Was geht es mich an

Kapitel 4

-Puppenspiel-

.

~Hermione~

Ungläubig starrte Hermione den unausstehlichen blonden Jungen auf ihrer Couch an.

„Weißt du, Granger – da ich meine Pflichten als Schulsprecher überaus ernst nehme, sollte ich wahrlich nicht mit solch unbedeutenden Nebensächlichkeiten, wie – Hausaufgaben – belastet werden. Würdest du mir da nicht zustimmen?"

Die Überraschung in ihrem Blick ließ ihn auflachen. „Es wäre sehr klug, mir zu zustimmen –wirklich – und da du nun einmal eine derartige Affinität zum Lernen und allem was es mit sich bringt zu haben scheinst... Nun, ich denke nicht, dass es dir sonderlich schwer fallen sollte, mir diesen klitzekleinen Gefallen zu tun. Nicht wahr, Granger?"

„Warum um alles in der Welt sollte ich so etwas tun, Malfoy?!" schnappte Hermione, empört über so viel Dreistigkeit.

„Nun, w –e –i –l – " erklärte dieser daraufhin in provozierend herablassendem Ton und bedachte sie erneut mit einem mindestens ebenso geringschätzigen Blick, „es mir dann – möglicherweise – gelingen könnte, auszublenden, was ich von Potters Besuch und dem Inhalt eurer vorherigen, sagen wir mal – Diskussion – mitbekommen habe. Weißt du, bei all der Arbeit mit meinen Verpflichtungen als Schulsprecher und – dem Quidditch Training – " bemerkte er mit eindeutiger Betonung auf dem letzten Punkt, „da auch noch mit Hausaugaben belastet zu werden," hier schüttelte er betont langsam den Kopf. „Es ist – zuviel – wirklich, wie leicht, könnte ich da vergessen, dass ich nicht darüber reden sollte? Wo ich doch aus einer anständigen Zaubererfamilie stamme. Es ist es für mich geradezu schockierend zu wissen, welch schamlose Aktivitäten praktisch direkt vor meiner Tür vor sich gehen. Nun ich hoffe nicht genau da. Aber ziemlich in der Nähe…"

Ein weiteres, gekünsteltes Zucken seiner eisblonden Brauen. „Ganz davon zu schweigen, dass mir Potters Eskapaden bereits ein ums andere Mal den Schlaf geraubt haben. Und – nun ja – unausgeschlafen und überarbeitet, wie ich daher nun einmal bin – könnte ich mich nur allzu leicht verplappern und Dinge erwähnen, von denen du sicher nicht möchtest, dass ich sie ausspreche..."

Hermione wagte ihren Ohren nicht zu trauen. Glaubte der miese, kleine Fiesling, etwa sie erpressen zu können?

„Wir haben sehr wenig Verständnis für derartige Liederlichkeiten, in unserer Welt, musst du wissen…" fuhr er auch schon mit einem Ausdruck falscher Freundlichkeit fort.

Empört schnappte Hermione abermals nach Luft. "Liederlichkeiten!?" fauchte sie empört, doch Malfoy verzog nur abermals spöttisch die blassblonden Brauen.

„Ganz genau. Ich weiß du kannst das nicht verstehen. Wie solltest du auch? Daher bin ich auch bereit dir zu helfen und fortan den richtigen Weg zu weisen... Denn... Ich fürchte, nicht einmal Dumbledore, der alte Narr, könnte eine Schulsprecherin mit solch loser Moral akzeptieren."

„Mit meiner Moral ist alles in Ordnung. Herzlichen Dank – und lass gefälligst Professor Dumbledore aus dem Spiel, Malfoy! Nenn ihn nicht so!" fuhr Hermione auf, doch ein vielsagender Blick aus seinen graublauen Augen, ließ sie verstummen.

„Ach komm schon, Granger. Hast du wirklich keine anderen Sorgen? Ich schätze, es macht sich ganz und gar nicht gut, deines Amtes nach so kurzer Zeit enthoben zu werden – und das aufgrund von... sagen wir... „unangemessenem Benehmen."

Hermione schluckte die aufbrandende Wut hinunter. So sehr es sie auch ärgern mochte, ganz von der Hand zu weisen war Malfoys haarstäubende Theorie leider nicht.

Sie wusste, dass in der Zaubererwelt sehr wohl andere Maßstäbe galten. Mochte Vieles auch annähernd zeitgemäß anmuten, so schienen manche Moralvorstellungen und Konventionen tatsächlich noch im tiefsten viktorianischen Zeitalter zu stecken. Diese bizarre Mischung hatte zweifellos ihren Reiz, barg jedoch auch gewisse Tücken und ungeahnte Fallstricke für eine mugglegeborene, selbstbewusste junge Hexe, der in den frühen Jahren des Heranwachsens nicht ständig verbal oder magisch von irgendeiner Gouvernante auf die Finger geklopft worden war. Und da ihr in ihrer Rolle als Schulsprecherin eine gewisse Vorbildfunktion zukam, musste Hermione annehmen, dass ihr Verhalten tatsächlich zu möglicher Kritik Anlass geben mochte. Dennoch war sie nicht gewillt sich so leicht einschüchtern, oder gar erpressen zu lassen – und das ausgerechnet von jemandem wie Malfoy...

