Was geht es mich an

Kapitel 2 – Verflixt und Zugeknöpft –

~Hermione~

„Harry," keuchte Hermione entsetzt, als dieser sein Becken gänzlich unerwartet, in einer langsamen doch überaus eindeutigen und fordernden Bewegung gegen Ihres rollte.

Hastig glitt sie zur Seite – keinen Augenblick zu früh.

„Spinnst du!?"

„Was ist denn? Willst du nicht?" murmelte er, sichtlich verwirrt, als er sich jetzt zurücklehnte, um sie anzusehen. Die offene Enttäuschung in seinen Augen machte die Sache nicht gerade leichter.

„Doch, Harry," flüsterte sie und legte eine Hand wie besänftigend an seine Wange, „natürlich möchte mit dir schlafen."

„Ohh gut," murmelte der daraufhin halb lachend und lehnte sich mit einem geradezu erleichterten Aufseufzen wieder nach vorn. „Ich dachte schon..."

Doch wieder entwand sich Hermione entschlossen seiner Umarmung. „Aber nicht so – und das weist du auch!"

„Was... ist denn jetzt schon wieder nicht richtig?!" knurrte er.

Hermione seufzte.

Auch sie war ganz sicher nicht erfreut über den ungünstigen Moment der Störung gewesen – und jetzt – nachdem sie beide sich nun leise und heimlich, Hand in Hand, durch das nächtlich dunkle Haus, die verwinkelte Treppe hinauf bis in Ginnys Zimmer geschlichen hatten, waren auch ihre Sinne mehr als angespannt. Der Tag war lang und turbulent gewesen. Jetzt, endlich, waren sie wieder ganz allein und ungestört.

Mondlicht fiel auf dieser Seite des Hause ins Zimmer und verleih der Atmosphäre einen besonderen Zauber. Ausnahmsweise einmal hatte Harry sich Zeit genommen sie zu erregen und das Ergebnis dieser Bemühungen war ein angenehmes Gefühl der Wärme, dass sich nun in ihr aus zu breiteten begann. Nur zu gern wäre sie einfach darauf eingegangen und es fiel ihr mehr als schwer, wieder einmal die Stimme der Vernunft sein zu müssen.

Dennoch, es gab eine sehr wichtige Sache die sie nicht vergessen durfte, bevor sie sich erlauben konnte sich ganz und gar diesem ungewohnten, betörenden Gefühl des Verlangens hinzugeben, eine Sache die sie sehr ernst nahm.

„Warte doch!" flüsterte sie wieder, die Kehle rau vor ungewohnt heftigem Verlangen setzte sie sich auf um Harry anzusehen.

Seine grünen Augen schimmerten im Mondlicht, das verstrubbelte, schwarze Haar stand in alle Richtungen.

„Wir müssen erst – Oder..." sie zögerte, „hast du's schon drüber?!" flüsterte sie dann, verwundert.

„Was?" murmelte er unkonzentriert, während er seine Fingerspitzen über die empfindsame Haut ihrer Schulterkuppen kreisen lies.

„Na ein Gummi," flüsterte Hermione nun eindringlich und ihre Stimme klang dabei heiser und beinahe fremd in ihren Ohren, „hast du's?"

Das Streicheln seiner Hände stoppte mitten in der Bewegung. „Ähh – Nein... " erklärte er dann, wenig geistreich.

Hermione seufzte wieder.

„Dann hör endlich mal mit dem Blödsinn auf, ja? Bitte," erklärte sie mit einem schiefen Lächeln und streckte die Hand aus. „Du weißt doch, dass du mich zu so was nicht überreden kannst. Komm schon, gib's mir, Harry."

„Will ich ja," witzelte der daraufhin mit ebenfalls leicht frustriertem Unterton.

„Was ist denn?" fragte Hermione, der seine plötzliche Anspannung nicht entgangen war.

„Naja, wir...umm... wir haben keins," war die ebenfalls heiser in die Vertiefung ihrer Halsbeuge geflüsterte Antwort. „Die sind – immer noch – Ach verdammt!"

Er schluckte schwer, sichtlich bemüht, seine Gedanken zu klären. „...in meiner Hosentasche – In deinem Zimmer," schloss er dann, frustriert.

„Oh so ein Mist aber auch!"

Hermione sog scharf die Luft ein.

Das heftige Gefühl der Enttäuschung, das sie bei diesen Worten überkam reichte fast aus um ihre Erregung zu vertreiben – jedoch nur fast.

„Oh – aber … Warum hast du sie denn nicht mitgenommen?" fragte sie, zugegebenermaßen auch nicht sonderlich geistreich.

„Ich hab's einfach vergessen, OK? Hättest ja selber daran denken können...wenn's dir so schrecklich wichtig ist..." murmelte Harry nun ebenfalls gereizt.

Natürlich.

Sie hatten sich auf Zehenspitzen aus ihrem Zimmer geschlichen um Ginny, die endlich eingeschlafen war, nicht aufzuwecken und in ihrer Eile hatten sie ihre Kleider nicht mitgenommen.

Für einen Moment lagen sie beide schweigend da.

Dann begannen Harrys Hände auf einmal wieder über ihren Körper zu wandern. „Weist du was, Hermione – " flüsterte er beinahe beschwörend und küsste dabei wieder ihren Hals, „wir könnten doch einfach... trotzdem..."

„Ohne!?" flüsterte sie in einer Mischung aus Faszination und Entsetzen. Ihre eigene Stimme klang ihr dabei seltsam fremd in den Ohren.

Harrys eindringlich geflüsterte Antwort ließ sie erschaudern. „Ja..." stöhnte er dicht an ihrem Ohr, „...ohne..."

Hermione biss sich auf die Lippen. Sie musste die Augen schließen um ihre Gedanken im Griff zu behalten.

Es war nicht das erste Mal, dass er sie dazu zu überreden versuchte, doch nie zuvor, war sie auch nur versucht gewesen sich darauf einzulassen. Heute Nacht jedoch, war da dieses ungewohnt sehnsuchtsvolle, heftige Ziehen in ihrem Unterleib, dass sie zu drängen schien alle Vorsicht in den Wind schlagen. Auch Harry schien ihre gesteigerte Bereitschaft zu spüren, denn er gab sich wirklich alle Mühe sie zu erregen und ihr Verlangen weiter anzuheizen, ließ sich viel mehr Zeit dafür. Das unerwartete Gefühl mit solcher Intensität berührt und liebkost zu werden machte es ihr tatsächlich schwer der Verlockung zu widerstehen.

„Wir machen's einfach so..." schmeichelte er wieder, "ach komm..."

Hermione seufzte schwer, es war so verlockend, einfach darauf einzugehen – sich ihrem eigenen Verlangen hinzugeben – und einfach nicht länger darüber nachzudenken, das...

Harry, der ihr Zögern spürte, verdoppelte jetzt seine Bemühungen sie für die Idee zu gewinnen.

