Täuschungen 35 Letzte Vorbereitungen

Der Zauber der Mkemeko bedurfte wirklich der Gewöhnung, bei Merlin!

Aber egal wie komisch es war, am nächsten Morgen unter der Dusche plötzlich Hermines Stimme in seinem Kopf zu hören, die sich erste Gedanken zur Kleiderwahl und zur Tagesgestaltung machte und sich gerade fragte, ob er wohl mit zum Straßenfest nach Aberdeen gehen wollte oder lieber einem Besuch bei ihren Eltern in London machen würde, so wunderbar war dieser grandiose Zauber, denn wie er sie erschreckt aufschreien hörte, als er ihr antwortete, dass er persönlich für die lila Bluse und helle Hose wäre und ihren Vorschlag mit dem Besuch bei Jean und Henry für sehr akzeptabel hielt, war einfach herrlich!

Es dauerte auch keine zehn Sekunden, da stand seine Frau mit zerzausten Haaren und ohne Morgenmantel oder Hausschuhen bereits vor der Dusche und stammelte aufgeregt, „Hast Du gerade mit mir gesprochen, in meinem Kopf?"

„Guten Morgen, meine Liebe!", grinste er und stellte das Wasser ab, „Ich habe Dir nur auf Deine Frage geantwortet und da dieser Zauber so ausgesprochen gut funktioniert, hättest Du ruhig im Bett liegen bleiben können!"

„Sagenhaft!", befand Hermine beeindruckt.

„In der Tat!", stimmte ihr Mann ihr zu und zog sie mit einem Ruck in die Kabine, „Und da Du schon so ungewöhnlich fix aufgestanden bist, können wir die Zeit unter der Dusche auch noch zu anderen Zwecken nutzen, als nur zur morgendlichen Hygiene!", befand er gut gelaunt und stellte das Wasser wieder an.

„Severus!", japste Hermine, „lass mich wenigstens noch mein Nachthemd ausziehen!"

„Warum?", fragte er mit einem breiten Wolfsgrinsen.

„Nun, weil es offensichtlich nass wird!"

„Ja, ich sehe es, sehr ansprechend, wirklich!" Severus zuckte anzüglich mit der Augenbraue und sah mit großem Wohlgefallen, wie Hermines Nachthemd nass und nässer wurde und sich wie eine zweite Haut über ihre jetzt sehr offensichtlichen weiblichen Rundungen legte.

„Und Du hältst mich für lüstern!", murmelte Hermine kopfschüttelnd und stemmte die Hände auf die Hüften.

‚Lüstern, wunderschön und ausgesprochen begehrenswert!', ging es ihm durch den Kopf.

„Ich höre was Du denkst!", ließ ihn Hermine wissen, griff jedoch bereits nach dem Duschgel, ‚aber ich höre es wirklich sehr gerne' fügte sie in Gedanken an, was wiederum Severus Augen sich weiten ließ.

„Nicht wahr?", grinste sie und seifte genüsslich seine Brust ein, „Es ist seltsam!"

„Allerdings!", bestätigte ihr Mann, ‚aber diese alte Afrikanerin hat ja auch gesagt, dass man es üben muss.'

„Richtig, wir sollten das heute in Ruhe ausprobieren", stimmte Hermine seinen Gedanken zu und säuberte auch sorgsam seine Arme und Beine, „Sera wollte so gerne zu dem Straßenfest nach Aberdeen, ich schlage vor, ich begleite sie dorthin und wir treffen uns dann bei meinen Eltern zum Tee, was denkst Du?"

‚Das ich gerade absolut nicht an Tee, unsere Töchter oder Deine Eltern denken möchte, wenn Deine Hände da unten sind!', dachte Severus.

‚Dann sollte ich vielleicht besser damit aufhören!', überlegte Hermine.

„Auf keinen Fall!", rief Severus laut und seine freche Frau musste lachen. Das erstickte er dann augenblicklich in einem fordernden Kuss, gegen den sie auch nicht das Geringste einzuwenden hatte, immerhin dachte sie lauter nette Dinge dabei und er tat das auch.