„Wie kannst du es wagen?!" fragte sie mit zornbebender Stimme. „Ich denke ja gar nicht daran, so etwas zu tun – Malfoy – und ich möchte sehen wie du mich dazu zwingst! Beweisen kannst du nämlich rein gar nichts..."

„Du bist niedlich, Granger," kicherte der nun beinahe ernstlich belustig und machte es sich in provokanter Weise auf ihrer Couch bequem, „es besteht überhaupt keine Notwendigkeit eine derartige Schärfe in unsere Verhandlungen zu bringen. Du hast noch eine Menge zu lernen, ganz ehrlich. Allem voran, dass Wissen – und ich rede nicht von Büchern – Macht bedeutet. Jene die darüber verfügen, setzen die Regeln fest, so einfach ist das."

„Du glaubst tatsächlich, was du da sagst, oder?" entschlüpfte es Hermione mit einer Mischung aus Faszination und Abscheu.

„Was ich glaube, ist hier gänzlich ohne Belang, verehrte, Miss Granger," beteuerte er mit einem nonchalanten Schulterzucken. „Bewiesen oder nicht, das heimtückische an Gerüchten ist, dass sie – einmal in Umlauf gebracht – von ganz allein ihre Kreise ziehen und das umso schneller, je mehr der Betroffene versucht sie zu beschwichtigen. Abgesehen davon; glaubst du allen Ernstes, dass es mich besondere Mühe kostet, eine Situation zu arrangieren, bei der ihr erwischt werdet?"

Ganz im Gegensatz zur Schärfe seiner Worte, schenkte er ihr an dieser Stelle ein ganz und gar entwaffnendes, engelsgleiches Lächeln das sein Übriges tat sie weiter gegen ihn aufzubringen.

„Und – was genau – erwartest du das ich tue, Malfoy?! Nur mal angenommen..." bemerkte Hermione voller Bitterkeit.

„Nur mal angenommen, du seiest gewillt, deinen vielgerühmten, kristallklaren und überaus brillianten Geist – ausnahmsweise einmal – wirklich zu nutzen und zu deinem Vorteil einzusetzen, meinst du?" konterte er mit einer provozierenden Mischung aus Spott und echter Belustigung, bevor er langsam und jedes seiner Worte auskostend fortfuhr: „Nun ja – nur mal angenommen, du solltest dich entschließen, tatsächlich so klug zu handeln, wie du ja zweifellos zu sein scheinst, so wirst du – meine liebe, hochgeschätzte Miss Granger – meinen höflichen ‚Bitten' fortan klaglos entsprechen und diese in keiner Weise in Frage stellen. Es ist geradezu lächerlich einfach, wenn man genau darüber nachdenkt, wirklich."

„Was?!" keuchte Hermione nur, sichtlich um Fassung, Worte und Atem ringend.

Wieder dieses absolut inakzeptable Lächeln, das sie schier in den Wahnsinn zu treiben schien.

„Zunächst einmal sollte es vollkommen ausreichen, wenn du meine Hausaufgaben machst und dich darüber hinaus im Unterricht nicht mehr derart in den Vordergrund spielst, dass mein wahres Talent von deinem maßlosen Übereifer und mangelnden Taktgefühl überschattet wird," erklärte er mit nahezu aufrichtig anmutender Sanftheit in der Stimme und wäre er nicht solch eine boshafte, verachtenswerte Kreatur gewesen, so hätte sein erneutes Lächeln wahrhaft bezaubernd sein können.

~o~

Nach diesem Gespräch widerstrebte es Hermione noch mehr Harry in ihren Räumlichkeiten zu treffen. Die Vorstellung, dass Malfoy genau wusste, was sie taten, ließ sie vor Unbehagen und Verlegenheit erschaudern, selbst wenn sie jetzt immer einen Stille-Zauber über ihre Räume legte.

Zwar hatte sie sich bemüht Harry davon zu überzeugen, dass ein wenig mehr Diskretion ganz sicher vorteilhaft wäre, doch wieder einmal hatte er einen anderen Blickwinkel.

Als Hermione ihm zu erklären versucht hatte, dass sie sich – zumindest Spätabends oder Nachts – nicht mehr in ihren Räumen treffen sollten, war er geradezu begeistert gewesen. Er hatte vorgeschlagen, ihre 'Treffen' stattdessen in abgelegene Teile des Schlosses zu verlegen – ein leeres Klassenzimmer zum Beispiel, oder andere ungenutzte Räume. Hermione jedoch war von dieser Idee nicht sehr begeistert gewesen, zu groß war ihre Furcht entdeckt zu werden.

Und so war er, nach einem weiteren Streitgespräch über ihre unterschiedliche Sicht der Dinge, wutschnaubend in den Gyffindor Turm davongestürmt.

