Epilog There were Flames in my Dreams

Es waren Flammen in meinem Träumen"… Die Worte hallten durch Dracos Verstand, ein ewiges Mantra, das nie verschwinden würde. Wie oft hatte er diese Worte gehört? Wie viele Tage hatten mit genau diesen Worte begonnen? So viele Jahre waren vergangen und noch immer war es die erste Frage am Morgen eines jeden neuen Tages. ‚Wovon hast du geträumt?'. Irgendwann hatte sich diese Frage zum Ritual entwickelt und über Jahre hinweg war Harrys einzige Antwort ‚Es waren Flammen in meinen Träumen' gewesen.

Der Sieg über Voldemort hatte ihn alles gekostet, was er zu geben gehabt hatte und die Schuld, der Selbsthass und der Schmerz hatten ihn Nacht um Nacht in seinen Träumen verfolgt. Immer und immer wieder musste Harry den Moment erleben, als die Flammen, welche er selbst in all seinem Hass, erschaffen hatte, Voldemort verschlagen und nur Asche zurück ließen. Diesem einen Moment, in dem Harry Potter sich gestattet hatte, zu hassen, folgte nun ein Leben der Reue und des Bedauerns.

Draco seufzte, als er versuchte seinen Geist zur Ruhe zu zwingen. Der Krieg lag neun Jahre zurück und die Worte ‚Es waren Flammen in meinen Träumen' wurden immer seltener. Langsam kehrte die Normalität zu ihnen zurück und dennoch fragte Draco seinen Freund jeden Morgen nach dessen Träumen. Eine Zeit lang war Harry sogar dazu übergegangen Dreamless Sleep Potion zu nehmen, doch die Gefahr einer Abhängigkeit war Draco zu groß geworden und er hatte es stattdessen vorgezogen, Harry beizustehen in den vielen Nächten der Alpträume.

Kurz schloss der ehemalige Slytherin die Augen, um die Gedanken an jene trüben Tage aus seinem Geist zu vertreiben. Harry lag neben ihm im Bett und schlief ruhig und sanft. Es gab keinen Grund unruhig zu sein. Doch gerade, als er versuchen wollte, wieder in den erholsamen Schlaf zurückzusinken öffnete sich mit einem leisen Knarzen die Schlafzimmertür und ein kleiner Schatten kam herein.

Draco richtete sich auf und stützte sich auf die Ellenbogen, um besser sehen zu können. Der Schatten näherte sich mit kleinen Schritten dem Bett und zog dabei einen großen Teddy hinter sich her. Sie war kaum mehr als einen Meter groß und trug ein weißes Nachthemd mit rosa Schmetterlingen darauf. Das lange, schwarze Haar stand unordentlich von ihrem Kopf ab und die haselnussbraunen Augen blickten verschlafen zu Draco, als sie vor dem Bett zum Stehen kam, und die Arme hob.

Kopfschüttelnd richtete Draco sich vollends auf und hob seine Adoptivtochter zu sich und Harry aufs Bett. Als er die Fünfjährige neben sich auf die Matratze gesetzt hatte legte er einen Finger auf seine Lippen, um ihr klar zu machen, dass sie leise sein sollte.

Ayliv war vielleicht nicht die Tochter seiner Lenden, aber definitiv die Tochter seines Herzens. Vor fünf Jahren hatten er und Harry sie aus einem Kinderheim für magisch begabte Kinder geholt. Kingsley hatte zu dieser neuen Institution beigetragen, die Teil der Neuordnung war. Auf diese Weise sollte verhindert werden, dass Tom Riddles Schicksal sich wiederholte.

Für Harry und Draco war es ein Geschenk gewesen, denn keiner von beiden hatte sich je von dem Gedanken an Voldemorts unschuldigstes Opfer lösen können. Ayliv war ihnen nie aus dem Kopf gegangen und somit war auch klar gewesen, dass ihre kleine Tochter nur diesen Namen würde tragen können – zusammen mit ihrem Zweit- und Drittnamen, versteht sich. Ayliv Narcissa Lillian Potter-Malfoy. Kein Kind auf der Welt hatte einen wohl abgedroscheneren Namen als sie, aber dennoch hatten Harry und Draco sich genau dafür entschieden. Ayliv repräsentierte alles, was den Krieg ausgemacht hatte. Ihre Namen beinhalteten all die Opfer, die hatten gebracht werden müssen, aber sie standen auch für die Liebe, welche letztlich zum Sieg geführt hatte. Sie war die Zukunft.

Und obwohl die beiden nicht verheiratet waren, hatte sie sich dafür entschieden, ihrer kleinen Tochter beide Nachnamen mitzugeben. Sie vereinte ihre beiden Familien auf mehr als eine Art und sie war ihr ganzes Glück.

Besonders für Harry war sie ein Anker in stürmischer See gewesen. Erst als Ayliv in sein Leben getreten war, hatte Draco das erste echte Lächeln auf Harrys Gesicht gesehen. Ihre kleine Prinzessin hatte den Saviour auf eine Weise geheilt, zu der niemand sonst in der Lage wesen war. Nicht einmal Draco selbst.

„Daddy? Schläft Daddy Harry?", fragte Ayliv mit leiser, kindlicher Stimme. Oft erinnerte sie ihn (Draco) an seine Mutter. Hell wie Glocken und sanft wie Schnee war die Stimme des kleinen Mädchens und in diesem Fall etwas rau vom Schlaf.

„Ja mein Schatz, Daddy Harry schläft, also musst du schön leise sein", antwortete Draco mit einem Lächeln, während Ayliv den Kopf nach rechts drehte und zu ihrem anderen Vater blickte, bevor sie energisch nickte und sich an ihren blonden Vater kuschelte.

