Charaktere, Orte, etc.: JK Rowling
Geschichte: Moonsign
16. Solving the Secret of Friendship (Das Geheimnis der Freundschaft)
You were the one who made things different, you were the one who took me in. You were the one thing I could count on, above all. You were my friend.
(Tom Petty)
REMUS:
Es war seltsam, dachte Remus – das Gefühl in seiner Brust, als er den großen Tunichtguten von Gryffindor geholfen hatte, die Zaubertrankzutaten zu stehlen. Obwohl sie seine Hilfe eindeutig nicht erwartet hatten und am Anfang zu schockiert gewesen waren, um sich zu bedanken, hatte er zum ersten Mal gespürt, dass er Teil von etwas wichtigem war, bei dem andere Leute beteiligt waren und das sich nicht speziell gegen ihn richtet.
Es machte ihn schwindelig und stolz, und als er sich im Büro umgesehen und ihre gestohlenen Zaubertrankzutaten im Regal liegen gesehen hatte, hatte er ohne zu überlegen zwei leere Phiolen aus einem Kasten genommen und sie schnell mit dem Inhalt der Gläser gefüllt, bevor er die Gläser zurück ins Regal gestellt hatte.
Während Slughorn Bulstrode angeschrien hatte, hatte er sich eine Feder und ein kleines Stück Pergament geschnappt, um ihnen die Nachricht zu schreiben, bevor er wieder aus dem Büro geschlendert war. Das war das, was Black und Potter noch lernen mussten – Remus hatte es schon vor Jahren gelernt, als er versucht hatte, seinem Vater und dessen Schlägen zu entkommen. Leute bemerkten es, wenn man umherschlich. Deshalb hatte er auch mitbekommen, dass Black und Potter sich ins Büro geschlichen hatten.
Obwohl sie erst seit einem Jahr hier waren, hatten die drei Gryffindors unter den Lehrern und Schülern schon einige Berühmtheit erlangt. Unter den Schülern als legendäre Tunichtgute, die es schafften, sich ein ums andere Mal ums Nachsitzen herumzureden, und unter den Lehrern als die Verursacher des vermutlichen gesamten Unfugs, der in der Schule getrieben wurde. Die Slytherins hatten eine recht einhellige Meinung über sie, da sie für gewöhnlich die Opfer ihrer schlimmsten Streiche wurden.
Remus musste zugeben, dass die pure Kraft und das natürliche Talent der Bande, zusammen mit ihrem scheinbar unerschöpflichen Repertoire an unschuldigen Gesichtsausdrücken, die dem Gegenüber die Worte „Wer, ich?" vermittelten, die Tatsache, dass sie anscheinend nicht gut darin waren, Dinge zu stehlen oder zeitaufwändige Zaubereien zu planen, mehr als wett machten.
Seine Mutter hätte sie unglaublich komisch gefunden. Sein Vater würde sie hassen. Und Remus spürte, wie sein Innerer Tunichtgut beim Anblick von Slughorn, der kurz nach den Jungen das Büro betreten hatte.
Danach hatte er sich verängstigt und beschämt gefühlt. Er war sich nicht sicher, was seine Zimmerkameraden davon halten würden, dass er sich eingemischt hatte. Er fragte sich, ob er zu viel gewagt hatte, und ob sie denken würden, dass es bloß ein offensichtlicher Versuch gewesen war, ihre Freundschaft zu gewinnen.
Und das schlimmste war, dass er bis zu dem Augenblick, als er in Zaubertränke aufgesehen und das pure Entzücken und den Schalk auf den Gesichtern von Potter und Black bemerkt hatte, gar nicht bemerkt hatte, dass er sie als Freunde haben wollte.
Die Nacht, in der er aus dem Krankenflügel geschlüpft war, sich die Blutwünsche ausgedacht und die Mondschatten betrachtet hatte, war ein Wendepunkt für Remus gewesen. Er hatte danach in seinem Krankenbett gelegen und sich seiner Mutter so nahe wie seit Jener Nacht nicht mehr gefühlt. Das Schuldgefühl, für ihren Tod verantwortlich zu sein, das Entsetzen darüber, was er geworden war, der Schmerz und die Erkenntnis, dass er niemals irgendwo dazugehören würde, schienen sich in die hintersten Winkel seines Kopfes zurückgezogen zu haben als er da gelegen war. Er hatte die Augen geschlossen und beinahe gefühlt, wie sie eine hellbraune Haarsträhne hinter sein Ohr strich und mit sanfter, warmer Stimme Worte aus hunderten Liedern über den Mond murmelte.
Er wusste, dass der Mond schon immer sein Leben bestimmt hatte – als Junge und als Werwolf. Er machte ihm Angst und zog ihn zugleich an. Er hasste ihn und er liebte ihn. Er war stets Teil seiner glücklichsten und auch seiner schrecklichsten Erinnerungen. Es war ein Widerspruch, der ihn sein ganzes Leben lang verfolgte, und als er der imaginären Stimme gelauscht hatte, hatte er gespürt, wie sich die Akzeptanz dieser Tatsache gegenüber wie ein Stück Pergament über ihn gelegt hatte – weich und sanft, aber mit Kanten, die so tief schneiden konnten, dass man blutete.