~o~

Für Tage sprachen sie kaum ein privates Wort miteinander und auch wenn Hermione ganz sicher traurig und verletzt über ihre Unstimmigkeit war, so blieb ihr doch wenig Zeit Harrys abendliche und nächtliche Abwesenheit wirklich zu bedauern.

Mit Malfoys Hausaufgaben zusätzlich zu ihren eigenen waren ihre Nachmittage und Abende ohnehin gänzlich mit Schularbeiten angefüllt und als am Dienstag, die nächste Zaubertrankstunde herannahte, spürte sie bereits auf dem Weg dorthin ein nervöses Ziehen im Magen. Malfoy hatte ihr bedeutet, er wünsche nicht, dass sie sich an diesem Tag am Unterricht beteiligte, ganz gleich, was Snape auch fragen würde.

Mochte Hermione innerlich auch vor Wut kochen, so war es ihr im Moment doch nicht möglich sich dieser ‚Bitte' Malfoys offen zu widersetzen. Sie beschloss daher bei der ganzen Sache – wenn auch widerwillig – zunächst einmal mitzuspielen.

Nervös und angespannt schlüpfte sie in ihren üblichen Sitz neben Harry und wartete auf Snapes Ankunft. Ron und Lavenders Geflüster in der Reihe hinter ihnen machte ihr dabei das verstimmte Schweigen zwischen ihnen beiden nur allzu deutlich bewusst. Es machte ihr viel aus, doch sie war dennoch nicht bereit sich für ihre Einstellung zu entschuldigen. So schwiegen sie sich nach einem kurzen, gemurmelten ‚Hallo' also weiterhin an und warteten darauf das Snape endlich erschien und nie war Hermione die Zeit bis dahin so lang vorgekommen.

Ein verstohlener Blick zur Slytherinseite, trug nicht dazu bei, ihre Laune zu heben. Mit selbstzufriedenen Grinsen begegnete Draco Malfoy ihrem Blick. In der dämmrigen Atmosphäre des Kerkers, stach sein beinahe silbrig schimmerndes hellblondes Haar deutlich hervor. Er machte in keiner Weise einen gestressten oder überarbeiteten Eindruck, wie sie mit deutlichem Groll feststellte. Ganz im Gegenteil. Beim Anblick seines hochzufriedenen, überheblichen Gesichtsausdrucks, kochte erneut die Wut in Hermione hoch. Sie musste sich ganz dringend etwas einfallen lassen – so ging das jedenfalls nicht...

Ihre Gedanken wurden durch das Erscheinen Snapes jäh unterbrochen, als dieser in seinen üblichen wehenden schwarzen Umhang gehüllt das Klassenzimmer betrat. Der Unterricht begann.

Wieder einmal schien der Meister der Zaubertränke nicht besonders guter Stimmung zu sein. Sehr wohl um Stärken und Schwächen seiner Schüler wissend, stellte er genau solche Fragen, die gerade eben dass Können seines jeweiligen ‚Opfers' überstiegen und schien eine geradezu diebische Freude daran zu haben daraufhin Hauspunkte abziehen zu können – den Gryffindor Schülern, wohlgemerkt.

Nachdem er bereits Parvati, Seamus und Ron auf diese Weise 'befragt' hatte, wandte er seine Aufmerksamkeit nun Neville Longbottom zu, der unglücklich und nervös auf seinem Stuhl herumrutschte und von den geforderten 12 Verwendungszwecken von Drachenblut keine einzige zu benennen wusste.

Neuerlicher Ärger erfüllte Hermione.

Wie gemein von Snape ihren Freund so zu verunsichern, dass er sich an nichts von alledem, was sie bereits mit ihm aufgearbeitet hatte, zu erinnern schien. Noch mehr als bei den vorausgegangenen Fragen, juckte es sie in den Fingern sich zu melden und die richtige Antwort zu geben, doch Malfoys spöttischer Blick, welcher auch jetzt wieder auf ihr ruhte, hielt sie davon ab.

Snape schien dies für sie gänzlich untypische Benehmen in zunehmendem Maße zu irritieren. Er schien regelrecht darauf zu warten, dass sie sich meldete nur um sie – wie immer – ignorieren zu können und nun, da sie es nicht tat, schien er sich ernstlich darüber zu wundern. Vielleicht nahm er auch einfach an, dass sie es schließlich aufgegeben hatte.

Wie auch immer, nachdem er Neville eine weitere falsche Vermutung über die neunte mögliche Verwendung von Drachenblut abgerungen hatte, entschied sich Snape offenbar dem unglücklich dreinblickenden Jungen aus der Zange zu lassen und wandte seine Aufmerksamkeit stattdessen Hermione zu.

„Miss Granger," fragte er mit gespieltem Erstaunen, „möchten Sie uns am heutigen Tage gar nicht mit ihrem Wissen erfreuen? Ich möchte wetten Sie brennen geradezu darauf weitere Textpassagen zitieren zu können, oder etwa nicht?"

