Kapitel 5 – Across The Universe (Jim Sturgess)
Marc wusste nicht, wer ihm mehr leid tat: Anna, Lilly oder Gwendolyn. Papa Kaan (er, Marc, hatte mit Gretchen, Lily, Moira, Jochen und dessen Freundin Das Dschungelbuch als Trickverfilmung geschaut, nicht umsonst hieß der Tiger Khan – König) tat es seinem ähnlichen Namensvetter dieser Geschichte nämlich gleich: er fuhr die Krallen aus, wenn auch nur verbal. Und es ging weit unter die Gürtellinie. Sehr weit.
Er hatte Lilly, noch um Fassung bemüht, gesagt, dass sie sich schon mal bettfein machen sollte, er und Mama würden dann bald nachkommen und gute Nacht sagen. Doch vermutlich dachte Mehdi nicht mal im Traum daran, dass man bei seiner Lautstärke, die er an den Abend legte, jedes Wort aus jeder Ecke der Wohnung hören würde. Auch im verrammelten Badezimmer, in das sich Lilly verkrochen hatte.
Gut, Marc selbst konnte auch nicht wirklich nachvollziehen warum Anna freiwillig sich in der Schule blicken lassen hatte zum Elternabend – gerade weil sie nun, warum sollte man lange herumreden, als Edelnutte so manchem hochstilisierten Individuum der Spezies Mann begegnet war. Und viele verheiratete Männer, die ja auch nicht alle kinderlos sein konnten, ließen sich von Prostituierten verwöhnen, wenn es vielleicht gerade wegen der Kinder im Schlafzimmer nicht mehr so gut klappte.
Von daher war es eine scheiß blöde Idee gewesen, zu einem Elternabend zu gehen.
Aber Anna gleich für die Verletzung Lillys verantwortlich zu machen, weil ein paar idiotische Kinder sich ein Beispiel an ihren Vätern genommen hatten, war schlichtweg unfair.
Er fühlte sich ein bisschen wie diese Super-Nanny, nur wusste Marc leider nicht, was das Richtige war: Sollte er jetzt erst mal Mehdi beruhigen, oder sich gleich auf Annas Seite schlagen, oder vielleicht doch zu Lilly gehen, und schauen ob es ihr gut ging? Dabei konnte er nicht wirklich gut mit heulenden Mädchen egal welchen Alters umgehen.
Gwendolyn begann ebenfalls zu schreien, was in einem neuen Schwall von Vorwürfen, was für eine schlechte Mutter Anna doch war, nahezu unterging.
Marc besann sich zumindest darauf, dass man eine gerade einjährig Gewordene nicht lange mit nassen Windeln liegen lassen sollte. Weshalb er sich diesem Problem zuerst widmete.
„Ich hab es doch nur gemacht, weil Lilly sich so gewünscht hatte, dass ich vielleicht mithelfe eine AG zu leiten. Und Herr Gott, woher sollte ich denn wissen, dass da irgendjemand ist, den ich kenne!"
„Du gibst es also zu?"
„Ja, natürlich, aber wie krank muss man denn sein, das seinen Kindern zu erzählen? Ich habe gedacht, wenn ich vielleicht die Tanz-AG mitgestalte, kann ich Lilly ein bisschen helfen, wieder neue Freunde zu gewinnen."
„Lilly hat genügend Freunde."
„Nein, hat sie eben nicht. Selbst Greta hat sich von ihr abgewandt, als Lilly ihrer besten Freundin gestanden hat, was ihre Mutter früher einmal nebenberuflich gearbeitet hat. Ich wollte doch nur helfen!"
„Hin helfen trifft es wohl eher, was? Wie kannst du nur so leichtsinnig mit deiner Identität umgehen, und dabei das Wohlergehen deiner Tochter aufs Spiel setzen, Anna?"
„Bitte? Ich kann leider nicht rückgängig machen, wie ich gelebt habe, Mehdi, aber ich habe und werde niemals das Glück und die Gesundheit meiner Töchter aufs Spiel setzen. Ich habe versucht zu helfen, weil ich nicht nur wie du, das körperliche Befinden bei Lilly gesehen habe. Aber vermutlich ist das einfach eine Arzt-Krankheit, dass man den Menschen dahinter nicht mehr sieht, oder nicht sehen kann."
