Vielen Dank an Bernsteinwolf für deine Review 3

Ich werde so bald sicher nicht aufhören!

Charaktere, Orte, etc.: JK Rowling

Geschichte: Moonsign

4. Reputations and Invisibility Cloaks (Namen und Tarnumhänge)

Wir könnten viel von Buntstiften lernen.

Manche sind spitz, manche sind hübsch.

Manche sind matt, während andere leuchten.

Manche haben seltsame Namen.

Aber wir müssen alle lernen, in derselben Schachtel zu liegen.

(Debbie Graves Ratcliffe)

SIRIUS:

Sirius wurde an seinem ersten Schultag von Regulus und seiner Mutter begleitet. Sie standen nahe dem Pfeiler auf dem Gleis, außerhalb der Menge.

„Voller Schlammblüter und Halbblüter," höhnte Walburga, während sie die Schüler und deren Eltern musterte.

„Es ist widerlich."

Sirius sagte nichts. Sein Bauch fühlte sich von einer Mischung aus Aufregung und Nervosität flatterig und aufgewühlt an, als er die rote Dampflok betrachtete, die stolz auf den Schienen stand.

„Und du!" Sirius' Mutter packte seinen Oberarm und grub ihre langen, gepflegten Nägel durch sein Oberteil in seine empfindliche Haut. „Wenn ich irgendwelche Meldungen über schlechtes Verhalten von dir bekomme, wirst du hart bestraft werden, wenn du nach Hause kommst. Verstehst du mich?" Sie funkelte ihn aus einigen Zoll Entfernung an, ihre kalten grauen Augen verengt.

„Ja, Mum," murmelte er, und er spähte über ihre Schulter, um ihr nicht in die Augen sehen zu müssen. Sein Blick traf Regulus', der die Augenbrauen hob und still das Wort ‚Gryffindor' formte. Sirius zuckte zusammen, und seine Mutter schob ihn von sich fort.

„Also los, geh schon. Wenn ich irgendetwas über schlechtes Benehmen höre, wirst du für eine Woche in den Keller gesperrt."

Sie und Regulus wandten sich um und gingen zurück durch die Barriere. Regulus drehte sich in der letzten Sekunde noch einmal um und warf ihm einen mitfühlenden Blick zu.

Sirius seufzte und ging auf den Zug zu. Er war so in Gedanken versunken, dass er beinahe in den Rücken einer Frau mit dunklem, kupferrotem Haar und rehbraunen Augen rannte, die mit ihrem unordentlich aussehenden, schwarzhaarigen Sohn zu diskutieren schien. Sirius war nicht in einer vom reinen Blut besessenen Familie aufgewachsen, ohne die Eigenschaften der ältesten Reinblüterfamilien erkennen zu können. Die Brille und das unordentliche Haar, aber auch die Haarfarbe der Frau waren unverkennbar. Die Potters waren überall für ihre Schwäche für rothaarige Frauen bekannt.

„...Kein Grund, so grob zu dem armen kleinen Ding zu sein," sagte sie zu dem Jungen. „Er hat es sicher nicht so gemeint. Er war nervös und alleine. Wirklich, James! Hab mal ein bisschen Mitleid."

„Er hat dich ausgelacht, Mum!" Der Junge funkelte seine Mutter an und gestikulierte in Richtung des Zuges. „Er hatte kein Recht, das zu tun! Auch wenn er vielleicht nicht als Zauberer erzogen worden ist, Muggel haben auch Manieren!"

Die Frau seufzte und schüttelte den Kopf. Sie zerstrubbelte dem Jungen die ohnehin schon unordentlichen Haare, dann zog sie ihn in eine schnelle Umarmung. „Lass uns nicht darüber streiten, es ist ja auch egal. Versuch einfach, eine schöne Schulzeit zu haben und nicht in zu große Schwierigkeiten zu geraten. Bitte spiel den Lehrern keine Streiche, um schon in der ersten Woche Probleme zu bekommen, okay?"

Sirius' spitzte die Ohren, als er das Wort ‚Streiche' hörte, und er beobachtete den Jungen mit neuem Interesse. Er grinste spitzbübisch, als zu seiner Mutter hochsah.

„Als ob ich das tun würde!"

Sie lachte und zerzauste sein Haar erneut, bevor sie ihn in Richtung der Lok schob. „Geh schon."

Sirius grinste in sich hinein, während er seinen Koffer von dem Paar weg und in den Zug zerrte. Die Potters waren bekannt dafür, verräterische Muggel-Liebhaber und Unterstützer Dumbledores zu sein – genau die Art von Freunden für die seine Mutter ihn hassen würde. Sie waren dafür berühmt, stets nach Gryffindor gesteckt zu werden, und dieser hier mochte anscheinend auch Streiche. Sirius beschloss, dass er den Jungen so schnell wie möglich finden und sich mit ihm anfreunden musste. Er stellte sich all den Unfug vor, den sie gemeinsam anstellen würden.

