HARRY POTTER UND DAS ANKH VON KHEPRI
Fortsetzung von „Harry Potter und der Flug des Phönix"
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KAPITEL 3 – St. Mungos, dritter Stock
Harry wachte am ersten August wie immer keuchend auf und der kalte Schweiß stand ihm auf der Stirn. Wie sonst auch war der Großteil des Traums nicht in seinem Gedächtnis geblieben, aber an etwas konnte er sich diesmal erinnern. Er hatte in dieses Gesicht mit den verzerrten, unmenschlichen Zügen geblickt und es hatte ihn nur angelächelt. Er wusste nicht, was an diesem Lächeln so nervenaufreibend war. Etwas daran machte ihm Angst, wie das leere Grinsen des Clowns, den er letztes Jahr bekommen hatte. Doch diesmal konnte er die Träume nicht einfach vergessen.
Er setzte sich im Bett auf, rieb sich die Augen und als er einen Blick zum Wecker warf sah er, dass es es drei Uhr morgens war. Er seufzte. Also dauerte es noch mindestens vier Stunden, bis jemand von den anderen aufstand, und er wusste einfach, dass er jetzt nicht mehr schlafen konnte. Die Angst, dieses Gesicht wieder zu sehen, vertrieb jeden Gedanken an Schlaf aus seinem Gehirn. Was genau war es? War es ein Mensch, der halb in etwas schreckliches verwandelt war? Oder war es nur ein Monster? Er wusste, dass es einige Kreaturen gab, die den Menschen ähnelten – Vampire, Mantikore, Mermenschen, Zentauren – aber er hatte noch nie so ein Biest wie in seinen Träumen gesehen.
Er schwang die Beine über den Rand des Bettes und stand auf, um sich aus dem Badezimmer etwas zu trinken zu holen, aber er etwas seltsames bemerkte. Draco lag im Bett ihm gegenüber, aber ein seltsamer Schatten lag auf den weißen Laken. Harry starrte ihn einen Moment lang an, bevor er erkannte, dass es kein Schatten war, sondern eine dunkle Substanz – wahrscheinlich von Dracos Dunklem Mal. Harry durchquerte das dunkle Zimmer, streckte die Hand aus und packte den blonden Jungen an der Schulter.
„Draco", murmelte er leise und schüttelte die Schulter. „Draco, wach auf ..."
Draco erstarrte, wachte dann mit einem Schlag auf und zuckte zusammen, als er Harry erblickte. Er starrte ihn an und entspannte sich dann wieder. „Potter! Was soll das – " Sein Blick war nach unten gewandert; er sah das Blut und er gab ein ersticktes, quietschendes Geräusch von sich. Er packte schnell die Laken, presste sie gegen seinen Rücken und lief in Richtung des Badezimmers, aber Harry holte ihn schnell ein.
„Lass mich dir helfen!", zischte er.
„Lass mich los!", schnarrte Draco, befreite seinen Arm aus Harrys Griff und stürmte in das Badezimmer. Harry folgte ihn und schaffte es schließlich auch noch hinein. Draco schloss die Tür zögerlich und starrte Harry dann über seine Schulter hinweg an. „Du erzählst das hier absolut niemandem."
„Als ob ich das tun würde", sagte Harry. Er setzte sich an den Rand der Badewanne, nahm ein Handtuch vom Stapel und ließ Wasser in das Waschbecken laufen.
„Warum warst du überhaupt wach?", fragte Draco misstrauisch.
„Ich – ", Harry hielt inne und fuhr dann fort: „Ich glaub, ich konnte einfach nicht schlafen."
Draco runzelte die Stirn. „Mm." Er nahm das nasse Handtuch aus dem Becken, wrang es aus und hob dann den Rand seines T-Shirts, um das kühle Nass auf das Mal zu pressen. Er schloss die Augen. „Wie können sie nur damit leben?", murmelte er.
„Die Todesser?"
Draco nickte grimmig. „Ich weiß nicht, wie mein Vater damit klar kam. Professor Snape auch ... nun, Vater ist immer gekommen, wenn er gerufen wurde, also hat es wahrscheinlich nicht so geschmerzt ..."
Harry hielt einen Moment inne und beobachtete Draco, wie er etwas von dem Blut im Waschbecken hinunter spülte, bevor er leise sagte: „Er wird kommen und dich holen, das weißt du. Wenn du auf seinen Ruf nicht antwortest."
„Erinnere mich nicht daran", sagte Draco kalt, als er das Handtuch wieder ins kalte Wasser tauchte. Er begann, noch mehr Blut wegzuwischen, während er murmelte: „Jeder Tag ist eine Leistung für mich ... zuerst dachte ich, er würde mich nicht verfolgen, weil ich noch kein besonders begabter Todesser bin ... aber natürlich will er seine Macht über „Malfoys Sohn" nicht an Dumbledore verlieren." Etwas Bitterkeit lag in seiner Stimme, als er das sagte.