„Du willst es auch, oder?" murmelte er dicht an ihrem Ohr.

Sein Atem jagte ihr einen wohligen Schauder über den Rücken.

Ein leises Stöhnen entfuhr Hermiones Kehle, als sie darauf wartete, dass seine Fingerspitzen über ihre pochende, empfindsame Hitze streicheln würden, die so sehnsüchtig nach seiner Berührung verlangte, doch er tat es nicht. Noch nicht... Stattdessen war da auf einmal...

Harry, der ihr anhaltendes Schweigen offenbar für Zustimmung gehalten hatte, küsste sie jetzt heftiger und machte dabei einen weiteren Versuch sie zu ‚überraschen', doch wieder bewegte sie sich – gerade noch rechtzeitig. Nach Atem ringend unterbrach Harry den Kuss und starrte sie an. Seine grünen Augen funkelten im Mondlicht

„Ah – Hermione, das machst du doch mit Absicht, oder?" stöhnte er dann mit einen halben Lachen in der Stimme. „Du willst mich so richtig heiß machen, ja? Das gefällt mir – " flüsterte er eindringlich.

„Ich möchte schon –" gab sie zögerlich und halb widerwillig zur Antwort, erstaunt darüber wie seltsam betörend die bloße Vorstellung auf einmal war, den Empfindungen von Verlangen und Begehren nachzugeben und ihre Hüften einfach gegen seine zu pressen um den Kontakt zu intensivieren und ihn endlich in sich zu spüren. Es wäre so einfach – so gut – so...

„Leichtsinnig..." murmelte sie, plötzlich, überrascht den Gedanken laut ausgesprochen zu haben und ein winziger, verbleibender, doch entschlossener Rest ihres Verstandes sträubte sich heftig gegen solchen Leichtsinn.

„Harry, nein – nicht ohne Verhütung –" murmelte sie daher, um den letzen Rest ihrer Selbstkontrolle bemüht. Ihre eigene Stimme klang dabei geradezu fremd in ihren Ohren. „Ich hab keinen Spaß daran, wenn ich Angst haben müsste schwanger zu werden!"

Hermione runzelte die Stirn um die lästige kleine Stimme in ihrem Hinterkopf zum Schweigen zu bringen, die ihr einzuflüstern schien: ‚Na ja, wenn du mal ganz ehrlich bist, hast du doch wohl eigentlich – nie – so richtig Spaß daran, oder? Vielleicht wäre es ja diesmal anders...'

„Wirst du schon nicht!" raunte Harry, während er die weiche Haut ihres Ohres und Halses mit den Zähnen liebkoste und ihr damit einen Wonneschauer nach dem anderen über den Rücken jagte. Seine Hände wanderten von ihren Hüften hinauf um ihre Brüste zu umfassen und sanft mit Daumen und Zeigefingern zu liebkosen.

„Das eine Mal...!" schmeichelte er, und schob ihre Beine dabei ein wenig weiter mit dem Knie auseinander, „Ich hör auch rechtzeitig auf, ganz bestimmt!"

Damit umfasste er ihre Hüften, um sie festzuhalten, so dass sie der nächsten Bewegung seiner Hüften gegen ihre nicht auszuweichen vermochte. „Jetzt hast du mich aber genug geneckt, Hermione – " lachte er leise, als er erneut an ihrem Hals und Ohrläppchen zu knabbern begann, „jetzt kommst du mir nicht mehr davon...hörst du?"

„Lass das!" Die plötzliche Schärfe ihrer Stimme ließ ihn offenbar erkennen, wie ernst es ihr war. Verwirrt und ein wenig beunruhigt ließ er von ihr ab und öffnete er die Augen.

„Weist du, Harry – ich finde es überhaupt nicht gut von dir, mich derart zu bedrängen. Ich finde es ja auch schade, aber hör jetzt auf, mich ständig überreden zu wollen. Wir waren uns einig!" erwiderte Hermione ernsthaft und sehr bestimmt.

Um ihren Worten die Schärfe zu nehmen, legte sie dabei eine Hand an seine heiße, gerötete Wange.

Ein paar Sekunden lang starte er sie einfach nur an und fast erwartete sie schon er werde wieder zu diskutieren beginnen. Sie war daher mehr als nur ein bisschen überrascht, als er nur seufzend von ihr herunter rollte und sie in die Arme zog. „Oh, also gut, von mir aus! Wenn es nichts gibt was dich umstimmen könnte –"

„Nein wirklich nicht," gab sie zur Antwort. „Es ist wirklich besser so, ganz bestimmt." Lächelnd kuschelte sie sich an ihn, schmiegte ihr Gesicht in seine Halsbeuge und hauchte einen zarten Kuss auf seine Haut. Sie war so froh, dass sie ihn letztendlich doch noch zur Einsicht hatte überzeugen können.

Seine nächsten Worte jedoch ließen ihre Illusion zusammenbrechen.

Mit einem erneuten zärtlichen Biss in ihr Ohrläppchen, fing er wieder an mit der Hand ihre Schulter entlang zufahren und raunte ihr zu: „Aber du wirst mich doch nicht enttäuschen, nicht wahr, Hermione? Wie wär's wenn du einfach noch mal tust, was du letzte Woche versucht hast, hmm? Du weißt schon –"

Bevor er den Satz jedoch auch nur beenden konnte, fuhr Hermione bereits dazwischen.

„Ach nein – das möchte ich lieber nicht!"

„Hermione," beschwerte sich Harry, nun wirklich entnervt. „Was passt dir denn jetzt wieder nicht? Sag nicht, dass du davor auch Angst hast!? Du glaubst doch wohl nicht im Ernst, dass du – davon – schwanger werden könntest, oder?" spottete er mit einem nun ganz eindeutig bitteren Unterton. „Und mal ganz ehrlich, ich hab's langsam satt –"

„Oh Harry, nein," widersprach Hermione nun ihrerseits verärgert, „aber ich hab dir gesagt, das mir das unangenehm war. Ich will das nicht mehr machen!"

„Tja, vielleicht stellst du dich ja auch einfach zu blöd dabei an! Gab's etwa kein passendes Buch darüber?" gab er giftig zurück und sie konnte am Klang seiner Stimme erkennen, dass er jetzt wirklich stocksauer war.

Seine Worte taten ihr weh, doch sie beschloss es gut sein zu lassen. Sie wollte keinen neuen Streit. Nicht schon wieder.

Harry starrte sie einen weiteren Moment lang auf der Bettkante sitzend an, bevor er schließlich aufsprang.

„Gut! Von mir aus!" schnauzte er, „mach ich's mir eben mal wieder selbst! Du kannst echt ein liebloses Biest sein, Hermione, weist du dass? Manchmal frage ich mich wirklich, ob du mich überhaupt noch willst!"

~Ginny~

Als die ersten Sonnenstrahlen ihre Nase kitzelten, räkelte sich Ginny im Schlaf.