Er zog seinen Koffer durch den Gang und spähte ins nächste Abteil. Nur eine Person saß darin – ein kleiner, etwas pummeliger Junge mit einem Gesichtsausdruck gutmütiger Hoffnungslosigkeit und mausbraunem Haar.

„Ist hier noch frei?", fragte Sirius und grinste den Jungen auch seine ansteckende Art und Weise an.

Der Junge zuckte ein wenig zusammen und drehte sich zur Tür. Als er Sirius sah, lächelte er schüchtern zurück. „Natürlich," sagte er. „Ich bin alleine hier drinnen."

Sirius schlenderte herein und schob seinen Koffer unter einen Sitz, bevor er sich setzte und den Jungen interessiert beobachtete.

„Auch im ersten Jahr?, fragte er.

Der Junge nickte. „Ja. Ich bin Peter Pettigrew."

„Schön, dich kennen zu lernen. Ich bin Sirius Black." Sirius streckte eine Hand aus, die der Junge anstarrte.

„Wie in die Blacks? Mein Vater hat mir von euch erzählt."

Sirius verdrehte die Augen, die Hand immer noch ausgestreckt. „Wir sind nicht alle gleich, weißt du. Ich habe nicht die Absicht, nach Slytherin zu kommen."

„Echt?" Der Junge sah erstaunt aus. „Warum? Bekommst du keine Schwierigkeiten mit deiner Familie?"

„Das ist mir völlig egal," sagte Sirius stolz.

Der Junge grinste und streckte sich, um ihm die Hand zu schütteln. Sie wurden von wütenden Stimmen aus dem gegenüberliegenden Abteil unterbrochen. Sirius schob die Tür auf und lugte interessiert hinaus. Die Tür zum Abteil stand offen, und Sirius konnte einen Jungen mit fettigem schwarzem Haar und einer großen Nase sehen, der ein Buch in der Hand hielt, aber nicht las, während er die anderen beiden Insassen des Abteils beobachtete.

Sirius erkannte den Potter-Jungen mit der unordentlichen Frisur vom Bahnhof sofort wieder. Er stand über einem sehr kleinen, mageren Jungen mit großen, bernsteinfarbenen Augen und länglichem, goldbraunem Haar, der aussah, als hätte er eine Art Anfall. Seine Augen waren glasig und er murmelte;

„Bleib weg. Bleib weg, lass mich alleine, ich brauche dich nicht. Bleib weg bis deine Zeit da ist. Bitte, bitte..."

„Du bist verrückt!", sagte der Potter-Junge, während er ihn mit einem Ausdruck höchsten Unbehagens ansah.

„Hey, was ist hier los?", fragte Sirius und durchbrach die angespannte Atmosphäre.

Alle drei Jungen wandten sich um, um ihn anzusehen. Der Potter-Junge sah noch immer wütend aus. „Dieses Kind ist verrückt! Er hat meine Mutter ausgelacht, als sie ihm helfen wollte, und schau' ihn dir jetzt an. Der ist völlig bekloppt!"

Sirius betrachtete den Jungen, der nun aus seiner Trance erwacht zu sein schien und ihn nun mit diesen großen, beunruhigend gelblichen Augen anstarrte. Sirius konnte nicht bestreiten, dass er etwas merkwürdig aussah. Er erkannte auch, dass dies die Chance war, den Schelm für sich zu gewinnen.

„Du kannst hier sitzen, wenn du willst," bot er an. „Ich bin Sirius Black. Du musst ein Potter sein. Ich würde diese Haare und die Brille überall erkennen."

„Black?", fragte Potter, der offensichtlich ebenfalls die Reinblüter-Familien kannte. „Wie in ‚Das Alte und gar Fürnehme - '?"

„Haus der Blacks mit ihre ganzen dummen Reinblüter-Besessenheit, et cetera, et cetera... Ja." Sagte Sirius und verzog das Gesicht. „Aber ich bin nicht so."

Als Potter zweifelnd dreinblickte, warf Sirius einen demonstrativen Blick auf die anderen beiden Jungen im Abteil. „Würdest du lieber da drinnen sitzen?"

„Gutes Argument." Potter hob das Ende seines Koffers wieder hoch und zerrte ihn über den Gang in Sirius' und Peters Abteil. „Übrigens, ich bin James Potter. Du hattest Recht."

Sirius lachte und auch James kicherte, dann schloss er die Tür und schob seinen Koffer unter den Sitz neben Peter. „Ich bin James Potter," stellte er sich vor und streckte die Hand aus.