Allerdings wurde es mit der Zeit störend, nicht nur seinen Gefühlen in Gedanken nachzuspüren, sondern auch ihre förmlich zu hören. Hermine ging es wohl ähnlich, denn sie runzelte ein ums andere Mal die Stirn, bis sie ihn schließlich ein Stück von sich weg schob und schnaufend fragte, „Soll ich ihn abstreifen oder Du?"

„Ich tue es!", entschied er und legte seinen Ring in die Seifenschale, dann zog er mit etwas Mühe das nasse Nachthemd von ihrem Körper und koste und streichelte zärtlich ihre Brüste und ihren schlanken Leib, was wiederum bei seiner Frau zu sehr erfreulichen und weiterführenden Gedanken führte.

So machte Üben spaß!

Wahrlich!

Und auch der Tag verging wie im Flug. Wie angekündigt apparierten Hermine und Sera nach Aberdeen und Eileen und er trafen sich mit den Grangers im Hidepark, wohin das schöne Wetter viele Londoner gelockt hatte und Eileen schaute eine ganze Weile einigen albernen Gauklern zu, die in einer Ecke Kunststücke aufführten.

In dieser Zeit berichtete Severus seinen Schwiegereltern die wichtigsten Ereignisse der letzten Tage.

„Die ganze Geschichte ist ja wirklich mehr als ungeheuerlich, aber kannst Du Hermine wirklich hören?", fragte Henry erstaunt, als Severus von dem Spiegelzauber berichtete.

„Ja, wenn ich meine Augen schließe und mich auf sie konzentriere, kann ich hören, was sie gerade denkt und ihr eben auch mitteilen, was ich so denke", falls sie das hören will, schränkte er in Gedanken ein.

„Und was denkt sie gerade?", fragte ihr Vater beeindruckt.

„Hm", Severus schloss die Augen und sammelte sich einige Augenblicke, „sie ist gerade entsetzt darüber, wie unverschämt teuer eine Fahrt mit diesem Kettenkarussell ist und sie ist sich auch noch nicht schlüssig, ob Sera für so eine Fahrt nicht zu viel zu Mittag gegessen hat."

„Sag ihr, sie soll das Geld investieren, das Kind hat einen starken Magen und sonst will sie noch auf das Riesenrad und dann wird es nicht Sera, sondern Hermine schlecht!", kicherte Jean.

„Gut!", nickte Severus und schloss die Augen, um bei Hermine sozusagen anzuklopfen. Das klappte mittlerweile schon ganz gut, sie hatten es immerhin den ganzen Vormittag über geübt.

Als er seine Botschaft übermittelt hatte, schauten ihn Henry und Jean erwartungsvoll an, „Und?", fragten sie wie aus einem Munde.

„Sie sagt, sie sei eine Hexe und hätte selbstverständlich schon direkt nach ihrer Ankunft das Riesenrad mit einem Ignorierzauber belegt", berichtete Severus grinsend, dann aber legte er seine Stirn in Falten und es entwich ihm ein dunkles Grollen.

„Und jetzt?", Jeans Augen glitzerten vor Aufregung.

„Sie denkt gerade eingehend darüber nach, wie attraktiv der Schaustellermensch dieses verdammten Kettenkarussells wäre!", knirschte Severus und schaute dann irritiert seine Schwiegermutter an, die einen Lachanfall bekam. Das Seltsame aber war, dass er diesen Lachanfall quasi stereo hörte, denn auch seine Frau schien äußerst belustigt.

‚Was gibt es denn da zu lachen?', fragte er Hermine beleidigt.

‚Warte, mein Lieber", antwortete diese feixend, „ich zeige es Dir, konzentrier Dich bitte ganz fest auf mich und lass die Augen geschlossen!'

