Warme Sonnenstrahlen kitzelten ihre Gesicht, verschlafen öffnete Kate ihre Augen und blickte sich in ihrem Schlafzimmer um. Sie entdeckte ihre Hose auf dem Boden und stutzte kurz. Warum lag alles verstreut auf dem Boden und wem gehörten die restlichen Sachen. Kate wollte sich gerade strecken, als sie einen Körper neben sich spürte, verwirrt drehte sie sich um. Für einen kurzen Moment starrte sie verblüfft auf die Gestalt, doch die Erinnerung an die letzte Nacht schlich sich in ihr Gehirn, was sie daran hinderte aufzuschreien. Sie beobachte Richard weiter und spürte eine Zufriedenheit in sich und etwas anderes. Wenn sie an die Nacht dachte, erregte sie und musste sich zusammen reißen nicht über Castle herzufallen. Eins musste man ihm lassen, er wusste genau wie er eine Frau bis zum Rand der Ekstase brachte. Er hatte so viele Gesichter, doch das was er ihr letzte Nacht gezeigt hatte war Neu für sie. Kate wusste dass er mehr als dieser zwölfjährige Junge oder der Playboy war. Er war immerhin auch ein liebender Vater, doch jetzt zeigte er ihr seine wirkliche Seite. Zufrieden schlummerte er weiter, Kate musste sich von seinem Anblick trennen, als sie auf die Uhr schaute. Erschrocken stellte sie fest dass sie verschlafen hatte, eigentlich wollte sie um eins wieder im Revier sein, doch jetzt würde sie es nicht mehr schaffen.
Vorsichtig kroch sie aus dem Bett, instinktiv griff sie nach der Überdecke und wollte sich diese um den Körper wickeln. Sie wusste das, das lächerlich war, Castle hatte mit ihr geschlafen und zwangsläufig sie auch nackt gesehen, vor wem versteckte sie sich also? Sie wusste es nicht und wollte sich gerade erheben, als zwei starke Arme sich um ihren Körper schlungen. Kate spürte die heißen Küsse auf ihren Nacken und fröstelte erregt. „ Wo willst du hin?" fragte Richard unter seinen Küssen. Kate legte ihren Kopf in den Nacken und lächelte zufrieden, sie spürte wie Castle ihren Körper auf das Bett zog. Als sie rücklings darauf lag, tauchte Castle über ihr auf und blickte sie mit einer Leidenschaft an, die Kate den Atem raubte. Er beugte sich über ihr Gesicht und küsste sich an ihren Hals weiter nach unten. Als er an der störenden Decke ankam, blickte er wieder zu Kate und lächelte sie sanft an. Warum wollte diese Frau sich verstecken, dass hatte sie nun wirklich nicht nötig, doch es gefiel ihm, genau das machte sie so außergewöhnlich.
Er spürte wie Kate seine Arme festhielt und ihr linkes Bein sich an seine Hüfte legte, plötzlich wurde er herum gerissen und lag unter ihr. Castle blickte leicht überrascht zu ihr auf und versuchte ihre Lippen zu erhaschen, doch Kate ließ ihm keine Gelegenheit dazu. Sie beugte sich zu seiner Brust und hauchte ihm leichte küsse drauf. Richard versuchte sich aus ihrem Griff zu befreien, Kate ließ ihn gewähren und spürte gleich darauf seine Hände an ihrer Hüfte. Er zog ihren Körper näher an sich und spürte ihre nackte Haut auf seiner. Kate richtete ihre Aufmerksamkeit auf seine Lippen und küsste ihn stürmisch.
Ein lautes Pochen ließ beide aufhorchen, verwirrt blickte Kate zur Schlafzimmertür. Schnell ließ sie von Richard ab und stand auf, nackt rannte sie aus dem Zimmer direkt ins Bad und zog sich ihren Morgenmantel über. Sie rannte zur Wohnungstür und öffnete diese schnell, überrascht blickte sie in die Gesichter von Kevin und Javier. „ Haben wir dich geweckt?" fragte Javier und blickte Kate stirnrunzelnd an. Ihre Haare waren verwuschelt, aber was Javier am meisten überraschte waren die wundgeküssten Lippen. „ Was wollt ihr hier?"