Peter schüttelte sie. „Peter Pettigrew."

„Also, was hast du gegen diese beiden?", fragte Sirius und deutete mit dem Daumen auf das andere Abteil.

James warf dem Abteil einen finsteren Blick durch die geschlossenen Türen zu. „Meine Mutter hat versucht, diesem kleinen Jungen zu helfen, weil er ganz alleine am Bahnsteig war, und er hat einfach angefangen, zu lachen. Ich meine, wie unhöflich kann man denn sein?"

Sirius runzelte die Stirn. „Der Kleine mit den unheimlichen Augen? Der sieht aus, als könnte ein Windhauch ihn umstoßen."

„Er ist wahnsinnig!", beharrte James.

„Das bestreite ich auch gar nicht, Kumpel," grinste Sirius. „Er hat echt ein bisschen verrückt ausgesehen."

James entspannte sich ein wenig und lächelte ihn an.

„Also, du magst Streiche?", fragte Sirius. Scharfsinnigkeit war noch nie seine Stärke gewesen.

James' Gesicht erhellte sich wie ein Weihnachtsbaum. „Ja! Du?"

„Absolut!" Sirius grinste. „Ich hab mich weggeschlichen, als meine Mutter mit mir in der Winkelgasse war und da hab ich diese hier gekauft."

Er zerrte seinen Koffer unter seinem Sitz hervor, öffnete ihn, und zeigte den anderen Jungen seinen Geheimvorrat an Scherzartikeln aus dem kleinen Zonko's in der Winkelgasse. James und Peter lehnten sich verzückt über den Koffer und wühlten sich durch Stinkbomben, explodierende Schreibfedern und Scherzpergament.

„Das ist genial," hauchte James, „Meine Mutter hat mich nie in diesen Laden hineingelassen. Sie sagt, ich mache genug Schwierigkeiten, auch ohne die Hilfe von kommerziell produzierten, Chaos herbeiführenden Produkten."

Sirius lachte. „Meine Mutter würde mich auch dafür hassen, sie zu haben." Er spürte plötzlich, wie seine Freude sank, als er an die Reaktion dachte, die sie haben würde, wenn auch er nach Gryffindor gehen würde.

Seine Gedanken wurden von James unterbrochen, der eine Tüte Tottenblow Togarts' Haarfärbetoffees entdeckt hatte.

„Oooh! Die würde ich so gerne an diesem schmierigen Burschen ausprobieren, den wir vorhin gesehen haben. Seine Haare sind so fettig, das jedes von denen eine Verbesserung wäre. Ich wünschte, ich hätte solches Zeug!"

„Du hast Glück," sagte ihm Sirius, und seine gute Laune kehrte zurück. „Es gibt einen riesigen Zonko-Laden in Hogsmeade. Wir müssen nur noch einen Weg finden, uns hineinzuschleichen."

„Also ich glaube, da hab ich eine Lösung für deine Probleme, Kumpel."

James zog seinen eigenen Koffer hervor und wühlte ihn ihm, bevor er einen riesigen, silbern schimmernden Umhang herausholte und ihn über seine Knie legte. Sie verschwanden.

„Was in Merlins Namen ist das?", fragte Peter bewundernd, und die Scherzartikel in Sirius' Koffer verloren plötzlich seine Aufmerksamkeit.

„Ein Tarnumhang!", keuchte Sirius und seine Agen weiteten sich, als er ihn staunend betrachtete. „Wie um alles in der Welt bist du an den gekommen? Du bist wirklich mein neuer bester Freund."

James lachte frech. „Mein Vater hat ihn mir gegeben. Ohne es meiner Mutter zu erzählen, natürlich. Er meinte, wenn ich Unfug plane, sollte ich wenigstens sicherstellen, dass ich nicht erwischt werde."

„Genial!", sagte Peter. Er sah Sirius und James mit etwas an, das Heldenanbetung am nächsten war. „Werdet ihr den Leuten echt so richtig Streiche und so spielen?"

„Worauf du dich verlassen kannst!", sagte Sirius, die Begeisterung schäumte in seinem Bauch wie ein Kessel. „Wir können mit diesem fettigen Idioten anfangen, auf den James sich so fixiert hat."

Drei Köpfe wurden zusammengesteckt, als sie begannen, Pläne für komplizierte Streiche zu schmieden, noch bevor sie in der Schule angekommen waren.

Gelächter und Freudenausbrüche aus ihrem Abteil wurden von Remus vernommen, der im Gegenüberliegenden saß. Er fühlte die Sehnsucht, so stark, dass seine Brust schmerzte. Es war eine besonders quälende Sehnsucht, denn er wusste, dass er niemals zufrieden sein würde.