Geraume Zeit später, in denen Jenny wieder ihren Gedanken nachhängt, ertönt die Stimme ihrer Mutter. „Jenny, wir wollen fahren, kommst du?"
Erschrocken sitzt sie kerzengerade auf ihrer Couch, hat sie damit schließlich nicht gerechnet. Ihr Blick geht direkt zu Pain, der diesen nur emotionslos erwidert. „Ich … Wir sollten kurz runter gehen.", meint Jenny nach wenigen Sekunden. Wider erwarten nickt ihr Pain ohne große Umschweife zu. Und so gehen sie gemeinsam schweigend durch den Flur, die Treppe hinunter in den Eingangsbereich.
Die Haustür ist geöffnet, so kann man gerade noch erkennen, wie Caro den letzten Koffer in den Kofferraum lädt. Ihre Mutter kommt aus der Küche und lächelt ihre jüngste Tochter warm an.
„Wir fahren dann jetzt und passt bitte auf das Haus auf, ja?", sie sieht kurz zu dem Orangehaarigen und wieder zu ihrer Tochter. „Was denkst du denn von mir?", antwortet ihr die Angesprochene leicht lächelnd. In diesem Moment kommt auch Caro wieder in die Wohnung. „Das heißt dann wohl sturmfrei für dich, Kleine!", grinst sie ihr verschmitzt entgegen und streckt ihr neckisch die Zunge raus. „Sehr witzig, du Pimpf. Wer ist denn hier kleiner, hm?", antwortet Jenny augenzwinkernd.
Die Mutter der Geschwister beendet das Gespräch kurzerhand. „Caro, wir müssen! Guck mal auf die Uhr. … Jenny? Pass auf dich auf!" Damit verlässt sie lächelnd die Wohnung und steigt ins Auto ein, Caro geht zur Tür und dreht sich dann noch ein Mal kurz um. Ein breites Grinsen ziert ihr Gesicht, ehe sie leise flüstert. „Denk an meine Worte!" Und schon fällt die Tür ins Schloss.
Von dem Krachen der Tür wird Jenny erneut aus ihren Gedanken gerissen. Verwirrt blickt sie sich um, dann fällt ihr wieder ein, dass Pain ja auch noch irgendwo schlafen muss. Da kommt ihr eine Idee. „Du würdest dann heute Nacht in Caros Zimmer schlafen, wäre das okay?", fragt sie vorsichtshalber nach, während sie mit ihrem Finger auf die Zimmertür am Ende des Ganges deutet. Wieder nur ein Nicken, Jenny kann sich keinen Reim daraus machen, warum kommt nicht irgendein Kommentar?
Doch dann gibt Pain wieder einen Laut von sich und auf eine seltsame Art und Weise ist sie froh, wieder diese kalte Stimme zu hören. „Ich brauche meine Ruhe! Du bleibst oben, wir sehen uns Morgen.", mit diesen Worten geht er in das, ihm zugewiesene, Zimmer und lässt eine verwirrte Jennifer zurück. Nach wenigen Sekunden schüttelt sie die Gedanken ab und geht wie befohlen hinauf in ihr Zimmer.
Pain hingegen sieht sich kurz in dem Zimmer um, sehr kahl wie er findet, aber soweit er das mitbekommen hat, wohnt ihre Schwester auch nicht allzu oft hier. Kurz darauf macht er es sich auf einem Stuhl bequem und vollführt einige Fingerzeichen. Er nimmt Kontakt zu den anderen Mitgliedern auf. Nach kurzer Zeit haben sich alle versammelt, ihre Projektionen sind etwas außerhalb des Dorfes in einem alten Schlosshof zu sehen.
„Habt ihr eine Unterkunft?", fragt Pain in gewohnt ruhigem Ton. Er erhält ein einstimmiges Nicken seiner Untergebenen. „Dann zu unserem weiteren Vorgehen!", sein Blick schweift durch die Menge und er mustert jeden eindringlich. „Ich gebe euch ein Jahr für euren Auftrag Zeit. Heute in einem Jahr treffen wir uns um die gleiche Uhrzeit wieder hier. Konan!", er wendet sich an seine Partnerin, die als Einzige körperlich anwesend ist. „Du kümmerst dich um die Organisation für den Abschluss unserer Mission, der Rest hat seine Aufgaben.", bei dem letzten Satz sieht er wieder zu den übrigen Anwesenden. „Und was ist mit den Mädchen?", fragt eine Projektion mit lilafarbenen Iriden, während er sich genüsslich über die Lippen leckt. Ein wahnsinniges Glitzern ist in seinen Augen zu sehen. „Die bringt ihr mit!", antwortet der Leader nur knapp auf die Frage und sieht durch die Reihen. Stumm fordert er die Mitglieder auf ungeklärte Fragen zu stellen, doch niemand rührt sich.
Noch kurz verweilt Pain an diesem Ort, er sieht sich um. Das Gebäude ist schon halb zusammen gefallen und komplett einsturzgefährdet. In dem Hof liegen vereinzelte Trümmer, der Schuppen ist schon aufgrund des morschen Holzes eingestürzt. Die Mauer dagegen hat keinerlei Schaden genommen, ebenso wie das große, weit geöffnete, Tor.