Das Erste, was ihr auffiel, war die Wand, die sich seltsamerweise auf der falschen Seite des Bettes zu befinden schien und auch das Licht hätte doch eigentlich aus einer anderen Richtung ins Zimmer fluten sollen.

In ihrem Zimmer stand das Bett neben dem Giebel-Fenster, unter der Dachschräge, während ihr das Sonnenlicht hier direkt ins Gesicht schien.

Verwirrt rieb sie sich die Augen ehe sie begriff, dass es Hermiones Bett war, in dem sie lag und dass...

Stirnrunzelnd erinnerte sie sich an die Ereignisse der vergangenen Nacht, den schlechten Traum, der sie aus dem Bett getrieben und Trost bei ihrer Freundin hatte suchen lassen.

Doch Hermione war nicht allein gewesen. Er – hatte mitten in ihrem Bett gesessen... mitten in der Nacht... Ginny wurde rot bei der Erinnerung daran, dass sie die Beiden offenbar in einem sehr ungünstigen Moment gestört hatte. In der Nacht war sie zu aufgewühlt gewesen – zu sehr in den Schrecken ihres Alptraums gefangen – um intensiver darüber nachzudenken. Nun jedoch…

Mit einem frustrierten Aufstöhnen vergrub sie das Gesicht in den Kissen.

Wie peinlich –

Und dann hatte sie sich auch noch in Harrys Armen in den Schlaf geweint. Sie war noch immer so entsetzlich verknallt in ihn! Es war manchmal wirklich schwer zu ertragen, dass er ausgerechnet mit ihrer besten Freundin zusammen war.

Die Beiden mussten die Nacht wohl in ihrem Zimmer verbracht haben, folgerte sie nun. Sie versuchte sich vorzustellen, wie sie nun dort oben in dem schmalen Bett unter der Dachschräge, eng aneinandergekuschelt unter der buntgehäkelten Decke lagen. Es konnte kaum Platz genug sein zu zweit, vernünftig darin zu schlafen ... es sei denn...

Holten sie etwa nach, wobei sie in der vergangenen Nacht unterbrochen worden waren? In ihrem Bett!?

Ein Stich der Eifersucht durchfuhr sie beim bloßen Gedanken daran, nagte an ihr, sosehr sie sich auch bemühte sie zu verdrängen.

Es bestand nicht die geringste Chance, dass sie jetzt noch wieder würde einschlafen können.

Mit einem Grinsen bemerkte sie, dass auch Lavender noch nicht von ihrem nächtlichen Besuch bei Ron zurückgekehrt war. Vielleicht sollte sie besser verschwinden, bevor sie es tat.

Sie war wahrhaftig nicht in der Stimmung, so früh am Morgen bereits Lavenders endlose Schwärmereien über Ron und dessen wundervolle Augen, seinen Hintern, oder irgendwelche sonstigen Körperteile über sich ergehen zu lassen.

Das einzige Problem war nur, dass sie nichts als ihr Nachthemd trug und nicht wagen mochte Harry und Hermione zu stören, um irgendwelche Kleidung aus ihrem Zimmer zu holen.

Wer konnte schon wissen, ob die Beiden nicht gerade... schon wieder... miteinander... Es war einfach zum verrückt werden sich so was vorzustellen...

Nein! Das kam überhaupt nicht in Frage!

Es war sicher das Klügste, sich etwas von Hermiones Sachen auszuleihen und schon mal nach unten in die Küche zu gehen. Ihre Mutter würde das zusätzliche Paar Hände bei der Vorbereitung des Frühstücks sicher zu schätzten wissen. Und ihr würde es die leidige Vorstellung aus dem Kopf vertreiben, sich auszumalen, wie Harry und Hermione es vielleicht genau in diesen Moment miteinander trieben – in ihrem Bett!

Das Leben war einfach – ungerecht!

Mit einem entnervten Aufseufzen schwang Ginny schließlich die Beine aus dem Bett und ging zum Stuhl neben dem Wandschrank hinüber auf dem ein ganzer Kleiderhaufen aufgetürmt war.

Es war leicht zu erkennen, wem die einzelnen Stücke gehörten. Lavenders Sachen waren 'hexiger', im Stiel ihren Eigenen ähnlich.

Hermiones Muggel-Kleidung aber hielt eine seltsame Faszination für Ginny.

Sie wählte ein schlichtes, ärmelloses Sommerkleid, mit weitschwingendem, fliegendem Rock, der kurz über dem Knie endete. Geradezu schockierend freizügig nach Zauberermaßstäben zu urteilen. Schwarz, mit einem hauchfeinen Muster beiger Blütenranken.

Bei dem Kleid machte es nichts aus, dass sie beinahe einen ganzen Kopf kleiner war, als ihre Freundin. Im Haus brauchte sie auch keine Schuhe.

Soweit so gut. Aber es wäre vermutlich besser, so früh am Morgen noch einen Pulli oder so etwas über dem leichten, ärmellosen Kleid zu tragen. Eine hübsche, blassblaue Strickjacke fiel ihr auf.

Aber als sie anfing sie unter den anderen Kleidungsstücken hervorzuziehen, geriet der gesamte Stapel ins Wanken. Es gelang ihr jedoch, die meisten von ihnen festzuhalten.

Als sie sich daraufhin hinabbeugte, um die restlichen Stücke aufzuheben blieb ihr Blick an ein Paar Muggel-Hosen hängen. Jeans wurden sie wohl genannt und die hier konnten beim besten Willen nicht Hermione gehören. Viel zu groß waren sie dafür. Das mussten Harrys sein, schloss sie mit einem Grinsen. Sie widerstand dem Impuls sie genauer zu betrachten und legte sie eilig auf den Stapel zurück.

Als sie sich umwandte hörte sie hinter sich irgendeinen kleinen Gegenstand zu Boden fallen. Verwundert drehte sie den Kopf.

Ein kleines, glänzendes Objekt rollte über den hölzernen Boden und verschwand unter der Kommode neben der Tür.

Zuerst dachte sie, es sei eine Münze, ein Sickle vielleicht, weil es so silbrig schimmerte, doch als sie es aufhob, sah sie, dass es ein Knopf war, der sich gelockert haben musste, als die Hose vorhin vom Stuhl gefallen war. Zu blöd aber auch.

Spontan entschied sie sich die Sache wieder in Ordnung zu bringen, denn sie wollte auf gar keinen Fall, dass Harry dachte, sie hätte sich in irgendeiner Weise an seinen Sachen zu schaffen gemacht.

Das Problem war nur, wie?! Zaubern durfte sie nicht, während der Ferien, soviel war klar. Abgesehen davon war ihr Zauberstab sowieso immer noch oben, in ihrem Zimmer.

Nachdenklich blickte sie sich um. Dabei fiel ihr Blick auf Lavenders Nähkästchen auf dem Nachtisch.

Ja. Das wäre vermutlich das Beste!