„ Dich abholen. Ähm können wir reinkommen und warten bist du fertig bist?" Kate ließ beide vorbei, schwungvoll setzten sich beide auf die Couch und starrten sie an. Erst jetzt wurde Kate klar das Richard noch hier war, schnell ging sie in ihr Schlafzimmer zurück, doch Castle war weg, verwirrt blickte sie sich um und hörte wie jemand unter der Dusche stand. Als sie wieder zurück ins Wohnzimmer ging, blickten die beiden Detectives auf und schauten verblüfft zu ihr. „ Ich dachte du bist unter der Dusche." sagte Ryan, als Kate sich neben ihn setzte. Sie sahen deutlich wie Kate errötete und grinsten daraufhin bis zu beide Ohren. Als die Badezimmertür sich öffnete, blickten alle zu Castle, Kate sprang sofort auf und holte ihre Sachen. Richard hatte nicht einmal Zeit richtig aus dem Bad zu treten, als Kate sich an ihm vorbei drängelte und die Tür schloss. Castle blickte ihr verwirrt hinterher und ging an den Detectives vorbei geradewegs in die Küche. Dort suchte er in allen Schränken nach Kaffee und Tassen, als er beides gefunden hatte, drehte er sich zu den Beiden um. „ Wollt ihr auch einen Kaffee?" er ernte ein rasches Nicken und widmete sich wieder der Kaffeemaschine. Als dieser fertig war, goss Castle den Kaffee in vier Tassen und reichte Javier und Ryan zwei davon. Er stellte die anderen auf den kleinen Couchtisch und setzte sich neben Ryan. Er sah die fragenden Gesichter der Beiden und trank genüsslich ein Schluck. Die anhaltende Stille wurde durch das öffnen der Badezimmertür unterbrochen. Kate trat heraus und setzte neben Castle, schnell nahm sie sich ihre Tasse und trank das heiße Gebräu. Ein leises Räuspern durch brach die erneute Stille: „ Seid ihr dann fertig?" fragte Javier und lehnte sich nach vorn um beide zu sehen. Kate erhob sich und ging wieder in ihr Schlafzimmer zurück, dort suchte sie ihr Handy, welches unter ihrem Bett lag. Die Männer standen kurz darauf auf, Castle sah seine Jacke auf den Boden liegen und hob sie auf. Als er sich bückte blickte er kurz zum Schlafzimmer und sah wie Kate unter das Bett griff. „ Na Castle, diese Mal kannst du nicht behaupten, dass nichts zwischen euch läuft." spottete Ryan.
„ Jungs, ihr werde keine Details von mir hören." grinste Richard die beiden an und hob Kates Mantel auf. Als diese aus ihrem Schlafzimmer trat, hielt Castle ihr den Mantel hin und zog ihn ihr an. Ohne ein weitere Worte verließ sie ihre Wohnung, gefolgt von den drei Männern.
Javier setzte sich hinters Steuer und fuhr Richtung Revier.

Police Station
Twelfth Precinct Homicide Squad,
Madison Street, Manhattan
New York

Kate fühlte sich ein wenig Unbehagen, als sie an ihren Schreibtisch vorbei lief. Sie wusste das Esposito und Ryan sie später ausfragen werden, was zwischen ihr und Castle lief, doch wusste sie es selber? Als sie aufwachte war der Tag einfach perfekt, seine Nähe zu spüren war mehr als befriedigend. Sie wusste genau, wenn Esposito und Ryan sie nicht gestört hätten, hätte sie wieder mit ihm geschlafen. Wo lief das alles hin? War es nur Sex oder mehr, verwirrt über die neue Situation blickte sie auf ihren Schreibtisch und entdeckte die Obduktionsberichte von Lanie. Sie hatte tatsächlich jetzt schon alles fertig, Kate blätterte durch die Berichte und war nicht überrascht über die Ergebnisse.
Was sie verblüffte war das auch die Ballistik ihre Berichte fertig hatten. Es handelte sich eindeutig bei allen Toden um die gleichen Waffen, welche sichergestellt wurden. Damit wusste Kate, dass Aiden Lakefield sicherlich bewaffnet war und zwar mit der Mordwaffe an Ewa Jalowy. Auch der Bericht der CSU lag bereits auf ihren Tisch, Kate stellte fest dass alle gearbeitet hatten und diesen Fall versuchten zu lösen und was machte sie? Sie hatte nichts Besseres zu tun, als mit Richard Castle zu schlafen, doch musste sie selbst zugeben, dass sie sich entspannt fühlte.
Als Kate den Bericht las, stutzte sie kurz, warum wurden hunderte von Waffen in dieser Halle gelagert? War Aiden Lakefield etwa mehr als ein Frauenschmuggler, war er auch ein Waffendealer? Langsam verstand Kate Lakefield nicht mehr, wer war verdammt nochmal dieser Kerl.
