A/N: Sorry, wieder ein paar Referenzen. In einer früheren Geschichte brennt House' Apartment ab, und Chase will es renovieren, indem er viel Geld beim Pferderennen gewinnt und seinen Gewinn mit ein paar "Freunden" feiert, die ihn wenig später ausrauben und ihm Gewalt antun. Daniel, von dem die Rede ist, ist Chase' Freund in Melbourne, dem er als einzigem davon erzählt (außer House, der ihn nach dem Missbrauch findet und nach Hause bringt).

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Tage vergingen, da hatte er gar nicht so große Sehnsucht nach House, obwohl er in bestimmten Augenblicken oder Situationen stumm und verzweifelt nach ihm schrie. Besonders die Dunkelheit war schwer zu ertragen ohne seinen tröstenden Geruch in der Nase, manchmal seinen Arm um ihn und immer da, sobald er - von einem Alptraum hochgeschreckt – bei ihm Linderung suchte.

Er musste das Licht im Flur brennen und die Tür halb geöffnet lassen und kam sich wie ein Kleinkind vor, aber es war nicht schlimm für sie, im Gegenteil. Anders als ihr faustischer Sohn in einer solchen Situation reagiert hätte, mokierte sich Blythe nicht über den infantilen Wunsch. Er hätte sich wahrscheinlich eine dumme, posttraumatische Ausrede zurechtgeschustert (Wenn es hell war, hat Mum nicht getrunken) anstatt ihr reinen Wein einzuschenken, wenn sie nachgehakt hätte. Mitunter lächelte sie ihn auf eine Weise an, die ihm unheimlich war, als ob sie mehr über ihn wüsste, als er ihr in der ganzen Zeit von sich preisgegeben hatte. Was im Übrigen nicht viel gewesen war. Meist redete sie. Über House, über den Garten und wie nett es sei, jemanden zu haben, der gern ihrem geistlosen Geplapper zuhörte, wie sie sagte.

Am Strand lernte er jemanden kennen. Ein spanischer Fischer namens Pedro, der House kurioserweise in Aussehen und Charakter ähnelte. Knorrig und riesig wie ein Baum, mit frühzeitig gealtertem, hagerem Gesicht, weigerte er sich, anständiges Englisch zu sprechen und nannte ihn betont ruppig Roberto. Unter der harten Schale verbarg sich jedoch ein weicher Kern. Wenn er früh genug war, nahm er ihn zum Fischen mit und zeigte ihm, wie man Netze auslegte. Da er sich bald als wirkliche Hilfe erwies, stellte er irgendwann den Wecker, um gegen fünf Uhr mit dem Spanier herauszufahren.

Am Leben der einfachen Ortsansässigen teilzuhaben und dazu etwas Nützliches zu tun, eine körperlich anstrengende Arbeit zu verrichten, die sich völlig von seiner eigentlichen Tätigkeit unterschied, gefiel ihm. Überdies liebte er das Meer seit Kindertagen, obwohl ihm am ersten Tag an Bord schlecht geworden war und er die Planken gewischt hatte, wie Pedro später lapidar seine Seekrankheit kommentierte. Und er platzte fast vor Stolz, als seine Kumpane ihm einen stilechten dunkelblauen Seemannspullover und eine Skippermütze verehrten und ihm Rum zu trinken gaben, um ihn im Rahmen dieses schlichten, aber durchschlagenden Rituals zu einem der ihren zu machen.

Je mehr Zeit verstrich, desto heimischer fühlte er sich. Langeweile war trotz der Eintönigkeit des Tagesablaufes ein Fremdwort. Zuhause hatten sie den Strand auch direkt vorm Haus gehabt wie hier, nur ein paar Minuten Fußweg entfernt.

Der nächtliche Anruf vor einer Woche hatte Chase mehr belustigt als beunruhigt, so dass er Blythe nicht davon erzählte. Er hätte so oder so keinen Grund dazu gehabt. Doch wenn er allein am Strand spazieren ging, kehrte unwiderruflich die Erinnerung nach Melbourne zurück, wo er mit House ihren Jahrestag gefeiert hatte. Dann und wann übermannte ihn das Bedürfnis, ihn zu sehen oder wenigstens seine Stimme am Telefon zu hören derart, dass er stundenlang laufen musste, um sich abzureagieren.

