HARRY POTTER UND DAS ANKH VON KHEPRI
KAPITEL 22 – Abrakadabra
Am Morgen des ersten Quidditch Spiels der Bright Sparks schneite es heftig. Alle Schüler kämpften sich mit dicken Mänteln vermummt und unter großen Schirmen aus dem Schloss hinaus zu den Tribünen, wo sie sich eng zusammenkauerten, um sich vor dem Sturm zu schützen. Viele Schüler hatten sogar Kopfblasenzauber angewendet, damit sie wenigstens das Spiel ohne zusammengekniffene Augen sehen konnten.
„Wir werden sicher erfrieren", verkündete Draco in der Umkleidekabine, während sie alle an Eingang des Tunnels zum Spielfeld standen und die zitternde Menge beobachteten. Er war erst an diesem Morgen aus dem Krankenflügel entlassen worden, nachdem Madam Pomfrey seine Bisswunde zusammengeflickt hatte und ihn für gesund erklärt hatte. Zum Glück hatte der Vampir von Sylus und den Hauselfen getrunken und der Biss war nicht ernst gewesen, aber der Verlust seiner Eule war für Draco ein ziemlicher Schock gewesen. Madam Pomfrey hatte ihnen geraten, Draco mit etwas zu beschäftigen, das ihm Spaß machte, damit er nicht immer über das Geschehen nachgrübeln konnte.
„Erfrieren trifft es nicht ganz", sagte Ron neben ihm. „Wir werden eher in Eisblöcke verwandelt werden. Du solltest den Schnatz lieber schnell fangen, Malfoy."
„Es wird nicht schwierig sein", meinte Draco. „Ich muss mich nur durch den Schneematsch am Boden kämpfen, weil der arme Schnatz wahrscheinlich dort begraben ist. Vielleicht sollte ich mir eine Harke besorgen."
„Vielleicht einen Haarföhn", schlug Ernie schulterzuckend vor.
„Einen was?", sagte Ron.
„Ist doch egal."
Ginny und Hannah kamen in die Umkleide der Jungs, die Besen auf ihren Schultern tragend. Hannah warf über Ernies Schulter hinweg einen Blick auf das Schneetreiben draußen. „Es ist ein wenig kühl ..."
„Es ist nur ein wenig Schnee", sagte Ernie. „Er wird uns nicht umbringen."
„Noch nie was von Unterkühlung gehört?", sagte Ron und sah Ernie mit erhobenen Augenbrauen an.
„Hier wird niemand eine Unterkühlung bekommen", sagte Harry, der gerade aus der Dusche kam und seinen Quidditch-Umhang zuknöpfte. „Es ist nur Schnee."
„Heliopathen sind nur Feuer", erinnerte ihn Ron. „Und Riesen sind nur groß. Und Vampire mögen nur frisch geschüttelte Blut-Shakes."
„Willst du damit sagen, dass Schnee schlimmer ist als ein Vampir?", sagte Hanna und blinzelte überrascht.
„Kommt darauf an, wie viel Schnee es ist", meine Ron schulterzuckend.
Harry stellte sich hinter das Team und spähte auf den Schnee, der vom Wind auf die Zuseher geweht wurde. Der Himmel war überraschend dunkel, gepunktet von ein paar Schirmen, die aus den Händen ihrer Besitzer gerissen worden waren. Harry hoffte inständig, dass er seinen Schläger würde halten können, sonst müsste am Ende des Spiels ein Zuschauer mit mindestens einer gebrochenen Nase in den Krankenflügel.
In diesem Moment hallte Lee Jordans bekannte Stimme durch das Stadion. „Guten Morgen an alle und willkommen zum heutigen Spiel zwischen Abrakadabra und den Bright Sparks! Beide Teams haben viel Unterstützung und Potential, und es sollte ein gutes Spiel werden, mal angenommen, wir können durch den Schnee etwas sehen! Wenn jemand davon geweht wird, sollte ein Lehrer alarmiert werden, damit der Betroffene nicht zu weit zum Verbotenen Wald geweht wird."
Harry sah den Rest seines Teams an. „Das ist es", sagte er.
„Das große", sagte Ron und grinste.
„Das, auf das wir alle gewartet haben?", sagte Ginny.
Harry lachte. „Ist schon gut. Wir können nur so gut wie möglich spielen, und wenn es zu kalt wird, geben wir auf. Okay?"
„Hört nicht auf Potter", sagte Draco streng. „Er ist verrückt. Spielt, bis ihr sterbt, und hört nicht einen Moment eher auf."
„Nun, immerhin nimmst du die Sache nicht zu ernst", sagte Ginny sarkastisch.
Lees Kommentar unterbrach Dracos Antwort. „Ich denke, dass uns allen heute ein spannendes Spiel bevorsteht! Bright Sparks, seid ihr bereit?"
Sie sprangen auf ihre Besen und stießen sich ab; sie schossen unter tosendem Applaus den Tunnel entlang auf das Feld. Harry konnte Kainda, Luna, Hermine und Justin sehen, die bei den anderen Gryffindors in der ersten Reihe saßen und wie wild jubelten. Sie winkten ihm und er grinste zurück.