„ Beckett." rief plötzlich Cpt. Montgomery aus seinem Büro, erst jetzt wurde Kate bewusst dass die anderen bei ihm waren. Sie lief schnell zu ihm und trat ein. „ Ja, Sir."
„ Ich wurde heute von der polnischen- und tschechischen Botschaft angerufen. Man hat die Leichen identifiziert."
„ So schnell?"
„ Wir hatten Glück, durch den Tod von Ewa Jalowy waren die Behörden alarmiert und hatten gleich die Bilder der Leichen eingefordert." Cpt. Montgomery reichte Kate die Bilder der Vermissten mit den Namen. „ Es handelt sich um Anka Piecek, Basia Pajak und Danuta Nowak aus Polen. Die anderen sind Ruzika Nemec, Zdenka Kucera, Jirschina Horák und Mila Cech aus Tschechien. Die Leichen sollen heute noch geholt werden." Kate blickte auf die Gesichter der Toten, warum wollten sie nur aus ihrem Land verschwinden und ein besseres Leben beginnen. Was hatten Sie jetzt davon? Ihre trüben Gedanken wurden just unterbrochen, als Special Agent Starr an die Tür des Büros klopfte. Er warte nicht darauf eine Einladung zu bekommen, sondern betrat Selbstbewusst, wie er war, das Büro des Captains. „ Ich habe Ihnen Luíz de Lima mitgebracht. Soll er in den Verhörraum?"
Kate blickte verwundert zu ihm, sie hätte nicht gedacht dass er sein Versprechen hält. Ryan war es der zuerst reagierte und Special Agent Starr hinaus führte und ihm den Verhörraum zeigte.
„Na Detective Beckett, darauf haben Sie doch gewartet. Machen Sie ihm Angst!" sagte Roy Montgomery und grinste. Kate verstand und nickte ihm schnell zu. Sie, Esposito und Castle verließen das Büro und gingen zum Observationsraum, als Kate durch das Fenster schaute und Luíz seelenruhig dasitzen sah, kochte die Wut in ihr. Aufgebracht lief sie aus dem Raum und machte ruckartig die Tür zu Verhörraum auf, Luíz zuckte erschrocken zusammen. Kate füllte mit ihrer Präsenz den kompletten Raum aus und knallte die Akte auf den Tisch. Die Detectives und Castle beobachten ihr auftreten und zogen merklich die Luft ein. „ Das wird hässlich." sagte Javier grinsend und holte einen Geldschein heraus. Andrew Jackson lächelte Ryan verführerisch an. „ Du wettest 20$?"
„ Yo, Mann bist du dabei?" Ryan überlegte noch, plötzlich legte Castle einen weiteren zwanzig Dollarschein in Javiers Hand. „ Ich bin dabei. Er überlebt keine 10 Minuten!" Siegessicher blickte er zwischen Ryan und Esposito hin und her. „ 10 Minuten, das wäre zu schnell. Ich sage Beckett verlässt ein Mal das Zimmer und danach ist er weich." Kevin blickte durch das Fenster und nickte zustimmend: „ Bin dabei. Er wird reden, wen Beckett gerade die Tür öffnen will." Die drei Männer schauten wieder interessiert durch die Scheibe und warteten.

„ Also Luíz, endlich lernen wir uns kennen. Ich bin Detective Beckett. Sie wissen bestimmt warum Sie hier sind, oder?" De Lima blickte Kate desinteressiert an und schüttelte seinen Kopf. Kate schlug die Akte auf und warf ihm das Bild von Ewa Jalowy hin. „ Kennen Sie diese Frau?"
„ Sollte ich?" Kate zog das Bild von Ewas Leichnam aus der Akte und legte es ihm hin. „ Sie kennen Ewa wohl eher so!" Sie sah wie Luíz leicht auf seinem Stuhl herum rutschte. „ Haben Sie sie getötet?"
„ Was soll das! Sie haben keine Beweise und halten mich hier fest!"
„ Keine Beweise! Wir haben Sie mit acht Leichen gefunden, dass heißt Normalerweise Todesstrafe!"
„ Da kann ich mich ja glücklich schätzen das es in unseren Bundesstaat keine mehr gibt." spottete Luíz und lehnte sich in seinem Stuhl zurück.
„ Sie wissen also nicht dass immer noch darüber diskutiert wird. Das ist jetzt auch egal Lebenslang werden Sie auf jeden Fall bekommen."