„Sie wollen dich wegen deinem Dad, oder?", sagte Harry, der Draco noch nie so viel über seine Verbindung zu den Todessern hatte sprechen hören, und er wollte diese Situation ausnutzen.
Draco nickte. „Vater war ein wichtiges Mitglied ... jeder erwartet, dass ich in seine Fußstapfen trete."
„Wirst du ...?"
„Ja, Potter", schnappte Draco sarkastisch. „Das werde ich tatsächlich. Warte einen Moment, während ich meinen Zauberstab hole, damit ich dich umbringen kann. Ich weiß, dass ich eigentlich eine große Rede über Vertrauen halten sollte, bevor ich dich dem Dunklen Lord übergebe, aber das ist so ein Klischee, deshalb werde ich es auslassen."
Harry lächelte ein wenig. „Ich hab das schon so oft gehört, dass es auf mich sowieso keine Wirkung mehr hat."
Draco setzte sich neben Harry auf den Rand der Badewanne, während er immer noch sein Dunkles Mal einweichte. Er seufzte und sagte dann nach einem Moment: „Also, warum sagst du mir nicht, warum du wirklich wach warst?"
Harry wandte den Blick ab. „Ohne wirklichen Grund."
„Okay." Draco durchnässte das Handtuch noch ein letztes Mal und wischte das letzte Blut von seinem Mal, dann öffnete er die Tür. „Wir müssen schlafen. Ich habe das Gefühl, dass wir morgen dekorieren werden."
Harry nickte und trat zurück in die Dunkelheit des Schlafzimmers. Als sie die Tür hinter sich schlossen, verschwand das letzte Licht. Draco ging zu seinem Bett, Harry zu seinem und ein paar Moment herrschte Stille. Dann sagte Harrys Stimme: „Draco?"
„Was?", kam die Antwort aus der Dunkelheit vor ihm.
„Ich wusste, dass es einen Grund gibt, warum wir Freunde sind."
„Und der wäre?", sagte Draco und hörte sich verwirrt an.
„Du reitest auf keinen Angelegenheiten herum."
Draco gluckste. „Ich versuche, keine Informationen aus anderen heraus zu pressen. Ich weiß, wie es ist, wenn man zu etwas gezwungen wird – unter extremen Bedingungen."
Harry ließ den Kopf zurück auf das Kissen fallen, zog die Decke hoch und schloss die Augen. Vielleicht würde er doch noch schlafen. Es dauerte jedoch nur ein paar Augenblicke, bis ein kleiner Lichtschein auftauchte, als jemand eine Kerze anzündete. Harry öffnete die Augen und blickte stirnrunzelnd über seine Schulter. Ron saß auf seinem Bett und starrte die beiden an.
„Worum ging es da jetzt?", fragte er.
„Worum ging es wobei?", sagte Draco gelangweilt, als wäre Ron seine Aufmerksamkeit überhaupt nicht wert.
„Euch ins Badezimmer schleichen. Nette kleine Mitternachtsunterhaltung, oder?" Auf Rons Gesicht lag ein misstrauischer Blick.
Harry hob die Augenbrauen. „Was wirfst du uns vor?"
„Was denkst du denn, dass ich euch vorwerfe?", sagte Ron und sah ihn stirnrunzelnd an.
Draco schüttelte den Kopf, rollte sich auf die andere Seite und zog die Decke hoch bis zum Kinn. „Wie kindisch ... Weasley, wenn du das nächste Mal jemanden zur Rede stellst, solltest du vorher wissen, wessen du sie beschuldigst, anstatt dich auf kindische Streitigkeiten zu verlassen ..."
„Halt den Mund, Malfoy", schnauzte Ron.
Draco gähnte ausgiebig und offensichtlich und streckte sich im Bett. Ron starrte ihn hasserfüllt an, und wandte sich dann wieder mit wütendem Blick Harry zu.
„Also. Was habt ihr beiden da drin besprochen? Und ich hab Stimmen gehört. Ihr braucht mir gar nichts anderes zu sagen."
„Etwas das du nicht glauben, akzeptieren oder verstehen wirst und dessen du nicht wert bist", sagte Draco einfach. „Leg dich wieder schlafen, Weasley, bevor dein kleines Gehirn wegen zu häufigem Gebrauch explodiert."
„Ich hab dich nicht um deine Meinung gefragt", schnarrte Ron. Er ignorierte Draco komplett und wandte sich wieder Harry zu. „Also, worum ging es da? Was ist hinter meinem Rücken los? Andauern tuschelt ihr beiden miteinander und habt diese ganzen privaten Scherze. Ich halt es nicht mehr aus. Welche große Sache ist es?"
„Ich hatte nur einen Albtraum", sagte Harry, der keinen Streit mit Ron wollte, leise. „Ich hab Draco nur davon erzählt, ehrlich, ich – "
„Du hattest einen Albtraum?", sagte Draco und zerbrach so Harrys einzige Ausrede in tausend Stücke.
