Charaktere, Orte etc. – JK Rowling

Handlung, OCs - Moonsign

20. The Burn of a Father's Jealousy (Ein eifersüchtiger Vater)

Who knows what true loneliness is - not the conventional word but the naked terror? To the lonely themselves it wears a mask. The most miserable outcast hugs some memory or some illusion.

(Joseph Conrad)

REMUS:

Während Remus den Tunnel entlang stolperte, der zurück zum Eingang bei der Peitschenden Weide führte, dachte er tatsächlich, dass er vielleicht jetzt stürbe. Seine Sicht war verschwommen, seine Beine zitterten heftig, sein Magen war verkrampft und es schien, dass kein Atemzug seine Lungen erreichte, egal, wie schwer er atmete,.

Alles, was er in Gedanken sah, waren die Gesichter seiner Freunde, vor Entsetzen, Abscheu und Angst erstarrt, als sie erkannten, was er war. Als er Sirius dieses eine Wort sagen gehört hatte; „Werwolf" , hatte er sich gefühlt, als hätte jemand in seinen Hals gefasst und mit klauenbewährten Händen sein Herz umklammert und hoch in seine Kehle gezogen, sodass er daran erstickte.

Remus hatte versucht ihnen zu erklären wie leid es ihm tat, wie abstoßend er sich selbst fand, wie sehr er es bereute, sie glauben gemacht zu haben, er wäre eine normale Person und keine niederträchtige dunkle Kreatur. Und alle hatten sie - sogar Sirius, an dessen Arm er sich geklammert hatte - nicht einen Muskel bewegt. Remus hatte gespürt, wie es ihn innerlich in Stücke gerissen hatte, in diese ausdruckslosen, grauen Augen geblickt hatte.

Und er war schwach - so, so, unglaublich schwach. Er hatte nicht geschafft, sie zu Obliviaten. Er hatte es nicht über sich gebracht, ihre Erinnerungen zu verändern, obwohl er wusste, dass er sich mit einem Scheitern wirkungsvoll zum Tode verurteilte.

Er fragte sich flüchtig, wie lange er unter silberbestückten Peitschen bei Bewusstsein bleiben würde. Weckten sie einen wieder auf, wenn man ohnmächtig wurde? Gaben sie einem einen Trank, der es verhindern würde? Er erinnerte sich, nach einigen energischeren Silber-Bestrafungen seines Vaters bewusstlos geworden zu sein, und wusste, dass er alleine nicht lange durchhalten würde. Würde er die Enthauptung mit der Silberaxt überhaupt spüren?

Er hatte jetzt den Eingang erreicht, doch der Gedanke, dass eine Axt in seinen Hals schnitt, brachte ihn auf die Knie und er übergab sich und übergab sich, bis er mit schmerzenden Muskeln nur noch schwarze Galle hochwürgte.

Remus wusste, dass er in ernsthaften Schwierigkeiten war. Er wusste, dass es oberste Priorität hatte, zu versuchen, sich vor dem zu schützen, was das Ministerium ihm antun würde wenn sie herausfänden was er war. Er brauchte jemanden, bei dem er sich vor ihnen verstecken konnte – jemandem, der ihnen gegenüber keine Loyalität verspürte. Er brauchte jemanden, der wusste, was er war, wie böse und abstoßend er war, und ihn dennoch beschützen würde.

Dad.

Die Antwort fiel ihm inmitten einem verschwommenen Schwall von Inspiration ein, während bunte Punkte vor seinen Augen tanzten, als er versuchte, aufzustehen. Sein Vater würde ihn verstecken. Seiner geliebten Frau zuliebe würde sein Vater ihn verstecken, obwohl er wusste, was Remus alles war.

Die neue Erkenntnis gab ihm Kraft, und er streckte die Hand aus, hämmerte auf den Knoten und stolperte einmal mehr auf die Schule zu.

Als er aus der Tür platzte, die in den Krankenflügelkorridor führte, wurde er mit dem Anblick einer Horde Schüler konfrontiert, die zischelnd, krächzend, umherstreifend und keckernd versuchten, in den Krankenflügel zu gelangen. Einige lachten erleichtert, als die Wirkung des Trankes nachließ und Fell, Federn und Schuppen schwanden. Remus spürte, wie sein eigener Körper wieder zu prickeln begann und unterdrückte seine instinktive Furcht, als er McGonagall sah, die auf ihn zukam. Er umklammerte den Türrahmen, während er sie verschwommen näher kommen sah.