„ Mit welchen Beweisen, Detective." Kate lächelte ihn an und zog ein Blatt Papier aus der Akte.
„ Wir haben Ihre Fingerabdrücke auf den zwei Glock 18 Pistolen sichergestellt. Mit diesen Waffen wurden eindeutig alle acht Frauen ermordet. Reicht Ihnen das?"
„ Ich habe Sie nicht getötet, keine von Ihnen!" schrie plötzlich Luíz aufgebracht und sprang von seinem Stuhl auf. „ Setzen Sie sich." sagte Kate ruhig, aber bestimmend. De Lima hörte nicht auf sie und geisterte durch das Zimmer. „ Setzen!" schrie sie nun lauter, ihre immer noch beherrschte Stimme ließ Luíz zusammen zucken. Er lief wieder zu seinem Stuhl und setzte sich hin. Kate sah Panik in seinen Augen, aber auch Wut. „ Gut, haben wir das schon mal geklärt. Jetzt will ich wissen, wer hat Sie umgebracht?" Sie sah deutlich wie er mit sich kämpfte: „ Luíz, man hat Sie herein gelegt, wenn Sie mir nicht klar und deutlich sagen wer das war, gehen Sie in den Knast!"
„ Es war Aiden Lakefield." seine Stimme klang wie ein Wimmern, als er endlich verstand in welcher Lage er sich befand. „ Er hat herausgefunden das Sie." er zeigte auf Ewas Bild: „ eine Mitarbeiterin des OSZE war. Er hat sie umgebracht, ich sollte die Leiche entsorgen." Er machte eine Pause und blickte auf seine Hände, welche er nervös in einander verknotet hatte. „ Weiter Luíz, was ist danach passiert?"
„ Er hat nach dem die restlichen Mädchen erfolgreich angekommen waren, die zwei Russen getötet." Kate zog zwei Bilder aus ihrer Mappe, angeekelt blickte Luíz weg und nickte kurz. „ Aber war verdammt sauer über die Entwicklung, deshalb sagte er: Wir müssen alles vernichten! Ich… wusste nicht das er damit meinte alle zu töten, das müssen Sie mir glauben!" flehte Luíz und versuchte Kates Hand zu packen, schnell zog sie diese weg und lehnte sich an ihrem Stuhl zurück. „ Er hat einfach so Rachel getötet und später die Mädchen, danach reichte er mir die Waffen und sagte er würde kurz die Lage checken."
„ Sie lügen!" stellte Kate fest und funkelte ihn wütend an.
„ Nein, das tue ich nicht!"
„ Wir haben die Lagerhalle observiert. Ein Mädchen versuchte zu entkommen und wurde zurück gezogen. Waren Sie das?"
„ Nein, verdammt. Das war Aiden! Ich sollte Rachels Leiche verstauen und verstecken. Er hat alle getötet und ist danach abgehauen! Ich war danach im Büro und wurde von ihren Männern erwischt!"
„ Wo ist er hin, Luíz?"
„ Ich weiß es nicht, verdammt. Vielleicht hat er das Land schon verlassen!" Kate blickte sich die jämmerliche Gestalt vor sich an und wusste dass er nichts wusste. Als sie aufstand, schaute Luíz sie hoffend an. „ Werden Sie das dem Staatsanwalt sagen?"
„ Ich werde es erwähnen, aber versprechen kann ich nichts." Als Kate den Türknauf berührte hörte sie Luízs Stimme: „ Ich würde nach Florida fliehen und danach nach Kuba." Sie drehte sich zu ihm um und lächelte ihn an. „ Danke." damit verschwand sie und ließ einen am Boden zerstörten Luíz de Lima zurück. Beckett öffnete die Tür zum Observationsraum und wurde von Castle überrumpelt. Er küsste sie schnell und strahlte über beide Ohren. Verwirrt blickte Kate zu Javier, welcher zerknirscht zu ihr schaute, Ryan hingegen blickte genauso verwirrt wie Kate. „ He, Castle ich habe auch Recht gehabt."
„ Natürlich Honeymilk." er kramte in seiner Hosentasche nach einem zehn Dollarschein und reichte Ryan seinen Gewinn. „ Glück, Castle. Beckett dein Verhör war Spitze, was werden wir jetzt machen?" fragte Javier als Ablenkung.
