Täuschungen 23 Schmerzhafte Gewissheit

Sein Magen drehte sich einmal um sich selbst, als das Denkarium ihn und Kingsley wieder ausspuckte. Taumelnd tastete der Zaubereiminister nach dem Besucherstuhl und ließ sich dort hineinfallen. Seine dunkle Haut hatte einen ungesunden Grauton angenommen und er keuchte mehrfach erschüttert auf, während er sich den Schweiß vom Gesicht wischte und Severus entsetzt anschaute.

Hogwarts Tränkemeister stand leicht schwankend vor seinem Schreibtisch und starrte wie hypnotisiert den grau-schwarzen Nebel in der Schale an. Ihm war speiübel und in seinem Kopf hämmerte ein unglaublicher Kopfschmerz, der seine Magenbeschwerden noch um ein Vielfaches verschlimmerte. Er hätte definitiv eine wesentlich größere Menge des Cardioamoris Trankes nehmen sollen und ja, er hätte auch eine wesentlich größere Menge von Poppys grünem Magentrank nehmen müssen.

Nach der dritten schmerzhaften Drehung seines Magens konnte er auch mit der größten Anstrengung die bittere Galle nicht mehr verleugnen, die ihm unaufhaltsam die Speiseröhre hinaufstieg. Ihm brach kalter Schweiß aus und er konnte gerade noch ein genuscheltes: „Bitte entschuldige mich", heraus pressen, bevor er mit großen Schritten in den kleinen Gang zwischen Büro und Klassenzimmer eilte, um sich dort über dem Ausgussbecken heftig zu übergeben.

Kalkweiß und schwitzend starrte er schließlich in den Ausguss und konnte nur mit Mühe seine zitternde rechte Hand dazu bewegen, den Keramikrand loszulassen, um seine Schwäche mit viel Wasser wegzuspülen.

Das Rauschen des Wassers hatte etwas seltsam beruhigendes wie ihm verwundert auffiel, aber alles Wasser dieser Welt würde nicht ausreichen um diese grauenhaften Bilder aus seinem Kopf und aus seinem Herzen zu spülen, soviel war ihm schon beim ersten Erinnerungsfetzen klar gewesen.

Erschöpft sackte er auf den Holzschemel, der links neben dem Becken stand und barg seinen Kopf in der Beuge seines linken Armes, mit dem er sich sicherheitshalber immer noch am Beckenrand festhielt.

Er versuchte seine Atmung unter Kontrolle zu bekommen, sein Herz zu beruhigen und diese unbändige, alles überschwemmende Wut, die in ihm unerbittlich tobte einigermaßen in den Griff zu bekommen, um endlich einen klaren Gedanken fassen zu können. Doch all diese Dinge waren im Augenblick eine viel zu große Herausforderung.

„Severus?", Kingsley stand im Türrahmen, seine Gesichtsfarbe hatte immer noch diesen Grauton.

„Gib mir noch einige Minuten, ich komme gleich", ließ Severus ihn zwischen zusammengepressten Lippen wissen, ohne dabei nennenswert den Kopf zu heben.

„Hier, Dein Trank. Poppy hat ihn mir beim Mittagessen in die Hand gedrückt", murmelte er, „lass Dir Zeit, ich warte in Deinem Büro."

„Danke!", mit zitternden Händen nahm er das kleine Fläschchen entgegen und trank es in kleinen Zügen. Sofort konnte er die beruhigende Wirkung spüren und ein leises, befreites Seufzen entwich seiner Kehle.

Jetzt war er auch in der Lage sich vorsichtig vom Hocker zu erheben und den kleinen Schrank neben der Türe zu öffnen, um einen starken Kopfschmerztrank herauszuholen. Als auch dieser in seiner Kehle verschwunden war, sackte er erleichtert auf den Schemel zurück und schloss seine brennenden Augen.

Ein Fehler, denn sobald er seine Augen geschlossen hatte waren sie wieder da, diese stummen Bilder voller Leid, die seine Wut fast übermächtig werden ließen.