Er konnte seine Mutter jetzt vor sich sehen, wie sie ihn ungläubig ansah, während er sich darüber beschwerte, keine Freunde zu haben. Sie würde den Kopf schütteln, sodass ihr langes goldbraunes Haar in kleinen Wellen ihren Rücken hinabfloss, und ihn zur Vernunft ermahnen.
„Remus," würde sie sagen, „es ist doch deine eigene Schuld, dass du keine Freunde hast. Die Leute kommen nicht einfach so daher und freunden sich grundlos mit anderen an. Du musst sie überzeugen, dass du es Wert bist. Du musst sie davon überzeugen, dass hinter dem Wolf immer noch der Junge steckt, der in den Mondschatten getanzt hat. Hinter dem Wolf ist immer noch ein intelligenter und tapferer und frecher Junge."
Und er konnte sich vorstellen, was er ihr antworten würde. „Dieser kleine Junge ist in derselben Nacht wie du gestorben. Er hat mich mit dir verlassen, sich an dir festgehalten, deshalb wurde er mitgezogen. Er hat ein Monster an seiner Stelle zurückgelassen."
Doch auch dann würde die imaginäre Serena sich nicht abhalten lassen. „Du hast es versprochen, Remus. Als ich gestorben bin hast du mir versprochen, dass sie dich nicht verändern werden. Du wirst darum kämpfen, dieses Versprechen zu halten, bis du keinen Grund mehr hast, weiterzumachen."
Und das hatte ihn mehr als alles andere zu dem Entschluss geführt, dass er kämpfen würde, bis er nicht mehr kämpfen konnte. Er würde das Monster das er war verstecken, und vielleicht würde eines Tages irgendjemand die Lüge glauben und ihn für die Person lieben, die so gerne wäre.
Es stellte sich heraus, dass Professor Anders nicht so leicht abzuwimmeln war, wie Remus gehofft hatte. Beim Frühstück am Tag nach dem Zwischenfall in Zaubertränke, während er versuchte, das permanente Starren seiner Zimmerkameraden zu ignorieren, landete eine riesige Adlereule mit braun-grau gefleckten Flügeln vor seinem Teller und begann augenblicklich, seine Würstchen hinunterzuschlingen.
Remus verzog das Gesicht. Auch nach einem Jahr hasste er es immer noch, sich sein Essen von den silbernen Platten und Tabletts zu nehmen, und er war nicht gerade erfreut darüber, es gleich zweimal bei einer Mahlzeit tun zu müssen. Und außerdem gab es gar keine Würstchen mehr. Er zog den Brief vom Bein der Eule, während er bereits wusste, von wem er war, weil er die Eule vom Sommer wiedererkannte.
Lieber Remus,
wenn du geglaubt hast, dass dein Brief mich davon abhält, dieser Sache nachzugehen, muss ich dich leider enttäuschen. Was du geschrieben hast hat mir klar gemacht, dass der Misshandlungen, die du durch deinen Vater erfährst, noch schlimmer sind, als ich zuerst annahm. Er hat deine Gedanken und Emotionen zu welchen verdreht, die kein zwölfjähriger Junge haben sollte.
Bitte verstehe, dass ich dir nur helfen möchte. Es ist meine Verantwortung als der einzige Erwachsene, der davon weiß, dich zu unterstützen und dir zu helfen, dagegen anzukämpfen.
Remus, ich habe dich ein ganzes Jahr lang unterrichtet, und ich habe keine Spur der boshaften, tierischen Person gesehen, für die du dich offenbar hältst. Ich weiß was du bist, und trotzdem weiß ich auch, dass du nicht zugelassen hast, dass es dich verändert. Ich habe einen liebenswerten, stillen, intelligenten und unglaublich unabhängigen jungen Mann gesehen, der die Begleiterscheinungen seines Fluches so angepasst hat, dass sie eher zu seiner Persönlichkeit gehören, als sie zu untergraben. Und um seinetwillen werde ich dir weiterhin helfen, ob du willst oder nicht.
Bitte schreibe mir, was dein Vater tut, um dich zu bestrafen, auch wenn du denkst, dass du es verdienst.
Neil Anders
Remus spürte seine Hände zittern, als er den Brief las. Er hielt sein Gesicht so ausdruckslos wie er konnte, doch er konnte nicht aufhören zu zittern. Er fühlte sich schrecklich hin und her gerissen, wütend, verletzt und traurig. Und doch erlaubte es ihm ein bestimmter Satz nicht, den Rest zu vergessen. „Ich weiß was du bist, und trotzdem weiß ich auch, dass du nicht zugelassen hast, dass es dich verändert."
Es war einfach zu vertraut, und es schien durch seinen Verteidigungswall zu schneiden, als wäre er Butter. Wenn er diese Zeile las, konnte er die Stimme seiner Mutter hören.
„Verdammt noch mal!"