„Daddy Harry hat keine bösen Träume", flüsterte das Mädchen und zog den Teddy von ‚Aunty Hermione' näher an ihren kleinen Körper. Draco spürte, wie sich sein Herz zusammenzog. Natürlich wusste sie es. Sie wusste, wie schlecht es ihrem Daddy zuweilen ging und feinfühlig wie sie war, waren auch Harrys Alpträume ihr nicht verborgen geblieben.

„Nein, zum Glück nicht. Du solltest jetzt auch versuchen zu schlafen", erwiderte Draco und schlang die Arme um seine kleine Tochter. „Nicht, dass wir Daddy Harry noch wecken".

Ayliv nickte gegen seine Brust und entspannte sich in der väterlichen Umarmung.

„Ihr beide seid nicht sehr gut darin leise zu sein", antwortete seine verschlafene, aber belustige Stimme von rechts, woraufhin Vater und Tochter die Köpfe hoben und in der Dunkelheit zu Harry hinüber sahen, der sich schmunzelnd auf die Ellenbogen gestützt hatte.

„Daddy Harry!", rief Ayliv, und schlag, den Teddy völlig vergessend, die Arme um den Hals ihres anderen Vaters. Natürlich wusste sie, dass Harry und Draco nicht ihre leiblichen Eltern waren, aber sie hatte weder dies, noch die Tatsache, dass sie zwei Väter hatte, bisher hinterfragt und für Draco fühlte es sich sowieso so an, als wäre sie seine Tochter. Oder besser ihre, da er und Harry sie gleichermaßen liebten.

Harry lächelte und drehte sich vollends zu seinem Freund und seiner Tochter um, sodass sich die Fünfjährige zwischen ihn und Draco kuscheln konnte. Geschützt von den Körpern ihrer beiden Väter schlief die kleine schließlich ein. Draco schenkte seinem Freund ein kurzes, liebevolles Lächeln, als dieser sich nach vorn lehnte und dem Blonden einen sanften, beinahe keuchen Kuss auf die Lippen hauchte.

Der ehemalige Slytherin liebte diese Küsse. Der jugendliche Hunger war ihnen entwachsen (wenn er auch in bestimmten Momenten zurückkehrte) und einem tief gehenden Vertrauen gewichen, das keinen Zweifel dafür ließ, dass Harry ihn liebte, ganz egal wie schwer die letzten Jahre gewesen waren. Bis aufs Mark erschüttert und seelisch in tausend Teile zersplittert war Harry aus dem Krieg hervorgegangen, gefangen in Schuld und Selbstverachtung. Damals war es Draco zufallen, sein eigenes Leben gänzlich in den Hintergrund zu stellen, um Harry die Chance zu geben nach und nach zu heilen. Heute, nach neun Jahren, war der Schwarzhaarige noch immer fragil, aber sie hatten sich ihr Glück gemeinsam zurück erkämpft.


6 Jahre später

„Komm Ayliv! Genug getrödelt! Gestern warst du noch ganz versessen darauf, dass es endlich losgeht!", rief Harry seiner elf Jahre alten Tochter zu, die mit großen Augen die Züge auf dem Bahnhof beobachtete. Natürlich hatte sie bisher selten Schnellzüge gesehen, wie sie die Muggle verwenden und war entsprechend neugierig. Allerdings glaubte Harry, dass dies nicht der einzige Grund dafür war, dass seine Tochter zu trödeln begann. Obwohl sie gestern noch voller Vorfreude gewesen war, fürchtete sie heute doch auch ein wenig den Abschied von ihren beiden Vätern.

„Harry hat Recht, wenn du nicht gleich am ersten Tag zu spät kommen willst, solltest du dich beeilen", erklärte Draco über die Schulter zu seiner Tochter. Sie waren eine nicht perfekte aber glückliche kleine Familie. Zufrieden ließ Harry seine Hand in die seines Freundes gleiten und schenkte ihm ein Lächeln. Der Abschied von ihrer kleinen Tochter fiel keinem der beiden leicht.

„Komme schon!" rief Ayliv und holte zu ihren Vätern auf, welche ihren Kofferwagen vor sich her schoben. Harry musste gestehen, sie war verwöhnt, aber weder er, noch Draco war je in der Lage gewesen, ihr einen Wunsch abzuschlagen.

An der Absperrung zwischen den Gleisen 9 und 10 blieben die drei stehen und Harry reichte seiner Tochter den Koffer und den Käfig mit ihrer geliebten Katze Shiva darin. „Hier, ich glaube kein anderes Kind heute muss sich den Wagen von ihren Eltern schieben lassen", sagte er und grinste dabei.

Für elf Jahre alte Mädchen war es sehr wichtig, möglichst ‚cool' und erwachsen zu wirken, aber Koffer schiebende Väter fielen nicht unter diese Kategorie, weswegen Ayliv eilig ihren Kofferwagen schnappte und auf die Absperrung zuging, durch welche sie einen Augenblick später verschwand.

Draco lachte leise neben Harry und hauchte ihm einen Kuss auf die Wange. „Welch grandiose Idee", schnurrte er, ehe der Gryffindor von seinem Freund mit durch die Absperrung gezogen wurde.

Auf der anderen Seite stand bereits die rote, dampfende Hogwarts Lock und der Bahnsteig war überfüllt mit Schülern und Eltern, die überall in kleinen Gruppen zusammenstanden und sich unterhielten. Links von ihnen konnte Harry die ersten bekannten Gesichter erkennen: Ron Weasley und seine Frau Susan Bones – Weasley. Sie begleiteten ihren vierzehn Jahre alten Sohn Conor, welcher auch der Grund für ihre Ehe war. In der Hitze der ersten Wochen nach dem Krieg hatten die beiden eine eher unverbindliche Affäre begonnen, waren jedoch schon bald darauf mit ihrem ersten und einzigen Kind beschenkt worden. Für beide war es ein Schock gewesen. Hätte Harry zu diesem Zeitpunkt über irgendetwas lachen können –das wäre es gewesen.