Auch sonst betätigte er sich viel im Freien, indem er kletterte, schwamm oder surfte; beide Lokalitäten hierfür – Klippen und Meer – hatte er an einem Fleck. Den Schweiß der anstrengenden Touren wusch er gegen Abend im erfrischenden Ozean ab.

San Diego und vor allem House' Mutter taten ihm gut. Wider Erwarten erdrückte sie ihn nicht, sondern ließ ihn tun, wozu er Lust hatte. Dazu gehörten auch Phasen des Alleinseins und Nachdenkens, was er am besten während langen Streifzügen oder dem Erklimmen eines Felsens tun konnte.

Anfangs war sie besorgt ob seines ungewöhnlichen Hobbys an Steilhängen, dem er zuletzt vor Jahren in Australien nachgegangen war und daher gewiss ein wenig außer Übung sei, aber er versprach, mit weniger gefährlichen vorlieb zu nehmen und vorsichtig zu sein. Nachdem sie ihm einmal dabei zugeschaut hatte, war sie überzeugt von seiner Besonnenheit, verzichtete aber mit Rücksicht auf ihr angeblich schwaches Herz auf weitere Vorführungen.

Durch die Trennung von House wurde ihm klar, dass er ihn brauchte. Mehr als eine Mutter. Das einzusehen, würde immer schwer sein; er war von einem braven Buben zu einem eher konservativen jungen Mann erzogen worden, nach Moral und bleibenden Werten, die House so ganz einfach ohne Skrupel über den Haufen warf. Dagegen ließen sich sein schlechtes Gewissen, etwas Falsches zu tun und die Scham, zu enttäuschen, nicht ausmerzen. Vielleicht würde er lernen, irgendwann die richtige Entscheidung zu treffen, aber im Moment tat sie zu weh.

Auf einem Felsen hoch über dem Sandstrand sitzend, dachte er mit wild klopfendem Herz an ihn, während die Sonne als Feuerball vom Horizont verschluckt wurde. Sein mal albernes, mal tief brummiges Lachen fehlte ihm, die selbstverständliche Gewandtheit im Umgang mit dem Gehstock, seine Scherze. Seine ungeheuer starke physische Präsenz, in der er sich geborgen und privilegiert fühlte. Wenn er sich mit geschlossenen Augen in den Wind lehnte, der an seinen Haaren zauste, meinte er, ihn hinter sich zu spüren, die kräftigen, sehnigen Arme um sich, das unrasierte Kinn auf seinem Kopf. Und erschrak vor seinen absurden Gedanken. Vermutlich war es das, was man salopp als verrückt vor Liebe sein bezeichnete.

Hier mit House, und es wäre vollkommen gewesen. Er hatte ihm mit dieser Reise ein Geschenk gemacht, von dessen Wirkung er vermutlich nur vage vermutet und doch mit untrüglichem Instinkt herausgefunden hatte, wie er ihn heilen konnte von seiner Melancholie, die ihn seit Paris in ihren Klauen hatte. Dieser Zug war aufregend und unerwartet an ihm.

In Vielem verließ sich der so rationale und als Misanthrop verschrieene Dr. House auf seine Intuition statt auf den Verstand, und meist behielt er allen Unkenrufen zum Trotz recht. Es erstaunte ihn, dass er jetzt erst hinter House' wahres Geheimnis kam: Menschlichkeit, die er andere nicht sehen lassen wollte. Im Prinzip war er immer noch der kleine Junge, der den Charakter eines Tieres respektierte, gegen Zwänge rebellierte und sich quälte, sowie er andere leiden sah. Darum scheute er Patientenkontakt. Um sich keine Blöße zu geben. Weil er verletzlicher war, als sein Vater ihn hatte haben wollen. Und weil er ein Herz für Außenseiter hatte, da er selbst einer war.

