Die Welt von Harry Potter und ihre wundervollen Charaktere gehören nach wie vor J.K. Rowling.

Diese fantastische Geschichte ist das Werk von Moonsign, auch daran kann ich nichts ändern,

und mir gehört nicht einmal die deutsche Sprache. Also, mir gehört nichts und ich verdiene kein Geld hiermit.

Ach ja, Shakespeares Sonnet 29 stammt auch nicht von mir… Sondern von Shakespeare.

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3. The Elusive Friend (Der flüchtige Freund)

Wenn ich, von Gott und Menschen übersehn,
Mir wie ein Ausgestoßener erscheine,
Und, da der Himmel nicht erhört mein Flehn,
Dem Schicksal fluche und mein Los beweine:

Wünsch ich an Hoffnungen so reich zu sein
Wie Andre, vielbefreundet, hochgeboren.

(Shakespeare – Sonnet 29)

REMUS:

Der Tag, an dem Remus seinen Hogwarts-Brief bekam, war der glücklichste seines Lebens. Er saß am Frühstückstisch, aß eine Scheibe Toast, so schnell er konnte, und warf seinem Vater Blicke zu, während er darauf wartete, dass John Lupin aufsehen, seinen Sohn voller Abscheu verhöhnen und ihm sagen würde, dass er keine Tiere bei Tisch mochte und dass er ihm aus den Augen gehen sollte.

Sein Vater las den Tagespropheten und schien in einen Artikel vertieft, und so erlaubte Remus sich, etwas langsamer zu essen. Manchmal blieb ihm nur Zeit für wenige Bissen, bevor er davongejagt wurde, entweder in den Hintergarten mit seinen hohen Mauern, die ihn am Ausbrechen hinderten, oder in sein Zimmer im Keller der Hütte.

Sein Vater hatte ihn nach Jener Nacht dorthin umgesiedelt, weil die Wände und Türen dick genug waren, um einem verwandelten Werwolf Stand zu halten. Remus' Matratze und die Schlafzimmereinrichtung - so spärlich sie war - waren deswegen ständig zerfetzt und voller Blut. Nur seine wertvollsten Besitztümer, die er oben auf seinem Schrank verstaute, waren sicher.

Manchmal fragte Remus sich, ob es besser gewesen wäre, wenn sein Vater ihn doch an die Abteilung für Magische Kreaturen im Ministerium übergeben hätte, anstatt ihn aus Pflichtgefühl seiner toten Frau gegenüber, die er so geliebt hatte, zu Hause einzusperren.

Manchmal wurde das Gefühl, eingesperrt zu sein, so unerträglich, dass Remus dachte, der Wolf würde gleich aus seiner Haut hervorbrechen und versuchen, auszubrechen.

Die gelegentlichen, sehr kurzen Ausflüge in die Winkelgasse mit seinem widerwilligen Vater waren die Höhepunkte seiner fünf miserablen Jahre als Werwolf. Manchmal weinte er aus Sehnsucht nach seiner Mutter, aber selbst jeder Gedanke an sie wurde von den Erinnerungen an die mondbeschienen Ausflüge in den Wald hinter dem Haus überschattet. Wann immer er jetzt an den Mond dachte, hämmerte sein Herz voller Hass, Angst und Erinnerungen an Schmerzen und er konnte fühlen, wie der Wolf in seinem Inneren triumphierend heulte.

Die goldbraune Eule flog durch die halb geöffnete Hintertür herein, als Remus sehnsüchtig an einen weiteren Ausflug in die Winkelgasse dachte. Remus beobachtete sie mit vagem Interesse, erwartend, dass sie wie üblich einen Brief auf den Platz seines Vaters fallen lassen würde, und war erstaunt, als sie auf ihn zuflog und einen Umschlag auf seinen bröseligen Teller warf.

„Was ist das?", verlangte sein Vater scharf zu wissen.

„Ich weiß es nicht." Remus hob den Brief behutsam auf. „Er ist an mich adressiert..." Seine Stimme erstarb, als er das Wachssiegel bemerkte. Es war in vier Teile geteilt, und in ihnen befanden sich ein Löwe, ein Dachs, ein Rabe und eine Schlange.

„Was ist denn?" Sein Vater lehnte sich hinüber und versuchte, ihm den Brief wegzuschnappen.

