Hey Leuter´s, da bin ich wieder.
Hab auch gleich das nächste Cap dabei und wünsche viel Spaß.
Was übrigens die Länge der Cap´s angeht, da werde ich wohl am Anfang nicht ganz so viele Wörter pro Upload schreiben können. Denn diese FF schreibe ich aus dem Kopf und nicht wie die ersten zwanzig Cap´s von SdG vom Block ab.
Ansonsten gilt wie immer gebst mir,
Euer Mr. Figgs
Kapitel 2
Es wurde später Nachmittag, als Harry zum ersten Mal sein Zimmer wieder verließ. Denn ein kleines Gefühl des Hungers hatte sich in seinem Bauche breit gemacht und außerdem brauchte Harry etwas Ablenkung. Da sich, sofort als er wieder allein war und versuchte einige seiner Sachen in den alten Schrank neben der Tür zu stopfen, sämtliche Erinnerungen der letzten Tage wieder auf ihn stürzten.
Harry hatte die vergangenen Stunden geweint, nein geheult wie ein Schlosshund, als sich die Szene vom Dumbledore´s Tod immer wieder vor seinem Auge abspielte. Wieso war er nicht stark genug gewesen, denn Fluch, der ihn zum Nichtstun verdammt hatte, zu brechen ? Wieso hatte er Dumbledore dieses verdammte Versprechen gegeben ? Warum kam Ginny so leicht über ihre Trennung hinweg ? Sie hatte ja sogar schon einen neuen Jungen im Schlepptau. War es den wirklich so einfach für sie gewesen ?
Mit diesen Gedanken trottete Harry langsam zur Treppe. Dort verharrte er jedoch noch mal kurz, denn Vernon war unten im Flur aufgetaucht.
„Petunia, ich gehe jetzt. Die Versammlung bei Grunnings wird wahrscheinlich etwas länger dauern. Also warte nicht auf mich."
Mit diesen Worten zog sich Harry´s Onkel seine Anzugsjacke, die wohl auch als Viermannszelt hätte dienen können, über und verschwand pfeifend durch die Haustür. Harry wartete noch bis der Motor von Onkel Vernons neuem Wagen erklag und ging schließlich hinunter in die Küche.
Dort traf er auf Tante Petunia und kaum dass sich der Schwarzhaarige still auf einen der freien Stühle gesetzt hatte, schob ihm die spindeldürre und pferdegesichtige Frau, die so rein gar nichts mit ihm gemein hatte, auch schon einen Teller mit Nudeln und einer Art dicker, roter Soße hin. Sie schien sie wohl gerade anhand eines Kochbuches zusammengerührt zu haben und brauchte nun ein Versuchskaninchen.
„Hier iss", kam es streng aus ihrem Mund und Harry, der ja jedwede Art der Konfrontation verhindern wollte, nahm sich schnell eine Gabel und begann zu essen. Wer weiß, wann es mal wieder Essen gab, das ihm aufgedrängt wurde.
Die Nudeln schmeckten gar nicht mal so schlecht und Harry´s Magen machte Freudensprünge, denn schließlich war sein letztes Mahl im Zug gewesen und lag damit schon eine Weile zurück. Der Verstand des Gryffindors allerdings, fragte sich, woher die plötzlich Freundlichkeit kam. Ok, widersprach sich Harry sofort, denn so wirklich freundlich wirkte Petunia nicht. Doch Harry bemerkte, dass seine Tante ihn nebenbei beobachtete. Vorsichtig drehte er sich um und sah unsicher in ihr Gesicht.
„Schmeckt es ? Ich meine, kann ich es meinem Duddyspatz nachher anbieten ?" Fragte Petunia und Harry nickte überrascht.
Wenn ihn allerdings diese Fragen schon komisch vorkamen, so brachte Harry die nächste dann aber völlig aus der Bahn. Denn Tante Petunia kam langsam an den Tisch, beugte sich vorsichtig zu Harry vor und fragte flüsternd.
„Dann stimmt es also, Professor Dumbledore ist tot ?"
Harry starrte sie an, als wäre ihr ein zweiter Kopf gewachsne und war lediglich in der Lage leicht zu nicken. Petunia nahm dies als „Ja" auch und atmete niedergeschlagen durch. Dann verschwand sie aus der Küche und ließ einen völlig perplexen Jungen zurück.
