Kapitel11 Time borrowed

Die folgenden eineinhalb Wochen vergingen für Harry wie im Flug. Er begann sich vollends an Dracos Anwesenheit zu gewöhnen. Wenn er ehrlich war, konnte er sich nicht mehr vorstellen, ein Leben zu leben, in dem der blonde Slytherin nicht den ganzen Tag um ihn herum wäre. Die meiste Zeit wurde beherrscht von duellieren, Hausaufgaben, langen Gesprächen und Zärtlichkeiten. Dracos warme Stimme schien ihn sogar in seine Träume zu begleiten, während die Alpträume gänzlich verschwunden waren. Auch Visionen hatte er keine mehr gehabt, seit der Nacht, in der er sich dem Blonden anvertraut hatte.

Dennoch dachte er am Tag hin und wieder an ein kleines Mädchen, mit schwarzen Locken und haselnussbraunen Augen. Er wollte wissen, wer sie war und ob er sie retten konnte. Als er sie gesehen hatte, war sie lebendig gewesen, auch wenn das Herz gefehlt hatte. War er möglich es wieder einzusetzen und ihr ein normales Leben zu ermöglichen? Oder wäre der Tod nach dem, was sie gesehen hatte, vielleicht sogar eine Wohltat?

Ebenso wie diese Gedanken, schwirrte auch der an das heran nahende Ende seiner gemeinsamen Zeit mit Draco, in seinem Kopf herum. Sie kamen aus unterschiedlichen Welten, das stimmte schon. Auch wenn sie einander gar nicht so unähnlich waren. Und es würde schwer werden, das zarte Band, das zwischen ihnen entstanden war, zu schützen und einander weiterhin sehen zu können. Wenn Harry ehrlich war, fürchtete er sich sogar vor dem Tag, an dem sich Tür zur Realität wieder öffnen würde und sie zurück geworfen würden, in eine Welt, in die sie nicht mehr passten. Der Raum hatte sie beide verändert, da war der Gryffindor sich sicher, und nun würden sie Menschen gegenüber treten, die sich wahrscheinlich gar nicht verändert hatten.

Seufzend schlug er das dicke Buch zu, in dem er seit über einer Stunde versucht hatte zu lesen, aber keine Konzentration gefunden hatte.

Draco blickte von seinen Hausaufgaben auf und legte die Stirn in Falten. Sein Anblick war Harry so vertraut, als hätten sie ihr ganzes Leben miteinander verbracht.

„Alles in Ordnung?", fragte er und stand auf, um zu dem Schwarzhaarigen hinüber zu gehen.

„Was glaubst du passiert, wenn wir in einer Woche wieder hier raus müssen? Wie geht es weiter?", gab der Gryffindor zurück.

Dracos Gesicht schien sich zu verfinstern. „Eigentlich will ich darüber nicht nachdenken, aber ganz ehrlich Harry, du wirst tun, was man von dir verlangt und Voldemort bekämpfen, während ich tun werde, was man von mir verlangt und mich ihm anschließe. Es war immer so, und es wird immer so sein. Ob ich das will oder nicht fragt keiner".

Harry nickte leicht. Wahrscheinlich hatte der Blonde Recht und es gab für sie beide wirklich keinen anderen Weg, als sich in das Schicksal zu fügen, das man ihnen auferlegt hatte.

Der Schwarzhaarige stand auf und brachte das Buch zurück zu seinem Schrank, in dem er es aufbewahrte, während Draco zum Fenster ging und nach draußen blickte. Es war mittlerweile Ende November und Frost zog sich über das Land. Dann und wann wurde der stete Regen bereits von leichtem Schnee abgelöst und so zeigten sich die ersten weißen Stellen im Gras.

„Wenn wir hier wieder raus kommen, dann sind bloß noch zwei Wochen Schule, bevor die Weihnachtsferien anfangen", sagte er seufzend.

Harry trat hinter ihn und schlang seine Arme um die Hüfte des Blonden, während er seine Stirn an dessen Schulter lehnte. „Du fährst nach Hause, oder?", fragte er und spürte, sie sich seine Eingeweide zusammen zogen. Der Gedanke daran Draco mehrere Wochen nicht sehen zu können schmerzte mehr, als er jemals geglaubt hätte.

Der Blonde schnaubte, während er seine Hände auf Harrys legte. „Ich habe keine Wahl. Es wäre mir lieber, hier zu bleiben, aber… Voldemort erwartet mich", seine Stimme klang erschreckend bitter und fast ein bisschen wütend.

„Du kannst immer noch mit Dumbledore reden und versuchen für den Orden zu arbeiten", gab der Gryffindor zurück. Irgendwie wollte er die Hoffnung nicht aufgeben, dass der Mensch, den er auf der Welt am Meisten liebte, doch noch an seiner Seite kämpfen würde.

„Das Einzige, das ich tun könnte, wäre als Spion zu arbeiten. Aber dafür muss ich das Dark Mark ebenfalls empfangen. Kein Weg führt daran vorbei nach Malfoy Manor zurück zu kehren".

Harry seufzte, ließ Draco aber nicht los. Er wollte seine Nähe spüren, solange er es noch konnte, wenn er ihn schon für einige Zeit würde aufgeben müssen. Sowieso würde sich bald alles ändern und er wusste nicht, wie viel von dieser Vertrautheit ihm dann noch bleiben würde.

„Was wirst du in den Ferien machen? Bleibst du hier?", fragte der Slytherin ruhig, aber ernst.

Harry stutzte kurz. Er hatte noch gar nicht darüber nachgedacht. Zu seinen Verwandten wollte er nicht, zu Ron konnte er nicht und eigentlich wollte er das auch nicht richtig. Vielleicht würde er Remus schreiben, und ihn fragen ob er die Ferien bei ihm verbringen könnte, denn ganz allein in der Schule zu bleiben klang auch wenig spannend.

„Ehrlich gesagt. So richtig weiß ich das noch nicht. Ich will nicht zu den Dursleys, allein hier bleiben will ich auch nicht und zu Ron kann ich nicht. Vielleicht frage ich Lupin", antwortete er.

„Lupin? Du magst ihn oder?".

„Er… ist der letzte lebende Freund meiner Eltern, das nächste zu einer Familie, das ich habe, seit Sirius… gestorben ist… Ich hatte immer erwartet nach dem Krieg mit den beiden zusammen zu wohnen oder so. Als Männerwohngemeinschaft. Aber wir können uns nicht immer aussuchen, was im Leben passiert", antwortete Harry.

Draco nickte leicht, was der Gryffindor mehr spürte, als dass er es sah, denn er hatte die Augen geschlossen, während er sprach, um die aufkommenden Tränen zurück zu drängen. Sirius Tod tat noch immer weh und die Vorstellung, dass er vielleicht mit ihm hätte zusammen leben können, machte es nicht leichter, den Verlust zu ertragen und mit der Leere zu leben, die sein Fehlen hinterlassen hatte.

„Dann solltest du ihm wirklich schreiben und ihn fragen", sagte der Blonde und drehte sich um, sodass Harry ihn ansehen musste. Draco lächelte sanft und hauchte dem Gryffindor einen Kuss auf die Lippen.

„Wir sehen uns doch auch weiterhin, wenn wir nicht mehr hier drin sind, oder?", fragte dieser vorsichtig, worauf hin der Slytherin leicht nickte.

