Hermine wollte später noch in die Bibliothek, aber bevor sie aus ihrem Zimmer herausging, versicherte sie sich erst, dass die Luft rein war. Malfoy war nicht in ihrem Gemeinschaftsraum, also konnte Hermine gefahrlos herauskommen.

Sie suchte wieder einmal in der Verbotenen Abteilung nach hilfreicher Literatur für Harry. Das Problem war nur, dass man sich unglaublich schnell in den ganzen interessanten Büchern verlieren konnte und unglaublich viel Zeit vergeudete.

Hermine suchte nach Artefakten von Gryffindor. Sie kannte den Sprechenden Hut und das Schwert, aber vielleicht gab es noch etwas, das sich mit diesem Gründer in Verbindung bringen ließ.

Sie hörte Schritte und bemerkte, wie Harry und Ron hinzukamen. „Harry, warst du schon einmal im Haus deiner Eltern? Sie haben doch in Godric's Hollow gewohnt, nicht?" „Nein, ich war noch nie dort, aber ich wollte das Haus und ihr Grab besuchen, sobald ich mit der Schule fertig bin.", antwortete Harry. „Vielleicht sollten wir schon in den Weihnachtsferien hingehen.", wandte Hermine ein. „Wir?", fragte Harry, „Warum, wollt ihr mich begleiten?"

Hermine kratzte sich nachdenklich im Genick. „Es ist nur so, Harry, dass uns immer noch ein Horkrux abgeht und nachdem Gryffindor auch der Begründer von Godric's Hollow war, finde ich es naheliegend, mal vor Ort nachzuschauen."

„Hermine, du bist ein Genie.", sagte Ron mit einem verblüfften Gesichtsausdruck. Harry schaut auch ein bisschen perplex.

„Was… nein. Sagt mir nicht, dass ihr nie auf die Idee gekommen seid… wie viele Godrics und Gryffindors kennt ihr denn?", sagte Hermine, betroffen von der Tatsache, dass ihre Freunde das Offensichtliche nicht erkannt hatten. „Jedenfalls", fuhr sie fort, „finde ich, dass wir uns dort mal umsehen sollten. Es ist ein geschichtsträchtiger Ort und vielleicht gibt es zu Voldemort eine Verbindung, von der wir noch nichts wissen. Außerdem könnte es für ihn ein emotionaler Ort sein, immerhin hat er hier seinen Körper verloren und seinen größten Widersacher geschaffen."

Ron und Harry nickten. „Aber einen Gegenstand…?", fragte Ron hoffnungsvoll. Hermine seufzte und schüttelte den Kopf. „Nein, nichts. Wenn er Hufflepuffs Becher besitzt, und davon können wir ausgehen, dann bleiben nur noch Gryffindor und Ravenclaw. Aber von Ravenclaw ist so gut wie gar nichts bekannt, außer ein paar Ammenmärchen. Langsam bin ich mit meinem Latein am Ende.", gab Hermine zu.

Harry kaute auf seiner Lippe herum. „Vielleicht suchen wir einfach am falschen Ort.", sagte er grübelnd und tippte auf den Stapel Bücher vor Hermine. „Der einzige Ort, den wir kennen und an dem Ravenclaw mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit war, ist natürlich Hogwarts. Könnte es hier irgendetwas geben, das mit ihr in Verbindung steht?"

Ein paar Wochen später waren sie aber immer noch nicht recht weitergekommen mit ihren Fragen. Die Zeit verflog und Hermine wurde zunehmend gestresster. Die Abschlussprüfungen standen in diesem Jahr bevor, sie wollte viel Zeit mit Pansy verbringen und musste die Beziehung aber geheim halten, sie sollte Horkruxe suchen und ihren Schulsprecherpflichten nachkommen.

Pansy machte sich machte wirklich Sorgen um ihre Freundin, die in letzter Zeit immer abwesender wirkte und vor allem auch abweisender. Wieder einmal saßen sie im Raum der Wünsche, nach Pansys Vorstellung.

„Hermine, was ist denn los, du wirkst so… neben der Spur in letzter Zeit! Und du zappelst.", fragte Pansy sie.

Hermine blickte auf ihre Beine und merkte, dass sie in der Tat auf- und abwippte. Eine nervtötende Angewohnheit für alle, die ihr dabei zusehen mussten. Sie blickte Pansy in die schönen ozeanblauen Augen, die sie voll echter Sorge ansahen.

Sie zuckte mit den Schultern. „Es ist etwas viel, in letzter Zeit." Pansy kam um den Tisch herum und ergriff Hermines Hände. „Erzähl es mir.", bat sie. Hermine seufzte. „Es… es ist einfach die gesamte Situation. Die Prüfungen, meine Schulsprecherpflichte und Malfoy macht ständig dreckige Witze und droht damit, uns auffliegen zu lassen. Und eigentlich will ich mit dir auch nicht mehr in aller Heimlichkeit zusammen sein, Pansy."

„Aber du weißt doch…", entgegnete Pansy hilflos.

„Ich hab das Thema nicht mehr angesprochen, weil ich dich nicht drängen wollte, Pansy. Aber du musst dich endlich mal entscheiden, auf welcher Seite du stehen willst. Ich weiß, dass du mit Voldemort nichts zu tun haben willst."

Pansy zuckte zusammen.