Disclaimer: All JK Rowling´s and Moonsign´s.
Ich weiß, meine Updates könnten schneller aufeinander folgen. Aber ich habe grade in einer neuen Schule angefangen und habe wirklich viel zu tun. Ich bin dreizehn, also lasst es (was auch immer) nicht an mir aus.
10. A FigLike Appearance (Es sieht aus wie eine Feige)
Fẹsseln
fesselte, hat gefesselt; [Vt]
Definition:
2.etwas fesselt jemanden etwas interessiert jemanden so stark, dass er sich ganz darauf konzentriert
SIRIUS:
Sirius sah Lupin nach ihrer unangenehmen Unterhaltung im Schlafsaal zwei Tage lang nicht wieder. Er, James und Peter bemerkten seine Abwesenheit in den folgenden Tagen kaum. Sie hatten neue Unterrichtsfächer, ein Schloss, das es zu erkunden galt, Unfug, den sie anrichten mussten und Zaubersprüche, die gelernt werden wollten.
Am zweiten Montag ihres ersten Schuljahres verkündete Sirius seinen Freunden auf so triumphierende Art und Weise, dass es einen an Nicholas Flamel, nachdem er endlich den Stein der Weisen erschaffen hatte, erinnerte, dass Verteidigung gegen die Dunklen Künste sein Lieblingsfach war. Das lag vor allem daran, dass ihr Lehrer – ein sehr junger Auror, der wegen einer Verletzung am Bein für ein Jahr vom Dienst befreit worden war – die coolste Person der ganzen Schule war.
Professor Anders hatte hellbraunes Haar, das eines jener Gesichter umrundete, die nie ihre Knabenhaftigkeit verloren, egal wie alt jemand war. Er war witzig und schlagfertig, doch, wie Sirius und James eines Tages, als sie Snape, der damit beschäftigt war, den Entwaffnungszauber zu üben, Juckpulver unter den Umhang schmuggeln wollten, erkannten, konnte er auch von einer Sekunde auf die Nächste so wütend werden, dass ihnen jeder noch so schwarze Magier leid getan hätte.
Sirius genoss Verteidigung gegen die Dunklen Künste auch, weil er wusste, dass seine Eltern es missbilligten, und alles, was sie verabscheuten, wurde von ihm sofort als genial eingestuft.
Das Fach, das er am wenigsten mochte, war Zaubertränke mit dem überaus massigen Professor Slughorn. Slughorns Bauch war so groß, dass, wie Sirius James aufmerksam machte, er seine eigene Anziehungskraft und vielleicht ein paar Monde hätte haben sollen. Er war der Hauslehrer von Slytherin, war aber trotzdem überraschend freundlich zu den meisten Schülern, besonders zu jenen, die entweder einflussreiche Familien oder ein großes Talent für Zaubertränke besaßen. Unglücklicherweise hatte dies Sirius und Snape aus beiderlei Gründen sofort in die gleiche Kategorie befördert.
In einer dieser betrüblichen Zaubertränke-Stunden hatte Sirius, in einem verzweifelten Versuch, aus einer Gruppe, die Severus Snape enthielt, herausgeworfen zu werden, eines von Tottenblow Togarts´ Haaränderungstoffees auf den Boden neben Snapes Kessel fallen gelassen – versehentlich natürlich. Sehr zu seinem, Peters und James´ Entzücken hatte Snape es aufgehoben und gegessen und sich damit zu langen, fettigen Strähnen von erschreckend leuchtend hellgrünem Haar verholfen.
„Warum haben wir Nachsitzen bekommen?", beschwerte sich Peter, während die drei an diesem Abend hinunter in die Große Halle gingen, nachdem sie zwei elende Stunden damit zugebracht hatten, den Trophäensaal per Hand zu putzen. „Es waren sogar Slytherin-Farben. "
„Genau!", sagte Sirius, als sie sich auf die Bank am Gryffindortisch fallen ließen und anfingen, ihre Teller zu beladen. „Ich glaube, dass die Farbe tatsächlich ganz gut zu seinen Augen gepasst hat."
