehr liebte er dieses Spiel. „ Also darf ich dich noch einmal zum Essen einladen?"
„ Natürlich." Kate wollte gerade die Treppen zur Tür betreten als ihr bewusst wurde das Castle immer noch ihre Hand hielt. Als sie sich zu ihm drehte und seine Hand loslassen wollte, stand er plötzlich direkt vor ihr. Kate stockte der Atem als sie seinen Körper leicht an ihrem spürte. „ Gute Nacht." raunte er und beugte sich zu ihr. Wie bei ihrer ersten Begegnung küsste er sie auf die Wange, doch das innere Verlangen nach ihr wuchs dadurch noch mehr. Seine Lippen berührten zärtlich ihr, als Kate gerade ihre Hemmung verlor zog er sich plötzlich zurück und lächelte sie mit einem verträumten Blick an. Als er die Stufen nach unten ging wollte er ihre Hand loslassen, erst jetzt merkte Kate das sie ihm unbewusst gefolgt war. Beide ließen gleichzeitig los und blickten sich an. Kate warte darauf dass er los ging, doch wie angewurzelt stand er vor ihr. „ Ich warte darauf dass du sicher in deine Wohnung gehst." Kate verstand und nickte. Sie drehte sich anmutig um und lief die letzten Stufen noch oben, dort schloss sie die Tür auf. Bevor sie eintrat drehte sie sich wieder zu Castle, ein warmes kribbeln in ihrer Bauchgegend machte sich breit, als sie ihn dort stehen sah. Eine innere Stimme verlangte nach ihm, doch wollte sie keine Eroberung werden. Sie lächelte ihn kurz an und schloss hinter sich die Tür.
Castle starrte die Tür an und hoffte innerlich das Kate sie wieder öffnete und ihm um den Hals fiel, doch nichts geschah, aber das wusste er so schnell ändertet sich eine Kate Beckett nicht.
Gemütlich lief er nach Hause und versuchte ihren Duft in seiner Nase zu behalten.
Als Kate ihre Wohnung erreichte, schloss sie die Tür auf. Ihre Gefühle spielten verrückt, sie musste sich an die Wohnungstür lehnen. Unbewusst knabberte sie an ihrer Lippe und spürte die weichen Lippen von Richard. Sie lief schnell zum Fenster und schaute heraus, doch Castle war verschwunden. Was hatte sie gehofft, dass er vor ihrer Wohnung campiert? Und wenn es so gewesen wäre hätte sie ihn nach oben gebeten?
Sie wusste es nicht, doch eins war eindeutig. Ihre Mauer bröckelte immer schneller in seiner Gegenwart, nach dem er zu den Hamptons gefahren war hatte sie diese wieder aufgebaut und jetzt schaffte er es wieder sie zu zerstören.
Mit ihren exaltierten Gefühlen versuchte sie einzuschlafen, das letzte was sie vor sich sah war das Gesicht von Richard Castle.

