Kapitel 8: Der erste Streit! Leibsklave Ryou
Sie kamen langsam am Palast an. Yugi hatte ein flaues Gefühl im Magen, gemischt mit Angst. Was würde nun passieren? Würde Atemu ihn hart bestrafen? Vielleicht sogar verprügeln? Er wusste es nicht und er hoffte es innerlich nicht.
"Keine Angst, Yugi. Es wird schon gut gehen." Seth hatte bemerkt, dass der kleine Prinz blass geworden war und zu zittern angefangen hatte. Marik und Joey ließen ihre Köpfe hängen und sie wussten innerlich genau, dass sie in große Schwierigkeiten waren.
Ryou ging neben Seth's Pferd her, der Yugi auf den Arm hatte. Er sah, dass sein Meister gestresst war und es tat ihm unendlich leid. Am liebsten würde er ihn helfen, ein guter Sklave für ihn sein und vielleicht auch mehr.
Marik und Joey schubsten sich immer wieder gegenseitig, warfen sich immer wieder tödliche Blicke zu und flüsterten sich immer wieder etwas zu. An den Toren kniff Yugi seine Augen eng zusammen und Seth hoffte innerlich, dass sein Cousin ihn nicht anschreien wird...wenn Atemu doch nur Gedanken lesen könnte!
"YUGI!MARIK!JOEY!" Atemu kam mit einem tödlichen Blick auf die Gruppe zu, Yugi sank noch mehr in Seth und zitterte. Ryou griff nach Yugis Bein und versuchte so, Halt zu finden. Marik und Joey hörten auf, sich zu schubsen und sich zu beleidigen und sahen verängstigt den wütenden Pharao an.
"WER IST AUF DIESE BESCHEUERTE IDEE GEKOMMEN, SICH AUS DEM PALAST ZU SCHLEICHEN?" Keiner der Drei sagte ein Wort. "NA, WER WARS? WESSEN IDIOTISCHE IDEE WAR ES? ICH WILL ANTWORTEN! JETZT SOFORT!" Yugi fing an, zu schluchzen und Marik trat schüchtern vor.
"Das...war meine Idee...ich wollte..." Atemu sah Marik wütend an und ließ ihn nicht aussprechen. "WAS DENKST DU DIR DABEI? DU HÄTTEST DEN PRINZEN IN GEFAHR BRINGEN KÖNNEN! BRING IHN IN EIN EINZELGEMACH UND LASST IHN NICHT RAUS, BIS ICH ES SAGE!"
Zwei Wachen kamen angerannt und brachten Marik in ein Einzelgemach. Joey kaute auf seine Unterlippe. Ihm tat Marik leid. "Findest du das nicht ein bisschen hart?", piepste Yugis Stimme. Atemu sah Yugi nun ebenfalls wütend an.
"Yugi...! Erst gestern ist der Regenbogenvogel aufgetaucht mit der Warnung! Und ihr habt nichts besseres zu tun, als auf den Markt zu gehen und euch jeden zu zeigen!" Yugi schluchzte auf. Er fand es gemein, angeschrien zu werden.
Ja, er hatte ja recht, aber musste er so schreien? Heiße Tränen liefen seinem Gesicht runter und er sprang von Seth runter. Dann sah er Atemu lange an. "Yugi! Sei vernünftig und geh in mein Gemach. Wir sprechen nachher weiter!"
Doch Yugi schüttelte den Kopf und bewegte sich weg von Atemu. Dann schüttelte er wieder den Kopf, rannte in den Palast rein und bevor er ganz rein lief, schrie er: "DU KANNST MICH NICHT IM PALAST EINSPERREN! RYOU KOMM!" Gesagt, getan. Ryou lief Yugi hinter her und beide verschwanden im Inneren des Palastes.