„Ich weiß zwar noch nicht, wie wir es anstellen werden, aber ja, wir sehen einander, wann immer es geht. Das verspreche ich dir".


Albus Dumbledore drehte sich milde lächelnd um, als er hörte, wie Merik Parker den Raum betrat. Der junge Mann sah ernst aus, als er auf den Schulleiter zu kam und höflich nickte.

„Sie haben nach mir geschickt", sagte er knapp.

Dumbledore nickte zufrieden und vertiefte sein Lächeln. „Ja, ich hab nach Ihnen geschickt, Merik. Ich möchte mit ihnen über Harry sprechen. Er braucht einen Ort, an dem er sich über die Weihnachtsferien aufhalten kann. Ein Ort, an dem er keine Anfeindung fürchten muss und ganz er selbst sein kann. Im Klartext möchte ich, dass Sie ihn mit zu sich nehmen", erklärte er, ohne Umschweife.

Merik blickte erstaunt. „Ich? Warum sollte ich einen Schüler über die Ferien mitnehmen? Das geht nicht. Man würde annehmen, ich bevorzuge Mr. Potter", gab er zurück und schüttelte vehement den Kopf.

„Merik, ich bitte sie darum. Hier kann Mr. Potter nicht bleiben. Der Artikel im Daily Prophet hat einige Anfeindung bewirkt. Und bei Ihnen hätte er seine Ruhe, könnte weiter üben, um Voldemort aufzuhalten und wäre dabei gut betreut. Außerdem vertraut der Junge Ihnen".

„Aber ich bin nicht sein Vormund, wenn dann muss er zu seinen Verwandten. Dort ist er geschützt", erwiderte Parker.

„Ich diskutiere nicht länger darüber. Sie werden ihn mitnehmen, ohne Wenn und Aber. Der Junge braucht eine Bezugsperson, der er vertrauen kann. Jemand, von dem er weiß, dass er ihn nicht verraten wird".

Merik Parker wirkte noch immer nicht begeistert, aber er nickte. Dumbledore wusste, dass er gewonnen hatte. Noch immer war der alte Schulleiter Kopf des Ordens und damit war ihm Folge zu leisten. Parker würde ihm nicht länger widersprechen.

„Sehr schön. Sobald Sie Zeit haben, werden Sie mit Harry darüber sprechen. Ich möchte, dass der Junge möglichst viel Zeit hat, sich mit dem Gedanken anzufreunden", fügte Dumbledore hinzu, bevor er sich dem Fenster zu wand und das Gespräch damit beendete.


Draco hatte seine Arme um den schwarzhaarigen Gryffindor geschlungen, der neben ihm auf dem Bett saß. Harry hatte versucht, Lupin einen Brief zu schreiben, mit der Bitte darin, die Weihnachtsferien bei ihm verbringen zu dürfen, doch wann immer er ein paar Worte aufs Pergament gebracht hatte, verließ ihn die Kraft und er fand keine Worte mehr. Das mit an zu sehen hatte dem Slytherin das Herz zerrissen und irgendwann, als er es einfach nicht mehr ausgehalten hatte, seinen Freund so leiden zu sehen, hatte er ihm das Blatt aus der Hand genommen und erklärt, sie würden schon eine andere Lösung finden.

Seit dem saßen sie so auf dem Bett und Draco versuchte dem Gryffindor Trost und Wärme zu spenden, denn er wusste, dass Harry innerlich aufgewühlt war und im Moment wahrscheinlich mit den Bildern des Todes seines Paten kämpfte.

Außer ihm Kraft und Nähe zu geben konnte der Blonde jedoch nicht viel machen, um den Schmerz zu lindern. Für Harry hätte er Black von den Toten zurückgeholt, wenn das in seiner Macht gewesen wäre. Aber von den Toten kam man nicht mehr wieder und auch wenn Draco solche Verluste noch nie am eigenen Leid erfahren hatte, so glaubte er doch, dass der Schmerz, den solch ein Verlust hervorrief schlimmer war, als alles, was er je gefühlt hatte.

Harry saß auf seinem Schoß und hatte den Kopf an seine Schulter gelehnt. Seine Augen waren geschlossen, aber Draco konnte deutlich sehen, wie angespannt sein Kiefer war und die sonst weichen Muskeln fühlten sich, unter den Händen des Blonden, hart an. Der Gryffindor schien einen inneren Kampf auszutragen, an dem er niemand anderen teilhaben ließ oder lassen konnte.

Draco wusste nicht, wie lange sie noch so auf dem Bett sitzen würden, aber wenn er ehrlich war, interessiert es ihn nicht. Er würde einfach da sein, so lange Harry ihn brauchte, auch wenn es noch Stunden dauern würde. Er wollte helfen, wollte für den wichtigsten Menschen in seinem Leben da sein, in dem Moment, in dem er ihn brauchte. Er wollte wieder gut machen, was er fünf Jahre lang verpasst hatte und ihm zeigen, dass er sich nicht von Harry abwenden würde, wie Weasle und Granger es getan hatten.

Ein leises Knistern im Kamin und der Anblick der sich grün färbenden Flammen zog seine Aufmerksamkeit auf sich und auch Harry schien die Veränderung bemerkt zu haben, denn er hob den Kopf von Dracos Schulter und öffnete die Augen.

Eigentlich war es noch einen Tag zu früh, für Parkers Besuch und der Slytherin fragte sich, wer da wohl zu Besuch kommen würde. Natürlich saßen er und Harry in einer eindeutigen Position auf dem Bett, aber Draco hatte für sich bereits beschlossen, dass ihm egal war, wer sie so sehen würde. Er wollte den Gryffindor jetzt nicht loslassen.

Kurz darauf stand dann doch Professor Parker im Zimmer, der den beiden ein höfliches Lächeln schenkte, und anschließend mit seinen Augen auf Harry hängen blieb.

„Alles in Ordnung, Mr. Potter?", fragte er und Draco glaubte echte Sorge in seiner warmen Stimme zu hören. Seine Sympathien für den jungen Lehrer stiegen ein wenig.

„Ja, schon gut", antwortete der Angesprochene, wobei der Slytherin sich sicher war, dass er log.

„Gut. Ich wollte mit Ihnen reden, Mr. Potter. Wegen Ihrer Weihnachtsferien. Haben Sie schon was vor?", fragte Parker und setze sich auf einen der Schreibtischstühle.

Harry schüttelte den Kopf. „Nein. Ich dachte ich könnte bei Remus Lupin unterkommen, aber ich glaube das ist doch keine so gute Idee", antwortete er, diesmal sogar wahrheitsgemäß, wie Draco feststellte.

Parker nickte langsam; seine Mine war ernst und er schien über die nächsten Worte sorgfältig nach zu denken. „Was halten Sie davon, mit zu mir zu kommen und Weihnachten bei mir zu verbringen?", fragte er, seine schwarzen Augen fixierten Harry.

Draco wusste nicht, was er davon halten sollte. Ein Professor, der einen Schüler über Weihnachten zu sich einlud? Und dann auch noch ausgerechnet Parker? Wenn man den Blonden fragte, war da etwas im Busch, das er jetzt noch nicht durchschauen konnte.

