Kapitel 9: Versöhnungen und Dunkle Schatten

Isis schaute die Beiden an und lächelte. "Keine Sorge, beruhigt euch, er wird durchkommen. Er hat nur sehr viel Blut verloren und seine Wunde wird ein paar Wochen brauchen, bis sie verheilt ist" Beide atmeten erleichtert aus. "...Darf ich ihn sehen?" Isis nickte. "Ja, aber nicht lange. Und weck ihn nicht, er schläft. Und er braucht seinen Schlaf jetzt." Yugi nickte und ging leise hinein. Er sah Ryou auf dem Bett liegen "Ryou...es tut mir Leid... wenn du wieder auf den Beinen bist, wird alles gut. Ja..." Er gab Ryou einen Kuss auf die Stirn und ging wieder hinaus zu Atemu, der ihn schon erwartete. "Yugi, komm, wir müssen in mein Gemach und einiges besprechen was heute passiert ist." Yugi schluckte. "Ja..." Atemu bemerkte, dass Yugi unsicher und etwas ängstlich wirkte. "Keine Sorge, ich habe dir schon mal versprochen, ich werde nie die hand gegen dich erheben, mein Licht." Yugi nickte, aber die Unsicherheit ging nicht weg, sie wurde sogar mit jedem Schritt schlimmer.

Sie standen vor dem Gemach von Atemu und Yugi lief eiskalter Schweiß den Rücken herunter, Atemu und er gingen dann rein. "Yugi... Yugi?" Atemu sah zu Yugi hinunter und sah, wie blass er war. Er wollte gerade sanft nach seiner Hand greifen, als Yugi zurückwich. "Bitte nicht." sagte er wimmernd. Atemu schaute Yugi besorgt an. "Yugi..." fing er sanft an. "Alles ist gut, komm, wir wollten nur reden." rief er sanft, doch Yugi schüttelte den Kopf und als Atemu nun endlich in Yugis Augen sah, sah er, dass sie nicht glänzten wie sonst immer, sondern pechschwarz waren, scheinbar gefangen in einer alten Erinnerung. Atemu ging vorsichtig auf Yugi zu. "Yugi... alles ist gut." sagte er sanft, doch Yugi schüttelte den Kopf und wich zurück. "Nein... bitte... Onkel..." wimmerte er leise und viel nach hinten. Er schrie los, Atemu stand ratlos da und wusste nicht, was er tun sollte. Dann kam Kiko vorbei und schaute Yugi erschrocken an. /Was zum Teufel ist hier passiert!/ Er fiepte böse und versuchte sich an Yugis Gesicht zu kuscheln, aber dieser schlug Kiko weg, zu sehr war er gerade gefangen in seinen Erinnerungen.

~Yugis Erinnerung/Flashback~

Yugi war an seinen Füßen angekettet, seine Hände waren angebunden und seine Kleider zerrissen. Sein Onkel trat mit einem finsteren Blick ein. "Kleiner Abschaum, das ist alles deine Schuld!" schrie er den Kleinen an und schlug Yugi ins Gesicht. Yugi wimmerte auf und sah seinen Onkel mit großen Augen an. "Du kleines Stück Dreck!" Er nahm seinen Dolch, den er an seinem Gürtel trug, und drehte Yugi um. "Kleine Pest, du Wanze wirst es nun büßen, dass du existierst!" Damit schnitt er mehrmals über Yugis Rücken und dunkelrotes blut rann herunter. "Warum seid du und dein Bruder auf die Welt gekommen!" schrie er und schlug weiter auf Yugis wehrlosen Körper ein. Yugi sagte nichts mehr, nahm nichts mehr wahr, nur Schatten, die sich an den Seiten seines Bewusstseins bewegten und flimmerten, bis er bewusstlos wurde. Doch das bemerkte sein Onkel nicht und schlug weiter auf ihn ein.

~Flashback ende~

Tränen bahnten sich Yugis Gesicht herunter und sein ganzer Körper schien unter Schock zu stehen. Atemu und Kiko kamen vorsichtig näher und beäugten den kleinen Prinzen. Noch immer war er gefangen in Erinnerungen und Atemu verfluchte sich selbst gerade. "Yugi, komm zu uns zurück..." sagte er sanft. "Du tust dir nur weh wenn du dort verweilst." Kiko schmiegte sich endlich an das Gesicht des jungen Prinzen heran und fiepte beruhigend auf ihn ein, langsam, aber nur sehr langsam, kam Yugi zurück und presste Kiko an seine Brust. "Es tut so weh..." sagte er leise wimmernd. Atemu nahm Yugi vorsichtig hoch und trug ihn zum Bett. Er hielt ihn fest an sich gepresst. "Was tut weh Yugi, mein kleines Licht?" Yugi wimmerte und presste sich näher an Atemu heran und sog dessen Duft nach Wüstenrosen ein. "Er... mein… Onkel... wo... er mich geschlagen hat und… und..." Er wimmerte wieder auf und schniefte laut. Atemu streichelte beruhigend seinen Rücken. "Shh kleines Licht, er ist nicht hier Yugi, nicht hier mein kleines Licht, und wenn, ich beschütze dich ja." Yugi nickte schwach und krallte sich fester an Atemu. "Atemu... es tut mir Leid..." sagte er unter Tränen. "Es… es... tut mir Leid... dass ich… dass ich weggelaufen bin und... und auf Mariks Idee eingegangen bin." Doch Atemu schüttelte den Kopf. "Es ist nicht nur deine Schuld Yugi, sondern auch meine, ich hätte nicht so ausrasten sollen... ich hätte Rücksicht auf dich nehmen sollen, kleines Licht." sagte er lieb und hielt Yugi weiter nah bei sich, langsam beruhigte sich Yugi wieder und nickte nur zustimmend. "Meinst du… meinst du Ryou geht es schnell wieder besser?" Atemu lächelte leicht. "Aber natürlich, mein Licht." Und küsste sanft Yugis Stirn.

