HARRY POTTER UND DAS ANKH VON KHEPRI

KAPITEL 10 – Veela

Am nächsten Morgen wachten alle ziemlich früh auf. Harry war sehr zufrieden, weil er den Tag ohne das ferne Echo eines Albtraumes beginnen konnte, denn ausnahmsweise waren seine Träume frei von Unangenehmem gewesen. Er sammelte seine Schuluniform zusammen und ging in das Badezimmer der Gryffindors, um sich anzuziehen. Ron war bereits dort und stand mit offenem Hemd und ungebundener Krawatte vor einem Spiegel; er spielte an seinen Haaren herum.

„Morgen", sagte er, als Harry hereinkam. „Gut geschlafen?"

„Wunderbar", sagte Harry. Er ging in eine Kabine und begann, sich umzuziehen. „Du?"

„Klar", sagte Ron. „Hey, Harry? Denkst du, dass ich mir die Haare ein wenig wachsen lassen sollte? Ich hab sie schon seit einer Ewigkeit kurz und ich hätte gern mal etwas neues. Hermine meint, dass ich es vielleicht mal mit Haargel versuchen sollte. Ich hab keine Ahnung. Was glaubst du?"

„Halt dich an das, was Hermine sagt", riet Harry. „Sie ist immerhin ein Mädchen ... es ist ja nicht so, als ob ich viel über Haare wüsste, außer, dass meine hinten am Kopf abstehen."

Ron beschwerte sich noch immer über seine Haare, als Harry wieder aus der Kabine trat, seine rot und goldene Gryffindor Krawatte band und seinen Umhang zurecht rückte. Er besah sich im Spiegel. Es war schon eine ganze Weile her, seit er sich zum letzten Mal so richtig im Spiegel angesehen hatte. Seit er elf gewesen war, war er eindeutig ein großes Stück gewachsen und war jetzt ziemlich groß. Draco war der größte in ihrer Gruppe, und dann kam wahrscheinlich Ron, aber nur um ein paar Zentimeter. Harry drehte sich um und sah sich von oben bis unten an. Er war auch nicht mehr so schmächtig. Seit er in Hogwarts war und die Ferien mit den Weasleys verbrachte, hatte er definitiv an Gewicht und Muskeln zugelegt. Er sah jetzt mehr wie ein Mann als ein Kind aus. Er warf einen Blick hinüber zu Ron und lächelte, während sein bester Freund seine Nase stupste und Seife auf eine Stelle an seinem Kinn rieb.

Ron sah ihn von der Seite her an und sagte: „Was? Er ist wirklich auffällig, oder? Ich glaube, Malfoy hat irgendeine seltsame Fleckencreme. Ich werde versuchen, sie mir zu leihen ... sie muss gut sein, er hat noch keinen einzigen Fleck. Glückspilz."

„Er ist ein Malfoy, Malfoys bekommen keine Flecken", sagte Harry. „Und er ist überhaupt nicht auffällig. Eloise Midgen hat schlimmer ausgesehen."

„Ja, klar, das einzige mit mehr Flecken als Eloise Midgen ist ja auch ein Dalmatiner", sagte Ron abwesend und bespritzte seine Haare mit Wasser, damit sie ein wenig von seinem Kopf abstanden. „So, wie ist das?"

„Gut", sagte Harry. „Komm schon, gehen wir runter zum Frühstück. Ich will meinen Stundenplan sehen. Hast du Sneezy?"

Sneezys kleiner Kopf erschien am Rand von Rons Tasche und er strahlte Harry an. „Lo", quakte er.

„Ich glaube, er meint ‚Hallo'", sagte Ron mit einem matten Lächeln. „Den Teil mit dem Ha hat er noch nicht. Du hättest hören sollen, wie Hermine gestern beim Abendessen versucht hat, im ‚Hemd' beizubringen. Glaub mir, McGonagall hat uns ziemlich seltsam angesehen."

Harry lachte und die beiden verließen den Gemeinschaftsraum und gingen die Korridore entlang in Richtung der Großen Halle zum Frühstück. Sie war bereits halbvoll mit Schülern, die Teller mit Schinken und Eiern aßen, dazu Schüsseln mit Cornflakes, und ihre Stundenpläne lasen. Als Harry und Ron die Halle betraten, hielt Professor McGonagall sie auf.

„Ah, Weasley und Potter ... einen Moment ..." Sie suchte kurz in einem Stapel von Stundenplänen, die sie neben sich auf einem kleinen Tisch hatte, und nach ein paar Sekunden fand sie die von Harry und Ron. „Da habt ihr sie. Auf der Rückseite steht die Zusammenfassung eurer Noten vom letzten Jahr, damit ihr wisst, an welchen Fächern ihr bis zu den UTZ Prüfungen ihr noch arbeiten müsst."

Beide nahmen ihre Stundenpläne und gingen davon zu einem Tisch in der Nähe der Fenster, wo Kainda und Draco bereits saßen. Draco war in seine Notenzusammenfassung vertieft und aß halbherzig ein Stück Toast mit Marmelade. Kainda hatte eine große Schüssel Cornflakes vor sich, und ihre Beine lagen auf dem Stuhl links von ihr. Harry setzte sich neben sie und sie schenkte ihm ein Lächeln.

„Morgen."

„Hey", sagte er und erwiderte ihr Lächeln. Dann wandte er sich seinem Stundenplan zu und sah ihn genauer an.

Kainda lehnte sich über seine Schulter und laß mit, wobei sie gedankenverloren Cornflakes zu ihrem Mund beförderte. „Doppelstunde Zaubertränke heute Nachmittag ... das kann nicht gut sein. Und Geschichte der Zauberei. Langweileralarm."

„Was hast du?", fragte er und wandte sich ihrem Stundenplan zu.

„Doppelstunde Dunkle Künste", sagte sie zwischen zwei Löffeln Cornflakes. „Dann Reine Künste, Pflege magischer Geschöpfe und Kräuterkunde. Hey, sieh mal! Morgen Vormittag haben wir gemeinsam Reine Künste. Und danach noch Dunkle Künste. Wunderbar."

„Hat jemand von euch am Mittwoch in der ersten Stunde Vermischte Magie?", fragte Ron und sah die Stundenpläne der anderen an. „Ja, habt ihr auch ... ich glaub, wir haben es alle zur gleichen Zeit. Das ist entweder Glück für uns, oder alle Siebtklässler haben Vermischte Magie gemeinsam. Das könnte doch ein Spaß werden."

„Was habt ihr heute?", fragte Harry.

Ron ließ seinen Blick über die Spalte für Montag auf seinem Plan wandern. „In der ersten Stunde Zauberkunst ... könnte schlimmer sein, glaub ich ... dann Reine Künste, Geschichte der Zauberei und eine Doppelstunde Verwandlung." Er nahm Harrys Stundenplan und verglich ihn mit seinem. „Also heute habe ich mit dir Zauberkunst und Geschichte der Zauberei ... Malfoy, was hast du heute?"

Draco, der seinen Stundenplan inzwischen offenbar auswendig gelernt hatte, sagte prompt: „Zaubertränke, Dunkle Künste, Runen und eine Doppelstunde Reine Künste."

