Auch hier will ich euch heute endlich mit Nachschub versorgen – es hat etwas gedauert und dafür auch hier eine Entschuldigung, aber ich habe den Teil zuerst Mystery lesen lassen wollen, immerhin ist es ihre Story *hugs* und ihr Wunsch ist mir (fast) Befehl *grins* zudem war eine Beta von ihr zuvor unumgänglich ^^
Hinweis: Beim Lesen dieses Kapitels bitte den Storytitel im Auge behalten uuuund den dazugehörigen Song von AC/AC im Ohr – an welcher Stelle und warum, werdet ihr herausfinden
*duck und wegrenn* :D
Ich hoffe, euch gefällt es, viel Spaß - ich hatte ihn beim Schreiben auf jeden Fall ...
Vielen lieben Dank auch wieder für die süßen Reviews an Jeanny, Kaky und Anna – die 3 Musketiere, die sich tapfer trauen, hier in meine kleine Schreiberhölle zu kommen und mir etwas da zu lassen *lol* und ihr hattet Fragen über Fragen, mal schauen wie es nach dem Teil aussieht, eventuell hilft euch das ja etwas *evilgrins*
Und einen extra dicken hug gibt es für Favour und Samm *gg* zwei Lesewichel, die mir ebenso liebe Reviews an anderer Stelle da gelassen haben Samm - nicht drängeln Süße und grübel nur weiter *gg* Favour - mal schauen, ob dein Näschen dich in die richtige Richtung führt *lol*
"Highway to hell"
- Teil 3 -
Aber bevor die Grübeleien noch weiter seine Gedanken verknoteten, brachte ein schiefes, nur noch halb hängendes Schild sein Herz beinahe endgültig zum Aussetzen.
Willkommen in Detroit
Das –O- war ein Einschussloch von der Größe einer Faust, das Blech nach hinten gewellt. Die Buchstaben waren als solche kaum noch zu erkennen, aber dennoch schienen so grell wie eine Leuchtreklame, die seine Netzhäute versenkte, sich darin einbrannte und ein unauslöschliches Bild hinterließ, umrahmt von schrecklichen Szenen von Blut und Untergang.
‚ …Finaler Zusammenstoß in Detroit und so wie ich es verstanden habe, hat es Sam nicht geschafft…'
Deans Kopf schoss herum und er blickte voller Entsetzen zu dem Mann neben ihm und jetzt endlich verstand der Ältere – Sam war nicht nur auf der Flucht vor sich selbst, sondern mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit ebenso vor allen Dämonen der Unterwelt und dem Teufel höchst persönlich.
Und als hätte man Dean die restlichen Informationen mit einem Vorschlaghammer ins Hirn gestemmt, fügte sich alles zusammen, lose Enden verbanden sich und führten zu einem einzigen mehr als üblen Zielpunkt.
"NEIN!"
Und doch wusste er, dass es wahr war. Er bekam seine eigene life - ultra real HD - Version vom Fall des Sam Winchester.
Die fehlenden Erinnerungen, die Zeit, die mehr als offensichtlich vergangen war, all das ergab jetzt einen Sinn … oder auch nicht, wenn man betrachtete, dass er noch genau wusste, wie er nach tagelanger Jagd von einem Ort zum nächsten, erschöpft in einem dieser unzähligen namenlosen Motels ins Bett gefallen und dann hier aufgewacht war – so wie es aussah, beinahe fünf Jahre später. Es hätten genauso gut auch hundert sein können.
Seine letzte Reise mit Angelairlines war anders gewesen, weniger nebelig.
Diese verfluchten Hurensöhne von Engeln: Wenn er Zachariah das nächste Mal in die Finger bekam, war klar, dass er ihm gehörig die löchrigen Flügel stutzen würde. Der Kerl würde definitiv ein paar Federn lassen müssen.
Bastarde, allesamt – warum sollte etwas funktionieren, was schon einmal nach hinten losgegangen war? Dean würde so oder so seine Meinung nicht ändern.
Diese Federviehcher hatten sie doch nicht mehr alle, war der Kampf gegen Luzifer nicht schon anstrengend genug, als dass sie sich jetzt noch mit diesem ewigen Hin und Her durch die Zeit abgaben? Denn dies hier war unzweifelhaft der Teil von Zurück in die Zukunft, den er hatte verhindern wollen.
Aber war es real?
Visionen der Zukunft?
Träume? Oder doch der Tod?
Das zumindest würde erklären, warum Sam alleine war, denn sie hatten es geändert, waren wieder zusammen unterwegs gewesen. Nicht so … nicht ohne den anderen.
Verdammt.