„Slughorn war nicht wirklich deiner Meinung, als du ihn darauf hingewiesen hast," sagte James, den Mund voller Hühnereintopf.
„Und ich verstehe nicht, warum nicht. Alles wäre ein Verbesserung für Schniefelus´ Haare. Eine Flasche Shampoo würde ihm wirklich die Gemeingefährlichkeit nehmen."
„Trotzdem, wir haben doch nicht erwartet, dass wir damit wegkommen," sagte Peter, der bereits die Hälfte seines Essens einfach inhaliert zu haben schien.
„Ich weiß nicht, woher er wusste, dass wir es waren," sagte Sirius. Er stupste sein Essen misstrauisch an.
„Ich schätze, es hatte was damit zu tun, dass du `Trottel!' gesagt hast, als Schniefelus das Toffee gegessen hat und dann vor Lachen von deinem Stuhl gekippt bist, als sein Haar grün geworden ist," schlug James vor.
„Ich glaube, da ist eine Feige in meinem Eintopf," sagte Sirius, der James´ Kommentar nicht widerlegen konnte. Er spießte das Ding mit seiner Gabel auf und wedelte damit in James´ Richtung. „Ich hasse Feigen! Warum sollte jemand Feigen in einen Eintopf geben?"
"Das ist keine Feige, das ist ein Pilz," sagte Peter, der sich schon die zweite Portion nahm.
„Es ist eine Feige. Ich sehe doch, dass das eine Feige ist. Glaubst du, ich weiß nicht, wie Feigen aussehen?"
„Ich würde nicht mit Peter über irgendetwas streiten, das mit Essen zu tun hat," sagte James und deutete auf Peters ziemlich breite Taille, die ihn in einen Mini-Slughorn zu verwandeln drohte.
Sirius sah sich das schrumpelige schwarze Ding am Ende seiner Gabel genau an, bevor er einen kleinen Bissen davon nahm.
„Oh. Es ist ein Pilz."
Peter schmunzelte, sein Mund war so voll mit Knödel, dass er keinen Laut von sich geben konnte.
„Sieh mich nicht so an! Es war ein verdächtig aussehendes Ding! Schniefelus könnte das als Rache in mein Essen getan haben!"
James hob eine Augenbraue.
"Ist doch wahr!", beharrte Sirius. „Es hat mich mit seinem Feigen-Aussehen reingelegt!"
"Seid ihr Jungs eigentlich jemals ernst?", wollte Lily Evans wissen, als Sirius´ wildes Gestikulieren das Stück Pilz-der-sich-als-Feige-tarnt von seiner Gabel und auf ihren Teller fliegen ließ.
„Nein, nur ich," sagte Sirius stolz, „Sirius Black!"
Viele der Gryffindors um ihn herum stöhnten bei dieser Verkündung, und Lily schob angewidert das Stück Pilz von ihrem Teller.
Als das Essen vorbei war, waren die Jungen in Hochstimmung und eilten mit etwas, das Professor McGonagall als ungebührliches Verhalten bezeichnet hätte, in den Gemeinschaftsraum hinauf.
„Lasst uns Zauberschnippschnapp spielen," schlug James vor. „Hat jemand ein Spiel?"
„Ich habe eines!", sagte Sirius und sprang auf, um in den Schlafsaal hinauf zu laufen. „Ich hol´ es schnell!"
Er platzte in den Raum und schlitterte auf den Knien hinüber zu seinem Koffer. Er bemerkte die zweite Person im Raum erst, als er schon die Karten herausgefischt und den Koffer zugeschlagen hatte. Remus Lupin lag zusammengerollt auf seinem Bett, ein Buch in der Hand, und beobachtete ihn argwöhnisch. Er sah schrecklich aus. Sein Gesicht war weiß, und unter seinen Augen waren so dunkle Ringe, dass es aussah, als wäre er geschlagen worden.
„Du siehst furchtbar aus, Lusche," teilte Sirius ihm mit.