~bei Dartz~

Der Schatten hatte sich zu Dartz gebeugt und labte sich an seinem Hass und seiner Lebensenergie. Er nahm nun endlich eine Form an, aus schwarz wurde langsam dunkelrot und dann blutrote Kleidung, er hatte eine zackige Frisur die dreifarbig war, seine Augen waren genüsslich geschlossen als er weiter an Dartz labte und er nahm immer mehr die Form eines Menschen an, bis Dartz Atem erstarb. Er erhob sich, leckte sich über die Lippen und öffnete seine blutroten Augen. Er hob seine Hände an und betrachtete sie grinsend, wobei man seine Fangzähne sehen konnte. An seinen Händen waren die Fingernägel leicht zu Krallen geformt, er sah sie sich genau an und grinste noch breiter, sein schlangenartiger Schwanz, der schwarz und rubinrot leuchtete, wickelte sich um sein Bein "Ja, ich bin wieder hier... nach so vielen tausenden von Jahren kann ich mich wieder hier bewegen..." Er lachte leise böse auf und sah auf den, nun toten, König herblassend herunter. Sagte eiskalt zu ihm: "Danke für deinen Hass und Lebensenergie." Er wandte sich zum Gehen. "Oh, ach ja, ich werde mich deines Bruders bemächtigen und den Rest der hier ist, der dir treu untergeben ist, zu meinen Leuten machen. Und wer sich nicht fügt… na ja...", er leckte über seine Fangzähne, "… der wird mir als Mahlzeit dienen." Dabei lachte er grausam und draußen entwickelte sich ein Unwetter, der Himmel wurde rabenschwarz und Blitze zuckten auf. Man konnte das Lachen des Schattens bis in den Wald hören.

Totoro zuckte deswegen zusammen und hetze die letzen Elben zu den Booten. Er schüttelte nur den Kopf und stieg selber ins Boot. "Nun müsst ihr alleine zu Recht kommen, Atemu und Yugi... es tut mir Leid, aber dein Bruder war so dumm" sagte er traurig und das Schiff fuhr ab.

~bei Bakura und Co~

Bakura war froh, dass er den Fluchtplan hatte und fluchte laut. "Wir hatten Glück, dass er uns nicht gekriegt hat." knurrte er und der Rest stimmte ihm grummelnd zu. Anzu stampfte mit den Füßen. "Dieser eingebildete Pharao hat meinen kleinen Yugi-Schatz!" schnaubte sie und alle rollten mit den Augen. "Dir ist schon klar, dass Yugi-Zwerg nie deins war." sagte Marik sauer. Er konnte Anzu nicht ab, sie nervte ihn und ihre Stimme war einfach zu hoch. Duke war damit beschäftigt, sich im Spiegel zu betrachten. "Gott siehst du gut aus mein Lieber. Mhhh, wenn wir Zuhause sind, gönnen wir uns ein Schlammbad, jaaa." Bakura und Marik schauten sich grinsend an. "Ich oben oder du?" Bakura leckte sich die Lippen. "Das können wir da entscheiden." Beide lachten irre auf und machten sich weiter auf den weg nach Hause.

~wieder im Palast~

Yugi war eingeschlafen und Kiko lag auf seinem Brustkorb. Atemu beobachtete sein kleines Licht wie es still dalag und schlief und streichelte sanft eine Haarsträhne aus Yugis Gesicht. "Mein Kleiner" sagte er sanft, stand dann auf und streckte sich. Er hatte noch einige Minuten gebraucht um den Kleine zu beruhigen, danach war er vor Erschöpfung eingeschlafen. Doch in ihm machte sich ein komisches Gefühl in der Magengegend breit und das hieß nichts Gutes. "Ich frag mich, was es bedeutet." Er ging zum Balkon und schaute besorgt hinaus auf die Stadt, es nagte weiter an ihm, dass irgendwas aus dem Gleichgewicht geraten war.

Er legte sich dann doch zu Yugi ins Bett und zog diesen wieder an sich heran, schaute aber immer wieder etwas nervös umher. Denn irgendwie kamen ihm die Schatten jetzt ein bisschen merkwürdig vor, als wären sie glücklich über etwas. Nur über was wusste Atemu nicht, das wussten nur die Schatten selber.