Vielen lieben Dank für die lieben Reviews, Liesl Snake und Nine! Ich gebs zu, ich hatte ein paar Bedenken bei dieser Geschichte, darum durfte sie auch erstmal einige Monate in meinem PC herumtümpeln, bevor ich mich dazu durchringen konnte sie doch online zu stellen. Schön, dass der Anfang gefällt. :-)
lg jinkizu
„Das wird Sie nicht um meine Fragen herum bringen!", wisperte sie atemlos, sobald er sie losließ.
Er küsste keine Frauen. Er küsste niemanden. Warum sie? Sie hatte ihn gezwungen hier zu bleiben und ihm gedroht. Hermione Granger war ihm aufgezwungen worden und er konnte sie nicht leiden. Und doch stand er hier und küsste sie.
„Was willst du wissen?" Er hatte sie losgelassen, stand aber noch immer dicht vor ihr. Zu dicht. Vermutlich sollte er Abstand zwischen ihr und sich bringen, nur wollte er das nicht, also blieb er.
„Alles!"
Diese Antwort ließ ihn die Stirn runzeln. Es gab niemanden auf dieser Welt, der alles von ihm wusste. Nicht einmal Albus Dumbledore. Der glaubte immer nur alles zu wissen, was aber nicht stimmte.
„Das ist mehr als gut für dich ist!", sagte er leise. Sanft strich er mit den Fingern über ihren Nacken. Sie wich ihm nicht aus und schlug auch nicht nach ihm. Konnte es sein, dass ihr seine Annäherungen nicht unwillkommen waren?
„Das zu entscheiden kannst du ruhig mir überlassen!" Sie hatte nicht vorgehabt ihn zu duzen, obwohl er es die ganze Zeit schon tat. Das war unprofessionell. Und der Kuss war es nicht?
Fest presste sie ihre Lippen aufeinander und trat einen Schritt zurück. Sie musste die Kontrolle wieder zurück erlangen. Es war ihre Aufgabe das Gespräch zu leiten und nicht sich von ihm küssen zu lassen. Sie glaubte immer noch die Wärme seines Mundes auf den ihrigen zu spüren. Hastig verdrängte sie diese Gedanken. Severus Snape war kein Mann für sie.
Er war viel zu alt, viel zu zynisch und vor allem war er ihr Lehrer gewesen. Nein, das konnte nicht gut gehen. Auf keinen Fall, auch wenn er gut küssen konnte. Jedenfalls glaubte sie das. Es ging alles viel zu schnell um es wirklich genießen zu können. Andererseits ihr Herz schlug immer noch zu schnell und warum war ihr auf einmal so heiß? Leise räusperte Hermione sich.
„Setzten Sie sich und lassen Sie uns mit unserem Gespräch vorfahren.", schlug sie vor und versuchte dabei gelassen zu wirken.
„Ah dein Frage- und Antwortspiel. Was gibst du mir für eine Antwort?" Herausforderung lag ihn seiner Stimme. War das seine Rache für ihre Drohungen gegen ihn?
„Was willst du?", fragte sie gepresst.
„Einen Kuss für jede Antwort!" Nun war sie sich sicher, dass er sie für ihre Dreistigkeit bezahlen lassen wollte. Er versuchte nur sie aus der Fassung zu bringen, damit er sich nicht ihren Fragen stellen musste. Aber nicht mit ihr!
„Auf gar keinen Fall!" Küssen war eine Sache, sich wieder küssen zu lassen bestimmt die falsche Sache.
„Es wird das Beste sein einen anderen Psychiater für dich zu suchen. Ich bin offensichtlich die falsche Person dafür!" Hermione ging auf sicheren Abstand hinter ihren Schreibtisch.
„Sie laufen weg?", provozierte er sie. Er war noch nicht fertig mit ihr. Als er hier ankam, nahm er sie zuerst als attraktive Frau war, dann als ehemalig, nervige Schülerin, die ihn bedrohte und nun sah er irgendwie beides in ihr und das verwirrte ihn.
„Ganz sicher nicht, aber ...", widersprach sie heftig.
„Tun Sie ihre Arbeit! Ich möchte sehen was Sie können!", fiel er ihr hart ins Wort.
„Dann setzten Sie sich und beantworten, verdammt noch mal, meine Fragen!", forderte sie wütend. Hermione Granger hatte Mut, aber daran bestand nie der geringste Zweifel. Mut hatte sie bereits als Schülerin bewiesen.