Wie um ihn Lügen zu strafen, blitzte es im Rückspiegel kurz auf, Lichter kamen näher und Sam drückte verzweifelt das Gaspedal durch, das er damit beinahe schon durch den löchrigen Unterboden trat.
Der lächerliche Gedanke an die Flintstones und schnell laufende Beine auf der Straße, machte die Situation nicht im Mindesten erträglicher.
Sams einsame Verzweiflung war greifbar, die Erschöpfung ebenso. Mühsam fummelte dieser ein kleines Röhrchen Tabletten aus seiner Hosentasche, öffnete sie und verschüttete den halben Inhalt der Packung, bei dem Versuch, sie heraus zu bekommen, dabei zu fahren und nicht die Kontrolle über den Wagen zu verlieren. Bremsen oder geschweige denn anhalten, kam nicht in Frage, so wie es aussah. Ein deftiger Schlenker, gefolgt von einem kurzen Triumphlaut und zwei kleine weiße Kokons lagen in seiner Hand, angefüllt mit medizinischer Rettung.
Sam zitterte so stark, dass sie den Weg zu seinem Mund in den bebenden Handflächen kaum schafften. Trocken würgte er die Pillen in einem Zug hinunter, ehe ein genuscheltes Mantra alles zu sein schien, was noch über die rissigen Lippen kam und den Rest von ihm zusammen hielt.
„Nicht einschlafen, du darfst nicht einschlafen. Nicht einschlafen …"
Immer und immer wieder.
„Nicht einschlafen …"
Aber das war leichter gesagt, als getan, wenn man eine gewisse Grenze überschritten hatte, konnte der stärkste Wille die Körperfunktionen nicht aufrecht erhalten, ehe erdrückende Erschöpfung das Kommando übernahm, um Leben zu retten. Dean erkannte, dass nicht mehr viel Kraft da war, nicht viel übrig war von der einstigen Stärke. Es gab viele Wege, jemanden klein zu bekommen, Schlafentzug war eine davon und Luzifer hatte mit Sicherheit eine Dauerkarte für Sams Träume gebucht - einer Vorstellung, der Sam verbittert versuchte, fern zu bleiben.
~sss~
Der Ältere hatte keine Ahnung, wie lange es so weiter ging: Stunde um Stunde schlingernde Flucht durch die Dunkelheit. Anscheinend war es falscher Alarm gewesen, Detroit lag weit hinter ihnen und mit jeder verstrichenen Meile wurde es Dean etwas leichter ums Herz, auch wenn ein Seitenblick genügte, um das in einem Atemzug wieder zu ändern.
Er hatte diese Stille satt, das Schweigen, die kribbelnde Nervosität, die wie kleine Ameisen in seinem Inneren immer neue Pfade liefen. Nicht zu vergessen von der Kleinigkeit Sam Winchester, der aussah, als würde er jeden Moment in seine Bestandteile zerfallen. Wenn Dean ganz ehrlich zu sich war, war es genau dieser Umstand, der es beinahe unerträglich machte – nicht wirklich da sein zu können.
Der Ältere saß mit der Schulter angelehnt an der Beifahrertür, starrte hinaus, da er offensichtlich weiter zur Untätigkeit verdammt war. Was hätte Dean alles für ein Lenkrad in seinen Händen gegeben, anstatt dieser dämlichen Lektion in Beobachtung.
Das löchrige Stück Blech in seiner Seite machte nicht gerade einen stabilen Eindruck, aber angesichts seiner Unfähigkeit Dinge zu bewegen, war die Wahrscheinlichkeit, dass diese mitten in der Fahrt wegen ihm einfach abfiel, verschwindend gering. Grübelnd glitt sein Blick durch die schmutzige Scheibe hinaus und er verfolgte das Vorbeiziehen der Geisterstädte, in denen nur gelegentlich noch brennende Fahrzeuge, oder rauchende Ruinen von heimlichen Leben zeugten, das sich wie Ungeziefer in den sterbenden Eingeweiden der Zivilisation verkroch.
Jegliche Abwesenheit von Unterhaltung machte Dean mürbe, der zunehmende menschliche Verfall neben ihm, tat sein Übriges dazu. Sam saß zusammengesunken, ungewöhnlich klein, in dem zerfledderten Fahrersitz, stierte mit trüben Augen hinaus auf den Asphalt, der unter dem Auto dahinraste – Dean war mehr als erleichtert, dass es nur geradeaus ging, denn kleinste Kurven oder geschweige denn Hindernisse, selbst in Form eines winzigen Astes auf der Fahrbahn, wären ihr Untergang gewesen, oder Sams, je nachdem, wie man es sah.