Hermione spürte die Blicke jedes Einzelnen im Raum auf sich gerichtet. Ganz offensichtlich hatte sich jeder der Anwesenden bereits die gleiche Frage gestellt.

Als Hermione ihren Blick nun, nervös und angespannt durch das Klassenzimmer schweifen ließ, so geschah das einzig um Zeit zu gewinnen und herauszufinden, ob sich Malfoys 'Bitte' auch auf die gegenwärtige Situation bezog – gemeldet, hatte sie sich schließlich nicht – doch für Snape und alle Anderen musste dabei der Eindruck entstehen, sie wisse die richtige Antwort tatsächlich nicht.

Für jeden – außer Draco Malfoy.

Ein einziger Blick seiner kühlen grauen Augen ließ Hermiones Herz jedoch sinken. Es war restlos klar, was er von ihr erwartete und sie – sie hasste es dies sich selbst einzugestehen – war zu feige aufzubegehren. Nervös räusperte sie sich. „Es..."

Der Triumph, der in den grauen Augen aufblitzte, erzürnte sie nur noch mehr.

„Es tut mir leid, aber ich… Ich fürchte ich kann das nicht beantworten, Sir," antwortete sie, sich der fassungslosen Stille ringsumher nur zu deutlich bewusst.

"Tatsächlich?" fragte Snape mit herausfordernder Sanftheit in seiner Stimme. "Nun, das ist überaus schade, nicht wahr? Und es kostet Gryffindor überdies fünf Hauspunkte – bedauerlicherweise. Sie sollten Ihrem schulischen Fortkommen wahrlich mehr Beachtung schenken, Miss Granger. Es geht nicht an, dass Sie ihre Pflichten über ihr neugewonnenes Amt als Schulsprecherin derart vernachlässigen. Aber natürlich vermag nicht – jeder – die Erwartungen zu erfüllen, die in ihn gesetzt werden."

Mit deutlicher Betonung auf seinem letzten Satz lies er nun den Blick seiner schwarzen Augen zu Malfoy herüberwandern, welcher Hermione daraufhin einen triumphierenden Blick zuwarf und in vielsagender Geste mit den blass-blonden Brauen zuckte.

„Doch ich bin mir sicher, Mr. Malfoy wird uns die richtige Antwort nicht schuldig bleiben," ergänzte Snape in eben diesem Moment, erwartungsgemäß.

„Selbstverständlich nicht, Sir," beeilte sich der blonde Slytherin auch prompt zu versichern ehe er begann die verschiedenen Verwendungszwecke von Drachenblut herunterzuspulen.

Dabei sah er Hermione die ganze Zeit über mit provozierender Zufriedenheit an, gerade so als wolle er sie herausfordern aufzubegehren.

Hermione jedoch verbiss sich jeglichen Kommentar. Frustriert malte sie sich dabei ihre eigenen 12 faszinierenden Möglichkeiten das Blut eines 'Drachen' zu verwenden aus – oder doch zumindest 12 angenehme Arten sich dieses Ekels zu entledigen. Ihr fiel da eine ganze Menge ein; Ihm schlicht und ergreifend den Hals umdrehen. Teeren und Federn. Häuten und rösten – oder natürlich könnte man ihn auch einfach an den – Ohren – von der Kerkerdecke baumeln zu lassen...'

Wie auch immer... Hermione Granger seufzte tief und Draco Malfoy lächelte.

~Draco~

Die kalte Morgenluft verwirbelte sein Haar und hauchte seinen sonst so blassen Wangen einen Hauch von Farbe ein, als Draco Malfoy seinen Besen nun fester umklammerte, den Blick auf die tief unter ihm liegende, glitzernde Oberfläche des Sees gerichtet.

Schneller und schneller wurde sein Flug, als er nun wie ein Falke auf seine Beute herabstieß. Noch immer war er gute zehn Meter über dem Wasser, doch näherte er sich dessen ruhiger, nur von einzelnen Wellen gekräuselter, im Morgenlicht silbrig schimmernder, Oberfläche nun mit geradezu beängstigender Geschwindigkeit.

Nur noch sechs Meter.

Ein nervöses Ziehen erfüllte seinen Magen, doch noch war er nicht bereit abzudrehen.

Bei vier Metern rauschte ihm das Blut seines Pulsschlages in den Ohren, doch noch immer versuchte er noch ein klein wenig tiefer hinab zu fliegen.

Bei drei Metern schließlich verließ im der Mut und er riss seinen Besen so heftig herum, dass er sich seitlich in der Luft überschlug und nun beinahe gänzlich die Kontrolle über seinen neuen Nimbus 2007 verlor. Einen Momentlang glaubte er tatsächlich kopfüber ins Wasser katapultiert zu werden, doch letztendlich gelang es ihm seinen heftig schlingernden Besen unter Kontrolle zu bringen.

Erleichtert stieß er den angehaltenen Atem aus und flog zurück auf eine Höhe von etwa sechs Metern über dem Wasser. Langsam begann sein wild klopfendes Herz sich zu beruhigen doch seine Hände zitterten noch immer.

Das war knapp gewesen.