Kurz blickte Ron zu ihm herüber und winkte unsicher. Seitdem Harry und Draco nach dem Krieg auf eigenen Wunsch hin, ihre Beziehung öffentlich gemacht hatten, war Harrys Verhältnis zu Ron weiter abgekühlt. Manchmal stimmte es ihn traurig, dass sie sich keine Freundschaft auf Lebenszeit hatten erhalten können, aber die Bande zu Hermione waren dafür umso stärker.

Neben Ron standen Bill und Fleur mit ihren Kindern Victoire, Dominique und Louis, wobei Louis noch zu jung war, um nach Hogwarts zu fahren und nun ungeduldig am Umhang seines Vaters zog. Im Gegensatz zu Ron, schien Fleur höchst erfreut, als sie Harry erblickte und schenkte ihm eines, ihrer strahlenden Lächeln.

„Wenn ich nicht wüsste, dass sie mit Weasley verheiratet ist, würde ich denken, sie hat Interesse", flüsterte Draco, während Ayliv vor ihnen her über den Bahnsteig ging.

Harry kicherte leise. „Also immerhin ist sie blond", erwiderte er und fing sich dafür einen halbherzigen Stoß in die Seite ein.

„Da vorne ist Aunty Hermione!", rief Ayliv und beschleunigte ihre Schritte, sodass auch ihre beiden Väter gezwungen waren schneller zu gehen. Und tatsächlich standen Hermione und Oliver Wood einige Meter weiter am Bahnsteig. Während Oliver bereits zu ihnen blickte war seine Frau noch damit beschäftigt, ihrer ebenfalls elf Jahre alten Tochter Amalia den genauen Standort der Bibliothek zu erklären, während ihre jüngere, neunjährige Tochter Aurora ebenfalls gespannt zuhörte.

Erst als die drei sie erreichten, blickte sie auf und lächelte.


Hermione Wood konnte ein Lächeln nicht unterdrücken, als ihre beiden besten Freunde auf sie zukamen. Harry und Draco wirkten, wann immer man sie sah, so unzertrennlich und unerschütterlich, dass Hermione sie manchmal beneidete. Gab es bei diesen beiden jemals Streit? Oder standen sie einfach über allen anderen Paaren, weil sie so dankbar sein mussten, überhaupt zusammen zu sein?

„Harry! Draco!", begrüßte sie die beiden und zog ihren besten Freund in eine innige Umarmung. Dracos Begrüßung bestand zwar nicht aus Körperkontakt, war aber darum nicht minder herzlich. Hermione respektierte nur einfach, dass der Blonde den Kontakt zu anderen eher scheute. Auch Harry war eine lange Zeit lang mit körperlicher Nähe völlig überfordert gewesen. Während seine Seele heilen musste, konnte er Berührungen nur schwer ertragen und schreckte bei Fremden völlig davor zurück. Heute, das wusste Hermione, kostete es ihren besten Freund noch immer Überwindung, aber er hatte gelernt, damit umzugehen.

„Na Jungs, freut ihr euch schon auf die kinderfreie Zeit?", fragte Oliver grinsend und legte seiner Frau einen Arm um die Schulter. Nach dem Krieg und vor allem den Geschehnissen in der finalen Schlacht waren Hermione und Oliver einander näher gekommen und hatten bereits 2 Jahre nach Voldemorts Tod geheiratet.

„Ich glaube eher es wird ab jetzt verdammt langweilig", antwortete Draco und warf einen kurzen Blick auf seine Tochter, die sich bereits überschwänglich mit Amalia und Aurora beschäftigte. „Ihr habt ja immerhin noch die kleine".

„Du hast Recht, ich würde es vermutlich nicht ertragen, wenn es plötzlich so gänzlich leer im Haus wäre", stimmte Hermione zu und strich mit einer Hand über die braunen Haare ihrer jüngeren Tochter.

„Gut, dass du uns daran erinnerst", maulte Harry, lächelte dabei aber.

„Da fällt mir ein, wir haben euch noch etwas mitzuteilen", begann nun Oliver und blickte die beiden besten Freunde seiner Frau deutlich grinsend an. „Wir werden nochmal Eltern!".

„Was!?", entkam es Harrys Lippen als er zwischen Hermione und Oliver hin und her sah.

„Ja, er hat Recht. Ich bin wieder schwanger. Ein Junge vermutet der Heiler in St. Mungo's"

„Herzlichen Glückwunsch. Habt ihr schon einen Namen?", fragte Draco und blickte kurz zu Harry. Schon länger stand auch zwischen den beiden das Thema im Raum, ein weiteres Kind zu adoptieren, auch wenn Ayliv schon elf war. Hermione wartete eigentlich nur darauf, dass es endlich so weit war.

„Ja, der Kleine soll Liam heißen", antwortete sie lächelnd und warf einen Blick auf ihre magische Armbanduhr. „Kinder, es wird Zeit. Der Zug fährt gleich", setzte sie nach und beugte sich zu Amalia um sie in eine Abschiedsumarmung zu ziehen. Aus den Augenwinkeln konnte Hermione beobachten, wie sich auch Harry und Draco schweren Herzens von ihrer Tochter verabschiedeten.