„Das wäre ja dann geklärt!", beendet Pain das Treffen, ehe seine Projektion verschwindet. Auch die Anderen folgen seinem Beispiel und verschwinden. Seufzend setzt sich Pain auf das Bett, er ist froh, wenn dieses Jahr vorbei ist.
Jenny hingegen liegt bereits im Bett, sie hat heute viel erlebt und ist für jede Sekunde Schlaf dankbar. Kurz darauf fällt sie auch schon in einen traumlosen Schlaf.
Am nächsten Morgen wacht Jenny gegen 11.00 Uhr auf, müde reibt sie sich die Augen und huscht ins Bad. Seufzend genießt sie die Kühle des Wassers, das tropfenweise an ihrem Körper entlang läuft, jeder ihrer Muskeln entspannt sich merklich. Nach einigen Minuten der Entspannung zieht sie sich an und macht sich auf den Weg in Richtung Küche, dort sieht sie auch sogleich Pain. „Möchtest du was essen?", fragt sie vorsichtig, doch er verneint. So macht sich Jenny ein Brot mit Marmelade fertig, alles unter genauster Beobachtung Pains.
Dieser Blick macht Jenny langsam nervös, sie hat es nicht gern, wenn man sie beim Essen beobachtet, aber sagen will sie auch nichts. Sie beeilt sich mit dem Essen, nur um diesem Blick zu entkommen. Ebenso schnell hat sie den Teller gespült und alle Utensilien wieder in die Schränke geräumt. Also macht sie sich auf in Richtung ihres Zimmers, doch ahnt sie nicht, dass Pain ihr dorthin folgt.
Jenny ist in ihrem Zimmer angekommen und atmet ein Mal tief durch. Doch dann bemerkt sie, dass Pain ihr gefolgt ist und nun direkt hinter ihr steht. Erschrocken weicht sie einen Schritt zurück, doch der Orangehaarige setzt diesen sofort nach. „Weißt du, du kennst uns sehr gut und weißt dementsprechend sehr viel über uns. Aber wir sind auch nur Menschen.", mit diesen Worten macht er einen weiteren Schritt auf sie zu. Die Schwarzhaarige weicht erneut zurück. Erneut setzt Pain zum Sprechen an. „Und auch wir haben unsere Bedürfnisse!" Er geht einen weiteren Schritt auf sie zu, doch als Jenny weiter nach hinten gehen will, stößt sie auf Wiederstand und verliert ihr Gleichgewicht und fällt rücklings. Erst da bemerkt sie gegen was sie gestoßen ist, erschrocken sitzt sie auf ihrem Bett und blickt zu Pain hinauf. Als dieser einen weiteren Schritt auf sie zu macht zieht sie schnell ihre Beine nach oben, schließlich ist die Situation mit der gestrigen sehr ähnlich.
Pain geht weiter auf sie zu. Ängstlich, aber mit einer Spur von Neugier sieht zu ihm auf. Direkt vor ihr bleibt er stehen, ehe er sich etwas zu ihr hinunter beugt und seine Hände direkt neben ihrem Körper platziert. Jenny weicht ein wenig zurück, doch ehe sie reagieren kann, wird sie von Pain zurück gedrückt.
Gerade als sich ihre Stimme wieder zurück melden will, spürt sie Pains Lippen auf den ihren. Erneut überwältigt von diesem unbändigen Gefühl lässt sie es einfach geschehen. Erschrocken reißt sie die Augen auf und kann ein Keuchen nur gerade noch so unterdrücken, als sie bemerkt, wie Pains Hand unter ihr Shirt gleitet. Ein eiskalter, aber auf groteske Art und Weise, angenehmer, Schauer jagt über ihren Rücken. Ihr Körper entspannt sich allmählich, als sie die ungewöhnlich zarten Berührungen auf ihrer Haut spürt.
Jenny bemerkt, dass sich Pain an ihrer Bluse zu schaffen macht. Mit jedem weiteren Knopf, den er problemlos mit einer Hand öffnen kann, macht sich in Jenny mehr und mehr das Gefühl breit, das er heute weiter gehen wird. Doch lange kann sie sich darüber keine Gedanken machen, denn in dem Moment löst Pain den Kuss, sein Blick schweift kurz über ihren Körper, der ängstliche Gesichtsausdruck macht das Bild perfekt. Doch äußerlich lässt sich der Orangehaarige nichts anmerken.
Er wendet sich wieder der Schwarzhaarigen zu und beginnt ihren Hals zu küssen. Pain wandert Stück für Stück weiter und küsst nahezu sanft ihr Schlüsselbein.
Jede Berührung fühlt sich für Jenny wie eine brennende Spur auf ihrer Haut an. Sie keucht immer wieder unbewusst auf und gräbt ihre Hände hilfesuchend in das Laken unter ihr. Ehe sie auch nur auf irgendeine Art und Weise reagieren kann, spürt sie, wie Pain ihren BH öffnet. Diesen wirft er mitsamt ihrer Bluse zu Boden.