Remus klammerte sich an ihn und brachte ihn außer Reichweite. „Ich glaube, er ist aus Hogwarts," sagte er, und er konnte es kaum fassen. Hogwarts! Er erinnerte sich an die Geschichten seiner Mutter darüber. Ein gewaltiges Schloss hoch oben in Schottland, voller Magie, Kinder, verzauberter Decken und verschwindender Treppen. Er hätte sich nie träumen lassen, dass sie ihn – eine abstoßende, kleine, dunkle Kreatur – in seine Mauern lassen würden.

„Ich glaub es nicht!" John Lupin sah sogar zu schockiert aus, um Remus dafür zu bestrafen, dass er versucht hatte, seinem Griff zu entkommen. „Warum würden sie etwas wie dich nach Hogwarts lassen?"

Remus öffnete den Brief mit zitternden Fingern.

HOGWARTS-SCHULE FÜR HEXEREI UND ZAUBEREI

Schulleiter: Albus Dumbledore

(Orden des Merlin, Erster Klasse, Grosz., Hexenmst.

Ganz hohes Tier, Internationale Vereinig. d. Zauberer)

Sehr geehrter Mr. Lupin,

wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass Sie an der Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei aufgenommen sind. Beigelegt finden Sie eine Liste aller benötigten Bücher und Ausrüstungsgegenstände.

Das Schuljahr beginnt am 1. September. Wir erwarten Ihre Eule spätestens am 31. Juli.

Mit freundlichen Grüßen

Minerva McGonagall

Stellvertretende Schulleiterin

Auf einer zweiten Seite stand eine weitere, persönlicher klingende Nachricht:

Mr. Lupin,

Wir sind über Ihre Lykanthropie informiert und sollten Sie sich entscheiden, Ihren Platz in Hogwarts anzunehmen, werden wir Ihnen einen sicheren Ort für Ihre Verwandlung jeden Monat sowie medizinische Versorgung von unserer Schulheilerin, Poppy Pomfrey, für jegliche Verletzungen, die Sie erhalten sollten, zur Verfügung stellen. Sie werden sich nach dem Festmahl am ersten Schultag mit dem Schulleiter treffen, um die Details zu arrangieren.

Minerva McGonagall

Stellvertretende Schulleiterin

„Lass mich das sehen," sagte John, schnappte die Briefe aus den Händen seines Sohnes und überflog sie ungläubig. „Sie haben dir einen Platz gegeben?"

Remus konnte nicht antworten. Er war immer noch im Schock. Als er spürte, wie die Neuigkeiten langsam einsickerten, fühlte er ein Lächeln auf seinem Gesicht und eine seltsame Enge in seiner Brust entstehen. Diese Briefe nahmen ihn nicht nur in Hogwarts auf, sondern sie waren auch geschrieben, als wäre er ein menschliches Wesen und kein Tier. Remus hatte in den Jahren nach Jener Nacht sehr wenig Kontakt mit irgendjemandem außer seinem Vater gehabt und er war erstaunt, dass jemand, der ihn nicht einmal kannte, ihn auf diese Weise behandelte.

Plötzlich, zum ersten Mal seit vielen Jahren, erinnerte sich an die Stimme seiner Mutter, als sie gestorben war.

Lass sie dich nicht zu einem Monster wie ihm machen. Der Wolf hat dich nicht verändert. Sag es, Remus!"

„Der Wolf hat mich nicht verändert," wiederholte er, genau wie er es getan hatte, als er sie sterben gesehen hatte.

Sein Vater drehte sich um und starrte ihn an. Aus irgendeinem Grund sah er wutentbrannt aus.

„Du bist immer noch eine dunkle Kreatur, Junge!", spie er. „Das hier macht dich nicht menschlich. Das hier macht dich nicht wie wir. Du bist ein Tier und ein Mörder! Ohne dich würde Serena noch leben! Du denkst, der Wolf hätte dich nicht verändert? Geh und wirf einen Blick in dein Zimmer, dann siehst du die Wahrheit."

Remus duckte sich. „Ja, Vater," flüsterte er kleinlaut.

„Vergiss das niemals!"

Als ob ich das könnte, dachte Remus und sah hinunter auf seinen Arm, der noch von seiner Verwandlung vor ein paar Tagen bandagiert war. Als ob ich das je könnte.

