Titel: Missing you (deutsche Version)

Fandom: Cabin Pressure

Autor: lorelei_lee1968 (Lorelei Lee)

Pairing: Martin/Douglas, Martin/Theresa (erwähnt)

Rating: ab 16

Disclaimer:Mir gehört nichts. Cabin Pressure gehört John Finnemore und vielleicht noch Radio BBC.

Inhalt: Spoiler für Vaduz (Staffel 4, Episode 3) Irgendwann in naher Zukunft begegnen sich Douglas und Martin auf einem Flughafen in Singapur, wo Martin gesteht, dass er seinen ersten Offizier vermisst.


Missing you

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Douglas hetzte durch den Berliner Flughafen auf der Suche nach dem Café, in dem er sich mit Martin verabredet hatte. Natürlich musste ihr Flug gerade heute eine Verspätung haben! Natürlich war die Landebahn nicht frei gewesen, von ihrem Gate ganz zu schweigen und natürlich hatten sie eine Warteschleife nach der anderen fliegen müssen. Nun hatte er sich hoffnungslos verspätet und fragte sich schon die ganze Zeit über, ob Martin überhaupt noch auf ihn wartete oder ob er kalte Füße bekommen hatte und gegangen war.

Doch diese Sorgen waren unbegründet gewesen. Als Douglas etwas derangiert vor dem Café haltmachte, sah er drinnen Martin an einem kleinen runden Tisch sitzen und trübsinnig in eine Tasse Kaffee starren. Douglas zwang sich dazu, nicht augenblicklich hinein zu stürmen, sondern sich erst den Schweiß von der Stirn zu wischen, sein Hemd glatt zu streichen und seine Krawatte gerade zu rücken. Erst dann betrat er das Café – langsam, gemächlich, selbstsicher. Wie es eben nur ein Mann von Welt vermochte.

Gelassen schlenderte er zu Martins Tisch.

„Martin", grüßte er ihn mit einem Kopfnicken, während Martin mit seltsam brennendem Blick zu ihm aufsah. „Tut mir leid, dass ich mich verspätet habe." Er zog den Stuhl hervor und setzte sich.

„Schon gut", sagte Martin, offensichtlich um Gleichmut bemüht, während seine Finger dem Zuckertütchen erbarmungslos zusetzten. „Kein Problem. Ich habe mehr als genug Zeit."

„Das freut mich. Hast du ihr schon einen Antrag gemacht?", fragte Douglas ohne Vorwarnung. Er hatte diese Frage ganz absichtlich auf diese Art und Weise gestellt. Er wollte eine Reaktion bei Martin auslösen, provozieren. Eine ehrliche, ungefilterte Reaktion. Dabei hatte er sich mental auf alles mögliche gefasst gemacht. Auf wütendes Schreien, auf beleidigtes Schweigen, auf wortloses Aufstehen und Gehen, auf... so ziemlich alles. Wie gesagt – er hatte mit allem gerechnet, nur nicht mit dem, was dann tatsächlich geschah.

Martin zögerte.

Aber nicht wie er es sonst getan hatte. Nicht, wie er es früher getan hatte, als er zögerte, weil viel zu viele Worte (meist widersprüchliche) auf seine Zunge drängten. Nein, so war es dieses Mal nicht. Es war ein kalkulierendes, abschätzendes Zögern. Ein fast erwachsenes Zögern. Douglas spürte tatsächlich so etwas wie Stolz auf seinen ehemaligen Kapitän.

Die schlanken, kurzen Finger ließen endlich von dem Zuckertütchen ab.

„Nein", antwortete Martin schlicht.

Douglas versuchte, genauso gelassen zu reagieren.

„Gut. Das ist... gut", bemerkte er genauso wortkarg wie Martin.

Ein klarer, fast durchdringender Blick aus Martins hellen Augen richtete sich jetzt auf den Ersten Offizier.

„Warum ist das gut, Douglas?", fragte er ruhig.

Gott, woher nahm Martin nur diese völlig un-Martin-ische Ruhe? Es kostete Douglas dieses Mal ungewohnt viel Mühe, wieder das Gehabe eines überlegenen Beherrschers der Lüfte anzunehmen, das ihm schon zur zweiten Natur geworden war.

„Nun ja, ich denke, ich würde..." Zu seiner eigenen Verärgerung wollten die Worte nicht über seine Lippen. Nach einer kaum merklichen Pause fuhr er stattdessen mit einer weiteren Frage fort: „Hast du es ihr schon erzählt?"

