Sollte sich ihre Vermutung wirklich bewahrheitet haben? Wie kann man auch so unvorsichtig sein …
Jenny weiß nicht weiter, sie läuft in ihrem Zimmer auf und ab. Wägt die Worte, mit denen sie Pain konfrontieren will, sorgfältig aus. Sie hat es heimlich geschafft, nach der Schule in einer Apotheke einen Schwangerschaftstest zu bekommen. Und zu ihrem gänzlichen Missfallen, viel dieser auch noch positiv aus. Am liebsten hätte sie sich selbst geohrfeigt. Sich umgebracht und anschließend wiederbelebt, nur um sich nochmal umzubringen.
Immer wenn Jenny gehört hat, dass jemand ungewollt schwanger wurde, weil sie nicht verhütet hatten, konnte sie nur mit dem Kopf schütteln. Und nun?
Dass sie nicht die typischen Schwangerschaftssymptome aufweist, verwundert sie eigentlich überhaupt nicht. Sowas soll schließlich in den Genen liegen und die beiden Schwangerschaften ihrer Mutter sollen ziemlich ruhig gelaufen sein. Noch besser …
Nach einigen weiteren Minuten des Kopfzerbrechens, macht sie sich nun endlich auf den Weg zu Pain. Und da sitzt er, wie an dem Nachmittag, nachdem es vorgefallen ist. Mitten im Garten an den Baum angelehnt. Mit langsamen Schritten nähert sie sich ihm. Jedoch nur bis auf ca. 2 Meter Entfernung. Trotz dass er ihr so nahe gekommen ist, zollt sie großen Respekt vor ihm und seiner Persönlichkeit.
„Pain?", fragt sie vorsichtig. Der Angesprochene, der zuvor die Augen geschlossen hatte, öffnet sie nun und sieht sie abwartend an. Auf die Idee, sich zu erheben, kommt er allerdings nicht. Seine Position ist klar!
Jenny hat sich zu dem Entschluss durchgerungen, es direkt auf den Punkt zu bringen. Und so setzt sie ihr Vorhaben in die Tat um. „Ich bin schwanger!" Mit schweißnassen Händen und Körper auf Flucht eingestellt, steht sie vor ihm. Er sieht sie jedoch weiter an. Keine emotionale Regung ist an ihm abzulesen. Allein dieser Aspekt, macht die Schwarzhaarige nur noch nervöser.
Ein innerliches Grinsen kann sich Pain nun wirklich nicht verkneifen. Sein Plan nimmt also wirklich seinen normalen Gang. Aber zu mehr kann er sich dann auch nicht durchringen. Er hat die Information erhalten und mehr ist nun mal nicht drin. Lediglich ein flüchtiges „Ok!" entweicht seinen Lippen, ehe er die Augen wieder schließt.
Fassungslos, aber auch ein wenig erfreut sieht Jenny zum Leader hinunter. Sollte das heißen, dass er wolle, dass sie das Kind bekommt?
„Es macht dir also nichts aus?", hakt sie dann doch vorsichtshalber noch mal nach. Er verneint die Frage regelrecht gelangweilt, ohne sie dabei eines Blickes zu würdigen. Die Schwarzhaarige ist fassungslos. Pain will wirklich, das sie sein Kind austrägt. Jetzt muss sie nur noch ihre Schwester und ihre Mutter einweihen. Doch deutlich besser gelaunt macht sie sich auf zu diesen. „Naiv!", murmelt Pain nur noch als Jenny im Haus verschwindet.
Die Tatsache, dass die Schwarzhaarige schwanger ist, findet zwar nicht besonders großen Gefallen bei Caro und ihrer Mutter, aber ändern würden sie es auch nicht. Jennys Mutter bietet ihrer Tochter weitläufige Unterstützung an. Immerhin handelt es sich um ihre Tochter. Caro dagegen bombardiert Jenny dagegen zuallererst mit Beschuldigungen und Vorwürfen. Insgeheim freut sie sich aber dennoch über die Tatsache.
Jenny spaziert ein wenig auf der Straße umher. Sie will einfach ein wenig frische Luft schnappen, bis sie auf einmal ihren Namen hört. Verwirrt dreht sie sich um und erblickt ihre Freundin Marlene mit Naruto im Schlepptau. „Na, da hat aber jemand gute Laune. Was ist denn mit dir los?", fragt Marlene auch sogleich. „Wie soll ich sagen?", druckst Jenny ein wenig herum, entschließt sich aber auch hier für die direkte Variante. „Ich bin schwanger. Im zweiten Monat!"