Froh eine Lösung gefunden zu haben, setzte sich Ginny also im Schneidersitz mitten in ein sonniges Fleckchen auf den Holzboden und breitete die Hose über den Knien aus. Um die genaue Stelle zu suchen, an der sie den Knopf annähen musste.

Um sie nicht zu verlieren, steckte sie die Nähnadel kurzerhand in den Hosenstoff, während sie einen geeigneten Faden auswählte und bemerkte zu ihrem Schreck, dass sie dabei etwas zu tief in den Stoff der Tasche gestochen haben musste. Allem Anschein nach, war die Verpackung von irgendwelchen Süßigkeiten darin.

Sie merkte es daran, dass irgendetwas drin war, dass einen Widerstand bot. Süßkram vermutlich, denn die kleine Verpackung machte ein raschelndes, knisterndes Geräusch, als sie die Nadel nun hastig wieder zurückzog.

~Hermione~

Eine halbe Stunde nach dem Frühstück saß Hermione im Schatten der alten Eiche am Gartenrand, ein geöffnetes Buch auf den Knien.

Da auch Charlie den gesamten August über im Fuchsbau wohnte, waren die Jungs mal wieder damit beschäftigt, ihr Quidditch-Talent gegenseitig auf die Probe zu stellen. Ihr fröhliches Rufen und Gelächter hallten von der sonnendurchfluteten Wiese hinter der Hecke herüber.

Lavender und Ginny saßen im hohen Gras am Wiesenrand und sahen ihnen zu.

Mit einem zufriedenen Seufzer lehnte sich Hermione indessen mit dem Rücken gegen den rauen Stamm des alten Baumes und streckte ihre Beine lang aus. Das trockene Sommergras kitzelte ihre Zehen, als sie die Sandalen von den Füßen kickte.

Sie war froh endlich mal ein paar Minuten allein zu sein, nach der Enge des überfüllten Fuchsbaus mit all seinen Bewohnern. Sie konnte es gut auch ohne die ständige Nähe einer anderen Person aushalten, brauchte einen gewissen Freiraum und Ruhe.

Zudem war sie noch immer bekümmert darüber, wie sich die Dinge in der vergangenen Nacht zwischen ihr und Harry entwickelt hatten. Ein Wort hatte das andere ergeben und schließlich hatten sie gestritten – wieder einmal.

Und wieder über dieses leidige Thema...

Die Dinge liefen wahrlich nicht gut zwischen ihnen in der letzten Zeit. Er bedeutete ihr noch immer sehr viel, sie war sich jedoch nicht sicher, ob er genauso empfand. Er war manchmal so selbstzentriert, dass er nicht einmal zu bemerken schien, dass er sie für ihre Belange und Wünsche so rein gar nicht interessierte.

Er war ein so lieber, herzensguter Freund gewesen, als sie noch jünger gewesen waren. Ihre Beziehung allerdings entwickelte sich mehr und mehr zu einer Enttäuschung. In zunehmender Weise war Harry gedankenlos um nicht zu sagen gleichgültig ihr gegenüber.

Er verstand nicht, wenn sie lernen, oder sich einfach nur in irgendein Buch vertiefen wollte, anstatt ihn beim Quidditch-Training zu beobachten und nahm es ihr übel. Darüber hinaus lief es auch im Bett zwischen ihnen alles andere als gut.

Es war ja gar nicht so, dass sie nicht mit ihm hätte schlafen wollen, wie er behauptete, doch war es beinahe jedes Mal ein so übereiltes, flüchtiges Gerangel, dass vorbei war, bevor sie auch nur annähernd die Chance hatte, Spaß daran zu haben.

Was sie allerdings am meisten störte, waren Harrys beständige Versuche sie dazu zu überreden es an irgendwelchen Orten zu tun, an denen sie nur allzu leicht entdeckt werden könnten. Sie hingegen hasste das. Ein paar mal hatte sie mitgemacht, doch es hatte ihr überhaupt nicht gefallen.

Nach den unglücklichen Entwicklungen der vergangenen Nacht hatte Harry heute ganz besonders schlechte Laune. Dennoch war Hermione froh darüber das sie der Versuchung nicht erlegen und kein Risiko eingegangen war.

Obwohl er sich beim Frühstück so normal wie möglich benommen hatte, war Hermione dennoch klar gewesen, dass er ihr noch immer übel nahm, dass sie sich nicht hatte umstimmen lassen. Dies wiederum ärgerte sie, denn sie war überzeugt davon, richtig gehandelt zu haben und so hatte Harry ihr größtenteils die kalte Schulter gezeigt und sich stattdessen mit Ginny unterhalten, die von seiner Aufmerksamkeit geradezu begeistert gewesen war.

Trotz ihrer persönlichen Probleme hatte es Hermione gefreut ihre Freundin endlich einmal lachen zu sehen, denn das tat sie viel zu selten in der letzten Zeit. Seit Freds Tod war Ginny nicht mehr die Alte gewesen und das tat Hermione wirklich leid.

Auch, dass sie ihre Schwärmerei für Harry offenbar noch immer nicht gänzlich überwunden hatte, machte die Sache nicht besser.

Arme Ginny. Das Alles konnte nicht einfach sein für sie.

An diesem Morgen jedoch hatte sie viel besser ausgesehen. Ihre Augen hatten gestrahlt, waren jeder seiner Bewegungen gefolgt und sie war ganz rot geworden, als er ihr gesagt hatte, wie hübsch sie aussah in ihrem neuen Kleid.

Es war ihm nicht einmal aufgefallen, dass es eigentlich Hermiones Kleid war und auch das hatte nicht dazu beigetragen, dass sie sich besser fühlte.

Und als er Ginny schließlich auch noch aufgefordert hatte mit zur Wiese hinter dem Haus zu kommen und ihm und ihren Brüdern beim Quidditch-Spiel zuzusehen, war sie restlos begeistert gewesen.

Hermione seufzte wieder, als sie daran dachte, wie Harry daraufhin auch sie zum Mitkommen aufgefordert hatte. Dass sie viel lieber einfach nur hier im Schatten des Baumes sitzen und lesen wollte, hatte er wie immer nicht verstanden.

Doch sie war einfach nicht in der rechten Stimmung gewesen, für die laute, ein wenig raue Atmosphäre die dieses Spiel mit sich brachte – und so saß sie nun hier, ganz in Gedanken über das kommende Schuljahr versunken – das ihr siebtes und letzte war.

Wenn wenigstens Krummbein noch bei ihr gewesen wäre...

Sie seufzte wieder, denn der arme Kerl war während der ersten Ferienwoche gestorben. Hier im Fuchsbau mochte sie gar nicht darüber sprechen, denn es erschien ihr geradezu belanglos, im Vergleich zu Freds Tod und doch vermisste sie ihr Haustier so sehr.

