„Na, so weise können die drei Weisen aus dem Morgenland aber nun wirklich nicht gewesen sein!", schnaubte Sera und schüttelte ihre Lockenpracht.
Ihre Mutter schaute sie amüsiert von der Seite an. Es war Weihnachten und sie kamen gerade von einem Krippenspiel in der nahegelegenen Kirche.
„Warum fandest Du die drei nicht so weise?", erkundigte sich Hermine.
„Wer ist denn schon so doof und macht sich auf eine solch abenteuerliche Reise quer durch trockenste Wüsten nur wegen eines Sterns?", entrüstete sich ihre jüngste Tochter, „und dabei wussten sie noch nicht einmal genau, was oder wen sie suchen!"
„Nun, sie suchten einen großen Herrscher, der unter diesem ganz besonderen Stern geboren werden würde", erläuterte Hermine.
„Pff", machte Sera, „sag ich doch, sie wussten gar nichts!"
„Das mit dem Stern erinnert mich immer an die Zentauren, die wären einem solchen Zeichen bestimmt auch gefolgt", warf Eileen ein.
„Aber erst, wenn sie vorher zweihundert Jahre darüber nachgedacht hätten, sagt Dad immer!", erwiderte Sera und stopfte ihre kalten Hände tief in die Manteltasche. London zeigte sich von seiner ungemütlichen Seite.
„Deine Großmutter hat sich immer über die Geschenke aufgeregt, weißt Du noch?", lachte Jean Granger und hakte ihre Tochter unter, nicht dass sie auf dem leicht angefrorenen Bürgersteig ausrutschte.
„Ja, sie meinte, dass eine anständige Babyausstattung wesentlich praktischer gewesen wäre, als Weihrauch und Myrrhe!", nickte Hermine, „Nur das Gold fand sie o.K."
„Da siehst Du es, wer bringt schon Räucherkram mit, das ist doch kein bisschen weise, sondern sogar gesundheitsschädlich, immerhin ist mir dieses Jahr zu Ostern echt schlecht geworden von dem ganzen Weihrauchzeugs!", sah sich Sera bestätigt und setzte naserümpfend hinzu, „Das reißen diese Möhren auch nicht mehr raus!"
„Es waren keine Möhren", verbesserte sie ihre große Schwester, „es war Myrrhe, das ist ein sehr kostbares Baumharz und wurde früher zum Einbalsamieren verwendet."
„Igitt! Das wird ja immer schlimmer!", regte sich Sera auf, „so was bringt man doch keinem kleinen Kind mit, ich hätte die drei sofort aus dem Stall geworfen!"
„Was hättest Du denn geschenkt, Sera?", fragte Hermine lachend und drückte den Knopf der Straßenampel.
„Weiß nicht, vielleicht was zu spielen oder ein Buch!", überlegte sie und trippelte ungeduldig von einem Fuß auf den anderen.
„Bücher gab es damals leider noch nicht", meinte Jean, „und früher haben die Kinder auch keine Spielsachen geschenkt bekommen, sie mussten früh arbeiten und haben mit dem gespielt was man so fand oder sich selbst etwas zurechtgebastelt."
„Dann wenigstens was zum Anziehen, einen Strampelanzug oder auch was zu essen – ich habe übrigens echt Hunger, Mum!", und wie zur Bestätigung knurrte ihr Magen vernehmlich.
„Wir sind ja gleich da!", tröstete sie Hermine, obwohl sich auch ihr Magen schon einige Male während des Spiels gemeldet hatte.
„Meinst Du, dass die drei Zauberer waren, in einigen Übersetzungen steht was von Magiern?" überlegte Eileen.
„Keine Ahnung, aber ich glaube es eher nicht", meinte Hermine, „Sterndeuter waren damals gefragte Leute und berieten viele Könige und Herrscher. Es waren wahrscheinlich eher Gelehrte.
„Die waren bestimmt keine Zauberer!", war sich Sera sicher, „sonst wären die doch nach Bethlehem appariert und hätten diese Kamele nicht mitnehmen müssen.