Harry drehte seinen Stundenplan um, als Hermine, Neville, Luna und Ginny an den Tisch kamen und alle begannen, ihre Pläne zu vergleichen. Er sah sich seine Notenzusammenfassung an und war zufrieden, dass es für ihn eigentlich ganz gut aussah. Er hatte ein O in Verteidigung gegen die dunklen Künste, ein E in Zauberkunst, E in Verwandlung, O in Reine Künste, E in Pflege magischer Geschöpfe, ein A in Geschichte der Zauberei, und –

Harry verschluckte sich an dem Stück Toast, in das er gerade gebissen hatte.

„Was?", sagte Ron. „Du hast doch nicht überall ein T, oder?"

„Ich hab ein O in Zaubertränke!", sagte Harry und zeigte Ron seine Liste. Ron hob die Augenbrauen.

„Wahnsinn, Harry, wieviel hast du Snape dafür bezahlt?"

„Gar nichts", sagte Harry, immer noch verblüfft. „Ich hab es verdient."

„Vielleicht wird Snape senil", überlegte Ron laut und nahm das Marmeladeglas.

„Vielleicht aber auch nicht", sagte eine kalte Stimme hinter Ron. Ron hielt sofort inne und beide drehten sich um. Snape stand in all seiner fledermausähnlichen Herrlichkeit hinter ihnen, und er sah nicht beeindruckt aus. Ron erbleichte. Snapes Oberlippe kräuselte sich. „Zehn Punkte von der Schule, Weasley ... und das bringt uns alle ins Minus. Ich hoffe, dass du auf dich stolz bist."

Harry konnte das Gefühl von Unfairness nicht unterdrücken und er warf Snape einen Blick zu und fragte sich, ob er den Professor womöglich dazu überreden konnte, die Punkte zurückzugeben. Snape warf ihm einen Blick zu, und sobald sich ihre Blick trafen, knurrte eine Stimme hinter seinem linken Ohr.

„Gefährliche Geistestechniken. Mein Quartier. Heute Abend, neun Uhr, komm nicht zu spät."

Harry nickte ganz leicht; Snape drehte sich auf den Absatz um und durchschritt die Große Halle, um sich alleine an einen Tisch zu setzen. Sobald Snape außer Hörweite war, brach Ron in wütendes Geschwafel über ihn aus, wobei er Marmelade auf seinen Toast klatschte.

„Wer glaubt er, dass er ist? Zehn Punkte, nur weil ich die Wahrheit gesagt habe! Das Schuljahr hat noch nicht einmal begonnen, und wir sind bereits im Minus – alles wegen ihm." Ron streckte die Hand nach dem Krug mit Kürbissaft aus, und zwar viel aggressiver, als nötig gewesen wäre, und zog ihn zu sich her. Der Krug verhedderte sich in einer Falte des Tischtuches und kippte nach vor.

Draco sprang mit einem empörten Schrei auf, als sich der klebrige Kürbissaft über die Vorderseite seines Umhangs ergoß, das silberne Hemd durchweichte und von seinen Händen tropfte. Sein Gesicht spiegelte seine Wut wider. Er wandte sich Ron zu und packte ihn am Hemd.

„Was denkst du, was du da treibst?", schnarrte er.

Ron stieß ihn weg und kam auf die Beine. „Lass mich los!"

„Ron!", rief Hermine. Sie sprang auf und lief um den Tisch herum, um ihn davon abzuhalten, sich auf Draco zu stürzen. Ginny stand auf und ergriff Dracos Arm.

Beide starrten sich nur an; der Kürbissaft tröpfelte noch immer von Dracos Hemd und Rons Umhang war da, wo Draco ihn gepackt hatte, zerknittert. Einen Moment lang war Harry sicher, dass ein Streit ausbrechen würde, bevor Draco sich aus Ginnys Griff befreite und aus der Halle stürmte.

Ron sah ihm hinterher, bevor er sich wieder auf seinen Stuhl plumpsen ließ, seinen Umhang zurecht rückte und den Krug aufstellte. Die Schüler, die sie beobachtet hatten, wandten sich um und begannen ihre Gespräche wieder. Ron war jetzt in noch schlechterer Stimmung und sprach während dem restlichen Frühstück kaum. Draco kam nicht zurück.

Ein paar Minuten später läutete die Glocke zum ersten Mal und Harry und Ron gingen zum Klassenzimmer für Zauberkunst. Rons schlechte Laune besserte sich ein wenig, und als die Glocke zum zweiten Mal läutete und er zu Reine Künste ging, war seine Stimmung perfekt. Er winkte Harry zum Abschied und lief Neville hinterher und fragte ihn, wie seine Ferien gewesen waren, während Harry die Schlossgründe betrat und zu Pflege magischer Geschöpfe ging. Es war ein trockener, sonniger Morgen und Sneezy pfiff fröhlich in seiner Tasche. Hagrid war draußen auf einer Koppel, wo er auf alle wartete, und als er sich dem Schloss zuwandte, erblickte er Harry. Er hob die Arme und winkte.

„Harry!"

„Hey, Hagrid!", rief Harry und lief den Rasenabhang entlang zu ihm. Als Harry ihn erreichte, umschloss Hagrid ihn in einer starken Umarmung, brachte sein Haar in Unordnung und lachte.

„Oh, ich hab dich vermisst, Harry ... schön, dich wieder zu seh'n. Wie geht's Sneezy?"

Harry löste sich aus der Umarmung, grinste, und hob den kleinen Opsittop aus seiner Tasche. Sneezy strahlte Hagrid an. „Lo."

Hagrid grinste und nahm Sneezy von Harrys Hand; er hielt auf seiner mächtigen Handfläche. „Wie is' es euch mit dem Sprechenlernen gegangen?"

„Gut", sagte Harry. „Sieh mal zu ... Sneezy! Sneezy!"

Sneezy wandte sich um und blinzelte Harry unter seinem Eichenhut heraus an. „Harry?"

Harry deutete auf das Schloss auf der anderen Seite des Rasens und sagte. „Was ist das, Sneezy?"

„'Ogwarts!", quakte Sneezy.

Hagrid lachte. „Wunderbar gemacht, Harry ... zehn Punkte für die Schule für das. Hast gut gemacht. Ich wer' ihn mal zu den ander'n bringen, damit er's ihnen beibringen kann ..." Er brachte Sneezy hinüber zu einer Kiste an der Wand seiner Hütte. Drinnen waren alle anderen Opsittops; sie aßen Sonnenblumenkerne und unterhielten sich mit den paar Worten Englisch, die sie verstanden. Als Sneezy zu ihnen kam, wurden sie alle mit einem: „Lo!" begrüßt und er wurde herzlich empfangen – die anderen boten ihm viele Kerne an.

„Also, was hast du während des Sommers gemacht?", fragte Harry Hagrid interessiert, während sie beobachteten, wie Sneezy seine Freunde noch einmal grüßte.

„Oh, viel", sagte Hagrid und lächelte unter seinem buschigen, schwarzen Bart. „Ich hab so viel zum Erzählen. Wie wär's, kommst du nach'm Unterricht runter und wir reden darüber?"

„Sicher", sagte Harry. „Können Ron, Hermine und Draco auch mitkommen?"

„Sicher können sie", sagte Hagrid. Er strahlte Harry einen Moment lang an und warf dann einen Blick nach links. Der Rest der Klasse kam laut redend den Abhang vom Schloss herunter. „Wir machen heut was wahnsinnig interessantes", sagte er Harry fröhlich. „Hab's eine Ewigkeit vorbereitet."

