Pain ist Jenny nun so nahe, wie sie es sich eigentlich schon immer gewünscht hatte. Doch irgendwie bereitet ihr diese Nähe auch etwas Angst. Nervös starrt sie in diese unergründlichen Augen des Älteren. Doch ihr verängstigter Blick weicht einem Schockierten, als sie spürt, wie er plötzlich ihre Hände, mit seiner rechten Hand, über ihrem Kopf festpinnt.

Ergeben und mit steigender Angst schließt sie leicht zitternd ihre Lider, nur um ihn nicht ansehen zu müssen. Ihr Atem geht unregelmäßig, während ihr Herz hemmungslos gegen ihre Brust schlägt. Einige Sekunden vergehen, in denen Jenny ihre Augen fest verschlossen hält, ohne die geringste Ahnung was er vorhat. Oder ob er gar wieder von ihr einfach ablassen würde.

Jedoch geschieht kurze Zeit später etwas, von dem sie sich nie zu träumen gewagt hätte. Die Schwarzhaarige spürt die forschen und energischen Lippen Pains auf den ihren, jedoch zwingt sie sich die Augen weiterhin geschlossen zu halten. Stattdessen genießt sie einfach dieses angenehme Kribbeln in ihrer Magengegend, das sich langsam in ihrem Körper breit macht. Zögernd erwidert sie diesen Kuss und versucht sich dabei leicht aus seinem festen Griff zu befreien.

Innerlich muss Pain anfangen zu Grinsen, als er bemerkt wie sie den Kuss erwidert. Sollte sie wirklich so naiv sein? Lächerlich! Ebenso abstrakt ihre kläglichen Versuche sich zu befreien, doch er bleibt unnachgiebig.

Wenig später löst er den Kuss wartet geduldig Jennys Reaktion ab. Diese kommt auch prompt. Leicht streckt sie sich ein wenig nach oben, um ihr Verlangen nach ihm, das sich mehr und mehr aufbaut, zu stillen. Weit kommt sie jedoch nicht, wird sie sogleich von dem Orangehaarigen zurück ins Bett gedrückt. Schließlich weiß Pain genau, was Jenny vorhat. Er würde sich deshalb aber noch lange nicht auf das Niveau herab begeben und sich küssen lassen. Dennoch ist er gewillt ihrem Wunsch ausnahmsweise nachzugehen. Erneut beugt er sich zu ihr hinunter und versiegelt seine Lippen mit den Ihren.

Während Jenny nur zu gerne auf den Kuss eingeht, beginnt Pains linke Hand auf Wanderschaft zu gehen. Langsam fährt er von ihrem Schlüsselbein hinab und streift mit nahezu ungewohnter Zärtlichkeit, ihre Seiten entlang. Sofort bildet sich eine Gänsehaut auf dem Körper der Schwarzhaarigen und sie zuckt immer wieder unwillkürlich unter den Berührungen zusammen. Ein angenehmer Schauer durchstreift sie.

Pain grinst daraufhin in den Kuss hinein, wie sehr er doch diese Art des Mädchens mag. Sie unter jeder seiner Bewegung nahezu ängstlich und gewillt gleichzeitig zusammenzuckt. Sich ihm praktisch voll und ganz hingibt.

Noch kurze Zeit ruht seine Hand auf Jennys Bauch, der sich nun mehr als unregelmäßig hebt und senkt. Mit einer schnellen Bewegung gleitet seine Hand unter ihr Shirt. Erneut zuckt die Schwarzhaarige stark zusammen und augenblicklich entweicht ihr unbewusst ein Keuchen, das jedoch in dem Kuss untergeht. Doch Pain bekommt es genau mit. So nah ist ihr bisher noch niemand gekommen, schließlich hatte Jenny noch nie einen Freund.