„Potter hat in diesem Jahr die Aufstellung hauptsächlich aufgrund von Verletzungen geändert," informierte Lee die Zuseher. „Kainda Zabini ist nicht mehr im Team, ersetzt durch Potter, und Hannah Abott aus Hufflepuff übernimmt Potters Position als Jäger. Die Bright Sparks haben einen ziemlichen Fanclub, inklusive einiger Lehrer! Wenn ich so nach draußen sehe erblicke ich die Professoren Lupin, Alrister, Sprout ... ich denke dort ist Madam Pince – nein, wartet, es ist eine Fahnenstange ... jemand soll den Schnee aus dem Weg schaffen! Und unten in der ersten Reihe haben wir die stolzen Freunde der Bright Sparks, auch die Freundinnen von Ron Weasley und Harry Potter. Dem Tagespropheten zufolge heißt es ‚Als ob Harry Potters Liebesleben nicht schon kompliziert genug wäre, hat der Tagesprophet jetzt enthüllt, dass seine Ex-Freundin, die muggelgeborene Hermine Granger, nun mit einem besten Freund ausgeht, Ronald W-'"
„Jordan!", rief Professor McGonagalls Stimme scharf.
„Tschuldigung, Professor ... nur ein wenig Hintergrundinformation ... okay, holen wir Abrakadabra raus!"
Das andere Team schoss aus der Umkleide; sie sprangen auf die Besen und flogen hoch in die Luft. Harry erblickte sofort den Kapitän. Rachana Fabiola sah genauso aus die Mädchen in den Seifenopern der Muggel. Sie hatte ein etwas strenges Gesicht, ihr hüftlanges, schwarzes Haar war in einem perfekten Pferdeschwanz zurückgebunden und zur Perfektion gebracht. Sie sah aus wie jemand, der hässlich war, versuchte hübsch auszusehen, und dabei maßlos übertrieb.
„Rachana Fabiola ist der Kapitän des Teams", verkündete Lee. „Gefeiert als eine der hübschesten – ich meine genauesten Jägerinnen in Hogwarts. Tschuldigung, Professor. Rachana hat ein starkes Team zusammengestellt, und wer weiß? Vielleicht werden sie es schaffen, die Bright Sparks schon an der Startlinie zu stoppen und alle Hoffnung für einen Favoriten auf den Pokal zu zerstören." Lee hustet leise und murmelte dann: „Als ob das passieren würde."
„Jordan! Wenn Sie nicht ohne Vorurteile kommentieren können – "
„Okay, okay ... und hier fliegt Madam Hooch auf das Feld hinaus. Alle nehmen ihre Positionen ein und Fabiola fliegt nach vorn zu Potter. Potter sieht sehr entschlossen aus, oder vielleicht niest er auch gleich, ich kann es von hier aus nicht sehen ... und sie beginnen!"
Madam Hooch pfiff laut und scharf in ihre Pfeife und öffnete die Kiste. Harry sah, wie Ginny nach dem Quaffel tauchte und Rachana aus dem Weg schob, aber er hatte keine Zeit um zu beobachten, was weiter geschah, denn einer der Klatscher sauste das Feld entlang. Harry folgte ihm und fühlte, wie Schnee und Wind an seinem Gesicht zerrten, während er flog. Verschiedene, verschwommene Schatten in verschiedenen Farben zogen an ihm vorbei und verschwanden in den Wolken aus Schnee; einige von ihnen erkannte Harry, andere nicht. Endlich holte er den Klatscher ein und wollte ihn gerade schlagen, als eine Gestalt aus dem Sturm heraus und ihn zu schoss. Instinktiv holte er mit dem Schläger aus und wich zurück; ein lauter Knall ertönte, dann ein zischendes Geräusch, und der Klatscher verfehlte sein linkes Ohr um Zentimeter. Er wirbelte gerade noch rechtzeitig herum, um ihn davon zu schlagen. Er keuchte und versuchte sein Herz zu beruhigen, während er nach dem Treiber suchte, der ihm fast den Kopf gespalten hatte. Er sah gerade noch, wie ein Junge mit hellbraunem Haar dem Klatscher folgte. „ALEX" stand in goldenen Lettern auf seinem Rücken. Harry machte eine geistige Notiz, bei der ersten Gelegenheit Rache zu üben, dann drehte er seinen Besen um und flog zur anderen Seite des Feldes.
Der zweite Klatscher terrorisierte die Jäger; er schoss um sie herum und machte es für alle sehr schwer, einen Moment ruhig zu bleiben um zielen zu können. Ernie war hinter ihm her, aber er kam nicht weit. Jedes Mal, wenn er den Klatscher traf, änderte er seine Bahn und kam wieder auf das Knäuel von Jägern zu. Harry konnte hören, wie Lee Jordan etwas über das Brausen des Schnees und Windes rief, aber er konnte die Worte nicht verstehen.