Verflucht, er, ein gefürchteter Ex-Todesser, der Zeuge von Gewalt, Folter und Mord gewesen war, der sich auch selbst nicht zur Gänze von solchen Dingen freisprechen konnte, er saß hier und wusste genau, dass keine dieser schrecklichen Gräueltaten ihm je so nahegegangen waren, wie die fremden Erinnerungen der letzten Stunde. Er würde diese Bilder niemals wieder vergessen können und er würde sie auch nicht vergessen wollen, jedenfalls nicht, bevor auch der letzte dieser Kreaturen dafür gebüßt hatte!

Diese Bilder!

Alles hatte damit angefangen, dass jemand Hermine mitten in der Nacht rücksichtslos aus ihrem Bett zerrte, sofort einen Schweige- und einen Fesselungszauber auf sie legte und sie eine zeitlang grob quer durch den Busch schleppte, bevor sie zu einem kleinen Lagerplatz kamen, an dem ein helles Feuer loderte und um das einige Männer standen und warteten.

Wieder sah er Hermines angstvoll aufgerissene Augen vor sich, als die Knöpfe ihres Pyjamas wie kleine schwarz-glitzernde Lichtpunkte durch die Nacht flogen, weil man mit solcher Gewalt ihre Kleidung zerriss. Er sah ihre Blöße, ihre wunden, gebundenen Hände, ihren schnellen Atem, sah die lüsternen, geifernden und verächtlichen Blicke der Männer um sie herum, sah den Zauberstab, den einer von ihnen, es war dieser Hide gewesen, ihr drohend entgegen hielt und er sah dessen schmutziges Grinsen, als er den Spruch sprach, der ihren Körper von einer Sekunde zur anderen in gleißenden Schmerz tauchte.

Er hatte nur mit größter Mühe mit ansehen können, wie sie sich wieder und wieder in stummen Qualen wand, verkrampfte und wie Espenlaub zitterte, bis dieses Schwein nach endlosen Minuten der Folter endlich den Fluch von ihr nahm. Er hatte sich zwingen müssen zu Hermine zu schauen, die zusammengekrümmt auf dem Boden lag, blutend, bebend, näher am Tod als am Leben, was ihre Peiniger triumphierend auflachen ließ.

Nichts von all dem würde er je wieder vergessen, vor allem aber würde er niemals die verachtend Geste von Hide vergessen können, mit der er sein Opfer als Höhepunkt des Abends den anderen Männern zur freien Verfügung übergab.

Von den anschließenden brutalen Vergewaltigungen waren zum Glück nur noch Bruchstücke vorhanden, allem Anschein nach, hatte Hermine gnädiger Weise immer wieder ihr Bewusstsein verloren.

Ihm wurde schon wieder übel!

Die nächsten Erinnerungen zeigten Hermine beim nächtlichen Studieren über Stapel von Büchern und Pergamenten, sowie prüfend vor steil aufragenden Felswänden, wo es wohl um das Brechen von Flüchen ging, denn sie hatte ihren Zauberstab in der Hand und versuchte angestrengt und mit ängstlichem Blicken nach rechts und links den entscheidenden Durchbruch zu schaffen. Wie immer war sie wohl erfolgreich mit dem was sie tat. Er hatte ihr entsetztes Gesicht gesehen, wenn es ihr ein um das andere Mal gelang, verborgene Zeichen zu finden oder zu entschlüsseln und er hatte Hides hochzufriedenes Lachen und die obszönen Gesten und regelmäßigen Übergriffe und Quälereien der sie bewachenden Männer gesehen – auch etwas, das er nie mehr vergessen würde.

Die letzten Erinnerungen brachten dann zwei weitere Personen auf den Plan. Eine ältere Frau mit kurzem grauen Haar, die anscheinend einen großen Einfluss auf Hide hatte, denn sie flüsterte immer wieder leise mit ihm. Sie hatte anscheinend gute Argumente und das hässliche Grinsen auf Hides Gesicht ließ nichts Gutes erahnen. Kurz darauf brachte man einen verwirrten Harry Potter in das Zelt und Hermine fassungsloses „Nein!", konnte er an ihrem Gesicht und von ihren Lippen deutlich ablesen.

