A/N: Ich liebe dieses Video! Dort ist dort eigentlich Tony, der Bösewicht, aber ich kann so was nicht schreiben. Dafür liebe ich ihn zu sehr. Diese Karte habe ich darum jemanden anderen zugeschustert.

Eigentlich wollte ich auch erst einen anderen OS von mir posten, aber der hier ließ mich einfach nicht in Ruhe. Darum... viel Spaß beim Lesen!

Charaktere/Pairing: Tony/Gibbs & minimales Mann/Gibbs
Lied: "Liebt Sie dich so wie ich?" by Christina Stürmer
Wortanzahl: 953 Wörter

Liebt Sie dich so wie ich?

Die Frage kam aus dem Nichts. So wie alle Fragen, die einen den Boden unter den Füßen wegreißen. Aber vielleicht hätte er sie auch erwarten sollen?

Tony spielte zwar immer den unaufmerksamen Klassenclown, aber in Wirklichkeit entging ihm selten eine Kleinigkeit. Wie hätte ihm dann so was entgehen können? Er wusste doch eigentlich am Besten, dass Tony ihm, Gibbs, immer seine komplette Aufmerksamkeit widmete und ihm selten, was über ihn entging.

Da fiel ihm natürlich etwas auf.

Natürlich bemerkte er, dass Gibbs Gedanken und Aufmerksamkeit immer wieder von Tony wegwanderten.

Natürlich bemerkte er, dass all das Flirten mit Holly Mann nicht nur gespielt ist. Dass es dabei nicht nur darum ging den Fall voranzutreiben.

Natürlich bemerkte er, dass Gibbs diese eine Nacht nicht Zuhause verbracht hatte.

Und natürlich wusste er, dass er etwas Besseres verdiente.

Vielleicht war es darum auch natürlich, dass Gibbs einfach nur wortlos zusehen konnte wie Tony seine Koffer packte und es ruhig erklärte.

Kein Geschrei, keine großen Gesten. Einfach nur Ruhe und Stille, in denen er seine Anzüge und Hemden aus dem Schrank holte, sein Unterwäschefach ausleerte und sein Duschzeug aus dem Bad holte. Schnell war alles zusammengepackt in seinem Koffer und zu der letzten Kiste mit seinen DVDs und all den anderen Dingen von sich, die er in Gibbs Haus verteilt hatte und deren Nichtvorhandensein Gibbs deutlicher als jedes Wort gesagt hatten was hier passiert, stellte.

Gibbs wollte nicht von seinem einen Fehler die Konsequenzen aufgezählt bekommen. Er brauchte nicht zu hören, was hier passierte. Er sah es. Er hatte es schon gesehen als er sein Haus, dass irgendwann in den letzten Jahren seins und Tonys wurde und nun wieder nur seins wurde, gesehen und entdeckt hatte, dass das DVD-Regal, dass er extra für Tony gebaut hatte, leer war.

Aber wie immer in ihrer Beziehung war Tony, der, der versuchte es richtig zu machen. Der Gibbs deutlich machte, dass er was Besseres als Gibbs verdient hatte. Jemand Besseres, der auch über Probleme sprach und nicht nur schweigend dasaß wie Gibbs, der einfach nur zusah wie Tony die letzten Sachen einpackte, anstatt zu schreien und zu bitten und zu betteln, dass Tony blieb. Etwas, dass Gibbs sich wünschte zu tun, aber nicht tat.

Er hörte einfach nur still Tony zu.

Hörte wie dieser ihn nach Jahren des Jethro und Jets auf einmal wieder Gibbs nannte.

Hörte einfach nur zu wie Tony ihm erklärte, dass er, Tony, damals wirklich gehofft hatte, dass es klappen würde.

Dass Gibbs für Tony seit ihrem ersten Treffen immer der Mittelpunkt seines Lebens gewesen war.

Dass er für diesen alles getan hätte und auch getan hat.

Dass er wegen ihm eine großartige Beförderung in Rota ausgeschlagen hatte, weil er ihn nicht verlieren wollte.

Dass er ihm sein Verschwinden nach Mexiko verziehen hatte. Genauso wie er auch all diese anderen kleinen und großen Sachen verziehen hatte.

Dass er den ganzen Warnungen von Gibbs anderen Ex-Frauen & -Freundinnen, Ducky und Abby keine Bedeutung zugemessen hatte.

Dass er gedacht hatte, dass Gibbs es ernst meinte.

Dass er lange still geblieben war, weil er ihm vertraute.

Dass er alles getan hatte um ihre Beziehung zu retten.

Dass er darüber gelacht hatte, wenn er die Flirterei mit Mann sah.

Dass er nicht über die sorgenvollen Kommentare von Abby, Ducky und Jimmy gehört hatte.

Dass er sich wünschte, dass er Gibbs nie wieder sehen würde.

Dass er um einen neuen Posten gebeten hatte und Jenny ihm gern eine Beförderung gab.

Dass er in zwei Wochen in einer anderen Stadt als Teamleiter arbeiten würde.

Nie schwankte seine Stimme. Weder als er von Gibbs Seitensprung sprach, noch als er davon sprach wie sehr ihn Gibbs verletzt hatte. Es war als würde er simple Tatsachen darstellen, aber vielleicht waren es auch Tatsachen? Ebenso wie es für ihn nun eine Tatsache war, dass Gibbs ihm inzwischen nichts mehr bedeutete. Dass er ihn frei gab.

Leise schloss er einfach nur seinen Koffer, während er Gibbs Glück wünschte. Hoffte, dass dieser jemanden fand, der ihm all diese Liebe gab, die er anscheinend brauchte und die er, Tony, ihm anscheinend nicht geben konnte.

Am Ende dauerte all dies nicht einmal zehn Minuten. Tonys Koffer und Boxen waren schnell in seinem Auto verstaut ohne Hinweis, wohin es gehen sollte. Genauso ruhig wie schon die ganze Zeit, stand er dann vor Gibbs in ihrer ehemaligen gemeinsamen Küche, sich ein letztes Mal umsehend.

Erst als er sich sicher war, dass alles eingepackt war, wandte er sich endlich Gibbs zu und schenkte diesem das, was er sich schon die ganze Zeit gewünscht hatte. Einen simplen Augenkontakt.

Doch wie immer war bei Tony nichts so einfach. Genauso ruhig wie vorhin fragte er diese eine Frage, die Gibbs für lange Zeit begleiten würde.

Liebt Sie dich so wie ich?

6 Wörter und solch eine Bedeutung. War sie es wirklich wert eine funktionierende Beziehung aufzugeben? War sie es wirklich wert Tony dafür aufzugeben? Würde sie ihm genauso beistehen wie Tony es die ganzen Jahre getan hatte?

So viele Fragen versteckt in einer simplen. Aber so war Tony nun einmal. Äußerlich erschien er unkompliziert und innerlich gab es so viele Schichten zu entdecken.

Wusste Gibbs jedoch früher damit umzugehen, konnte er diesmal nur stumm bleiben. Genauso wie auch schon davor, aber genauso wie davor konnte Tony ihn perfekt lesen.

War dies schließlich nicht auch einer der Gründe gewesen, warum sie so gut zueinander gepasst hatten?

War dies nicht einer der Gründe gewesen, warum Gibbs ihn geliebt hatte? Immer noch liebte?

War es darum wirklich überraschend, dass Tony mit einem simplen Nicken auf sein Schweigen reagierte? Oder dass er einfach nur still die Tür hinter sich schloss und Gibbs allein in der leeren Küche in einem ebenso leeren Haus zurückließ?

Ende