Ron starrte die beiden nur an; Misstrauen und Wut standen auf seinem Gesicht, bevor er sich umdrehte und die Bettdecke über seinen Kopf zog. Harry stand auf um zu versuchen, mit ihm zu reden, und er überlegte, ob er Ron nicht doch von dem Dunklen Mal erzählen sollte, aber als Harry versuchte, mit seinem Cousin zu reden, vergrub sich Ron nur weiter unter die Decken und ignorierte ihn. Nachdem er fünfzehn Minuten lang ignoriert worden war, lies Harry Ron einfach in Ruhe und ging wieder zurück ins Bett.
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Harry schlief schließlich doch noch ein, und als er wieder aufwachte, saß Draco am Ende seines Bettes. Er zuckte zusammen und fragte, was zum Teufel Draco vorhatte, aber der andere Junge sagte schnell: „Weasley ist im Badezimmer. Ich hab die Schublade mit deinen Klamotten auf den Boden ausgeleert. Schrei mich deswegen an."
„Was?", sagte Harry, total verwirrt, und dann fügte er wütend hinzu: „Du hast meine Klamotten am Boden verteilt? Warum?"
„Es tut mir Leid", murmelte Draco, sein Gesicht plötzlich voller Schuld, und seine Stimme war ein wenig lauter als üblich. „Es war ein Unfall. Ich hab nach meinem Pullover gesucht und ich dachte, er wäre in deiner Schublade ..."
Harry starrte ihn an. „Draco, was zum Teufel hast du vor?"
„Ich hab's dir doch gesagt, es tut mir wirklich Leid, ich wollte nicht – "
Die Tür öffnete sich knarrend und Ron kam herein. Er tat so, als würde er die beiden nicht ansehen, aber er konnte einen Blick auf die leere Schublade nicht vermeiden. Harry, bei dem endlich der Groschen gefallen war, sagte wütend: „Du kannst sie ja dann wieder aufheben, wenn du sie auf den Boden geworfen hast. Du ungeschickter Dummkopf!"
Ron warf ihnen einen Blick über die Schulter zu, und einen Moment lang sah er interessiert aus. Harry fuhr nach einem flüchtigen und aufmunternden Lächeln von Draco fort.
„Und du kannst dich wegen letzter Nacht auch bei Ron entschuldigen!", sagte er wütend. „Du bist unter meinem Dach, Draco, und du wirst dich zusammenreißen!" Plötzlich erkannte er, dass er sich sehr wie Onkel Vernon anhörte.
Draco wandte sich Ron zu und sagte halbherzig: „Tschuldigung, Weasley."
„Ordentlich!", sagte Harry.
Draco hielt einen Moment inne, und sagte dann mit gereizter Miene wieder: „Tschuldigung, Weasley."
„Das ist besser", sagte Harry. „Nun ... ähm ... geh und mach uns etwas Tee!" Er dachte, dass das ein wenig zu weit ging, wenn er Dracos Miene richtig gelesen hatte, aber Ron schien es ihm abzukaufen.
„Und auch noch ein paar Kekse!", rief er Draco nach, als dieser sich aus dem Zimmer verzog. Draco schloss die Tür und Ron wandte sich Harry zu. „Da, wir haben es ihm gezeigt", sagte er triumphierend und offenbar war durch das Fertigmachen von Malfoy sein und Harrys Streit vergessen.
„Klar", sagte Harry, nickte und zog seinen Morgenmantel an. „Einfach so meine Klamotten auf den Boden werfen. Wer denkt er, dass er ist?"
Ron zog seinen eigenen Chudley Cannons Morgenmantel an und die beiden gingen zur Tür. Ron zog sie auf und trat hinaus auf den Flur. „Und dieser Tee ist hoffentlich nicht zu süß", sagte er. „Oder ich werde es Malfoy zeigen."
Und damit war die Sache geklärt. Harry und Ron gingen, ihren Streit komplett vergessen, hinunter in die Küche, und als sie sich an den Holztisch setzten, stellte Mrs Weasley Teller mit Speck und Eiern vor jeden. „Da habt ihr ... genießt es."
„Wo ist mein Tee?", wollte Ron von Draco wissen, der auf der anderen Seite des Tisches saß und sein eigenes Frühstück aß.
Mrs Weasley sagte wütend: „Ron! Sei nicht so unfreundlich!"
„Aber – "
„Guten Morgen miteinander", sagte Ginny, als sie in die Küche kam. „Hey, Speck, wunderbar!"
„Ihr braucht alle ein großes Frühstück", sagte Mrs Weasley, während sie Ginny einen Teller gab. „Wir dekorieren hier heute mal. Fred und George sollten bald mit der Farbe kommen, also können wir schon mal die Zeitungen auf den Boden legen. Hoffentlich wird es nicht zu lange dauern ... natürlich gehen später noch ein paar Leute aus ..."