Dieses Geräusch, das so ungewollt aus Jennys Kehle dringt, ist wieder etwas, das Pain nur zu gerne hört. Eines ist ihm bereits klar, mit diesem Mädchen wird er noch viel Spaß haben. Um mehr von diesen unterwürfigen Geräuschen zu hören, beginnt er kleine Kreise auf ihrer Haut zu ziehen. Und, wie sollte es anders sein, entweichen erneut solche Laute ihrer Kehle. Leicht zitternd liegt Jenny dort und genießt das, was Pain mit ihr macht, wobei sie es immer noch nicht so ganz glauben kann. Nie hat sie jemanden so schnell an sich heran gelassen, da sie Angst davor hat, betrogen zu werden. Und bei dem Orangehaarigen macht sie nicht ein Mal große Anstalten sich zu wehren. Liegt es daran, dass er sie praktisch vollkommen unter Kontrolle hat, oder daran dass sie ihm ja schon vorher praktisch verfallen war?

Doch so schön dieses Gefühl auch für sie ist, es endet abrupt, als Pain von ihr augenblicklich ablässt und sich ein Stück weit von ihr entfernt. Augenscheinlich sieht er aus dem Fenster in die Ferne, doch eigentlich beobachtet er weiterhin das junge Mädchen auf dem Bett, das immer noch genauso dort liegt, wie er sie an jenem Ort zurückgelassen hat.

Jenny kann es nicht fassen, zu schnell hat er von ihr abgelassen, als das sie in irgendeiner Weise reagieren könnte. Geistesabwesend öffnet sie die Augen und starrt an die Decke, innerlich herrscht das reinste Chaos. Sie versucht erst ein Mal ihre Gedanken zu sortieren und das Geschehene zu verarbeiten.

Währenddessen ist auch Jennys Mutter von ihrer Arbeit zurück und betritt seufzend den Hausflur, die Tür schließt sie möglichst leise. Sogleich stürmt schon Caroline auf sie zu und umarmt sie zur Begrüßung. „Hi Mama.", ruft sie freudig. „Hallo Caro. Na, wie war die Fahrt?", fragt sie ihre Tochter, als sie sich wieder voneinander lösen. „Ganz ok.", antwortet die Angesprochene schulterzuckend darauf.

Mit einem mütterlichen Lächeln sieht die Ältere zu ihrer Tochter. Dunkelbraune Locken fallen ihr bis über die Schultern und umrahmen ihr zierliches Gesicht. Ein paar kleine Falten sind schon auf ihrem Gesicht zu sehen, dennoch sieht sie nicht gerade alt aus. Ihre stahlblauen Augen fallen einem sofort ins Auge, sie haben einen sehr freundlichen Ausdruck. Die Mutter von Caro und Jenny kleidet sich eher schlicht, eine hellblaue, lange Jeans, darunter ein paar schwarze, offene Sandalen und eine weiße kurzärmlige Bluse runden ihr Aussehen ab. An ihrem Handgelenk ist eine silberne Uhr mit Ziffern und am Finger ein silberner Ring zu finden. Dieser ist sehr wertvoll, und das nicht nur geldmäßig, denn sie hat ihn vor einem Jahr von ihren beiden Töchtern zum Geburtstag geschenkt bekommen.

Ein breites Grinsen zeichnet sich auf Carolines Gesicht ab und auf den fragenden Ausdruck ihrer Mutter hin, antwortet sie. „Jenny hat Besuch!" Ihre Mutter legt den Kopf leicht schief. Ihre jüngste Tochter bekommt nicht oft Besuch, und wenn dann ist es meistens Marlene, aber darum würde Caro keinen Aufstand machen. Da muss schon etwas anderes dahinter stecken und wie sie ihre Älteste kennt wird sie es auch gleich sagen.

