Jinai: ~Theee infection must diiieee~
Raffael: Irgendwer zuhause? Du hast Arbeit!
Jinai: Ach ja ^-^ ich bin nur gerade so... hyped up -um Raffael rumtanz-
Raffael: Ich. Merks.
Jinai: Und ich muss mich an der Stelle an Psychomantium wenden: Stell dir vor, ich wollte gerade schlafen gehen, hab noch rasch meine Emails gecheckt, da seh ich deinen review. Und da hab ich spontan entschieden, das nächste Kapitel auch gleich heute hochzuladen ^-^
Raffael: Coincidence, Coincidence.
Jinai: Jaaa... ich meine, so viel Einsatz seitens der Leser muss doch belohnt werden. Wenn Psychomantium um halb zwei in der Früh noch mein neues Chap liest ö.ö
Rated: T
Disclaimer: Ihr gehört nicht mal der review. Aber sie freut sich tierisch drüber. Glaubt mir. Ich muss das mit ansehen.
Zweiter Teil des Kapitels: Das Ende der kleinen Welt
Es war kurz vor Sonnenaufgang, und wenige Minuten, bevor sie aufbrechen mussten, um ihren Zug zu erwischen, aber von Jinai keine Spur. Lavi, der so eine Ahnung hatte, wo sie zu finden war, erwähnte den anderen gegenüber nichts davon und ließ den beiden stattdessen Zeit füreinander, bevor sie sich trennen mussten. Nachdem sie so lange gebraucht hatten, um endlich den Mund aufzumachen, sollte ihnen doch wenigstens ein bisschen Zeit vergönnt sein, oder?
Er zögerte den Moment bis zur letzten Sekunde hinaus; erst dann klopfte er leise an Kandas Zimmertür. Es dauerte länger als üblich, bis der Japaner öffnete, aber der missmutige Blick war derselbe.
„Was?"
„Wir müssen jetzt los", antwortete Lavi; er ließ unausgesprochen, dass Jinai mit ihnen gehen musste. Das wussten sie alle drei.
Kandas Blick wurde für einen Moment noch härter, aber Lavi glaubte, Traurigkeit herauszulesen, bevor ihm die Tür vor der Nase zugemacht wurde. Es war ihm klar, dass sie natürlich nicht einfach die Tür offenlassen würden; auch ohne die Tatsache, dass Kanda nur seine Hose angehabt hatte, wusste er, dass sie sich erst anziehen mussten… und dass sie sich ein wenig Zeit dabei lassen würden. Geduldig wartete er neben der Tür, bis beide herauskamen und der Japaner hinter sich die Tür schloss.
„Hallo, Lavi", grüßte Jinai ihn leise; die Magie der letzten Nacht hing ihr noch nach und bewahrte sie wie ein Schutzschild vor der Realität, wenn auch nur teilweise. Als wäre es verboten, die Stimme zu erheben, hatte keiner von ihnen, weder sie noch Kanda, auch nur ein lautes Wort gesprochen; eigentlich war das das erste, was sie seit gestern Abend gesagt hatte.
Lavi nickte nur und ging schweigend neben ihnen her; ihm fiel auf, dass sie sehr nahe beieinander gingen, ohne sich jedoch zu berühren. Nur ab und zu streiften sich ihre Finger oder Fingerknöchel, doch sie zuckten zwar nicht zurück, taten aber auch nicht mehr. Es stimmte ihn nur noch trauriger; das Leben war so verdammt ungerecht.
Als sie die Treppe erreichten, die zu dem unterirdischen Kanal führte, ging er ein Stück voraus; er wollte ihnen auch diesen letzten Moment alleine gönnen. Sie sprachen es zwar nicht aus, aber er wusste, dass sie insgeheim dankbar waren. Hätte er gekonnt, er hätte mehr getan, dafür gesorgt, dass sie sich nicht zu trennen brauchten, dass sie nicht um das Leben des anderen fürchten mussten, dass sie überhaupt nicht fortgehen mussten –aber er war auch nur ein Exorzist, ein kleines Rädchen in der großen Maschine.
Jinai lehnte sich an ihn und schob die Hände unter seinen Mantel, um ihn zu umarmen. Da war sie wieder, ihre eigene kleine Welt, in die sie sich flüchten konnte, solange sie in seiner Nähe war. Die Welt, die sie jetzt lange Zeit nicht mehr betreten würde können, getrennt durch einen Auftrag, eine Mission und hunderte von Kilometern. Umso kostbarer war dieser letzte Moment, in dem sie ein letztes Mal seinen Duft einatmen und seinen Körper an ihrem spüren konnte.
Kanda umarmte sie seinerseits, getrieben von demselben Wunsch; die wenigen Stunden, die sie, eng umschlungen, geschlafen hatten, galten nichts, wenn sie nicht wach waren und die Nähe des anderen genießen konnten. Jetzt, wo der Moment des Abschiedes gekommen war, kamen ihm die letzten Stunden wie ein einziger Augenblick vor, viel zu wenig, um für Monate zu reichen; er verstärkte seinen Griff um ihre Mitte. Ihnen war nur so verdammt wenig Zeit vergönnt gewesen, viel zu wenig Zeit.