Harry blinzelte leicht; Verwirrung stand in seinem Gesicht. „Warum sollte ich mit zu Ihnen kommen?", fragte er.

Parker lächelte für einen Moment freudlos, bevor er wieder ernst wurde. "Weil Dumbledore es so will", antwortete er.

Der schwarzhaarige Gryffindor nickte.

Dumbledore, ja damit hätte Draco eigentlich rechnen können. Wer sonst sollte auch dahinter stecken, wenn etwas Ungewöhnliches und Unerwartetes passierte? Der alte Schulleiter rückte seinen einzelnen Spielfiguren in Position, da war der Slytherin sich sicher.

„Ich schätze, ich habe eh keine andere Wahl, nicht wahr?", fragte Harry, seinen grünen Augen musterten den Lehrer gelassen.

„Nein, Mr. Potter, Sie haben keine Wahl. Professor Dumbledore hat bereits so entschieden. Seien Sie froh, dass man Ihnen ihre Verwandten erspart".

„Verstehe. Dann werde ich mitkommen", antwortete er, woraufhin Parker zufrieden nickte.

Draco wusste nicht, was er davon halten sollte. Auf der einen Seite wusste er, dass Harry dem Professor vertraute und dieser den Gryffindor mochte und ihm sicher helfen würde, gegen Voldemort. Andererseits konnte der Blonde ihn nicht leiden und er hatte Angst, dass Parker Harry vielleicht ausnutzen würde, wie es so viele andere taten.

Der junge Professor erhob sich von seinem Stuhl und ging wieder auf den Kamin zu. „Gut, Mr. Potter. Wir sehen uns dann in ein paar Tagen. Ich werde Dumbledore ausrichten, dass es Ihnen Recht ist, Weihnachten bei mir zu verbringen", sagte er, bevor er in den Flammen verschwand.

Harry seufzte und lehnte seinen Kopf wieder an Dracos Schulter. Dieser schloss für einen Moment die Augen, bis er die Stimme des Schwarzhaarigen vernahm.

„Tja, damit wäre mein Weihnachtsproblem gelöst", sagte er, aber in seiner Stimme lag keine Freude.

Der Blonde wusste, dass er sich tief im Inneren wünschte, zu Weasle fahren zu können, und mit ihm und seiner Familie das Fest zu feiern, so wie in den Jahren zuvor. Die Ferien bei Parker zu verbringen war für ihn nur eine Notlösung, die immerhin besser war, als allein in Hogwarts zu bleiben. Und Draco selbst hegte die stille Hoffnung, dass sie einander vielleicht einmal würden sehen können, denn Parker wusste um ihre Verbindung zu einander.

„Scheint so. Ich würde dir ja gerne anbieten, mit nach Malfoy Manor zu kommen, aber ich glaube, du legst keinen großen Wert darauf mit Voldemort das Fest der Liebe zu feiern, nicht wahr?", Draco lächelte leicht. Er versuchte die angespannte Stimmung zu lockern und Harry ein Lachen zu entlocken.

Und dieser lächelte sogar kurz, bevor er wieder ernst wurde. „Ich würde sehr gerne mit dir das Fest der Liebe feiern", flüsterte er.

Der Slytherin spürte, wie sich Wärme in seinem Bauch ausbreitete und Zuneigung über ihn hinweg wusch. „Ja, das würde ich auch gerne. Und ich verspreche dir, wenn ein Wunder geschehen sollte, und wir beide nächstes Jahr um diese Zeit in Frieden leben können, dann verbringen wir Weihnachten zusammen, wo immer du willst", antwortete er und küsste Harry zärtlich.

Auch ihn belastete die Vorstellung, dass dieser selbstverständliche Umgang mit dem Gryffindor bald ein Ende finden würde, aber im Gegensatz zu diesem versuchte er nicht darüber nachzudenken.

Harry schlang seine Arme um Draco und presste sich gegen ihn.

Die Hitze seines Körpers war durch die Kleidung noch immer deutlich spürbar, dennoch zog der Blonde ihn näher zu sich und küsste ihn ein weiteres Mal, diesmal weniger zärtlich und dafür mit mehr Leidenschaft.

Für die nächste Stunde wären alle Sorgen vergessen und sie beide wären glücklich, mehr zählte in diesem Moment nicht.


Hermione atmete tief durch.

Sie stand vor dem Büro von Professor Parker. Eigentlich wusste sie gar nicht, ob er Zeit für sie haben würde, aber das war ihr egal. Sie wollte mit dem Professor reden, egal, ob er das wollte oder nicht.

Sie klopfte gegen die alte Holztür, welche von allein aufschwang und ihr den Blick auf Parker hinter seinen Schreibtisch freigab. Er hob den Kopf und sah die Gryffindor mit zusammengezogenen Brauen an.

Mit einem Lächeln auf den Lippen ging Hermione auf ihn zu, und ließ sich auf dem Stuhl vor seinem Schreibtisch nieder.

„Ms. Granger, was gibt es?", fragte der Professor und lehnte sich in seinem Stuhl zurück. Seine schwarzen Augen ruhten auf Hermione. Sie konnte nicht sagen, ob er gerade ihre Gedanken las oder nicht, aber es war ihr auch egal, wenn sie ehrlich war.

„Ich möchte dabei sein, wenn Harry diesen Raum verlässt!", sagte sie gerade heraus und reckte das Kinn vor.

Parker begann ironisch zu lächeln und verschränkte die Finger auf dem Tisch. In seinen Augen leuchtete etwas, das Hermione nicht deuten konnte. „Ich finde es ja sehr schön, dass Ihre sonst so gut vertretene Intelligenz zurückgekommen ist, aber ich bin mir nicht sicher, ob Mr. Potter Sie sehen möchte. Was Sie und Mr. Weasley getan haben, ist nicht zu entschuldigen und ich glaube kaum, dass ich an Mr. Potters Stelle großen Wert auf ihre Anwesendheit legen würde", antwortete er mit schneidernder Stimme.

Nun senkte Hermione doch den Kopf und schaute zu Boden. „Ich weiß. Ich habe kein Recht, Harry sehen zu wollen. Ich habe seine Freundschaft nicht länger verdient und würde es verstehen, wenn er mich nicht mehr sehen will, aber ich möchte ihn nicht einfach aufgeben. Er ist mein bester Freund gewesen und ich möchte ihm beweisen, dass ich noch immer zu ihm stehen will. Eine Entschuldigung ist alles, was ich möchte. Aber nicht im Common Room von Gryffindor, wo uns alle ansehen werden und Harry sich rechtfertigen muss, sondern sofort wenn er raus kommt, damit er sieht, dass er das Alles nicht allein durchmachen muss", sprudelte sie heraus und richtete, nachdem sie geendete hatte, ihre braunen Augen wieder auf Parker.

Er sah sie gelassen an und hatte sich wieder in seinem Stuhl zurückgelehnt. „Ich verstehe, Ms. Granger. Also, wenn Sie mir hier und jetzt schwören, niemandem davon zu erzählen, werde ich Sie mitnehmen. Vielleicht ist es gar nicht so schlecht, wenn Harry von jemandem erwartet wird, wenn er den Raum verlässt".

Erleichterung durchflutete Hermione, als nickte. „Ich schwöre, ich werde niemandem davon erzählen!".