Frustriert zerknüllte er den Brief und stand auf, nicht länger hungrig. Er ging zur Tür der Großen Halle, als er plötzlich etwas Schweres auf seiner Schulter landen spürte. Er wandte sich um und sah die Eule von Anders.
„Keine Antwort. Ich habe diesem Mann nichts zu sagen."
Sie sah ihn mit ernsten orange-gelben Augen an und machte keine Anstalten, sich zu bewegen.
„Hau ab!" Remus gab ihr einen Schubs, sodass sie von seiner Schulter rutschte, doch sie flatterte nur kurz durch die Luft, landete auf seiner anderen und heilt sich dort schmerzhaft mit ihren Klauen fest. Die Nachricht war eindeutig: Ich gehe erst, wenn du eine Antwort geschrieben hast.
Remus beschloss, sie zu ignorieren. Er war sich sicher, dass sie wegfliegen würde, sobald es ihr zu langweilig wurde, ihn zu verfolgen. Er machte sich auf den Weg zur ersten Stunde, Zauberkunst, und war erleichtert als die Eule seine Schulter verließ, als er das Klassenzimmer betrat. Das hatte ja gar nicht so lange gedauert.
Wie sich herausstellte, hatte er da falsch gelegen. Sobald er die Klasse verlassen hatte, ließ sich die riesige Eule mit einem ließen „Schuhuu" erneut auf seiner Schulter nieder und knabberte lediglich tadelnd an seinem Ohr, als er absichtlich ein tiefes Wolfsknurren hören ließ, in der Hoffnung, sie damit zu verscheuchen.
Sie folgte ihm auch in Zaubertränke und Verwandlung, setzte sich beim Mittagessen neben ihn und stahl ihm das Essen vom Teller, bevor sie sich zusammen mit ihm zur nächsten Stunde aufmachte und vor der Klassentür auf ihn wartete.
Er wusste, dass es ihm einige Blicke und spekulierendes Geflüster einbrachte, und Professor McGonagall hatte ihn ebenfalls sehr streng angesehen, doch sie konnte nichts tun, weil Eulen außer im Unterricht überall in der Schule erlaubt waren.
Schließlich war der Unterricht vorbei und Remus zog sich in die Bibliothek zurück. Er versuchte, nicht zusammenzufahren, als die Adlereule sich auf seinen Kopf setzte und sich in seinem Haar festkrallte. Er ging hinüber in die Abteilung für Magische Tierwesen und fand ein Buch über Posteulen.
Er setzte sich mit überkreuzten Beinen auf den Boden, das Buch auf den Knien. Die Eule flatterte auf, ließ sich auf einem Regalbrett über seinem Kopf nieder und beobachtete ihn neugierig.
Er war so in das Buch vertieft, dass er niemanden kommen hörte oder roch, bis jemand sagte, „Ist das deine Eule?"
Remus zuckte heftig zusammen, blickte auf und sah Black, Potter und Pettigrew, die in einiger Entfernung dastanden und Anders' Eule anstarrten, die beschlossen hatte, an seinem Haar zu knabbern, während er las.
„Nein," antwortete er vorsichtig und legte eine Hand auf das Buch, um die Seite nicht zu verlieren. „Ist sie nicht."
„Warum fliegt sie dir dann hinterher?", fragte Pettigrew neugierig.
Remus spürte den Drang zu knurren, als er an den Brief dachte, und schluckte ihn schnell hinunter. „Jemand möchte, dass ich seinen Brief beantworte, und ich will nicht. Also hat er seiner Eule wohl aufgetragen, mich zu verfolgen."
„Oh."
Die Jungen standen einen Moment lang unsicher da, dann räusperte sich Potter und sagte, „Du könntest sie betäuben. Oder sie mit einem Confundus belegen, damit sie vergisst, was sie tun sollte."
Remus seufzte und legte den Kopf schräg, um die Eule zu beobachten, die leise trötete und wieder mit dem Schnabel durch sein Haar fuhr. „Es ist ja nicht ihre Schuld. Ich will ihr eigentlich nicht wehtun. Ich hoffe, sie gibt bald auf und geht. Oder ich finde einen Spruch, der sie verscheucht, ohne dass es ihr wehtut."
Es war wieder still, dann sprach plötzlich Black. „Wir wollten nur Danke sagen. Du weißt schon – für letztens in Zaubertränke. Wir hätten da echt in Schwierigkeiten kommen können."
Remus spürte, wie etwas Warmes und Süßes durch seine Brust flutete und er musste sich bemühen, nicht in ein dümmliches Grinsen auszubrechen. „War mir ein Vergnügen."
„Bist du immer so förmlich?", fragte Potter interessiert.
Förmlich? Er wusste nicht, was er darauf sagen sollte. Es war ihm nie in den Sinn gekommen, dass er förmlich wäre. Oder vielleicht, dass er zu förmlich war, um Freunde zu finden.
Black schien seine Reaktion bemerkt zu haben, denn er trat vor und ließ sich auf dem Boden vor Remus nieder. Remus fiel auf, dass Black nie irgendwo zu stehen oder zu sitzen schien. Er lungerte viel mehr. Remus mochte wetten, dass er immer noch irgendetwas zum dagegen Lehnen finden würde, wenn er in einem Raum ohne Wände und Boden wäre.