„Seit wann können Zauberer eigentlich apparieren?", fiel Eileen gerade eine weitere spannende Frage ein, als die Ampel endlich auf grün sprang „das mit dem Flohnetzwerk gab es vor 2000 Jahren ja sicherlich auch noch nicht – oder doch?"
„Hm, damit habe ich mich noch nie beschäftigt", gab Hermine zu und überlegte, ob sie je was über die Geschichte der magischen Beförderungsmittel gelesen hatte, „Du solltest Professor Bins fragen!"
„Oh, nein, tu das nicht, da schläfst Du ja über die Antwort ein!", entwich es Sera, die sich wohl an ihre letzte Begegnung mit Professor Bins erinnerte, „frag besser Professor Dumbledore, das ist lustiger!"
„Das ist eine gute Idee", lachte Hermine und sie bogen in die Straße ein, an deren Ende das Haus der Grangers lag.
„Und wenn Du einer der Weisen gewesen wärst, Eileen, was hättest Du geschenkt?", griff Jean die Geschenkefrage noch einmal auf.
Eileen legte ihre Stirn in Falten und meinte bedächtig: „Ich finde die Ideen von Sera gut, aber wenn es doch Zauberer waren, dann wäre ein Topf, der niemals leer wird, ein Geldsäckchen, das sich stets von neuem füllt und eine Sammlung von guten Zaubersprüchen gute Geschenke gewesen.
„Also schenkst Du und Sera dem Kind Reichtum und Macht und ihr wollt, dass die Familie nie hungert und auch noch etwas Spaß dabei hat", überlegte Hermine, „nicht schlecht, wie ich finde!", sie schaute zum grauen Winterhimmel hinauf, aus dem gerade erste dicke Schneeflocken fielen, „Die drei aus dem fernen Land im Osten haben sich bei ihren Gaben übrigens auch etwas gedacht."
„Ach ja, und was?", fragte Sera zweifelnd und spielte mit den Gehsteigplatten Hüpfekästchen.
„Ihre Gaben waren alle sehr kostbar, weil das Kind, das dort irgendwo in Judäa geboren werden sollte, laut ihren Berechnungen ein Königskind wäre, daher haben sie auch Gold mitgebracht. Das ist eines Königs würdig. Der Weihrauch weist darauf hin, dass dieses Kind sogar noch weitaus mehr als ein König sein würde, es wäre ein Gott und nur für die Anbetung der Götter wurde damals Weihrauch verwendet."
„Und was ist mit dieser komischen Myrrhe?", Sera war noch nicht überzeugt.
„Ja, die Myrrhe", Hermine seufzte leise, „die soll das Zeichen dafür sein, dass diesem Königskind keine einfache Zukunft geschenkt werden würde. Diese überaus kostbare Weihnachtsgabe der Weisen erinnert schon an Karfreitag, aber auch an Ostern."
„Ich finde was zu Essen, was zum Anziehen und was zum Spielen auf alle Fälle besser!", beschloss Sera und streckte ihre Zunge heraus, um eine der vor ihr hertanzenden Schneeflocke aufzufangen, „Wenn unser Baby kommt, dann fragen wir vorher Tante Ginny oder Grandma oder Tante Minerva was wir schenken können, denen fällt bestimmt was vernünftigeres als Gold, Weihrauch und Möhren-Myrrhe ein!", sie und ihre Schwester tauschten einen einvernehmlichen Blick aus.
„Gut, ich lasse mich überraschen!", grinste Hermine.
„Mir hat die Maria immer leid getan", Jean Granger winkte der Nachbarin zu, die gerade ihre Katze zur Türe hinaus ließ, „hochschwanger, vielleicht schon mit Vorwehen und dann kein Dach überm Kopf und außer Josef keinen Menschen, den man kennt."
„Ja, und dieser Josef kommt auch nicht sehr fähig rüber, sonst hätte der sich besser vorbereitet und was für seine Frau organisiert", fand Eileen einen weiteren Kritikpunkt in der Geschichte.
„Hat der Großvater von Onkel Peter nicht immer gesagt, dass er dieses gesetzlose Pack von Hirten niemals in sein Haus gelassen hätte?", überlegte Hermine.