Blythe hatte ihm von seiner Jugend erzählt, von den Reisen rund um den Globus und dem Japanaufenthalt, wo der Vater lange genug stationiert gewesen war, um Greg eine Freundschaft schließen zu lassen, deren Konsequenzen seinen Berufswunsch gefestigt hatte. Beim Klettern hatte sich der Freund schwer verletzt, und der einzige, der ihm helfen konnte, war ein medizinischer Sonderling, ein vom Hospital Ausgestoßener, dessen Rat dennoch von der gesamten Belegschaft inoffiziell akzeptiert und beherzigt wurde. Nur so hatte der Junge eine Chance gehabt, den Unfall ohne schwerwiegende Folgen zu überstehen. House hatte diesen Mann bewundert, weil er seinen Freund gerettet hatte.

Als ihn diese Erkenntnis wie ein Blitz überfiel, zerriss es ihn fast vor Liebe und Verständnis.

Nicht zum ersten Mal hatten sie sich wochenlang aus den Augen verloren – zuletzt, als er in einer hysterischen Anwandlung sein ursprüngliches Studium wieder hatte aufnehmen wollen und vorübergehend bei Foreman gewohnt hatte -, und es war hart gewesen. Doch über den Abschiedsschmerz war er hinweggekommen, da er ohnehin geglaubt hatte, sich dem Satan ausgeliefert gehabt zu haben. Was ziemlich naiv gewesen war. Er war sich sicher, dass man dunkle Mächte niemals mit einer so erfüllenden Innigkeit lieben konnte wie er House.

Seit er hier war und über den Luxus verfügte, seine Zeit mit Müßiggang und Dummheiten einteilen zu können, hatte er seitenlang in sein Tagebuch über ihn geschrieben, was ihm verdeutlichte, dass er einen wichtigen Teil in seinem Leben einnahm, einen wichtigeren als seine Beziehungen zuvor, die sich überhaupt nicht damit vergleichen ließen. Irgendwie war es erleichternd, seine Gefühle konkret zu Papier zu bringen, aber er schämte sich dafür und hätte das Buch am liebsten ins Meer geworfen, weil es zu persönlich, geradezu lächerlich sentimental geworden war. Nicht einmal als Teenager hatte er sich dermaßen gehen lassen.

Er befürchtete, Wilson spräche mit House während seiner Abwesenheit über ihn, oder noch schlimmer, erschlich sich hinterlistig den Platz, der momentan unbesetzt war. Zwar hielt sich House selten bis gar nicht an die gut gemeinten Ratschläge des Chefonkologen, aber wenn er ihn lange genug bearbeitete oder ihn auf seine eigenen Vorzüge hinwies ... kochen konnte er immerhin, und nicht selten machte House derbe Scherze auf Wilsons Kosten, die dieser erstaunlich stoisch hinnahm. Verdächtig stoisch, wenn er es genau bedachte.

James Wilson war ein Mann, der sich nach außen hin bieder gab und nichtsdestotrotz ein fast so großes Rätsel war wie House. Vielleicht hatte ja auch er ein dunkles Geheimnis zu verbergen.

Das letzte Licht der untergehenden Sonne nutzend, machte er sich flink an den Abstieg, er hatte beinahe die Zeit vergessen. Hoffentlich alarmierte Blythe nicht gerade die Polizei, um Suchtrupps ausschwärmen zu lassen. Mitunter irritierte ihn ihre Besorgnis, falls es später wurde und er nicht rechtzeitig zum gemeinsamen Spieleabend zurückkehrte. Er war es nicht gewöhnt, aber es schmeichelte ihm.

Als er zuhause ankam, empfing sie ihn im Wohnzimmer mit einer Flasche Rotwein und klopfte bekümmert neben sich auf das Sofa.

„Setz dich, Robert."