Wieder steuerte er seinen Besen aufwärts, stieg einige weitere Meter empor um einen neuerlichen Versuch zu wagen. Noch immer beherrschte er den ‚Wronski Faint' nicht so gut wie Potter, doch er bemühte sich redlich. Aus Sicherheitsgründen übte er dieses Manöver zunächst über dem Wasser und um seinen Stolz zu schützen, hatte er sie die frühen Morgenstunden dazu gewählt. Auf diese Weise konnte er ungestört üben, ohne sich mit im Falle einer Fehleinschätzung seiner Fähigkeiten gänzlich lächerlich zu machen. Bisher war zwar Alles gut gegangen, doch das gerade eben war mehr als brenzlich gewesen.

Wieder versuchte er im Sturzflug so tief hinab zu tauchen, wie es nur eben ging bevor er den Besen zurück in die waagerechte Flugbahn bringen musste, doch diesmal wagte er nicht soviel, wie zuvor. Zu frisch war die Erinnerung an den eben erst ausgestandenen Schrecken.

Sofern er keine Zuschauer seines unkonventionellen Trainings wünschte war es wohl an der Zeit ins Schloss zurückzukehren.

Er war trotz allem noch immer strahlender Laune und nicht gewillt sich diese von seinen mangelnden Fortschritten beim ‚Wronski Faint' verderben zu lassen. Die gestrige Zaubertrankstunde war ein voller Erfolg gewesen. Granger hatte tatsächlich mitgespielt und Snape die richtige Antwort verweigert, so dass Draco selbst sie an ihrer Stelle geben konnte. Er hatte Punkte dafür kassiert – ihr hingegen waren welche abgezogen worden. Was für ein Spaß! Nie hätte er erwartet, dass sein Plan so gut aufgehen würde. Es versprach tatsächlich ein lustiges Schuljahr zu werden. Wer wusste schon, was er sie noch alles tun lassen könnte...

~Hermione~

Hermione begann allmählich sich wirklich isoliert von ihren Freunden zu fühlen. Doch es gab wenig was sie dagegen tun konnte. Tagsüber war sie so sehr mit dem Unterricht und ihren Pflichten als Schulsprecherin beschäftigt, war Anlaufstelle zahlreicher großer und kleiner Probleme ihrer Mitschüler – und abends musste auch sie gelegentliche Kontrollgänge erledigen, wenn diese Aufgabe auch hauptsächlich von den Vertrauensschülern erfüllt wurde. So saß sie oft noch bis spät in die Nacht über Hausaufgaben, ihren eigenen und – über denen Draco Malfoys.

Dieser kam üblicherweise kurz nach dem Abendessen herüber um seine Aufgaben für den nächsten Tag einzufordern und um ihn möglichst schnell wieder los zu werden hatte sie sich angewöhnt seine Unterlagen zuerst zu bearbeiten. Ihre eigene Arbeit hatte sie auf ein Minimum zurückgeschraubt – vorübergehend.

Es war ebenfalls nicht gerade hilfreich, dass Ginny mehr oder weniger regelmäßig auftauchte um bei ihr Trost und Zuspruch, oder einfach nur ein nettes Gespräch unter Mädchen zu suchen. Hermione hatte nicht das Herz sie fortzuschicken. In gewisser Weise war sie trotz der zeitlichen Verzögerung froh darüber, denn sie begann sich tatsächlich recht einsam zu fühlen.

Die Situation mit Harry gestaltete sich noch immer sehr schwierig. Zwar sprachen sie nun wieder weitgehend normal zusammen und schliefen sogar hin und wieder miteinander, doch die Beziehung hatte sich merklich abgekühlt. Zu oft hatte sich einer vom anderen enttäuscht gefühlt.

Hermione litt sehr unter der zunehmenden Entfremdung zwischen ihnen.

Andererseits war es vielleicht sogar gut, dass er die Nächte nicht mehr in ihren Räumen verbrachte. So blieb ihr die nötige Zeit der Flut von Arbeit Herr zu werden. Auch hatte sie Harry nichts von Malfoys Erpressung erzählt, da sie fürchtete, er werde hitzig reagieren und damit die Sache nur umso schlimmer machen.

Alles in Allem gestalteten sich diese ersten Wochen des letzten Schuljahres mehr oder weniger belastend. Es entstand kein Gefühl wirklicher mehr Nähe zwischen ihnen und ständig auf ihre Worte achten zu müssen, um nicht unbeabsichtigter Weise einen neuen Streit vom Zaun zu brechen, bedeutete zusätzlichen Stress.

Letztendlich war Hermione in diesem Jahr sogar beinahe froh über den Beginn der Quidditch-Saison. Natürlich erwartete Harry von ihr nun frühmorgens oder in den Abendstunden zum Platz zu kommen um ihm bei seinen endlosen Flugübungen zuzusehen. Auch dass stellte ein Problem da. Ein paar Mal hatte sie sich aufgerafft, gemeinsam mit Ginny und Lavender auf den unteren Stufen der Tribüne zu hocken und das Training zu beobachten, doch fehlten ihr sowohl die Begeisterung als auch die Zeit dies regelmäßig zu tun.