„Doch nicht etwa?", Marlene kann sich zwar die Antwort schon denken, aber wahrhaben will sie sie deshalb noch lange nicht. „Doch.", antwortet Jenny wahrheitsgemäß und sieht wie bei ihrer Freundin sämtliche Farbe aus dem Gesicht weicht. „Du bist schwanger?", fragt Naruto ungläubig und sieht dabei auf ihren minimal gewölbten Bauch. „Aber das ist doch toll, oder Marlene-chan? Wer ist denn der Vater?", meint der blonde Chaos-Ninja neugierig „Ach den kennst du nicht.", meldet sich nun auch Marlene wieder zu Wort. Und es ist sogar die Wahrheit. Zum Anfang von Shippuuden kennt Naruto Pain noch nicht. „Kommt er denn von ihr?", fragt er weiter. Seine penetrante Neugier verfluchend antwortet Jenny schließlich. „Nein, er kommt … aus einem anderen Dorf." Und wieder mal hat sie nicht gelogen.
„Naruto?!", erschallt auf einmal die Stimme eines Mädchens hinter den Dreien. Fragend drehen sie sich in die Richtung und erkennen, dass es sich um Sakura handelt. Lächelnd kommt sie ihnen entgegen. Naruto stellt Marlene und Jenny kurz vor. „Wo bist du denn eigentlich untergekommen, Sakura-chan?" – „Wir haben uns draußen auf einer Wiese nieder gelassen und einige Zelte aufgebaut!", meint sie gelassen und mustert die anderen beiden nun etwas genauer. Bei Jenny bleibt ihr Blick hängen. „Bist du schwanger?", fragt sie verwundert. Es war klar, dass Sakura das auffällt, schließlich ist sie mittlerweile eine herausragende Medic-Nin geworden und sollte sich auch auf diesem Themengebiet auskenne.
Nickend bestätigt Jenny ihre Vermutung und sie beginnen eine kleine Unterhaltung, bis sie erneut unterbrochen werden.
Die Vier sehen nur noch wie ein grünes Etwas in unglaublicher Geschwindigkeit und mit anhaltender Euphorie auf sie zugerast kommt. Kurz vor ihnen kommt „dieses Etwas" zum Stehen und stellt sich letztendlich als Rock Lee heraus. Doch er ist nicht allein. Hinter ihm tauchen weitere bekannte Gesichter aus Konoha auf. Es handelt sich dabei um Guy, TenTen, Kiba, Hinata und Neji, die sich ebenfalls der kleinen Gruppe anschließen.
Es entsteht eine muntere Unterhaltung und die Laune steigert sich mit jedem Mal. Sie lachen und vergessen schließlich die Tatsache, dass sich acht Personen der Gruppe eigentlich am falschen Ort aufhalten. Vielmehr wirkt es wie ein Treffen alter Freunde, die sich lange Zeit nicht gesehen haben und nun die verlorene Zeit nachholen möchten.
Diese ausgelassene Stimmung treibt sie schließlich dazu, über den kleinen Wochenmarkt zu schlendern. An manchen Ständen bleiben sie stehen und begutachten die, teilweise fremdartigen, Sachen. Während Sakura und Hinata von einigen Ketten und Armbändern bezaubert sind, schwärmt Kiba hingegen eher für ein Spielzeug für Akamaru. Letzterer steht freudig neben seinem Herrchen, winselt leise und will ihn Schwanz wedelnd dazu treiben, das Spielzeug nun endlich zu kaufen. Letztendlich sieht es nun doch so aus, dass Akamaru seinen Willen durchsetzt, Hinata mit einer Kette und Sakura mit einem Armband den Stand verlässt. Das unverständliche Kopfschütteln von Neji und Naruto verstehen sie dagegen wenig. Und so gehen sie weiter über den Markt, bis sie bemerken, dass sie das Ende schon erreicht haben.
Plötzlich bleibt Naruto stehen, sein Blick ist starr geradeaus gerichtet, seine Hände ballen sich zu Fäusten und er verzerrt wütend sein Gesicht. „Naruto? Was ist los?", fragen Marlene und Sakura fast synchron, während die Anderen nun auch auf die Veränderung aufmerksam werden. Jenny folgt seinem Blick und augenblicklich erstarrt auch sie. In einer Entfernung von etwa 30 Metern stehen im Schatten der Bäume, drei Mitglieder von Akatsuki.
Während Narutos Veränderung seinen Lauf nimmt und sich seine Striche auf den Wangen verstärken, starrt Jenny fassungslos zu den Dreien. Den Ninja aus Konoha mögen zwar nur zwei dieser Personen bekannt sein, aber Jenny kennt die Dritte mehr als gut. Vielleicht sogar etwas mehr als ihr lieb ist. Denn obwohl sie ihn mag, man könnte sogar behaupten ihn liebt, hat größten Respekt und auch etwas Angst vor ihm. Pain ist natürlich sofort aufgefallen, dass sich Jenny in der Gruppe befindet. Nicht umsonst fixiert er sie eine Zeit lang, ehe er den beiden Mitgliedern noch eine kurze Information gibt und schließlich verschwindet.