Geschockt liegt die Schwarzhaarige da, scheint erst jetzt wirklich zu realisieren, was gerade passiert. So kommt es, dass sie nicht weiter auf ihn achtet, umso erschrockener ist sie, als sie spürt wie Pain beginnt ihren Busen zu massieren. Ein erregtes Stöhnen entweicht unverhofft ihre Lippen, doch Pains Tun bringt sie dazu nicht weiter darüber nachzudenken. Sie scheint nun vollkommen die Kontrolle über ihren Körper verloren zu haben.
Immer wieder stöhnt sie ungewollt auf, ehe auch dieses Geräusch in einem Kuss untergeht. Wie automatisch legen sich ihre Hände in seinen Nacken und ihr Körper drückt sich ihm entgegen. Unbeabsichtigt greift sie nach seinem Oberteil. Pain grinst in den Kuss hinein, ehe er ihn löst um ihrem Wunsch nachzukommen. Binnen kurzer Zeit hat nun auch sein Oberteil den Weg auf den Boden gefunden. Er beginnt erneut ihren Körper mit Küssen zu übersähen, während seine Hand immer weiter ihren Weg nach unten fährt. Ungewöhnlich sanft, wie Jenny es nie von ihm erwartet hätte, streicht er ihren Oberschenkel entlang.
Pain liebt dieses Spiel mit seinen Opfern, zuerst die Grenzen und Machtverhältnisse klarstellen und das Opfer dann an sich zu binden, es willenlos machen. Ja, er würde behaupten er spielt mit dem Gefühl, das sich „Liebe" nennt, aber um ehrlich zu sein, macht ihm dieses Spiel viel zu viel Spaß, als dass er damit aufhören würde. Und dann am Schluss die Gesichter, die Trauer und das Unverständnis, teils auch Wut. Er mag diesen Anblick und bald wird er ihn wieder mit ansehen dürfen.
Jenny ist sich im Klaren darüber, was Pain will, doch sie hat jegliches Gefühl der Angst oder Ungewissheit verloren, sie will es erleben, hier und jetzt. Ihr Körper beginnt leicht zu zittern. Instinktiv hebt sie ihr Becken an und sieht ihm auffordernd in die Augen. Die Augen, in denen sie sich schon so oft verloren hat. Er versteht und blickt in die lustverschleierten Iriden der Schwarzhaarigen. Mit schnellen Handgriffen hat er sie von ihrer Hose befreit und er spürt selbst, dass ihn dieser Anblick nicht kalt lässt. Dass Jenny nun komplett nackt vor dem Orangehaarigen liegt, scheint sie schon nicht mehr zu stören. Ein klein wenig ungeduldig und erregt zugleich sieht sie ihn an. Ein minimales Lächeln schleicht sich auf sein Gesicht.
Das war einfacher als ich dachte!
Kurz darauf hat auch er sich seiner Hose entledigt und fährt mit seiner Hand über die Innenseite ihrer Oberschenkel. Keuchend krallt sich die Schwarzhaarige in das Laken. Sie spürt erneut die weichen Lippen auf den ihren, ehe er in sie eindringt. Der schmerzerfüllte Laut geht in dem Kuss unter, eine Träne läuft ihre Wange hinab, schließlich ist es ihr erstes Mal. Erst als sich auch Pains Hände wieder mit ihrem Körper befassen, entspannt sie sich und Pain beginnt sich in ihr zu bewegen. Er löst den Kuss nur, damit er wieder diese unterwürfigen Laute hören kann und er wird nicht enttäuscht.
Mit jedem weiteren Stoß, stöhnt Jenny immer lauter, überwältigt von der Lust und dem Drang nach mehr. Nach wenigen weiteren Stößen erreicht Jenny, hemmungslos aufstöhnend, ihren Höhepunkt. Betört durch die aufkommende Enge erreicht auch Pain kurz darauf seinen Höhepunkt und ergießt sich tief in ihr. Er bleibt dabei jedoch stumm, er kann sich schließlich weder eine emotionale Blöße, noch Schwäche erlauben. Schwer atmend zieht er sich aus ihr zurück und legt sich neben sie ins Bett. Erschöpft und ebenfalls schwer atmend, aber mit einem glücklichen Gesichtsausdruck, bettet Jenny ihren Kopf auf seiner Brust. Sie schließt die Augen und konzentriert sich auf das regelmäßige Schlagen des Herzens, bis sie schließlich einschläft.
Auf diesen Moment hat er gewartet, sobald er die ersten ruhigen Atemgeräusche von ihr hört, steht er auf und macht sich, mitsamt seiner Kleidung, auf den Weg ins Badezimmer. Seufzend lässt er das angenehme kühle Nass der Dusche über seinen Körper fließen. Bloß weil er dafür sorgen musste, dass sie sich an ihn bindet, muss das noch lange nicht auf Gegenseitigkeit beruhen.
Ich habe meine Aufgabe erfüllt, der nächste Teil liegt bei Jenny und es wird der letzte ihres Lebens sein!, denkt er und steigt wenig später mit einem kalten, siegessicheren Grinsen auf den Lippen aus der Dusche.