„ Ich…ähm. Was habt ihr hier gemacht?" Unschuldig blickten die Männer zu ihr und stahlen sich aus dem Zimmer. Richard legte seinen Arm auf ihre Schulter und führte Kate zu ihrem Schreibtisch. „ Wir haben gewettet und ich hatte Recht." Glücklich über seinen Sieg, achtete er nicht auf Becketts Gesicht, er ließ plötzlich von ihr ab als sie leicht wütend sprach: „ Jungs, was fällt euch eigentlich ein zu wetten!" ertappt blickten sie in Kates Gesicht. „ ohne mich!" Verwirrt schauten die Jungs sie an und überlegten, ob Kate das gerade wirklich gesagt hatte. Castle war der Erste der ihren Scherz verstand und beugte sich zu ihr: „ Sexy, humorvoll, außergewöhnlich, ich glaube ich bin verliebt."
„ Du glaubst es?" fragte Kate leise, sie sah wie Ryan und Esposito versuchten etwas zuhören, doch nicht näher heran treten wollten.
„Nein, eigentlich bin ich mir sicher." Kate spürte seine Hände an ihrer Hüfte, doch bevor er sie küssen konnte drückte sie ihn leicht von sich. Sie sah seinen Schmollmund und musste grinsen, da war wieder der kleine Junge, der nicht das bekam was er wollte. Als Kate sich zu Ryan und Esposito drehte, blieb ihr Herz fast stehen. Verwirrt blickten die Detectives hinter sich und sahen Tom Demming.

Police Station
Twelfth Precinct Homicide Squad,
Madison Street, Manhattan
New York

Kate spürte Schuldgefühle in sich, doch der leichte Druck an ihrer Hüfte ließ sie wieder entspannen. Sie fasste unbewusste zu Castles Hand und strich leicht darüber. Javier dreht sich komplett zu Demming und begrüßte diesen freudestrahlend. „ Yo, Mann was machst du hier?" Tom blickte wütend von Castle weg und schaute Esposito an. „ Ich habe gehört, dass ihr Aiden Lakefield sucht." Auch Ryan hatte sich nun zu Tom gedreht und nickte ihm nur zu. Kate musste sich zusammen reißen ihn nicht anzustarren, deshalb blickte sie zu Ryan und lauschte dem Gespräch. „ Ja, warum?"
„ Wir haben sein Wagen gefunden auf der Interstate 295." antwortete Tom. „ Was habt ihr mit Ihm zu tun?"
„ Aiden Lakefield ist seit Jahren bei uns ein Verdächtiger. Wir haben leider nie Beweise gefunden, doch hat er vor 3 Jahren mit Komplizen versucht eine Bank zu überfallen. Wir haben seine Komplizen fassen können, doch Lakefield selbst konnte uns immer entwichen. Als ein Officer sein Auto fand, ließ er das Kennzeichen kontrollieren. So haben wir davon erfahren. Und eure nächtliche Razzia in diesem Lagerhaus ist in aller Munde." Richard blickte verwirrt zwischen den Männern hin und her: „ Ähm war Lakefield auch dort?"
Tom schaute zu ihm und hätte ihn am liebsten angeschrien, doch als er Kate anblickte und diesen Blick der Zufriedenheit sah, antworte ruhig und gelassen. „ Er ist weggerannt, als der Officer ihm helfen wollte. Jetzt hat er sich in einem leer stehenden Wohnhaus verschanzt. Ein paar Uniformierte stehen davor." Wie aufs Stichwort trat Capt. Montgomery zu ihnen. „ Ich habe gerade erfahren das Aiden Lakefield gefunden wurde. Nehmen Sie diesen Mann endlich gefangen." Ryan und Esposito nickten Montgomery zu und holten ihre Waffen aus dem Schrank, auch Kate steckte ihre Waffe zurück in das Holster und zog sich ihre Jacke an. „ Yo, Tom kommst du mit?"
„ Nein, ich habe noch Papierkram zu erledigen." Ohne sich zu verabschieden, ging er schnell aus dem Revier und drehte sich nicht um.
„ Ryan, ruf die Verstärkung." Ryan zückte sein Handy und wählte die Nummer, während er redete stiegen die Anderen in den Fahrstuhl und warteten auf ihn.
Javier und Kevin fuhren hinter Kate her. Castle spürte die drückende Stille und beobachtete Kate. Sie spürte seine Blicke, ließ sich dieses Mal, aber nicht ablenken und raste durch die Stadt.
„ Geht es dir gut, Kate?"