Auch die Übrigen Ninja aus Konoha haben erkannt mit wem sie es zu tun haben und begeben sich in Kampfstellung. Das Chakra des Kyuubi verbreitet sich immer mehr in Narutos Körper und er kann die Bildung der Schwänze nur noch schwer verhindern.
Langsam drehen sich die beiden übrigen Akatsuki-Mitglieder um, mustern ihre Gegenüber mit wenig interessierter Miene. „Was wollt ihr?", blafft Naruto ihnen wütend entgegen, doch die beiden schweigen. Jederzeit angriffsbereit warten die Shinobi aus Konoha auf eine Reaktion ihrer Feinde. Doch diese bleibt aus. Kisame und Itachi haben nicht vor irgendetwas zu tun und einen Kampf zu provozieren sowieso nicht. Es liegt ihnen kein Nutzen darin, dementsprechend ist ein Aufwand für Nichts auch nicht nötig.
„Bald, Uzumaki Naruto!", sind die einzigen Worte die Itachi hervorbringt, ehe beide spurlos verschwinden. Verwirrt, aber aufs höchste konzentriert stehen die Ninja da, warten, ob sie einen versteckten Angriff wagen. Doch er bleibt aus. „Was war das?", fragt Kiba verwirrt. Zwar hat er noch nie gegen ein Mitglied der Organisation gekämpft, aber Erzählungen zufolge sollen sie keinen Kampf scheuen. Weshalb verschwinden sie also einfach so?
Narutos Chakra stabilisiert sich langsam wieder. Zum Glück konnte schlimmeres verhindert werden. Die gute Laune ist wie weggeblasen, vom Wind erfasst und fort getragen. Eine Weile stehen die Zehn schweigend in der Runde, wissen nicht, was sie sagen sollen. Nur das leichte Wehen des Windes ist zu hören, gibt der Szene auf eine groteske Art und Weise den Stil eines verlorenen Kampfes. Nach einiger Zeit entschließen alle einstimmig den Rückweg anzutreten. Um einiges schweigsamer, bedächtiger und nachdenklicher. Akamaru versucht die Stimmung mit einem freudigen Winseln aufzulockern, doch vergebens. Nach drei misslungenen Anläufen gesellt er sich neben Kiba, schmiegt seinen Kopf an seinen Bauch und genießt die erhaltenen Streicheleinheiten. Und so, kommt Jenny wenig später wieder in ihrem zu Hause an.
Die nächsten sieben Monate verlaufen wie die vorherigen. Nichts spektakuläres, bis auf die Tatsache, dass die Besuche zwischen Marlene und Jenny deutlich abgenommen haben. Per Telefon sprechen sie sich häufig, aber wirkliche Treffen finden nur sehr wenige statt und bei Jenny zu Hause schon gar nicht mehr.
Dass Jenny für einige Zeit aufgrund der Schwangerschaft, nicht die Schule besuchen muss, kommt ihr gerade Recht. Doch dank ihrer Mutter hängt Jenny dem Schulstoff nicht zu arg hinterher, da Caro dazu verdonnert wurde, diesen nachzuholen. Und dann kommt der Tag, der sich schon seit neun Monaten prophezeien lässt. Der Tag der Entbindung.
Nach fünf unerbittlichen Stunden des Schmerzes hält Jenny ihr Baby in den Armen. Eingewickelt in weiße Tücher liegt es in den Armen der Schwarzhaarigen, streckt die kleinen langen Finger ungeschickt aus und greift ins Leere. Jennys Mutter und Caro sind dabei und Lächeln der jungen Mutter und ihrem Baby zu. Dass Pain nicht anwesend ist, quittieren Caro und ihre Mutter damit, dass er es wohl nicht vertrage das zu sehen. Na ja, sie kennen ihn auch nicht wirklich, woher sollten sie also seine Absichten kennen.
Zärtlich küsst Jenny die Stirn ihrer Tochter und streicht ihr immer wieder zart über die Wange. Nach drei Tagen kann Jenny mit ihrem Baby nach Hause. Natürlich schläft die Kleine in ihrem Zimmer. Am ersten Abend in ihrem Zimmer, steht sie am Fenster. Die Kleine schlummert tief und fest, während Jenny an den Tag der Geburt zurück denkt. Sie erinnert sich noch ganz genau. Als sie wieder mal stolz die Stirn ihrer Tochter küsste, öffnete diese zaghaft die Augen. Und der Schwarzhaarigen stockte der Atem. Das Rinnegan.