„Es ist der Junge aus der Parallel-Klasse, von dem hat sie doch erzählt. Er hilft ihr irgendwie ein bisschen wegen der Schule. Angeblich! Aber ich glaube da ist mehr im Busch.", immer noch ist das Grinsen auf ihrem Gesicht zu sehen. Anscheinend hat sie nun auch ihre Mutter damit angesteckt, denn auch auf deren Gesicht sind leichte Züge dessen zu sehen. „Hast du ihn schon kennen gelernt?", fragt die Mutter auch gleich, doch Caro verneint nur mit einem Kopf schütteln. Daraufhin fährt sie fort. „Wir esse sowieso gleich. Dann muss sie ihn uns vorstellen, aber vielleicht kommt sie auch so schon hinunter.", noch immer ist ein leichtes Lächeln auf ihren Lippen zu erkennen.

Kurz darauf ruft sie auch schon nach ihrer jüngsten Tochter, doch sie erhält keine Antwort, keinen Laut. Nichts. Schulterzuckend beginnt sie die Treppen, mit den Worten „Dann muss ich eben nachsehen!", hinauf zu steigen. Caro begibt sich unterdessen in die Küche, um das Abendessen vorzubereiten.

Im oberen Stockwerk angekommen läuft die Frau geradewegs zu der Zimmertür ihrer Tochter. Zunächst lauscht sie an der Tür um irgendwelche Gesprächsfetzen einer Unterhaltung mitzubekommen. Doch wieder vernimmt sie keinen Laut. Was ist da drin bloß los? Jenny ist nur selten still, schließlich dröhnt meist laute Musik aus der Stereo-Anlage in ihrem Zimmer. Stirnrunzelnd klopft sie leise an die Zimmertür.

Jenny realisiert überhaupt nicht, dass dort jemand vor ihrer Tür um Einlass bittet. Zu sehr hängen ihre Gedanken an dem Geschehenen, ihr Körper gehorcht ihr in keinster Weise. Stumm und geistesabwesend liegt sie immer noch dort auf dem Bett.

Nach dem zweiten Klopfzeichen richtet selbst Pain seinen Blick zur Tür und schließlich zu Jenny. Seufzend stößt er sich von der Wand ab und geht auf die Schwarzhaarige zu. Grob zerrt er sie in eine aufrechte Position, er schwankt schon zu dem Gedanken Jenny einen Kinnhaken zu verpassen, da sie selbst jetzt nicht reagiert oder auch nur einen Ton von sich gibt.

Doch nach dem dritten Klopfen und einem besorgten Ruf einer Frau, erwacht Jenny schließlich aus ihrer Starre und starrt zunächst erschrocken in Pains Gesicht, doch dann schnellt ihr Kopf zur Tür. Die Stimme identifiziert sie eindeutig als die ihrer Mutter, wenn diese jetzt hinein kommt, könnte sie das vermutlich falsch verstehen. Nun ist es an Jenny zu handeln.

Schnell springt sie auf und stürmt zur Tür. Ruckartig öffnet sie diese, doch nur soweit, dass sie ihre Mutter ansehen kann. „Hi Mum.", antwortet sie hektisch und versucht sich nichts von ihrem inneren Chaos anmerken zu lassen. „Hi, Jenny.", antwortet die Angesprochene zunächst etwas verwirrt über die Reaktion ihrer Tochter. Dann fährt sie deutlich gefasster fort. „Ich habe gehört du hast Besuch. Du kannst ihn ja beim Essen vorstellen.", ein mütterliches Lächeln zeichnet ihr Gesicht. Und genau das macht die Schwarzhaarige noch nervöser. „Klar!", antwortet sie nur noch nebenbei. Ihre Mutter nickt ihr zu und macht auf dem Absatz kehrt, in Richtung Küche.

Tief durchatmend schließt Jenny erneut die Tür, nachdenklich dreht sie sich zu Pain um. Es gibt ein großes Problem, das ist ihr jetzt schon bewusst. Ihre Mutter hasst Piercings und dergleichen, und sie wird das, was Pain trägt, definitiv als Solches abstempeln. Aber das ist ein Problem, dass sie nun mal nicht lösen kann. Da bleibt ihr wohl nur noch das Hoffen, denn bekanntlich stirbt die Hoffnung zuletzt.