„Und dass du uns bloß jede Woche schreibst! Und natürlich morgen früh! Dein Vater und ich brennen darauf zu wissen, in welches Haus du kommst", erklärte Harry einer schwarzhaarigen Tochter. Hermione konnte ein Grinsen nicht unterdrücken, während sie Amalia noch immer im Arm hielt. Schon seit Ayliv ein kleines Kind gewesen war hatten ihre Väter versucht ihr scherzhaft das eigene Haus näher zu bringen. Hermione persönlich hoffte darauf, dass die kleine nach Ravenclaw kommen würde, schon allein um ihre Väter endgültig zum Schweigen zu bringen.

„Ja, ja Daddy, ich werde euch schreiben", winkte das schwarzhaarige Mädchen ab und griff nach Koffer und Katze, um zum Zug zu gehen. Als sie in der Wagentür stand, drehte sie sich jedoch nochmal um und strahlte ihre beiden Väter an. „Ich hab euch lieb!".

Während Amalia nun ebenfalls zum Zug eilte konnte Hermione sehen, wie Draco einen Arm um Harry Hüfte legte und ihn näher zu sich zog. Es war noch immer wie ein Wunder, dass die beiden so glücklich miteinander sein konnten.

Mit einem Lächeln blickte Hermione zu ihren beiden besten Freunden und war einmal mehr dankbar, für das Glück, das die beiden sich aus der Asche des Krieges aufgebaut hatten.


Harry seufzte leise, als er gefolgt von Draco durch die Tür des gemeinsamen Hauses trat. Er liebte dieses Haus, das sie gebaut hatten, als sie bereits beschlossen hatten, dass sie Ayliv adoptieren würde. Draco hatte Malfoy Manor nach dem Krieg sobald als möglich verkauft, denn er verband nichts als Schmerz mit dem Ort, an dem seine Mutter gestorben war.

Natürlich hätte ihre kleine Familie bereits vom Erlös des Anwesens gut leben können, doch die beiden hatten beschlossen, arbeiten zu gehen und sich nur ein kleines Haus zu bauen, das zwar alle ihre Bedürfnisse erfüllte, aber nicht opulent oder dergleichen war.

Nun würde dieses Haus um einiges leerer und leiser werden, ohne den kleinen Wirbelwind, der Harry und Draco Tag und Nacht auf Trab hielt.

Harry hängt seinen Reiseumhang an den Hacken neben der Eingangstür und ließ kurz die Schultern kreisen, ehe er über die Schulter zu Draco blickte. „Es wird verdammt leise hier, ohne sie", bemerkte er etwas wehmütig.

Mit einer Hand strich er durch sein noch immer stets unordentliches Haar, als er spürte, wie sich starke Arme um seine Hüfte schlangen und er mit sanfter Gewalt gegen den Körper des Blonden gezogen wurde.

„Ich kann das Haus mit deinen Schreien füllen, weißt du?", hauchte er in Harrys Ohr und ließ seine Zunge spielerisch über dessen Ohrläppchen tanzen. Ein Schauer durchlief den Körper des ehemaligen Gryffindor und er spürte, wie Hitze in seine Wangen stieg, während Draco dazu überging sich küssend einen Weg von Harrys Ohr entlang des Nackens zu dessen Schulter zu suchen.

Dieser drehte sich in den Armen seines Freundes um und krallte die Hände in dessen Hemd, nur um die sanften Lippen seines Gegenübers zu sich zu ziehen und mit den seinen zu versiegeln.

Jahre lang war er zu fragil und zu zerbrechlich gewesen, für diese Art Nähe und seine Beziehung zu Draco hatte solch erwachsene und ernste Züge angenommen, dass im Kampf um das nackte Überleben ihre Begierde für einander zu kurz gekommen war, doch dies ließ sie sich nicht länger nehmen. Viel zu lange hatten der Krieg und dessen Folgen ihr Leben beeinflusst. Irgendwann war Harry klar geworden, dass er sich sein Leben selbst zurück hatte nehmen müssen. Und als er nach Jahren zum ersten mal wieder Dracos körperliche Nähe so intensiv gespürt hatte, war das Feuer umso stärker wieder entfacht worden. Heute fiel es ihm schwer dem Blonden überhaupt zu widerstehen und grade in diesem Moment gab er sich absolut keine Mühe dazu.

Bestimmt, aber ohne den Kuss zu unterbrechen, zog Harry seinen Freund nach links und stieß mit dem Fuß die Tür zum gemeinsamen Schlafzimmer auf. Er konnte Dracos Hände unter seinem Hemd spüren, die fahrig jeden Zentimeter Haut zu erkunden schienen und ein Prickeln hinterließen, wo auch immer sie ihn berührten. Auch nach fünfzehn Jahren Beziehung war diese Magie zwischen ihnen nicht erloschen.

Wie von allein fand er den Weg zum Bett und ließ darauf sinken, wobei er darauf achtete Draco mit sich zu ziehen, sodass dieser nun über ihm auf dem Bett kniete und zum ersten Mal den brach, um seinen Freund schmunzelnd anzusehen.
„Ich gehe mal davon aus, dass Ihnen mein Vorschlag gefällt, Mr. Potter", scherzte er und ließ einen sehr abschätzenden Blick über Harrys Körper gleiten, welcher diesem die Röte in die Wangen trieb.

Harry leckte sich über die trotz des Kusses plötzlich sehr trockenen Lippen. Ihm war heiß geworden und als Draco sich herab beugte und mit den Zähnen neckisch das empfindliche Fleisch an Harrys Hals zu bearbeiten begann, entkam ihm ein leises Keuchen. Er legte den Kopf in den Nacken, um seinem Freund noch mehr Spielraum zu geben und spürte, wie der Stoff seiner Hose sich enger um seinen Körper spannte.