„Ernie, schick ihn hier rüber!", rief er. Ernie grunzte stumm und schlug so hart er konnte auf den Klatscher, der daraufhin auf Harry zuschoss; dieser zog seinen Schläger zurück und schlug ihn das Feld entlang in Richtung der Jäger von Abrakadabra. Das stellte sich als schlechte Idee heraus. Innerhalb weniger Sekunden wurde der Klatscher mit großer Kraft zurück zu Harry und Ernie geschlagen. Harry schaffte es, den zu erwischen, der auf ihn zielte und schickte ihn zurück zu den anderen Treibern, aber Ernie hatte nicht so viel Glück. Er schrie und duckte sich, um zu vermeiden, dass er vom Besen geworfen wurde, und der Klatscher raste direkt auf Ginny zu. Sie drehte sich gerade noch rechtzeitig um und schrie auf. Zum Glück schlug ihr der Klatscher nur den Quaffel aus den Händen und setzte dann zum nächsten Angriff an. Ernie konnte ihn diesmal abwehren, aber einer der Jäger von Abrakadabra hatte jetzt den Quaffel und flog das Feld entlang. Die anderen Jäger folgten ihm, und so wie es sich anhörte, sprang Lee Jordan in der Kabine herum und schrie. Harry wandte seinen Besen und sah gerade noch wie der Quaffel aus den Händen des Jägers auf einen Torring zuflog. Ron streckte sich danach.
Er verpasste ihn um ein paar Zentimeter. Die Quaffel flog direkt durch den Ring und das Stöhnen der Anhänger der Bright Sparks ertönte ihm Stadion.
„Und es steht 10:0 für Abrakadabra!", rief Lee. „Das ist ein schlechter Start für die Bright Sparks! Hoffen wir, dass Potter einen Reserveplan für sein Team hat, sonst könnte ihre Zukunft im Turnier in Gefahr sein!"
Harry flog das Feld entlang. Ron sah erschrocken aus. „Harry!", rief er. „Es tut mir leid, ich wollte nicht – "
„Ist schon okay", sagte Harry. „Versuch es einfach weiter. Lass dich nicht unterkriegen."
„Neville Longbottom übernimmt den Quaffel", informierte Lee die Menge. „Und es geht weiter! Longbottom fliegt das Feld runter ... er duckt sich unter Fabiola durch, dann unter Morris, er weicht Vanassche aus! Pass an Ginny Weasley, ein weiterer Pass zu Hannah Abbott, zurück zu Longbottom, wieder zu Weasley ... Weasley bereitet sich auf den Schuss vor! Komm schon Ginny! Und – "
Die Anhänger der Bright Sparks stöhnten wieder, nachdem Ginny nicht traf. Harry vergrub das Gesicht in den Händen. Was war nur los?
Rachana übernahm den Quaffel, aber Ginny schaffte es, einen Pass zu Vanassche zu unterbrechen und schoss das Feld entlang auf das Tor zu. Harry folgte ihr den ganzen Weg entlang und wehrte beide Klatscher mindestens zwei Mal ab. Lee wurde schon fast hysterisch.
„Ginny auf dem Weg zum Tor! Oh komm schon, sie muss einfach treffen! KOMM SCHON!"
„JORDAN! Beruhigen Sie sich! Sie werden noch das Mikrophon ruinieren!"
Harry wehrte einen weiteren Klatscher ab und schickte ihn zu Ernie, der ihn zu Rachana schlug und somit ihre Jagd auf Ginny beendete. Ginny kämpfte nun alleine gegen den Hüter. Sie verzog das Gesicht und warf den Quaffel so fest sie konnte. Harry beobachtete verzweifelt, wie er auf die Ringe zuflog. Der Hüter von Abrakadabra tauchte nach unten und streckte die Arme aus.
Zum dritten Mal in diesem Spiel wurden die Fans der Bright Sparks enttäuscht. Der Hüter packte den Quaffel und warf ihn zu Rachana, die damit das Feld entlang davonschoss, bevor irgendjemand begriff, was los war.
„NEVILLE!", brüllte Harry. „SCHNAPP SIE DIR!"
Neville starrte ihn einen Moment lang erschrocken an, und dann flog er, noch immer sehr zögernd aussehen, auf Rachana zu. Alles geschah innerhalb einer Sekunde. In einem Moment streckte Neville die Hand aus, um Rachana den Quaffel wegzuschlagen, und im nächsten ertönte Madam Hoochs Pfeife im Stadion. Die Fans der Bright Sparks sprangen wütend auf die Beine und bevor Harry auch nur blinken konnte lag Neville zusammengesunken unten auf dem Spielfeld.
„Foul!", heulte Lee Jordan. „Fabiola rempelt, überzogener Einsatz der Ellbogen! Aber geht es Longbottom gut?"
Harry flog zum Boden hinunter und kämpfte sich durch den schweren Schnee und Matsch zu Neville durch. Hermine und Luna liefen ebenfalls schon aufs Feld und Madam Hooch sah grimmig drein. „Komm schon, mein Junge ... so ist es gut, setz dich erst mal hin ...", sagte sie. Neville umklammerte wimmernd seinen Arm.