„Draco?"

Der Blonde richtete seine silbernen Augen auf Harry, der sanft lächelte. „Ja?"

Der Gryffindor räusperte sich. Er hatte die letzten zwei Tage damit verbracht, darüber nachzudenken, wie es ihnen gelingen würde, Kontakt zu einander aufzunehmen, ohne, dass jeder es gleich mitbekam.

Dafür hatte er zuerst alle Bücher von Parker noch einmal durchgeblättert, aber leider nichts gefunden, bis ihm dann in einem der Regale, die der Room of Requirements beherbergte, ein Buch mit dem Titel ‚Die vielfältige Verwendung eines Patronuszaubers' in die Hände gefallen war. In dem Buch wurde beschrieben, dass ein Patronus auch dazu genutzt werden konnte, Nachrichten zu verschicken und es war sogar möglich, in so zu verzaubern, dass er der Person, für die die Nachricht war, nur erscheinen würde, wenn sie allein wäre.

„Ich habe einen Weg gefunden, wie wir uns treffen können, wenn wir wieder aus diesem Raum raus sind", sagte Harry gerade heraus.

Draco zog beide Augenbrauen hoch, nickte dann aber zum Zeichen, dass er mehr hören wollte. Der Schwarzhaarige berichtete ihm von seiner Entdeckung und blickte ihn dann abwartend an.

„Klingt gut und sicher. Wir würden den Patronus des jeweils anderen erkennen und könnten nicht getäuscht werden. Die Frage ist nur, sind wir weit genug, um einen solch komplexen Zauber auszuführen?", fragte der Blonde, schien aber ansonsten zufrieden.

„Parker könnte es uns beibringen", antwortete Harry, ehe er über seine Worte nachgedacht hatte.

„Parker?", fragte Draco skeptisch.

„Ja, ich weiß, du magst ihn nicht, aber wenn jemand weiß, wie so ein Patronus zu verzaubern ist, dann er, da bin ich sicher"

Einen Moment lang sah der Slytherin unentschlossen aus, dann nickte er. „Gut, wir fragen Parker, wenn er heute Abend her kommt".

„Danke", hauchte Harry und küsste Draco sanft.

„Glaub aber ja nicht, dass er und ich jetzt Freunde werden. Ich will dich nur einfach wiedersehen und dazu ist mir jedes Mittel recht, auch wenn das bedeutet, dass ich mir von Merik Parker bei etwas helfen lassen muss", fügte er hinzu.

Harry lachte kurz auf. Ihm war klar gewesen, dass Draco nicht sehr begeistert wäre, sich von Professor Parker helfen zu lassen, aber manchmal musste man Opfer bringen.

„Zeig mir deinen Patronus", sagte Draco plötzlich und Harry blinzelte kurz, ehe ihm einfiel, dass der Blonde den silbernen Hirsch in der Tat noch nie gesehen hatte.

Der Schwarzhaarige nickte. „Gut, gehen wir rüber in den Übungsraum", sagte er und verließ das Schlafzimmer.

Der Übungsraum hatte sich nicht verändert, sondern war noch immer mit Kissen ausgestattet.

Harry ging in der Mitte des Raumes in Position und suchte in seinem Kopf nach einer glücklichen Erinnerung oder Vorstellung. Wie von allein kam ihm der Abend des Halloweenballs in Erinnerung und der erste richtige Kuss, den Draco ihm gegeben hatte.

„Expecto Patronum", rief Harry und aus der Spitze seines Zauberstabs brach der vertraute silbrigweiße Hirsch hervor, der nun vor den beiden jungen Männern stand und sie aus sanften Augen ansah.

„Ein Hirsch, damit hab ich ehrlich gesagt nicht gerechnet", gab Draco zu, ein amüsiertes Lächeln umspielte seine Lippen.

„Womit hast du denn gerechnet?", fragte Harry erstaunt, der sich gar nicht vorstellen konnte, dass sein Patronus eine andere Form haben sollte, als die seines Vaters.

„Naja, ich dachte da an einen Löwen oder so. Du bist doch der Vorzeige-Gryffindor, oder nicht? Es ist ja sicher auch kein Zufall, dass meiner eine Schlange ist", antwortete der Blonde.

„Ähm… ja… stimmt, das hätte durchaus sein können".

„Und woher kommt der Hirsch?"

„Mein Vater war ein Animagus und seine Tiergestalt war ein Hirsch, daher", erklärte Harry, ein Hauch Wehmut schwang in seiner Stimme mit. Die Erinnerung an James, oder besser, das Nichtvorhandensein eben dieser, machte ihn noch immer traurig und gab ihm das Gefühl, etwas Wichtiges im Leben verpasst zu haben.

Draco nickte nur verstehend und fragte nicht weiter.

Harry schenkte dem Blonden ein kurzes Lächeln, dann verließen sie gemeinsam den Raum und gingen ins Schlafzimmer zurück, in dem Merik Parker sie bereits erwartete.

„Guten Abend, Professor", begrüßte der Gryffindor ihn und lächelte kurz.

„Guten Abend. Wie geht es ihnen beiden?", Parkers schwarze Augen wanderten von Harry zu Draco und dann wieder zurück.

Der Schwarzhaarige straffte seine Schultern und schob das Kinn ein wenig vor. „Wir haben eine Bitte an Sie", sagte er gerade heraus, ohne auf die Frage seines Lehrers einzugehen.

Parker hob eine Augenbraue und sah sowohl Harry als auch Draco skeptisch an. „Worum geht es, Mr. Potter?"

„Nun ja, ich habe heute in einem Buch gelesen, dass man mit einem Patronus auch Nachrichten übermitteln kann. Wie geht der Zauberspruch dazu?"

Der junge Professor lachte kurz auf. Seine Gesichtszüge waren weiche geworden, fast wohlwollend. „Ah, ich dachte mir, dass Sie irgendwann danach fragen würden. Eine Schande, dass der Zauber im Buch nicht enthalten ist, nicht wahr? Aber ich bin gerne bereit, ihn Ihnen zu zeigen".

Harry nickte zufrieden, einen besseren Ausgang der Aktion hatte er sich nicht wünschen können.

Parker wollte bereits den Zauberstab heben, als Draco ihn mit erhobener Hand davon abhielt und sagte: „Für so was haben wir einen Raum".

Im ersten Moment sah der junge Professor nicht sehr begeistert davon aus, dass er unterbrochen worden war, dann nickte er jedoch und folgte seinen beiden Schülern in den Übungsraum, den sie kaum zehn Minuten zuvor verlassen hatten.

„Gut, zunächst beschwört ihr wie gehabt einen Patronus", begann Parker und hob seinen Zauberstab. Diesmal unterbrach Draco ihn nicht.

„Expecto Patronum"

Ein silberner Rabe brach aus der Zauberstabspitze des Lehrers und setzte sich auf den Boden vor ihm.

„Eine Nachricht zu übermitteln, ist nur mit einem gestaltlichen Patronus möglich. Wenn er sich vor euch manifestiert hat richtet ihr euren Zauberstab auf ihn und denkt erst an die Person, für die die Nachricht ist. Ihr müsst ihr oder sein Abbild deutlich vor Augen haben, sonst kann der Zauber nicht gelingen, dann denkt ihr an die zu übermittelnde Nachricht. Nur denken, nicht aussprechen, dass dient der Sicherheit, solltet ihr belauscht werden. Wenn ihr glaubt, auch das sei euch gelungen, benutzt ihr den Zauberspruch: Nuntio reportas. Verstanden?".