„Wie könnte ich da je widerstehen", gab er zurück und streichelte das weiche Haar in Dracos Nacken, während dessen Hände nach den Knöpfen von Harrys Hemd suchten und den ersten öffneten, nur im die sichtbar gewordene Haut sofort mit Küssen für sich zu beanspruchen.

Der ehemalige Gryffindor spürte, wie sich sein Körper den weichen Lippen entgegen hob, um mehr einzufordern. Er konnte Draco zwischen zwei Küssen lachen hören, als sich der nächste Knopf seines Hemdes öffnete und mehr honigfarbene Haut preisgab.

Harry spürte, wie Ungeduld in seinen Lenden zu wachsen begann, während flüssiges Feuer durch seine Adern zu rinnen schien. Mit zitternden Händen versuchte er nun ebenfalls Dracos Hemd zu öffnen, nur um von diesem sanft davon abgehalten zu werden.

„Wer ist denn da so ungeduldig, Mr Potter?", stichelte der Blonde nun direkt neben Harrys Ohr. Sein heißer Atem strich über dessen empfindliche Ohrmuschel und jagte Schauer über seinen Körper. Dracos Stimme klang rau durch seine eigene Erregung, was Harry nur noch mehr zu berauschen schien.

Ein leises, etwas unzufriedenes Knurren entkam seinen Lippen, als Zeichen, dass nicht viel davon hielt, langsamer zu machen, was von Seiten seines Freundes allerdings nur mit einem amüsierten Kichern quittiert wurde, ehe dieser sich wieder herab beugte und Harrys Haut mit Küssen liebkoste.

Spielerisch umkreiste Dracos warme Zunge die empfindlichen Brustwarzen des ehemaligen Gryffindor und als sich neckische Zähne herausfordernd in das weiche Fleisch gruben spürte Harry wie ein Prickeln durch seinen Körper ging, das sich ganz eindeutig in seinen Lenden sammelte. Hitze rann durch seine Adern und die Hände, die das blonde Haar streichelten krampften sich kurz lustvoll zusammen.

Ohne von dieser gefühlsintensiven Stelle abzulassen positionierte Draco sich derweil zwischen Harrys Schenkeln und schob diese ein wenig auseinander. Seine Hände ruhten rechts und links des Schwarzhaarigen, während seine Zunge und Zähne weiter mit der mittlerweile harten Brustwarze spielten. Allein die Position des Blonden machte es Harry noch schwerer klar zu denken. Er schien in Flammen zu stehen, schon durch diese wenigen Berührungen. Als hätte die Zeit, in der sie beide geglaubt hatten, dies nie haben zu können, nur dazu geführt, dass er jetzt alles umso intensiver wahrnahm.

Draco richtete sich ein wenig auf und ein weiterer Knopf von Harrys Hemd wurde geöffnet, ehe die weichen Lippen wieder zu ihrem Objekt der Begierde zurückkehrten. Leise keuchend hob der ehemalige Gryffindor seine Hüfte und presste sich gegen den Mann, der über ihn gebeugt war. Trotz des Stoffes konnte nun auch dieser einen genussvollen Laut nicht mehr unterdrücken und begann leicht zu grinsen.

„Du kannst dich scheinbar wirklich nicht beherrschen, was Potter?", spöttelte er, öffnete aber zugleich die letzten Knöpfe von Harrys Hemd. Dieser richtete sich auf die Ellenbogen gestützt auf und stahl seinem Freund einen verspielten Kuss, ehe er ihn herausfordernd anfunkelte. „Was denn, Malfoy? Bringst du es etwa nicht mehr, oder warum zögerst du so sehr?".

Draco lachte kurz auf, ehe Harry einen sanften Stoß gab, sodass dieser wieder auf dem Rücken in den Laken landete. Anschießend beugte er sich zu dem Schwanzhaarigen herab und strich mit der Zunge erneut über dessen Ohrmuschel. Gleichzeitig öffnete eine geübte Hand Harrys Hose und liebkoste mit sanften aber lustvollen Berührungen dessen Erregung durch den dünnen Stoff der Shorts. „Was hast du gesagt, Potter? Willst du das vielleicht noch mal wiederholen?", fragte der Blonde, seine Stimme klang rauchig und die silbernen Augen funkelten von Lust verschleiert.

Die einzige Antwort, zu der Harry allerdings fähig war, war ein erregtes „Ahhh…", während seine Erregung sich gegen den störenden Stoff drängte und die Hitze in seinen Lenden sich prickelnd über seinen ganzen Körper auszubreiten schien.

Wie in Trance nahm er wahr, dass Draco ihn zumindest von seiner Hose befreite, die Shorts aber vorerst beließ, wie sie waren. Leise grummelnd richtete Harry sich wieder auf und diesmal ließ er sich nicht davon abhalten, seinen Freund des Hemdes zu entledigen. Anschließend ließ er sich wieder nach hinten sinken, zog Draco aber mit sich nach unten, sodass ihre nackten Oberkörper einander irgendwann berühren mussten.

Harry liebte das Gefühl von Dracos weicher Haut auf der seinen. Es war, als wäre der ehemalige Gryffindor erst dann vollständig, wenn er den anderen so nah spüren konnte, als wären sie zwei Teile eines Ganzen.

Draco lachte leise, richtete sich aber wieder auf und setzte den Weg seiner Zunge fort, indem er nun Harrys Nabel spielerisch umkreiste. Dieser schob sein Becken erneut dem Blonden entgegen und musste feststellen, dass sein Freund von der Hüfte abwärts noch völlig bekleidet war.