„Was machen wir?", fragte Harry fast besorgt, denn er hatte schon einige Erfahrung mit dem, was Hagrid interessant fand.

„Bauen Nester", sagte Hagrid erfreut.

„Ähm ... wofür, Hagrid?", sagte Harry, aber die anderen Schüler waren bereits angekommen und Hagrid wurde durch ihre Ankunft abgelenkt.

„Kommt schon, kommt schon! Versammelt euch hier! Hab für heute 'ne tolle Stunde geplant. Folgt mir, wir geh'n zu den Schultoren runter."

Neugierig folgte die Klasse Hagrid zu den Toren. Harry war nicht sicher, was er hoffte, dort zu finden. Immerhin war Hagrids Idee von interessant etwas wie Riesen, Acromantulas, Hippogreife und alles andere, das Klauen oder Fangzähne oder Gift hatte, das aus sämtlichen Poren trat. Doch als sie um den Wald herum waren und die Schultore in Sicht kamen, konnte Harry nur etwas sehen, das aussah wie die größte Papierablage der Welt und neben dem Schultor war ein kleiner Berg Heu.

„Seht ihr die Kisten?", rief Hagrid der Klasse zu. „Und das ganze Stroh? Wir machen heut Nester. Ihr müsst nur das Stroh zerreissen, und in die Kisten werfen. Wenn wir das gemacht ham, werden wir Essen für sie machen, damit sie was hab'n, wenn sie kommen."

„Wenn was kommt, Hagrid?", fragte Ernie Macmillan, der ganz vorne stand.

„Die Sicherheitsdrachen, natürlich", sagte Hagrid strahlend.

„Sicherheitsdrachen?", wiederholte die Hälfte der Klasse ungläubig.

„Klar!", sagte Hagrid, fast verteidigend. „Die Schule braucht doch mehr Schutz, oder? Und wir bekommen 'n paar trainierte Sicherheitsdrachen aus der ganzen Welt. Sie wern meistens nur an den Toren sitzen und nach Verdächtigen Ausschau halten."

„Aber ... man kann Drachen nicht trainieren", sagte Ernie besorgt. „Sie sind wilde Kreaturen. Ist es nicht wahrscheinlicher, dass sie die Schule anstatt der Eindringlinge angreifen?"

„Nich', wenn man sie schon trainiert, wenn sie noch Babys sin'", sagte Hagrid mit weiser Stimme. „Sie sin' nur wild, wenn sie in der Wildnis sin'. Wenn man sie bekommt, wenn sie noch in ihren Eiern sin', oder wenn sie geboren werden, kann man sich um sie kümmern und ihnen was beibringen. Seht euch Kibbles an! Er war ein lieber Drache. Und Norbert und Sly, und ihr Baby!"

„Wie bekommt die Eier von der Mutter, ohne dass man gegrillt wird?", fragte ein Hufflepuff neben Harry.

„Nun, meisten werden die Mütter von Wilderern umgebracht", sagte Hagrid. „Sie nehmen die Eier mit – oder die Babys – und die Behörden kümmern sich um sie. Die meisten Drachenarten bringen Eier zur Welt, und die findet man leichter, aber eine Art hat Babys. Sly is' eine von ihnen. Also is' es schwer, ein Rumänisches Langhorn zu finden."

„Welche Art bekommen wir denn?", fragte Ernie.

„Wir kriegen Schwarze Hebriden", sagte Hagrid stolz. „Drei Jungs. Nun gut, fang jetzt mit dem Stroh an, wir hab viel Arbeit vor uns, und sie kommen in 'ner Woche!"

Harry verbrachte eine sehr nette Stunde, während derer er mit Ernie und seiner Freundin Hannah redete, während sie die Heubündel zerteilten und auf den Nestern verteilten. Einer der Slytherins versuchte es mit einem Schneidezauber und eines der Heubündeln fing Feuer, doch sie schafften es, es ziemlich schnell wieder zu löschen. Ernie stellte Harry ein paar seiner anderen Freunde vor, unter ihnen auch ein Mädchen namens Gehad. Sie bot ihm sogar an, ihm bei den Hausaufgaben von Professor Flitwick in Zauberkunst zu helfen, bevor die Glocke läutete. Harry versprach Hagrid, dass er kommen würde, sobald der Unterricht zu Ende war, und dann lief er zur Pause hoch ins Schloss. Als nächstes hatte er Geschichte der Zauberei, was so langweilig und ereignislos war wie immer, und dann Mittagessen in der Großen Halle.

Er hatte sich gerade an einen der Tische gesetzt und den Teller mit Hühnchen zu sich gezogen, als Draco die Halle betrat. Seit dem Frühstück hatte er sich umgezogen und er warf kurz einen Blick auf den Tisch, bevor er herüber kam. Kainda war hinter ihm und sie rollte durch die Halle, ohne die Räder zu berühren. Sie blieb neben Harry stehen, während Draco sich ihm gegenüber setzte und ohne ein Wort zu essen begann. Harry öffnete den Mund, um Draco zu fragen, aber Kainda war schneller.

„Er ist noch immer wütend auf Ron", murmelte sie verhalten. „Er denkt, dass Ron es mit Absicht gemacht hat."

Harry nickte stumm und gab ihr einen Teller mit Huhn. Draco seufzte leise und salzte sein Essen. Harry dachte, dass ein Themenwechsel wohl angebracht wäre, und sagte fröhlich: „Wie war Dunkle Künste?"

„Ziemlich gut", sagte Draco mies gelaunt. „Wir haben aber fast nur Register gemacht ... sind die Stundenpläne und so durchgegangen ... wann wir Ivy haben und wann Lupin ..."

„Wie ist Ivy so?", fragte Harry.

Draco schluckte sein Hühnchen, bevor er mit der gleichen, flachen Stimme antwortete: „Sie scheint eine gute Lehrerin zu sein. Sie saß nur am Rand von Lupins Tisch und gab ihm ab und zu ein Pergament. Er schient sie nicht sehr zu mögen."

„Ja, das hab ich auch bemerkt", sagte Kainda und runzelte verwirrt die Stirn. „Obwohl mit ihr alles in Ordnung ist, und es ist nicht typisch für Lupin, dass er wegen nichts auf jemanden wütend ist, oder?"

„Es ist nicht typisch für Lupin, dass er überhaupt wütend wird", sagte Harry. „Vielleicht waren sie gemeinsam in der Schule und sie mochten sich nicht?"

„Vielleicht", sagte Kainda.

Draco seufzte und offenbar verfiel er wieder in seine eher saure Stimmung. Harry erwähnte, dass er nach dem Unterricht Hagrid besuchen wollte, und Draco stimmte halbherzig zu, bevor er zehn Minuten zu früh zu Reine Künste ging. Harry half Kainda die Treppe vor dem Schloss hinunter, damit sie zu Pflege magischer Geschöpfe konnte, und dann ging er hinunter in die Kerker.