„Das sagst ausgerechnet du?"
„Ja, weil du es nicht auf die Reihe bekommen hast, zu sehen, wie Lilly leidet. Sie hat außer einer süßen kleinen Schwester, einem pubertierenden Mädchen, das alle für ein Goth-Girl halten, und einer mehr als doppelt so alten sporadischen Gitarrenlehrerin, die Bestattungsunternehmerin ist, niemandem in ihrem Alter, den sie einen Freund nennen kann. Ich finde es wunderbar, dass Moira und 'Ehm sich um sie kümmern, und sich bemühen ihr Lebensfreude zu schenken, gerade weil wir beide nicht die besten Eltern der Welt sind... aber ich dachte, dass wenn ich mich mehr engagiere, gerade eine Tanz-AG, dann würde man ihr vielleicht so ein bisschen mehr Rückgrat, mehr Halt geben? Ist das so falsch?"
Es nahm keinen Abbruch.
Ein Wort ergab das andere und je mehr Marc versuchte Mehdis Ansichten nachzuvollziehen, desto weniger gelang es ihm. Nicht Anna war das Problem – nicht mehr – sondern vielmehr die Schule, und die verkorksten Kinder, die Lilly ihre Mitschüler nennen musste.
Nachdem Gwendolyn wieder ein Lächeln im Gesicht hatte und „Marci Arm", sagte, er dem Wunsch auch direkt nachkam, sie an seine Schulter drückte und wie ein Neugeborenes wog, öffnete Lily heimlich still und leise die Badezimmertür. In einem rosa-blau-lila Ganzkörperschlafanzug mit Reißverschluss an der Vorderseite und vielen weißen Eisbärabdrucken beeilte sich das Mädchen so unauffällig wie möglich in ihr Zimmer zu schleichen.
Da Anna und Mehdi noch immer auf Hochtouren diskutierten, wanderte Marc mit dem kleinen Bündel an einjähriger Energie Lilly hinterher.
Ohne anzuklopfen betrat er ihr Mädchenzimmer. Er hatte sich schon öfter gefragt, warum ihn die cremefarbene Tapete mit den rosa Akzenten nicht mehr abschreckte, als es hätte tun müssen. Lillys Barbie-Puppen hatten allesamt in einem großen offenen Kiefernschrank Platz. Nicht etwa in einer Kiste, in der alles einfach unachtsam zusammengeworfen war, wie in den meisten Kinderzimmern, sondern wirklich jedes Spielzeug stand wie auf einem Podest aufgeräumt in irgendeinem Regal, in einer Ecke und ordentlich sortiert. Auch die Haare von den Puppen waren glattgekämmt und die Lego-Bausteine, die Marc ihr letztes Jahr zu Weihnachten geschenkt hatte, waren farblich sortiert in ein Haus eingebaut.
Auch auf ihrem Schreibtisch waren alle Bücher der Größe nach geordnet und die Umschläge jener Bücher waren farblich auf ihre daneben liegenden Schnellhefter und Hefte abgestimmt.
Es war nicht normal für eine Neunjährige.
Doch was war denn schon normal bei solchen Eltern? Dadurch war Lilly nicht weniger rückgratlos, wie ihre Mutter es ausgedrückt hatte, noch war Lilly dadurch sehr beliebt bei ihren gleichaltrigen Mitschülern – die Tatsache, dass ihre Mutter eine Professionelle war, einmal ganz außer Acht gelassen.
Leise schloss Marc die Tür hinter sich und setzte sich neben Lilly aufs Bett, die auf dem Bauch liegend etwas aufschrieb.
„Hauch mich mal an", sagte er gespielt ernst, wollte Lilly damit ein bisschen aufheitern, doch außer einem resignierten Seufzen und Augen verdrehen veränderte sich an ihrem traurigen Gesichtsausdruck nichts. Sie setzte sich in den Schneidersitz und pustete Marc, noch immer mit Gwendolyn im Arm, ins Gesicht. Odol-Frisch!