Viele Wochen später stand Remus unsicher zwischen Gleis Neun und Gleis Zehn am Bahnhof von King's Cross. Er trug verblichene Muggelkleidung und zerrte einen zerbeulten Koffer hinter sich her. Nach Fenrir Greybacks Angriff hatte John Lupin es nicht mehr über sich gebracht, weiterhin im Ministerium zu arbeiten, und so war das Geld immer knapp. Sein Vater hatte Remus vor wenigen Wochen widerstrebend mit in die Winkelgasse genommen, um seine Schulsachen zu besorgen, und obwohl all seine Sachen aus zweiter Hand kamen, waren sie mehr, als Remus sich erinnern konnte, jemals besessen zu haben.

John Lupin hatte seinen Sohn am Morgen zusammen mit einigen widerwilligen Anweisungen, wie man zum Gleis kam, in den Fahrenden Ritter geladen, und bis jetzt hatte Remus noch nicht den Mut aufgebracht, hindurchzugehen. Er war die meiste Zeit seines Lebens weggesperrt gewesen, und er fand so viele Leute und so viel Platz um ihn herum einschüchternd.

Während er den Pfeiler zwischen Plattform Neun und Zehn anstarrte, näherten sich eine Frau und ein schwarzhaariger Junge mit einer sehr unordentlichen Frisur und einer Brille. Der Junge zerrte einen Koffer hinter sich her, der glänzend und neu aussah und den Namen J. M. Potter eingraviert trug.

Die Frau sah Remus an, als sie näher kamen, und ihr Gesichtsausdruck wurde wohlwollender, als sie einen Koffer sah.

„Bist du auch neu, Liebes?", fragte sie ihn freundlich.

Remus war so erschrocken darüber, auf eine derart liebevolle Weise angesprochen zu werden, dass er sie nur dümmlich anstarren konnte. Sie blickte hinunter auf das Ticket, das er in seiner linken Hand zerknüllte, und offensichtlich erblickte sie die Gleisangabe darauf, denn sie legte eine Hand zwischen seine Schulterblätter und schob ihn sanft auf die Barriere zu.

„Geh einfach geradeaus durch," wies sie ihn an.

Er gehorchte wortlos, seinen Koffer im Schlepptau. Er schloss die Augen als er sich der Barriere näherte, und erhöhte sein Tempo ein wenig, spannte seinen Körper in Erwartung des Aufpralls an. Als keiner kam, öffnete er die Augen und fand sich auf einer neuen Plattform wieder, umringt von schnatternden Schülern und Eltern, Koffern und schreienden, in ihren Käfigen gesicherten Eulen. Er starrte voll Verwunderung umher. Es war wie in der Winkelgasse, aber noch lauter. Eine riesige rote Dampflok stand da und wartete darauf, dass die Schüler einstiegen.

„Wo sind deine Eltern, Liebes?"

Er drehte sich um und sah die Frau und den schwarzhaarigen Jungen erneut hinter sich stehen.

„Sind sie nicht hier und verabschieden sich von dir?"

Der Gedanke, dass sein Vater jetzt mit ihm hier stehen könnte, stolz auf ihn war und ihm einen Abschiedskuss gab, war so lächerlich, dass Remus eine Blase bitteren Gelächters in seiner Brust aufwallen spürte. Zu seinem großen Entsetzen blieb sie nicht dort und kam mit einem harten, rauen Geräusch aus seinem Mund. Es klang falsch und grob und merkwürdig.

Offensichtlich war er nicht der einzige, der so dachte, denn die Frau trat besorgt einen Schritt zurück und der schwarzhaarige Junge sah plötzlich wütend aus.

„Lach meine Mutter nicht aus!", sagte er zornig, „Wie kannst du es wagen?"

„James, nicht - " begann die Frau, doch Remus hatte bereits wieder, so schnell, wie er begonnen hatte, zu lachen aufgehört. Er fühlte einen plötzlichen und verzweifelten Drang, fortzulaufen. Er wandte sich um und stolperte so schnell wie möglich zur nächsten Zugtür, seinen Koffer hinter sich her zerrend. Da die meisten Schüler sich noch draußen am Gleis befanden, gab es jede Menge freie Abteile, und Remus schlüpfte erleichtert in ein solches. Er schob seinen Koffer unter seinen Sitz, setzte sich und lehnte sich so weit wie möglich vom Fenster zurück, sodass er von den Vorhängen verdeckt wurde, als er nach draußen auf den Bahnhof schaute.