„Schon wieder?", sagte Ron. „Warum? Wohin gehen wir?"
„Du geht nirgendwo hin", sagte Mrs Weasley. Sie gab ihm noch ein Würstchen. „Harry geht mit Professor Snape und Tonks nach St. Mungos."
„Können wir nicht mitkommen?", sagte Ginny.
„Sicherlich nicht", sagte Mrs Weasley steif. „Harry will doch nicht, dass ihr alle dabei seid und ihn ärgert, nicht wahr, Harry?"
Harry warf Ron, Draco und Ginny einen entschuldigenden Blick zu und sagte dann: „Tut mir Leid ... es ist das erste Mal seit Ewigkeiten, dass ich Kainda sehe ... sie will wahrscheinlich nicht zu viele Besucher."
„Ist schon okay", sagte Ron lächelnd. „Wir verstehen."
„Wann fahren wir zur Winkelgasse, um unsere Schulsachen zu kaufen?", fragte Ginny.
„Wenn die Briefe kommen", sagte Mrs Weasley. Sie setzte sich mit einer Tasse Tee und einem Schinkensandwich an den Tisch. „Dann können wir gleich all eure Sachen auf einmal kaufen ... es ist eine Schande, dass sie nicht heute gekommen sind, sonst hätten wir gleich alles besorgen können ..."
Ginny seufzte. „Ich wünschte, die Briefe würden endlich kommen ... ich halte das Warten nicht mehr aus." Auf Harrys fragenden Blick hin, setzte sie hinzu: „Ich bekomme dieses Jahr meine ZAG Resultate."
„Wie glaubst du, sind die Prüfungen gelaufen?", fragte er und aß ein Stück seines Specks.
„Okay, denke ich", sagte sie. „Immerhin habe ich sie jetzt hinter mir."
Die Haustür öffnete sich und ein paar Augenblicke später erschien Lupin in der Küche. Er hatte nur eine Zeitung bei sich. Ginny seufzte. „Naja." Dann verließ sie den Tisch und ging nach oben, um sich anzuziehen.
Lupin lächelte, setzte sich an den Tisch und nahm sein Frühstück mit einem dankbaren: „Danke, Molly ...", von Mrs Weasley entgegen.
Harry lehnte sich in seinem Stuhl zurück und wartete darauf, dass Ron mit der Zeitung fertig war. Sein Teller war nun leer, und er suchte verzweifelt nach etwas, um seine Gedanken vom kommenden Besuch im St. Mungos abzulenken. Er wusste, dass es keinen Grund gab, nervös zu sein, und es war kein besorgtes oder verängstigtes Gefühl in seiner Brust. Es war mehr wie unertragbare Aufregung. Er erinnerte sich daran, als er Kainda zum letzten Mal gesehen hatte, als sie vor langer Zeit aus dem Krankenflügel gebracht worden war, und er musste zugeben, dass er es nicht erwarten konnte, sie wieder zu sehen.
Er nahm ein weiteres Stück Toast und begann, es zu buttern, und er wollte Ron gerade fragen, ob im Tagespropheten etwas interessantes stand, als Ron plötzlich erstickt nach Luft schnappte und die Zeitung anstarrte.
„Was?", sagte Harry. „Was ist los?"
„Ähm – ", sagte Ron und dachte offenbar sehr schnell nach. „Die Chudley Cannons haben ihr letztes Spiel verloren. Ist doch zu schade. Hey, könntest du mir etwas Toast geben, ich fühle mich noch ein wenig – "
Auf Harrys Gesicht machte sich ein Stirnrunzeln breit. „Es ist über mich, oder?"
„Nein", quiekte Ron.
Harry entriss ihm die Zeitung und schüttelte sie, das schlimmste befürchtend, auf. Eine Doppelseite mit einem Photo von seinem eigenen Gesicht lachte ihm entgegen, und darüber stand in großen Lettern die Schlagzeile: „Der Junge, der liebte". Es dauerte einige Augenblicke, bis er verstanden hatte, worum es im Artikel ging.
Ron sah ihn angespannt über den Rand der Zeitung hinweg an. „Was denkst du?"
„Ich denke, mir wird schlecht", knurrte Harry durch zusammen gebissenen Zähnen.
„Ist etwas nicht in Ordnung, Harry, mein Lieber?", fragte Mrs Weasley und beobachtete ihn mit besorgter Miene.
„Nein", sagte er schnell. „Nein, ich bin okay." Er lächelte. „Ich bin nur ein wenig voll, das ist alles. Ich gehe und versuche, mir die Haare zu kämmen." Er stand vom Tisch auf und verließ die Küche, die Zeitung unter dem Arm. Er hörte hinter sich Stühle rücken, als Ron aufsprang, und dann noch einmal, als Draco ihm folgte.
„Was glaubst du, wer es dem Propheten gesagt hat?", sagte Ron und beeilte sich, mit Harrys Schritten die Treppe hoch mitzukommen.
