70. Wanton – Lüstern/Lasziv

Harrys Körper schien sich wie von selbst zu bewegen. Die Augen geschlossen, bewegte sich der junge Mann in einem Rhythmus vorgegeben von einem Mann hinter einem Pult. Die pulsierenden Lichter ließen seine Haut in den verschiedensten Farben leuchten.

Das eng am Körper liegende weiße Top zeigte jeden Muskel, der sich beim Tanz in den Lichtern bewegte. Die figurbetonende Jeans ließ Harrys Tanz noch aufreizender erscheinen.

Und nur einer Person war dieser Tanz gewidmet und das wusste Severus.

Mit einem bedauernden Seufzer drehte Severus seinen Blick von dem erotischen Schaubild weg und wartete darauf, dass der Barkeeper ihm seine Drinks gab. Nachdem der Mann ihm zwei kleine Gläser mit einem türkisenen Drink gegeben hatte, wendete sich Severus wieder dem Jungen zu und ging mit schnellen Schritten auf diesen zu, die zwei Gläser fest in seinen Händen.

Betörend begann Severus sich an Harry zu schmiegen und ließ seinen Körper mit den Bewegungen seines Geliebten mitgehen. Leicht beugte sich Severus nach kurzer Zeit nach unten und begann sanft an Harrys Ohr zu knabbern.

„Dein Drink", schnurrte er dem Jüngeren ins Ohr und gab ihm das eine Glas.

Mit einer eleganten Bewegung drehte sich der junge Mann vor Severus zu diesem um und blickte ihn mit leicht glasigen Augen an.

„Danke…", antwortete Harry in betörendem Ton an Severus' Ohr und ließ frech seine Zunge über dieses gleiten.

Nachdem sich die beiden stumm zu geprostet hatten, ließen sie beiden den Drink mit einem Mal ihre Kehle hinunter gleiten. Sanft nahm Severus Harry das Glas ab und stellte es auf einen Tisch ganz in der Nähe.

Als sich Severus wieder zu seinem Geliebten begeben hatte, legte er diesem besitzergreifend die Hände auf die Hüfte und drückte ihn nah an seinen Körper. So aneinander gepresst begann Severus sich im Rhythmus der Musik zu bewegen und erfreute sich dem leisen Keuchen, dass den rosigen Lippen Harrys immer öfter entwich. Der heiße Atem dieses Keuchens spürte Severus nur zu sehr an seinem Schlüsselbein entlang gleiten und nur zu schnell hatte er seinen Harry in einen vernichtenden Kuss gezogen.

Nach einigen dieser Küsse drängte Severus Harry, immer noch eng umschlungen mit ihm, in Richtung der nächsten Wand und presste den kleineren Körper fest gegen diese.

Nun, da sie etwas von den Boxen weggekommen waren, konnte Severus das Keuchen, das Harry angefangen hatte, sogar leise wahrnehmen.

„Harry…", keuchte Severus an Harrys Ohr und presste seine Hüfte näher an den Körper seines Geliebten. Diese Bewegung ließ Harry stöhnen und Severus beobachtete mit Verzücken, wie Harry sich in sein Hemd krallte.

„Etwa schon zu schwach, um selbst zu stehen", schnurrte der Schwarzhaarige erregt und begann nun langsam, seine Hüfte gegen Harrys zu reiben. Severus war sich durch das Stöhnen, das erneut über Harrys Lippen kam, sicher, dass seinem Geliebten seine, mittlerweile gewaltige, Erregung aufgefallen sein musste. Natürlich hatte Severus genau so die Beule in Harrys Hose bemerkt und wusste daher, dass sie sicherlich nicht mehr lange in diesem Club bleiben würden. Denn egal wie offen Severus mit seiner Beziehung war, Sex war für ihn immer noch eines der Dinge, die er mit Harry in ihrer Wohnung genießen wollte. Und das würde er, und Harry sicherlich auch.

Ein nerviges Zupfen an seinem Ärmel ließ Remus genervt die Augen verdrehen. Er hatte sich sehr gefreut, als er und Sirius die Einladung erhalten hatten, mit ihren Freunden hier in diesen Club zu gehen und in diesem Moment genoss er gerade seinen ersten Drink.

„Was ist, Sirius?", fragte er daher, sodass die Bewegung an seinem T-Shirt endlich aufhörte.

„Sniffie knutscht mit meinem Patenkind rum!", grummelte Sirius und stellte sich näher an Remus heran, um eindeutig zu signalisieren, dass der Braunhaarige ihm gehörte.

„Na und?", fragte Remus und hob eine Augenbraue, als ein ungläubiger Blick ihn anstarrte.

