A/N: Ich liebe dieses Lied und habe lange überlegt für wen ich es nutzen kann. Tja, ich hoffe euch gefällt diese Version... bzw. mein Einfall. Ich arbeite schon seit einigen Wochen an diesem OS, aber so wie ich es wollte, konnte ich leider nicht meine Idee umsetzen. Hoffe, euch gefällt trotzdem dieser One-Shot. Reviews wären toll.
Charaktere/Pairing: Ziva und Ari
Lied: "Bang Bang (my baby shot me down)" by Nancy Sinatra
Wortanzahl: 722 Wörter
Bang Bang (my baby shot me down)
Ab und an, meist ohne speziellen Anlass, erinnert sie sich.
Daran wie er gelächelt hat.
Wie er sie getröstet hat, wenn sie sich das Knie aufgeschlagen hatte.
Wie er, ihr und Tali Geschichten erzählt hat.
Wie sie zusammen gespielt haben.
Er hatte immer ein Faible für Cowboys. Er wollte einer dieser mutigen Männer sein, wollte die Bösen zur Strecke bringen.
In ihren Spielen war das meist sie und Tali... Tali war ihr beider Schatz, ihre Geisel, um die sie kämpften, die sie beschützen wollten...
Sie und Tali in ihren weißen Kleidern und er in seiner schwarzen Hose mit passendem Hemd und ebenfalls schwarzen Cowboyhut. Geschenke ihrer Familie mütterlicherseits und von ihrem Vater verhasst, doch für dieses Spiel perfekt.
So traten sie an. Bewaffnet mit Waffen aus Plastik, die so originalgetreu waren, dass man sie auseinander und wieder zusammen bauen konnte, und Holzstöcken, die ihre Pferde waren.
So standen sie einander gegenüber und kämpften. Es war eigentlich nur ein Spiel unter Kindern, aber im Nachhinein war es so viel mehr. Kämpften um Talis Gunst, sowie um ihren Vater und die Position als sein Liebling. Sie beide kämpften um so viel, aber damals dachte sie, dass sie einfach nur spielten.
Er gewann immer.
Egal, ob das Spiel nur zehn Minuten oder eine Stunde dauerte. Egal wie lange sie spielten, irgendwann erklang immer dieses "Bang Bang", der Klang der Spielzeugpistole in seiner Hand, und sie wurde getroffen.
Sie fiel zu Boden, so als wäre sie verwundet, aber dieses Knallen, dieses "Bang Bang", erklang noch mal. Sie hatte dieses Geräusch damals schon als schrecklich empfunden und dies hatte sich nie geändert. Egal wie oft sie dieses Spiel oder ein Ähnliches spielten.
Jahre vergingen. Tali starb. Ari ging. Sie hatte ihren ersten Mossadauftrag.
So viel passierte, doch eins blieb. Ari kam immer wieder zu ihr zurück. Sie waren die letzten. Ohne Tali hatten sie nur noch einander. Sie sahen sich selten, doch wenn sie sich trafen, versuchten sie einfach nur wieder Bruder und Schwester zu sein. Sie waren nicht mehr hochrangige Mossadagenten, sondern einfach nur Geschwister.
Trotz ihrer Probleme miteinander und mit der Welt, wenn sie zusammen waren, spielte es kaum eine Rolle.
Er hatte sie einmal gefragt, ob sie sich an ihre Spiele erinnerte. Damals nickte sie nur und lenkte ab. Zu sehr schmerzte die Erinnerung an ihre damalige Dreiergruppe und zu sehr brachte diese Erinnerung auch andere mit sich.
Zu dieser Zeit hatte sie schon gelernt, dass das Knallen, das "Bang Bang", der Spielzeugpistolen genauso klingt wie bei einer echten Waffe. Zu oft hatte sie inzwischen gesehen wie ein Mensch zu Boden fällt, wenn er von einer echten Kugel getroffen wird.
Sie beide lebten weiter ihre Leben. Er als Undercover-Agent und sie als Attentäterin, aber sie blieben Geschwister. Egal, was passierte und egal, was sie taten. Wenn sie Hilfe brauchte, kam er und wenn er jemanden brauchte, der ihm beistand, kam sie so schnell sie konnte zu ihm.
Aber am Ende.. am Ende zeigte sich, dass sie immer noch nicht mehr waren als Kinder. Als die Entscheidung zwischen ihrem Bruder und ihrem Vater zu fällen war, kam ihr alter Kampf wieder auf.
Wer war der Liebling ihres Vaters?, war die Frage und damals glaubte sie, dass sie es endlich geschafft hatte den Stolz ihres Vaters zu gewinnen. Wie dumm sie gewesen war. Sie wusste, dass Ari Schlimmes getan hatte, aber dies hatte sie auch getan. Doch... als sie sah wie sein Körper zu Boden stürzte und sie hörte wie dieses schreckliche "Bang Bang"-Geräusch im Keller von Gibbs verhallte... wurde ihr erst richtig klar, dass dies nun das Ende ihres Spieles war.
Der Held in ihrem Spiel war zum Bösewicht geworden, ihr beider Schatz war tot und sie fühlte sich nicht sonderlich anders.
Jeder war dankbar, dass Ari tot war. Gibbs war dankbar, vertraute ihr jetzt und dies nur, weil sie ihren Bruder getötet hatte.
Ihr drehte sich der Magen um als sie dies in seinem Gesicht sah und er ihr es sagte, doch konnte sie nicht sagen was schlimmer war. Gibbs Dankbarkeit oder die Gleichgültigkeit ihres Vaters als sie ihm von Aris Tod erzählte.
Nur ein simples "Gut gemacht!", weil sie ihren Auftrag erfüllte hatte und sie hasste sich dafür, dass sie wegen diesem simplen Lob lächelte, während sie gleichzeitig um Ari, Tali und sich selbst weinte.
Ende