Wütend stand Atemu mit verletztem Stolz da. Seth stieg von seinem Pferd und ließ diesen von einem Sklaven wegbringen. "Das war überhaupt nicht nötig gewesen, hier rum zu schreien...Du weißt, wie empfindlich Yugi bei Geschrei ist!" Er sah den Pharao vorwurfsvoll an. Dieser senkte den Kopf, war aber dennoch wütend.
Yugi und Ryou hatten sich in den Garten geschlichen, quetschten sich wieder durch den Spalt und verließen so den Palast. Yugi liefen immer noch die Tränen runter und Ryou wurde am Arm von Yugi hinterher gezogen.
"Herr Yugi, wir sollten vielleicht wieder zum Palast zurückkehren..Ich hab so ein komisches Gefühl..." Yugi hörte nicht auf Ryou und lief mit diesen weiter. Oben auf dem Dach beobachteten 6 Gestalten in dunkelgrünen Mänteln und langen Bögen auf dem Rücken, den jungen Prinzen und Ryou.
"Dort ist er...", sagte der eine. "Das ist unsere Chance, ihn uns zu schnappen und ihn als Geschenk für den König zu bringen." Alle nickten, kicherten leise und verschwanden dann nach unten, ohne ein Geräusch zu verursachen.
In einer Gasse blieb Yugi dann endlich mit Ryou stehen und fing noch lauter an zu weinen. Ryou konnte das nicht mit ansehen, nahm Yugi in den Arm und streichelte seinen Rücken. "Herr...Alles ist gut! Pssst, pssst..." Er bewegte sich vor und zurück, schaukelte so den kleinen Prinzen und versuchte so, ihn zu beruhigen.
Nach einer kleinen Weile half es sogar und Yugi schluchzte nur noch leise. "Es ist nicht fair..." Ryou lächelte Yugi sanft an. "Herr, der Pharao macht sich eben Sorgen um Euch, so wie das klang.." Yugi nickte.
"Aber trotzdem...ich kann doch nicht..die ganze Zeit eingesperrt sein! Da war ich schon zu Hause...", schniefte Yugi. Ryou tat es leid und drückte den Prinzen etwas mehr an sich. Sie bemerkten gar nicht, wie sich 6 Leute leise an sie ranschlichen, wie hungrige Wölfe auf der Jagd und die ahnungslose Beute umkreisten.
~Palast~
Atemu hatte sich wieder von seinem Wutausbruch beruhigt und suchte nun Yugi. Er hatte zwar gesehen, dass er im Palast reingerannt war, aber nicht, wo er hingerannt war. "Wo mag mein kleines Licht sein? Ich muss mich bei ihm entschuldigen für die Schreierei und ihn dann alles nochmal erklären..."
Er fragte jeden nach Yugi und ob Jemand wusste, wo der kleine Prinz mit den weißhaarigen Jungen hingerannt war. Zuletzt war er bei den Wachen im Garten und die sagten, dass der Prinz hierher gerannt war und seitdem hatten sie ihn auch nicht mehr gesehen.
Atemu durchsuchte den Garten und fand dann den Spalt. Er beschwor seine Schattenmagie hoch und benutzte sie, sodass er Yugis Spuren sehen konnte, wo dieser hingegangen war. (Chibi: "Warum hat er das nicht von Anfang an gemacht?" Atemu: "Sorry, hab nicht nachgedacht...kleine Nervige...") Er folgte eilig dieser Spur.
~Wieder bei Yugi & Ryou~
Ryou bemerkte nun die Gestalten und wurde nervös. "Herr...Wir müssen weg hier!" Doch Yugi bewegte sich nicht. Er war am Ende seiner Kräfte angelangt, von zu vielen weinen und den ganzen Tag im Markt rumlaufen.
"Nanu? Na, wen haben wir denn da?", fragte eine schneidende Stimme. "Wenn das nicht unser Waldprinz Yugi ist!", sagte eine andere, schleimige Stimme. Ein paar Lacher waren zu hören. "Dein Bruder wird froh sein, wen wir dich wieder zu ihm bringen...", sagte die schneidende Stimme zu Yugi.