Was darauf folgte wusste er nur zu gut, es gab auch nur vereinzelte, unzusammenhängende Spuren dieser erzwungenen Akte, diese Erinnerungen wurden ja als Lockvogel gebraucht und mussten nicht gelöscht werden.

Ein Zittern ging durch seinen Körper, als er tief Luft schöpfte und ihm wie durch Watte hindurch plötzlich das Läuten der Schulglocke bewusst wurde. Verstört rieb er sich die Augen. Ein Blick auf seine Taschenuhr zeigte ihm, dass er bereits über eine halbe Stunde hier verweilte. Er musste zurück zu Kingsley, er musste etwas tun, er konnte sich nicht in diesen Bildern verlieren, es lag in seiner Verantwortung, die Täter zur Rechenschaft zu ziehen und das würde er tun und wenn es das Letzte war, was er auf dieser Welt tat. Hart donnerte seine Faust auf den Beckenrand und ließen die zwei silbernen Rührlöffel, die dort zum Abtropfen lagen, klirrend springen.

Kingsley saß immer noch auf dem Stuhl vor dem Schreibtisch, allerdings hatte er ein Tablett mit Tee und eine Karaffe mit bernsteinfarbener Flüssigkeit geordert.

„Einen Kräutertee?", bot er Severus an, „oder etwas Stärkeres?"

„Nur Tee bitte", antwortete der Tränkemeister mühsam beherrscht und setzte sich dem Zaubereiminister gegenüber. Er musste sich jetzt zusammenreißen und logisch vorgehen!

„Kanntest Du jemanden von den Kreaturen?", begann Severus, nachdem er den ersten Schluck getrunken hatte.

„Nur Hide", überlegte Kingsley „und ich glaube, die Frau war Dr. Broomberry, eine der teilnehmenden Expertinnen für alte Flüche."

Severus zückte seinen Zauberstab und notierte die Namen auf die große Tafel, die mittlerweile mit unzähligen Notizen, Anmerkungen und Querverweisen vollgeschrieben war. „Teilte diese Broomberry nicht das Zelt mit Hermine?", fiel Severus plötzlich ein.

„Ja, soviel wie ich weiß schon."

„Die anderen Kerle waren aber keine Expeditionsteilnehmer, oder?"

„Nicht dass ich wüsste, ich bin eigentlich recht sicher, dass ich sie weder bei der Verabschiedung, noch bei der Rückkehr der Gruppe gesehen habe."

„Hermine wird uns sicherlich Genaueres sagen können", murmelte Severus und rieb sich die Augen.

„Willst Du ihr alles zeigen?", fragte Kingsley sanft.

Fast hätte Severus sofort „Nein" geschrien, denn das was er am wenigsten auf dieser Welt wollte, war ihr Kummer zu bereiten, aber es waren ihre Erinnerungen, daher seufzte er tief, bevor er Kingsley antwortete „Nicht, wenn es nach mir geht, aber sie muss das selbst entscheiden, sie hat ein Recht darauf es zu sehen."

„Das wird sicherlich nicht einfach, aber wenn Du sie jetzt schonst, dann wird sie gewisse Gefühle oder Reaktionen ihres Körpers nicht einordnen können."

„Das sehe ich leider auch so", gab Severus zu und fürchtete sich schon jetzt vor diesem Gespräch.

„Wann wirst Du es ihr zeigen?"

„Auch das überlasse ich ihr", Severus stand auf und beugte sich zum Kamin hinunter, ihm war fürchterlich kalt.

„Severus, ich…" begann Kingsley und brach ab.

„Was?", er drehte sich mit fragendem Blick zu ihm um.

„Bist Du Dir, beziehungsweise ist sich Poppy ganz sicher, wer der Vater von Hermines Kind ist?", dies zu fragen fiel Kingsley sichtlich schwer, doch Severus gab zu, dass ihm die gleiche Frage ebenfalls in den Sinn gekommen war.