Natürlich kam er ihrer Bitte nach, aber zuerst tat sich gar nichts, dann aber traten nach und nach aus dem Dunkel verschwommene Schemen, die sich stückweise immer klarer zu einem Bild zusammensetzten und schließlich den Rummel in den Straßen von Aberdeen gestochen scharf erkennen ließen.

Großer Merlin, dieser Zauber war wahrlich unerhört.

Seine Frau aber auch, denn der attraktive Schaustellermensch erwies sich als hässlicher glatzköpfiger alter Mann mit löchrigem Gebiss.

‚Auf was Du so alles stehst!', schnaubte er und versprach ihr wilde Rache, sobald sie sich wiedersehen würden.

‚Ich freu mich!', hatte sie die Frechheit ihm zu antworten und unterbrach die Verbindung.

„Und warum lachst Du?", fragte Severus immer noch grummelnd, als er seine Augen wieder öffnete und dabei zusah, wie Jean sich einige Lachtränen aus den Augen wischte.

„Weil Du so wunderbar leicht auf die Palme zu bringen bist!", kicherte seine Schwiegermutter, hakte ihren ebenfalls breit grinsenden Mann und ihren Schwiegersohn ein, dann rief sie nach Eileen, um mit U-Bahn und Bus zurück nach Hause zu fahren.

In den nächsten zwei Tagen hatten sie den Zauber immer besser im Griff. Am Montagnachmittag schafften sie es sogar, nicht nur Bilder, sondern auch Geräusche und Stimmen wahrzunehmen.

‚Wie im Kino!', stellte Hermine zufrieden fest, als sie Severus bei der Lehrerkonferenz beobachtete.

‚Grottenschlechtes und unglaublich ödes Kino!', war Severus gelangweilter Kommentar gewesen und sich lieber angehört und angesehen, was seine Frau im Augenblick so trieb.

‚Zauberstabslose Verteidigungszauber für Fortgeschrittene?', fragte er erstaunt, als er den Buchtitel auf ihrem Schreibtisch entzifferte.

‚Ja, ich muss einfach besser vorbereitet sein, als das letzte Mal!', antwortete Hermine fest und zeigte auf einige dicht beschriebene Seiten neben sich, ‚die hier sind ganz interessant, Du kannst sie Dir später ja ansehen.'

‚Werde ich', antwortete er und legte unbewusst die Stirn in Falten, ‚mach Dir keine Sorgen!'

‚Doch, Severus", seufzte sie, „ich mache mir große Sorgen und ehrlich gesagt, eine ganze Menge von dieser Sorte! Dieser neue Zauber hat es zwar sehr gut geschafft mich abzulenken, aber mit jeder Sekunde, die mich näher an morgen Abend heranbringt, bekomme ich mehr Angst!'

Bei Merlin, er konnte sie ja nur zu gut verstehen, aber es nützte nichts, wenn auch er vor Angst und Sorge um sie wie erstarrt war, ‚Hast Du Nachricht von den anderen, können Sie kommen?', brachte er das Gespräch auf ein anderes Thema.

‚Ja, Harry und Ginny, Minerva und Kingsley und auch Ron und Albus werden da sein.'

Gut! ‚Kommt Deine Mutter auch?', wollte er wissen.

‚Ja, aber etwas später, sie hat noch eine OP.', war Hermines Antwort.

‚Ausgezeichnet! Dann ist ja…' „Aua!", er musste die Verbindung abrupt abbrechen, da Minerva ihn unsanft in die Rippen gestoßen hatte und ihm einen mörderischen Blick zuwarf.

„Wenn Du schon mit offenen Augen träumen musst, Severus Snape, dann mach das gefälligst wo anders!", rügte sie ihn und er kam sich ehrlich erwischt vor.

Mittlerweile hatten die Besprechungen in seinem Wohnzimmer schon etwas von Normalität und Tradition. Alle nahmen wie selbstverständlich ihre Stammplätze ein, der Tee stand schon bereit, Ron bekam etwas zu essen und die große Tafel erschien vor dem Kamin, vor dem eine breite, lange Schneise frei blieb, damit der Tränkemeister besser denken gehen konnte.