Steuerberatungscenter
Aiden Lakefield
Manhattan, New York

Am nächsten Morgen machten sich Esposito und Ryan auf den Weg zu dem mysteriösen Steuerberatungscenter. Das Büro lag versteckt in einer alten Lagerhalle in der Nähe des Hudsons Rivers. Nur ein goldenes Schild zeigte das hier ein Büro war. Ryan drückte den Klingelknopf und wartete gespannt. Esposito hatte sich ein wenig daneben gestellt um nicht sofort gesehen zu werden. Quietschend öffnete sich die Tür und eine brünette Frau trat vor Ryan. „ Steuerberatungsbüro von Aiden Lakefield. Haben Sie einen Termin?" Kevin blickte die Frau an und entdeckte ihr angeschwollenes Auge, welches sie durch Make up zu vertuschen versuchte. Auch ein nicht geschultes Auge hätte sofort dieses Detail aufgenommen. Er zückte seine Dienstmarke und streckte sie ihr entgegen. „ Ich bin Detective Ryan von NYPD und…" Die Frau wollte plötzlich die Tür vor seiner Nase zuschlagen, doch Javier hatte das kommen sehen und klemmte seinen Fuß dazwischen. „ Und das ist mein Partner Detective Esposito." Beide Detectives lächelten sie gewinnend an und drängten sich an ihr vorbei, in das Innere des Büros. „ Was wollen Sie hier?"
„ Die bessere Frage lautet doch eindeutig. Warum lassen Sie uns nicht rein!" antwortete ihr Javier. Er lief mit seiner Waffe schussbereit durch die Lagerhalle und kontrollierte jede Ecke auf potenzielle Gefahren. Ryan lief direkt hinter der Frau um sie so schnell wie möglich zu fassen. Als Esposito sich sicher war das keine Gefahr drohte überließ er der Frau die Führung. Sie leitete beide durch die riesige Halle, bis sie schließlich an einem kleinen würfelartigen Gebildete stoppten. An der Tür stand in Großbuchstaben AIDEN LAKEFIELD Die junge Frau klopfte zurückhaltend an und wartete. Eine Männerstimme rief sie herein, schüchtern öffnete sie die Tür und trat ein, Ryan und Esposito folgten ihr. Das Büro war schlicht und einfach eingerichtet, nur der schwarze Lederchefsessel zeigte das vorhandene Geld. Der Mann blickte auf und ein überraschter Blick zeigte sich in seinen Augen ab. „ Sir, das sind zwei Detectives von NYPD." Der Mann lächelte kurz zu den Beiden, doch als sein Blick auf die Frau gerichtet wurde, sah Ryan Wut und Zorn. „ Danke, Rachel." presste er zwischen seinen Zähnen heraus. Die Frau namens Rachel verließ eiligst das Büro und drehte sich nicht noch einmal um.
„ Was kann ich für Sie tun Detectives?"
„ Unsere Kollegin hatte gestern gen Nachmittag bei Ihnen angerufen, doch als sie sich vorstellte wurde ruckartig aufgelegt. Warum Mister Lakefield, haben Sie etwas zu verbergen vor der Polizei?" fragte Esposito und blickte sich währenddessen genüsslich in dem kleinen Büro um. Ryan schrieb schnell die Frage in sein Notizbuch und wartete auf die Worte des Verdächtigen. „ Ich befürchte, dass war meine Sekretärin. Sie ist schreckhaft, vielleicht hat Sie deshalb wieder aufgelegt."
„ Wollen Sie wissen was ich denke?" fragte Esposito und blickte Aiden Lakefield in die Augen. „ Nur zu gern, Detective."
„ Ich denke Sie verdienen ihr Geld nicht durch Steuerberatung, sondern durch kriminelle Handlungen."
„ Die da wären?" fragte Aiden belustigt, doch seine Augen verengten sich ein kleinwenig.
„ Mädchenhandel."
„ Das ist absurd. Ich bin Steuerberater und kein Zuhälter!" Seine Stimme überschlug sich fast. Lakefield versuchte sich zu beruhigen, doch auch sein kontrolliertes Atmen half nicht. „ Haben Sie dafür Beweise, Detective? Wenn nicht bitte ich Sie zu gehen."
Javier nickte ihm kurz zu und signalisierte Kevin dass es Zeit zu gehen war. Als sie das Büro verließen, entdeckte Ryan die Frau. Sie stand in einer Ecke und versuchte Unsichtbar zu sein. „ Miss…. Rachel?" Ihre Augen waren verquollen als sie zu Ryan schaute sah er ihre Verwundbarkeit. „ Können wir Ihnen ein paar Fragen stellen?" Sie nickte nur und versuchte sich noch kleiner zumachen. „ Seit wann arbeiten Sie für Mister Lakefield?"
„ Seit vielleicht sieben Monaten."
„ Sie sind seine Sekretärin?" fragte Ryan, während Esposito mit schrieb.
„ Ja, was wollen Sie von mir?" Ihre Frage glich einem Angstgebet.
„ Wer hat Ihnen das angetan, Miss?"
„ Dunn."
„ Äh, wer?" verwirrte blickte er Rachel an und verstand nichts.
„ Mein Name ist Rachel Dunn. Und ich bin gestern gegen den Türrahmen gelaufen. Es war….dunkel."
Ryan wusste das Rachel log, doch er hatte keine Beweise um die junge Frau mit aufs Revier nehmen zu können, deshalb verabschiedeten er und Esposito sich.

Police Station
Twelfth Precinct Homicide Squad,
Madison Street, Manhattan
New York