Harry öffnete die Zeitung wieder und las den Artikel, während sich inzwischen blanker Horror in seiner Brust breit machte. „Ich weiß es nicht ... seht euch das an! „Harry Potters Liebesleben war eine Tragödie nach der anderen, geschrieben von Jan Jerrison, Klatschreporterin." Wie haben sie von Kainda erfahren? Und warum muss es genau heute sein?"
Dracos räusperte sich und las über Harrys Schulter gelehnt: „Harry Potters Herzeleid hat viele andere Schüler in Hogwarts berührt. Ernie Macmillan, in seinem sechsten Jahr in Hogwarts, sagte dem Propheten: „Harry und Kainda sind immer zum Quidditchfeld geschlichen. Harry war am Boden zerstört, als sie vergiftet wurde. Er wollte nicht mehr Quidditch oder sonst etwas spielen." Das ist jedoch nicht das erste Mal, dass mit Harrys Herz gespielt wurde. In seinem vierten Jahr, hat die muggelgeborene Hermine Granger -"
„Das ist genug", knurrte Ron.
„Oh, und seht mal hier", sagte Draco und ignorierte Ron. „Ganz unten ... sie haben ein Interview mit Chang."
„Ich weiß", sagte Harry seufzend. Er ließ sich auf sein Bett fallen und breitete den Artikel vor sich aus. „Sie haben alles ... Ernie und Cho müssen es ihnen gesagt haben. Vertraut auf den Propheten, dass er Blaise Zabini und das Risotta auf ein Viertel der Seite quetschen, und dann auf dem Rest über mich herzieht!"
„Schreiben sie auch, was mit Zabini passiert ist?", fragte Ron interessiert und lehnte sich über Harrys Schulter. „Oh, das ist es ja ... er ist in Askaban ... der jüngst Gefangene aller Zeiten. Gerade mal vor zwei Monaten alt genug geworden."
Harry seufzte wieder, legte sich zurück auf sein Bett und vergrub das Gesicht in den Händen. „Ich glaub das einfach nicht. Genau an dem Tag, an dem ich Kainda besuche, muss der dumme Prophet eine große Story über unsere „zeitlose Liebe" rausbringen. Ich wette, dass sie schon vorm St. Mungos stehen und darauf warten, dass ich komme ... warum bekomme ich das Gefühl, dass Rita Kimmkorn damit was zu tun hatte?"
„Immerhin habt ihr jetzt etwas, worüber ihr reden könnt", sagte Draco trocken.
„Vielleicht, wenn du es ihr einfach nicht sagst", schlug Ron vor. „Du weißt schon ... lass sie es einfach nicht wissen. Es ist nicht lügen. Es würde sie vielleicht unter Stress setzen, wenn sie es herausfindet, und ihre Wunden könnten ganz komisch werden."
Harry las nun mit zusammengekniffenen Augen das Interview mit Cho. Er las es nicht Wort für Wort sondern überflog es nur kurz, aber was er trotzdem herauslesen konnte war, dass sie Andeutungen machte, dass er „noch immer in jemand anderen verliebt" war, und dass er ihre „Gefühle nicht ernst nahm", als sie tiefe Trauer um ihren „geliebten Freund Cedric" nach dessen Tod gefühlt hatte. Er hob den Blick und sah, dass Draco und Ron ihn genau beobachteten. Ron sah besorgt aus. Draco sah ernst aus, was so ziemlich die besorgteste Miene war, die er je trug.
„Nun", sagte er.
Einen Moment lang sagte keiner der drei etwas, dann sagte Ron leise: „Es tut mir Leid ... Ich dachte wirklich nicht, dass – "
„Ohhhh, seht euch das an", sagte Draco, hob die Zeitung auf und starrte auf einen eingerahmten Artikel auf der gleichen Seite; er konnte die Freude in seiner Stimme nicht unterdrücken. Er begann, laut zu lesen. „Harry Potters Verwirrende Liebesgeschichten. Falls Harry Potters Liebesleben noch nicht kompliziert genug ist, hat der Tagesprophet jetzt neue Beweise ans Licht gebracht, nach denen seine Ex-Freudin, die muggelgeborene Hermine Granger, nun mit seinem besten Freund Robert Weasley ausgeht. Nach der Belagerung von Hogwarts, bei der die Hälfte der Schüler ihr Leben verloren, wurden Granger und Weasley gesehen, wie sie sich gegenseitig beruhigten. Ob Harry Potter von diesem Betrug seines besten Freundes weiß, ist noch unbekannt, aber wir hoffen, dass die Wunden der Liebe für Harry Potter schnell heilen werden."
Harry und Draco wandten sich beide um und sahen Ron an. Rons Gesicht war ein wunderbarer Magenta-Ton geworden und er saß nur geschockt da und starrte zurück. Draco grinste von Ohr zu Ohr, aber es sah so als, als hätte Ron nicht einmal die Energie ihn zu schlagen.