Martins klarer Blick wurde noch durchdringender. Die hellen Augen verengten sich leicht und Douglas fühlte sich unter diesem inquisitorischen Blick zunehmend unwohl.

„Warum interessiert dich das?" entgegnete Martin heftig. „Warum interessierst du dich plötzlich für mich? Oder für mein Leben? Oder... für meine Verlobung mit Theresa?"

„Weil..." Wieder musste sich Douglas unterbrechen, weil die richtigen Worte sich in seiner Kehle verbarrikadierten. Verärgert über sich selbst schleuderte er Martin seine Erwiderung mit unterdrücktem Zorn entgegen: „Wenn du sie heiratest, werdet ihr beide unglücklich werden!"

„Das kannst du nicht wissen!", rief Martin aufgebracht aus.

„Oh doch, das kann ich!", lachte Douglas bitter. „Vielleicht werdet ihr zuerst noch glücklich und zufrieden sein, aber die Liebe wird zum Fenster hinausfliegen, sobald die geheimen Begierden unseres unartigen Kapitän Crieff an die Vordertür des Schlosses klopfen!" Martins Augen sprühten bei diesen Worten wütende und auch ein wenig schmerzerfüllte Blitze und Douglas schämte sich ein wenig für seinen Ausbruch.

„Martin..." Er atmete tief durch und bewegte seine Hand auf der Tischplatte. Die Versuchung, Martins Hand zu berühren war plötzlich sehr groß, doch so lange Martin noch so aufgebracht war, würde diese beruhigend gemeinte Geste sicher nur falsch aufgefasst werden.

„Martin. So hör doch!", beschwor Douglas ihn mit gesenkter, eindringlicher Stimme. „Ich kenne das alles. Ich habe das alles schon selbst durchgemacht. Meine ersten beiden Ehefrauen sind von mir betrogen worden. Meine dritte Ehefrau wiederum hat mich betrogen. Nach meinen Erfahrungen ist das nicht das Rezept für eine glückliche Ehe. Ist wirklich nicht zur Nachahmung zu empfehlen."

Dies schien nun einen gewissen Eindruck bei Martin hinterlassen zu haben. Er saß zurück gelehnt auf seinem Stuhl, die Arme hingen an seinem Körper hinab, als ob sie nicht dazu gehören würden. Sein Gesichtsausdruck spiegelte seine Betroffenheit wieder.

„Aber... wenn...", sagte er langsam.

Doch Douglas ließ ihn nicht ausreden.

„Du wirst sie betrügen. Oder sie wird es tun – im Prinzip ist es völlig gleichgültig, wer von euch beiden zuerst zum Ehebrecher wird. Aber dass es passieren wird... das ist unausweichlich. So sicher wie das Amen in der Kirche." Die Worte waren hart, doch seine Stimme blieb dabei sanft. Er wollte Martin nicht verletzen, dennoch war es ihm wichtig, dass er begriff.

Martin blinzelte etwas zu rasch, wie um aufsteigende Tränen zu vertreiben. Dann – ein letztes Aufbäumen: „Aber sie liebt mich! Und ich liebe sie... zumindest... irgendwie..." Seine feste Stimme war mit den letzten Worten immer kleiner, leiser und verzagter geworden. Am Ende senkte er seinen Blick zurück auf seine Kaffeetasse. All seine Standhaftigkeit und sein Selbstbewusstsein waren wie ein Soufflee – welches man zu früh aus dem Ofen geholt hatte - in sich zusammengefallen.

Auf diese Aussage hatte Douglas nur gewartet.

„Das ist genau der Grund, warum ich nicht müde werde, dir zu sagen, dass du mit ihr Schluss machen sollst", sagte er eindringlich. „Wenn du sie wirklich liebst... dann wirst du sie nicht heiraten. Denn früher oder später werdet ihr vor dem Scherbenhaufen eurer Ehe stehen." Douglas hielt kurz inne. Zu sehr gemahnte ihn sein eigener Ratschlag an seine eigenen Verfehlungen in der Vergangenheit. „Wenn du sie wirklich liebst... dann wirst du ihr das ersparen."

Martin atmete krampfhaft ein und aus.

„Gott", seufzte er mit wässriger Stimme. „Du hast Recht. Warum hast du immer Recht?"