Ihr Ton klang ernst, fast feierlich. Spuren ihrer Wimperntusche klebten an den Unterlidern, als hätte sie geweint. Auf dem Tisch vor ihr stand eine Schachtel mit Taschentüchern, Blythes Augen waren verquollen. Normalerweise legte sie enormen Wert auf ein tadelloses Erscheinungsbild; dass sie offen vor ihm weinte, verunsicherte ihn. In den knapp drei Wochen, die er bei ihr residierte, hatte er sie nie nachlässig gekleidet oder ungeschminkt gesehen. Was war los? Hatte er etwas falsch gemacht? Wollte sie ihn nicht mehr? Ein weiterer, unvorstellbarer Gedanke ließ ihm das Blut in den Adern gefrieren und zugleich zu Kopf schießen. House. Tot. Er hatte das Gefühl, zu vergessen, wie man atmet. Als stehe die Welt still.

„Ist ... ist etwas mit - Greg?"

Kaum verständlich blubberte die Frage hervor. Sein Kopf war gleichzeitig schwer und leicht und völlig leer. Alles drehte sich; sein Kreislauf sackte ins Bodenlose. Ein Grollen vibrierte in seinem Rachen und wollte hinaus, sich zu einem wütenden Schrei steigern und nie mehr ersterben. Beherrscht kniff er die Lippen zusammen, während er hastig durch die Nase Luft holte und die schwitzigen Hände zu Fäusten ballte.

Nicht. Nicht bitte. Das kannst du mir nicht antun.

Ihre blau geaderte Hand nahm seine, um sie flüchtig zu drücken. Da sie warm war und Blythe verneinte, zwang er sich, sie anzuschauen. „Es geht ihm gut. Ich wollte dir keinen Schreck einjagen, verzeih." Sie lächelte ihm zu, doch es war nicht das Lächeln, das er an ihr gewohnt war, das Mütterlichkeit ausstrahlende, heitere. In ihrem Blick blitzte etwas Fremdes auf. Etwas verwundbar Mädchenhaftes und Schwermütiges. Offenbar hatte sie schon einiges getrunken; ihr Atem roch leicht säuerlich, sogar ein bisschen nach Whisky. Erstaunt, die sonst ausgeglichene Blythe so zu sehen, unterdrückte er den Impuls, den Arm um ihre Schulter zu legen. Sie zitterte, raffte die Stola vor der Brust zusammen und stellte das Glas ab. Im Wohnzimmer war es nicht kalt, trotzdem fragte er sich, ob er den Kamin schüren sollte. Schließlich griff sie erneut nach seiner Hand, malte mit dem Daumen Kreise auf seine Haut.

„Weißt du, es ist so nett mit dir. Wie du mir hilfst, beim Kochen, bei der Gartenarbeit ... und wie du zuhören kannst. Ich habe noch nie jemanden getroffen, der das so gut konnte wie du. Eine alte, schrullige Witwe braucht das von Zeit zu Zeit. Wir haben uns jetzt ganz gut kennen gelernt, denke ich. Aber mir ist aufgefallen, dass du nicht viel von dir erzählt hast."

Den Blick auf den Schoß gerichtet, klemmte er die rechte Hand zwischen die Knie. „Es gibt nicht viel."

„Du bist verletzt worden. Jeden Tag sehe ich es in deinen Augen. Es hat nichts mit deiner Kindheit zu tun, von der Greg mir berichtet hat. Sicherlich war sie schwer genug, um sie nie vergessen zu machen, aber es gibt noch etwas, das du tief in dir verborgen hältst, weil du dich dafür schämst. Hat es mit ihm zu tun?"

Woher wusste sie das? Hatte sie hellseherische Gaben, das zweite Gesicht? Überraschen würde es ihn nicht. Sie war ein weiblicher House, ausgestattet mit Intuition und Feingefühl. Dennoch schaltete er seinen Selbstschutzmechanismus ein. „Ich weiß nicht, was Sie meinen."

Zart strich sie ihm einige Strähnen hinters Ohr, die sein schuldbewusstes Gesicht vor ihrem Scharfblick geschützt hatten. Er zog die Schultern hoch und merkte, dass er sich durch die in sich verkriechende Körperhaltung verriet. Wehrlos schnaufte er. Das Verlangen, sich weinend in ihre Arme zu werfen wie auf der Schaukel in der zweiten Nacht, zerrte an ihm, doch er blieb sitzen, mit einem Schluckauf ringend, den er im Weinglas ertränkte.