Harry nahm die Zeitung aus Dracos Händen und sagte: „Hey, aber seht euch das an ... Siebtklässler Starrt Beine Der Schwester Eines Professors An. Draco Malfoy, ein Siebtklässler in Hogwarts, wurde gestern beschuldigt, der Schwester des Professors für Zaubertränke, Severus Snape, schöne Augen gemacht zu haben. „Malfoy verbringt die Hälfte seine Lebens damit, Andralyns Beine anzustarren", sagte ein anonymer Schüler. „Snape wird nicht glücklich sein, wenn er es erfährt."
„WAS?", brüllte Draco, entriss Harry die Zeitung und überflog sie panisch. Nach einem Moment ballte er die Hände zu Fäusten und rief: „POTTER! Du Lügner! Hier steht überhaupt nichts über mich!"
Harry und Ron waren so sehr mit Lachen beschäftigt, dass es ihnen nichts ausmachte. Draco schlug die beiden mit einem Kissen, bis sie aufhörten, und als sie sich wieder ein bisschen besser fühlten, gingen sie wieder nach unten.
Snape saß am Küchentisch und schrieb einen Brief, als die drei Jungen die Küche betraten, und Ron und Harry warfen sich einen Blick zu. Draco zischte: „Oh, seid nicht so kindisch."
Tonks stand von ihrem Stuhl auf, als Harry herein kam. „Oh, Harry! Komm her ... wir müssen dich tarnen", sagte sie, als sie ihn zu sich herüber zog und ihn auf einen Stuhl drückte.
„Mich tarnen?", sagte Harry und starrte sie an. „Warum?"
„Reporter des Tagespropheten vor St. Mungos", sagte sie grimmig. „Die Angestellten wollen sie nicht hineinlassen, aber sie werden draußen auf jeden warten, von dem sie ein Interview bekommen können. Ich fürchte, dass du der Hauptpreis bist."
Harry sah zu, wie sie Tuben und Fläschchen aus einem offenen Aktenkoffer auf dem Tisch vor ihr nahm. „Was genau wirst du mit mir machen?", fragte er besorgt.
„Wir haben über einen Vielsafttrank nachgedacht", sagte Tonks fröhlich, während sie eine Art Creme aus einer Tube auf ihre Finger drückte. „Aber wir haben keinen aufgetrieben, und wir wollten auch nicht, dass er seine Wirkung verliert, während du im St. Mungos bist." Sie begann, die Creme auf Harrys Narbe zu tupfen und sah ihn mit ihren heute hellbraunen Augen an. „Wir versuchen, dich als Sohn von mir und Professor Snape rein zu schmuggeln ..."
Ron verwandelte sein Lachen schnell in einen Hustenanfall, während er seine Tasse vom Tisch nahm und sein Gesicht wieder hinter der Zeitung verbarg.
„Wofür ist die Creme?", sagte Harry.
„Sie wird nur deine Narbe ein wenig verdecken", erklärte sie. „Offensichtlich ist sie das auffälligste ... wir werden dir auch einen Sicht-Verbesserungs-Zauber verpassen. Er wird nicht so gut wie deine Brille sein, aber umso weniger du wie du aussiehst, umso besser."
Sie fuhr fort, ihn mit allen Arten von Cremen zu behandeln, bearbeitete ihn mit Puder, holte ihren Zauberstab heraus und vollbrachte hier und da einen Zauber. Harry war verblüfft, als sie sein Haar mit einem Schlenker ihres Zauberstabs hellblond färbte. Tonks hatte heute langes, blondes Haar, also vermutete er, dass er es von ihr „geerbt" hatte.
„Nun, deine Augen", sagte sie fröhlich und holte eine kleine Flasche voll von irgendetwas hervor. „Wir werden sie sehr dunkelbraun machen, damit du die deines Dads hast."
„Du wirst aber nichts mit meiner Nase machen, oder?", fragte Harry besorgt.
„Nein, nein", sagte sie. „Wir werden sagen, dass du meine hast. Wir werden aber vielleicht etwas mit deinen Lippen machen müssen. Sehen wir mal, wie du mit schwarzen Augen aussiehst ... mach sie weit auf." Sie tröpfelte ein paar Tropfen der Flüssigkeit in seine Augen und er blinzelte. Sie lächelte, als sie sich offenbar verfärbten. „Wunderbar. Das alles wird später wieder abgehen, keine Sorgen ... ich hab alle Entferner mitgebracht. Obwohl du mit blonden Haaren nett aussiehst."
„Ist er endlich fertig?", seufzte Snape und trommelte mit seinen Fingern auf seinem Oberarm.
„Ich glaube schon", sagte sie. „Nun, wir können jetzt gehen ... komm schon, Harry, hol deinen Mantel."