„Ich kann nichts für mein Aussehen. Beschwer´ dich bei meinen Eltern, es sind ihre Gene." Lupins Stimme und sein Gesichtsausdruck waren ruhig, doch Sirius entging die Anspannung in seinen Augen nicht, und er sah auch, wie er sich, wie um sich zu schützen, noch ein wenig mehr zusammenrollte.
„Nein, ich meinte du siehst krank aus."
"Ich war bei Madam Pomfrey. Mir geht´s gut."
Sirius sah ihn zweifelnd an, und in seinen Gedanken sah er ein dünnes, narbiges, kleines Handgelenk vor sich. Obwohl er nicht wusste, warum, spürte er so etwas wie Zorn in sich. Bevor er nachdenken konnte, sprang er nach vorne und schnappte Lupin das Buch aus den überraschten Händen.
„Hey! Gib das zurück!"
Lupin griff wütend nach dem Buch, doch Sirius sprang im letzten Moment zurück und der kleinere Junge fiel aus dem Bett und landete hart auf der Seite. Er gab ein seltsames, jaulendes Winseln von sich, das Sirius an einen getretenen Hund erinnerte. Sirius wartete darauf, dass er aufstehen und ihn wieder angreifen würde, doch stattdessen lag Lupin nur einen langen Augenblick da, bevor er sich am Bettpfosten auf die Knie hochzog und zurück auf das Bett kroch.
„Na schön, " sagte er, die Stimme voller Müdigkeit, „behalt es, wenn´s dich glücklich macht."
Sirius konnte nicht antworten. Er starrte hinunter auf den Boden, wo ein Fleck dunkles Rot den Bereich, auf den Lupin gefallen war, zierte. Der Junge lag wieder zusammengerollt auf seinem Bett, mit dem Rücken zu Sirius, und jetzt, wo er danach suchte, konnte er die dunkle Blutspur auf Remus ´ schwarzem Schulumhang sehen.
„Wer hat dir wehgetan?"
„Hau ab! Behalt das verdammte Buch wenn du willst und hau ab!"
„War es dein -"
„Hau ab! Hau ab! HAUABHAUABHAUAB!" Lupin drehte den Kopf und Sirius sah sich einem Paar manisch aussehender, goldener Augen gegenüber. Sie sahen riesig in seinem kleinen Gesicht aus und nicht ganz normal, wie die eines Tieres, das man zu lange in einen zu engen Käfig gesperrt hatte.
Sirius trat einen Schritt zurück, er hatte plötzlich unerklärliche Angst vor dem kleinen Jungen vor ihm. Es war etwas tief in ihm – ein primitiver Instinkt, der Lauf, lauf! zu schreien schien.
Doch dann drehte Lupin den Kopf wieder weg und begann zu murmeln, „Bleib weg, bleib weg, bleib weg, bitte, bitte nicht jetzt..." Und alles was, was Sirius sehen konnte, war dieser zu dünne Rücken, der zitterte und durch seinen Umhang blutete – ein Anblick, der sich mit dem Bild des kleinen, narbigen Handgelenk zu überlagern schien.
Zögernd trat er vor und legte das Buch zu Lupins Füßen auf das Bett. Er bemerkte, dass sogar die Füße des Jungen sich zusammen zu rollen schienen. Er ging zurück und schlich durch die Tür hinaus.
Sirius erzählte James und Peter nichts von dem Zwischenfall, sie erwähnten Lupins Rückkehr überhaupt mit keinem Wort. Sirius behielt den Vorfall weggesperrt in seinen Gedanken, wo er ihn in ruhigen Momenten noch einmal vor seinem geistigen Auge abspielen konnte – wie in Geschichte der Zauberei (das von einem Geist, Professor Binns, unterrichtet wurde. James vermutete, dass er sich wahrscheinlich mit seinen Unterrichtsstunden selbst zu Tode gelangweilt hatte. Er bemerkte es nicht einmal, als sämtliche Schüler, die zu Unterrichtsende dankbar auf die Füße gesprungen waren, flach auf ihre Nasen fielen, nachdem James eine glückliche halbe Stunde damit verbracht hatte, einen Zauber auszuprobieren, den sie in der Bibliothek entdeckt hatten und der Schuhbänder zusammenknotete.).