„Ist wohl genetisch bedingt", murmelte Douglas trocken.

Martin fuhr sich mit einer Hand durch seine Haare. Douglas bemerkte, dass diese Hand zitterte. Auch Martins Lachen klang zittrig und hatte große Ähnlichkeit mit einem unterdrückten Schluchzen.

„Was soll ich jetzt tun?", fragte Martin in einem heroischen Versuch, gefasst zu sein, welches ihm gründlich misslang. „Wo soll ich denn jetzt hin? Ich lebe in einer Wohnung, die Theresas Familie gehört!" Er seufzte. „Ich werde das Land verlassen müssen!"

Douglas biss sich auf die Lippen, um ein völlig unangebrachtes Schmunzeln zu unterdrücken. Das war wieder der Martin, den er kannte! Ein rothaariges Nervenbündel, immer kurz vor der nächsten Panikattacke. Er wusste aus Erfahrung, dass nun nur noch drastische Maßnahmen zu einer Entspannung der Situation führen würden. Und endlich, endlich, kamen ihm die richtigen Worte auch über die Lippen.

„Naja... du könntest immer noch..." Seine unruhigen Finger fanden Martins vernachlässigtes Zuckertütchen und spielten damit herum. „...zu mir kommen."

„Zu dir?" Martin spitzte die Ohren, sein Kopf flog förmlich wieder nach oben, während es nun Douglas war, der seinen Blick gesenkt hielt. „Wie meinst du das?", hakte Martin mit seltsam heller Stimme nach.

Douglas atmete einmal tief durch. Herrje! Er benahm sich ja schlimmer als damals, als er seine Tanzstundenflamme zum ersten Mal ins Kino hatte einladen wollen. Und damals war er 13 Jahre alt gewesen! Sein Blick hob sich wieder und traf auf Martins Augen, die in seinem blassen Gesicht merkwürdig groß und glänzend wirkten.

„Falls du noch Urlaub hast, könntest du den erst Mal einreichen und dann... wenn du alles andere geregelt hast, könntest du vorerst bei mir wohnen. In meinem Haus. Im Gästezimmer, wenn dir das lieber ist." Douglas war mit seinem Angebot und der Art, wie er es vorgebracht hatte, sehr zufrieden. Umso unverständlicher war es ihm, dass Martins Blick plötzlich kalt wurde und ein hartes Glitzern in seine Augen getreten war.

„Ich brauche dein Mitleid nicht, Douglas", spie er wütend aus.

Gut. Das reichte. Nun hatte Douglas endgültig genug. Er war zwar durchaus ein Mann, der mit Worten ausgezeichnet umgehen konnte, dennoch gab es Situationen, in denen Taten mehr sagten als Worte das je vermochten. Dies schien eine solche Situation zu sein. Ohne zu zögern, streckte Douglas seinen linken Arm aus, legte seine Hand in Martins Nacken und zog ihn näher zu sich. Douglas selbst neigte sich ihm etwas entgegen und ihre Lippen trafen sich über der Mitte des Tisches.

„Schmeckt das für dich nach Mitleid, Martin?", fragte Douglas sehr selbstzufrieden und ließ Martin – der ihn mit großen Augen und offenem Mund anstarrte – wieder los.

„Dou-Douglas...", stammelte Martin völlig aufgelöst. „D-du... hast mich ge-geküsst!" Seine Wangen erhitzten sich – das musste heißen, dass er schon wieder rot wurde. Diese Erkenntnis sorgte dafür, dass ihm nur noch mehr Hitze ins Gesicht schoss. Sein Blick hing unverwandt an Douglas' Gesicht, während seine Finger zuckten und förmlich danach gierten, den soeben liebkosten Mund zu berühren, doch Martin ballte seine Hände zu Fäusten und unterband diesen erbärmlichen Wunsch. Sein Herz schlug rasend schnell, seine Lippen prickelten immer noch von der zärtlichen Berührung, die ihn bis ins Mark erschüttert hatte. Sollten hier und jetzt wirklich all seine Wünsche, Träume und Hoffnungen Wirklichkeit werden? So einfach? Fühlte es sich so an, wenn man glücklich war? Konnte ihm – Martin Crieff, notorischer Pechvogel – das Glück so einfach in den Schoß fallen? Martin bezwang sich, bohrte die Fingernägel in seine Handinnenfläche und unterdrückte die aufkeimend Euphorie. Noch hatte Douglas keine mündlichen Zusagen gemacht. Obwohl... konnte ein Kuss als mündliche Zusage gelten? Martin stöhnte innerlich über sich selbst. Gott, er war wirklich erbärmlich! Douglas wollte wahrscheinlich einfach nur nett sein und mit seinem Kuss erreichen, dass er, Martin, aufhörte, dummes Zeug zu reden.