„Ich werde noch einmal mit ihr sprechen, aber vielleicht haben wir ja in all dem Unglück ein kleines bisschen Glück gehabt", er rieb sich die brennenden Augen.

„Das würde ich Euch von Herzen wünschen!", stimmte Kingsley voller Überzeugung zu und nahm einen großen Schluck Feuerwhiskey, „Schätzt Du es auch so ein, dass es Slide noch nicht gelungen ist, den Zauber zu knacken?"

„Jedenfalls nicht in Hermines Gegenwart!", antwortete Severus und legte die Stirn in tiefe Falten, „Allerdings ist da dieser verdächtige Umstand, dass Slide und die anderen in einer solchen Hochstimmung zurück gekommen sind."

„Ja, da hast Du leider recht!" stimmte Kingsley zu, „Aber was ist denn, wenn sie zwar alle Komponente zusammentragen konnten, aber irgendein Umstand noch fehlt, der eine gewisse Zeit benötigt?"

„Du meinst, wie die Reifungszeit eines Trankes oder eine andere temporäre Vorgabe?", fragte Severus aufmerksam.

„Genau!", Kingsley war vom Stuhl aufgestanden und starrte auf die vielen Pergamentrollen, die sich in einem der Regale stapelten, „sie wollen doch unbedingt Hermines Abschlussbericht, vielleicht um daraus einen gewissen Nutzen zu ziehen, wie eine Zutatenliste oder ein Rezept oder sonst was!"

„Vielleicht kommt da auch Drumble ins Spiel, der ist ja für unorthodoxe Tränke bekannt, unter Umständen brauchen sie ihn zum Experimentieren", ergänzte Severus nachdenklich.

„Oder aber sie müssen auf irgendetwas warten", grübelte Kingsley.

„Auf was denn?", überlegte auch Severus.

„Nun, auf irgendeine Jahreszeit oder ein Naturphänomen", schlug der Zaubereiminister vor.

„Hm, es wäre auch möglich, dass sie schon alles getan haben, aber der Öffnungsmechanismus eine Weile braucht", fiel Severus ein und intensivierte sein typisches Auf und Auf vor dem Kamin.

„Moment mal!", er blieb wie angewurzelt stehen und blinzelte einige Male.

„Was ist?"

„Nichts, ich komme gleich wieder!", murmelte der Tränkemeister und eilte mit langen Schritten aus seinem Büro.

Sein Weg führte ihn in rasantem Tempo zur Bibliothek. Dort verschwendete er keine Sekunde um Miss Pince irgendeinen Gruß zukommen zu lassen, sondern fegte ungeduldig einige nichtsahnende Schülerinnen und Schüler aus seiner Bahn und stand wenig später etwas außer Puste vor den Regalen mit den Muggelkinderbüchern. Hektisch glitten seine Augen über die Buchrücken, bis er an dem mitgenommenen, dünnen Buchband hängen blieb, das bereits seine Schwiegermutter Anfang der Woche entdeckt hatte. Schnell schlug er die Abhandlungen über das Volk der Mkemeko auf und überflog die Schilderungen von Professor Jennings Großmutter, bis er an dem kurzen Satz hängen blieb, der ihm vorhin wieder ins Gedächtnis gekommen war, „Alles braucht seine Zeit, lasst den Mond das Werk vollenden."

Bei Merlin, hoffentlich war es das, was noch fehlte!

Nachdem er das Buch erneut bei Madam Pince ordentlich und korrekt ausgeliehen hatte, ging er zurück in sein Büro, doch er blieb wie angewurzelt in der Türe stehen, als er bei einem sich sichtlich unwohl fühlenden Zaubereiminister seine Frau stehen sah.

Verdammt!

„Du bist schon wach?", fragte er überrascht, denn er hatte ihr nach dem Mittagessen vorsorglich wieder ein leichtes Schlafmittel gegeben.

„Ja", Hermine presste entschlossen ihre Lippen aufeinander, „ich möchte es hinter mich bringen, Severus!"

„Wo ist Deine Mutter?", er schloss die Türe hinter sich und versiegelte sie.