„Mr. Lupin? Guter Godric! Was ist denn mit Ihnen passiert?"

"Ich m-muss nach H-h-hause fahren."

„Was?" Sie blinzelte. „Sie können die Schule bis zu den Ferien verlassen, und die sind in zwei Tagen. Außerdem haben Sie sich eingetragen, um hier zu bleiben."

„Ich m-muss nach Hause, bitte." Remus stellte sich ein wenig aufrechter hin, als Verzweiflung ihn durchflutete. Der Wolf regte sich interessiert und spähte durch seine Augen. Er sah, wie McGonagall instinktiv einen Schritt zurück trat.

„Bitte halten Sie sich unter Kontrolle, Mr. Lupin!"

„Nach Hause. Jetzt." Seine Übelkeit, sein Entsetzen, seine Angst und der Wolf machten es ihm unmöglich, ganze Sätze zu bilden, und er spürte, wie seine Lippen sich warnend von seinen Zähnen abhoben.

"Nach Hause!"

Sie seufzte, presste die Finger auf die Stirn und warf einen Blick zurück auf die drängelnden Schüler hinter ihr. Dann wandte sie sich wieder ihm zu und er sah, wir ihr Blick über ihn huschte, als sie sein Auftreten aufnahm. Was es auch war, das sie sah, es ließ ihre Lippen sogar noch dünner werden.

„Na schön. Ich kann Sie nicht aufhalten, wenn Sie wirklich gehen wollen. Ich werde einen Hauselfen veranlassen, Ihre Sachen zu holen. Sie können direkt aus dem Krankenflügel abreisen."

Remus spürte, wie ihn ein Schauder der Erleichterung durchlief, und der Wolf zog sich ein wenig zurück. „Danke."

„Was ist los, Remus?", fragte sie sanft. „Ich muss einfach nach Hause, jetzt gleich." Bevor sich die anderen von ihrem Schock erholen und das Ministerium mich holen kommt.

Er wurde in den Krankenflügel und zum Kamin geführt, froh, dass Madam Pomfrey von ihren vielen Patienten zu abgelenkt war, um ihn zu bemerken. Es dauerte nur ein paar Minuten, bis sein koffer neben ihm erschien, doch jede Sekunde, die er wartete, war Remus sicher, dass im nächsten Moment die Tür aufschwingen würde und Sirius, James und Peter dastehen würden. Er konnte es lebhaft vor seinem geistigen Auge sehen. Der Verrat auf ihren Gesichtern. Die Furcht und der Hass. Und er konnte es ihnen einfach nicht verdenken. Der wusste, was er war. Sie hatten jedes Recht, Angst zu haben.

„Mr. Lupin?" Er sah auf und sah Professor McGonagall vor sich stehen, einen Topf mit Flohpulver in den Händen. „Sind Sie sicher, dass Sie das tun möchten? Warum gehen wir nicht für ein paar Minuten in mein Büro und Sie erzählen mir, was Sie so aufregt?"

Er schüttelte stumm den Kopf und warf der Tür einen nervösen Blick zu. Er streckte die Hand aus, und sie streute widerwillig etwas Pulver hinein.

Er betrat den Kamin. „Tembleton Cottage!", sagte er, und die Flammen verschlangen ihn.

Als er aus dem Wohnzimmerkamin stolperte, sah er seinen Vater, der ihn über eine Zeitung hinweg schockiert, angewidert und voller Abscheu anstarrte.

„Was zur Hölle glaubst du, das du hier machst? Geh sofort wieder in diese Schule zurück!"

„Dad, ich glaube, jemand weiß über mich Bescheid. Ich glaube, sie werden zum Ministerium gehen."

Remus spürte, wie er angesichts des Ausdrucks auf dem Gesicht seines Vaters zu zittern begann. John Lupin erhob sich und ging auf seinen Sohn zu. Er stand vor ihm, sah in einige Sekunden lang einfach nur an, bevor seine Faust kam. Remus versuchte nicht einmal, ihr auszuweichen. Er wusste es besser. Weißer Schmerz explodierte, als die Faust auf seinen Kiefer traf, und er spürte, wie sein Körper zurück gegen den Kamin geschleudert wurde. Er wünschte mehr als alles andere, seine Stärke und Schnelligkeit für Super-Heilkräfte oder Unverwundbarkeit aufgeben zu können. Ein Stiefel trat gegen seine Seite, und er rollte sich vor Schmerz zusammen.