~o~

Als schließlich, gegen Ende September, das erste Hogsmeade Wochenende heranrückte, bat Hermione ihre Freunde diesmal ohne sie zu gehen, da sie fürchtete, die Arbeit sonst schlicht und einfach nicht zu bewältigen. Mit lautem Klappern legte Harry sein Frühstücksmesser auf den Teller zurück. „Du machst Witze, oder!?"

Auch Ron und Lavender verstummten mitten ihn ihrer Unterhaltung um sie gleichsam entgeistert anzustarren. „Hermione," beschwerte sich Ron, „das kann doch wohl wirklich nicht dein Ernst sein! Also echt jetzt mal…"

Lavender begann daraufhin aufgeregt drauflos zu plappern, um sie zum Mitkommen zu bewegen.

Doch es war Ginnys Reaktion, die Hermione beinahe umstimmte. Den Tränen nahe blickte sie auf ihren Teller hinunter. „Wenn Hermione hier bleibt, dann geh ich auch nicht," beteuerte sie sichtlich bedrückt.

Seit dem Überfall war es schwer Ginny überhaupt zum Mitkommen zu ermutigen und hatte Hermione viel Mühe und behutsame Überzeugungsarbeit gekostet bis die Freundin es schließlich doch gewagt hatte sie zu begleiten. Da sie aus nur allzu verständlichen Gründen, den Scherzartikelladen nicht mehr betreten mochte, gingen die Jungen allein dorthin.

Harry und Ron hingegen statteten Georges Laden, den er nach dem Tod seines Zwillingsbruders in 'Weasley's Witziges Wirrwar' umbenannt hatte, allerdings auch weiterhin hin gern einen Besuch ab und brachten jedes Mal eine Reihe fragwürdiger Späße mit um ihre Mitschüler zu ‚erfreuen'.

Hermione und Ginny verbrachten diese Zeit meist anderweitig, kauften sich heiße Maronen oder Eiscreme – je nach Saison – und schlenderten am Seeufer entlang um zu plaudern, während Parvati und Lavender es vorzogen die neusten Roben aus 'Madam Stitches' Kollektion zu bewundern und anzuprobieren.

So hatte es für Alle gut gepasst, bisher. Nun jedoch drohte das Konstrukt ins Wanken zu geraten.

Der Vorwurf in Harrys zornblitzenden grünen Augen war unübersehbar: 'Sieh was du angerichtet hast,' schien sein Blick Hermione förmlich anzuklagen.

„Oh doch, du kommst mit uns, mit Ron und mir!" erklärte Harry an Ginny gewandt mit überraschender Eindringlichkeit.

Bei diesen Worten blickte sie zu ihm auf. Ihr Gesicht war noch immer angespannt, doch es blitze etwas wie Hoffnung in ihren Augen. „A-aber ich will nicht – dorthin– gehen…" erklärte sie zögerlich.

Harry schenkte ihr daraufhin ein beruhigendes Lächeln. „Oh nein, das ist völlig OK! Das musst du auch nicht, Gin. Wir schicken George eine Eule, dass wir diesmal nicht in den Laden kommen. Vielleicht kann er ihn ein oder zwei Stündchen zumachen – oder seinem Assistenten überlassen um uns in den ‚Drei Besen' zu treffen, was meint ihr?"

„Ausgerechnet an einem Hogsmeade Wochenende?" bemerkte Hermione zweifelnd, „na, ich glaube eher nicht..."

Ginnys Augen jedoch begannen zu leuchten. „Oh ja," beteuerte sie mit einem Lächeln, „das ist eine tolle Idee, Harry!"

Nachdem dies also geklärt war, wandten sich die Gespräche den üblichen Themen eines bevorstehenden Hogsmeade Ausfluges zu. Nun, da sie nicht mehr das Gefühl haben musste ihre Freundin im Stich zu lassen, konnte Hermione wieder über ihre eigene Situation und deren Belange nachdenken.

Malfoy – würde gewiss nicht über staubigen Büchern und Pergamentrollen in der Bibliothek hocken um eine aufwendige Astronomiekarte ins Reine zu zeichnen, sondern sich einen lustigen, entspannten Tag machen. Sie sah ihn förmlich vor sich, wie er mit seiner Meute von Slytherins und diesem absolut indiskutablen Grinsen, in den Straßen des kleinen magischen Dorfes herumstolzierte und vermutlich irgendwelchen Blödsinn trieb, während sie hier in der Schule blieb um zu arbeiten. Nicht, dass sie sich unter normalen Umständen darüber beschwert hätte, doch so wie die Dinge lagen, empfand sie es einfach als ungerecht.

Seufzend schüttelte Hermione jeden weiteren Gedanken über die leidige Angelegenheit von sich. Es war momentan eben nicht zu ändern und –zumindest für Ginny war gesorgt.