„Ich gestatte Ihnen eine einzelne Frage – also wählen Sie weise!" Scheinbar gelassen nahm er wieder Platz und wartete. Hermione kam um ihren Schreibtisch herum und setze sich ebenfalls.
Eine Frage. Was nur sollte sie ihn fragen?
„Warum hast du das getan?" Bevor sie es noch verhindern konnte, purzelte diese Frage aus ihr heraus. Hier bot sich für sie die einmalige Chance ihn alles Fragen zu können und was tat sie? Sie wollte nur wissen warum er sie geküsst hatte.
„Weil ich es wissen wollte!", antwortete er.
„Was?"
Abwehrend schüttelte er den Kopf.
„Eine Frage. Das hier ist schon die Zweite!" Severus erhob sich.
„Sie wissen das ich gut bin in meinem Beruf, nicht das ich Ihre Bestätigung brauchen würde und auch das niemand durch meine Hand, außer er verdient es, zu Schaden kommt.", sagte er und bewegte sich auf die Tür zu.
„Alles andere, was Sie zweifellos noch interessieren könnte, erfahren Sie bestimmt nicht hier von mir. Das hat hier nichts verloren!"
~ ° ~
Irgendwie fühlte sie sich von ihm ausgetrickst. Er war einfach gegangen und hatte sie mit tausend Fragen zurückgelassen, ohne auch nur eine von den ihrigen wirklich zu beantworten. Leider hatte er Recht mit seinen Argumenten. Auch zu ihrer Schulzeit war er zwar ein fürchterlicher Lehrer gewesen, aber er hatte sie beschützt und dafür gesorgt, dass ihr kein Leid geschah, kein wirkliches Leid zumindest – ihn als Lehrer zu haben war oft Leid genug gewesen, und so würde auch ihre Beurteilung über ihn ausfallen.
Nachdenklich nagte sie an ihrer Unterlippe. Der Kuss stand für sie immer noch im Raum. Er war überraschend, aber nicht unangenehm gewesen. Aufwühlend in einer sehr erregenden Art und Weise. Er war ihr Lehrer gewesen und alt … Nein nicht alt. Älter, aber dennoch noch ansehnlich, wenn man schwarz mag. Oder seine unangenehme Art und seine zynischen Bemerkungen.
Oder sein beständiges Augenbrauen hochziehen, was einem das Gefühl vermittelte, man hätte entweder etwas sehr Dummes oder etwas Falsches gesagt. Seufzend schüttelte sie ihren Kopf. Er verwirrte sie. Das hatte er schon als Lehrer gekonnt, niemals glaubte sie seinen Maßstäben gerecht werden zu können, und wies aussah konnte er es auch heute noch.
Seine Augen, sie mochte seine Augen. Schwarz wie die Nacht waren sie und dahinter verbarg er viele Geheimnisse. Viele die einem Nachts den Schlaf rauben konnten. Oder war es doch der Kuss, der sie bestimmt heute noch sehr viele Stunden ins Grübeln bringen würde? „Nicht darüber nachdenken, Hermione!", ermahnte sie sich selbst und rieb sich mit den Fingern über die Schläfen. Ihr Blick hing dabei noch immer an der Tür hinter der gerade verschwunden war.
~ ° ~
„Wie lief es?" Dumbledore schien bereits auf ihn gelauert zu haben. Machte er sich Sorgen um ihn? Wohl kaum.
„Ich war dort. Das muss genügen!", erwiderte er knapp und ließ den alten Schulleiter stehen.
Alarmiert blickte dieser hinter ihm her. Sollte er sich Sorgen machen? Ob mit Miss Granger alles in Ordnung war? Er konnte es nur hoffen. Er würde eine Eule zu ihr schicken um sich dessen selbst zu vergewissern. Severus war schon immer ein schwieriger Junge gewesen, der Probleme magisch anzog. Vielleicht war es nicht seine beste Entscheidung gewesen ihn zu Hermione zu schicken? Sie war ein gutes Kind und Severus.
Er sollte wirklich gleich in die Eulerei gehen und ihr eine Nachricht zukommen lassen. Das Ministerium und seine verrückten Ideen. Gerade Severus zu einem Psychiater zu schicken, war mit Abstand die dümmste Idee, in einer Reihe von dummen Ideen, die ihnen einfallen konnte.