Harry blickte kurz zu Draco, dann nickten beide. Das klang an sich gar nicht so schwer, der Schwarzhaarige war sich aber sicher, dass es einen Knackpunkt geben würde, den er noch nicht sah.

Parker richtete seinen Zauberstab nun auf den Raben und sagte: „Nuntio reportas". Im nächsten Moment erhob sich der Patronus in die Höhe und landete auf Harrys Schulter. Er öffnete den Schnabel und sprach mit der Stimme des Lehrers: „Nun sind Sie dran, Mr. Potter".

Der Schwarzhaarige nickte und beschwor seinen Hirsch herbei, den Parker mit einem anerkennenden Nicken betrachtete.

In Gedanken stellte Harry sich seinen Professor vor, was ihm nicht allzu schwer fiel, denn er stand vor ihm. Dann kam die Nachricht: ‚Es klappt', sollte sie lauten, aber in dem Moment, in dem er den Zauberspruch sprach, glitten seine Gedanken dazu ab, was wohl wäre, wenn es ihm nicht gelänge. Ein kurzes Glühen ging von seinem Zauberstab aus, mehr passierte nicht.

Parker runzelte die Stirn. „Konzentrieren Sie sich, Potter", sagte er in rauem Ton.

Der Angesprochene nickte und versuchte es gleich noch mal. Diesmal achtete er darauf, den Satz nicht auch nur für den Buchteil einer Sekunde entgleiten zu lassen und als die magischen Worte über seine Lippen gekommen waren ging der Hirsch mit eleganten Schritten auf den Professor zu und sagte: „Es klappt".

Harry war erstaunt, wie merkwürdig es klang, dieses Geschöpf mit seiner Stimme sprechen zu hören und war froh, dass er nur selten dabei sein würde.

„Sehr gut, jetzt Sie, Mr. Malfoy".

Draco, der bisher nur schweigend zugesehen hatte, nickte leicht und beschwor die Schlange herbei, die Harry das letzte Mal im Klassenzimmer für Defence against the dark arts gesehen hatte. Als er ihre leuchtenden Augen sah, spürte er, wie die Angst in ihm hoch kroch. Ein Paselmouth zu sein war kein leichtes Los in einer Welt, in der Salazar Slytherin persönlich für dieses Talent bekannt gewesen war.

Angespannt presste er die Kiefer auf einander und wartete, bis Draco den Zauberspruch gesagt hatte, worauf hin sich die Schlange von Harry abwandte und auf Parker zu kroch, bevor sie ihm sagte, dass der Zauber funktioniere.

Diese vertraute, warme Stimme aus dem Maul des Reptils zu hören machte es dem Schwarzhaarigen etwas leichter, sich wieder zu entspannen.

„Ich sehe, Sie beide sind talentiert. Eine Schande, dass Sie ihr Können Voldemort zur Verfügung stellen wollen, Mr. Malfoy", sagte Parker. Der Blick, den er Draco zu warf, sprach Bände und Harry spürte, wie Wut in ihm hoch kochte, aber er wusste, er durfte es sich jetzt nicht mit einem Lehrer verscherzen, denn er hatte noch eine Frage.

Der Blonde neben ihm spannte sich kurz an, bevor er mit ruhiger Stimme antwortet: „Lassen Sie das nur meine Sorge sein".

Parker wollte grade etwas erwidern, als Harry dazwischen ging.

„Wie verzaubert man den Patronus so, dass er die Nachricht nur übermittelt, wenn der Empfänger allein ist?", fragte er.

Was auch immer sein Lehrer hatte sagen wollten, es ging verloren und stattdessen richtete er seine schwarzen Augen wieder auf den Goldjungen. „Das ist nicht schwer, wenn Sie den Zauber für die Nachricht gesprochen haben richten sie den Zauberstab abermals auf den Patronus und sagen: Solum Cognoscis. Daraufhin wird er selbstständig überprüfen, ob der Empfänger allein ist. Wenn nicht wartet der Patronus, bis dem so und ist übermittelt die Nachricht dann", antwortete er und demonstrierte es bei seinem Raben, der einen Moment bläulich leuchtete.

„Sonst noch Fragen, Mr. Potter?"

Harry schüttelte den Kopf und wies seinen Lehrer Richtung Tür.

„Gut, ich werde Sie beide dann allein lassen und Professor Dumbledore ausrichten, dass es Ihnen gut geht. Außerdem sollten Sie langsam anfangen, sich Gedanken für die Zukunft zu machen. Noch drei Tage, dann hört die Wirkung des Tranks auf und Sie können in den Schulalltag zurück", sagte Parker, bevor er in den grünen Flammen des Kamins verschwand.

Der Schwarzhaarige warf einen Blick zu Draco, der genauso wenig begeistert aussah, wie Harry selbst. Es war einfach komisch, zu wissen, dass außerhalb ihrer kleinen ‚Wohnung' der Schulalltag vor sich ging. Der Gryffindor fühlte sich, als sei er in einer anderen Welt, weit weg von dem, was Hogwarts ausmachte. In einem Leben, in dem er glücklich sein konnte, aber je mehr Zeit verging, desto stärker begann diese Vorstellung zu bröckeln.

Wie sollte ihr Leben weitergehen, wenn sich die Türen zur Realität wieder öffneten und ihre kleine, heile Welt in Scherben zerbrach?


Draco wusste nicht, was es war, das ihn an jenem Morgen so früh weckte. Vielleicht war es die Tatsache, dass er schon am Abend nicht gut hatte einschlafen können oder es war dieses merkwürdige Gefühl, das sich in seinem Bauch ausbreitete.

Seit drei Wochen war klar, dass sie am heutigen Tag in ihr altes Leben zurückkehren würden, aber am gestrigen Abend wäre Draco am Liebsten Amok gelaufen, so sehr war ihm der Gedanke zuwider. Und jetzt, als es soweit war, fühlte er noch etwas anderes. Etwas, das er in den letzten Wochen kaum wahrgenommen hatte und sich nun nur durch sein Fehlen zurück meldete.

Die Wirkung des Trankes hatte aufgehört.

Die Erkenntnis traf den Blonden wie ein Schlag und er wusste nicht warum, aber er fühlte sich leer und ausgebrannt. Ohne diesen Trank wären sie nie im Room of Requirements gelandet und er hätte es nie geschafft, Harry zu sagen, was er wirklich empfand.

Im nächsten Moment glaubte Draco, es müsse sich übergeben, so übel wurde ihm, aber gerade als er aus dem Bett flüchten wollte, wachte der Gryffindor auf und blickte ihn aus seinen schönen grünen Augen an. Heiße Eisen schienen sich in Dracos Magen zu legen. Er wusste nicht, wie er sich verhalten sollte und fühlte sich, aus einem Grund, den er nicht kannte, verraten.

Er schluckte hart. Tränen traten in seine Augen, er konnte sie spüren und versuchte sie zurückdrängen.