„Du solltest diese Hose unbedingt loswerden…", knurrte er leise, wobei sein Knurren bald darauf in ein Seufzen überging, als diese feuchte Zunge in seinen Bauchnabel abtauchte. Er konnte Dracos Schmunzeln gegen die erhitzte Haut spüren und versuchte, sich seinem Freund noch einmal entgegen zu schieben.

Dieser löste sich nun lachend von Harrys Haut und tat ihm zumindest den Gefallen, sich seiner Hose zu entledigen, sodass sie beide nur noch mit Shorts bekleidet waren, ehe seine weichen Lippen über den Stoff von Harrys Shorts glitten und kleine Schauer durch dessen Körper sandten.

Silberne Augen blickten zu ihm, während Hitze in Harrys Wangen stieg und sie rot färbte. „Du bist so verdammt heiß…", hauchte Draco, als er seine Finger in den Gummizug der Shorts hakte und den ehemaligen Gryffindor des letzten Stoffes entledigte.

Die Luft im Raum fühlte sich kühl gegen Harrys Erektion an, doch das Gefühl verschwand in jenem Moment, als weiche Lippen sich um seine Eichel schlossen und er in die erregende Hitze in Dracos Mund eintauchte. Sein ganzer Körper erzitterte, als jene neckische Zunge die Länge seines Glieds liebkoste.

„Oh Gott… Draco…", entkam es seinen Lippen und er musste sich angestrengt zurückhalten, um nicht ungebremst in diesen warmen, feuchten Mund zu stoßen. Harrys Hände krallten sich in die Laken unter ihm, während der Mund des ehemaligen Slytherin ihn verwöhnte. Die Hitze schien ihn förmlich zu verschlingen und er konnte sich nicht gegen das Bedürfnis, seinem Freund und Liebhaber noch näher kommen zu wollen, wehren.

Es schien nichts mehr um ihn herum zu existierten außer dem süßen Vergnügen, das ihm Dracos Mund bereitete, bis er plötzlich spürte, wie ein schlanker Finger vorsichtig, beinahe fragend in ihn eindrang. Die Bewegung war sacht und rücksichtsvoll für Harrys Geschmack beinahe zu zurückhaltend. Ohne auf Dracos Rücksicht zu achten, dränge sich der Schwarzhaarige näher zu ihm hin, um deutlich zu machen, dass er sich gut fühlte.

Doch statt mehr zu bekommen, spürte er, wie sich der Finger wieder zurückzog. „Hör… Hör nicht auf…", keuchte er und bog den Rücken ein wenig durch, um sich Dracos Zunge näher zu bringen, die noch immer mit seiner Erektion spielte. Er spürte mehr als das er es sah, wie der Blonde zum Nachttisch griff und das Massageöl öffnete.

Keinen Moment später konnte er spüren, wie der Finger, diesmal kühl vom Öl, zurückkehrte. Die Berührung war weniger zurückhaltend und Harry keuchte erregt auf, als er spürte, wie Dracos Finger sich in ihm bewegte und jene Stellen in ihm berührte, die heiße Lust durch seinen Körper sandte.

Die Lippen um seine Erektion verschwanden und Harry konnte den warmen Atem seines Liebhabers spüren, der über die erregte Haut stricht. „Gefällt dir das…?", fragte Draco leise mit rauer Stimme. „J… ja… mach weiter… mehr…", gab Harry zurück und spürte, wie sein Glied gegen die weichen Lippen pulsierte, die es zwar nicht mehr umschlossen hielten, sich aber dennoch nicht weiter zurückzogen.

Ein weiterer Finger kam hinzu und das erste langgezogene Stöhnen entkam seinen Lippen, als er spürte, wie sich sein Körper langsam unter den vertrauten Berührungen zu weiten begann. Er wollte Draco spüren, er wollte Eins mit ihm sein. Es schien, als würde jene Begierde nach einander nie weniger werden, sondern mit jedem neuen Mal nur mehr werden. Es war, als würden sie immer noch fürchten, am nächsten Morgen in einer Welt ohne den anderen zu erwachen.

Gerade als Harry sich erneut näher an seinen Freund drängen wollte, um diesen noch tiefer in sich zu spüren, zogen sich die beiden Finger erneut zurück und dem Schwarzhaarigen entkam ein sehr frustrierter Laut, der ihm ein amüsiertes Kichern von Draco einbrachte.

Harry richtete sich ein wenig auf, um zu sehen, warum er so auf die Folter gespannt wurde, nur um festzustellen, dass sich nun auch Draco des letzten Restes Stoff entledigte. Der Anblick ließ seine Erektion erneut lustvoll pulsieren.

Der Blonde warf ihm ein kurzes Lächeln zu, ehe er sich wieder zwischen Harrys gespreizten Beinen positionierte. Die kühlen, sanften Finger strichen über die Schenkel des ehemaligen Gryffindor und hinterließen eine Gänsehaut. Erst in den Kniekehlen kamen sie zum Ruhen und schoben so Harrys Beine ein Stück nach hinten.

Vorfreude schien sich heiß wie Feuer in seinem Unterleib breit zu machen, als Harry die Eichel seines Freundes spüren konnte. Er lehnte sich erwartungsvoll zurück in die Kissen und seine Finger krallten sich erneut in die Laken, als Draco endlich in ihn eindrang. Das weitende Gefühl sandte Wellen der Wonne durch seinen Körper und seine eigene Erektion schien nur härter zu werden, von dem Gefühl Eins zu sein mit Draco.

Dieser ließ seinem Freund Zeit, um sich an ihn zu gewöhnen. Harry wusste, dass der Blonde ihn auf gar keinen Fall verletzten wollte, aber in diesem Moment, schien es für den ehemaligen Gryffindor nichts anderes zu geben, als den Drang nach mehr. Er schob sein Becken in Dracos Richtung und versuchte selbst die erwünschte Bewegung durch seine Hüfte zu erzeugen.