Was war das nun wieder ? Hatte jemand Tante Petunia mit einem Fluch belegt ? Tonks und Remus vielleicht ? Schließlich waren die beiden sehr schnell nach ihrer Ankunft verschwunden. Bevor sich Harry aber weitere dieser Fragen stellen konnte, kam seine Tante wieder ins Zimmer. Allerdings nicht ohne eine reichlich verzierte Holzkiste vor sich herzutragen. Sie stellte sie auf den Küchentisch und schaute misstrauisch in Richtung Fenster. Scheinbar wollte sie auf gar keinem Fall von einem Nachbarn oder sogar Dudley dabei gesehen werden, wie sie ihrem Neffen etwas gab.
„Das hier", begann Petunia mit leiser Stimme, „hat mir Professor Dumbledore vor wenigen Wochen gebracht."
Harry schaute seine Tante überrascht an und ließ beinahe den Löffel in die rote Soße fallen. Seine Sucherreflexe reagierten aber sofort und verhinderten Schlimmeres.
„Er wollte, dass du es noch vor deinem Geburtstag bekommst. Daher dachte ich, dass heute, da Vernon und Dudley außer Haus sind, der beste Zeitpunkt dafür wäre. Nimm die Kiste und versteck sie gut. Vernon würde ausflippen, wenn er wüsste, dass ich sie nicht sofort weggeschmissen habe."
Harry sah ungläubig von seiner Tante zu der rot leuchtenden und mit Runen verzierten Kiste. Was hatte dies alles zu bedeuten ? Diese Frage schoss Harry durch den Kopf und seine Finger gingen vorsichtig in Richtung Tisch.
„Nicht hier aufmachen", fauchte Petunia und blickte panisch zum Fenster. Harry´s Hand zuckte daraufhin kurz zurück, doch dann nahm er die Kiste und zog sie fest an sich.
„Danke", war das einzigste Wort, was er heraus bekam und schnell bewegte er sich in Richtung Tür. Kurz bevor er sie allerdings erreichte, rief ihm Tante Petunia noch streng hinterher.
„Die Bilder sind übrigens von mir. Ich möchte, dass du sie bekommst, damit ich endgültig mit Lily abschließen kann."
Harry sah seine Tante entsetzt an, nickte aber als er den Schock überwunden hatte und lief weiter in Richtung seines Zimmers. Er konnte es wirklich nicht begreifen, dass Petunia ihre eigene Schwester von nun an nie mehr auch nur erwähnt wissen wollte.
In Dudleys altem Zimmer angekommen, setzte Harry sich im Schneidersitz aufs Bett und betrachtete die hölzerne Kiste mit einer Mischung aus Furcht und Neugier. Was würde sie enthalten ? Und warum hatte Dumbledore sie ihm nicht schon in Hogwarts gegeben ?
Langsam bewegte sich seine Hand in Richtung des golden verzierten Deckels. Harry schreckte allerdings zurück, als Hedwig plötzlich aufgeregt aufkreischte. Sofort zückte Harry seinen Zauberstab, den er von nun an immer bei sich trug, und sah sich alarmiert um. Doch es war nur eine Katze auf einem Ast im Baum vor Harry´s Fenster, die seiner treuen Schneeeule einen Schrecken verpasst hatte.
Harry sprang hoch, redete beruhigend auf Hedwig ein, strich ihr übers Federkleid und ging danach zum Fenster. Dort verjagte er die Katze mit einem lauten Zischen. Etwas, dass den Schwarzhaarigen jedoch zugegebenermaßen überraschte. Denn eigentlich wollte Harry nur laut „Hau ab" sagen. Doch irgendwie schien es ihm in Parsel herausgerutscht zu sein. Andererseits hatte es die gewünschte Wirkung und somit maß Harry der ganzen Sache keinerlei Bedeutung mehr bei.
Als Hedwig wieder beruhigt und mit einem Eulenkeks abgelenkt war, kümmerte sich Harry wieder um diese ominöse Kiste. Er setzte sich zurück aufs Bett, zog sich schnell seinen langsam zu warm werdenden Pullover aus und öffnete etwas zögernd den Deckel. Und kaum das dies geschehen war, wurde dem Schwarzhaarigen ganz warm ums Herz. Denn sein Blick fiel die beiden glücklich lächelnden Gesichter seiner Eltern.