„Oh nein", sagte Harry. „Bitte sagen Sie nicht, dass er gebrochen ist ..."
Madam Hooch seufzte. „Mindestens sein Handgelenk ist gebrochen ... ihr müsst wohl mit zwei Jägern weiterspielen. Wollt ihr weitermachen?"
Harry nickte. „Wir müssen einfach ... alles wird gut werden, Neville."
„T-tschuldigung, Harry", flüsterte Neville, bevor Madam Hooch zwei Jungs aus der ersten Reihe holte, die Neville auf einer Trage zum Krankenflügel brachten.
„Wollt ihr eine Auszeit?", fragte Madam Hooch. Harry warf seinen Teamkollegen einen Blick zu, die alle über ihm schwebten und müde und kalt aussahen.
Er nickte. Madam Hooch pfiff kurz in ihre Pfeife und deutete der Menge, dass es eine Auszeit gab. Alle flogen zum Boden, stiegen von ihren Besen und schlurften müde zu den Tribünen. Harry winkte sein Team zum Rand des Feldes.
„Was läuft nur falsch?", sagte er, während sein Blick über die anderen wanderte, die in ihre Hände bliesen, um sie ein wenig zu wärmen.
„Es ist einfach zu kalt", sagte Ginny. „Ich kann so nicht gerade schießen, und Rachana blockiert mich immer. Es ist mit dem Schnee schon schwer genug, von ihr ganz zu schweigen."
„Stimmt", sagte Harry. „Wir werden folgendes tun. Ginny und Hannah, bleibt eng beisammen und ich werde euch vor den Klatschern und Rachana beschützen. Wenn eine von euch den Quaffel hat – macht keine Pässe, die werden nur unterbrochen. Fliegt einfach aufs Tor zu und lasst ihn nicht mehr los. Ernie, du kümmerst dich um den anderen Klatscher, okay? Ron, beweg dich immer, lass deine Händen nicht einfrieren. Draco, beeil dich und find den Schnatz – nur so können wir dieses Spiel gewinnen."
Draco strich sich das Haar aus den Augen und nickte. „In Ordnung."
„Verliert noch nicht die Hoffnung", sagte Harry aufmunternd. „Der Schnatz ist irgendwo dort draußen und solange Draco ihn vor dem anderen Sucher findet ist alles okay."
„Also liegt auf mir gar kein Druck", sagte Draco und hob eine Augenbraue.
„Willst du mit mir die Position tauschen?", sagte Harry. „Hier hast du den Schläger, fang an."
Draco seufzte. „Wie typisch, Potter."
„Lass ihn in Ruhe, Malfoy", sagte Ron.
Harry, der die üblichen Gefahrenzeichen eines Streits zwischen Ron und Draco fühlte, unterbrach sie schnell. „Fangt nicht zu streiten an, das ist mein Ernst. Das ist es doch, was die anderen von uns wollen! Wenn wir untereinander streiten, dann haben wir keine Chance!"
Ron und Draco nickten. Harry ließ den Blick über sein Team schweifen.
„Dann fangen wir wieder an", sagte er. „Und verliert die Hoffnung nicht!"
Sie kletterten wieder auf die Besen und hoben ab, begleitet vom Jubeln der Zuseher. Kainda und Justin hatten ein Lied gestartet, das auf der anderen Seite von Lupin und Alrister ebenfalls gesungen wurde. Von irgendwoher kam ein leiser Klang von „Weasley ist unser King", aber Harry konnte nicht sagen, welche Seite es sang.
Madam Hooch kam mit dem Quaffel aufs Feld. Ginny und Rachana sahen sich an, beide mit sehr entschlossener Miene. Alle standen still, während Madam Hooch den Quaffel in die Luft warf, kurz in ihre Pfeife pfiff und dann explodierte das Stadion in Jubeln und Rufen. Ginny sprang nach hoch von ihrem Besen, schnellte in die Luft, packte den Quaffel, flog direkt über Rachana und landete auf der anderen Seite sicher auf ihrem Besen. Die Fans der Bright Sparks überschlugen sich angesichts dessen fast, und Rachana Fabiolas Gesicht verzerrte sich wütend. Bevor sie sich umdrehen und Ginny packen konnte, war Ginny das Feld entlang verschwunden, Harry hinter ihr her. Er wehrte einen Klatscher ab und als Fabiola zu nahe kam bedrohte er sie sogar mit ihrem Schläger. Sie warf ihm einen erschrockenen Blick zu.
„Was tust du da?", spuckte sie.
„Ich spiele Quidditch", sagte er mit einem Lächeln. „Und was ist mit dir?" Der Klatscher raste auf ihn zu und er drehte sich um schlug ihn hart Alex Mairwen hinterher. Rachana wollte sich wieder wild auf Ginny stürzen und Harry wedelte mit dem Schläger. „Mach nur so weiter, wenn du von einem Schläger getroffen werden willst!", rief er. Rachana schnarrte und versuchte, ihn aus dem Weg zu schaffen, indem sie ihn packte, aber sie war zu spät. Ginny hatte den Quaffel mit einem verzweifelten Schrei in Richtung der Tore geworfen und alle Zuseher schienen gleichzeitig aufzuspringen und die Hände zu heben.