„Mehr… i… ich will… dich spüren", keuchte er und musste feststellen, dass seine Worte deutliche Wirkung auf den ehemaligen Slytherin hatten, denn dieser begann sich langsam aber bestimmt in ihm zu bewegen. Der schlanke Körper beugte sich über ihn und griff nach seinen Händen, sodass sich ihre Finger miteinander verschlossen. Sie hielten einander wirklich an der Hand, während Draco mit jedem Moment tiefer in ihn hinzustoßen schien, bemerkte Harry. Schmetterlinge, deutlich wie am ersten Tag, tanzten in seinem Bauch. Er war an der Schwelle puren Glücks, als ihn jede Bewegung weiter an den Rand der Ektase führte.

Tiefe, rhythmische Stöße erschütterten sein ganzes Selbst und heilten ihn zugleich auf eine Weise, die er nie für möglich gehalten hätte. Was Voldemort an jenem Tag vor fünfzehn Jahren in ihm zerstört hatte, heilten Dracos liebende Hände seitdem in jeder Stunde, in der sie zusammen waren.

„I… Ich schmelze… du… bist so heiß…", keuchte der Blonde mit heiserer Stimme, als seine Stöße erneut an Intensität zunahmen. Die Worte schienen wie Lava über Harry hinweg zu waschen und er spürte, wie sich etwas in ihm zusammenzog, bevor sein ganzes Selbst in weiß glühender Ekstase verging.

Dracos Finger waren noch immer mit den seinen verschränkt, als dieser sich unter Stöhnen in Harry ergoss, angetrieben von dessen Orgasmus. Noch immer vereint lehnte der Schwarzhaarige sich nach vorne und hauchte einen Kuss auf die geliebten Lippen. „Du bist unglaublich…", hauchte er und zog Draco anschließend wieder mit sich.


Der Blonde ließ sich noch immer schwer atmend neben seinen Freund in die verschwitzen Laken sinken und breitete die Arme aus, um diesem die Möglichkeit zu geben, sich an ihn zu kuscheln. Sie lebten seit fünfzehn Jahren zusammen und doch waren sie auch diese kleinen Formen der Nähe nie leid geworden – ganz im Gegenteil, die Nachwehen ihrer Leidenschaft genossen sie ebenso sehr wie den Akt selbst.

„Wie habe ich es damals nur zwei Jahre ohne das hier ausgehalten?", fragte Harry leicht verträumt, als er seinen Kopf auf Dracos Brust legte und die Augen schloss. Ein kleiner Stich fuhr diesem durchs Herz, als er an jene Zeiten zurück dachte.

Harry war damals zu verletzt, zu zerbrechlich und zu fragil gewesen, um überhaupt irgendeine Form von menschlicher Nähe anzunehmen. Nicht selten wurde Draco gefragt, wieso er noch immer mit einem Menschen zusammen war, der seine Gefühle nicht mehr zu erwidern schien. Doch der Slytherin hatte immer daran geglaubt, dass jene Gefühle noch immer in Harry schlummerten und dass sie eines Tages wieder hervor kommen würden, wenn die Zeit reif wäre. Und seine Geduld war belohnt worden.

„Du musstest heilen", antwortete der Angesprochene und hauchte Harry einen Kuss ins Haar, das vom Schweiß noch immer klamm war. Er spürte das Nicken den Schwarzhaarigen auf der Haut ehe dieser leise flüsterte: „Ich bin dir so dankbar, dass du auf mich gewartet hast".

„Ich habe dich immer geliebt, wie hätte ich dich allein lassen können, als du mich am meisten brauchtest?".

Darauf schwiegen beide lange Zeit. Sie waren zu sehr damit beschäftigt die Nähe des anderen zu genießen und das Glück zu akzeptieren, das sie einander gaben. Stunden schienen zu vergehen, ehe Dracos erneut das Wort erhob. „Ich habe uns noch einen Tisch für heute Abend reserviert. Wir waren schon ewig nicht mehr aus – nur wir beide".

„Wir haben ein Date?", fragte Harry belustigt und hob den Kopf.

„So kann man es nennen, ja", gab Draco zurück und lachte leise.

„Dann sollten wir wohl mal Duschen gehen", lachte Harry und der Blonde spürte, wie er vom Bett gezogen und noch immer unbekleidet Richtung Badezimmer geschoben wurde.

Gegen sieben Uhr am Abend hielt er seinem Freund die Tür zum ausgewählten Restaurant auf und folgte ihm kurz darauf ins vornehme Innere.

„Du hast dich mal wieder selbst übertroffen", gestand Harry während der den Blick durch den luxuriös eingerichteten Speisesaal gleiten ließ.

Draco trat neben ihn und grinste kurz. „Du glaubst doch nicht, dass wir hier essen, oder?", fragte er und klang dabei eindeutig amüsiert.

Harry blickte ihn nun deutlich irritiert an. „Nicht hier? Wo denn dann?".

„Lass dich überraschen", erwiderte der Blonde und ging auf den Kellner zu, der die beiden bereits erwartungsvoll ansah.

„Mr. Malfoy, Mr. Potter, einen wunderschönen guten Abend wünsche ich. Wenn sie mir bitte folgen würden", begrüßte sie der Kellner und wies die beiden an, ihm zu folgen.

Draco erwiderte den Gruß und griff nach Harrys Hand während sie dem jungen Mann aus dem Hauptspeisesaal hinaus folgten, in einen nicht minder luxuriösen Nebenraum, in dem nur ein einziger, bereits hergerichteter Tisch stand. Eine Kerze brannte bereits und es spielte leise, sanfte Musik.