Es war, wie immer, eisig kalt und dunkel. Hier und da hingen ein paar Fackeln an den Wänden, obwohl sie nur den endlosen Korridor zu verlängern schienen, anstatt ihn weniger gruselig und bedrohlich wirken zu lassen. Ein Gruppe Erstklässler kam aus einem der Klassenzimmer und alle sahen ein wenig klamm und blass aus. Harry erinnert sich mit einem kleinen Lächeln an seine erste Stunde in Zaubertränke – Snape hatte es ausdrücklich klar gemacht, dass zwischen ihnen beide immer Hass bestehen würde. All das schien jetzt eine Million Meilen entfernt zu sein. Hermine stand vor dem Klassenzimmer und schwatzte munter mit ein paar Jungen aus Ravenclaw, und als Harry sich in der Reihe anstellte, öffnete sich die Tür knarrend. Snapes Stimme drang heraus.

„Herein ..."

Alle betraten den Raum und setzten sich in Stille; sie packten ihre Federn und Zauberstäbe aus. Snape lehnte sich gegen den Rand seines Tisches, die Schultern nach vorne gesackt, sehr düster und einschüchternd wie immer.

„Dieses Jahr ist das wichtigste in eurer magischen Ausbildung", sagte er als Begrüßung nach dem Sommer. „Eure UTZ Prüfungen werden am Ende des Schuljahres stattfinden, obwohl ihr alle inzwischen wissen solltet, dass die Prüfungen nur achtzig Prozent eurer Note ausmachen. Die restlichen zwanzig bestehen aus eurer Arbeit während des Jahres, von mir persönlich benotet, und wenn ihr unter dem Standard seid, werdet ihr in einer hoffnungslosen Situation sein, wenn die Prüfungen anstehen. Wir werden das Jahr mit eurer ersten UTZ Arbeit beginnen – langwierige Tränke. Diese sind Zaubertränke, bei denen das Brauen einen Monat oder mehr in Anspruch nimmt. Ihr werdet Nachforschungen über verschiedene Tränke starten, aussuchen, welchen ihr versuchen wollt, und ihn dann herstellen. Während dem Unterricht gibt euch Madam Pince freundlicherweise die Erlaubnis die Bibliothek und die Verbotene Abteilung für eure Suche zu verwenden. Ich erwarte einen Report über eure Suche, die Methode der Herstellung, Aufsätze über benötigte Zutaten, und eine komplette Analyse eures Trankes, wenn er fertig ist. Je mehr Arbeit ihr macht, umso besser ist eure Note, obwohl ihr euch an keine Richtlinien halten müsst. Ihr müsst alles selbst planen, vorbereiten und dann arbeiten. Ihr habt zwei Monate, die mit dieser Stunde beginnen. Jeder, der es nicht schafft, seine Arbeit und seinen Trank am Ende der zwei Monate zu beenden, wird ein T bekommen und jeder, der ein T bekommt, kann sich von einem möglichen O oder E in der UTZ Prüfung verabschieden."

Er sah sie alle an und jedes Gesicht erwiderte den Blick, als würden sie auf mehr Information warten. Er hob eine schwarze Augenbraue.

„Und darf ich fragen, warum ihr alle noch hier sitzt? Die Antworten stehen nicht auf meinem Gesicht."

Hermine war die erste, die den Zauber der Stille unterbrach. Ihre Hand schoss in die Luft und Snape sah sie auffordernd an.

„Ja?"

„Können wir jetzt in die Bibliothek gehen?", fragte sie erwartungsvoll, als ob sie den Beginn der Arbeit nicht abwarten konnte.

Snape seufzte ungeduldig. „Ich denke, ich habe gerade wertvollen Atem damit verschwendet, genau zu erklären, dass ihr die Erlaubnis habt, während des Unterrichts in die Bibliothek zu gehen. Und dann, Miss Granger, musst du mich fragen, ob du dort hin gehen darfst. Benutz dein Hirn."

Hermine, der Snapes offensichtliche Beleidigung anscheinend nichts ausmachte, sprang auf die Beine und packte ihre Tasche. Der Rest der Klasse schien es langsam auch zu begreifen und begann, die Sache wegzupacken, während sie diskutierten, welche Zaubertränke sie durchnehmen könnten. Harry hatte gerade Zeit, sein Tintenfass in seine Tasche zu stecken, bevor Hermine ihn am Arm packte und aus dem Klassenzimmer in Richtung Bibliothek zerrte.

„Ich kann es schon seit unserem sechsten Jahr nicht mehr erwarten, endlich mit der UTZ Arbeit anzufangen", sagte sie aufgeregt, als sie durch die Tür traten. „Und wir können alles alleine machen! Das ist eine wirklich gute Möglichkeit zu zeigen, was wir wirkliche können, Harry ... vielleicht kann ich meine Gesamtnote von E auf O hochbringen ..."

„Du hast ein E?", fragte Harry überrascht.

„Nun, ja", sagte Hermine und winkte es beiseite. „Aber wir haben ja den Lehrplan nicht ganz durchgenommen, oder? Wir haben noch ein ganzes Jahr vor uns, bis wir alles im UTZ Kurs wissen, und ich denke nicht, dass irgendjemand ein O auf die sechste Klasse bekommen hat."

Harry dachte nicht, dass es klug wäre Hermine zu sagen, dass er sie in etwas geschlagen hatte. Sie war nicht wirklich eifersüchtig, aber er fürchtete, dass er immer ihre Schuldgefühle hören würde, weil sie in Zaubertränke kein O hatte, obwohl es tatsächlich möglich war.

Madam Pince ließ sie ziemlich widerspenstig in die Verbotene Abteilung, als wäre sie besorgt, sie würden dort drinnen etwas gefährliches anstellen; Hermine fand innerhalb von Sekunden Höchst Potente Zaubertränke. Sie gab es Harry. Fünf sehr dicke und sehr schwere Bücher später, stolperte Harry aus der Verbotenen Abteilung – gefolgt von Hermine, die aufgeregt über die verschiedenen Tränke sprach, die sie probieren konnten.

„Ich meine, dass wir beide den Vielsafttrank machen könnten, wir haben damit Erfahrung und wissen, wie man ihn ordentlich macht ... oder Veritaserum, dafür sollten wir gute Noten bekommen. Ich habe gehört, dass Snape dafür eine gewisse Vorliebe hat, das könnte also gut sein. Ich bin ziemlich sicher, dass wir für die meisten wirklich gefährlichen Gifte etwa einen Monat brauchen würden. Wir könnten auch eines davon versuchen."

Harry ließ alle Bücher auf einen Tisch fallen und die beiden setzten sich. Harry öffnete Höchst Potente Zaubertränke und blätterte vorbei an den bekannten Zeichnungen von Menschen, deren Eingeweide aus ihren Ohren herausfielen und andere nette Dinge. Ein paar Rezepte stachen ihm ins Auge und er notierte sie auf einem Stück Pergament aus seiner Tasche. Ein paar Minuten vergingen in komfortabler Stille, bis Hermine leise aufschrie.

„Oh, sieh dir den an! Er ist perfekt! Schön kompliziert ... Ich werde in den Wald gehen müssen, um ein paar Pflanzen zu holen, aber abgesehen davon, ist alles ziemlich einfach zu bekommen ... Ich werde sicher den hier machen."

„Was macht er?", fragte Harry und notierte sich einen weiteren Trank.

„Er ist ein sehr wirksames Gegengift", erklärte ihm Hermine. „Er beschützt den Magen gegen die meisten Gifte. Oft auch bekannt als ein Anti-Vergiftungstrank."