Douglas' Grinsen schien diese Annahme zu bestätigen.

„So gut mir dieser neue, selbstsichere Kapitän Crieff unserer letzten Treffen auch gefallen hat ... dieser aufgelöste, stotternde Martin Crieff ist wesentlich anziehender. Schon immer gewesen. Und die Art, wie sich das Rot deiner Wangen mit dem Rot deiner Haare beißt, ist einfach spektakulär", neckte Douglas ihn in seiner üblichen, leicht überheblichen Manier.

Anziehend... Douglas fand ihn wirklich anziehend! Hatte ihn sogar schon immer anziehend gefunden! Martin kniff sich in den Arm um festzustellen, ob er träumte oder ob er tot war. Keines von beiden war der Fall. Das war einfach viel zu wundervoll, um wahr zu sein. Ein glückseliges Seufzen saß in Martins Kehle, welches jedoch wieder abgewürgt wurde, als Martin über seine eigenen Gedanken noch einmal nachsann. Es war wirklich zu gut um wahr zu sein. Wäre es möglich, dass Douglas es gar nicht ernst meinte? Douglas' Haltung war zumindest weit davon entfernt, die eines Liebenden zu sein. Martin runzelte die Stirn. Wäre es möglich, dass er sich hier nur einen Scherz mit ihm erlaubte? Sein unseliges Temperament und sein stets bereiter Zorn flammten auf.

„Douglas – wenn du versuchst, dich über mich lustig zu machen..." Martin beherrschte seine Stimme nur mit Mühe, dennoch war ein leichtes Beben herauszuhören und zwar deutlicher, als es ihm lieb war. „Dann... schwöre ich bei Gott... ich bringe dich um", presste er zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor.

„Uuuuh... eine Morddrohung!" Douglas pfiff leise durch seine Zähne. „Ich bin zutiefst verletzt, Sir. Würde ich mich jemals über Sir lustig machen?"

„Andauernd", knirschte Martin zornbebend.

Douglas zuckte lässig mit den Schultern.

„Jetzt nicht."

Martin hatte für einen Moment das Gefühl, als ob er ohnmächtig werden müßte. Seine Augenlider flatterten und schlossen sich.

„Wirklich, Douglas?", flüsterte Martin. Es klang wie ein Stoßgebet und als sich seine Augenlider wieder öffneten fragte er erneut: „Wirklich?"

„Ja, Martin. Wirklich." Etwas in Douglas' Haltung veränderte sich. Oder war es seine Stimme, die nun zärtlicher klang? Martin hatte keine Ahnung. Ihm war leicht übel, sein Herz raste, sein Kopf fühlte sich merkwürdig leer an, seine Hände waren eiskalt, seine Füße spürte er schon seit geraumer Zeit nicht mehr und nur sehr leise, sehr undeutlich, vernahm er über das Rauschen in seinen Ohren Douglas' nächste Worte, die jegliche Zweifel, die Martin noch gehegt hatte, vollständig ausräumten.

„Ich habe nie vermutet, dass ich mich in dich verliebt haben könnte... aber ich habe festgestellt, dass das tatsächlich der Fall ist." Douglas Hand legte sich warm und schwer auf Martins Finger und sein Gesichtsausdruck wurde sehr ernst, obwohl seine Augen verschmitzt zwinkerten. „Ich liebe dich, Martin – Wie verrückt und aus vollem Herzen."

Ein leises Glucksen drang ungewollt und ungewünscht aus Martins Kehle.

„Ist das ein neues Spiel? Wie viele Filmtitel kann man in einer Liebeserklärung unterbringen?", fragte er mit schwankender Stimme, während sich sein Herz nach Kräften bemühte, aus seinem Brustkorb heraus zu hüpfen. Douglas hatte gesagt, dass er ihn liebte... alle seine Träume schienen nun wirklich in Erfüllung zu gehen. Hatte er tatsächlich soviel Glück verdient? Eine kleine Stimme in seinem Innersten redete ihm gut zu und Martin kam zu dem Schluss, dass er es wirklich und wahrhaftig verdient hatte, glücklich zu sein. Endlich war er an der Reihe. Seine Finger zuckten unter Douglas' Hand und als er sie zaghaft mit ihnen verschränkte, ergriff ihn eine große Ruhe und Zufriedenheit, wie er sie seit seinem ersten Alleinflug nie wieder gefühlt hatte.