„Brav!", grinste er, ließ Gwenny dann von seiner Schulter aufs Bett.
„Ich will ja nicht irgendwann so schlechte Zähne haben, wie Oma – sie hat jetzt schon dritte Zähne", sie zog die Nase kraus, konnte dann endlich auch leicht lächeln.
Marc überschlug sitzend das rechte Bein über das linke und stützte sich mit dem linken Arm auf der Matratze ab, während er sich ein bisschen nach hinten lehnte.
Lilly seufzte schon wieder.
„Die streiten sich nur, weil sie sich um dich Sorgen machen", bemühte Marc sich, Lillys Seufzen zu beschwichtigen, da auch ihm Mehdis Worte nicht entgangen waren: „Und wenn nun irgend so ein daher gelaufener Mitschüler ihr Halbbruder ist?"
Lilly schüttelte den Kopf: „Ich will aber nicht, dass sie sich Sorgen machen, wenn sie sich dann nur wieder anschreien."
„Manchmal schreien Menschen sich einfach an, weil ihnen am Anderen sehr viel liegt."
„Gretchen und du, ihr schreit nie", Lily zog geräuschvoll die Nase hoch.
„Nein, wir schreien nicht vor dir – das ist ein Unterschied." Dass beide meistens allerdings nur schrien, wenn sie zum Orgasmus kamen, erwähnte er nicht. Das Mädchen vor ihm war manchmal auch zu weit für ihr Alter.
„Trotzdem ist es papadox... pasapox... paradochs..."
„Paradox", half Marc auf die Sprünge und wunderte sich nicht zum ersten Mal, woher Lilly so viele Fremdworte kannte, und sie auch richtig einzusetzen wusste.
„Genau: Paradox, dass Menschen, die sich mögen, sich anschreien, findest du nicht? Warum schreist du dich mit Gretchen an?
„Nun...", er räusperte sich umständlich und packte sich an seine Halsschlagader.
Lilly seufzte: „Du hast gelogen, oder?"
Es frustrierte Marc zutiefst, dass Lilly - ausgerechnet ein Kind, ihn so spielerisch lesen konnte. Noch nicht mal die, die hochanalytisch jegliche seiner Schritte, Gesten und Worte einschätzen konnte, die vermutlich ein EinsKommaNuller Abitur hingelegt hätte, wenn man das Fach „Marc Meier" als Leistungskurs angeboten hätte, hatte es nicht hinbekommen ihn so schnell beim Flunkern (Lügen war für diesen speziellen Fall ein zu hartes Wort) zu ertappen.
„Nun hör mir mal zu, junge Dame: Menschen schreien sich an, weil sie wütend sind, weil sie nicht wissen, wie sie sich sonst ausdrücken können, ohne zu heulen, weil es ihnen genau so nah geht, wie dir. Nur keiner der beiden Sturköpfe will klein beigeben und eingestehen, dass sie beide Fehler machen, und so eine fantastische Tochter wie du es eine bist, gar nicht verdient haben" er schaute ernst, wusste aber nicht so genau, ob es wirklich wahr war, was er gesagt hatte.
Skeptisch schaute Lilly ihn an, legte den Kopf schief und blinzelte ihn nachdenkend an:
„Du sagst die Wahrheit!", sagte sie fest und Marc lachte leicht.
„Sag mal, was schreibst du denn da eigentlich?", fragte er interessiert.
Lilly wurde rot und ließ das kleine Hannah-Montana Buch unter ihre Decke verschwinden: „Nichts!"
Marc sah sie lange mit Stieraugen an: „Okay, okay, es ist... nun, ein Tagebuch."
„Oh", ein breites Grinsen machte sich auf seinem ganzen Gesicht breit, es erreichte seit Tagen sogar seine Augen.
„Ja – Gretchen hat mir gesagt, dass dann alles nicht mehr so schlimm ist, weißt du. Und es stimmt wirklich!"
„Ja, Gretchen hat auch manchmal ihre Lichtblicke", griente er freundlich.
Lilly verschränkte böse ihre Arme vor der Brust: „Das ist nicht nett..."
Marc grinste sie aber dennoch nur verschmitzt an.