„Ja, der alte Lord Sauton war schon ein Fall für sich!", seufzte Jean, „der hielt ja auch diese ganze unwahrscheinliche Geschichte mit der jungfräulichen Empfängnis für absoluten Quatsch und die Ratschläge die er dem Josef gegeben hätte, will ich hier lieber nicht mehr wiederholen!"
„Also, alles in allem eine einzige Katastrophe!", fasste Hermine die Überlegungen lachend zusammen und schloss die Haustüre auf, „miese Planung, falsche Geschenke, unnötiges Risiko und unmögliche Gäste!"
„Ganz genau", stimmte Sera aus vollem Herzen bei und schälte sich schnell aus Mütze, Mantel und Schal.
Drinnen, vor dem warmen Kamin wartete schon Henry Granger und hatte sich die Zeit mit einem guten Buch vertrieben.
Hermine schnupperte genießerisch dem köstlichen Duft von gebratener Ente hinterher, der ihr bereits beim Öffnen der Türe entgegengeweht war und fand rasch die Quelle, sowie ihren Mann, der gerade den eindrucksvollen Vogel aus dem Bräter holte.
„Ah, da seid ihr ja wieder!", Severus ließ sich von seiner Frau einen schnellen Kuss geben, obwohl er sich schon klar darüber war, dass sie im Augenblick wahrscheinlich mehr an der Ente, als an ihm interessiert war, aber er trug es mit Fassung „und wie war das Spiel?"
„Schwierig zu sagen, aber die ersten Kritiken sind verheerend", grinste Hermine und stibitzte ein kleines Stück kross gebratener Haut.
„Oh, dann hebt Euch den Abschlussbericht bitte bis nach dem Essen auf. Wascht Euch lieber die Hände und setzt Euch an den Tisch, es ist alles fertig!", kommandierte er streng und gab seiner hungrigen Frau einen kleinen Klaps auf die Finger, als sie ein weiteres Stück Fleisch klauen wollte.
„Du bist hartherzig und mitleidslos und das an Weihnachten!", beschwerte sich daraufhin Hermine und schob ihre Unterlippe vor.
„Selbstverständlich! Wie Du ganz genau weißt, bin ich immer hartherzig und mitleidslos und das natürlich auch an Weihnachten!", berichtigte sie ihr Mann.
„Dad, ich habe schrecklichen Hunger!", Sera löste ihre Mutter in der Küche ab, „wann gibt es den Pudding?"
„Erst gibt es gebratenen Wasservogel mit Rotkraut und vielleicht gibt es danach noch Pudding!", wies sie ihr Vater zurecht und schickte auch seine jüngste Tochter zum Händewaschen.
Es dauerte wirklich nicht lange, da saßen alle Grangers um den großen Esstisch im Wohnzimmer versammelt und brachen in lauten Jubel aus, als Severus das Essen auf den Tisch zauberte. Er schaute seine Frau auffordernd an und diese sorgte mit einem kleinen Zauberstabwisch für eine sehr festliche Tischdekoration und reichlich gefüllte Gläser. Danach war es eine ganze Weile sehr still, denn alle hatten Hunger und nachdem Henry das Tischgebet gesprochen hatte, genossen alle des Tränkemeisters erlesene Speisen.
Selbstverständlich bekam auch jeder soviel Plum-Pudding, wie er wollte, allerdings fand sich das Mandelstück in diesem Jahr in Henrys Portion, was Sera doch etwas traurig stimmte.
Aber irgendwann ist nun mal jeder leere Magen wohlgefüllt und wenn man so satt ist, dann ist es ein wahrer Segen, wenn man eine Hexe im Haus hat, die mit einem winzigen Spruch den Abwasch besorgt.
„Also", griff Severus das Gespräch von vorhin wieder auf, als sie anschließend gemütlich und etwas faul im Wohnzimmer herumlümmelten „wie war das Spiel und was gab es zu kritisieren?"
„Ach, weißt Du, Sera fand die Weisen dumm, die Geschenke unpassend und Eileen ist der Meinung, dass Josef unvorbereitet war!", lachte Jean.