„Was? Bist du immer noch nicht über deinen Hass hinweg gekommen, den du nun seit der Schulzeit gegen Severus hegst?", fragte Remus und ließ seinen Kopf gerne an die starke Brust von Sirius fallen.

„Ich hasse ihn nicht, aber ich mag ihn trotzdem nicht sonderlich! Und es ist mein Patensohn!", grummelte Sirius, verstummte aber, als er die Lippen seines Geliebten auf den seinen spürte. Mit einer schnellen Bewegung schlang er einen Arm um die Taille seines Geliebten und drückte ihn damit näher an sich heran, die andere Hand vergrub Sirius in den weichen Nackenhaaren seines Wolfs.

Leise stöhnte Remus in den Kuss, als er spürte, wie Sirius seinen Unterleib fester an ihn drückte und er spüren konnte, wie sich dort unten etwas rührte.

„Lass uns tanzen, Remus", schnurrte Sirius verführerisch in Remus Ohr und knabberte und leckte anschließend einige Momente an eben diesem. Remus konnte gar nicht mehr anders, als nur noch mit dem Kopf zu nicken und hinter Sirius herzulaufen, als dieser sie auf die Tanzfläche zu den anderen Menschen brachte.

Sofort fand sich Remus in einer innigen Umarmung wieder und sofort spürte er an seiner Hüfte die Erregung, die Sirius sicher schon schmerzhaft gegen die Hose drückte.

„Wir sollten öfter herkommen", raunte Remus keuchend in Sirius Ohr, als dieser leicht gegen ihn stieß mit seiner Hüfte, als wolle er sich gegen ihn reiben.

„Du Hund!", lachte Remus und ohne weitere Umschweife presste er seine Lippen auf die Sirius, um ihn zu animieren, ihn um den Verstand zu küssen. Natürlich ließ sich Sirius darum nicht lange bitten.

Nach einigen Liedern, die sie eng ineinander verschlungen, küssend, getanzt hatten, löste sich Remus von seinem Geliebten und nahm ihn an die Hand. Ohne ein Wort zu sagen, führte er die zwei an der Bar vorbei zu einer schwarzen Tür.

Kurz nachdem er aus dem Club getreten war, zerrte er Sirius zu sich und küsste diesen erneut wild, während er sie beide in ihre Wohnung apparierte. Sofort nachdem Remus die bekannte Umgebung um sich herum bemerkte, löste er sich etwas von Sirius und schubste diesen nach hinten, sodass Sirius rückwärts auf das Sofa fiel. Noch während Remus auf das Sofa zu ging, begann er sich sein Hemd aufzuknöpfen. Am Sofa angekommen, setzte sich Remus kurzerhand auf Sirius Knie und beugte sich nach vorne zu Sirius Ohr.

„Ich will dich…! Jetzt, sofort!", keuchte Remus leise und stieß einmal mit seiner Hüfte nach vorne, sodass seine Erregung an Sirius Bauch rieb.

Das diebische Grinsen, welches sich auf Sirius Lippen bildete, war Remus Antwort genug darüber, wie sein Abend verlaufen würde.

Während dessen in einer anderen Wohnung in London fand sich ein grünäugiger junger Mann auf ein Bett geschubst. Mit vor Lust verschleierten Augen blickte er auf die schwarze Gestalt, die bedrohlich über ihm gebeugt lag. Unter anderen Umständen hätte Harry wohl Angst gehabt, doch bei dieser Gestalt handelte es sich ‚nur' um seinen Geliebten Severus.

Mit einem Grinsen auf den Lippen zerrte Harry Severus, mit seinen Händen in den Haaren seines Geliebten, zu ihm nach unten und verlangte einen Kuss, indem er frech über die geschlossenen Lippen leckte. Harry wusste, dass die kalte Maske seines Geliebten nur aufgesetzt war und es war eines seiner Lieblingsspiele, diese Maske zum Brechen zu bringen. Harry erkannte sehr wohl, wie erregt Severus schon war, denn die schwarzen Augen brannten mit einem Feuer, dass pures Verlangen bedeutete, und auch die nicht übersehbare Beule in Severus' schwarzer Hose verriet ihn.

Erneut grinste Harry, als sich Severus auf den Kuss einließ und der Ältere gleichzeitig begann über seine Hüftknochen zu streicheln.

Harry musste in den Kuss grinsen. Er war sich sicher, dass ihr Abend und ihre gemeinsame Nacht bestimmt nicht langweilig werden würden.

Im Stillen machte Harry sich in seinem Kopf eine Notiz, dass sie diesen Club definitiv öfter aufsuchen sollten. Nach einem frechen Streicheln über seine gewölbte Jeans, verbannte Harry aber für jetzt jegliche Gedanken und ließ sich von Severus verführen.