„ Ich bin nur konzentriert. Und bevor ich dort wieder damit anfangen muss, du bleibst im Wagen. Wenn ich dich auch nur aus dem Wagen treten sehe"
„ erschießt du mich?" unterbrach er sie und erntete einen wütenden Blick. „ Nein, ich habe nur 15 Kugeln, da werde ich keine verschwenden." Castle sah ihr kleines Grinsen und wusste wieder warum er sich in diese Frau verliebt hatte. „ Versprich mir einfach dass du im Auto bleibst und nicht den Helden spielen wirst." Kate sah seine gerunzelte Stirn und wartete auf seine Antwort. „ Ich kann dir das nicht versprechen." Bevor Kate ihn wütend anblicken konnte sah sie die Polizeileuchten und parkte hinter einem Polizeiwagen. Castle warte nicht auf eine Antwort von ihr, sondern sprang schnell aus dem Auto. Beckett folgte ihm und wollte Richard zurück ziehen, doch dieser stand bei einem Officer und redete, auch Ryan und Esposito traten zu ihm. „ Der Mann ist bewaffnet und hat die Tür verbarrikadiert. Wir könnten, aber von hinten durch die Tür stürmen. Was sagen Sie dazu Detective?" Erst jetzt hatte der Uniformierte zu Beckett geschaut und wartete. „ Ihre Männer werden an der Vordertür versuchen durch zukommen und wir gehen von Hinten rein."
„ Wollen Sie noch ein paar Männer?" Kate blickte zu Javier und überließ es ihm. „ Nein, je weniger wir sind desto besser." Der Officer nickte verstehend und ging zu seinen Männern. Die Detectives und Castle begaben sich wieder zu ihren Autos. Als Kate den Kofferraum öffnete und ihre Schutzweste heraus holte, sah sie die braune Tüte in der Castle Weste lag. Sie nahm die Weste heraus und reichte diese Richard, verwirrt blickte er zu ihr und nahm ihr die Weste ab. Als Richard sich diese gerade umschnallen wollte, spürte er Kates Hand auf seiner linken Schulter. Er blickte in ihre grünen Augen, Kate strich langsam seine Brust entlang und verharrte, wie er feststellen musste, auf seiner Narbe. „ Wenn du mit reingehst, was du auch tun wirst, will ich dass du hinter mir bleibst und wenn jemand schießt versteckst du dich, verstanden?" Ihre Hand lag immer noch auf seiner Narbe, doch jetzt blickte sie ihn direkt an. „ Versprochen." Richard nahm ihre Hand von seiner Brust und hielt sie fest, bevor Kate etwas erwidern konnte küsste er sie sanft. Er spürte das Kate in den Kuss hinein lächelte, er entzog sich von ihren Lippen und flüsterte leise in ihr Ohr. „Ich liebe dich." Richard blickte Kate an und sah ihren verblüfften Ausdruck, ihre Lippen standen ein kleinwenig offen, doch sah er auch etwas anderes in ihren Augen, bevor er sie fragen konnte tippte Kate auf seine Weste. „ Zieh sie an, damit wir endlich loslegen können." Amüsiert schaute Castle ihr hinterher und schnallte sich die Weste rum. Er lief hinter ihr her und versuchte mit ihr Schritt zuhalten. Javier und Kevin warteten bereits auf die Beiden an der Hintertür, Kate sah wie Esposito sein Schrotgewehr bereithielt und an der Tür stand. Als Kate und Castle bei ihnen ankamen, zog sie eine zweite Waffe aus dem Holster und reichte diese Richard. „ Sei vorsichtig damit. Ich will nämlich noch eine Nacht mit dir verbringen können." grinste sie ihn verschmitzt an und ging zu Javier, dieser nickte ihr zu und versuchte die Tür zu öffnen.
Leise quietschend ging diese auf, Ryan trat vor und leuchte mit seiner Lampe hinein. Langsam folgte ihm Javier und überprüfte alle Ecken. Sie befanden sich in einem langen schmalen Gang, welcher auf der rechten Seite nach unten in den Keller führte und geradeaus in den ersten Stock. Javier zeigte zum Keller und sah wie Ryan an ihm vorbei darauf zu lief. Vorsichtig lief er die Treppen nach unten und gelang an die Kellertür, dort rüttelte er leicht an dieser und stellte fest dass sie verschlossen war. Ryan ging die Treppen wieder nach oben und schüttelte seinen Kopf, leise flüsterte zu allen: „ Verschlossen."