Harry hauchte ihm einen Kuss auf die Lippen, als wolle er ihm sagen, dass sich nichts geändert hatte, aber das stimmte nicht. Es hatte sich etwas geändert oder besser, verändert. Sie beide hatten sich verändert in den letzten drei Wochen. Sie waren nicht mehr dieselben und jetzt mussten sie zurück in eine Welt, die sich wahrscheinlich kaum verändert hatte.

„Ich… brauche Luft", sagte Draco viel zu schnell und verschwand im Bad, wo seine inneren Barrieren brachen. Er fühlte sich ausgenutzt und wusste nicht warum. Harry hatte das nicht beabsichtig und er würde den Blonden auch niemals ausnutzen, aber was sein Verstand genau wusste, schien sein Herz nicht zu verstehen.

Und wieder war es zum Verrücktwerden. Heiße Tränen strömten seine Wangen hinab und sammelten sich am Kinn, nur um dann auf die kalten Fließen zu fallen.

„Draco?", Harrys besorgte Stimme drang durch die Zimmertür zu ihm. Er hatte sie nicht versiegelt, aber der Gryffindor schien ihm dennoch die Freiheit zu geben, mit ihm zusprechen oder es eben bleiben zu lassen.

„Ich… ich komme sofort… warte im Schlafzimmer auf mich", rief er durch die Tür und musste erschreckt feststellen, wie rau und brüchig seine Stimme klang. Er wollte mit Harry reden, er wollte ihm sagen, was in ihm vorging und dass er sich ausgenutzt fühlte, auch wenn er wusste, dass es Unsinn war. Der Schwarzhaarige würde ihn verstehen, da war er sich sicher, wahrscheinlich sogar besser, als er sich selbst verstand. Draco brauchte nur noch etwas Zeit, um sich zu sammeln.

Fünf Minuten später öffnete er die Tür zum Schlafzimmer. Er wusste, dass seine Augen noch immer glasig und rot waren, während auf seinen Wangen die Spuren der Tränen noch deutlich zu sehen waren. Auch Harry sah nicht viel besser aus. Unsicherheit und Angst standen ihm ins Gesicht geschrieben und etwas, dass aussah wie unendlicher Widerwille. Draco ließ sich aufs Bett sinken und als er zu sprechen begann kam nichts als die Wahrheit über seine Lippen, auch wenn er wusste, dass der Trank nicht mehr wirkte.

„Ich komme mir so ausgenutzt von dir vor! Es ist Unsinn, ich weiß! Aber ich kann nichts gegen das Gefühl tun! Es ist, als hättest du mich nur in diesen Raum gebracht, damit das alles passiert! Ich weiß es stimmt nicht, früher oder später wäre es auch so passiert, immerhin haben wir uns auch ohne den Raum geküsst, nicht wahr?", brach es aus ihm heraus und er spürte, wie sich neue Tränen in seinen Augen sammelten.

Harry setzte sich neben ihn und schlang seine Arme um den Slytherin. „Ich weiß, wie du dich fühlst und es tut mir unendlich leid, dass ich dir das angetan habe, aber ich bereue nicht, was passiert ist. Ich würde es auch immer wieder tun, denn diese drei Wochen waren die schönsten meines Lebens", sagte er und auch ohne Wahrheitstrank wusste Draco, dass der Gryffindor nicht log.

„Ich bereue auch nichts", hauchte er und die Kälte in seinem Inneren schien langsam einer letzten, verzweifelten Wärme zu weichen, die sich wie die Ruhe vor einem tosenden Sturm anfühlte.

Ihre Zeit im Room of Requirements würde heute enden und auch wenn es sich im Moment anfühlte, wie ein Abschied für immer, so war Draco doch fest entschlossen, es nicht dazu kommen zu lassen.


Hermiones Herz schlug ihr bis zum Hals, als sie mit den Professoren Dumbledore, McGonagall, Snape und Parker zum Room of Requirements ging. Sie war unendlich froh, Harry wiederzusehen, aber zugleich hatte sie Angst vor seiner Reaktion. Würde er ihr verzeihen? Oder war ihre Freundschaft für immer verloren? Darüber wollte die Gryffindor lieber nicht nachdenken und konzentrierte sich stattdessen auf die Tür vor ihr, die noch immer verschlossen war. Ihre Vorfreude war kaum noch zu zügeln.

„Gut, die beiden werden den Raum gleich verlassen. Wir bringen sie dann zurück in ihre Schlafräume, damit sie Zeit haben, sich wieder an den Schulalltag zu gewöhnen", sagte Parker mit einem kurzen Blick auf Hermione, die aufgerecht nickte.

„Ms Granger, Sie und ich nehmen Mr. Potter mit, Professor Snape und Professor McGonagall bringen Mr. Malfoy in seinen Schlafraum.

Hermione nickte stumm. Ihr Bauch schien Purzelbäume vor Aufregung zu machen.

Endlich würde sie ihren besten Freund sehen und die Chance bekommen, sich zu entschuldigen.


Harry warf einen kurzen Blick auf Draco, der seine Tränen vom Morgen getrocknet hatte und nun seine übliche, unergründliche Mine aufsetzte.

Ein Seufzen entkam dem Schwarzhaarigen. Er wollte diesen Raum nicht verlassen und er hätte alles getan, um diese geliehene Zeit wieder zurück zu holen. Eine Zeit, in der es nur ihn und Draco gegeben hatte, nicht aber die Welt außerhalb der Flügeltüren.

Er wandte sich zu dem Blonden und griff nach seinen Händen. Ihre Augen fanden einander von ganz allein. Das vertraute Silber, das er so sehr vermissen würde, wenn er am Morgen erwachte.

„Was auch immer passiert, wie sehen uns wieder und das hier ist nicht beendet. Ich liebe dich, daran wird sich nichts ändern", sagte Harry.

„Ich weiß. Es wird nicht leicht, aber irgendwie… bekommen wir das hin", antwortete der Slytherin, ehe sich ihre Lippen zu einem letzten Kuss trafen.

Am Liebsten hätte der Schwarzhaarige seinen Freund an sich gezogen und nie wieder losgelassen, aber er wusste, dass er der Wahrheit ins Auge blicken musste und ihn sein Weg zurück führen würde, in eine Welt, in der er bloß ‚the Chosen-One' war und nicht ‚Harry Potter'. In dieser Welt war im Moment noch kein Platz für sie beide, aber der Gryffindor war fest entschlossen, sie zu genau dem zu machen.

Als sie sich von einander gelöst hatten wandten sich beide wieder der Flügeltür zu. Harry war unruhig und griff instinktiv nach Dracos Hand. Es war ihm egal, ob Snape und Dumbledore sie so sehen würden, im Moment brauchten sie einander und die Nähe und Vertrautheit, die der Slytherin Harry gab, konnte von nichts ersetzt werden.

Einen letzten Blick warfen sie einander zu und noch einmal war es, als ertrinke der Schwarzhaarige in den schönen Augen seines Freundes, dann öffnete sich die Flügeltür und ihr Weg in die Realität war geebnet.

Das nächste, was Harry sah, oder besser spürte, war etwas Lebendes, das mit großer Wucht gegen seinen Oberkörper prallte und zierliche Arme, die sich um seinen Hals schlangen. Vor seinen Augen wellten sich braune Locken, in seinen Ohren klang ein ‚Harry!'-Schrei, der ihm nur zu vertraut war und zugleich verschwand Dracos Hand aus seiner.