Noch schlimmer war allerdings, dass sie sich für den Tod ihres Katers gewissermaßen verantwortlich fühlte. Ein Auto hatte ihn überfahren, als sie ihn eines Abends noch spät hinausgelassen hatte und sie konnte einfach nicht anders, als sich zu fragen, was wohl sonst geschehen wäre. Ob sie ihn wohl sonst noch bei sich hätte?

Zwar hatten ihre Eltern ihr angeboten sich in der Winkelgasse ein neues Kätzchen auszusuchen, doch das hatte sie abgelehnt. Sie konnte sich nicht vorstellen sich jetzt schon auf ein neues Tier einzustellen. Auch käme es ihr vor, als wolle sie Krummbein gewissermaßen ersetzen.

Vielleicht später, wenn sie über die Weihnachtsferien nach Hause fuhr, aber jetzt noch nicht.

Ein Stück Pergament glitt zwischen den Seiten der 'Geschichte Hogwarts' hervor. Mit einem leichten Lächeln entfaltete sie den Brief, den sie seit seinem Erhalt, als Lesezeichen mit sich herumtrug und dessen Zeilen sie wohl in den vergangenen Tagen an die 20 Mal gelesen hatte.

'Verehrte Miss Hermione Jean Granger,' stand da in Professor McGonagalls ordentlicher Handschrift in smaragdgrüner Tinte auf das Papier gebannt:

'Wir sind erfreut, Ihnen mitteilen zu können, dass sie für das Amt der Schulsprecherin für das bevorstehende Jahr ausgewählt wurden. Bitte bedenken Sie Pflichten und Verantwortung der Position sorgfältig, bevor Sie uns ihre Entscheidung mitteilen.

Mit freundlichen Grüßen. M. McGonagall,

Konrektorin der Hogwarts Schule für Hexerei und Zauberkunst.'

Noch immer lächelnd faltete Hermione das Pergament wieder zusammen um es zurück zwischen die Seiten ihres Lieblingsbuches zu legen.

Es stand außer Frage, dass sie das Amt mit Freuden annehmen würde. In den beiden vorausgegangenen Jahren als Vertauensschülerin Gryffindors hatte sie eindeutig Gefallen an dieser Art von Verantwortung gefunden und bereits auf eine solche Chance gehofft. Eine berechtigte Hoffnung, ganz sicher, war es doch üblicherweise einer der Vertrauensschüler, welcher dazu ausgewählt wurde.

Nun allerdings fragte sie sich, wer wohl das Amt des Schulsprechers antreten mochte. Sie hoffte wirklich sehr, dass es Terry Boot sein würde, der ehemalige Vertrauensschüler Ravenclaws, mit dem es sich gut zusammenarbeiten ließ. Die andere Möglichkeit stellte Draco Malfoy dar und davon war sie – aus wohl nur zu gut verständlichen Gründen – nicht sonderlich begeistert.

~o~

Um die Mittagszeit hatte Hermione gerade ihr Buch auf ihr Zimmer gebracht und war auf dem Weg zurück nach unten, als sie beinahe mit Harry zusammenstieß, der nach oben lief um vor dem Essen noch schnell zu duschen. Jetzt nach dem Spiel war er in geradezu euphorischer Stimmung. Aller Ärger schien verflogen.

„Ach, Hermione, da bist du ja!" lachte er und zog sie impulsiv an sich.

Froh, dass er sie nicht länger so komisch behandelte, erwiderte Hermione seine Umarmung und lehnte sich an ihn. „Hi!" Sie lächelte und schlang nun ihrerseits beide Arme um ihn. „Wie war denn euer Spiel?"

„Ganz toll," strahlte er und ließ seine Hand ihren Rücken hinabwandern. „Ron und ich haben George and Charlie ganz schön in den Hintern getreten, sag ich dir! Man sollte doch wirklich annehmen, dass sie mehr drauf hätten, wo sie doch selbst mal für Gryffindor gespielt haben… Aber sie sind wohl aus der Übung."

Er zog sie fester an sich und fing an sie heftig und verlangend zu küssen. Hermione ging nur zu gern darauf ein. Es sah ganz so aus als wäre auch Harry sehr froh darüber, dass sie sich wieder vertragen hatten und so wurde der Kuss schnell intensiver und als sich Hermione näher an ihn lehnte, konnte sie deutlich spüren wie begeistert Harry tatsächlich war.

„Weist du was?" raunte er ihr zu, das Gesicht an ihrem Hals vergraben, und dabei seine Hände über ihren Rücken entlangwandern lies.

„Ich hatte ja eigentlich vor nur schnell zu duschen, aber – " er wandte kurz den Kopf, blickte über seine Schulter und lauschte auf das Geräusch der Schritte unten in der Küche.

„Da wir so ganz allein hier oben sind, hab ich glaube ich noch eine bessere Idee."

„Harry," keuchte Hermione, „das kann doch nicht dein Ernst sein!"

„Aber ja doch! Ich glaub das ist sogar eine super Idee!", beharrte er noch immer grinsend als er sie weiter zurück in die Schatten auf dem Treppenabsatz drängte.

„Ach, was denn bloß, Mr. Potter? " neckte Hermione noch immer lachend als er seine Lippen bereits in einem weiteren, hungrigen Kuss auf ihre legte.

„Ich zeig's dir," murmelte er mit halbgeöffneten Lippen und ließ seine Zungenspitze über ihre Unterlippe gleiten.

Hermione erwiderte seinen Kuss bereitwillig und lehnte sich zurück, gegen die Wand.

Wieder stellte sich Harry gar nicht ungeschickt an und im Gegensatz zu sonstigen hastigen Begegnungen, bei dem er sie überredete es irgendwo an eine Säule gelehnt unter dem Unsichtbarkeitsumhang zu tun, ging er die Sache diesmal langsamer an und so hoffte Hermione wirklich, dass dies bedeuten mochte, dass er diesmal auch ein bisschen mehr auf ihre Bedürfnisse eingehen würde.

Eine Zeitlang standen sie einfach nur da, im Schatten des Treppenabsatzes an die Wand gelehnt und küssten einander. Hermione konnte die Liebkosung seiner Fingerspitzen auf ihren Brüsten, durch den dünnen Stoff ihres Sommerkleides hindurch deutlich spüren. Sie seufze glücklich auf als seine Hände nun so liebkosend über ihren Körper wanderten, als er sie über ihre Seiten und Flanken hinabgleiten ließ, sacht über Bauch, Hüften und Oberschenkel streichelte bis hin zum Saum ihres kurzen Sommerkleides und die Haut dicht über ihrem Knie umkreiste.

Mit einem leidenschaftlichen Kuss lehnte sich Harry ihr noch weiter entgegen und ließ dabei seine Fingerspitzen die bloße Haut ihres Oberschenkels hinaufwandern, bis sie unter dem Saum ihres kurzen Sommerkleides verschwanden. Sein Knie glitt zwischen ihren Beinen aufwärts – schob sie mehr und mehr auseinander und seine Hände umspannten dabei ihre Hüften, um sie hochzuheben.