„Aber die Kinder haben das gut gespielt!", versuchte Sera dem Ganzen einen etwas versöhnlicheren Anstrich zu geben - was so ein voller Bauch doch ausmachte!
„Mir läuft immer so ein Schauer den Rücken herunter, wenn der Engel zu den verängstigten Hirten spricht", murmelte Eileen und wurde etwas rot.
„Ich stimme Dir zu, mein Schatz", nickte Henry und goss Severus und sich einen Scotch ein, „Das ist etwas ganz besonderes, wenn ängstlichen Menschen die Furcht genommen werden kann. Aber nur wirklich besondere Menschen oder eben Engel schaffen das mit wenigen Worten."
„Mein Dad kann das auch!", behauptete Sera, was ein feines Lächeln auf die schmalen Lippen des Tränkemeisters zauberte.
„So?", Henry warf seinem Schwiegersohn einen wohlgefälligen Blick zu und kitzelte seine Enkelin auf dem Weg zu seinem Sessel kurz unter den Armen.
„Ja, und Mum auch!", kicherte sie und kletterte behände auf seinen Schoß, kaum, dass er sich gesetzt hatte.
„Mütter und Väter sind ja auch etwas ganz besonderes, nicht wahr?", schmunzelte Henry und ließ es nur zu gerne zu, dass sich Sera gemütlich in seine Arme kuschelte.
„Genau wie Grandmas und Grandpas!", ergänzte Eileen, die gerade ihre Weihnachtsgeschenke sortierte, „und auch gute Zahnärzte sind Engel!" Sie hatte immerhin unzählige Male erleben dürfen, wie alle ängstlichen Patienten die Behandlung bei einem ihrer Großeltern lebend überstanden hatten und hinterher richtig froh aussahen und sich bedankten.
„Auf alle Fälle, mein Schatz!", lachte Jean, die sich neben Eileen auf den Boden setzte und die Beschreibung eines Tischspiels studierte.
„Ich bin ja der Meinung, dass die ganze Weihnachtserzählung eine Geschichte von Mut und Vertrauen ist", meldete sich Hermine, sie hatte sich auf dem Sofa ausgestreckt und ihren Kopf auf Severus Schoß gelegt.
„Hört, hört, da spricht die Gryffindor unter uns!", spottete Severus leise.
„Vielleicht", gab Hermine lächelnd zu und ergriff seine Hand, „aber ist es nicht unglaublich mutig sich quer durch die damals bekannte Welt aufzumachen, nur um einem wagen Zeichen am Himmel zu folgen?"
„Eher leichtsinnig!", murrte ihr Mann und führte ihre Hand an seine Lippen.
„Und ist es nicht wirklich mutig", ließ sich Hermine nicht aus dem Konzept bringen, „wenn eine junge Frau angesichts von Dingen, die sie so sicherlich nicht einschätzen konnte, nicht verzweifelt, sondern „Ja" sagt und ihren Weg geht?"
„Ganz gewiss!", mischte sich Jean ein und sah Severus eindringlich an, „Aber auch Josef ist sehr mutig!", führte sie Hermines Gedankengänge fort, „Er hätte sich nun wirklich nicht um die Frau mit dem fremden Kind kümmern müssen, es wäre sicherlich einfacher für ihn gewesen, sie sitzen zu lassen."
„Der einfache Weg ist nicht immer der bessere", murmelte Severus und sein Blick blieb an Hermines schon sichtbar gewölbtem Leib hängen. Es waren überaus schwere Zeiten gewesen, die sie in den vergangenen Monaten erlebt hatten. Ein eisiger Schauer überkam ihn, wenn er daran zurückdachte, wie nah er daran gewesen war, sich von ihr zu trennen.
„Aber noch mehr als ihren Mut, bewundere ich ihr Vertrauen", Hermine führte seine Hand hinab zu ihren Bauch, „die Weisen haben ihrem Verstand und ihrem Herzen vertraut und sich auf den Weg gemacht, egal wie dumm das auch manchem erschienen ist, damals wie heute."