„Er hat einen Monat gebraucht, um ihn zu brauen?", sagte Harry plötzlich und lehnte sich über Hermines Schulter, um die Seite zu sehen.

„Wer?", sagte Hermine stirnrunzelnd.

Harry erkannte seinen Fehler und Hitze stieg in seine Wangen. Nach einem Augenblick sagte er: „Der Typ, der ihn erfunden hat."

„Im Ernst", sagte sie misstrauisch.

„Das ist mein Ernst", sagte er und versuchte, so ehrlich wie möglich zu klingen. „Warum, wen glaubst du, dass ich gemeint habe?"

Sie runzelte leicht die Stirn, ließ ihn aber dann in Ruhe und wandte sich wieder ihrem Buch zu. Nach einer Weile sprachen sie wieder miteinander, und Harry war erleichtert, als Hermine für den Rest der Stunde keinen Grund mehr fand, misstrauisch zu sein. Nach zwei Stunden läutete die Glocke zum Ende der Stunde. Sie packten ein paar der Bücher ein, stellten die anderen zurück in die Regale und gingen aus der Bibliothek. Ron und Draco standen in der Eingangshalle, als sie zu ihnen stießen.

„Hi!", sagte Hermine gut gelaunt. „Wie waren eure letzten Stunden?"

„Verwandlung", sagte Ron schulterzuckend. Er zeigte ihnen seine Hände; zwischen seinen Fingern war irgendwie gewebte Haut gewachsen. „McGonagall sagt, dass sie sich darum kümmern wird, wenn ich nach dem Abendessen in ihr Büro komme."

Die vier gingen durch das Haupttor hinaus auf die Schlossgründe in Richtung von Hagrids Hütte. Draco und Ron gingen auf beiden Seiten von Harry und Hermine – niemand dachte, dass es klug wäre, irgendein zivilisiertes Gespräch zwischen ihnen zu erzwingen. Draco mochte die Besuche bei Hagrid nicht besonders, denn er war während Pflege magischer Geschöpfe immer ziemlich unangenehm gewesen, hatte das Fach bei der Wahl der UTZ Kurse sofort abgewählt und daraus kein Geheimnis gemacht. Obwohl Draco und Hagrid sich um Harrys Willen tolerierten und Fang nicht mehr versuchte, Dracos Beine abzureißen, wenn sie sich trafen.

Harry hob die Hand und klopfte an die Tür. Auf der anderen Seite bewegte sich etwas und in der nächsten Sekunde öffnete sich die Tür. Hagrid strahlte sie alle an. „Hey, ihr vier! Kommt rein, hab gerade den Kessel aufgestellt ... habt ihr 'nen guten Tag gehabt?"

„Klar", sagte Harry, als sie eintraten, sich an den großen Tisch setzten und ihre Krawatten und Umhänge auszogen. „Zaubertränke war irgendwie langweilig, wir haben nur die UTZ Arbeit angefangen. Wo ist Charlie heute?"

„Oh, er is' in Hogsmeade", sagte Hagrid. Er goß den heißen Tee in Becher und bot ihnen einen Teller mit Kuchen an. „Geht nur sicher, dass alles perfekt is', wenn die Drachen kommen ..."

„Wann werden sie denn kommen?", fragte Ron, den Mund voller Kuchen.

„In ungefähr 'ner Woche", sagte Hagrid stolz. „Kann's kaum noch erwarten ..."

„Was ist sonst während der Ferien passiert?", fragte Hermine. „Ich meine, die Schlossgründe sind nach der Belagerung wieder hergerichtet worden."

Hagrid nickte. „Jep. Das Ministerium was hier, haben gezaubert, Gras und Bäume und alles wieder gemacht ... ihr kennt doch diesen Hof hinter den Gewächshäusern? Sie haben dort jetzt 'ne neue Statue, um sich an die Gefallenen zu erinnern. Sie wollten sie eigentlich auf 'nen Friedhof hinter den Schule stellen, aber Dumbledore sagte, dass er so was nich' wollte. Er sagte, wir sollen uns an die guten Dinge erinnern und die schlechten vergessen."

Hermine nickte und nahm einen Schluck Tee aus ihrer Tasse. „Ich würde auch wollen, dass man sich so an mich erinnert."

„Ja", sagte Hagrid. „Abgesehen von dem is' es hier wirklich ruhig gewesen. Naja, 'n paar Dinge sind passiert. Die Zentauren haben wirklich höflich gebeten und ... nun, sie haben Grawpy aus dem Wald gebracht." Er sah traurig in seine Teetasse, aber sagte dann mit absichtlich fröhlicher Stimme: „War natürlich am besten für ihn. Er is' jetzt in einer dieser Kolonien in Europa."

„Entschuldigung", sagte Draco. „Aber wer genau ist Grawpy?"

„Mein Bruder", sagte Hagrid. „Er hat zwei Jahre im Wald gelebt, aber es is' an der Zeit, dass es weiterging ..." Er seufzte und sah noch einmal gedankenverloren in seine Tasse. „Es war aber das beste, nich' nur für Grawpy. Wir wollen uns weiter mit den Zentauren vertragen, wisst ihr. Jetzt, wo wir uns wieder versöhnt haben."

„Was?", sagte Harry. „Die Zentauren? Ist mit ihnen wieder alles okay?"

„Oh, ja!" Hagrid strahlte die vier an. „Ich wusste doch, dass ich euch was erzählen muss! Wir kommen wieder mit ihnen klar, weil wir ihnen 'nen großen Gefallen getan haben."

„Grawp wegbringen?", fragte Hermine. „Sie haben ihn also wirklich nicht gemocht?"

„Nein, nein", sagte Hagrid. „Grawpy is' weg nachdem wir wieder mit ihnen gesprochen haben."

„Wie kommt es dann, dass ihr euch versöhnt habt?", sagte Ron, den Mund noch immer voller Kuchen. Er warf Draco einen Blick zu und fragte leise: „Wirst du das noch essen?" Nachdem Draco den Kopf geschüttelt hatte, nahm Ron seinen Kuchen und grinste. „Wahey."

„Nun", sagte Hagrid und lehnte sich in seinem Stuhl zurück. „Ich und Charlie waren eines Morgens mit den Opsittops draußen, als plötzlich Magorian aus'm Wald galoppiert. Sah ziemlich verängstigt aus. Natürlich hab ich gefragt, was'n los is', und er sagte, dass er Hilfe braucht. Fragte, ob ich was über Geburten von Zentauren wusste, sagte, dass er den Bann für Menschen vielleicht aufheben würde, wenn wir ihm helfen. Naja, über Geburten von Zentauren weiß ich ja alles, also haben wir gesagt, dass wir ihm helfen. Und er sagt, dass seine Gefährtin ein bisschen in Schwierigkeiten is'. Sie bekam nämlich Zwillinge."

„Die sind bei Zentauren selten, oder?", sagte Hermine.

Hagrid nickte. „Ja, wirklich selten. Und sie sin' ein großes Problem, weil es wirklich schwierig is', Zentauren zur Welt zu bringen. Wirklich schwierig für die Mutter. Aber hey, ich und Charlie sagten, wir würden's versuchen, und Magorian brachte und in den Wald zu seiner Gefährtin. Armes Ding, sie hatte wirklich Probleme. Aber ich und Charlie haben ihr geholfen und danach ging es ihr gut. Ein bisschen müde, aber in Ordnung, genau wie die Fohlen."