"...Und den hübschen Sklavenjungen auch!" meinte eine grummige. "Aber mein Bruder sagte, ich darf nicht mehr zurück..." Alle lachten auf. "Dein Bruder hat seine Meinung geändert und will dich wieder bei sich haben!" sagte die schneidige Stimme.
"Ja, der König will das Licht der Lichter wieder haben!", lachte die grummige Stimme. "Aber, aber das geht nicht! Ich will nicht!", fauchte Yugi sie an, doch sie lachten nur alle und kamen noch näher. "NOCH EINEN SCHRITT NÄHER UND IHR ERLEBT DEN ZORN DES SOHN RAS!"
Alle beteiligten schauten in die Richtung von der die bombadierende, drohende Stimme, die die Erde erzittern ließ, kam. "Atemu!" Yugi war sichtlich erleichtert, ihn zusehen. "YUGI! KOMM HER!" Doch Yugi hatte nicht mehr die Kraft aufzustehen, aber Ryou, so zierlich wie er aussah, nahm Yugi wie eine Braut hoch und lief zu Atemu hin.
Bevor er jedoch ankam, wurde ein Pfeil in seinem Rücken geschossen und mehrere folgten. Atemu riss wütend die Augen auf und erschuf ein Schattenschild, um die Pfeile abzublocken und sie prallten daran ab, wie Wattebällchen.
"RYOU!" Ryou sah Yugi matt lächelnd an. "Euch geht es ja gut, mein Herr..." Yugi kamen dicke Tränen aus den Augen. "Ryou! Es tut mir leid!" Er nahm den kleinen Sklaven in den Arm und weinte. Auch Ryou liefen Tränen des Schmerzes runter.
Atemu war außer sich vor Wut, sollten sie seine Wut von ihn spüren! Er trat aus dem Schild raus und sand der Gruppe einen tödlichen Blick. "Zeigt eure Gesichter! Ich will wissen, über wen ich richte!" Die 6 Gestalten lachten leise nervös und nahmen dann die Kappen ab.
Einer sah dem weißhaarigen Junge gar nicht so unähnlich, nur das dessen Haare wilder waren und seine Augen schmaler und bösartiger waren. Dann war da einer mit einem Pferdeschwanz und giftgrüne Augen, unter den Augen hatte er strichartige Tattoos.
Der nächste sah Marik zum verwechseln ähnlich, nur, dass seine Haare mehr abstanden und sein Blick irre war. Der nächste sah seinem Hohepriester ähnlich, nur dass dieser blasse Haut hatte, dann war da eine Brünette mit ozeanblauen Augen und die Letzte hatte blaue Haare und goldene Augen.
"Nennt mir eure Namen, sofort!", forderte Atemu und der Weißhaarige antwortete schnell: "Ich bin Bakura, das da ist Malik, der da Seto, der Duke, sie ist Anzu und die letzte im Bunde ist Sky."
Atemu verengte seine Augen zu Schlitzen und beschwor mit seinem Gedanken die Schatten rauf und fesselte sie alle. "Gut, warum seit ihr hier?" Bakura lachte. "Um den Prinzen zu holen!" Atemu schnaubte. "Er kommt nicht mit euch! Er gehört MIR! NUR MIR ALLEIN!", grollte er Bakura an, wobei Marik auflachte.
"Der Prinz gehört niemanden! Er gehört eigentlich seinem Bruder, wusstest du das nicht? Die beiden sollten mal heiraten!" Wieder lachte er irre auf und seine Zunge hing zum Schluss frech raus. "Seinem Bruder! Aber er kann ja nicht mal Kinder zur Welt bringen! Wie soll das gehen?"
Anzu kicherte gehässig. "Du weisst nichts über den Prinzen, oder?" Atemu wurde langsam wütend über die Truppe. "WAS? Dass er ein Licht ist? Dass er mir gehört!" Sky lachte laut auf. "Nein, du dummer Kerl...Das Prinz Yugi eigentlich der Prinz des Lichtes ist! Und was kann, was andere Männer nicht können, weshalb er mit seinem Bruder hätte heiraten sollen!"