„Idiot, dumme, widerliche Kreatur!", spie sein Vater, während er trat und trat. „Du existierst nur, um mich mir deiner Anwesenheit zu quälen!" John Lupin packte den silbernen Schürhaken von neben dem Kamin den er schon oft genug verwendet hatte - nur nie für das Feuer. Remus spürte, wie sein Schulumhang hochgeschoben wurde und heulte vor Schmerz, als der Schürhaken auf seinen Rücken gedrückt wurde.

„Bestie! Tier! Widerliches, schmutziges Tier!" Der Schürhaken wurde hoch gehoben und dann wieder gesenkt. Remus knurrte, wimmerte, heulte, während der Schürhaken seinen vernarbten Körper verbrannte. „Jetzt muss ich dich beschützen und verstecken! Für sie! Für sie! Obwohl mir schon von deinem Anblick übel wird!

Der Hass in der Stimme seines Vaters brannte noch grausamer als der silberne Schürhaken. Er hörte sie weit entfernt durch den Schmerz hindurch, und ein Teil von ihm starb langsam. Er wusste, wenn sein eigener Vater derartige Abscheu vor ihm empfinden konnte, gab es keine Chance, dass jemand anderes, der ihm nicht in irgendeiner Weise verpflichtet war, das anders sehen würde. Der winzige Hoffnungsfunke, dass er die Reaktionen seiner Freunde falsch gedeutet hatte, erlosch in seinem Herzen.

Es war alles nur Farce gewesen. Er war nicht edel oder schlau oder lustig. Er war kein Rumtreiber, kein Gryffindor, er war nicht einmal eine Person. Dieser Mann wusste haargenau was er war, und Remus war fast froh darüber, dass sein Vater nicht wie alle anderen versuchte, diese Tatsache vor ihm zu verbergen. Er gab auf und erlaubte sich, in dem Schmerz zu versinken.

Remus wusste nicht, wie lange er in sein Zimmer im Keller gesperrt gewesen war. Es konnten Tage gewesen sein, Wochen, oder sogar Monate. Es gab hier kein Fenster und keine andere Möglichkeit, es herauszufinden. Er hatte kaum die Kraft, sich auf den selbstentleerenden Nachttopf auf dem Boden neben seinem Bett zu hieven oder die geringen Mengen an Nahrung zu essen, die wie von Zauberhand gelegentlich auf seinem Nachtkästchen erschienen.

Seine Situation änderte sich nur, wenn er hörte, dass die schwere Eichenkommode verschoben wurde, die den Eingang zu seinem Zimmer verdeckte, für den Fall, dass jemand vom Ministerium kommen und ihn suchen würde. Wenn sie kämen, würde John Lupin ihnen erzählen, dass Remus ihn ausgeknockt hatte und davongelaufen war, sobald er Hogwarts verlassen hatte.

Remus hasste das Geräusch, mit dem die Kommode sich bewegte. Es verhieß neuerliche Schimpftiraden, Schläge und Silberverbrennungen als Strafe für die Lage, in die er seinen Vater gebracht hatte. Er hatte nicht länger die Kraft zu heulen, und wenn er verbrannt wurde, konnte er nur jämmerlich wimmern und winseln. Manchmal hievte er sich in der Bemühung, der Bestrafung zu entkommen, aus dem Bett und in eine Ecke, obwohl er wusste, dass die Geste keinen Sinn hatte. Er fragte sich vage, ob silberbestückte Peitschen und Enthauptung tatsächlich schlimmer als das hier gewesen wären. Es wäre zumindest schneller gegangen.

Ein Vollmond kam und ging und seine Wunden waren schrecklich. Er konnte nur froh sein, dass sein Koffer mit ihm hier unten war und dass darin ein paar Verbände und Heilsalben waren, die ein wenig halfen. Während er den Koffer durchwühlte, erhaschte er einen Blick auf drei mitgenommene Schachteln mit Süßigkeiten, die schon bessere Tage gesehen hatten. Die Weihnachtsgeschenke von letztem Jahr, von denen er schließlich herausgefunden hatte, dass sie von James und Sirius gekommen waren.

Er zog sie hervor, und war für einen Moment gewollt sie aufzureißen und den Inhalt hungrig hinunterzuschlingen. Doch er konnte sich nicht dazu überwinden und nahm sie stattdessen mit auf sein Bett. Sie hatten sich genug um ihn gekümmert, als sie ihm die Geschenke gegeben hatten. Sie hatten sich genug gekümmert.

Und jetzt war es genug.