Als Kate an diesem Morgen das Polizeirevier betrat, warte Castle bereits auf sie. Er hatte ihr ein Plunderstück mitgebracht, als er sie entdeckte lief er schnell in den Pausenraum und machte frischen Kaffee. Kate setzte sich auf ihren Stuhl und wartete auf ihn. Castle hielt zwei Tassen in der Hand, eine stellte er vor sie und die andere nahm er mit zu seinem Stuhl. Kate ließ ihn nicht aus den Augen, als er ihren Blick vernahm schaute er sie fragend an. „ Und da haben wir noch nicht miteinander geschlafen."
„ Ich bin voller Überraschungen, Detective." Kate hatte ihre Tasse an die Lippen gesetzt und zog verwundert ihre Augenbraue nach oben, als er sie Detective nannte.
„ Wir hätten Frauen werden müssen, damit Castle uns auch einmal Kaffee macht." sagte Javier als er und Kevin zu Kates Tisch liefen. „ Ihr hätte, aber auch heiß sein müssen." entgegnete Castle und fing belustigte Blicke auf. „ Du findest Detective Beckett also heiß und was sonst noch so?"
„ Jungs, hab ihr nicht was Besseres zu tun?"
„ Wir hatten." sagte Ryan kurzer Hand und grinste weiter. Jetzt blickte Kate das erste Mal zu ihren Detectives und sah diesen wissenden Ausdruck in ihren Augen. „ Was habt ihr herausgefunden?"
„ Unser geschätzter Steuerberater Aiden Lakefield hat Dreck am Stecken. Leider hat er keine Vorstrafen oder sonstiges."
„ Wie könnt ihr euch da sicher sein das er Kriminell ist?" fragte Richard verwundert. Er erntete zwei strafende Blicke. „ Weil wir Detectives sind, Castle. Wir schmachten den lieben langen Tag auch keiner Frau hinterher."
„ Haha." lachte Castle sarkastisch. Ryan versuchte den Faden wieder zu finden und erzählte weiter. „ Wir haben auch seine reizende Sekretärin kennengelernt. Wir glauben das er Sie verprügelt hatte, nach ihren Anruf bei Lakefield."
„ Wir sollten Ihn auf jeden Fall beobachten." schlug daraufhin Esposito vor. „ Haben wir schon Informationen über die Observation von Luíz de Limas Wohnung?"
Ryan blickte leicht nervös bei ihrer Frage: „ Nein, denn das ICE hat die Observation übernommen."
So schön wieder Morgen begann endete er wieder, Kate hasste es wenn sich andere in ihren Fall einmischten ohne ihr Bescheid zu sagen.
„ Ok, dafür übernehmen wir Aiden Lakefield, verstanden. Ihr seid das erste Team, wir lösen euch heute Nachmittag ab." Kate sah diesen halbherzigen Blick bei ihren Detective und sie wusste auch warum, doch konnte nicht alles an ihren Job interessant und aufregend sein. Im Gleichschritt verließen sie das Revier und bereiteten sich auf einen langen Tag vor.
Kate lehnte sich in ihrem Stuhl zurück und seufzte. „ Was jetzt?" fragte Castle neugierig. „ Wir müssen zum ICE und diesem aufgeblasenen Special Agent Starr die Lividen lesen."
„ Ich mag es wenn du fluchst." grinste Castle sie an.
„ Ich weiß." damit stand sie auf und zog sich an. Castle folgte ihrem Beispiel und beide begaben sich zum ICE.

ICE (Immigration and Costumes Enforcement)
New York Field Office,
26 Federal Plaza, Rm 1105
New York

Kate lief dieses Mal direkt an dem jungen Agenten vorbei und wollte den Fahrstuhl benutzen, doch eine wohlbekannte Stimme hinderte sie daran. „ Wo wollen Sie hin?" Der Agent stand plötzlich direkt hinter Castle und Beckett. Sein Blick zeigte Verachtung und Wut. „ Ich will mit Special Agent Starr sprechen. Sofort!" Ihr Befehlston ließ den Agent kurz zusammen zucken, er erstarrte förmlich vor ihr. „ Moment ich hole Ihn." damit verschwand er wieder und rief jemanden an, kurze Zeit später stieg Special Agent Andrew Starr aus dem Fahrstuhl und taxierte Beckett.
„ Was wollen Sie, Detective?"
„ Sie haben sich einfach eingemischt und observieren nun meinen Verdächtigen. Was haben Sie herausgefunden?"
„ Nur zur Information Detective, es handelt sich um meinen Verdächtigen. Wir sind schon seit Monaten hinter Ihm her."
„ Das interessiert mich nicht! Ich habe drei Leichen in der Gerichtsmedizin und einen verdammten Verdächtigen. Und jetzt wollen Sie mir sagen, dass ich noch nicht einmal diesen weiterhin habe! Vergessen Sie es, Sie werden mir ihre Beobachtungen dokumentieren oder ich garantiere für nichts." Abrupt drehte sie sich von ihm weg und ging, Castle folgte ihr leicht erregt über ihre Art. Da sah er wieder das Nikki Heat in ihr steckt, auch wenn sie es nicht zugeben würde, es reichte vollkommen das er es wusste.
„ Das war so cool." Kate schaute kurz zu ihm und lächelte wissend. Sie hoffte das Special Agent Andrew Starr die Drohungen ernst genommen hatte, ansonsten würde dieser Fall noch sehr lange anhalten oder vielleicht nie gelöst werden.

Während Kate und Richard das ICE aufmischten, saßen Javier und Kevin im Auto und beobachteten die Lagerhalle. Nach Stunden geschah endlich etwas Interessantes. Ein Mann mit Kapuze lief zu der Lagerhalle und klingelte. Rachel Dunn öffnete die Tür und ließ ohne Widerworte den Fremden herein. „ Wer denkst du war das?" fragte Ryan und stopfte sich sein Sandwich zwischen die Zähne. „ Keine Ahnung, aber vielleicht ist es ja Luíz gewesen."
„ Wir können die Lagerhalle stürmen und wenn er es ist nehmen wir ihn einfach fest."
„ Und wenn er es nicht ist, dann stehen wir dumm da."
Ryan nickte verärgert und rutschte in seinen Sitz genervt herum. Er schaute auf seine Uhr und hoffte das Kate bald zur Ablösung kommen würde, doch bis dahin mussten sie weiter den Eingang beobachten.