Kapitel 12: Entführt!
Yami war sauer, immer noch sauer drüber, was der Pharao sich da geleistet hatte. "Ich muss ihn aufhalten, bevor er noch näher an mein Licht kommt!", grummelte er und setze sich auf seinen neuen Thron, da er den alten ja zerstört hatte. Dieser bestand aus Knochen, was er viel bequemer fand. Ein paar Schatten schmiegten sich an Yamis Bein heran und versuchten ihren Herren wieder etwas milder zu stimmen, aber Yami grollte auf und sie zuckten erschrocken zusammen und zogen sich zurück. "Ich muss schnell handeln, bevor er ihn zu seinem Eigentum macht...", knurrte er und sein schlangenartiger Schwanz knallte voller Wucht auf den Boden, dass dort ein kleiner Krater enstand. "Ich muss schnell handeln... sehr schnell." Seine Augen leucheten blutrot auf und der ganze Thronsaal wurde dunkel und man hörte nur das leise, irre kichern von Yami.
~beim Palast~
Schatten zischten durch die Gänge und suchten sich ihren Weg zum Gemach des Pharaos. Vier paar Wachen standen vor einer großen hölzeren Tür. Sie zischten giftig wie Schlangen und schlichen sich langsam an ihre Füße heran und umwickelten sie langsam, ohne dass die großen Grobiane es bemerkten und als sie sie bemerkten war es schon zu spät und sie verschwanden tonlos in den Schatten. Nur eine kleine Blutlache blieb übrig.
Sie öffneten vorsichtig die Tür und schlängelten sich weiter voran. Vor dem Bett blieben sie erst einmal stehen und zischten sich gegenseitig etwas zu, dann streckte sich einer hoch und hielt nach dem Prinzen Ausschau und siehe da: Yugi lag auf Atemus Brust, mit einem kleinen Lächeln im Gesicht. Atemu hielt einen Arm locker um Yugis Taille, während die andere Yugis linke Hand festhielt. Auf seinem Gesicht war ein deutliches Grinsen zu Schatten schien innerlich zu grinsen und zog sich etwas zurück.
Sie schlichen zum anderen Ende des Bettes und streckten sich wieder zu Yugis Ohr vor. Einer davon kitzelte ihn dort, wobei Yugi leicht schauderte und sich mehr in Atemus Brustkorb verkroch, doch die Schatten ließen nicht locker. Sie zischten auf und einer griff zart nach Yugis Hand und zog ihn etwas weg von Atemu. Davon wurde Yugi nun doch wach, öffnete leicht die Augen und schaute sich müde um, aber dort war nichts. Er rieb sich leicht seine Augen und stand auf, um sich zu erleichtern und bemerkte dabei nicht die Schatten, die hinter ihm her schlichen.
Yugi hatte sich gerade erleichtert und seine Hände sauber gemacht,als ihn die Schatten griffen und schnell aus dem Raum schliffen. Mit weit aufgerissen Augen sah er zum Bett, wo Atemu lag und versuchte, sich zu befreien oder einen dumpfen Ton von sich zu geben, aber die Schatten hatten ihn so gut im Griff, dass kein Ton aus ihm raus kam. Tränen schossen ihm in die Augen und liefen stumm seine Wangen herunter.
Draußen vor der Palastmauer stand Yami mit einem breiten Grinsen. Er hatte sich gerade eine Seele von einer der Wachen genehmigt, als die Schatten mit Yugi kamen und sein irres Lachen zu einem sanften Lächeln wurde. Elegant ging er zu ihm und nahm Yugi auf den Arm. "Endlich sehen wir uns wieder, mein kleines Licht.", haucht er in dessen Ohr, was Yugi einen Schauer durch seinen Rücken jagte. Noch viel erstaunlicher war es für Yugi, dass sein Entführer Atemu zum verwechseln ähnlich sah, nur dass dieser blasse, weiße Haut wie er selbst und dazu noch einen schlangenartigen Schwanz hatte. Yami grinste dann breit. "Mein Licht, mein allein.", zischte er nun und man sah seine fangartigen Zähne. Yugis Augen rissen weit auf und Yami genoss die Panik in den Augen des kleinen Lichtes. "Hab keine Angst, ich werde dir nichts tun. Nein, nein, dir nicht, aber allen anderen!", kicherte er und verschwand mit einer Rauchwolke mit Yugi in den Schatten.