Sie verfehlte. Alle stöhnten und vergruben die Gesichter in den Händen. Harry konnte hören, wie Rachana Fabiola hinter ihm lachte. Madam Hoochs Pfeife ertönte. Harry konnte Hermine und Kainda sehen, die besorgt aussehend unten in der ersten Reihe saßen.
„Ginny Weasley trifft wieder nicht ...", sagte Lee mit bedrückt wirkender Stimme. „Die Bright Sparks sind in Schwierigkeiten ... Madam Hooch beginnt das Spiel wieder und der Quaffel ist wieder auf dem Feld. Rachana Fabiola übernimmt ihn, wirft zu Vanassche, unterbrochen von Ginny Weasley. Komm schon, Ginny, komm schon! Potter wehrt einen Klatscher ab, Weasley fliegt auf das Tor zu, sie schießt – oh, nicht SCHON WIEDER!"
Harry vergrub das Gesicht in den Händen. Er konnte sich nicht erinnern, dass sein Team je so schlecht gespielt hatte. Wenn sie dieses Spiel verloren ... sie wären nicht mehr im Turnier, dann gäbe es kein Quidditch mehr.
Dieser Moment der Ruhe stellte sich als einer der größten Fehler heraus, die er je in einem Quidditch Spiel gemacht hatte. In einer Sekunde blickte er hinunter zu Kainda auf die Tribüne, dann hörte er plötzlich ein lautes Rauschen, fühlte ein Knacken an seinem Hinterkopf und alles wurde schwarz und leise. Das letzte, an das er sich erinnerte, war, wie er auf seinem Besen nach vor rutschte, zur Seite glitt und fiel, weiter und weiter nach unten.
Als Harry aufwachte war es dunkel und ruhig und warm. Etwas lag auf seiner Stirn und er konnte einen seltsamen Schmerz in seinem Nacken spüren, als hätte er in einer unbequemen Position geschlafen. Seine Kehle fühlte sich sehr trocken an. Er entschloss, dass er zumindest versuchen sollte, etwas zu sagen und entschied, dass „Wasser" eine gute Idee war.
„Mmrfer ...", krächzte er.
„Severus!", zischte jemand, der neben seinem Bett saß. „Severus! Er wacht auf!"
Schritte ertönten im Zimmer. „Was?"
„Er wacht auf", sagte Peters Stimme neben Harry. „Er hat mich Mutter genannt."
„Nn", murmelte Harry. „Mmrfer, nch Mttr ..."
„Wunderbar", sagte Snapes Stimme am Fußende seines Bettes. „Er kann nicht mehr Englisch sprechen. Ich wusste, dass dieser Klatscher sein Gehirn verletzt hat."
Harry verzog das Gesicht und zog die Decke hoch. Er kam nicht darauf, warum er so verwirrt und müde war, oder was das Gefühl in seinem Magen war, und da war noch der Gedanke, dass er etwas Wichtiges vergessen hatte. Er lag nur still da und lauschte, wie Snapes Schritte näher kamen und etwas Kühles und feuchtes auf seine Stirn gelegt wurde. Peter schob es von seinen Augen weg.
„Leg es nicht dort hin", sagte Peter gereizt. „Nicht in seine Augen. Dummkopf."
Snape atmete tief ein und versuchte offenbar, sich zu kontrollieren. „Ich bin ein Professor, keine Krankenschwester." Das Knarren eines Stuhls ertönte, als er sich setzte. Harry kniff die Augen zusammen und zog die Decke, ein wenig genervt, über sein Gesicht.
Peter lehnte sich nach vorn. „Harry ...? Bist du wach?", fragte er leise.
„Was ... was ist passiert?", murmelte Harry.
„Du hast einen Klatscher an den Hinterkopf bekommen", sagte Peter. Er steckte die Decke um Harrys Hals fester. „Ernie Macmillan hat es geschafft, dich während dem Fall zu fangen ... das ist jetzt ein paar Stunden her. Du bist in Professor Snapes Quartier."
„Was ist mit dem Spiel?", sagte Harry benommen blinzelnd und versuchte, die Augen zu öffnen. Alles war sehr verschwommen und dunkel.
Snape seufzte. „Ihr habt gewonnen, Potter. Malfoy hat den Schnatz nach Fabiolas sechstem Tor und Weasleys dreizehntem Fauxpas gefangen."
„Oh ... gut ..." Harry schloss die Augen wieder und lehnte sich zurück; wenn sein Kopf sich nur nicht dauernd drehen würde. „Ich kann nicht gut sehen ..."
„Das wird schon wieder", sagte Peter. „Mach dir keine Sorgen. Du wirst dich für ein paar Tage ein wenig schwummrig fühlen. Du bleibst solange hier. Hermine ist nach dem Abendessen mit ein paar Büchern für dich vorbeigekommen und sie sagt, sie wird dir so viele Hausaufgaben wie möglich bringen."