„Du musst ihn nicht verteidigen. Ich weiß, dass du ihn liebst, aber manchmal kann Liebe mit Abhängigkeit oder Erpressung erzwungen werden. Ich liebe meinen Sohn, aber er ist – sehr dominant, und du so unverdorben. Du suchst jemanden, der dich führt. Greg macht sich das zunutze. Ich sage nicht, dass er dich nicht mag, aber glaubst du, dass er es wert ist, mit dir zusammen zu wohnen? Hat er vielleicht – Robert, das ist schwer für mich, du glaubst nicht, wie sehr – aber hat er dir etwas angetan?"

Ein zweiter, siedendheißer Adrenalinschub ließ ihn erstarren. Auf dem niedrigen Tisch vor ihnen entdeckte er einen braunen Taschenkalender, der eine bedenkliche Ähnlichkeit mit seinem Tagebuch aufwies. Unvorsichtigerweise hatte er es auf dem Schreibtisch liegen statt in der Schublade, sich auf ihre Zurückhaltung verlassen. Sie hatte darin gelesen. Mittwoch war Putztag, da fegte sie die Wohnung von vorne bis hinten. Und machte sich nicht einmal die Mühe, ihre Indiskretion zu vertuschen. Er konnte ihrem forschenden Blick nicht begegnen, nur ganz leicht den Kopf schütteln und ihr nicht böse sein.

„Er hat mich gerettet", murmelte er wie in Trance und konnte nicht glauben, dass er das sagte, immerhin ein Teilgeständnis. Alles schien so surreal, als sei er jemand anderer oder ein Schauspieler in einem Melodram. Unter einer Welle jäh einsetzender Übelkeit bebend vergrub er das Gesicht in den Händen und schluckte.

„Ich habe deine Geheimnisse nicht entweiht. Mir ist nur aufgefallen, dass ein Foto von Greg zwischen den Seiten gesteckt hat, das ich gerne behalten hätte. Ich habe das Buch hier hergelegt, damit du nicht glaubst, ich hätte es gelesen."

„Entschuldigung", flüsterte er beschämt.

Endlich zog sie ihn in die Arme, drückte seinen Kopf an ihre Schulter. „Ist schon gut." Meditativ schaukelte sie ihn mit sich, bis er sicher war, dass sie ihm den Diebstahl nicht nachtrug und sich aus eigenem Willen von ihr löste. „Erzählst du es mir? Wie er dich gerettet hat?"

Unaufdringliches Interesse in ihrem sanften Blick und etwas, das er nicht zu beschreiben imstande war, ihm jedoch das Gefühl von Verbundenheit vermittelte, ließen ihn Mut schöpfen, ehe er ihr stockend von House' Wohnbrand und dem Wettbüro berichtete. Sie fühlte mit ihm, besser als House, besser als Daniel. Offenbarte keine emotionalen Ausbrüche, die ihm das Gefühl gaben, Schmutz zu sein, bestenfalls ein bemitleidenswerter naiver grüner Junge.

Lange Zeit herrschte Schweigen zwischen ihnen. Sie starrte vor sich hin, und er tat dasselbe. Ohne Tränen, ohne große Emotionen. Nur innerlich schüttelte es ihn eingedenk der Rückblende, die er mal mehr und mal weniger gut ertrug. Die Angst vor der Dunkelheit würde er nie ganz loswerden. Während sie immer noch blicklos vor sich hinsah, tastete sie wie blind nach seinen Fingern und umschloss sie fest. Ihre eigenen fühlten sich klamm an.

„Erinnerst du dich, als ich dir von meiner Abneigung gegen die Kirche erzählt habe?"

Seelisch ausgelaugt lehnte er an ihr, trank zuviel von dem süßen Wein und erfuhr das Motiv für die unerklärliche unbewusste Zusammengehörigkeit, die Blythe seit ihrer ersten Begegnung gespürt haben musste.