„Meine Damen und Herren", leitete Severus ein, „ich hoffe sehr, dass dies das letzte dieser Treffen ist", er schaute in die Runde und schob seine linke Augenbraue spöttisch in die Höhe, „obwohl ich unsere Zusammenkünfte tatsächlich sehr genossen habe, weil sie ausgesprochen effektiv und effizient waren!"

„Hört, Hört!", lachte Kingsley und auch alle anderen nickten einvernehmlich.

„Es gibt einige interessante Neuigkeiten", fuhr Severus arrogant grinsend fort, „von denen der Zaubereiminister, Mister Potter, Mister Weasley und meine Frau Ihnen und Euch gerne berichten werden. Alle stimmen mich sehr zuversichtlich, dass unsere Mission gelingt, weil deren Mission misslingt. Trotzdem bleibt noch einiges abzuklären. Aber zuerst die Berichte! Mister Potter fangen Sie an?"

Natürlich tat er das und auch Ron ergänzte seine Erkenntnisse und beide bekamen großes Lob von allen Seiten.

Harry aber hob beschwichtigend die Hand, „Moment! Wir sind noch nicht fertig. Der Professor hatte uns ja auch den Auftrag gegeben die Verbindung zwischen Hide und Slide zu ergründen."

„Richtig! Und um die Sache abzukürzen", übernahm Ron, „haben wir uns mit Professor Dumbledore zusammengesetzt und er konnte mal wieder das Rätsel lösen!"

„Ach, der entscheidende Hinweis kam doch von Euch!", gab sich der alte Schlaufuchs bescheiden, „Die Crups waren es, die mich stutzig gemacht haben. Jumper 1-3, Ihr erinnert Euch, die Lieblingscrups von Misses Slide, waren aus der Zucht von Misses Hide und die beiden waren wohl durch ihre Leidenschaft für die Vierbeiner miteinander eng befreundet. Sie verbrachten jedenfalls sehr viel Zeit zusammen und somit auch die beiden Jungen, die praktisch gemeinsam aufwuchsen, obwohl Slide fast zehn Jahre älter ist, als Albert Hide Junior."

„Und der Kitt der alle zusammenhielt", ergänzte Minerva, „wird ja nicht nur die Crupzucht gewesen sein, sondern auch die Übereinstimmung in weltanschaulichen Fragen, oder irre ich mich da?"

„Ganz und gar nicht, meine Liebe!", nickte Albus ernst, „beide Familien hatten ihre Finger sowohl finanziell, als auch ideologisch tief im Imperium des Dunklen Lords."

„Dann waren sie aber sehr geschickt, denn nach dem Krieg führten keinerlei Spuren in diese Richtung", warf Kingsley mit finsterem Gesicht ein.

„Natürlich sind diese Menschen geschickt!", schnaubte Severus und erzählte die Begebenheit mit Hermines Portschlüssel und dessen Nebenwirkungen.

„Ihr habt wirklich zusammen Theater gespielt?", fragte Ginny ungläubig nach, als die Sprache auf die Gegenmaßnahmen kam.

„Ja, aber es hat nicht den geringsten Spaß gemacht!", seufzte Severus und deutete mit tragischem Gesichtsausdruck auf Hermine, „Sie wird immer so schrill, wenn ihr die Argumente ausgehen!"

„Wie bitte?", empörte sich seine Frau auch sogleich, „Mir gehen nie die Argumente aus, aber Du immer mit Deinen Unterstellungen und Deiner Schwarzseherei, Du stellt ja sogar Professor Trelawney in den Schatten!"

Severus wollte schon zu einer gut gelaunten Erwiderung ansetzten, da winkte Kingsley grinsend ab „Schon gut, wir glauben es Euch ja. Erzähl lieber, was das mit diesem geheimnisvollen Zauber auf sich hat, von dem Du diese unglaublichen Andeutungen gemacht hast.