Binnen weniger als einer Sekunde steht der Orangehaarige vor ihr und zwingt sie dazu ihn anzusehen, in dem er ihr Kinn packt und in seine Richtung dreht. Mit ungewöhnlich flehendem Ausdruck in den Augen sieht die Schwarzhaarige in die grauen, durch das Rinnegan gezeichneten, Augen.

„Ich hoffe du hast dir schon genauestens überlegt, was du deiner Mutter und deiner Schwester sagen wirst!", raunt er ihr ins Ohr, woraufhin sich ein kalter Schauer über Jennys Rücken schleicht. „Ja.", gibt sie daraufhin unsicher zurück. Schon wieder ist er ihr so nah, so nah, dass es sie erneut nervös macht. Der Kerl macht sie noch wahnsinnig.

Wieder lässt er von ihr ab, weicht jedoch keinen Zentimeter von ihr. Lautlos öffnet Jenny die Tür zu ihrem Zimmer, als sie das Rufen ihrer Mutter aus der Küche hört. Sie dreht sich nicht zu Pain um, sie weiß, dass er ihr folgen würde und genau das verraten ihr auch die sicheren und festen Schritte hinter ihr. Er ist sich seiner Sache so sicher.

Während Jenny die Treppe hinunter schlurft, atmet sie mehrmals tief durch, um sich abzulenken. Kurz schließt sie, vor der Küche angekommen, noch ein Mal ihre Lider, nur um sie daraufhin energisch zu öffnen. Mit sicheren Schritten betritt sie den Raum, in dem schon ihre Mutter und ihre Schwester wie gebannt auf die Tür starren. Als sie gerade im Raum steht beginnt sie zu reden. „Darf ich vorstellen, dass ist Pain, aus meiner Parallel-Klasse.", dabei sieht sie die beiden mit ernster Miene an. Diese soll signalisieren, dass sie sich besser nicht über ihn lustig, oder sonst was, machen sollten.

Jenny tritt ein wenig zur Seite, sodass auch Pain die Küche betreten kann. Noch immer sind seine Schritte so selbstsicher, dabei sieht er die beiden anderen im Raum mit einem undefinierbaren Blick an. Die Schwarzhaarige fängt in der Stille, die sich in der Küche gebildet hat, an zu schlucken, während ihre Familie weiterhin den Neuankömmling anstarrt. Innerlich betet sie schon, dass sie es bald lassen würden und dem ist glücklicherweise auch so, ihre Mutter stellt sich und ihre älteste Tochter vor.

„Hallo, ich bin die Mutter von Jennifer und das ist meine älteste Tochter Caroline." Caro ist nicht im Stande einen Ton herauszubringen und das kommt äußerst selten vor. Liegt es an der Ausstrahlung die der Orangehaarige ausstrahlt oder an seinem achtunggebietenden Auftreten? Auf jeden Fall wirkt er sehr gebieterisch auf sie, etwas das sie nicht genau beschreiben kann, zudem zeugen seine Augen von einem ungewöhnlich kalten Glanz.

„Es freut mich Sie kennen zu lernen.", gibt Pain daraufhin zurück. Jenny betet in ihrem Innersten alle Gebete und Psalme, die sie jemals lernen musste auf und nieder. Nach kurzer Zeit in der sich sowohl Jenny, als auch Caro wieder gefangen haben, bittet die Mutter der beiden Mädchen zu Tisch. Dieser ist relativ klein, aber groß genug für vier Personen, sodass auf jeder Seite eine Person sitzen kann. Dieses Mal ist keine Tischdecke aufgelegt, sodass man das weiße Holz erkennen kann, verdeckt wird er jedoch von den Tellern, Wurst und Käse. Die gesamte Küche ist sehr in Weiß gehalten, angefangen bei der Garnitur, über die Gardine bis hin zu den Fließen. Es wirkt ein wenig steril und dennoch gemütlich, um nicht zu sagen familiär.