Esposito ging weiter die Treppen nach oben und durchleuchte das Treppenhaus. Er sah auf der rechten Seite eine Tür, als er Ryan gerade das Zeichen geben wollte zu ihm zustoßen, sah er das die Tür aufgebrochen wurde, doch nun verbarrikadiert war. Langsam drehte er sich weiter zu den Treppen und durchsuchte weiter das Treppenhaus, als er sich felsenfest sicher war das niemand hier war, signalisierte er Ryan zu ihm zu kommen. Kate und Castle folgten ihm und gingen leise zur Eingangstür, vorsichtig versuchten sie die Bretter, welche daran lehnten, wegzuräumen. Als der Weg frei war, hörte Kate wie die Tür geöffnet wurde. Sie und Castle wurden durch die Taschenlampen geblendete und mussten sich weg drehen. Es traten sechs Uniformierte ein und verteilten sich in dem Treppenhaus. Leise schlich Javier weiter die Treppen hinauf, er gelang zur nächsten Etage und schaute sich um. Es waren drei Wohnungen vorhanden, alle Türen standen leicht offen. Er zeigte den Uniformierten, dass sie die Wohnungen durchsuchen sollten. Sie teilten sich auf, jeweils zwei durchsuchten eine Wohnung. Esposito, Ryan, Beckett und Castle liefen weiter die Treppen nach oben.
In der dritten Etage waren alle Türen abgeschlossen, Kate wollte erst auf die Uniformierten warten, doch plötzlich hörte sie Schritte über sich. Sie sah dass auch Javier die Geräusche hörte, sie wollte ihn gerade aufhalten, doch stürmte er schnell die Treppe nach oben, geschwind folgte sie ihm. Castle und Ryan standen verwundert da und warteten auf ein Zeichen von Kate.
Esposito hockte sich auf die Treppe und lugte leicht über den Treppenabsatz, er spürte das Kate ihm gefolgt war. Sie hockte sich hinter ihm und er spürte ihren Atem in seinem Nacken. „ Siehst du jemanden?" flüsterte sie leise zu ihm. Seine Antwort war ein leichtes Kopfschütteln, Javier blickte weiter und sah wie eine Wohnungstür offen stand, als er niemanden erblickte stand er leise auf und lief geduckt dorthin. Er stellte sich neben die Tür und wartete auf Kate, diese leuchte kurz die Treppen wieder nach unten, damit Ryan endlich zu ihnen aufschloss. Als sie die Schritte der beiden Männer hörte ging sie schnell zu Esposito. Javier trat leise an die Tür und stupste sie auf, langsam blickte er um den Türrahmen und leuchtete in die Wohnung. Die Aufteilung der Wohnung war eine ungünstige Lage. Javier leuchte den langen Gang entlang und sah auf der rechten Seite zwei Türen, genauso auf der linken. Geradeaus stand die letzte Tür einen Spaltbreit offen. Leise schlich Esposito in die Wohnung und ging den Gang entlang, als Ryan Kate erreichte zeigte sie ihm dass er Javier folgen soll. Kate blickte kurz zu Castle und betrat nun auch den Gang. Esposito reichte die Tür und hockte sich wieder hin, Ryan tat es ihm gleich nur Kate und Castle stellten sich an die rechte Wand und warteten. Javier stupste die Tür kurz mit seiner Hand an und zielte mit seinem Schrotgewehr in das Zimmer, durch seine aufmontierte Lampe wurde das Zimmer erhellt. Er lugte gerade nach links, als er eine Gestalt vorbeihuschen sah. Javier zielte in die Richtung, doch ein lauter Knall und ein Schmerz im Rücken ließ ihn taumeln. Er stürzte nach vorn und lag auf dem Boden, sein Schrotgewehr klemmte unter ihm. Jetzt sah er die Gestalt direkt vor sich, nur war Lakefield hinter ihm. Javier blickte in den Spiegel und ärgerte sich über seinen Fehler. Er wollte sich auf den Rücken drehen und sein Schrotgewehr nehmen, doch ein Gegenstand traf ihn an der Schläfe. Schwärze umnebelte ihn, erschöpft verlor er sein Bewusstsein.
Ryan musste mit ansehen wie sein Freund und Partner von einer Kugel getroffen wurde, er wollte ihn am Knöchel zurück zerren, doch gerade als er ihn fasste flog ein Gegenstand gegen Javiers Kopf. Ryan sprang schnell zurück in den Gang und hockte sich hin. Er spürte eine Berührung auf seiner Schulter und erschrak, kurz darauf sah er Kate hinter sich und entspannte sich wieder. „ Was ist passiert?" flüsterte sie aufgeregt. „ Esposito wurde getroffen. Er liegt bewusstlos in dem Zimmer."