„Gut, denn ich bin mir sicher, darin liegt für uns alle eine unglaubliche Chance!", Severus rieb sich die Hände, „Allerdings überlasse ich den Bericht über die Wirkweisen dieses Zaubers besser meiner gar mächtigen Löwenfrau", und er verbeugte sich galant vor Hermine. Diese nickte hoheitsvoll mit dem Kopf, „Danke, dunkler Mann, das tue ich doch gerne!"

Na, ob das eine so gute Idee gewesen war, wagte er im nachhinein doch zu bezweifeln, denn sie ließ zwar glücklicherweise aus, wobei Mbaba sie angetroffen hatte, aber trotzdem hatte ihr Bericht wie gewöhnlich epische Ausmaße. Was ihre Zuhörerinnen und Zuhörern allerdings nicht im Geringsten zu stören schien, denn nach ihren wortreichen Ausführungen wurde sie sogleich mit Fragen nur so überschüttet.

Schließlich mussten sie beide den Zauber mehrfach demonstrieren und die jedes Mal sehr überzeugenden Ergebnisse entfachten eine lebhafte Diskussion über den Nutzen und die unterschiedlichen Anwendungsgebiete dieses Zaubers.

Über diese Diskussionen stieß auch Jean etwas abgehetzt zu ihnen und auch sie hatte nach Tee und Broten einige Fragen und Ideen zu diesem Zauber einzubringen.

„Also gut!", fasste Severus die bisherigen Erfahrungen mit dem Mkemekozauber zusammen, als die Uhr zehn schlug, „durch diesen vortrefflichen Zauber, der eine direkte Verbindung zwischen uns ermöglicht, haben wir einen großen Trumpf in der Hand."

„Und dadurch, dass wir wissen, dass das Treffen eine Falle ist", ergänzte Hermine.

„Richtig!", Severus zückte seinen Zauberstab, „und daher ist es jetzt endlich an der Zeit einen anständigen Plan zu schmieden!"

„Na endlich!", freute sich Ginny grimmig und auch die anderen schauten Severus erwartungsvoll an.

„Als Erstes brauchen wir Portschlüssel", überlegte dieser auch schon und machte sich Notizen.

„Absolut!", stimmte Kingsley zu, „denn wir werden Hermine dort unten nicht alleine lassen. Sobald wir wissen, wo diese Verbrecher sie hinbringen, kommen wir nach", und er schaute Harry und Ron an, die sogleich einverstanden waren.

Doch Jean gab zu bedenken, „Das ist ein sehr guter Vorschlag, aber wir müssen sie auch sonst noch sichern, nicht dass wir die Verbindung durch irgendetwas verlieren. In den Kriminalromanen und Agentengeschichten tragen die Lockvögel immer kleine Sender und Mikrophone."

„Du liest auf alle Fälle zu viele schlechte Bücher", war sich Severus sicher, schrieb ihren Vorschlag aber dennoch auf. Vielleicht hatte seine schlaue Frau dazu ja eine gute Idee.

„Wenn Du mir hilfst Severus, mache ich mir mal ein paar Gedanken über diskrete Ortungszauber, damit ihr genau wisst, wo ich bin", warf Hermine ein und ihr Mann nickte zustimmend.

„Und wir brauchen irgendetwas, das ihr, wenn alles schief geht, die Flucht ermöglicht", gab Harry zu bedenken.

„Unsere Forschungsabteilung hat vor einigen Jahren sogenannte Notfallportschlüssel entwickelt", erinnerte sich Kingsley, „sie haben die Form von Alltagsgegenständen, wie Knöpfe oder ähnliches und sie lassen sich durch Gedankenkraft aktivieren.

„Ausgezeichnet!", lobte Severus, „bitte besorg doch so etwas."

„Geht klar!", sagte Kingsley zu und machte sich einige Notizen, während Severus die Tafel kritisch betrachtete, auf dem seine Merkposten standen.