„Sie schläft!", Hermine beschwor einen weiteren Stuhl herauf und ließ sich darauf gleiten. Sie sah blass, aber gefasst aus, noch im Morgenmantel und ihre wilden Haare zu einem strengen Zopf geflochten, schaute sie die beiden Männer aufmerksam an, „Es wird nicht leicht, nicht wahr?"

Severus und Kingsley tauschten einen kurzen Blick, „Nein!", antwortete ihr Mann zögerlich, „und ich möchte Dich bitten, Dir sehr genau zu überlegen, ob Du alles sehen möchtest, oder ob wir eine Auswahl für Dich treffen sollen und Dir den Rest lediglich in groben Zügen erzählen."

Hermine fuhr sich mit der Hand über die Augen, „Nein, ich habe mich entschieden Severus, ich möchte alles sehen!"

„Nun gut!", nickte ihr Mann nach langem Überlegen, „aber wenn es Dir zuviel wird, dann komm zurück und wir brechen das Ganze ab."

Hermine stand auf und ging zögerlich an das Steinbecken heran.

„Soll ich Dich nicht begleiten?", fragte Severus und Kingsley ergänzte mit besorgtem Blick auf den schon wieder schneeweißen Tränkemeister, „Oder ich?"

„Ja, es wäre schön, wenn ich das nicht alleine tun müsste", murmelte Hermine dankbar und schaute die beiden abwechselnd an, bis ihr Blick an Severus leichenblassem Gesicht hängen blieb, „Ich sollte Kingsley darum bitten."

„Deine Rücksichtnahme in allen Ehren", entgegnete Severus fest und streckte den Rücken durch, „aber ich denke, dass dies meine Aufgabe ist!"

Hermines braune Augen ruhten lange wortlos auf ihm und man sah es hinter ihrer Stirn arbeiten. Schließlich nickte sie langsam, ohne den Augenkontakt abzubrechen, „Gut!"

„Wir sollten Dir vielleicht trotzdem zuerst einen kurzen Überblick geben, Hermine", gab Kingsley zu bedenken und Severus stimmte nickend zu, „Ja, Du solltest besser wissen, was Dich erwartet, bitte setz Dich", und er begann ihr leise und stockend in groben Zügen die wichtigsten Punkte auseinanderzulegen. Als er geendet hatte, sah man bereits das Entsetzen in ihrem Gesicht, trotzdem fragte sie mit fester Stimme nach „War das alles?"

„Nein", Severus schüttelte den Kopf, verdammt dieser Frau konnte man nur sehr schwer etwas vormachen! Mühsam suchte er in seinem Kopf nach geeigneten Worten, ihm fielen nur leider keine ein und er war mehr als dankbar, als Kingsley einsprang, „Hermine, es ist leider so, dass es diesen Verbrechern nicht reichte, Dich auszunutzen, Dich zu demütigen und Dir große Schmerzen zuzufügen, sie haben auch Deinen Körper missbraucht, um ihre primitive Gier zu stillen."

Aus Hermines Gesicht war jede Farbe gewichen und sie musste mehrmals schlucken, bevor sie mit zittriger Stimme antwortete, „Das hatte ich befürchtet!"

„Es tut uns leid!", sagte Kingsley schmerzlich und sein Blick huschte hilflos zu Severus hin.

Sie aber sah nur ihren Mann an und schöpfte schließlich tief Atem, dann streckte sie ihm langsam ihre Hand entgegen, „Komm, bevor ich den Mut verliere!"

Er ergriff ihre Hand, aber anstatt mit ihr zur Schale zu gehen, zog er sie in eine feste, ungestüme Umarmung. Er hatte das unsägliche Bedürfnis, sie nie mehr loszulassen, sie vor allem zu beschützen und von allem fernzuhalten, was ihr schaden würde und was ihr weh tun würde und diese Erinnerungen würden all dies tun! Dennoch war er es, der sich nach einer Weile sachte von ihr löste, ihr Gesicht in beide Hände nahm und sie zärtlich küsste.

Dann nickten sich beide zu und traten zum Rand der Schale, um sich vorzubeugen und sich den dunklen Erinnerungen zu stellen.