„Vergiss James," sagte Black, und machte über seine Schulter eine grobe Geste in Potters Richtung. „Ihm wurden nie irgendwelche Manieren beigebracht, deshalb kann er sie auch nicht erkennen, wenn er welche hört."
Das machte Remus nervös. Er wollte keinen Streit zwischen einer Gruppe von Freunden verursachen, doch als er aufsah, schien Potter weder wegen Sirius' Geste noch wegen seinen Worten betroffen zu sein. Er grinste nur und setzte sich neben Black auf den Boden. Er war dessen genaues Gegenteil, als er sich hinsetzte. Er schien nur aus Ellenbögen, Knien und vielen Ecken und Kanten zu bestehen und er fiel eher wie ein zerbrochener Kleiderständer auf den Boden als auf Blacks elegante, aristokratische Art. Pettigrew folgte kurz darauf, plumpste auf den Boden und beobachtete die anderen unsicher.
„Ähm- okay," antwortete Remus argwöhnisch auf Blacks Kommentar.
„Und ich wollte mich auch noch für das andere Mal entschuldigen," sagte Black ein wenig unbehaglich. „Im Krankenflügel. Ich weiß, ich hätte nicht so herumschnüffeln sollen."
Remus saß einen Moment still da, während er sich deutlich an ihren Streit im Krankenflügel erinnerte. Er hatte keine Ahnung, wie Black ihm das vergeben konnte. Er wusste, er hatte ihm ziemlich Angst eingejagt.
„Tut mir auch leid, dass ich so reagiert hab."
Die Eule schuhute, sodass sie alle zusammenzuckten, und flog hinunter auf Remus' Knie. „Husch," sagte Remus zu ihr und versuchte halbherzig, sie wegzuschieben. Sie drehte ihm den Rücken zu und begutachtete die Jungen, die im Halbkreis vor ihnen saßen.
„Also, du bist wohl ein ziemlich mächtiger Zauberer?", wollte Black mit leuchtenden grauen Augen wissen. „Es braucht einen richtig schweren Fünftklässler-Spruch, um einen Kessel aus der Entfernung zum Explodieren zu bringen."
Remus wurde rot. „Nein. Ich habe auf dem Weg ins Büro Salamanderschuppen in Bulstrodes Kessel geworfen. Ich musste nur einen schnellen Reaktionszauber sagen, und sie haben mit den Ringelblumenblättern reagiert und Bumm!" Seine Lippen zuckten leicht, als er an Bulstrodes schockiertes Gesicht und die anderen Schüler, denen Haare an den unwahrscheinlichsten Stellen gewachsen waren, dachte.
Zu seiner Überraschung sorgte dieser winzige Hauch eines Lächelns bei den drei Jungen vor ihm für gewaltige Riesengrinser.
„Das ist verdammt genial," sagte Black und schüttelte bewundernd den Kopf. „Wie um alles in der Welt ist dir das in der Zeit eingefallen? Woher um alles in de Welt weißt du das überhaupt?"
Remus warf ihm einen komischen Blick zu. „In unserem Zaubertränkebuch heißt es, dass man niemals Salamanderschuppen und Ringelblumenblätter in einen Trank tun darf, auf den man auch einen Zauber legt. Sonst explodiert es."
„Du hast unser ganzes Zaubertränkebuch gelesen und wir sind noch nicht mal zwei Wochen hier?", Potter sah schockiert drein. „Du musst wirklich mehr rausgehen, Mann."
Remus spürte sein Gesicht heiß werden und er senkte den Blick auf das Buch in seinem Schoß. Er verstand diese Sache mit der Freundschaft wirklich nicht. Versuchten sie, seine Freunde zu werden? Oder war das Ganze nur irgendein Streich, damit er sich danach schlecht fühlte?
„Hey." Blacks Stimme war ungewöhnlich sanft, als er Remus aufs Knie tippte, um auf sich Aufmerksam zu machen. „Das war ein Witz, Lupin. Er wollte nicht gemein sein. Wir sind alle sehr froh dass du das Zaubertränkebuch gelesen hast; ansonsten hätten wir ein ernsthaftes Problem gehabt."
Remus spürte, wie seine Schultern sich wieder entspannten und er schaffte ein kleines Lächeln.
„Jaah, ich hab's nicht so gemeint," sagte Potter ernst. Er lehnte sich vor und starrte Remus aus großen, braunen Augen an. „Ehrlich."
„Also bist du so 'ne Art Zaubertränke-Genie?", meldete Pettigrew sich zu Wort.
Remus' Lächeln wurde breiter. „Nein. Ich kann es kein bisschen. Theoretisch weiß ich alles, aber es wird nie so, wie ich es gerne hätte."
Black grinste. „Ich und James sind ganz gut, aber Peter ist schrecklich. Er macht einen Trank nur dann einigermaßen richtig, wenn er es falsch machen soll."