„Oh, das ist wunderbar!", sagte Hermine lächelnd. „Ich habe noch nie weibliche Zentauren oder Babys gesehen ..."

„Nein, sie bleiben meistens im Wald", sagte Hagrid. „Wir sehen nur die männlichen. Die weiblichen bleiben in ihrem Bau bei den Fohlen und bekommen noch' mehr. Zentauren denken nich', dass sie zu was andrem zu gebrauchen sin'."

„Also ist zwischen Hogwarts und den Zentauren wieder alles okay?", fragte Harry und forderte Hagrid auf, die Geschichte zu Ende zu erzählen.

„Oh ja", sagte Hagrid und lächelte unter seinem dicken Bart. „Wirklich wunderbar. Magorian war wirklich froh, sagte, dass wir jeder Zeit im Wald willkommen sin'. Freund der Zentauren und so. Sagte, wir können immer, wann wir wollen, kommen und die Babys besuchen. Hey, wir könnten das jetzt machen, wenn ihr wollt! Magorian würd' es sicher nichts ausmachen, wenn ihr kommt ... ihr habt heute nichts mehr vor, oder?"

„Nein, wir würden es gerne machen!", sagte Hermine fröhlich. „Sind sie tief im Wald drin?"

„Nee, nich' wirklich", sagte Hagrid. Er stellte seine Tasse auf den Tisch, stand auf, pfiff Fang zu sich und nahm seine Armbrust von einem Haken an der Wand. „Kommt schon, wir können jetzt gehen und dann seid ihr zum Abendessen wieder oben im Schloss."

Die anderen stellten ihre Tassen hin und folgten Hagrid aus der Hütte, Fang hinter ihnen her tapsend. Harry warf Draco einen Blick zu und erinnerte sich an das letzte Mal, als er mit ihm Wald gewesen war, vor einer Ewigkeit in ihrem ersten Jahr. Genau wie damals, hielt sich Draco an Harry und Fang. Offenbar gefiel ihm die ganze Idee des Waldbesuches überhaupt nicht, aber er wollte nichts sagen.

Sie mussten nur etwa eine Minute gehen, bis die Bäume zu beiden Seiten so dicht wurden, dass sie kein Tageslicht mehr durchließen. Obwohl die Sonne jenseits des schwarzen Blätterdaches hoch am Himmel stand, war es, als würde die Nacht im Wald herrschen. Wie immer fühlte sich Harry, als würden ihm Augen aus jeder verborgenen Dunkelheit folgen. Ab und zu brach irgendwo ein Ast durch, Blätter raschelten in der Nähe, doch Harry war sicher, dass das Geräusch nicht von scharrenden Füßen verursacht worden war. Zumindest nicht von denen einer Kreatur, der er schon begegnet war. Der Wald war voller Leben, das wusste Harry, manches Gut, manches Böse. Die einzigen Gefahren, denen er im Wald über den Weg gelaufen war, waren die Acromantulas gewesen, aber abgesehen von ihnen hatte er noch nichts wirklich Dunkles getroffen. Es gab die Zentauren, die Einhörner, und der Wald war der einzige Ort, an dem die Opsittops gefunden wurden. Er überlegte sich, warum der Wald als so gefährlich bezeichnet wurde, wenn er es doch schon so oft geschafft hatte, ihn zu betreten und nur einer dunklen Kreatur zu begegnen.

„Hagrid?", sagte er und beeilte sich, damit er den riesigen Umriss vor ihnen einholte. „Welche gefährlichen Tiere leben hier außer den Acromantulas?"

Hagrid streckte die Hand aus, um ein paar Äste beiseite zu wischen, während er antwortete. „Könnte sie die nie alle sagen, Harry. Gibt einfach zu viele, um sie zählen zu können. Tiere, die du sonst auf der ganzen weiten Welt nirgends findest. Du hast hier deine Zentauren, deine Opsittops, Einhörner, solche Dinge eben ... ich glaub, irgendwo weiter drin is' ein Nest von Knieseln., und natürlich Bowtruckles. Aber die Sache mit dem Wald is', dass du hier nich' die normalen gefährlichen Tiere findest. Warum meinst du, dass Dumbledore euch immer warnt, nich' hierher zu kommen? Es is' weil wir nich' wissen, was alles hier drin is'. Wenn wir es wüssten, würden wir sie an einen anderen Ort bringen, und der Wald wär' sicher."

„Es gibt hier Werwölfe", sagte Draco an Harrys Ellbogen, an den er sich jetzt halb klammerte. „Wirklich weit drinnen. Mein Vater hat mir davon erzählt."

„Warum sollte es im Verbotenen Wald Werwölfe geben?", sagte Hermine abweisend. „Professor Lupin ist ein Werwolf, und er lebt mit dem, was er ist. Außerdem sind sie für den Großteil des Monats Menschen und verwandeln sich nur zu Vollmond in einen Werwolf. Sie würden wahrscheinlich vorher umgebracht werden."

„Es gib' aber verschiedene Werwölfe", sagte Hagrid. „Du hast den Verwandelnden Werwolf, wie Professor Lupin, und dann gibt's noch den Nicht Verwandelnden Werwolf. Die sind halb Mensch und halb Wolf, ihr ganzes Leben lang. Sie werden jedoch geboren, nich' gemacht. Das wird nur vererbt."

„Das sind sie", sagte Draco, jetzt eindeutig ein wenig panisch. „Das ist die Sorte, die hier ist. Verstecken sich hinter den Bäumen und töten Menschen, die kommen. Vater hat es mir gesagt. Als er in der Schule war, hatte ein Junge eine Strafarbeit und etwas hat ihn vom Weg gezerrt. Er wurde nie wieder gesehen. Das habe ich gehört."

„Das is' doch alles nur Unsinn", sagte Hagrid. „Nichts wird niemandem vom Weg zerren. Wenn ihr bei mir bleibt, wird alles gut gehen."

„Aber Vater sagte – "

„Oh, halt endlich den Mund", schnappte Ron. „Dein Vater war auch nicht der Experte für alles auf der Welt, weißt du?"

Draco öffnete den Mund, um etwas zu erwidern, wurde jedoch durch einen durch die Luft sirrenden Pfeil unterbrochen; er flog durch die Dunkelheit hinter ihnen und traf hart auf einen Baum vor ihnen. Draco huschte näher zu Hagrid und Fang und alle drehten sich um. Sie sahen gerade noch, wie Bane, mit seinem schwarzen Körper und Bart, durch eine Art Torbogen aus Blättern und toten Ästen trat.

„Ah, du bist es, Hagrid", sagte er und ließ den Bogen sinken. Er sah die vier Kinder an und lächelte ein klein wenig. „Ich nehme an, dass du hier bist, um Magorian zu sehen?"

Hagrid strahlte hinter seinem Bart. „Ja, das sin' wir. Wo is' er denn?"

„Hier entlang", sagte Bane. „Ich werde euch zu ihm bringen ... folgt mir ..."

Er führte sie stumm einen Waldpfad entlang, dann eine kleine Rutsche hinunter in eine Lichtung. In ihrer Mitte stand eine überraschend große Hütte, kunstvoll aus Blättern und Ästen gebaut, und davor prasselte ein kleines Feuer. Um das Feuer herum war eine seltsame Sammlung aus Steinen angeordnet, in die Runen und Zeichen eingeritzt waren, die Harry nicht verstand, aber Hermine begann, sie leise zu übersetzen.