„ Weißt du wo Lakefield steht?" fragte Castle neben Kate. „ Ich habe einen Gegenstand fliegen sehen, von rechts, aber Lakefield kann die Position geändert haben." Beckett checkte ihre Waffe und drückte Ryan gegen die Wand, er blickte verwirrt zu ihr als sie sich vor die Tür hockte. Erst jetzt verstanden Castle und er was Kate vor hatte. „ Nein!" riefen sie aus einem Mund. Kate beachtete sie nicht und drückte die Tür wieder auf. Sie blickte nach links und entdeckte Javier auf dem Boden, kurz zuckte sie zusammen als sie eine Gestalt in der Ecke sah, doch bei näherer Betrachtung sah sie das es ein Spiegel war. Ryan hatte Recht gehabt mit seiner Vermutung, durch den Spiegel wusste sie wo Lakefield stand. Kate versuchte mit ihrer Hand an Javiers Knöchel zu kommen und ihn zu rütteln, doch als sie ihn gerade packte sah sie im Spiegel wie Lakefield zu Esposito schaute, schnell zog sich Kate zurück und beobachtete.
Lakefield hatte ihre Hand nicht entdeckt, doch hatte er Esposito wiedererkannt, pure Wut erfasste ihn. Was sollte er jetzt tun? Er hatte diesen Bullen in den Rücken geschossen, doch war er sich sicher dass er eine Schutzweste trug. Im Moment war er bewusstlos, doch sollte er ihn lieber töten oder knebeln. Fieberhaft überlegte er, dann sah er dass die Tür geöffnet wurde, schnell rannte er dort hin und schlug sie gewaltsam zu. Er packte Javier unter den Achseln und zog ihn in die Ecke, dort stand ein Stuhl. Er setzte Javier darauf und rannte zurück zu seinem Schrotgewehr, mit der aufmontierten Lampe durchleuchte Aiden das Zimmer. Der Spiegel gehörte zu einem alten heruntergekommenen Schrank Lakefield riss die Tür auf und suchte nach etwas brauchbaren. Er hatte Glück und fand ein Stück Schnur, geschwind lief er wieder zu Esposito und band ihn an den Stuhl fest. Als er fertig war schlug er Javier ins Gesicht, damit er endlich wieder wach wurde.
Flatternd öffnete sich seine Augen, der Nebel lichtete sich nur langsam, doch als Javier versuchte seine Hände zubewegen spürte er die Schnur in sein Fleisch schneiden. Schnell hörte er auf sich zu bewegen und blickte zu Lakefield auf. „ Wir haben das Gebäude umzingelt, Aiden." Als Javier sein Satz beendet hatte, drehte Lakefield sich kurz um. Esposito sah die Wut an seiner Körperhaltung, er wollte gerade wieder etwas sagen, doch Aiden drehte sich abrupt um und schlug Javier in die Magengrube. Er sackte kurz zusammen, doch Aiden ließ ihn nicht mit einer Wucht schlug seine Faust in Javiers Gesicht ein. Esposito spürte dass ihn die Ohnmacht holen wollte, doch versuchte er wach zubleiben und spuckte das aufkommende Blut heraus. Aiden ging währenddessen zum Fenster und spähte heraus. Er konnte nicht viel sehen, dadurch er sich nicht sicher wahr ob vielleicht Scharfschützen in der Nähe waren, deshalb hielt er Abstand.
Als er wieder zu Javier lief, hörte er Schritte unter sich. „ Wie viele seid ihr?" fragte Aiden ruhig. Als Javier nicht sofort antwortete ernte er wieder einen Schlag in der Magengrube. „ Wie viele!" schrie er in sein Gesicht. Esposito spürte seinen Speichel auf seinem Gesicht und drehte angeekelt sein Gesicht weg. „ Wir werden dich überrennen, Aiden."
Javier hatte keine Gelegenheit den Schlag zu sehen, als ihn wieder die Schwärze holte. Sein Kopf sank auf seine Brust, Aiden trat gegen den Stuhl worauf dieser mit Esposito umkippte. Plötzlich hatte er eine Idee, er ging zurück zu Javier und band ihn los, schnell zog er ihm die Weste aus und fesselte ihn wieder an den Stuhl. Als Aiden die Weste festschnallte, griff er zu Javiers Schrotgewehr. Seine HK USP steckte er sich ein und hielt das Gewehr mit zwei Händen. Was hatte er zu verlieren, wenn er schon sterben musste wollte er noch ein paar Bullen mitnehmen!