Harry fühlte sich ziemlich seltsam, als er aufstand, seinen Mantel vom Haken an der Wand nahm und bei der Haustür wartete. Snape war überhaupt nicht getarnt, sondern war einfach nur sein übliches, schleimiges Selbst, aber Tonks sah fast komplett verändert aus. Sie trug ebenfalls Muggelklamotten – einen großen Fellmantel und sandfarbene Leggins. Er konnte es versuchen, wie er wollte, Harry konnte sich einfach nicht vorstellen, dass Tonks und Snape je einen Sohn miteinander haben könnten. Es war wie Eiscreme, die nach Toast schmeckte – es sollte einfach nicht sein.
Sie verließen das Haus und gingen ziemlich schnell zum Zentrum des Londons der Muggel. Harry hielt sich dicht an Snape und Tonks. Obwohl er getarnt war, fühlte er sich noch immer verfolgt. Was, wenn ihn jemand erkannte? Er wollte wirklich nicht, dass er von Reporten des Tagespropheten umringt wurde, die ihm Fragen über sein Privatleben stellten – besonders nicht heute. Er macht sich auch darüber Sorgen, dass Kainda nicht glauben würde, dass er wirklich Harry war. Was, wenn sie den Sicherheitsdienst rief und ihn rauswerfen ließ?
„Harry", sagte Tonks neben ihm. „Hast du einen Akzent drauf?"
„Ähm ... ein wenig", sagte er, misstrauisch, wohin das führen würde.
„Du könntest ihn vielleicht gebrauchen", sagte sie. „Nur für den Fall, dass die Reporter dir eine Frage stellen. Sehen wir mal, ob du Stimmen imitieren kannst ... Snape, sag etwas ..."
Snape starrte sie an. „Ich denke nicht, dass der Junge eine gänzlich neue Identität braucht, die wir für ihn kreieren."
„Nun mach schon", sagte Tonks. „Probier das."
Harry schürzte die Lippen ein wenig und versuchte, so wie Snape zu klingen. Es war ein sehr erstickt klingender Snape, und ein wenig zu fein, aber Tonks grinste ihn an. „Ich denke nicht, dass der Junge eine gänzlich neue Identität braucht, die wir für ihn kreieren."
„Wunderbar!", sagte sie. „Das wird genügen. Ah ..." Sie waren um eine Ecke gegangen und hatten die Straße erreicht, an der das St. Mungos lag. „Ich denke, wir werden es brauchen."
Die Straße war einfach rappelvoll von Reporten. St. Mungos war ein beschütztes Gebäude, damit die Muggel nicht wussten, dass es etwas Außergewöhnliches war. Zum Glück war es ein Sonntag und noch ziemlich früh am Morgen, also waren noch nicht viele Muggel unterwegs. Ein paar waren jedoch schon draußen, und sie beobachteten sie von den Eingängen von Geschäften heraus und tuschelten über die seltsamen Menschen in Umhängen, die überall waren.
„Bleib in der Nähe, Harry", murmelte Tonks, bevor sie die Straße entlang ging und einen Arm um die Schultern ihres „Sohnes" legte. Snape ging auf Harrys anderer Seite, und die paar Reporter, die sie beachteten, wurden von Snapes Miene abgeschreckt.
„Er ist es nicht", rief jemand. Harry fühlte glühende Aufregung, weil niemand ihn erkannte. Tonks drückte seine Schulter, als sie vor das Gebäude traten. St. Mungos war als altes Warenhaus der Muggel getarnt, und man kam nur hinein, indem man mit einer der weiblichen Schaufensterpuppen sprach. Snape wandte dem Schaufenster den Rücken zu und murmelte der Puppe aus dem Mundwinkel zu: „Wir möchten gerne Kainda Zabini besuchen."
Harry beobachtete, wie die Puppe leicht mit dem Kopf nickte, und ihre angeschlagenen Augen rollten von links nach rechts und sahen die Straße entlang. Als sie sicher war, dass keine Muggel in der Nähe waren, wies sie die drei hinein und sie traten durch die Scheibe in das St. Mungos. Harry konnte einen Blick zurück auf die Reporter draußen nicht unterdrücken und grinste.
Die Wartehalle sah genauso aus, wie Harry sie von seinem letzten Besuch in Erinnerung hatte, als sie Mr Weasley besucht hatten. Hexen und Zauberer mit verschiedenen Verletzungen saßen auf wackligen Holzstühlen und lasen alte Ausgaben der Hexenwoche und zwei Monate alte Tagespropheten, und Heiler in grellen grünen Roben gingen mit Klemmbrettern zwischen den Patienten umher und nahmen die Daten auf. Harry wusste, dass es unhöflich war, jemanden anzustarren, aber er konnte es nicht unterdrücken, ein paar Zauberer anzustarren, während sie in der Warteschlange waren um herauszufinden, in welchem Zimmer Kainda war. Ein Mann dachte offenbar, er wäre ein Hase und er sprang im Raum herum, verfolgt von seiner verzweifelten Frau und einem Heiler mit einer großen Karotte. Eine große, blonde Hexe saß auf einem Stuhl und las die Hexenwoche; ihre Nase hatte ungefähr die Größe einer Orange und pulsierte grün, und am Beginn der Schlange war ein Mann, der sein Problem der Empfangshexe zur Melodie von „Ich hab einen netten Haufen Kokosnüsse" vorzusingen schien.