Draco geleitete Harry zu seinem Platz, ehe er sich selbst setzte und die Karte zur Hand nahm.

„Du hast schon wieder ein Vermögen ausgegeben", bemerkte sein Freund, als er ebenfalls nach der Menükarte griff.

Der Angesprochene zuckte nur mit den Schultern. „Ich wollte dir nur zeigen, dass wir die Kinder-freie Zeit auch sehr gut nutzen können", erwiderte er und grinste hinter der vorgehaltenen Karte. Harry seufzte auf der anderen Seite des Tisches. Draco wusste, dass der Schwarzhaarige bereits mit sich kämpfte und vermutlich das günstigste auf der Karte bestellen würde. Er mochte diese Bescheidenheit, aber er mochte es auch genauso sehr seinen Freund zu verwöhnen.

Als der Kellner wieder an ihrem Tisch erschien, ließ es Draco sich darum nicht nehmen Harry zu übergehen und für sie beide Spaghetti mit Weißweinsoße und Hummer, sowie ausgewählte Weine dazu, zu bestellen. Kurz schien sein Gegenüber etwas verärgert zu sein, ob der Bevormundung, doch dann schmunzelte er.

Das Essen selbst verlief ruhig, auch wenn Draco sich eine gewisse Genugtuung nicht verkneifen konnte, als er feststellte, dass seine Bestellung genau den Geschmack seines Freundes getroffen hatte.

Erst als dieser schlussendlich seine Gabel beiseitelegte und zufrieden an seinem Wein nippte stand der Blonde auf und trat, mit ausgestreckter Hand, neben ihn.

„Was hast du vor?", fragte Harry irritiert, reichte ihm aber die Hand und ließ sich in den Stand ziehen. „Tanzen natürlich", erwiderte Draco und zog den Schwarzhaarigen mit sich, der auf einmal ganz und gar nicht mehr glücklich aussah.

„Ich kann doch nicht tanzen, das weißt du", maulte Harry, leistete aber noch immer keinen Widerstand.

„Ich führe, keine Sorge". Draco zwinkerte seinem Freund zu und legte eine Hand auf dessen Hüfte. Sie waren noch immer allein im Raum und wie bestellt wechselte die Musik auf eben jenes Lied, das Draco sich genau für diesen Augenblick ausgesucht hatte. Sanfte Klänge gefüllten den Raum und er zog Harry nah an sich, wobei sich ihre Körper im Takt der Melodie bewegten.

Heart beats fast
Colors and promises
How to be brave
How can I love when I'm afraid
To fall
But watching you stand alone
All of my doubt
Suddenly goes away somehow

Es war ein langsamer, intimer Tanz, für den es keine Zeugen außer den beiden gab. Jedes Wort das gesungen wurde schien sich in Dracos Geist zu graben, während er sanft die Bewegungen dirigierte. Er konnte sehen, wie sich Harrys Wangen leicht rot färbten und lehnte sich mit Absicht ein Stück weiter vor, sodass sein Atem die empfindliche Haut streifen würde.

One step closer

I have died every day
waiting for you
Darlin' don't be afraid
I have loved you for a
Thousand years
I'll love you for a
Thousand more

Er konnte Harrys Duft so deutlich wahnnehmen wie selten, als wären alle seine Sinne zum Zerreißen gespannt. Jeder Muskel, jede Bewegung schien im Einklang mit seinen eigenen zu stehen, als wären sie erneut Eins, aber diesmal auf eine so ganz andere Weise als noch einige Stunden zuvor.

Time stands still
beauty in all she is
I will be brave
I will not let anything
Take away
What's standing in front of me
Every breath,
Every hour has come to this

Grüne Augen blickten zu ihm auf. Zwei leuchtende Smaragde voller Liebe, die ihn auch des Nachts in seinen Träumen nie allein ließen. Wann immer Draco die Augen schloss, waren sie da. Sein Leben drehte sich um diese Augen und Menschen, zu dem sie gehörten. Er liebte seine kleine Familie und er liebte den Mann, der ihm in tiefster Dunkelheit eine Hand gereicht und ihn zu sich ins Licht gezogen hatte.

One step closer

I have died every day
Waiting for you
Darlin' don't be afraid
I have loved you for a
Thousand years
I'll love you for a
Thousand more

Langsam beugte Draco sich herab und legte seine Lippen auf die des anderen Mannes. Die Berührung war so unendlich zärtlich, beinahe keuch. Seine Zunge tanzte über die weichen Lippen, liebkoste jeden Millimeter Haut und er genoss den vertrauten Geschmack, als wäre dies seine letzte Gelegenheit dazu. Dein Bauch kribbelte und eine Gänsehaut suchte sich ihren Weg über seine Arme und seinen Nacken. Die Magie zwischen ihnen würde nie erlöschen.

And all along I believed
I would find you
Time has brought
Your heart to me
I have loved you for a
Thousand years
I'll love you for a
Thousand more

Die letzten Töne des Liedes verklangen, Draco trat einen winzigen Schritt von Harry zurück, um in seine leuchtenden Augen zu sehen und dann war er da, der Gedanke, der ihm nie zuvor gekommen war, in den fünfzehn gemeinsamen Jahre. Ehe er selbst wusste was er Tat suchten sich die Worte einen Weg über seine Lippen und hört sich selbst fragen:

„Willst du mich heiraten?"

Er spürte Harrys Arme um seinen Hals und seine Lippen, die sanft über sein Ohr strichen. Er spürte die Schauer auf der Haut und hörte die finalen Worte:

„Ja, ich will"

THE END