~ ° ~
Wie lief es? Gut auf eine seltsame Art. Er hatte geküsst. Er hatte andere Lippen auf den seinigen gespürt. Wie lange war das her gewesen? Zu lange offensichtlich, den er hegte den Wunsch es wieder zu tun und zwar mit den gleichen Lippen. Hermione Granger – er wusste nicht viel über sie, aber das konnte er ändern. Er wollte alles über sie wissen. Was hatte sie getan, nachdem sie Hogwarts verlassen hatte? Warum diese Berufswahl? Obwohl das war leicht. Ihm war noch nie ein so neugieriger und wissbegieriger Mensch wie sie begegnet. Es gab bestimmt in ganz Hogwarts kein Buch mehr, dass sie damals nicht gelesen hatte.
Der Kuss war etwas unüberlegtes, spontanes gewesen. Er neigte normalerweise nicht zu emotionalen Handeln. Seine stärkste Waffe, neben seinem Verstand, war sein wohldurchdachtes Agieren. Severus lief in seinen Gemächern unruhig auf und ab. Es gab keine vernünftige Erklärung für das was er getan hatte und vermutlich würde sich Hermione gerade ausgiebig über ihn beschweren.
Er konnte es ihr nicht einmal verdenken. Sein Benehmen war schlicht unmöglich gewesen. Andererseits vielleicht war es das sogar wert gewesen. Um seine Lippen legte sich ein leichtes Grinsen. Schnell ließ er es wieder verschwinden. Er lächelte nie. Gerade wollte er sich ein Buch schnappen, als Dumbeldore in seine Räume gestürmt kam.
„Was hast du getan?", verlangte dieser zu erfahren. Das ging ja schnell. Schneller als erwartet.
„Sag du es mir. Du scheinst darauf bereits eine Antwort zu haben!", erwiderte Severus und blickte abwartend auf Albus. Was hatte Hermione ihm erzählt?
„Ich habe Dr. Granger eine Nachricht geschickt und eine äußerst beunruhigende Nachricht von ihr erhalten. Kannst du mir erklären was in ihrer Parxis vorgefallen ist?", verlangte Albus streng. Hermione hatte wirklich keine Zeit vergeudet sich über ihn zu beschweren.
„Nun ich ...", begann Severus zögernd. Das war schwer zu erklären.
„Ich kann mir schon denken, was du getan hast. Die arme Dr. Granger musste deinen Unmut ertragen, nur weil ich dich zu diesem Termin gezwungen habe!", warf ihm Albus vor.
Sie hatte also nichts von dem Kuss verraten? Warum nicht? Fragen über Fragen und er kannte keine einzige Antwort und das gefiel ihm ganz und gar nicht.
„Jedenfalls wirst du dich nächstes Mal gefälligst benehmen. Ich möchte nicht wieder von Dr. Granger solch eine Nachricht erhalten!" Albus hielt ein Stück Pergament in die Höhe und nur zu gerne hätte Severus es ihm entrissen um den genauen Inhalt studieren zu können, aber sie war leider außer seiner Reichweite.
„Was meintest du genau mit nächstes Mal?", fragte er plötzlich stutzig geworden. Hatte sie ihm nicht richtig zugehört? Er brauchte vielleicht vieles, aber bestimmt keine Therapie. Das war Zeitvergeudung.
„Dr. Granger ist zur Überzeugung gelangt eine normale Sitzung würde bei dir nichts bringen und ich neige dazu ihr in diesem Punkt beizupflichten. Hier ist eine neue Adresse. Du wirst dich morgen Abend dort einfinden und ich rate dir dich zu benehmen und pünktlich zu sein!", sagte Albus, verschwand wieder und ließ einen ziemlich ratlosen Severus Snape zurück. Grübelnd schritt er in seinem Gemach auf und ab. Sie wollte ihn wiedersehen. Wegen des Kusses?
Küsse passieren! Andauernd! Es gab Zauberer und Hexen und auch Muggel die taten es. Bereits bei den geringsten Anlässen. Sie küssten sich. Also warum machte er darum so ein Drama? Es war nichts besonderes, wenn er es auch tat. Müde rieb er sich über das Gesicht. Das war eine Lüge. Er tat es nie. Er hat es auch noch nie wirklich getan. Bis jetzt. Und warum ausgerechnet sie? Diese Fragen trieben ihn noch in den Wahnsinn und automatisch dachte er wieder daran, als es passierte …
