Sternzeit: Was sind Sterne?

Eintrag: Der, der immer Schuld hat.

Sehr geehrter Herr Platon,

ich muss mich bei Ihnen beschweren! Was haben Sie nur mit mir angestellt? Der eindringliche Ton, der sich nach dem Lesen Ihrer Geschichte in meinem Kopf einstellte, möchte einfach nicht ausklingen. Seit einigen Monaten verfolgt er mich – aufs Klo, unter die Dusche, ins Bett... Ich bitte Sie, ich muss diesen Ton loswerden. Am besten noch heute.

Sie sagen, dass ein verwegener Gedanke eine Saite in meinem Hirn zum Schwingen gebracht haben könnte und dass ich diesen Gedanken sogleich niederschreiben soll, bevor er vielleicht verloren geht. Aber Herr Platon, das Schreiben liegt mir überhaupt nicht. Ein Denker bin ich vielleicht, doch noch lange kein Dichter. Und ich habe auch nicht vor einer zu werden.

Mir reicht es völlig, einen guten Gedanken gedacht zu haben und mich daran zu erfreuen. Ich muss mich mit meiner Meinung nicht bei anderen aufdrängen – zumal auf meine bescheidenen Ideen ganz sicher niemand wartet. Sollen andere sich mit der Schreiberei abmühen, ich habe wirklich Besseres zu tun!

Nehmen Sie den Gedanken zurück, ich kann ihn wirklich nicht gebrauchen!

Mit freundlichem Gruß,

Der, der immer Schuld hat