So, mein Urlaub ist zu Ende und ich habe meinen Computer endlich wieder. Dieses Kapitel hatte ich schon vor zwei Wochen fertig und habe natürlich vergessen, es reinzustellen, bevor ich weggefahren bin.
Wie ihr sicher alle wisst bin ich weder Joanne K. Rowling, noch gehöre ich zu Warner Bros, noch ist dies hier meine eigene Geschichte, weil ich für so etwas nicht kreativ genug bin. Reviews sind aber trotzdem erlaubt und erwünscht.
8. Hidden Scars (Versteckte Narben)
Die Narben anderer sollten uns Vorsicht lehren.
(St. Jerome)
SIRIUS:
„Ich frag mich, was mit ihm los ist," sagte James nachdenklich, als die drei am Abend vor dem Feuer im Gemeinschaftsraum saßen.
„Mit wem?", fragte Sirius, nahm ein Stückchen Kohle vom Kaminvorleger, auf dem er lag, und warf es ins Feuer.
„Lusche Lupin natürlich."
Sirius hob den Kopf, um James' Blick zu folgen. Lupin saß allein an einem Tisch am Rand des Gemeinschaftsraumes, in sein Buch für Verwandlung vertieft, Feder und Pergament neben sich.
„Für mich sieht er okay aus," sagte Sirius und wollte wieder auf den Boden zurückfallen.
„Jaah, für mich auch," warf Peter ein, der auf einem Lehnstuhl gegenüber von James' Sofa eingerollt war.
„Ich meine, ich frage mich, warum er anscheinend keinen Freund behalten kann," erklärte James. „Er ist im Zug neben Schniefelus gesessen und der hat ihn bei den Booten nicht einmal mehr angesehen. Dann dachte ich, dass er sich in Zauberkunst vielleicht mit Longbottom angefreundet hat, weil er da sogar ein bisschen gelächelt hat, aber dann ist Longbottom mit Michael Douglas zum Essen gegangen, und Lupin ist wieder alleine dagesessen."
Sirius neigte sich zu seinem Freund hinüber und betrachtete ihn. „Du hast ihn ziemlich genau beobachtet."
„Irgendwas stimmt nicht mit ihm," beharrte James.
„Alles nur weil er vielleicht deine Mutter ausgelacht hat?", fragte Peter verwirrt.
„Nein!", sagte James und sah Peter böse an. „Ich sag dir doch, ich merke, dass irgendwas mit ihm los ist, und wenn ich mir für die nächsten sieben Jahre ein Zimmer mit ihm teilen muss, will ich wissen, was es ist."
„Na ja, Schniefelus ist nicht besonders umgänglich," machte Sirius aufmerksam. „Vielleicht haben sie im Zug nichts weiter getan, als den ganzen Weg lang still da zu sitzen."
„Das würde sie immer noch als Bücherwürmer verbinden," sagte James mit sturem Gesichtsausdruck. „Und Lupin hat das eindeutig auch gedacht. Ihr habt ihn beide nach ihm suchen sehen, als wir in die Boote gestiegen sind. Er hat total niedergeschlagen ausgesehen, nachdem er Schniefelus mit diesen anderen Kindern im Boot gesehen hat."
„Es hätte sowieso nicht funktioniert," sagte Peter, „Schniefelus ist in der Schlangengrube, wo er hingehört, und wir haben Lusche Lupin abbekommen."
„Das ist nicht der Punkt," sagte James. „Sogar Snape – den niemand mag – wollte nicht sein Freund sein. Und was ist mit Longbottom?"
Sirius seufzte, als er erkannte, dass dies hier wohl kein allzu schnelles Ende nehmen würde.
„Hey, Longbottom!", rief er ihrem Klassenkameraden zu, der in der Nähe des Portraiteingangs
Zauberschnippschnapp mit Douglas spielte.
Longbottom sah zu Sirius hinüber und hob die Brauen. „Was?"
„Komm mal kurz her."
Longbottom sah widerstrebend aus, und Sirius rollte sich auf den Bauch und sah ihn flehend an. „Bitte! Wir planen nichts, ehrlich!"
Longbottom sah immer noch misstrauisch aus, als er aufstand und zu ihnen kam. Sirius konnte es ihm nicht verdenken, hatten sie drei Gryffindor doch heute schon zwanzig Punkte abgezogen, indem sie am Vormittag in Zaubertränke eine Stinkbombe in Parkinsons Kessel geworfen hatten.
„Was?", fragte er und sah ungeduldig aus, als er über Sirius stand.
„Ich habe gesehen, dass du dich vorhin in Zauberkunst recht gut mit Lupin verstanden hast," sagte Sirius.
Longbottom sah verwirrt aus. „Ja, und?"