~o~

Anfang Oktober begann der Stress ihr jedoch merklich zu zusetzen. Hermione fühlte sich restlos erschöpft und ausgelaugt. Selten kam sie einmal vor Mitternacht oder ein Uhr zu Bett und wenn sie am Morgen erwachte so schien sich das Zimmer zunächst um sie zu drehen und oft genug war ihr regelrecht übel vom Schlafmangel.

Heute allerdings war es schlimmer als sonst. Es dauerte beinahe eine ganze Minute, bis sie es überhaupt schaffte sich aufzusetzen und als sie es schließlich bewerkstelligte, aus dem Bett zu steigen, musste sie sich am Bettpfosten festhalten, bis der Schwindel verging und die dunklen Flecken, die ihr plötzlich vor Augen tanzten, verschwunden waren.

Mit zusammengebissenen Zähnen zog sie sich an und bereitete sich vor zum Frühstück hinunter zu gehen, doch als sie sich vor beugte um ihre Schuhe zu zubinden, verstärkte sich das eigenartige Schwindelgefühl sogar noch.

Auch die Unterrichtsstunden stellten eine permanente Belastung dar. Malfoy forderte jetzt hin und wieder sogar eine falsche Antwort von ihr ein, die er berichtigen und damit zusätzlich glänzen konnte.

Und – in der vergangenen Zaubertrankstunde hatte er es doch tatsächlich geschafft ihren Trank zu ruinieren. Hermione hatte nicht die leiseste Ahnung, wie genau er das angestellt hatte, doch er musste die Gelegenheit genutzt haben, als Snape sie hatte nach vorn kommen lassen um ihr – nach einer weiteren erzwungenen falschen Antwort – ernsthaft ins Gewissen zu reden und ihr eine Strafarbeit für den Abend aufzubrummen – etwas, das sie beim Besten Willen nicht auch noch gebrauchen konnte.

Harry hatte in dieser Zeit gerade einige ‚Mond-Schnecken' aus dem Vorratsraum geholt und daher auch nicht auf ihren Trank achten können.

Kurz darauf waren kleine, übelriechende Rauchwölkchen ihrem gemeinsamen Kessel entstiegen, wovon Snape alles andere als begeistert gewesen war.

„Ich muss stark davon ausgehen, dass es sich auch hier um Ihr Versäumnis handelt, Miss Granger," hatte er sie getadelt. „Sie scheinen ganz und gar den Anschluss verloren zu haben. Wechseln Sie zur Slytherin Seite herüber, alle Beide. Mr. Potter, Sie setzen sich zu Mr. Nott. Sie, Miss Granger," bemerkte er dann mit nahezu bedrohlicher Sanftheit in der Stimme und einem Blick, der seine umfassende Ablehnung deutlich machte, „Sie werden fürs Erste mit Mr. Malfoy zusammenarbeiten, um zu sehen wie man es richtig macht."

~Draco~

Draco Malfoy war mit dem Fortkommen seiner Pläne äußerst zufrieden. Granger benahm sich ganz wie eine brave Marionette und hob im Unterricht tatsächlich nur noch dann die Hand, wenn er es guthieß. Sie gab sogar dann und wann eine falsche Antwort, wenn er es verlangte. Es schien beinahe zu einfach.

Auch sein 'Hausaufgaben-Lieferservice' entwickelte sich sehr zufriedenstellend.

Selbstverständlich las er noch immer die erforderlichen Textstellen und übte auch die geforderten Zauber und Verwandlungen gründlich, denn er wollte ganz sicher nicht ins Hintertreffen geraten, doch für all die Dinge wie die endlos langweiligen, lästigen Aufsätze und Hausarbeiten, die es in den meisten Fächern – allen voran in ‚Geschichte der Zauberei' zu fertigen galt und andere Langweiligkeiten, wie das Zeichnen aufwendiger Astronomiekarten, war es einfach die perfekte Lösung.

Die Ergebnisse waren zudem äußerst zufriedenstellend. Erst am vergangenen Dienstag hatte er eine glatte Eins für seinen Aufsatz in Verwandlung erhalten.

Natürlich musste er die von Granger gefertigten Aufsätze noch immer in seine eigene Handschrift übertragen, aber es ersparte eine Menge Zeit und Mühe. Er brauchte all das nicht selbst zusammenzutragen, sondern konnte sich beim Kopieren der Texte gewissermaßen die Quintessenz ihrer geistigen Vorarbeit einprägen.

Seitdem Snape sie zu Arbeitspartnern gemacht hatte war es sogar noch leichter sie zu kontrollieren. Er brauchte sie nun lediglich mit dem Ellbogen anzustupsen oder den Fuß dezent auf ihren stellen, wenn er wollte, dass sie eine falsche Antwort gab und – zu seiner großen Verwunderung – spielte sie tatsächlich mit.

Als er ihr jedoch nun seinen neuesten Plan unterbreitete, begehrte sie auf, ganz die Granger die er aus früheren Jahren kannte. Wo war sie nur geblieben in der letzten Zeit? Irgendwie hatte ihm ihr Feuer schon fast ein bisschen gefehlt.