Unruhig wippte der Ältere mit den Knien auf und ab, begann zapplig zu werden und ohne es richtig wahr zu nehmen, eine leise Melodie zu brummen, die sich beruhigend um ihn legte und jegliches Flattern eingesperrter Gliedmaßen erstickte. Erst Minuten später wurde ihm bewusst, was fehlte; Sams Protest auf diese sonst eher nervigen Anwandlungen des unfähigsten aller Sänger unter den Winchester Männern.
Okay …
Ein kleiner Seitenblick, ein freches Grinsen und Leuchten in den Augen mit dem Schalk bereits als Mitfahrer auf der Schulter. Dean erkannte eine Chancem, wenn sie sich ihm bot und er würde sie garantiert nicht ungenutzt verstreichen lassen.
Beine, eben noch zur Ruhe gebracht, begannen gemächlich einen Rhythmus zu wippen: Auf und ab, das Blitzen in erheitertem Grün wurde zu einem wahren Flutlicht …
Living easy,
loving free
Finger, die den Takt auf wippenden Knien schlugen …
Season ticket on a one-way ride
Asking nothing, leave me be
Taking everything in my stride
Leise erst, dann immer lauter …
Don't need reason
Don't need rhyme
Ain't nothing I would rather do
Going down
Party time
My friends are gonna be there too…
Und dann gab es kein Halten mehr, den Kopf zurück geworfen wurde aus lautem Gesang eine wahre Lobpreisung, das Lied ein Spiegelbild ihres verkorksten Daseins. Was hätte besser passen können …
I'm on a highway to hell
On the highway to hell
„Komm schon, Sammy …", ein auffordernder Ruck hinüber zu dem Jüngsten und dann aus vollem Hals -…
Highway to hell
I'm on the highway to hell
Die Hände jetzt im Takt auf den brüchigen Kunststoff der Verkleidung hämmernd – es konnte ja eh nichts passieren - ging es weiter…
No stop signs
Speed limit
Nobody's gonna slow me down
Like a wheel
Gonna spin it
Nobody's gonna mess me 'round
Die Augenbrauen hoch gezogen, richtete er die nächsten Zeilen hinaus an den Beobachter in der Dunkelheit …
Hey Satan
Paid my dues
Playing in a rocking band
Ein Blick nach oben …
Hey momma
Look at me
I'm on my way to the Promised Land
Wieder ein Ruck zur Seite, ein Aufruf mitzumachen, der ungehört blieb …
I'm on the highway to hell
Highway to hell
I'm on the highway to hell
Highway to hell
Mmm, don't stop me
Eh, eh, ooh
Und die Luftgitarre ertönte in schrillsten Klängen, Arme flogen wirbelnd durch die Luft und Deans Kopf rockte vor und zurück, voll gefangen im Auftritt seines Lebens …
I'm on the highway to hell
On the highway to hell
I'm on the highway to hell
On the highway to...
Hell
Highway to hell
I'm on the highway to hell
Highway to hell
I'm on the high...
Highway to hell
Momma
I'm on the highway to hell
And I'm goin' down, all the way,
Wohh
Die Gitarrenseiten kurz vorm Reißen, kam es zum Höhepunkt der Darbietung vor versammeltem Publikum, in Form des Drecks auf der Windschutzscheibe, einiger Motten, die in den Bezügen wohnten, mit Sicherheit von ein paar Flöhen und einem kleinen Bruder, der leider nichts von Alledem mitbekam. Den krönenden Abschluss findend, entließ Dean die letzten Töne, perfekt parodiert in die Freiheit. Diese Nummer würde unvergessen bleiben …
We on the highway to hellllll ….
Er hätte es besser wissen sollen: Man forderte das Schicksal nicht auf diese Art heraus - nur Sekunden später erschütterte ein Stoß den Wagen, der alles auf den Kopf stellte; die Insassen in einem Wirbel von Gliedmaßen durch die Luft schleuderte und brutal gegen berstendes Glas drückte. Das Knirschen der nachgebenden Teile des Wagens mischte sich mit dem Knacken menschlicher Knochen. Schreie erklangen - erst erschrocken - dann durchzogen von Schmerz und Qual.
Erstaunlich, wie viel man mitbekam, wenn ein Fahrzeug sich immer wieder überschlägt, Runde um Runde. Wenige Sekunden wurden zu einer Ewigkeit.
Ein weiterer Ruck, kreischendes Metall, ein letztes Aufheulen des Motors und Reifen, die sich plötzlich in der Leere drehten, dem Asphalt darunter beraubt. Es war eine seltsam verdrehte Welt und mitten drin eine leise Stimme-…
‚Nein'
Dann Dunkelheit …
~sss~