Nach einigen Augenblicken, in denen Gwendolyn Lillys Haarspitzen verknotet hatte, fragte die Aschblonde leise: „Wo ist Gretchen überhaupt?"
Marc seufzte.
„Ihr habt euch doch nicht getrennt, oder? So wie Mama und Papa..."
„Hör mal, deine Eltern trennen sich nicht – dafür haben sie zulange bei der Eheberatung gesessen und waren die letzten Monate auch zu glücklich. Ein kleiner Streit ändert daran nichts!", er wuschelte ihr übers Haar.
„Und nein, Gretchen und ich sind nicht getrennt. Es ist momentan alles kompliziert, aber wir schaffen diese... Krise, in der wir uns befinden", er lehnte sich verschwörerisch zu ihr hinunter, flüsterte: „Aber sollten wir uns jemals wirklich trennen, hast du die ehrenvolle Aufgabe, mir persönlich in den Hintern zu treten, dass ich das wieder gerade biege. Denn wer will denn schon außer Gretchen den attraktivsten Oberarzt des Landes?"
Lilly kicherte.
„Aber das bleibt unter uns, klar?"
Sie nickte eifrig.
Nach einer langen Gutenachtgeschichte über Wichtelmänner, die einem Schneider in jeder Nacht die Arbeit abnahmen und einer noch längeren Diskussion später, dass Lilly doch eigentlich schon zu alt für Geschichten zum Einschlafen sei, war sie eingeschlafen.
Es hatte etwas unheimlich Beruhigendes Lilly und auch Gwendolyn daneben schlafen zu sehen. Auch wenn er immer noch fand, dass sie mit fast zehn Jahren einfach zu alt für Nachtgeschichten war. Und auch wenn er sich noch immer nicht ganz in die Rolle eines Vaters einfinden mochte – ein paar Jahre wollte er mit Gretchen noch das schöne Dasein ohne Kinder und Verpflichtungen fristen – so war Babysitter für Lilly und Gwenny spielen wahrlich eine sehr gute Vorbereitung.
Marc lächelte und blätterte das Geschichtenbuch zum Anfang zurück, bei dem sich ihm etwas Unglaubliches bot:
Auf der ersten Seite stand in großen geschwungenen Buchstaben:
Dieses 'Märchenbuch für die Nacht' habe ich bekommen von: Oma Elle
Dieses 'Märchenbuch für die Nacht' gehört: Mariechen Wender
Es waren viele Informationen, die sich aneinander reihten, die Marc nur zu einem Schluss kommen ließen.
Lillys einzige Freundin hieß Greta, und hatte sich von ihr abgewandt. Sie hatte keine Freunde in ihrem Alter, und Marc wüsste, wer das Kind wäre, wenn es mit irgendjemandem von Mehdi oder Anna verwandt wäre. Auch, dass dieses Buch aus irgendeiner Bücherei geliehen wäre, war sehr unwahrscheinlich, da es außen zwar sehr zerschlissen und abgegriffen war, innen jedoch sehr gepflegt.
Von daher kam er nur auf einen furchtbaren Gedanken: Lilly, von ihren verkorksten Eltern gezeichnet, machte dem Reality-Fernsehen alle Ehre und klaute. Vermutlich schaffte sie es so, den emotionalen Stress so gut weg zu stecken.
Er atmete tief durch, bevor er mit samt dem Buch Lillys Zimmer verließ. Mehdi und Anna hatten sich aus der Küche ins Wohnzimmer verzogen. Die Tür war dicker, und Lillys Zimmer war ebenfalls weiter entfernt, weshalb es ein sicherer Platz war, sich zu streiten.
„Ich glaube ihr habt noch ein viel größeres Problem, als nur ein paar Mitschüler, die Lilly mobben." Marc freute sich über die Stille, die auf einmal über das Apartment gekommen war:
„Sie klaut!"
„Bitte?", fragte zuerst Anna.
Marc musste gestehen, dass er nachdem sie wieder zurückgekehrt war, mit ihr nie mehr wirklich warm wurde. Und dies, obwohl Gretchen ein nahezu freundschaftliches Verhältnis zu ihrer ehemaligen Konkurrentin aufgebaut hatte. Anna war für ihn nun mal: Anna, die seinen besten Freund gleich zwei Mal nahe des Todes gebracht hatte, und ihn selbst um sage und schreibe 16.000 Euro ärmer gemacht hatte.