„Warte..." widersprach Hermione halbherzig, als sie seine Berührung durch das dünne Material ihres Höschens hindurch spürte.

Er lachte leise auf, küsste sie jedoch weiter. Es fühlte sich wunderbar an und schon bald waren Hermiones Hände in seinem Haar vergraben, zerwühlten es noch mehr als es ohnehin schon war...

Dann ließ sie die Hände liebkosend über seinen Hals und die Schultern wandern, ließ sie in einer einzigen, fließenden Bewegung über seinen Rücken hinunter gleiten und von dort aus nach vorn.

Ihre Berührung wurde mit einen sehnsuchtsvollen Aufstöhnen beantwortet.

„Hermione –" stöhnte Harry und biss wieder sanft in ihren Hals. Mit einer raschen Bewegung drängten seine Hüften nach vorn, um sich intensiver in die Berührung ihrer Hand zu pressen.

Seufzend legte Hermione den Kopf zurück, die Augen geschlossen und überließ sich ganz dem süßen Gefühl der Lust, die sich warm und verlockend in ihrem Unterleib auszubreiten begann, als Harry seine Lippen weiter über die empfindsame Haut ihres Halses hinabwandern ließ.

Dennoch konnte sie sich nicht vollends entspannen. Zu groß war die Sorge Mrs. Weasley könne sie hier auf dem Treppenabsatz entdecken.

Harry allerdings schien keine solchen Bedenken zu haben. Als er jedoch anfing ihr Höschen herunterzuziehen griff sie rasch nach seiner Hand.

„H-harry nicht, warte mal..."

Langsam aber festentschlossen zog sie sich von ihm zurück und stemmte dabei beide Hände gegen seine Brust um ihn wegzuschieben. Sein entnervtes Aufstöhnen ließ sie sich schrecklich fühlen.

„Oh Hermione, sag nicht, dass du mich – schon wieder – nicht ranlassen willst!?" stöhnte er.

„Nein, flüsterte sie liebevoll, „nein, sicher nicht, aber – Harry – lass uns dazu wenigstens in mein Zimmer gehen. Ich will's nicht hier auf der Treppe machen. Verstehst du?"

„Wo ist denn deine Abenteuerlust?" neckte er, folgte ihr jedoch ohne weiter Einwände nach oben.

~o~

In ihrem Zimmer angelangt, schloss Hermione die Tür ab um nicht zufällig von Lavender überrascht zu werden. Sie hatte kaum den Schlüssel gedreht, als Harry sie auch schon von hinten mit beiden Armen umfasste um sich voller Verlangen gegen ihren Po zu pressen.

„Oh Hermione," flehte er , während er seine Fingerspitzen aufreizend über ihre Flanken hinabwandern ließ. „Nun mach doch!" Ein weiterer heißer, auf ihren Nacken gehauchter Kuss ließ sie erschaudern.

Lachend drehte sie sich in seinen Armen herum und küsste ihn. Derartig ineinander verschlungen taumelten sie einige Schritte zurück und fielen dann noch immer lachend auf das Bett.

Nur einen Augenblick später jedoch, lag Harry bereits auf ihr und presste sie mit seinem Gewicht in die Kissen und Hermione wurde nur allzu bewusst, dass dies nun doch eines der hitzigen, kurzlebigen Male sein würde. Es bestand wohl wenig Aussicht auf die Erfüllung ihre eigenen Bedürfnisse.

Trotzdem musste sie doch wenigstens versuchen ihm ihre Gefühle zu erklären. Nichts gegen Spontanität, aber das ging ihr einfach zu schnell.

„Harry," flüsterte sie „Ich will's so nicht, hörst du?! Nicht so übereilt – lass mir etwas mehr Zeit. Wir können uns doch wenigstens erst ausziehen und – noch ein bisschen kuscheln, bevor wir es tun, ja?"

„Ahh– Hermione," grollte er mit geringer Begeisterung, „wir können heute Nacht im Bett noch genug kuscheln, verdammt! Im Moment bin viel zu scharf für so was!"

Bei der nächsten heftigen Bewegung seines Beckens spürte sie wieder ganz deutlich wie ‚scharf' er tatsächlich war und als er sich nun eilig bemühte aus seiner Hose zu kommen, half sie ihm dabei diese weit genug herunterzuziehen, so dass sie ihn berühren konnte. Harry jedoch schien für derartige Zärtlichkeiten wirklich keinen Sinn mehr zu haben. In einer raschen, fließenden Bewegung glitt er wieder über sie und schob sein Knie zwischen ihre Beine.

„Warte!" flüsterte sie eindringlich, „Warte doch, gib mir erst – ein Gummi!"

Stöhnend lehnte sich Harry etwas zurück und durchsuchte dabei hektisch seine Hosentaschen.

„Oh verdammt!" fluchte er frustriert, „Ich hab gar keins!"

„Schon wieder nicht? Aber du hast doch sonst immer welche dabei?" flüsterte Hermione erstaunt zurück.

„Ja schon, aber ich hab heute morgen eine neue Jeans aus meinem Koffer genommen, als ich in mein Zimmer zurückgeschlichen bin und ich hab nicht dran gedacht... OK? Ach komm – " flehte er. „Komm schon, Hermione, lass es uns – dies eine Mal – ohne machen..."

Unliebsam in die vorherige Nacht zurückversetzt, wurde Hermione allmählich so richtig sauer darüber, dass er sie tatsächlich – zum dritten Mal – innerhalb von kaum 24 Stunden dazu überreden wollte.

„Nein, Harry – das ist mir wirklich zu gefährlich. Ich will so was einfach nicht..."

„Warum machst du mich dann erst total heiß, Hermione? Hmm, warum?! Du knutscht und fummelst mit mir herum bis ich so scharf auf dich bin, dass es einfach nur noch weh tut und dann – lässt du mich wieder nicht..."

„Das stimmt doch gar nicht, Harry – " begann Hermione besänftigend, doch wieder unterbrach er sie mit deutlichem Unmut.

„Und ob das stimmt!" schnappte er zurück. „Was für ein Spiel spielst du da eigentlich, hmm? Mich erst immer wieder heiß machen und dann nicht wollen – das ist gemein, Hermione! Das ist total gemein! Erzähl mir nicht, dass du jetzt schon wieder nicht willst!? Ich kann das nicht mehr hören!"

„Aber ich will ja! Nur –"

„Dann los, beweis es mir endlich mal, Hermione! Stell dich nicht immer so schrecklich an – Weist du was? Ich hab langsam echt die Schnauze voll! Du machst das mit Absicht, gib es doch wenigstens zu!"

„Willst du damit erreichen, dass ich dich noch mehr begehre?"

„Nein, Harry, wie kommst du denn darauf? Ich will doch bloß... Ich will..."

„Du hast mich jetzt so oft vertröstet – mich so oft hingehalten – Ich will's endlich mal wieder machen, Hermione, hörst du? Und es ist mir langsam echt egal, ob wir ein Gummi haben oder nicht..."