Atemu suchte im Schlaf nach einer Weile nach Yugi, doch fand er nichts. Seine Augen öffneten sich langsam und er fand die eine Betthälfte leer vor. "Yugi?" Sofort stand er auf und ging zu erst zum Bad, doch dort war er nicht. Er rannte zur Tür und riss sie auf, aber dort wo die Wachen hätten sein sollen, war nichts. Panik ergriff Atemu und er rannte wieder zurück, zog sich etwas an und schrie wie ein Verrückter durch die Gegend.
~bei Yami und Yugi~
Yami trug Yugi durch das Schattenreich bis zurück zu seinem eigentlichen Palast. "Hier mein Licht werden wir wohnen. Dein Schloss ist mir ein wenig zu klein." Yugi sah ihn nicht an, sondern es flossen weitere Tränen seine Wangen herunter. Yami leckte die Tränen weg. "Weine nicht, mein kleines Juwel. Du wirst bei mir sicher sein!" und er schmuste mit seiner Wange. Ein Schattententakel neigte sich zu seinem Ohr und erzählte ihm belustigt, wie Atemu im Palast am ausrasten war, weil er Yugi nicht finden konnte. "Er soll ruhig suchen, finden wird er ihn nicht.", kicherte Yami böse auf und ging weiter zum Schloss. Das Schloss ansich war dunkelgrau und hatte ein großes schwarzes Tor, das Yami mit einer Handbewegung öffnete und sie kamen so in den leeren Innenhof. Es waren meist alles Ruinen, ein kaputter Brunnen, der schwarzes Wasser spie, kaputte Ställe, wo einige Skelettpferde standen und den beiden neugierig hinterher schauten. Vor einer weiteren schwarzen Tür blieben sie wieder stehen und Yami bewegte wieder seine Hand und öffnete sie so und sie traten in eine Halle ein. Sie war dunkel und auf dem Boden war ein blutroter Teppich ausgelegt, der sehr dreckig wirkte. Diesem folgte Yami bis zu einer blutroten Tür, die er mit seinem Schwanz öffnete und Yugi dann vorsichtig auf das Bett legte, aber er kettete ihn mit dem linken Arm an das Bett fest. "Damit du mir nicht weg rennst, mein Licht, denn das Schattenreich ist gefährlich. Auch wenn ich der Herr der Schatten bin, gibt es Monster hier drinnen, die mir nicht gehorchen oder zu wild sind und wir wollen ja nicht, dass du in ganz vielen Einzelteilen endest, oder?" Er streichelte sanft die Wange von Yugi, doch dieser drehte seinen Kopf weg. "Wieso?", fragte er bitter und sah Yami mit glasigen Augen an. Yami seuftze, lehnte sich vor und hielt Yugis Gesicht fest. "Weil du mein bist, mein Licht...", hauchte er gegen Yugis Haut und kurz vor seinen Lippen. "...und weil ich dich liebe, seit du ein kleines Licht warst!" und presste seine Lippen auf die Yugis. Yami stöhnte auf. Wie weich diese Lippen waren! Zarter als jede Blüte die er kannte. Yugi liefen die Tränen runter. Yami biss sachte auf die Unterlippe und fragte so um Einlass, doch Yugi verweigerte ihm dies. Yami wurde ein wenig wütend und presste dann seine Zunge mit aller Macht in seinen Mund und schmeckte sein kleines Licht das erste Mal. /Wie die feinste Seele, die ich je gegessen habe... So unschuldig.../ Er musste den Kuss beenden, aber nicht ohne mehrmals kleine Küsse von den süßen Lippen zu klauen. Yugi schluchzte nur auf und sah Yami bitter traurig an. "Warum ich? Warum kann ich nicht bei Atemu sein...?" Yami sah ihn wütend an und presste ihn dann