My grief lies in you
Kapitel 8
Schenke mir die Welt
Hermine hatte die Augen geschlossen und sich ihm hingegeben. Seiner Nähe, seiner Wärme, die sie sich so sehr herbeigesehnt hatte. Snape trug sie mit sich fort, auf dieselbe Weise, wie er es damals getan hatte, nachdem er sie vom Boden aufgehoben hatte. Tief und innig kuschelte sie sich an seine Brust, atmete seinen vertrauten Geruch in sich ein.
Als sie kurz darauf wieder festen Untergrund unter sich spürte, lockerte Snape seinen Griff und Hermine blickte zu ihm auf, noch ehe sie wusste, wo sie sich befanden. Es war ihr gleich, solange er nur bei ihr war.
„Ich möchte dir die Welt schenken", sagte er eindringlich. „Ich kann dir Dinge und Orte zeigen, von denen du bisher nur geträumt hast, Hermine." Etwas Stolz schwang in seiner Stimme mit und sie konnte nicht anders, als ihm um den Hals fallen. Ihre Lippen öffneten sich und sie küsste ihn und Snape stand da und hielt sie in seinen Armen. „Habe ich dir schon gesagt, wie wunderschön du bist?", fragte er mit einem leichten Lächeln auf den Lippen.
Verlegen nickte sie und lehnte ihren Kopf an seine Schulter. Erst jetzt sah sie das Mondlicht, das gespenstische Schatten in den sandigen Boden zu ihren Füßen warf. Grasbüschel wogen im Wind. Nicht weit entfernt hörte sie das Rauschen einer Brandung. Es roch nach Salz und Meer. Die Nacht war kühl und sie fröstelte ein wenig. Doch auch das spielte keine Rolle für sie. Er hatte es getan! Er hatte sie tatsächlich aus dem Schloss gebracht.
„Wo sind wir?", fragte sie erstaunt.
„An der französischen Riviera."
Wie befreit krallte sie ihre Finger um die Knöpfe auf seiner Brust.
„Danke. So etwas hat noch nie jemand für mich getan."
Er nickte knapp.
Überglücklich sog sie seinen herben Duft in sich ein, der sich mit dem Geruch des Meeres vermischte. Dann streckte sie sich zu ihm empor und drückte ihm einen Kuss auf den Mund. „Du bist wunderbar, weißt du das?"
Überrascht hob er seine Braue und sah sie an.
„Ich möchte dich spüren, Severus, dich fühlen. Es ist wunderschön hier, aber lass uns wann anders zurückkommen, ja? Ich möchte, dass du mich nach Spinner's End bringst. Dorthin, wo wir uns zum ersten Mal geküsst haben. Dorthin, wo ich glaube, dass wir hingehören. Nur du und ich."
Seine Kiefermuskeln spannten sich an. „Du meinst das wirklich ernst", stellte er trocken fest. „Aber warum ausgerechnet Spinner's End?"
Sie nickte. „Ja, Severus. Jedes Wort, das sich sage. Mein Herz schlägt nur für dich. Du machst mich glücklich, mit dir bin ich vollkommen. Vor allem aber, bist du alles, was ich brauche."
Einen winzig kleinen Moment lang funkelten seine Augen auf, dann presste er sie an sich, wirbelte mit ihr herum und verschwand in inniger Umarmung genauso plötzlich mit ihr, wie er sie hier her gebracht hatte.