„Warum bist du jetzt nicht sein Freund?", fragte Peter. „Hat er dir was getan?"
„Was?" Longbottom starrte sie an und runzelte verständnislos die Stirn. „Was meint ihr mit 'mir was tun'?"
„Na ja, du bist offensichtlich nicht mit ihm befreundet, deshalb haben wir uns gefragt." Sirius deutete vage auf Lupin. Lupin sah sie argwöhnisch an, obwohl Sirius wusste, dass er über das Geschwätz der anderen Schüler hinweg nicht gehört haben konnte, was sie sagten.
„Nur weil wir in Zauberkunst geplaudert haben, heißt das nicht, dass wir plötzlich beste Freunde sind," sagte Frank. „Er hat nichts falsch gemacht. Er ist ein netter Junge." Er sah sie alle verärgert an. „Wenn ihr euch solche Sorgen um ihn macht, wieso ladet ihr ihn dann nicht einfach in eure kleine Bande ein?"
Er verdrehte die Augen und wandte sich ab, um zu seiner Partie Zauberschnippschnapp zurückzukehren.
„Siehst du," sagte Sirius süffisant zu James, „überhaupt nichts Seltsames."
James sah nicht überzeugt aus. „Du musst aber zugeben, dass irgendwas an ihm faul ist."
Sirius seufzte und sah nach hinten zu Lupin, der sich wieder über das Pergament gebeugt hatte. Sein längliches, goldbraunes Haar verdeckte seine Augen. Seine Wangen wirkten ein wenig gerötet.
„Nicht so wirklich," sagte Sirius. „Ich gebe zu, dass er ein bisschen seltsam ist, aber es ist nichts richtig Schlimmes." Er zögerte, unsicher, ob er erzählen sollte, was er am Morgen gesehen hatte.
„Was?", wollte James wissen, der Sirius anscheinend schon zu gut kannte, als dass dieser seine Gefühle vor ihm verbergen könnte.
„Heute Morgen hat er sich in der Dusche die Hand verbrannt. Ich hab gesehen, wie er einen Verbrennungstrank darauf getan hat."
James starrte ihn an. „Und?"
„Na ja, es war ein riesiger Topf mit Zaubertrank, und er war fast aufgebraucht." Sirius sah schnell zu Lupin, dann wieder in James' rehbraune Augen. Er senkte die Stimme. „Er hat seinen Ärmel zurückgeschoben, und da habe ich Narben auf seinem Handgelenk gesehen."
„Narben?", fragte James und klang zum ersten Mal besorgt und nicht wütend.
„Ja. Ich hab es nicht so genau gesehen, weil als er mich gesehen hat, ist er zusammengezuckt und der Ärmel ist wieder hinuntergefallen, aber da waren Narben. Eine runde glänzende wie eine Verbrennung und noch andere, wie Schnitte."
Es gab eine lange Stille, als James und Peter diese Information verdauten.
„Wie, glaubst du, hat er sie bekommen?", fragte Peter nervös.
Sirius zuckte mir den Schultern. Er dachte an seine Mutter, als sie ihn mit dem Handrücken ins Gesicht geschlagen hatte. Er erinnerte sich daran, wie ihr Ring seine Wange aufgeschnitten hatte, und an den Schock und das Entsetzen, die er als Kind, das von einem Elternteil verletzt worden war, instinktiv verspürt hatte. Er fragte sich, ob es da draußen Eltern gab, die sich bei einer Tracht Prügel nicht auf ihre Hauselfen verließen. Er fragte sich, ob es da draußen Eltern gab, die bei Schlägen und drei Tage langem Einsperren in den Keller noch nicht haltmachten.
Er sah wieder zu James auf und sah eine schuldbewusste Röte auf dem Gesicht des Jungen.
„Er ist immer noch ziemlich seltsam," sagte er.
„Wir müssen nicht seine Freunde sein," sagte Sirius und wiederholte, was er am Abend zuvor gesagt hatte. „Er ist völlig verrückt. Aber vielleicht aus gutem Grund."
Er beobachtete, wie James kurz zu Lupin hinüber sah. Jetzt eher abschätzend als höhnisch. Der Junge mit dem goldbraunen Haar hatte sich so weit in seine Ecke des Gemeinschaftsraumes zurückgezogen, dass es aussah, als ob er mit dem Tisch verschmelzen wollte.
„Na schön," sagte James. „Wir werden nicht mehr gemein zu ihm sein. Wir werden nett sein. Aber ich werde nicht sein Freund sein.
Sirius konnte später nicht erklären, warum er sich bei diesen Worten so erleichtert fühlte. Immerhin, warum sollte es ihn interessieren, was mit Lusche Lupin geschah?
Der Anblick dieses narbigen Handgelenks brannte sich in seinen Hinterkopf.