„James und ich," sagte Remus, bevor er sich davon abhalten konnte.
„Du… was?" James sah ihn verwirrt an. „Du und ich was?"
Remus spürte wieder, dass er rot wurde. Langsam fand er, das Blut solle doch in seinem Gesicht bleiben und sich die Mühe ersparen, regelmäßig hineinzuschießen.
„Es heißt James und ich und nicht ich und James."
Die drei starrten ihn einen langen Moment lang an, bevor sie alle in schallendes Gelächter ausbrachen. „Genial, Professor Lupin," keuchte Sirius. „Wir dürfen nicht zulassen, dass die Leute unsere Sprache derart vergewaltigen, nicht wahr?"
„Allerdings nicht," sagte Remus, ein widerwilliges Lächeln im Gesicht. „Wer das tut, wird von allen wichtigen literarischen Kreisen ausgeschlossen werden."
„Und das ist ja auch mein großes Lebensziel," sagte Sirius scheinbar ernst.
„Also, errätst du welchen Trank wir brauen?", fragte James neugierig. „Du hast gesagt du kennst die Theorie."
Remus verzog das Gesicht, während er nachdachte, und bemerkte nicht einmal, dass er geistesabwesend über die Federn der Eule strich. „Ich würde sagen, es ist irgendeine Art Verwandlungstrank, wegen der Fwuuper-Eierschale. Aber Billywigflügel werden ziemlich selten verwendet, außer in Tränken wie dem Animagustrank, mit dem man sein inneres Tier herausfindet. Ich weiß nicht genau."
Er blickte auf und sah, dass die anderen in mit offenen Mündern anstarrten.
„Du bist wirklich ein Genie, Mann," sagte Pettigrew.
„Nein, ich lese. Und meine Mutter war Zaubertrankmeisterin, bevor -" Er hielt inne, entsetzt darüber, was er fast gesagt hätte. Er spürte das Blut aus seinem Gesicht schwinden, als hätte jemand einen Stöpsel in seinem Kopf gezogen.
„Was ist mit ihr passiert?", fragte Black, wieder diese Sanftheit in der Stimme, die Remus noch nie bei ihm gehört hatte.
Remus merkte, dass seine nützlicher monatlicher Vorwand an Glaubwürdigkeit verlor, und versuchte so gut er konnte, die Situation zu retten. „S-Sie musste aufhören, als sie krank wurde."
Es war lange Zeit still, dann sagte Potter, „tut mir leid. Natürlich musste sie das."
Remus spürte eine Mischung aus Erleichterung und der alten Traurigkeit. „Danke, Potter," brachte er hervor.
„James."
„Was?"
„Du kannst mich James nennen. Freunde nennen sich beim Vornamen."
Es fühlte sich an, als hätte jemand ein Seil um sein Herz gewickelt und zöge fest daran an. Es war schmerzhaft wundervoll. „Im Ernst?"
„Jaah," sagte Black – nein, Sirius – als wäre das vollkommen offensichtlich. „Wir brauchen ein bisschen mehr Wissen und vorsichtige Planung hinter unseren Aktionen. Wie würde es dir gefallen, bei den Tunichtguten von Gryffindor mitzumachen?"
Remus' Mund öffnete und schloss sich eine Weile stumm, dann spürte er, wie er sich zum ersten richtigen Grinsen seit so langer Zeit verzog, dass er meinte, schon längst vergessen zu haben wie man das machte.
„Das wäre toll," sagte er schüchtern.
„Wunderbar!", sagte Sirius und Remus verstand nicht, warum er ebenso froh dreinsah wie er selbst. Sirius hatte schon Freunde. Wie konnte er so glücklich darüber sein, dass ein weiteres, seltsames Mitglied in seiner Bande gab?
„Und jetzt komm, damit wir dir den Trank zeigen können," sagte James, packte Remus' Arm und zog ihn auf die Füße, sodass Buch und empörte Eule auf den Boden fielen.
„Ich habe einen Spruch gesucht, um die Eule los zu werden," protestierte Remus.
Sirius zuckte die Achseln. „Schreib einfach einen Brief mit „Verzieh dich" und das wars."
Remus ließ sich ohne große Proteste aus der Bibliothek führen. Er war so glücklich wie noch nie.
In dieser Nacht lag Remus im Bett und konnte einfach nicht einschlafen. Er schien vor Energie zu pulsieren. Er hörte, wie seine Zimmergenossen schliefen. James schnarchte leise, Peter grunzte gelegentlich und Sirius seufzte – als ob es ihn ärgerte, seine Zeit mit Schlafen und nicht mit dem Schmieden irgendwelcher Pläne verbringen zu müssen.
Auch ihre Gerüche lagen in der Luft, und Remus erkannte plötzlich, dass sie in ihm, mehr noch als ein Gefühl der Freundschaft, einen Eindruck von Trost und Frieden vermittelten, den er sonst nirgends spürte. Er verband die Gerüche mit Sicherheit und Entspannung – weit weg von dem metallischen, tierischen Geruch nach Blut, der immer in seinem Zimmer zu Hause lag, egal wie sehr er versuchte, es nach seinen Verwandlungen zu säubern. Es roch nicht nach Angst und Schmerz, und bis er nach Hogwarts gekommen war, hatte er nichts anderes gekannt. Und jetzt hatten die Gerüche noch eine andere Note – sie rochen nach Freunden.