„Magorian!", rief Bane. „Hagrid und seine Jungen sind hier, um dich zu sehen."

„Ich dachte, dass er kommen würde", sagte eine Stimme in der Hütte. Der Stoff, der über der Tür hing, wurde zur Seite geschoben und der Zentaur Magorian trat heraus. Er lächelte die fünf Menschen vor ihnen an. „Wie geht es dir heute, Hagrid?"

„Gut, danke, Magorian", sagte Hagrid und erwiderte das Lächeln. „Wie geht's deiner Gefährtin?"

„Ihr geht es ebenfalls gut", sagte Magorian. „Wir haben unseren Söhnen Namen gegeben – Dionysos und Ödipus. Ich sehe, dass du deine eigenen Jungen zu deinem Besuch mitgebracht hast."

Hagrid nickte. „Ja, ich hab sie mitgenommen, damit sie dich treffen ... das sin' Harry, Ron, Hermine und Draco."

Magorian lächelte und kam auf sie zu; seine Hufe scharrten durch die Blätter am Boden. „Ja, ich hatte das Gefühl, dass ich Harry Potter und Hermine Granger wiedersehen würde ... es ist eine Schande, dass unser erstes Treffen in solch dunklen Zeiten stattfand ... und Ronald Weasley. Ich habe deinen zweitältesten Bruder Charlie getroffen." Seine dunklen Augen fielen auf Draco, und er legte den Kopf mit einem winzigen Stirnrunzeln leicht zur Seite. „Draco ... ein Gesicht und ein Name die mir nicht bekannt sind."

„Malfoy", sagte Draco und seine Stimme zitterte ein klein wenig. „Draco Malfoy, Sohn von Lucius und Narcissa."

Magorian trat näher und kam nun in ihre Nähe. Seine Augen waren auf nervenaufreibende Art auf Draco gerichtet. „Malfoy ist ein Name, den ich in der Tat wiedererkenne, jedoch von Informationen aus zweiter Hand." Er legte den Kopf wieder zur Seite und verengte die Augen ein wenig. Er war jetzt etwa einen Meter vor Draco und zu Harrys Überraschung, roch Magorian vorsichtig an Draco. „Mm", murmelte er. „Was bist du, Junge?"

Draco starrte ihn an, als hätte Magorian gefragt, welcher Geschmack er wäre. „Ein Schüler?", sagte er unsicher.

Magorian schüttelte langsam den Kopf. „Nein. Spezies."

Draco sah jetzt eindeutig verängstigt aus und war ein paar Momente still, bevor er mit ruhiger Stimme sagte, als hätte er Angst, es wäre eine Fangfrage: „Mensch ..."

Bane stand nun ebenfalls hinter Draco. Eine Hand legte sich auf seine Schulter und sein Gesicht trug die gleiche Miene von Verachtung wie Magorian. „Ich habe das zuletzt an dem Mädchen gerochen, das vor drei Jahren hier war, Magorian. Das Delacour Mädchen."

„Ah, ja ...", sagte Magorian langsam. „Ich erinnere mich gut."

Dracos Augen waren rund wie Golfbälle. Er starrte die beiden Zentauren verängstigt an, und dann wandte er sich Harry zu. Harry starrte zurück. Ron stand zwischen den beiden, sah sie abwechselnd an und Harry merkte, dass Ron langsam und Stück für Stück zwei und zwei zusammenzählte.

Magorians Stirnrunzeln wurde tiefer und er sagte langsam: „Einen Zentauren zu belügen ist eine sehr dumme Tat ... sag uns ... was bist du?"

„Ich ..." Draco sah die Magorian auf und warf Harry einen Blick zu, der leise um Hilfe bat. Es gab nichts, das Harry tun konnte. Draco wandte sich wieder Magorian zu und murmelte so leise etwas, dass es niemand hören konnte. Magorians Stirnrunzeln verschwand und er sah fast wütend aus. Draco holte tief Luft und flüsterte schnell: „Zum Teil Veela ..."

Harry warf Ron einen Blick zu. Seine Miene war etwas, das er nie vergessen würde.


Magorian weigerte sich, Draco auch nur einen Schritt näher zu seinen Jungen zu lassen. Als er sie aus dem Wald führte, warnte Bane Hagrid davor, Draco noch einmal in den Wald zu bringen und Magorian sagte etwas über die Teufel des Geistes, die das Verlangen der Menschen manipulierten. Ron sagte kein einziges Wort. Auch Hermine war seltsam still. Draco wurde von Bane und Magorian den Weg entlang geschoben und hatte keine Möglichkeit, irgendetwas zu sagen.

Als sie wieder auf den Schlossgründen waren, die inzwischen im roten Sonnenuntergang erstrahlten, drehte sich Ron einfach um und ging ohne ein weiteres Wort zum Schloss hoch. Hermine warf Draco nur einen Blick zu und folgte dann Ron. Harry wusste nicht wirklich, was er sagen sollte. Er verabschiedete sich von Hagrid, der in seiner Hütte verschwand. In dem Moment, in dem sich die Tür schloss, wandte sich Draco mit steiniger Miene an Harry.

„Du musst ihn aufhalten."

„Wen aufhalten? Und wobei?", sagte Harry.

„Weasley. Er wird es der Schule sagen." Draco packte Harrys Schultern. „Du musst ihn aufhalten."

„Ich denke nicht, dass ich etwas tun kann, das ihn stoppen wird", sagte Harry, biss sich auf die Lippe und beobachtete die Umrisse von Ron und Hermine in der Ferne. „Sieh mal, Draco, es ist – "

„ – mein gesamter soziales Umgang, über den wir hier reden", beendete Draco.

„Vielleicht solltest du einfach mit Ron reden", schlug Harry vor.

„Oh, Potter, benutz dein Hirn", sagte Draco. „Er wird mir sowieso nicht zuhören, und falls es sich herumspricht, dass ich ..." Er blieb einen Moment lang hängen. „... zum Teil Veela bin, dann bin ich erledigt. Veela werden nur in Bulgarien als Zauberwesen anerkannt, sonst zählen sie überall als Tierwesen. Darum kann ich existieren. Mein Großvater hatte keine Affäre mit einem Zauberwesen, es war ein Tierwesen. So konnte ein Baby geboren werden."

Harry warf Draco einen mitfühlenden, schmerzhaften Blick zu. „Okay ... aber vielleicht könntest du es einfach erklären – "

„Nun geh schon, Potter, wir haben nicht viel Zeit", sagte Draco verzweifelt. „Benutz einen Schweigezauber. Verwandel ihn in einen Flubberwurm. Schneid seine Zunge heraus. Geh einfach!"

Harry drehte sich um und lief den Rasenhang zum Schloss empor. Er wusste, dass er es zumindest versuchen konnte, auch wenn Ron nicht zuhören würde. Die Miene auf Rons Gesicht, vorhin im Wald, hatte Harry gesagt, dass Ron nicht nur geschockt war, aber tatsächlich über etwas wütend. Er schien sich nicht einmal über die Nachricht zu freuen. Es war nur Wut und Abscheu.