hart auf das Bett. "WEIL DU VON ANFANG AN MIR GEHÖRST, SEIT DU GEBOREN WURDEST! UND ICH GEBE DICH NICHT HER! DU GEHÖHRST MIR UND MIR ALLEIN!" Yugi sah angsterfüllt zu Yami hoch und Yami sah ihn die ängstlichen Augen und wurde wieder sanft. "Hab keine Angst, aber erwähne nicht wieder diesen Namen. Mhhh, wir beide werden viel Spaß haben!", schnurrte Yami und leckte einmal über Yugis Wange, der daraufhin aufquickte und versuchte, von ihm weg zu kommen, doch Yami schmuste mit dessen Hals und hielt seine Hände fest auf die Matratze gedrückt. "Ich werde ganz sanft mit dir sein, oh ja... Ich werde dich lieben und dir alles geben, was du wünscht, alles..." Er nippte liebevoll an Yugis Hals und entlockte so ein weietres Quicken von Yugi. "Lass das...", kam es schwach und hoch. Yugi war wütend. Er würde ihn so gerne gegen die Wand schlagen, aber leider Gottes kam er nicht gegen Yami an. Aber irgendwie wiederum gefiel es ihm das, was er machte. Es fühlte sich wie bei Atemu so richtig an, aber er liebte doch Atemu- oder?
Ohne dass Yugi es bemerkte, las Yami seine Gedanken und grinste. "Mein kleines, wunderschönes Licht.", schnurrte er und leckte über Yugis Ohrmuschel. Yugi schauderte es den Rücken runter und er sah Yami mit verwirrten und verheulten Augen an. "Ich werde dich jetzt in Ruhe lassen... aber ich komme später wieder. Ich kann dich ja nicht die ganze Zeit alleine lassen." Er grinste ihn dabei breit an und man sah in den Ecken seines Mundes seine Fangzähne, die Yugi einen kalten Schauer über seinen Rücken jagten. Behutsam nahm Yami Yugi hoch und legte ihn sanft in die Mitte des Bettes. "Sei brav, ich bringe dir nachher was Feines mit. Ich muss noch einige Hindernisse aus dem Weg räumen und einiges klären." Dabei glitzerten seien Augen böse auf und er verschwand aus der Tür.
Yugi sah, wie die Tür ins Schloss fiel und brach in Tränen aus. /Warum?Warum nur? Ich will zurück zu Atemu! Aber, aber... Es ist so verwirrend/ Er weinte bis er keine Tränen mehr hatte und dann vor Erschöpfung schlief.
~derweil beim Palast~
Wachen, Sklaven und Priester huschten durch den ganzen Palast. Vier Suchtrupps wurden ausgeschickt und ein entnervter, herzgebrochener Pharao saß auf dem Thron. Marik und Joey sahen ihn mitleidig an, Ryou lehnte sich an Marik. "Können wir denn nicht helfen, Marik?" Der platinblonde schüttelte leicht seinen Kopf. "Nicht dass ich wüsste... Es gibt nicht mal einen Hinweis, wer hier eingedrungen ist. Nur lauter kleine Blutpfützen." Joey seuftze leise. "Ich hoffe Yugi passiert nichts..." Atemu vergrub seine Hände in seinem Gesicht. "Yugi... Haibibi... mein Licht, ihm darf nichts passieren! Sollte ihm was passieren, wird derjenige von mir persöhnlich umgebracht!" und sah alle im Raum funkelnd an. Alle schlucken und wichen einen Schritt zurück, da sich hinter Atemu einige Schatten, die ihm gehorchten, aufbauten und ihn an den Armen und Beinen kraulten, um ihn zu beruhigen. Er seuftze und legte wieder die Hände an seinen Kopf. "Yugi..." Stumme Tränen liefen sein Gesicht runter. Er hatte noch nie geweint, aber dass man ihm seinen Geliebten stahl, die Liebe seines Lebens, das war sogar für ihn zu viel.