Er wusste, er hätte höflich mit der Frau sprechen sollen. Er wusste, er hätte nicht lachen sollen, oder dass er hätte bleiben und erklären sollen, warum er gelacht hatte. Doch er war in Panik geraten und jetzt hasste der schwarzhaarige Junge ihn und seine Mutter hielt ihn für unfreundlich oder verrückt.

Der Zug begann langsam, sich zu füllen. Ein paar Leute starrten in sein Abteil, sahen ihn und gingen weiter. Endlich schlich ein kleiner Junge mit fettigem schwarzem Haar und einer sehr großen Nase, der ungefähr in Remus' Alter zu sein schien, herein. Er sah Remus vernichtend an, schob einen Koffer unter den Sitz ihm gegenüber und setzte sich, dann zog er ein verbeultes Buch hervor, das Remus als das Buch für Verteidigung gegen die Dunklen Künste der Erstklässler erkannte. Er begann zu lesen.

Remus betrachtete ihn unsicher. Er wusste, wenn er Freunde finden wollte, musste er sich die Mühe machen, sie anzusprechen. Er wünschte, er hätte mehr Übung darin – dass er schon zuvor mit irgendwelchen gleichaltrigen Kindern gesprochen hätte, doch sein Vater hatte ihn so isoliert gehalten, dass er nie noch zuvor einen Freund gehabt hatte.

„Hallo?", versuchte er es.

Der schwarzhaarige Junge hob die dunklen Augen von seinem Buch und sah Remus mit dem Blick eines Zoologen an, der darauf wartet, dass ein ungewöhnliches Tier noch mehr interessante Dinge tat.

„Mein Name ist Remus Lupin," sagte Remus, und seine Hände verkrampften sich in seinem Schoß zu nervösen Fäusten.

„Severus Snape," sagte der Junge, bevor er sich wieder seinem Buch zuwandte.

Remus fragte sich, ob das hieß, dass sie jetzt Freunde waren. Was taten Freunde? Saßen sie einfach nur so zusammen wie jetzt? Redeten sie? Er beschloss, dass er Snape den nächsten Schritt machen lassen würde, doch der Junge saß einfach wieder nur da, in sein Buch vertieft.

Draußen gab es einen lauten Schlag, dann eine gemurmelte Schmerzensbekundung, und die Tür ihres Abteils glitt erneut auf. Zu Remus' Bestürzung war es der Junge mit der unordentlichen Frisur vom Gleis, der seinen schweren Koffer hinter sich her zog.

„Kann ich hier sitzen?", fragte er, und blickte in Snapes Richtung. Dann entdeckte er Remus, der zusammengekauert in der Ecke saß. „Oh, du bist es," sagte er höhnisch. „Das verrückte Kind, das meine Mutter ausgelacht hat."

„Ich hab deiner Mutter nichts getan," schnappte Snape und sah von seinem Buch auf.

„Nicht du, er." Der Junge deutete auf Remus.

„I-Ich w-wollte nicht - " Stotterte Remus und beobachtete Snape. Er wollte nicht, dass sein neuer Freund ihn für verrückt hielt.

„Du kannst nicht einmal ordentlich reden," sagte der Junge mit den unordentlichen Haaren und ließ einen vernichtenden Blick über Remus' gekrümmte Gestalt wandern. „Ich will gar nicht wissen, wie - "

„Nein, du kannst nicht hier sitzen," unterbrach Snape. „Du bist unhöflich und du redest zu viel."

„Keiner hat nach deiner Meinung gefragt, Schleimball."

„Doch, eigentlich hast du das, als du reingekommen bist," sagte Snape und wandte sich erneut seinem Buch zu.

Der Junge blinzelte und sah sich im Abteil um, bis seine Augen wieder auf Remus landeten. „Ihr verdient euch!", sagte er, und seine Stimme war schroff. „Kein Wunder dass eure Eltern nicht hier waren, um euch zu verabschieden. Die wollten wahrscheinlich nicht zugeben, dass ihr ihre Söhne seid!"