Er lief durch die Tür in die Eingangshalle – inzwischen schon außer Atem – und sah Ron und Hermine, die am Fuß der Marmortreppe standen und ein murmelndes Gespräch hielten. Als Harry hereinplatzte, winkte Hermine ihn hinüber. „Harry!"

„Dieser verdammte Heuchler!", sagte Ron kochend. „Er ist ein richtiger Lügner! Also sind die Malfoys die ganze Zeit wie Götter herum stolziert und haben damit angegeben, dass sie reinblütig sein, doch sie sind ... nur ... Tiere!", spuckte er. „All diese Witze über meine Familie, und deine, Harry, und sieh ihn dir an! Wer denkt er eigentlich, dass er ist?"

„Ron, sieh mal", sagte Harry schnell. „Du kannst es den anderen nicht sagen. Bitte."

Ron warf Harry einen angeekelten Blick zu. „Gib mir einen guten Grund warum nicht."

„Dracos Leben wird die absolute Hölle werden", sagte Harry. „Niemand weiß es, nicht einmal Snape. Ich denke, dass es nicht einmal Dumbledore weiß. Die anderen werden sich nur über ihn lustig machen, und – "

Rons Stirnrunzeln vertiefte sich gefährlich. Seine Ohren wurden glühend rot. „Ich denke, er verträgt eine Portion seiner eigenen Medizin, oder? Sieben Jahre lang hat er die Menschen gequält, Harry, und nun ist er an der Reihe zu erfahren, wie es ist, wenn dein Blut und deine Familie ausgelacht werden. Du kannst dich auf die Seite von Malfoy, dem Schlammblut, stellen, wenn du willst, aber ich weiß, dass die anderen ein Recht haben, es zu hören, und ich werde es ihnen sagen."

Damit drehte er sich auf dem Absatz um und stürmte, entschlossen aussehend, in die Große Halle. Hermine seufzte. „Oh je ...", murmelte sie. „Das alles wird in Tränen enden. Ich weiß es einfach."

„Warum muss er davonlaufen und es allen Schülern sagen?", sagte Harry kopfschüttelnd. „Nur um Malfoy eins auszuwischen. Kann er ihn nicht einfach in Ruhe lassen?"

„Wahrscheinlich nicht", seufzte sie. „Für Ron und Draco ist es schwierig zuzugeben, dass sie im Unrecht sind und die Vergangenheit hinter sich lassen sollten. Das werden sie wahrscheinlich nie wirklich schaffen. Ich wünschte nur, sie würden es versuchen. Es ist für uns alle schwierig ... Nun, ich muss noch mit den Hausaufgaben beginnen, Harry, ich will den ersten Teil des Zaubertrankprojektes schreiben. Ich bin in der Bibliothek."

Sie ging durch die Eingangshalle, durch eine Tür in die Bibliothek und Harry blieb allein zurück. Er fühlte sich eindeutig besorgt. Ron würde den anderen wahrscheinlich gerade in diesem Moment über Draco erzählen und Harry wusste, dass er mit Fragen bombardiert werden würde, während er versuchte, etwas zu essen. Er überlegte, ob er zu Hermine in die Bibliothek gehen sollte, bis jemand durch die Tür zur Großen Halle kam, und er war innerlich erleichtert, sie zu sehen.

„Ron hat es mir gerade erzählt", sagte Kainda und hob mit einem müden Lächeln die Augenbrauen. „Ich dachte mir, dass ich dich hier finden würde. Wo ist Draco?"

„Noch draußen", sagte Harry. „Er macht wahrscheinlich einen Spaziergang oder so etwas. Ich glaube, er will nicht zurück ins Schloss gehen, zumindest nicht in der nächsten Zeit."

„Klar", sagte sie und nickte. „Nun ... hast du schon etwas gegessen? Du bist sicher hungrig, hm?"

„Ein wenig", gab er zu.

„Wir könnten runter in die Küche gehen und das Dessert noch erwischen. Dort wird dich niemand belästigen. Was sagst du?" Sie warf ihm eines dieser lockeren, doch mitfühlenden Lächeln zu, die sie so gut beherrschte. Plötzlich wurde ihm klar, wie beruhigend ihre Anwesenheit für ihn war. Es war, als wäre es egal, welche Probleme er hatte, Kainda konnte alle mit einer Geste ihrer Hand und einem kleinen Lächeln erklären.

„Sicher", sagte er dankbar. Er nahm die Griffe ihres Rollstuhls und, wobei er sich schon um einiges ruhiger fühlte, brachte er sie hinunter in die Küche.

Ein paar Eisbecher später brannten die Kerzen im Küchenkorridor schon tief in ihren Haltern. Es war schön, einfach mit jemandem eine oder zwei Stunden zu reden. Über Dinge, die eigentlich nicht wichtig waren. Harry merkte, dass Kaindas Anwesenheit seine dunkleren Geheimnisse aus seinem Geist verbannte. Die Tatsache, dass er eines Tages Mörder oder Opfer werden würde, war in diesen Moment nur ein kleiner Punkt am Horizont. Am Samstag würde er von Professor Lupin lernen, wie man tötete. Er musste sich jetzt um die zwei Streithähne namens Ron und Draco kümmern.

„Noch etwas Eis, Harry?"

Er lächelte und erwachte aus seinen Gedanken. „Gerne."

Kainda schob einen weiteren Becher zu ihm hinüber, während sie weiter ihren eigenen löffelte – Kirsche und Banane. Es war inzwischen dunkel und still geworden. Es musste schon auf neun Uhr zugehen, aber Harry fühlte sich überhaupt nicht danach, den weiten Weg zum Turm der Gryffindors zu gehen und sich darüber Gedanken zu machen, ob Ron Dracos Leben schon ruiniert hatte. Jedoch hatte er so ein seltsames Gefühl, als ob er etwas wichtiges vergessen hatte.

„Also, wie war Reine Künste?", fragte er, während er Eiscreme und Schokoladensauce in seinen Mund löffelte.

„Ziemlich gut", sagte sie. „Wir haben nur alles vom letzten Jahr wiederholt. Er sagte, dass wir morgen das Hauptprojekt beginnen. Die ganze Sache hat mit den UTZ Prüfungen zu tun." Sie beförderte etwas von ihrem Eisbecher mit einem lauten Schmatzen auf den Löffel und bot ihn ihm an.

Er lächelte und ließ es zu, dass sie den Löffel in seinen Mund steckte und leckte dann seine Lippen. „Mmhmmm, nett."

Sie grinste. „Und wie war deine letzte Stunde?", fragte sie.

„Ziemlich langweilig", sagte er. „Wir müssen mit unserem UTZ Projekt beginnen – zwei Monate lang einen Trank brauen, für – " Er ließ den Löffel laut polternd fallen und sprang plötzlich auf die Beine. „Oh nein! Wie spät ist es?"

Kainda runzelte die Stirn und sah auf die Uhr. „Zehn nach neun. Warum? Was ist los?"

„Ich muss zum Unterricht", sagte er. „Snape wird mich umbringen ... ich muss jetzt gehen. Tut mir Leid."

„Hey, ist schon okay", sagte sie lächelnd. „Dann, gute Nacht, Harry."

„Nacht", sagte er schnell, stellte das Glas mit dem halb gegessen Eis auf den Tisch, küsste sie auf die Stirn und sprintete dann aus der Küche und den Korridor entlang in Richtung der Kerker. Er betete, dass Snape in guter Stimmung war.