Harry grunzte halb und lachte halb. Er wusste nicht, ob ihn Hermines Sorge berührte, oder ob es ihn amüsierte, dass es dabei fast nur um Hausaufgaben ging. „Wie nett von ihr ..."
Er hörte das Klirren von Glas auf Metall und dann bewegte sich vor ihm etwas. Der Rand eines Kelchs wurde an seine Lippen gepresst und Snape sagte: „Trink, Potter. Ein Schlaftrank."
Harry konnte sich nicht wehren. Er trank einfach und fühlte, wie der Schlaf an ihm zerrte, und als Snape den Kelch wieder weg nahm sank er schon wieder in die Dunkelheit. Der Schlaf legte sich wie eine Decke über ihn. Und leider lag sein Trank für traumlosen Schlag in seinem Koffer, oben im Gemeinschaftsraum der Gryffindors, und so hatte er keine Möglichkeit, gegen den Albtraum zu kämpfen.
Unter den hellen Strahlen der Sonne war es kochend heiß. Er konnte fühlen, wie der Sand gegen seine Knie schabte, während er grub und mehr und mehr zur Seite schob. Der Eingang musste hier irgendwo sein. Er musste ihn bald finden, sonst würde seine Schaufel zerbrechen und dann wäre er erledigt. Er wischte sich wieder den Schweiß von der Stirn und stach mit der scharfen Kante der Schaufel in den Sand. Er schob die Körner zur Seite. Noch immer nichts.
Er keuchte und fiel rücklings auf den heißen Wüstenboden. Er zog sein Hemd aus, das vom Schweiß feucht war, und warf es einfach beiseite. Wie lange grub er nun schon? Tage. Wochen. Mehr als einen Monat. Und noch immer nichts. Ein paar kleine ägyptische Artefakte, und was würden sie ihm schon bringen? Er wusste, dass hier, tief unter dem Sand begraben, das Grab der Zauberin Jendayi war, und sie war mit Schätzen und mehr Gold, als er sich vorstellen konnte, begraben worden. Wenn er es fand ... er würde nie mehr auf eine Schatzsuche gehen müssen, sich nie mehr wegen Geld sorgen.
Er keuchte, ignorierte das Stöhnen seiner brennenden Muskeln, und stieß die Schaufel wieder tief in den Sand. Er hörte ein leises Klirren. War dort etwas? Er warf die Schaufel zur Seite, kroch nach vorn und kratzte am Sand, fuhr mit den Fingern durch. Endlich ertasteten seine Finger etwas Metallenes. Er zog es heraus. Es sah wie eine Art Talisman aus, wie ein Kreuz, aber mit einer Schlaufe statt dem oberen, senkrechten Balken. Wie hieß so etwas noch mal? Ankh, das war es...
Während es auf seiner Handfläche lag, beobachtete er, wie es das Licht der Sonne reflektierte. In das Metall waren einige seltsame Symbole eingeritzt. Er kniff die Augen zusammen, aber er konnte die seltsamen Ritzen nicht entziffern. Was waren Ankhs auf den Märkten wert? Wahrscheinlich nicht viel ... und dieses sah aus, als hätte es jemand vor langer Zeit einfach fallen gelassen. Er stopfte es in seine Tasche. Er konnte es auf dem Markt verkaufen und damit zumindest ein wenig Geld verdienen. Und vielleicht war Jendayis Grab hier in der Nähe und das Ankh stammte von dort.
Aber dann wurde Harry nach oben gehoben, weg vom Sand, hoch in die Luft, flog durch den hellen Himmel und verließ die Szene. Zeit, weiter zu gehen. Er flog immer höher und höher, bis die gesamte Welt wie eine Landkarte unter ihm ausgebreitet war, und dann fiel er wieder, drehte sich immer wieder um seine eigene Achse, bis er durch Zeit und Raum nach unten fiel und schließlich an einem ruhigen, dunklen und warmen Ort landete.
Er war wieder in Snapes Büro und saß auf seinem üblichen Stuhl, aber heute war der Unterricht anders. Snape war eine Vampir-Fledermaus, die vor ihm so schnell von links nach rechts und wieder zurück flatterte, dass er sie nicht sehen konnte. Dann verwandelte er sich in den Schnatz, und Harry flog und versuchte, den kleinen goldenen Ball zu schnappen, aber er bewegte sich noch immer zu schnell. Aber plötzlich drehte er sich um und wuchs, und er wurde ein Klatscher, der auf ihn zuraste und auf der Brust traf. Er schrie auf und fiel wieder tief nach unten, bis er wieder landete.