Sie spürte den Kloß in ihrem Hals und versuchte verzweifelt, ihn hinunterzuschlucken, aber sie kam nicht dagegen an. Schon setzte das Zittern ein, versuchten die Tränen, ihre Augen zu erobern, als sie Kandas Stimme hörte: „Das ist kein Lebwohl." Es klang so, als würde er damit nicht nur sie, sondern auch sich selbst beruhigen wollen.
„Ich weiß; das macht es aber nicht besser", erwiderte Jinai und kniff fest die Augen zu, um die Tränen zurückzuhalten; sie konnte nur hoffen, dass ihrer Stimme nicht anzumerken war, wie knapp sie davor war, zu weinen.
Kanda hob ihr Kinn an und zwang sie, ihn anzusehen. Sie sah in seinen Augen dieselbe Unsicherheit und Traurigkeit, die sicher auch in ihren eigenen zu lesen war, bevor er sie sanft küsste. Die Sekunden dehnten sich zu einer Ewigkeit aus, in der der Rest der Welt verschwand, alles, bis auf sie beide und ihre Gefühle, die Hitze ihrer Körper und ihre Lippen aufeinander.
Langsam, Millimeter für Millimeter, Sekunde für Sekunde, beendeten sie den Kuss; als sich ihre Lippen zum letzten Mal berührten, flüsterten beide „Ich liebe dich", einer auf Japanisch, eine auf Englisch, bevor sie auch die letzte Verbindung zwischen ihren Körpern abbrachen und voneinander zurücktraten. Jeder Schritt, den sie die Treppe hinunter machte, kostete Jinai große Überwindung; am liebsten hätte sie sich umgedreht und zurück in seine Arme geflüchtet, aber sie zwang sich dazu, einen Fuß vor den anderen zu setzen und nicht zurückzuschauen. Sie hätte sonst nicht weiter voran gehen können.
Kanda sah ihr hinterher, nicht gewillt, seinen Blick von ihr zu nehmen. Ihre gestrafften Schultern und ihr gerader Rücken rangen ihm Respekt ab; er hatte gespürt, wie sie, noch vor wenigen Sekunden, fast zu weinen begonnen hätte. Ein Teil von ihm wünschte sich verzweifelt, sie möge sich noch einmal umdrehen, aber der andere wollte ihr das nicht antun. Gespalten in seinen Gefühlen stand er da und konnte nichts anderes tun, als auf ihren Rücken zu starren, die hüftlangen, glänzenden Strähnen, die ihren Nacken und ihre Schultern umflossen, und den gesenkten Kopf, und zu hoffen, er würde genug Luft bekommen durch seine zugeschnürte Kehle.
Als sie fast außer Sicht war, fast schon von der Mauer verdeckt wurde, drehte sie sich schließlich doch noch zu ihm um. Kanda sah die Tränen in ihren Augen glitzern, die sich nicht hatten vermeiden lassen, und die zwischen die Zähne gezogene Unterlippe, die aufhören sollte zu zittern, und fühlte sich noch elender, als er es ohnehin schon tat. Dann, als hätte sie seine Gefühle gespürt, ließ sie ihre Unterlippe los und lächelte; es war ein offenes, von Herzen kommendes Lächeln, begleitet von Tränen, die ihr über die Wangen rollten, und es schien den ganzen Raum zu erleuchten und ihn mitten ins Herz zu treffen. Würde er sie nicht bereits lieben, in diesem Moment hätte er sich aufs Neue in sie verliebt, und sei es nur um dieses Lächelns willen.
Auch, als sie schon längst verschwunden war, blieb er stehen und starrte auf die Stelle, an der ihr Lächeln in der Luft gehangen hatte; einen Moment lang glaubte er wieder, ihren Geist zu sehen, wie er dastand und ihn anlächelte, dann verblasste das Bild. Genauso, wie ihm nur eine Nacht vergönnt gewesen war, bevor auch Jinai wieder verschwand.
Aber das Lächeln blieb.
Raffael: Ich kenn längere Chaps.
Jinai: Sag mal, du kannst dich nie für jemanden freuen, oder?
Raffael: Öhm... ich freu mich für dich, wenn du deinen PC neu aufsetzt. Den Laptop am Bildschirm anschließen, weil du PC UND LAPTOP geschrottet hast, ist keine dauerhafte Lösung.
Jinai: Aber die Technik hasst mich T.T
Raffael: -augenroll- Du hast eben zwei rechte Hände. Und sowas darf studieren.
Jinai: Schönen Schrank auch, dafür hast du dir Schrankarrest geholt. Kusch. -mit den Hände wedel- Es äh, gibt bald Nachschub. Ich kann euch jetzt schon sagen, wie das nächste Chap heit, nämlich 'Memories in the rain'. Bleibt mir gewogen ^-^