Sirius wusste nicht, was er wegen dem, was er gesehen hatte, tun sollte. Er meinte, es jemandem erzählen zu müssen, doch seltsamerweise fühlte sich das wie ein Vertrauensbruch an – obwohl er Lupin nie irgendetwas versprochen hatte und ihn außerdem nicht mochte. Manchmal starrte er auf Lupins Hinterkopf, wie er im Vordergrund der Klasse saß und klein und fleißig und verwundbar aussah, und dann versuchte er sich einen Erwachsenen vorzustellen, der den Jungen packte und ihn so hart schlug, dass er durch seinen Umhang hindurch blutete und am ganzen Körper Narben hatte, sodass er selbst im heißesten Wetter langärmelige Pullover tragen musste.
Wenn er daran dachte, spürte er wieder diese seltsame, brennende Wut in seinem Bauch, und er musste sich davon abhalten, aufzuspringen, Lupins schmale Schultern zu schütteln und ihn anzuschreien. Obwohl er nicht wusste, was er schreien sollte. Vielleicht, „Warum versuchst du, es zu verstecken? Ich weiß, was sie dir antun!", oder, „Erzähl es jemandem, du dummer, verrückter Junge! Sag es einem Erwachsenen, sodass du nicht mehr daran denken musst!"
Oder vielleicht einfach, „Warum hast du es mich sehen lassen? Warum hast du es mich wissen lassen?"
Er konnte nicht aufhören, Lupin zu beobachten, wie er still von Klasse zu Klasse durch die Schule ging. Er sah, wie Lupin der kleinen Alice Richards half, nachdem sie sich den Kopf gestoßen hatte, als eine Stufe unter ihrem rechten Fuß verschwunden war; wie er ihre Bücher aufhob und anbot, sie in den Krankenflügel zu bringen. Er versteckte sich eines Tages in der Bibliothek hinter einem Regal und starrte Lupin an, während der still im Schneidersitz auf dem Boden der Zaubereiabteilung saß und mit einem Ausdruck gelassener Ruhe, den Sirius nicht verstand, ein Buch las. Das machte ihn fast so wütend wie der Gedanke an seine Narben, obwohl er diesmal schreien wollte, „Sei nicht still! Sei nicht glücklich! Das geht nicht, wenn du geschlagen wirst und klein bist und keine Freunde hast! Warum bist du nicht traurig? Wieso kämpfst du nicht?"
James und Peter, gefangen in ihren elfjährigen, egozentrischen, spaßbesessenen kleinen Welten, schienen Sirius neuen Lupin-Beobachten-Zeitvertreib nicht zu bemerken. Manchmal vergaß es auch Sirius und machte bei neuen Streichen gegen die Slytherins mit und quälte Snape mit der Hingabe eines echten Gryffindors, aber nur bis das Aufblitzen eines goldbraunen Haarschopfes seine Aufmerksamkeit wieder auf sich zog.
Sirius wusste nicht, wie viele Wochen vergangen waren, als er eines Abends von seinem Schachspiel mit Peter aufsah und Lupin erblickte, der in seinem Mantel auf das Portraitloch zuging.
„Wo gehst du hin, Lusche!", rief er, und der Junge zuckte heftig zusammen und fuhr herum, um ihn anzusehen. Es war das erste Mal, dass sie seit jener Nacht zuvor ein Wort miteinander wechselten.
„Nach Hause. Meine Mutter besuchen." Lupin wandte sich um und eilte durch das Portraitloch, bevor Sirius ihn weiter ausfragen konnte.
„Was interessiert es dich?", fragte Peter.
„Tut es nicht." Sirius lenkte seinen pummeligen Freund von weiteren Fragen ab, indem er gelassen seine Dame bewegte und Peter schachmatt setzte.