Es war jetzt kalt. Kalt, feucht und heruntergekommen. Er wusste nicht, wo er war. Madam Ivy stand vor ihm und zerriss lachend das Zeugnis mit Harrys UTZ Noten. Er bettelte darum, dass sie aufhören möge, aber sie ignorierte ihn, verstreute die Papierschnipsel um ihn herum und lachte noch lauter. Ihre Zähne wurden länger, wuchsen spitz über ihre Unterlippe hinaus und sie wurde kleiner, bekam einen langen Schweif und ihre Augen verwandelten sich in die eines Falken. Khepri stand, noch immer lachend, vor Harry. Er steckte die Hand in seine Tasche und zog das Ankh heraus und hielt es Harry hin. Harry griff danach, aber Khepri lachte und warf es in die Dunkelheit weg. Harry wandte sich mit einem Schrei um und lief ihm hinterher; er versuchte, in der Dunkelheit etwas zu sehen, aber er lief gegen etwas. Er hob den Blick und sah Snape, Snape den Vampir, mit roten Augen und zurückgezogener Unterlippe, von den langen Zähnen tropfte Blut. Snape kam näher, packte ihn an den Haaren, riss seinen Kopf zur Seite und biss hart zu. Harry schrie.
Er wachte keuchend auf und umklammerte sofort seinen Hals. Als er die Hand wegnahm war kein Blut daran. Er seufzte und schloss die Augen. Sein Herz pochte in seiner Brust. Es war nur ein Traum, beruhigte er sich selbst. Alles nur ein Traum.
Trotzdem war es schwierig, nicht zusammenzuzucken, als Snape den Raum betrat, in der Hand ein Weinglas gefüllt mit einer roten Flüssigkeit.
„Ah, du bist wach", sagte Snape und hielt inne, um ihn anzusehen. „Geht es dem Kopf besser?"
Harrys Augen waren auf das Glas fixiert. „Was ist das?"
„Ist es nicht offensichtlich?", sagte Snape. Er hob eine Augenbraue, setzte sich hinter seinen Tisch und nahm einen Schluck. Er sah Harrys Miene und runzelte die Stirn. „Und das Problem ist ...?"
„Müssen Sie das vor mir trinken?", sagte Harry und zog sich zum Kopfende des Betts zurück.
„Du hast schon früher gesehen, wie ich es trinke", sagte Snape. „Schon oft, während unserer Gefährlicher Gedankentechniken Stunden. Warum, Potter, was ist jetzt mit dir los?"
„Ähm ..." Harry zog aus Instinkt an den Decken um seinen Hals herum. Der Traum wiederholte sich noch immer in seinem Geist. „Werden Sie sich nicht verwandeln ...?"
Snape schüttelte den Kopf. „Ich kann kontrollieren, wie sehr ich mich verwandle. Im Moment brauche ich nur Fangzähne, also habe ich auch nur Fangzähne." Und tatsächlich – als er das nächste Mal das Glas hob, um einen Schluck zu nehmen, erhaschte Harry einen Blick auf spitze Zähne hinter seiner Unterlippe.
„Woher haben Sie das?", fragte Harry vorsichtig.
„Es ist nicht frisch", sagte Snape. „Bevor du in Panik gerätst."
„Woher kam es ursprünglich?", fragte Harry.
Snape sah ihn stirnrunzelnd an. „Denkst über eine Karriere als Vernehmungsbeamter in Askaban nach?"
„Sagen Sie es mir", sagte Harry.
Snape warf ihm einen sehr misstrauischen Blick zu. Er stellte das Glas hin, ging hinüber zu Harry und strich ihm die Haare aus der Stirn. Er gab ein kleines Geräusch von sich, als er den Schweiß auf Harrys Stirn fühlte, dann kniete er sich hin und späte in Harrys Augen. Harry zitterte leicht, als er fühlte, wie Snape seine Gedanken durchforschte.
„Mm", sagte Snape, eine Augenbraue hebend. „Nachdem ich es siebzehn Jahre lang versucht habe, habe ich es endlich geschafft, im Albtraum eines Schülers aufzutauchen."
„Tut mir leid", antwortete Harry.
„Es ist egal, Potter", sagte Snape ruhig. „Ich hatte schon lange das Gefühl, dass diese Unterhaltung kommen musste." Er setzte sich auf den Rand von Harrys Bett und legte eine Hand auf die Stirn seines Schützlings. Sanft strich er wieder die Haare zurück und fuhr mit dem Daumen die Narbe entlang. Harry zitterte ein wenig, als ihn eine Welle von etwas Kühlem und Beruhigendem durchströmte.
„Was ist ...?"
„Dumbledore hat den Bund in deiner Narbe eingesetzt", sagte Snape. „Das ist, warum du in deinem ersten Jahr schmerzt gespürt hast, als ich den Bund beim Willkommensfest aktiviert habe."
Harry hob den Blick zu ihm. „Das waren Sie ...?"
Snape nickte. „Nicht der Dunkle Lord, der sich in Quirrel versteckte. Ich denke, dass du ihn schon zuvor im Tropfenden Kessel getroffen hast, und damals hast du keinen Schmerz gefühlt?"
„Oh ...", sagte Harry und fragte sich, warum ihm das nicht früher aufgefallen war. „Also ... dort ist der Bund verankert? In meiner Narbe?"
„Ja", sagte Snape ruhig. Er fuhr mit seinem Daumen weiterhin Harrys Narbe entlang, hinauf und hinunter, und es ergab einen beruhigenden Rhythmus. „Stell sie dir als Berührungspunkt für den Bund mit der Außenwelt vor. Dumbledore war zuerst besorgt, weil alle drei Bunde in dieser Stelle verankert sind, aber es hat dir nicht geschadet."