Jetzt allerdings galt es diplomatisch vorzugehen. Er durfte sie weder damit davonkommen lassen, noch zu sehr in Rage bringen, so dass sie ihm das Ganze schönen 'Abkommen' wohlmöglich vor die Füße schmiss, allen Widrigkeiten zum Trotz.

Vielleicht war seine Forderung, sie solle absichtlich Fehler in den Klassenarbeiten einbauen, tatsächlich ein bisschen gewagt gewesen.

Momentan jedenfalls sah es nach einer handfesten Konfrontation aus.

„Auf gar keinen Fall, Malfoy!" fauchte sie mit einer Vehemenz, die eine gewisse Röte in ihre blassen Wange trieb. „Das mach ich nicht!"

„Pass auf was du sagst, Granger," bemerkte er spöttisch. „Unser kleines ‚Abkommen' hat sich bisher so nett entwickelt. Das möchtest du doch jetzt sicher nicht verderben, hab ich recht?"

Das ließ sie zwar zunächst einmal verstummen, doch er hatte sich mit seiner überzogenen Forderung auf wahrhaft dünnes Eis begeben. Jetzt galt es geschickt und möglichst unauffällig zurück zu rudern, wenn er sein kleines ach so erfreuliches 'Abkommen' nicht aufs Spiel setzen wollte. Denn so dumm wirklich alles ausplaudern zu wollen, war er sicher nicht.

A/N: Vielen Dank für Eure Resonanz!

Mir ist bewusst, dass viele von Euch gern schon mehr Draco/Hermione Interaktion lesen würden, doch ich fürchte, es wäre ein Fehler zu rasch dazu über zu gehen. Sie haben eine Menge zu klären und zu bewältigen, bevor sie einander so nahe stehen können, wie ich es beabsichtige.

So verlockend die Idee eines sexuell geprägten 'Abkommens' auf den ersten Blick auch sein mag; es wäre für diese Geschichte, das Schlimmste, was ihnen beiden zum gegenwärtigen Zeitpunkt passieren könnte.

Ich möchte keine rein körperliche Anziehung zwischen ihnen entfachen, aus der dann schleichend mehr wird, sondern eine tiefe, emotionale Nähe zueinander aufbauen, ganz wie Hermione sie in ihrer Beziehung zu Harry so schmerzlich vermisst (hat). Davon sind wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt allerdings noch meilenweit entfernt. Es wird also gewiss noch dauern, bis sie da sind, wo wir sie gern haben wollen, doch ich denke – es lohnt sich. Ich hoffe wirklich sehr, Ihr teilt diese Ansicht.

Harry wird von mir hier ganz bewusst ganz anders dargestellt, als es seiner Figur in den Büchern entspricht. Ich möchte damit zum Ausdruck bringen, wie ungünstig ihn seine Berühmtheit und überdurchschnittlichen Erfolge beeinflusst haben. Er hatte wiederholt die Möglichkeit die Regeln nach seinen Wünschen zu umgehen oder zu beugen ohne wirkliche Konsequenzen seines Handelns tragen zu müssen.

Ich weiß, dass das Meiste davon aus der Notwendigkeit heraus geschah, doch auf sein Denken und sein allgemeines Selbstverständnis wird es dennoch Einfluss genommen haben.

Bei einem mittlerweile 17jährigen Harry wird es noch eine Menge solcher Gelegenheiten gegeben haben die ihre Spuren in seiner charakterlichen Entwicklung hinterlassen haben. (Die Idee zu dieser Geschichte stammt aus der Zeit von Buch vier.)

In diesem Falle nicht zum Besten. Der hier portraitierte Harry hat sich recht ungünstig entwickelt und ist daran gewöhnt, letztendlich irgendwie immer mit allem durchzukommen. In gewisser Weise ist damit genau das eingetreten, was Dumbledore zu vermeiden versucht hat, indem er Harry auf der Türschwelle der Dursleys abgelegt hat.

Darüber hinaus muss sich eine Person, mit der man gut befreundet ist, nicht zwingend als liebevoller, uneigennütziger Partner erweisen.

Natürlich ist das alles auch ein bisschen ungerecht – und natürlich möchte ich damit auch einen passenden Gegenspieler zu einem zunehmend einfühlsameren Draco aufbauen, aber es ist auch nicht wirklich unglaubwürdig, wie ich finde.

Genug geschwafelt – all das ist ein überaus gewagter gedanklicher Ansatz, ganz sicher, doch ich habe Freude daran, Charaktere in dieser Weise zu ‚verdrehen' – wartet nur, was ich mit Draco anstellen werde...

Jegliche Harry/Hermione Interaktion wird bald zu einem Ende kommen, während Draco mehr und mehr in den Fokus der Handlung rückt. Ich möchte lediglich allzu drastische Veränderungen in zu kurzer Zeit vermeiden.

Ich würde mich sehr freuen, Eure Gedanken über diese – und andere Aspekte der – Geschichte zu erfahren und freue mich natürlich sehr, wenn ihr weiterlest.

:) Herzliche Grüße, Serpentina