Atemu machte kurz ein dummes Gesicht, aber hatte nun die Schnauze voll von den 6 und beschwor den schwarzen Rotaugendrachen hoch, dann grinste er bösartig. "Darf ich vorstellen: Das ist Shadow, ein schwarzer Rotaugendrache...und ihr seid seine Mahlzeit!"
Die 6 schrien auf, doch bevor der Rotauge sie nur berühren konnte, waren sie verschwunden. Atemu blinzelte und suchte mit seiner Schattenmagie die Gegend ab, aber nichts. Sie waren weg "...Hier sind höhere Mächte am Werk...", murmelte er unsicher und wand sich dann Yugi und Ryou zu.
Yugi sah ihn mit tränennassem Gesicht an. "Atemu! Ryou! Ryou ist schwer verletzt! Ich will nicht, dass er stirbt!" Atemu sah Yugi mitleidig an, nahm dann Ryou hoch und hielt Yugis Hand. "Dann lass uns schnell in den Palast zurückkehren und ihn zu meiner Heilerin und Priesterin Isis bringen."
Yugi nickte. Er war voll von Ryous Blut und es stand wirklich schlecht um den kleinen Albino. Atemu hielt Yugi fest an sich und hatte Ryou auf dem anderen Arm. Er konzentrierte sich und teleportierte beide zurück zum Palast. Dann rannte er mit Ryou auf dem Arm Richtung Isis zu ihren Heilräumen (chibi: "Mir fiel nichts Besseres ein...).
"ISIS! ISIS!" Isis kam angerannt. "Mein Pharao!...OH mein Ra! Gebt ihn mir und RAUS!" Damit nahm sie Ryou und knallte Yugi und Atemu die Tür vor den Nasen zu.
Atemu und Yugi blieben vor der Tür während Isis drinnen um Ryous Leben kämpfte. "Atemu...meinst du...meinst du er überlebt...?" Atemu sah Yugi mitleidig an. "Ich weiß es nicht, mein Licht..." Yugi sah zu Boden.
"Atemu...es..es...tut...mir leid, dass ich...naja ...aus den Palast gerannt bin...Wäre ich nicht mit Ryou rausgerannt, wäre das alles nicht passiert.." Yugi liefen die Tränen nur so runter und Atemu tat es leid.
"Oh Yugi...Ja, es war dumm, aber niemand konnte wissen, dass die da kommen...es ist nicht deine Schuld, sondern deren, die ihn verwundet haben." Doch Yugi schüttelte den Kopf. "Nein, wäre ich brav drinnen geblieben, wie du es gesagt hattest, wäre das alles nicht passiert.."
Atemu könnte sich ohrfeigen, wie er sich benommen hatte. Seine Wut hatte mal wieder die beste Seite von sich gezeigt. "Mein kleines Licht..all das kann man nicht vorraus sehen.." Yugi schluchzte auf.
"Yugi.." Atemu nahm den kleinen, gestressten Prinzen in den Arm und wiegte sich und ihn hin und her.
Yugi kuschelte sich an die starke Brust von Atemu. "Atemu...was meinst du eigentlich, ich gehöre nur dir...ich..mein...ich bin kein Eigentum..." Atemu lachte leicht. "Naja, ich teil mein gefundenes Licht nicht gerne und meiner Meinung nach, gehörst du mir und mir allein.
Ein Pharao teilt seine Schätze nicht, die ihm viel bedeuten und du bist ein Schatz Yugi, den man hüten und beschützen muss, so wie auch lieben.." Das letzte sagte er leise und Yugi war ziemlich rot um die Nase.
Atemu lächelte ihn sanft an und küsste seine Stirn. Isis öffnete die Tür und sah beide an. "Mein Pharao..." Beide drehten sich zur Hohen Priesterin um. "Ja, Isis?" Beide schauten sie besorgt an.