„Alle drei?", fragte Harry und starrte ihn an.
„Ich selbst, Peelish, und der Dunkle Lord", sagte Snape leise. „Dein Bund mit Voldemort ist kein Beschützerbund, und ist ganz anders, aber er ist trotzdem in deiner Narbe verankert. Deshalb fühlst du jedes Mal Schmerz, wenn Voldemort dich dort berührt, und deshalb wirst du beruhigt, wenn ich sie berühre ... nun denn, Potter ... Vampire."
Harry lehnte sich gegen seine Kissen und beobachtete Snape fragend.
„Davor muss man keine Angst haben", sagte Snape. „Zumindest nicht bei mir. Ich kann mich selbst komplett kontrollieren, wenn ich mich verwandle, und im Gegensatz zu der Idee der Muggel, werde ich kein blutsüchtiges Monster. Es ist, als würde ich etwas Normales trinken."
„Ähm ...", sagte Harry.
„Ja?"
„Ich weiß, Sie werden wahrscheinlich nicht antworten ... aber ... wovon trinken Sie?", fragte Harry leise.
Snape seufzte. Er öffnete den Mund, um zu antworten, aber er wurde von einem leisen Geräusch in der Ecke des Raums unterbrochen. Harry wandte sich um und sah, wie eine schwarze Ratte durch ein Loch in der Wand rannte und dann in einem Spalt verschwand. Harry warf Snape einen Blick zu. Der Professor sah ihn nicht an.
„Nein", flüsterte Harry. „Sie ... Sie können nicht ..."
„Es gibt nichts anderes", murmelte Snape.
„Aber ...", sagte Harry. Der Gedanke, dass Snape das Blut von Ratten trank, krempelte seinen Magen um. „Aber das ist schrecklich!"
„Es ist notwendig", sagte Snape leise.
„Was ist aber, wenn Sie sich eine grausame Krankheit einholen?", sagte Harry und starrte ihn an.
„Wäre es dir lieber, wenn ich mir einen Schüler fange?", sagte Snape mit erhobener Augenbraue.
Harry war still. „Was ist mit den Lutschern mit Blutgeschmack aus dem Honigtopf? Können Sie nicht die verwenden?"
„Es ist eben nur Blutgeschmack", sagte Snape. „Und ich bin jemand, der sich hinsetzt und einen Lutscher leckt, Potter. Die Ratten tun mir nichts an, und sie sind damit glücklich, wenn sie mir etwas ... Substanz geben und ich dafür kein Rattengift auslege."
„Was ist aber, wenn ihnen jemand anderer Rattengift gibt?", sagte Harry. „Sie könnten sterben."
Snape lächelte ein wenig. „Ist das Besorgnis, Potter ...?" Er fuhr wieder mit dem Finger über Harrys Narbe und Harrys Angst verebbte ein wenig. Snape stieß ihn sanft wieder gegen die Kissen. „Ich habe genug Gegengift, um mich um mich selbst zu kümmern, falls etwas passiert. Und es wird nichts passieren. Obwohl mich deine Angst um mein Wohlergehen berührt."
„Nun ... falls Sie fort sind, habe ich keine Chance mehr, oder?", sagte Harry leise.
Snape zog die Decke um seinen Hals fester. „Und das bedeutet?"
„Ich brauche im Kampf gegen Voldemort Ihre Hilfe", murmelte Harry. „Ich kann es nicht alleine ..."
„Du kannst", sagte Snape. „Und du wirst. Hier, lies eines der Bücher, die Granger dir geschickt hat ... Die Hierarchie des Alten Ägyptens ... mm, hört sich spannend an." Er gab Harry eines der dicken, staubigen Bücher, die auf dem Nachttisch lagen. „Ich würde etwas von Arthur Conan Doyle oder Edgar Allan Poe vorschlagen, aber ich nehme an, dass die ägyptische Hierarchie genauso spannend ist."
Harry lächelte matt und ließ das Buch auf dem Kissen neben seinem Kopf ruhen. „Nein, wir suchen Informationen über das Shani Theoris ... es ist das Ankh von Khepri, Sie wissen schon, das Ding, das mir dauernd folgt ... Sie wissen nichts über Jendayi, oder?"
„Verschiedene Dinge", sagte Snape. „Aber nichts über ein Ankh. Du solltest schlafen, Potter. Dann wirst du dich besser fühlen."
„Ich brauche den Trank für traumlosen Schlaf", sagte Harry vorsichtig. Snape holte ihm einen vollen Becher und er trank ihn, bevor er sich wieder in die Kissen fallen ließ. „Wann kann ich wieder zurück in den Gemeinschaftsraum?"
„Wenn du dich erholt hast", sagte Snape mild. „Und keinen Moment früher. Schlaf jetzt, Potter." Er fuhr mit dem Daumen noch ein letztes Mal über Harrys Narbe, stand dann auf und verließ das Zimmer; das Glas mit Rattenblut nahm er mit. Harry schloss die Augen und nach ein paar Minuten war er eingeschlafen.