Was nicht heißen sollte, dass er sie nicht mochte, als rein platonische Freundin, die Frau seines Freundes. Nur war dieses ganze Gewirr, in dem Mehdi und Anna das ganze letzte Jahr gesteckt hatten, zu grotesk, um da einfach noch einen klaren Kopf zu behalten: Sie war zurück, Mehdi war aus dem Schwesternwohnheim vorerst bei Bärbel untergekommen, hatte sich dann wieder eine eigene Wohnung genommen, Anna ebenfalls, und beide hatten trotzdem geschafft, über all die Hürden zu sehen und sich auf das zu berufen, was wirklich wichtig für beide war: Der jeweils Andere, und nicht nur weil sie eine gemeinsame Tochter miteinander hatten. Wobei dieses Thema immer noch sehr heikel war, da Anna behauptete gelogen zu haben, als sie Mehdi erzählte, dass Lily nicht von ihm sei. Doch wer einmal lügt, dem glaubt man nicht – so das Sprichwort und Mehdi zweifelte in schwarzen Stunden, wenn er sich wieder mit Anna gestritten hatte immerzu daran. Und jedes Mal, wenn Marc dann die Nase voll hatte, sich dieses Elend von einem Halbperser mitanzusehen, und ihn schlicht davon in Kenntnis setzte, einen Vaterschaftstest zu machen, entwichen Mehdi alle Züge aus dem Gesicht: Feigling!
Und er hatte ihn, Marc, des Öfteren mit der Nase auf seine Gefühle aufmerksam gemacht, schaffte es aber selbst nicht, sich ehrlich einzugestehen, dass er wirkliche Angst davor hatte, dass Lily nicht von ihm sein könnte.
Doch das letze Mal, dass Mehdi sich mit Anna so heftig gestritten hatte, war gute vier Monate her. Und kurz darauf war Anna ganz zeremoniell mit Einstand zu Mehdi gezogen. Die Eheberatung schien gewirkt zu haben, denn nicht nur Mehdi sah glücklich aus – seine immer noch, bleibende Frau sah um Jahre jünger aus. Noch dazu ging Anna in ihrem alten Job, vor dem Eskortservice Slash Prostitutionsgewerbe, als Restauratorin vollends auf.
Und trotzdem blieb immer wieder dieser fahle Beigeschmack, wenn Marc mit Anna nur ein paar Minuten allein blieb. Sie hatten sich nichts zu sagen. Zumindest dachte er das...
„Ja, sie klaut, hier", Marc klappte das Geschichtenbuch zum Inhaltsverzeichnis auf, und bedeutete den Eltern den fremden Namen, einem Mädchen, der dieses Buch gehörte.
„Das kann sie überall her haben", widersprach die einzige Frau im Raum.
„Vielleicht aus dem Krankenhaus, letztes Jahr zur Weihnachtsfeier wurden doch untereinander..."
„Da war aber keiner mit dem speziellen Namen Mariechen Wender, Anna. Herrgott noch mal, mach's dir doch nicht immer so einfach", brummte Mehdi ärgerlich.
„Ach, aber es ist ja so offensichtlich, dass sie klaut oder was?"
Marc streckte sich müde: Er hatte seine eigenen Probleme, schließlich war Gretchen im Knast, und er musste dem so schnell wie möglich Abhilfe schaffen. Er würde sich also nicht in den Kaan-Familienstreit einmischen.
Einmischen war eh noch nie eine gute Idee gewesen, denn jedes Mal, wenn er etwas gut meinte, ging der Vorschlag nach hinten los, und er war letztendlich der Buhmann und Geschundene.
„Kann mich einer von euch nach Hause fahren? Würde den schlafenden Mädels vielleicht auch ganz gut tun, wenn ihr nicht mehr rumbrüllen würdet", warf er ein, streckte sich abermals und ging schon eilig zur Wohnungstür.
Original Writing: 04. August 2011
Original Air-Date: 12. November 2011
lg
manney