Hermione hatte sich ihm um den Hals geworfen, das wusste er sofort und im ersten Moment wollte er die Arme um sie schlingen und sich freuen, dass sie da war, aber dann kamen all die Erinnerungen an den Artikel im Daily Prophet zurück und sein Körper stand, wie steif, einfach nur da und wartete, dass sie junge Frau von ihm abließ.

Kurz drauf entfernte sie sich dann auch ein wenig und blickte ihm aus, von Tränen verschleierten, Augen entgegen. „Oh Harry! Ich hab dich so vermisst! Es tut mir so schrecklich leid!"

Der Angesprochene wusste nicht, was er dazu sagen sollte. Er blickte seine beste Freundin einfach nur schweigend an, bevor er zur Seite blickte und Dracos sah, der stur gradeaus blickte und im nächsten Moment ohne ein Wort auf Snape zu ging, der Harry einen kalten Blick zuwarf.

Sein Innerstes schien wie versteinert. Er wollte Draco nach, aber Hermione hielt ihn noch immer fest und schien nicht zu verstehen, was vor sich ging. In seiner Verzweiflung blickte er zu Parker, der neben Snape stand, aber keinerlei Anstallten machte, ihm zu helfen.

Er wollte Hermione abschütteln und zu Draco laufen und… ja und was dann? Mit ihm nach Slytherin gehen? Was kam wohl kaum in Frage. Sie waren wieder in der Realität und diese tat schon jetzt, nach wenigen Minuten, entsetzlich weh. Sie waren keine Feinde mehr, aber zeigen konnten sie das nicht. Von jetzt an würde ein Spießrutenlauf beginnen. Harry wusste, er würde den Blonden berühren wollen, aber in der Öffentlichkeit durfte er es nicht. Ihre Beziehung würde von nun an ein Versteckspiel sein, so lange, bis Voldemort vom Angesicht der Erde getilgt war.

Wenn Harry nicht ohnehin vorgehabt hatte, sich ihm zu stellen, weil es eben unumgänglich war, so hatte er nun auch einen persönlichen Grund, den Kampf gegen den Lord auf zu nehmen: Er wollte mit Draco zusammen sein!

„Ms. Granger, Mr. Potter, ich unterbreche ihr freudiges Wiedersehen nur ungern, aber es wird Zeit, dass sie alle in ihre Common Rooms zurückkehren", sagte Parker und warf einen kurzen Blick in die Runde.

Nun sah auch Harry sich um.

Ganz rechts von ihm standen Snape und Draco, der Blonde wirkte völlig ungerührt, aber der Gryffindor wusste, dass es nur eine Fassade war. In ihm brodelte es und Hermione hatte es sicher nicht besser gemacht.

Neben Snape stand Parker, der seine schwarzen Augen auf Harry geheftet hatte und ihn abwartend ansah. Und ganz links standen Dumbledore und McGonagall, denen man nicht ansehen konnte, was sie dachten. Harry wusste auch nicht, ob einem der Lehrer aufgefallen war, dass er und Draco einander an der Hand gehalten hatten, als sie aus der Tür getreten waren.

Hermione löste sich von ihm und lächelte kurz.

„Gut, die Professoren McGonagall und Snape begleiten Sie, Mr. Malfoy. Mr. Potter, Sie gehen mit mir und Ms. Granger", sagte Parker zufrieden.

„Wenn ich Sie noch kurz aufhalten dürfte", begann nun Dumbledore und trat vor. Er blickte kurz von Harry zu Draco und wieder zurück. „Ich möchte, dass die beiden Herrn morgen nach dem Unterricht zu mir kommen, bevor sie in ihr Wochenende starten. Ich möchte mit ihnen reden".

Draco nickte nur stumm und Harry tat es ihm gleich, woraufhin der alte Schulleiter zufrieden lächelte und dann den Lehrern zunickte, um zu zeigen, dass es nun an der Zeit war, die beiden wieder ihr altes Leben zurück zu bringen.

Der Schwarzhaarige warf einen letzten Blick zu Draco und glaubte sogar für einen Moment Traurigkeit in seinen Augen zu sehen, bevor sie wieder ausdruckslos wurden. Ihre Wege würden sich wieder trennen und sie in verschiedene Richtungen führen. Geliehene Zeit war ein tückisches Spielzeug, das Harry nie wieder unterschätzen würde.


Draco spürte die Blicke auf sich, als er gefolgt von den beiden Professoren, den Common Room der Slytherins betrat und auf sein Zimmer zusteuerte. Niemand traute sich, etwas zu sagen, aber er wusste, dass sie alle Gerüchte und Meinungen im Kopf hatten, zu dem, was zwischen ihm und Harry vorgefallen war, aber er war sich auch sicher, dass keiner von ihnen der Wahrheit nah kam, außer Blaise vielleicht.

Zwischen all den neugierigen Gesichtern erblickte er auch die seiner Freunde, die ernst und gleichzeitig anerkennend aussahen. Pansy schenkte ihm ein aufmunterndes Lächeln, als er an ihr vorbei ging, während Amanda sogar kurz die Hand hob, als wollte sie diese nach ihm ausstrecken, zog sie dann aber doch zurück.

Sie würden schon noch Zeit zum Reden bekommen, aber erstmal musste der Blonde seine beiden Begleiter loswerden, die ihm jedoch in sein Zimmer folgten.

Der gemütlich eingerichtete Raum war vertraut und fremd zugleich. Er hatte die letzten fünf Jahre hier verbracht, aber das Schlafzimmer, das er mit Harry geteilt hatte, war ihm mehr ein Zuhause gewesen, als dieses.

„Wie fühlen sie sich, Mr. Malfoy?", fragte Snape, während McGonagall schweigend hinter ihm stand.

„Ganz gut so weit", log Draco und ließ sich auf sein Bett fallen. „Ich schätze ich kann mich schnell wieder an den Alltag gewöhnen".

In diesem Moment war der Blonde froh, dass er seine Gedanken abschirmen konnte. Er wollte nicht, dass irgendjemand sah, wie es in ihm aussah. Wie weh es in seiner Brust tat und wie gerne er Granger geschnappt hätte und sie einfach von Harry weggerissen hätte.

„Können wir Sie dann allein lassen?", fragte McGonagall und der Blonde nickte bestätigend.

„Ja, können Sie. Sollte etwas sein werde ich mich schon melden, aber jetzt möchte ich Zeit mit meinen Freunden verbringen". Beide Lehrer schienen mit seiner Antwort zufrieden und verließen, nach einem letzten Blick, den Raum.

Endlich allein entkam ein Seufzer Dracos Lippen, von dem er nicht sagen konnte, ob es Erleichterung war oder doch die Sorge über das, was in den nächsten Wochen kommen würde.

Er war auch nicht sehr erstaunt, als sich die Tür wieder öffnete, kaum, dass die Lehrer den Raum verlassen hatten und vertraute blaue Augen ihn anblickten. Blaise kam mit ernstem Gesicht auf ihn zu und ließ sich auf den Schreibtischstuhl sinken. Er versiegelte die Tür mit einer magischen Barriere, dann musterte er seinen besten Freund intensiv.

„Wie geht es dir?", fragte er.