„Und Maria und Josef", sie schaute ihm fest in die Augen, „sie haben ganz und gar ihrem Gott vertraut, sie haben seinem Wort geglaubt, dass diese unglaubliche Geschichte gut ausgehen würde und dass ein Plan dahinter steckt, einer, den sie beide vielleicht nicht sehen und verstehen konnten, aber der wichtig und nötig war, weil es Sein Plan war."
Ein Plan? Schon wieder so ein verdammter Plan! Was sollte das für ein toller Plan sein, der dieses neugeborene Kind Jahre später neben Verbrecher qualvoll hingerichtet sterben ließ?
Und wofür sollte es gut sein, dass seine eigene Frau in Lebensgefahr gebracht worden war und sie der Folter und der Demütigung ausgesetzt wurde? Er konnte verdammt noch eins nicht an einen solchen Plan glauben. Das Einzige woran er wirklich glaubte, mehr denn je, das war an sie, ihr vertraute er vollkommen und wenn sie sein Stern, sein Leitstern war, so würde er sich auch ohne Zauberstab quer durch die Welt aufmachen, um ihr zu folgen.
Ein leises Seufzen entwich ihm und für einen ungeheuer intimen Augenblick schien es nur noch sie beide zu geben, den finsteren Mann mit den schwarzen Augen und die Frau auf seinem Schoß. Die Kinder, die Grangers, das gemütliche Wohnzimmer, der Glanz der Kerzen am Christbaum, das Knacken des Kaminholzes, alles war weg. Nur noch sie beide. Ihre Blicke verschmolzen, genau wie seine Hand mit ihrer, bevor er sich langsam zu ihr herunter beugte und sie inniglich küsste.
Oh, bei Merlin, er hatte auch einen Plan und er würde alles dafür tun, dass er in Erfüllung ging: Er würde sie als Erstes heute Abend nach allen Regeln der Kunst verführen und dann wenn irgend möglich bis an sein Lebensende mit ihr zusammen bleiben, er würde das Kind das im Frühling geboren würde lieben, weil es ihres war und er würde alles daran setzten, dass seiner Familie nie wieder so ein Kummer widerfahren würde! Das war ein guter Plan, ein sehr guter Plan!
Er hätte sie ewig küssen können und sie unterbrachen den Kuss auch nur, weil sich Jean amüsiert räusperte und Sera nicht mehr aufhören konnte zu kichern, Eileen sie glücklich anlächelte und Henry ein bisschen seufzen musste.
Verflixt. Er musste etwas verwirrt blinzeln und ruckelte an seinem Hemdkragen „Im nächsten Jahr werde ich mir diese wunderbare Heldengeschichte wohl auch mal ansehen müssen", versuchte er seine Verlegenheit gekonnt zu überspielen.
„Oh, schade", meinte Jean, „dann muss ich ja kochen und kann gar nicht sehen, wie Sera als Maria die drei Weisen aus dem Stall wirft."
„Ich habe nicht gesagt, dass ich die Maria spiele", stellte Sera klar, „der Engel ist vielleicht besser!"
„Solange Du kein Schaf spielen musst!", neckte sie ihre große Schwester und erntete einen erzürnten Blick von ihr.
„Oder das Kamel, das die unnötigen Geschenke bringt", lachte ihre Großmutter.
„Es wären auch noch Ochs und Eselein zu besetzen", mischte sich ihr Großvater feixend ein.
Seras Augen blitzten von einem zum anderen, dann sah man es hinter ihrer Stirn arbeiten und als sie sich aufrichtete und mit sehr erhabenen Ausdruck, der schwer an den ihres Vaters in ähnlichen Situationen erinnerte, verkündete, „Ich glaube, ich werde den Erzähler machen, da habe ich die ganze Geschichte im Griff und alle müssen nach meiner Pfeife tanzen!", wusste sie die Lacher auf ihrer Seite und sie hörte ihren Dad leise ans Ohr seiner Frau flüstern: „Deine Tochter!", worauf diese ihn küssend antwortete: „Oh, nein, mein Lieber, unsere!"