Remus spürte Schmerz und Wut in sich auflodern, die den Wolf weckten. Er wollte den Jungen anspringen und zu Bode werfen. Er bekämpfte den Drang, wohl wissend, dass jeder argwöhnisch werden würde, wenn ein winziger Junge wie er solche Kraft zeigte. Er wollte hier bleiben. Er wollte nach Hogwarts gehen und normal sein wie jeder andere. Er wollte, dass der Wolf ihn nicht verändert hatte.

Bleib weg, dachte er verzweifelt zu dem tobenden Wolf in ihm, bleib weg, lass mich alleine, ich brauche dich nicht. Bleib weg, bis deine Zeit da ist. Bitte, bitte.

„Du bist verrückt!", sagte der Junge, der nun über ihm stand.

Erst jetzt bemerkte Remus, dass er es laut gemurmelt hatte. Seine Fäuste waren geballt und ein Schweißfilm bedeckte seine Stirn.

„Hey, was ist hier los?"

Alle drei drehten die Köpfe, als sie die neue Stimme vernahmen. Es war ein kleiner Junge, wie sie selbst, mit glänzendem schwarzem Haar und grauen Augen. Er spähte interessiert aus dem gegenüberliegenden Abteil.

„Dieses Kind ist verrückt!", schnappte der Junge mit der unordentlichen Frisur. „Er hat meine Mutter ausgelacht, als sie ihm helfen wollte, und schau' ihn dir jetzt an. Der ist völlig bekloppt!"

„Du kannst bei mir sitzen, wenn du willst," bot der neue Junge an. „Ich bin Sirius Black. Du musst ein Potter sein. Ich würde diese Haare und die Brille überall erkennen."

„Black?", fragte der Potter-Junge. „Wie in „Das Alte und gar Fürnehme -?"

„Haus der Blacks mit ihren ganzen dummen Reinblüter-Vorurteilen, et cetera, et cetera... ja," sagte Black und verzog das Gesicht. „Aber ich bin nicht so."

Als Potter zweifelnd dreinblickte, sah Black vielsagend zu Snape und Remus. „Würdest du lieber da drinnen sitzen?", fragte er.

„Gutes Argument." Potter hob das Ende seines Koffers wieder hoch und zerrte ihn über den Gang in Blacks Abteil. „Übrigens, ich bin James Potter. Du hattest Recht."

Beide lachten und die Tür schlug hinter ihnen zu. Remus fühlte, wie er sich entspannte.

„Danke," murmelte er Snape zu.

„Das habe ich nicht für dich gemacht," sagte Snape. „Ich hab nur die Wahrheit gesagt. Ich hab ihn nicht gemocht. Er war unhöflich und laut und hatte Gryffindor quer übers Gesicht geschrieben.

„Ist das etwas Schlechtes?", fragte Remus, und er erinnerte sich, dass seine Eltern beide in Ravenclaw gewesen waren.

„Natürlich," spottete Snape. „Wer will schon nach Gryffindor? Die sind dickköpfig, laut und blödsinnig edelmütig. Das einzige Haus, das es wert ist, dort zu sein, ist Slytherin."

Remus antwortete nicht. Er hatte über den Sommer begierig in Eine Geschichte von Hogwarts gelesen, und er wusste viel über die verschiedenen Häuser. Er wollte nicht in Slytherin sein. Sie waren für ihre Voreingenommenheit und ihre Reinblüter-Prinzipien bekannt. Remus hatte Angst davor, was passieren würde, wenn sie einen Werwolf unter ihnen entdeckten. Er wollte auch nicht nach Ravenclaw. Sie waren zu gut im Lösen von Puzzles, und sie würden schnell herausfinden, was sein monatliches Verschwinden bedeutete. Er hatte geglaubt, dass Gryffindor ideal geklungen hatte, aber wenn dieser Potter-Junge ein Beispiel für die Art von Leuten, die in dieses Haus kamen, war, dann wollte er auch dort nicht sein. Vielleicht könnte er darum bitten, Hufflepuff zugeteilt zu werden. Der Gedanke war beinahe komisch. Ein Werwolf in Hufflepuff.

Weder er noch Snape sprachen noch einmal auf der langen Reise zur Schule. Das einzige Mal, bei dem Remus sich erinnerte, genauso viel Angst gehabt zu haben wie jetzt, war in Jener Nacht gewesen. Jene Nacht, die sein Leben für immer zerstört zu haben schien.