„Mir aber nicht – Harry! Und jetzt hör auf so mit mir zu reden – ich mag das nicht!"

„Du willst nicht, schon klar!" schnappte er.

„Das meinst du doch alles gar nicht ernst, Harry! Du würdest dir hinterher bestimmt auch Gedanken machen, wenn wir's jetzt einfach so drauf ankommen ließen. Komm sei vernünftig und beruhige dich erst mal, ja? Ich versteh ja, dass du enttäuscht bist – aber ‚ohne' das... das – will – ich einfach nicht! Wir müssen eben warten. Sicher ist das schade, aber – Es geht nun mal nicht anders... Und jetzt hör auf zu jammern. Wir machen's heute Nacht. OK?"

„Ganz bestimmt?"

„Versprochen."

Kuss.

„Nein, nein warte – Hermione wir können es jetzt – doch – machen!" rief er plötzlich.

„Oh, bitte! Das haben wir jetzt aber wirklich mal durch, oder!? Die Antwort ist nein! Und dabei bleibt es, zum Teufel noch mal!"

Ohne sich zu beschweren, sprang er vom Bett, lief quer durch das Zimmer, machte sich bei dem auf dem Stuhl aufgetürmten Kleiderhaufen an der Tasche seiner Jeans vom Vortag zu schaffen und kehrte dann eilig zum Bett zurück. Dabei hielt er ihr mit breitem Grinsen, triumphierend eine Kondomhülle entgegen. „Siehst du!?"

Unfähig die Belustigung aus ihrem Blick zu verbannen rollte Hermione nur theatralisch mit den Augen. „Na so ein Glück aber auch?!" gab sie ebenfalls grinsend zurück. Lachend zog sie ihn dann wieder an sich und küsste ihn.

Mit zitternden Fingern nahm Hermione das Kondom aus der Verpackung und schaffte es grade noch es auch zu benutzten, bevor Harry ihr Höschen bei Seite zog und endlich tat, wonach er so dringlich verlangte.

Ein wenig überrumpelt, von der Heftigkeit seines Verlangens schlang Hermione die Arme um ihn.

„Oh, endlich –" stöhnte er erleichtert auf, „endlich!"

Hermione konnte seine Leidenschaft nicht teilen. Nervös und angespannt lag sie da und versuchte die immer wiederkehrenden Gedanken an all die anderen hier im Haus zu verbannen, die jederzeit auf den Gedanken kommen mochten nach ihnen zu suchen und sich stattdessen ganz auf Harry und ihre Gefühle für ihn zu konzentrieren. Doch es wollte ihr nicht so recht gelingen.

Nur zögerlich begann sich ein gewisses Gefühl der Wärme in ihrem Unterleib auszubreiten, doch Harrys Bewegungen waren zu heftig und ihre Nerven zu angespannt, als dass es ihr wirklich hätte gefallen können. War da nicht ein Geräusch im Flur?

All ihre Bemühungen die eben noch empfundene Lust zurückzurufen, waren vergebens. Angespannt lauschte sie auf den Klang herannahender Schritte und verhaltener Stimmen auf dem Flur. Tatsächlich. Dort war jemand...

„Psstt – Harry," bemühte sie sich um seine Aufmerksamkeit indem sie fester und fester gegen seine Schulter klopfte. „Harry, da ist jemand an der Tür!" zischte sie dann wieder. „Sei doch bitte leiser! Ich will nicht, dass sie uns hören!" Dies jedoch schien ihn nur noch mehr zu erregen.

„Hermione? Bist du da drin?" drang jetzt Lavenders Stimme an ihr Ohr.

Dann hörte sie Ron flüstern: „Warum gehst du nicht rein?"

„Die Tür ist abgeschlossen," kicherte Lavender. „Du – Ich glaub die machen's schon wieder! Kannst du dir das vorstellen?"

Das aufreizende Lachen, dass Ron daraufhin verlauten ließ, sorgte dafür, dass Hermione sich nur noch schlechter fühlte.

„Hey Harry! Wie ist der Punktestand für Gryffindor? Schon den Schnatz gefangen?!" rief er und klopfte dabei leicht mit den Fingerknöcheln gegen das Holz der Tür.

Halblaut fügte er dann hinzu: „Gar keine so schlechte Idee, eigentlich... Was meinst du?"

Hermione hörte Lavender wieder kichern. Dann entfernten sich die Stimmen im Flur und sie konnte hören, wie ihre Freunde noch immer lachend und flaxend die Treppe hinauf polterten.

So sehr die Störung sie auch in Verlegenheit gebracht hatte, Harry schien keine derartigen Schwierigkeiten zu haben – ganz im Gegenteil.

Seine Hüften begannen sich immer heftiger gegen Ihre zu drängen und nur Augenblicke später spürte sie eine Welle der Anspannung durch seinen Körper laufen. Mit einer letzten, heftigen Bewegung seiner Hüften, stöhnte er auf, den Kopf an ihrer Schulter vergraben.

Und während er erschöpft und schwer atmend gegen sie sank, fragte sich Hermione ernsthaft, wie es nur möglich war einem anderen Menschen so nahe zu sein und sich dabei doch so unendlich allein zu fühlen.

~o~

In dem Moment, da die Tür des Abteils unsanft aufgestoßen wurde, wusste sie bereits das er es sein würde.

Mit einem arroganten Zucken seiner blass-blonden Brauen blickte er ihnen voller Überheblichkeit entgegen.

„Na wenn das nicht Potty und sein Schlammblut sind? Und in bester Gesellschaft ihrer Bettlerfreunde, den Weasleys, wie ich sehe."

„Oh – und Brown hat sich offenbar auch entschieden ihre Abstammung in den Schmutz zu treten und sich ihnen anzuschließen," fügte er voller Gehässigkeit hinzu.

„Verpiss dich, Malfoy!" knurrte Ron, während Hermione noch immer gegen den Schreck ankämpfte, der ihr beim Anblick des Schulsprecher Abzeichens – das tatsächlich, ganz wie befürchtet, deutlich sichtbar am Aufschlag seiner slytherin-grün gesäumten Schuluniform prangte – in die Glieder gefahren war.

Dann jedoch bemerkte sie ganz deutlich, wie sich Ginny auf dem Sitz neben ihr vor Angst versteifte. Seit dem verhängnisvollen Überfall versetzte sie jede Art von Streitigkeiten nur allzu leicht in Angst und Schrecken – ganz besonders, wenn irgendwelche Slytherins daran beteiligt waren.

Als Hermione ihre Hand ergriff um sie zur Bestätigung sanft zu drücken, wandte sich das jüngere Mädchen ihr zu – die ängstlich geweiteten braunen Augen erschienen geradezu riesig in ihrem blassen, ängstlichen Gesicht.

„Ja genau, verschwinde, Malfoy," fügte Harry herablassend hinzu „und wo wir gerade dabei sind: Du könntest dir allmählich mal was Neues einfallen lassen, meinst du nicht auch? So langsam wird's einfach nur langweilig."