Draco verzog kurz das Gesicht und entschloss sich dann, doch die Wahrheit zu sagen. „Beschissen, wenn du es genau wissen willst".

Blaise lachte kurz auf, dann schnaubte er. „Ich habe mit nichts anderem gerechnet, wenn ich ehrlich bin. Also, was ist passiert in dreißig Tagen allein mit Potter in einem Raum? Hast du deine Obsession überwunden?".

„Nein habe ich nicht. Und wenn ich ehrlich sein soll, es wäre verdammt gut gelaufen, wenn ich kein Death Eater werden würde. Du hattest recht, Potter steht nicht auf Frauen".

Harry plötzlich wieder ‚Potter' zu nennen klang fremd und falsch in Dracos Ohren, aber er biss sich auf die Lippe und versuchte wenigstens ein bisschen, wie ein Slytherin zu sein.

Blaise hob derweil fragend eine Augenbraue, bevor Erkenntnis sich auf seinem Gesicht ausbreitete. „Sag bloß, ihr seid so was wie zusammen?"

„Ja", presste Draco zwischen zusammen gepressten Zähnen hervor.

„Draco! Was hast du dir dabei gedacht! Wenn der Lord das raus findet! Du kannst dich doch nicht einfach auf eine Beziehung mit Potter einlassen! Es ist schlimm genug, dass du dich in ihn vergucken musstest, aber ich dachte du weißt, wem du loyal bist!"

„Ich weiß, wem ich loyal bin, Blaise. Falls du es vergessen hast, ich war eingesperrt. Für verdammte dreißig Tage! Ich habe es mir nicht ausgesucht, aber ich bin hier und nicht bei Dumbledore, wo ich genau jetzt sein könnte, um ihm zu sagen, dass ich den Lord verrate".

Blaise hob abwehrend die Hände. „Lass gut sein, Dray. Ich habe keine Lust nach zehn Minuten wieder mit dir zu streiten. Ich hatte genug Streit mit Potters Gryffindor-Freunden in den letzten dreißig Tagen. Ich will nur, dass du nichts Dummes machst. Ich möchte meinen besten Freund weder jagen, noch töten und eigentlich will ich dir auch nicht wehtun, aber wenn Potter mir vor den Zauberstab läuft liefere ich ihn aus".

Draco stand auf und ging zum Fenster und blickte hinaus. „Dann tu, was du nicht lassen kannst! Und jetzt lass mich allein!".

Er drehte sich nicht um, sondern hörte nur, wie die Tür sich öffnete und dann wieder schloss.

Das Letzte, was er im Moment gebrauchen konnte waren Blaise Vorwürfe.


Hermione schenkte Harry ein aufmunterndes Lächeln, als sie vor dem Portrait der fetten Dame standen. Parker legte ihm eine Hand auf die Schulter, bevor die Gryffindor das Passwort sprach und das Portrait zur Seite schwang.

Alle Gespräche verstummten, als der Schwarzhaarige in den Common Room kletterte und die Köpfe drehten sich zu ihm. Er spürte Hermiones Hand im Rücken, die ihn Richtung Schlafraum drängte, während ihm alle Blicke im Raum folgten. Parker erschien rechts neben Harry und schirmte ihn von einigen neugierigen Augenpaaren ab, bis sie die Treppe erreichten.

Ohne es wirklich zu wollen hatte er nach Ron Ausschau gehalten, der Rotschopf war aber nirgendwo zu sehen gewesen. Nur Colin Creevey war ihm ins Auge gesprungen und der Junge hatte ihm sogar ein kurzes Lächeln geschenkt.

Harry wollte gar nicht wissen, welche Gerüchte über ihn und seinen Trank in der Schule kursierten. Der Schlafraum der Jungs war zum Glück ausgestorben, als die drei ihn betraten und Parker versah die Tür sogleich mit einem magischen Schutz.

Harry ließ sich auf sein Bett fallen und massierte kurz seinen steifen Nacken, während Hermione und Parker sich auf das benachbarte Bett setzten.

„Also Harry, wie geht es dir?", fragte der junge Lehrer. Seine Augen waren nun weich, wie selten zuvor.

Der Angesprochene ließ seinen Blick kurz über die beiden Anwesenden schweifen. „Es geht. Ist ein wenig… komisch", antwortete er.

Parker nickte verstehend. „Es wird seine Zeit brauchen, bis du dich wieder eingewöhnt hast und alles in geregelten Bahnen läuft. Ich würde dir empfehlen den Gerüchten, die in der Schule laufen keine Beachtung zu schenken und zu den Ereignissen gar nichts zu sagen, um das Ganze nicht noch weiter anzufeuern".

„In Ordnung, Professor. Ich wäre jetzt gern bisschen allein", antwortete der Schwarzhaarige.

Sein Lehrer erhob sich mit einem weiteren Nicken. „Gut. Wenn etwas ist, du kennst den Weg zu meinem Büro", sagte er und ließ die magische Barriere um die Tür sinken, damit er den Raum verlassen konnte.

Kaum schloss sich die Tür hinter Professor Parker, versiegelte Hermione sie wieder. „Also Harry, ich bin sicher, du bist wütend auf mich und das auch zu Recht, aber ich möchte mich dennoch bei dir entschuldigen", begann sie, ihre brauen Augen war gefüllt mit Bedauern.

Harry seufzte. „Hör mir zu Hermione, es ist viel passiert. Sowohl hier bei euch, als auch bei mir, in diesem Raum. Ich muss mich erst hier wieder einfinden und auch wenn ich dankbar bin, dass du mich abgeholt hast, kann ich dir so schnell nicht wieder vertrauen und verzeihen. Vielleicht irgendwann in der Zukunft, aber nicht jetzt", antwortete er ernst.

Sie schien ein wenig enttäuscht, nickte aber. „Es tut mir wirklich leid. Ich hätte nachdenken müssen, bevor ich blind in eine Sache hineinstürme. Ich hoffe, du kannst mir irgendwann verzeihen, Harry. Ich vermisse dich".

Hermione schenkte ihm ein letztes Lächeln, bevor auch sie den Raum verließ. Diesmal war es an Harry, die Eintrittsbarriere wieder aufzurichten und dann zum Fenster zu gehen.

Es war bereits dunkel draußen und Schnee bedeckte das Land. In zwei Wochen würden die Weihnachtsferien beginnen und zum ersten Mal in seinem Leben freute sich Harry kein Stück darauf.

Als er vor wenigen Monaten nach Hogwarts zurückgekehrt war, hatte er glaubt, es würde ein Schuljahr wie jedes andere auch werden, aber er hatte sich getäuscht und die Dinge hatten einen Lauf genommen, den er sich niemals auch nur erträumt hätte.

Als er sich umzog, die Barriere von der Tür entfernte und ins Bett schlüpfte, obwohl es noch nicht mal Zeit zum Abendessen war, wollte er einfach nur vergessen, dass er nicht mehr im Room of Requirements war, aber um sich völlig zu entspannen fehlte ihm Draco, an der sich in den letzten Wochen so sehr gewöhnt hatte und den er jetzt so sehr vermisste.

Warum war das Leben, was es war? Warum konnte er sich nicht einfach aussuchen, ein anderer Mensch zu sein, als Harry Potter the Chosen-One?

Kapitel11 Ende