Remus lächelte und schloss die Augen, wurde aber wieder hellwach, als etwas Schweres, Klauenbewährtes hart auf seinem Bauch landete. Er heulte laut auf vor Schmerz, gefolgt von einem Knurren, als er erkannte, dass es wieder die Eule war.
„Lu- Remus?"
James, der einen viel leichteren Schlaf als die anderen beiden hatte, setzte sich im Bett auf und blickte schlaftrunken zu ihm herüber. „Alles okay bei dir?"
„Ja," sagte Remus und errötete angesichts der Besorgnis in James' Stimme. Er war froh, dass der andere das jetzt nicht sah.
„Nur die Eule. Ich denke, ich geh runter und schreibe eine Antwort, damit sie geht."
„Ich dachte, es wäre ein Hund oder sowas. Ich dachte, ich hätte ein Knurren gehört."
Remus spürte, wie sein Herz schneller schlug und kämpfte darum, seine Stimme ruhig klingen zu lassen. „Wir sollte ein Hund hier reinkommen, J-James?"
„Stimmt. Soll ich mit runter kommen? Für wen ist der Brief überhaupt?"
Remus zögerte. Noch nie hatte ihm jemand so etwas angeboten. Er war versucht, das Angebot anzunehmen, nur um fühlen zu können, dass jemand ihm tatsächlich helfen wollte, obwohl er immer noch nicht verstand, warum die drei sich entschlossen hatten, seine Freunde zu werden. Aber der Gedanke an das, was in Anders' Brief stand, hielt ihn zurück - besonders, wenn Sirius James von seinen Vermutungen erzählt hatte.
„Ist schon in Ordnung. Es ist nur einer meiner Verwandten." Er hasste es, zu lügen, aber sein Fluch hatte ihn unweigerlich ziemlich gut darin werden lassen. „Du kannst wieder ins Bett gehen."
„Sicher?"
Remus konnte kaum glauben, dass dies der Junge war, der im ersten Jahr so gemein zu ihm gewesen war. Es war toll, wie sehr James sich verändert hatte.
„Ja."
Er schlüpfte aus dem Bett und durchwühlte seinen Koffer nach Feder und Pergament. Dann ging er die Treppe hinunter. Er saß eine ganze Weile in einem Sessel vor dem ersterbenden Feuer und starrte auf das leere Pergament, bevor er sich dazu durchringen konnte, etwas zu schreiben. Er war nicht so tollkühn, einfach „Verzieh dich" zu schreiben, wie Sirius vorgeschlagen hatte, aber er wollte Anders auch definitiv nicht ermutigen.
Schließlich begann er mit einem ungeduldigen Seufzer zu schreiben. Es musste nicht gut sein.
Lieber Professor Anders,
Ich habe Sie darum gebeten, mich nicht mehr über diese Sache auszufragen, und Sie können es einfach nicht lassen. Bitte, bitte lassen Sie mich in Ruhe und schicken Sie mir nicht Ihre Eule, die mich dann im Unterricht verfolgt. Ich bin sehr glücklich mit meinem Leben. James, Sirius und Peter sind jetzt meine Freunde und ich brauche nichts von Ihnen.
Remus Lupin
PS: Ihre Eule hat beim Frühstück meine ganzen Würstchen aufgegessen, und ich hatte gar keine. Und dann hat er mein halbes Mittagessen verputzt und ich musste mir noch was nehmen, und ich hasse es, das zu tun, weil die Servierplatten alle aus Silber sind. Sie sollten ihn wirklich mehr füttern, er war ziemlich hungrig.
Er seufzte. Dass musste reichen. Er band es der Eule ums Bein, ließ sie aus dem Fenster und ging wieder in den Schlafsaal.
„Alles okay?", fragte James schläfrig, als er gerade zurück unter seine Bettdecke kroch.
„Ja."
„Was hast du denn geschrieben?"
„Etwas über Würstchen."
Es gab eine kurze Pause, dann, „Sehr gut, Remus. Du bist sicher, dass alles in Ordnung ist?"
„Ja, James."
Und weil James ihn diese einfache Frage gefragt hatte, war seine Antwort wahr.
Freunde zu haben war die seltsamste und unwirklichste Erfahrung, die Remus je gemacht hatte. Seine Zimmerkameraden schienen ihn ohne die geringsten Probleme in ihre Gruppe aufgenommen zu haben. Anstatt ihn wegen seiner Eigenheiten und Marotten auszulachen, schienen sie es geradezu liebenswert zu finden - obwohl Remus keine Ahnung hatte, wieso. Sie warfen jedem, der ihn Lusche nannte, finstere Blicke zu und einmal verhexten sie sogar einen Sechstklässler aus Slytherin, als er ihm einen Tritt versetzt hatte, weil er nicht schnell genug aus dem Weg gegangen war, als er in der Bibliothek am Boden zwischen den Verwandlungsregalen gesessen hatte.