„Oh, was Neues, sagst du?" spottete Malfoy daraufhin, belustigt. „Naja, lass mal sehen…"

Er ließ den Blick für einen Moment durch das Abteil wandern, bevor seine grau-blauen Augen an Hermione hängen blieben.

„He, Granger – wo ist deine Katze?" rief er dann plötzlich, völlig unvermittelt. „Ich hoffe ihr ist nichts passiert?"

Ihr unwillkürliches, entsetztes Zusammenzucken musste ihm aufgefallen sein, denn er fuhr bereits mit gespieltem Erstaunen fort: „Es weiß ja schließlich – jeder – dass magische Tiere sich nicht mit solchem Muggle Mist wie Verkehr und dergleichen auskennen. Du hast doch nicht etwa zugelassen, dass er von einem Auto überrollt wurde, Granger, oder? Wie grausam – eine solch großartige Hexe und ein so dummer kleiner Fehler…. Und dein armer ‚Familiar' bezahlt mit dem Leben dafür… es ist einfach… zu traurig…"

Hermione schnappte bei der Ungeheuerlichkeit seiner Gemeinheit hörbar nach Luft. Wütend blinzelte sie die aufsteigenden Tränen zurück, nicht gewillt ihn sehen zu lassen, wie sehr sie seine gemeinen und doch so treffenden Worte verletzt hatten; doch Malfoy hatte seine Aufmerksamkeit schon wieder dem Rest der Gruppe zugewandt.

„Oh je, sieht ganz so aus als wäre es ein ungesundes Jahr für Rotschöpfe – schon wieder," spottete er in abscheulich selbstzufriedener und kaltherziger Art und Weise. „Pass nur gut auf dich auf – Weaseley," ergänzte er dann mit einem vielsagenden Seitenblick an Ron aus dessen Gesicht bei dem geschmacklosen Bemerkung alle Farbe gewichen war.

Hermione glaubte ihren Ohren nicht zu trauen. Dieser Kommentar war einfach nur niederträchtig gewesen – unverzeihlich – sogar für Malfoys Verhältnisse. Einen Moment lang starrten sie alle einander einfach nur an.

~Draco~

Sobald er es ausgesprochen hatte, war er bereits schockiert von seiner eigenen Unverfrorenheit. Er hatte nicht wirklich beabsichtigt den Tod ihres Bruders anzusprechen. Aber nun, da ihm die Worte entschlüpft waren, gab es kein Zurück mehr, denn er konnte sich wohl kaum dafür entschuldigen.

Stattdessen wählte er einen Ausdruck selbstzufriedener Überlegenheit als sein Gesicht und gab vor, vollkommen im Einklang mit seinen Überzeugungen zu handeln.

Bevor jedoch noch irgendjemand von ihnen die Möglichkeit hatte zu reagieren, war Weasleys kleine Schwester bereits von ihrem Sitz gesprungen und nach vorn geschnellt.

„Nimm das sofort zurück, du – Du – " ganz offensichtlich fehlten ihr die Worte, als sie ihm nun aschfahl und bebend vor Zorn entgegenschnellte.

Draco, der nun wahrhaftig in keiner Weise mit einer solchen Reaktion ihrerseits gerechnet hatte, trat überrascht einen Schritt zurück und stieß dabei – ebenfalls völlig unerwartet – gegen Goyle, der hinter ihm mitten im Türrahmen stand. Das selbstgefällige, Lächeln glitt von seinem Gesicht.

Zu überrascht um in irgend einer adäquaten Weise zu reagieren, starrte er das zerbrechliche rothaarige Mädchen an, deren abgrundtiefer Hass ihm so flammend entgegenloderte.

Bevor sie ihn allerdings erreichen konnte, hatten sowohl Potter als auch Weasley sie bereits an den Armen gepackt, um sie zurückzuhalten. Es war ein solch lächerlicher Anblick, diese Beiden dabei zu beobachten, wie sie sich darum bemühten die kleine Furie zu ihrem Platz zu schleppen, dass er gar nicht bemerkte, dass sich Granger ihm nun ebenfalls näherte.

Erst als sie unmittelbar vor ihm stand, blickte er auf und seine Augen weiteten sich beim Anblick des deutlich sichtbaren Schulsprecher Abzeichens am Revers ihres Umhangs. Das konnte ja heiter werden.

~Hermione~

Hermione wusste, dass es eine niveaulose, rohe Entgleisung war, die sich schon gar nicht mit ihrem neuen Status als Schulsprecherin vereinbaren lies, doch der mitleiderregende Anblick Ginnys, die nun wie ein zitterndes, schluchzendes Häufchen Elend in Harrys Armen zusammensackte, und dazu der allem zum Trotz noch immer widerwärtig überhebliche Gesichtsausdruck Malfoys ließen bei ihr alle Sicherungen durchbrennen.

Innerhalb eines Augenblicks war sie aus ihrem Sitz gesprungen und hatte ihm – mit aller Kraft – eine schallende Ohrfeige verpasst.

"Wie kannst du es wagen – du – du mieser, kleiner, elender Widerling!" zischte sie, die Stimme kalt und brüchig vor Wut.

Augenblicklich traten Crabbe und Goyle einen Schritt vor, doch Malfoy bedeutete ihnen mit einer wortlosen Geste seiner Hand, sich aus der Sache heraus zu halten.

Zuerst war es nur der Abdruck ihrer Hand, der sich knallrot und überdeutlich von der Blässe seiner Wange abhob – dann jedoch erglühte Malfoys gesamtes Gesicht vor unbändigem Zorn.

„Das wird dir noch leid tun, du mieses, wertloses, kleines Schlammblut! Glaub es mir," zischte er, „das zahl ich dir heim!"

A/N: Oh-je... es läuft – gar nicht – gut mit den beiden, nicht war ? Wird aber, ganz sicher! Großes, ernsthaftes Serpentina-Ehrenwort! Es wird, braucht aber seine Zeit…

Dieses Kapitel ist zwar sehr lang – gehört aber inhaltlich einfach zusammen. Es gibt auch kürzere. : )

Auch werden längst nicht alle Kapitel soviel sexuelle Anspielungen oder Interaktionen enthalten wie dieses und auch wenn hier und da immer mal wieder einzelne M Szenen vorkommen werden, käme der überwiegende Teil der Geschichte vermutlich prima mit einem niedrigeren Rating zurecht. Aufgrund des allgemeinen Kontext und besagter Szenen habe ich mich aber für eine M Einstufung entschlossen. Ich hoffe das passt so für alle.

Ich hoffe auch, dass ihr Spaß beim Lesen hattet, auch wenn alles bisher noch ein bisschen Harry-lastig gewesen ist. Mir geht er jetzt schon auf die Nerven. Und es wird nicht besser, mit ihm, glaubt mir.

Liebe Grüße, Serpentina