„Ich denke, dass ist fürs Erste alles, was wir tun können", befand er schließlich und schaute sich noch mal in der Runde um, „Wir treffen uns alle hier am Dienstag spätestens um 19:00 Uhr. Minerva, Ginny und Jean bilden dann unser Basislager, ich sorge für die Verbindung und sobald wir wissen wohin sie sie gebracht haben, folgen wir ihr."

„Und machen diesen Mistkerlen den Garaus!", knirschte Ron entschlossen.

„Sehr richtig!", Severus kramte kurz in seinen Unterlagen und fragte dann die zwei Auroren, „Haben Sie beide eigentlich herausfinden können, ob dieser Hide schon mal durch Gewalt oder Grausamkeiten aufgefallen ist?"

Ron nickte, zuckte aber gleichzeitig mit den Schultern, „Es geht zwar nicht direkt um Gewalt an Menschen, aber ein Klassenkamerad von ihm erzählte mir über eine halbe Stunde lang schenkelklopfend wunderbare Anekdoten über aufgeblasene Frösche und zerquetschte Knuddelmuffs."

„Das passt ja!", murmelte Hermine angewidert.

„Und haben Sie etwas über unsere Dr. Broomberry herausfinden können, Professor", fiel Harry ein, als er schon seinen und Ginnys Umhang von der Gardarobe holte.

„Nicht direkt", gab Severus zu, „aber alle die ich fragen konnte, gehen davon aus, dass Misses Broomberry einen sehr noblen und reinblütigen Zauberer als Vater hatte. Die Namen, die im Umlauf waren, sprechen eine deutliche Sprache, Malfoy, Nott, Lestrange, Prince und Black."

„Prince und Malfoy?", horchte Hermine erstaunt auf.

„Leider", schnaubte Severus, „sowohl der Vater von Lucius, als auch mein Onkel Emerald waren nicht gerade für ihren seriösen und keuschen Lebenswandel bekannt!"

„Na, das fügt sich doch wirklich eins ins andere zusammen", befand Minerva und schüttete sich.

„Allerdings, ein wunderbares und farbenprächtiges Puzzle!", höhnte Severus und fuhr sich über die Augen.

„Ja, schwarz in schwarz mit Totenkopf in der Mitte!", murmelte Harry und drückte Hermine zum Abschied fest, „Mach Dir keine Sorgen, das wird schon!", murmelte er in ihr Ohr.

„Danke!", antwortete Hermine, klang aber nicht besonders überzeugt, dann schaute sie alle nacheinander fest an und räusperte sich vernehmlich, „Eine gute Nacht Euch allen und ich danke Euch von Herzen für all das, was ihr in den vergangenen Wochen für uns getan habt, ich weiß nicht, was ich, was wir, ohne Euch alle gemacht hätten!"

„Na, ganz einfach", zuckte ein breites Grinsen um Kingsleys Mund und auch er drückte Hermine fest an sich, „ihr zwei wärt zügig vor die Hunde gegangen!"

„Aber Ihr hättet kein Theater spielen brauchen, sondern hättet Euch in echt zoffen dürfen", warf Ginny ein, als sie in ihre Robe schlüpfte und Ron ergänzte, „Und Ihr hättet in den letzten Wochen wesentlich weniger Besuch gehabt und weniger Brote schmieren lassen müssen!"

„Na, das letzte Argument hat doch wirklich was!", meinte Severus inbrünstig, „es wiegt die anderen locker auf!"

Diese Äußerung sorgte natürlich für heftigen Protest aller Anwesenden, er fing sich einen dicken Knuffer seiner Schwiegermutter ein und auch einen Klaps von Ginny und seine Chefin funkelte ihn mit dem Bild von Albus unter dem Arm an, „Undank ist der Welten Lohn, ich werde es mir bei der nächsten Einteilung von Sonderdiensten merken, mein Lieber!" und Kingsley klopfte ihm im Hinausgehen auf die Schulter und meinte, „Wir kommen trotzdem immer wieder gerne her!"

„Das hatte ich befürchtet!", seufzte der Tränkemeister Hogwarts mitleiderregend und schloss die Türe hinter seinen Freunden.