Sogar Peter, der ihm zuerst sehr misstrauisch begegnet war, hatte heimlich das Kräuterkundeprojekt eines Ravenclaw ruiniert, nachdem dieser gemein gelacht und laut gefragt hatte, ob er die Sommerferien in der Abteilung für Geisteskranke im St. Mungo verbrachte, als Remus beruhigend auf seine Venemosa Tentacula eingeredet hatte.
Morgens stand Remus immer sehr früh auf und duschte sofort, damit seine Freunde seine Narben nicht zu Gesicht bekamen. Er hatte regelmäßig Albträume, dass sie seinen Körper sähen und errieten was er war. Ihm war klar, wenn das passierte hätten sie keine andere Wahl, als ihn an das Ministerium zu überweisen, weil er gegen das Gesetz gegen die Ausbildung von Werwölfen verstoßen hatte, und dann würde er wahrscheinlich ihn einem dieser grässlichen Werwolf-Reservate enden.
Glücklicherweise schienen die anderen eingesehen zu haben, dass er eine Aversion dagegen hatte, ohne Kleidung gesehen zu werden. Einige Tage nachdem er den Brief an Anders geschrieben hatte, verschlief Remus zum ersten Mal in seinem Leben. Das erste, was er bemerkte, war, dass jemand sanft an seiner Schulter rüttelte. Sofort war er hellwach und starrte mit großen Augen Sirius an, der über ihm stand.
„Was ist denn?"
„Nichts. Du hast nur verschlafen."
Er setzte sich auf und sah, dass die anderen zwar ihre Toilettenbeutel und Handtücher in den Händen hielten, aber nur schläfrig im Zimmer auf und ab gingen. Wie sollte er es schaffen, nicht gleichzeitig mit ihnen zu duschen?
„Du kannst als erstes duschen," sagte James und gähnte, dass sein Kiefer knackte. „Wir gehen nachher." Er sagte es, als ob Remus´ Paranoia das Normalste auf der Welt wäre.
Remus starrte sie mit einer Mischung aus Erleichterung und Scham an. „Aber ihr werdet zu spät kommen!"
Sirius zuckte mit den Schultern und grinste. „Wan hat uns das jemals was ausgemacht?"
„D-danke." Remus erhob sich schnell, schnappte sein Handtuch und die Kleider, zog sich ins Bad zurück und nahm die schnellste Dusche seines Lebens.
Beim Frühstück verflüchtigte sich Remus´ gute Laune, als er die große Eule erblickte, die auf ihn zuflog. James war zuerst der einzige, der es bemerkte. Sirius und Peter schienen wie üblich über ihren Tellern einzuschlafen.
„Hey, ist das nicht wieder diese Eule?", fragte er, als sie neben Remus´ Teller landete.
„Sieht so aus," antwortete Remus mürrisch.
„Und das nachdem du dir so viel Mühe gegeben und deinem Verwandten einen bedrohlichen Würstchenbrief geschickt hast."
„Würstchenbrief?", fragte Sirius und sah auf.
James nickte ernst.
Remus zog den Brief vom Bein der Eule und las ihn schnell durch.
Lieber Remus,
Ich bin froh, dass du jetzt mit James, Sirius und Peter befreundet bist. Sie werden sehr loyal sein, wenn auch vielleicht ein bisschen ungestüm - und du wirst äußerst vorsichtig sein müssen, dein kleines Geheimnis vor ihnen zu verbergen. Vor allem James und Sirius sind sehr clever und werden es ohne große Mühe herausfinden, wenn du ihnen zu viele Hinweise gibst.
Ich sehe, du bist entschlossen, keine Hilfe von mir anzunehmen. Könnte ich dich stattdessen bitten, mir einfach zu schreiben? Ich halte es für wichtig, dass du einen Erwachsenen hast, wenn du einen Rat oder Hilfe oder so etwas benötigst. Oder wenn du mehr Heiltränke brauchst und Madam Pomfrey nicht fragen willst.
Es tut mir leid, dass Brutus deine Würstchen gegessen hat. Ich versichere dir, er bekommt genug Futter und er ist einfach nur gierig. Ich denke, er mag dich. Er hat darauf bestanden, diesen Brief zu überbringen, um dich wiederzusehen. Ich weiß, dass Dumbledore arrangiert hat, dass die Teller und das Besteck aus Stahl und nicht aus Silber sind, aber unglücklicherweise müssen die Servierplatten aus Silber sein. Ich denke, das hat etwas mit der Magie der Hauselfen zu tun, und damit das Essen warm bleibt.
Erzähl mir von deinem neuen Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste. Wie ich höre, hat Dumbledore den verrückten alten Tecracken eingestellt. Komplett durch den Wind, aber ein Genie in der Verteidigung und ein grässlicher Sinn für Humor. Ich kann mir vorstellen, dass Sirius und James ihn mögen werden, wenn sie älter sind.