„Ich hab ein Problem mit meinem Arm, dii dii dii – ", begann er, aber er wurde unterbrochen, als seine eigene Hand ihm eine Ohrfeige verpasste. „Au! Sie schlägt mich dauern im Gesicht, dii d-"
„Fluchschäden", sagte die Empfangshexe. „Vierter Stock. Der nächste!"
Er tanzte den Korridor entlang davon, und ein Mann, der ein Mädchen im Teenageralter stützte, die grelles, blaues Haar hatte, trat nach vor. Er sah sehr erschöpft aus, und offenbar hatte er sie von weit her gebracht. „Quidditchunfall", keuchte er. „Wir haben hinten auf unserer Wiese ein Spiel gespielt, und dann – "
„Utensilien-Unglück", verkündete die Empfangshexe. „Setzen Sie sich bitte. Der nächste!"
Der Zauberer vor Harry, Tonks und Snape schlurfte nach vor. Offenbar war mit ihm alles in Ordnung, und er lehnte sich zu der Hexe am Tisch nach vor und winkte sie näher zu sich. Sie lehnte sich zu ihm und hörte ihm zu, während er sein Problem flüsternd beschrieb, und sagte dann: „Fluchschäden, vierter Stock. Passen Sie auf, dass Sie in keiner Tür hängenbleiben." Der Mann wurde knallrot und ging davon. Während er ging, konnte Harry einen langen, gestreiften Schwanz sehen, der und seinem langen Mantel hervor lugte.
„Ja?", sagte die Empfangshexe, als Harry, Tonks und Snape nach vor traten.
„Wir sind hier, um Kainda Zabini zu besuchen", sagte Tonks fröhlich. „Wir haben gehofft, Sie könnten uns sagen, auf welcher Station sie ist."
Die Empfangshexe holte eine lange Liste unter ihrem Tisch hervor und fuhr mit dem Finger daran entlang, dann sagte sie: „Sie hat einen Raum alleine, im dritten Stock, Vergiftungen durch Zaubertränke und Pflanzen. Es ist Nummer 18, und die Heiler werden Ihnen den Weg zeigen. Sie kommt aber gerade aus der Intensivstation, also dürfen vorerst nur Freunde und Familie zu ihr. Darf ich fragen, wie Ihre Beziehung zu der Patientin ist?"
Tonks lächelte und murmelte der Empfangshexe zu: „Lesen Sie die Zeitung?"
Die Empfangshexe runzelte die Stirn. „Das tue ich."
„Das ist Harry Potter", sagte Tonks grinsend und warf Harry einen Blick zu. „Wir mussten ihn an den Reporten vorbei schmuggeln, deshalb haben wir ihn ein wenig getarnt." Um es zu beweisen, streckte sie die Hand aus und wischte ihm die Haare aus der Stirn, wodurch die Hinweise auf die verborgene Narbe sichtbar wurden.
Die Empfangshexe lächelte ihn warm an. „Oh, wir dachten uns schon, dass wir Sie bald sehen ... sehr gut. Dritter Stock, und passen Sie auf, wie Sie am Pflanzenkorridor vorbei kommen, wir haben heute Morgen ein paar lästige Pflanzen bekommen. Wir wollen doch keine Unfälle."
Harry dankte der Hexe und sie warf ihm ein strahlendes Lächeln zu, als er, Tonks und Snape den Korridor zu den Treppen entlang gingen. Harry fühlte, wie eine seltsame Blase aus Glück in ihm anschwoll. Er sprang praktisch zu den Stufen und lief sogar einen Stock zu weit, bevor Tonks ihn zurück rief und ihn den richtigen Korridor entlang schob. „Hier entlang", sagte sie. „Du weißt, in welchem Zimmer sie ist, 18. Snape und ich werden in der Cafeteria eine nette Tasse Kaffee trinken."
„Aber, ich – ", begann Snape, aber sie stieß ihren Ellbogen in seinen Rücken und schob ihn die Treppe hoch.
„Reservier mir einen netten Platz", rief sie ihm nach, dann lehnte sie sich nach unten, umarmte Harry und grinste ihn an. „Geh und hol sie dir, Tiger."
Harry erwiderte das Grinsen, drehte sich dann um und ging dann alleine den Korridor im dritten Stock entlang, wobei er die Nummern an den Türen überprüfte. Er kam zu einer großen Station, die aus einem riesigen Raum voller seltsamer Pflanzen bestand, dann folgte ein Empfangstisch und Raum 18. Er bog in einen anderen Flur und am Ende des Korridors – Zimmer 18. Er fühlte sich, als hätten sich seine Beine in Aale verwandelt, während er auf die Tür zuging, die Hand hob und klopfte.