Währenddessen schien Douglas seiner Frage einige Überlegung zu widmen.

„Nein, nicht wirklich", entschied er dann. „Warum? Hättest du gerne, dass ich das tue?"

„Glaubst du, dass es funktioniert?", fragte Martin und fügte hastig hinzu: „Nicht das mit den Filmtiteln! Ich meine... mit... uns?" Ein zaghaftes, scheues Lächeln wölbte seine Mundwinkel und er spürte, dass seine Hand im Griff von Douglas' Fingern bebten. Douglas hatte immer nur Frauen gehabt... wunderbare, großartige Frauen. Genauso wunderbar und großartig wie er selbst. Würde er auf Dauer mit ihm zufrieden sein? Mit ihm? Martin Crieff? Der noch nie irgendetwas Wunderbares oder Großartiges in seinem Leben geleistet hatte und dem das womöglich auch nie gelingen würde auch wenn er sich noch so sehr anstrengte.

„Ich muss zugeben, dass ich noch nie eine gleichgeschlechtliche Beziehung gehabt habe", verkündete Douglas mit einer Prise seiner bekannten Großspurigkeit über die Martin wider Willen lächeln musste. „Das gehört zu den Dingen, die ich noch nie ausprobiert habe, daher... kann ich beim besten Willen nicht sagen, ob ich darin gut bin oder nicht. Aber ich denke..." Sein Daumen strich sanft über Martins Handinnenfläche, was diesen wohlig erschauern ließ. „Aber ich denke, wenn du sehr sanft und zärtlich zu mir bist, während du mich in die Matratze stößt – dann denke ich, dass alles gut gehen wird."

Martin starrte ihn mit offenem Mund an und Douglas grinste.

„Nun ja...", sagte Martin heiser, räusperte sich und fühlte wie sich seine Wangen erneut scharlachrot färbten. Doch nicht nur in seinem Gesicht wurde es warm. Auch durch andere Körperregionen schoss flammende Hitze.

„Oh, die unerbittliche Schlacht der Rot-Schattierungen wird wieder ausgetragen", neckte Douglas erbarmungslos. „Wer wird dieses Mal den Sieg davontragen? Haare oder Wangen? Martin, was meinst du?"

Martin räusperte sich ein zweites Mal, doch als er endlich – kaum hörbar – sprach, klang seine Stimme immer noch heiser.

„Ich hatte eigentlich gehofft... dass du das Stoßen übernehmen würdest." Innerlich wand er sich vor Peinlichkeit, denn so offen hatte er noch nie über seine Vorlieben gesprochen, schon gar nicht in dieser Form. Doch er hatte nie den Wunsch gehabt, oben zu liegen und das wollte er von Anfang an klar stellen. Das begehrliche Funkeln in Douglas' Augen, das seine Worte ausgelöst hatte, bestätigte ihn in seiner Entscheidung, sich offen zu äußern. Doch dass Douglas gewillt gewesen war, dieses Opfer für ihn – für ihre Beziehung - zu bringen (und ein Opfer wäre es gewesen, denn Douglas' Erleichterung bei Martins Ablehnung war förmlich mit Händen zu greifen gewesen), rührte ihn zutiefst und schnürte ihm fast die Kehle zu.

„Ausgezeichnet!", rief Douglas mit ruhiger Überlegenheit und verfiel schlagartig wieder in seine Mann-von-Welt-Attitüde. „Wenn das so ist... dann wird es nicht einfach nur funktionieren", erklärte er großspurig. „Unsere Beziehung wird dann ganz einfach brillant sein."

„Ach", machte Martin trocken. „Dann ist das also eines der Dinge in denen du wirklich gut bist, nicht wahr?" Seine Lippen verzogen sich zu einem breiten Grinsen und er wagte einen – wie er hoffte – frivolen Blick.

Douglas warf sich mit leichter Übertreibung in die Brust.

„ich will dir die Überraschung nicht verderben, Martin. Aber – ja. Ich bin darin wirklich, wirklich sehr, sehr gut."

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Ende