Ich arbeite jetzt wieder im Aurorenbüro, und meine Frau Angela (wir haben im Sommer geheiratet) arbeitet in der Abteilung zur Führung und Aufsicht Magischer Geschöpfe. Wenn es also hart auf hart kommt, haben wir jemanden dort drin, der dich retten kann, wenn alles schiefgeht.
Bitte schreibe mir zurück. Ich finde wirklich, du hast zu wenig Unterstützungen von Erwachsenen, Remus, und ich möchte, dass es dir gut geht.
Neil Anders
Remus starrte den Brief an. Er hatte keine Ahnung, was er mit diesem Mann anfangen sollte. Er verstand, dass Anders sich aus irgendeinem Grund um seine Sicherheit sorgte, doch er begriff nicht, was dieser Grund war. Er hatte am Anfang gar nicht zurückschreiben wollen, doch jetzt sah er so viele Gründe, es zu tun. Er konnte mehr Verbrennungstrank bekommen, ohne das Fragen gestellt wurden, und so eine brenzlige Situation wie die Sache mit der Entzündung im Sommer vermeiden. Und wenn Anders' Frau tatsächlich willens war, ihn im Notfall aus einem Reservat zu holen, sollte er sie vielleicht besser kennen lernen. Er hatte schreckliche Geschichten darüber gehört und gelesen, was dort mit Werwölfen geschah.
Und wenn er ehrlich war, war es schön, einen Erwachsenen zum Reden zu haben, der alles wusste und nicht gerade sein Lehrer war. Solange sie nicht über ihren Vater sprachen, würde Anders im sicher bei allem möglichen helfen können.
Er spürte eine Berührung auf seinem Arm. „Alles klar, Remus?", fragte Sirius in diesem seltsam sanften Tonfall, den er sonst nie an den Tag legte.
„Ja, mir geht's gut. Ich denke, ich geh noch schnell in die Bibliothek und beantworte das hier, bevor der Unterricht anfängt."
Sirius sah ihn besorgt an. „Ich dachte, du willst diesem Typen nicht schreiben?"
Remus wurde rot. „Wollte ich auch nicht, aber jetzt hab ich´s mir anders überlegt."
Er bemerkte, dass sie ihn alle drei ansahen und sich anscheinend fragten, ob wirklich alles in Ordnung mit ihm war.
„Ehrlich, es ist okay."
Sie nickten und Remus erhob sich schnell und ging zur Bibliothek. Brutus schien verärgert, dass er nun so schnell wieder verschwinden musste und nicht den ganzen Tag bei Remus verbringen konnte, wie er es zuvor getan hatte.
Lieber Professor Anders,
Ich werde Ihnen schreiben, aber nur, wenn sie diese andere Sache nicht mehr erwähnen. Ich wäre sehr dankbar für etwas mehr Verbrennungstrank und habe hier ein bisschen Geld reingetan. Hier gibt es ziemlich viel Silber, und er ist mir ausgegangen.
Ich will trotzdem nicht, dass meine Freunde etwas erfahren, auch wenn Ihre Frau mich retten könnte.
Professor Tecracken ist sehr komisch. Er lacht über die seltsamsten Dinge. James und Sirius mögen ihn tatsächlich, aber ich glaube, Peter hat ein wenig Angst vor ihm. Sirius hat gesagt ich könnte ihn nicht verurteilen weil ich wohl selber ziemlich seltsam bin, aber er hat es als Scherz gesagt. Er ist überhaupt nicht mehr gemein zu mir – die anderen genauso wenig. Es ist ihnen egal, dass ich nicht so sein kann wie andere Leute. Manchmal bemerke ich gar nicht, dass ich etwas Komisches mache, aber es ist ihnen egal. Sie haben sogar einen Slytherin verhext, als er mich getreten hat, weil ich in der Bibliothek am Boden gesessen bin. Es war ein ziemlich guter Wabbelbein-Fluch. Sie wären stolz gewesen - erinnern Sie sich, wie lange wir ihn letztes Jahr geübt haben?
Brutus ist traurig, weil ich so schnell zurückschreibe. Ich glaube, er wollte wieder den ganzen Tag mit mir verbringen, wie letztes Mal. Er hat wieder meine ganzen Würstchen gegessen, aber Sirius hat mir welche von seinen gegeben. Die anderen hätten das auch getan, aber Peter hatte schon den ganzen Rest aufgegessen.
Remus
PS: Mögen Sie Streiche, Professor? Ich erinnere mich, dass Sie mal gelacht haben, als Sirius und James die Schlange vom Slytherin-Banner verhext haben, sodass sie immer, wenn einer von ihnen eine Grillkartoffel gegessen hat „Slytherins haben langweilige Frisuren" rülpste und Professor Flitwick Ewigkeiten gebraucht hat um den Zauber zu brechen, weil sie das nicht wussten und die Slytherins weiter Grillkartoffeln gegessen haben. Sie können sich wohl vorstellen, dass Sirius und James das als Beleidigung ausgedacht haben. Sie wollten nicht zuhören, als Peter ihnen erklärte, dass es nicht sonderlich beleidigend war.