Es war ein Hochzeitsfoto, welches ihm sofort ins Auge stach und Harry vermutete, dass Petunia es mit Absicht ganz nach oben gelegt hatte. Vorsichtig hob es Harry hoch und betrachtete es genauer. Dann plötzlich fühlte er wies ich ein Knoten um seine Luftröhre legte und mit erstickter, trauriger Stimme flüsterte er „Mum, Dad". Dabei strich Harry über die freudestrahlenden Gesichter seiner Eltern und eine Träne lief ihm übers Gesicht.
Es dauerte einige Minuten, bis Harry wieder aus seiner Starre erwachte und anfing die anderen Sachen aus der Kiste sich genauer zu betrachten. Es waren einst alles sehr persönliche Gegenstände seiner Eltern gewesen. Harry fand unter anderem ihrer beider Zauberstäbe, ihre Eheringe und einem goldenen Schnatz, der ohne Zweifel seinem Vater gehört haben muss. Wieder entfachte sich ein Feuer der Wut in Harry´s Innerstem. Wut auf Voldemord und seine Anhänger und vor allem auf einen von ihnen... Snape, der Verräter.
Dann wiederum befanden sich auch noch andere Sachen in der Kiste, die Harry allerdings nicht so recht zuordnen konnte. Es gab einen goldenen Schlüssel, der aber nicht im geringsten mit seinem Schlüssel für Gringotts zu vergleichen war und ein dunkelgrünes Glas mit einem weiß-gelblichen Pulver darin. Harry hatte keine Ahnung, was dies zu bedeuten hatte, doch die schwarze Banderole um den Deckel des Glases, ließ dem Schwarzhaarigen eine sonderbaren Schauer über den Rücken laufen.
Schließlich fand Harry noch einen weiteren Ring, einen goldenen mit einem ungewöhnlich großen Rubin im Zentrum. Schließlich noch ein Paar silberne Ohrringe in der Form von zwei in sich verschlungenen Lilien und einen Brief mit dem Siegel von Dumbledore´s Familie. Diesen Brief nahm Harry als letztes aus der Kiste und packte danach all die anderen Sachen wieder sorgfältig hinein.
Jetzt legte sich der Gryffindor flach aufs Bett, hob den Brief über seinen Kopf, drehte ihn mehrfach in seinen Händen und rätselte, ob er ihn öffnen sollte. Schließlich siegte jedoch die Neugier über die Trauer, welche beim Absender des Briefes plötzlich wieder im Raum lag, und Harry brach das rot Wachssiegel auf. Sie Augen wanderten über die grüne Schrift des Pergaments und nur langsam drangen die Worte zu ihm vor.
Lieber Harry,
dies hier sind alles sehr persönliche Gegenstände deiner leider viel zu früh verstorbenen Eltern und ich bin mir sicher, sie hätten gewollt, dass du sie bekommst. Warum aber erst jetzt ? Dazu kann ich nur sagen, es war mal wieder ein Fehler eines alten Mannes, der nur dein Bestes wollte. Verzeih mir bitte, wenn ich dich dadurch erneut enttäuscht habe, Harry.
Ich hoffe aber, dass einige von den in der Truhe befindlichen Sachen, dir später einmal behilflich sein können. Und sei es nur, um dir Mut zuzusprechen und Hoffnung zu geben. Sicherlich hast du auch die beiden Zauberstäbe bemerkt. Sie gehörten einst deinen Eltern und ich konnte sich kurze Zeit nach der tragischen Nacht vor sechzehn Jahren in Sicherheit bringen. Bitte Harry, auch wenn es dir schwer fallen wird, benutze sie nicht, bevor du nicht deinen Abschluss gemacht hast. Denn auch wenn auf ihnen keinerlei Aufspürzauber liegen, so kann das Ministerium doch eventuell erahnen, wenn du damit zauberst.
Dann befindet sich in der Kiste auch der Siegelring deiner Familie. Harry, dieser Ring ist sehr kostbar und wird dir vielleicht später einmal nützlich sein. Deshalb denke ich, du solltest ihn mit dem Erreichen deines siebzehnten Geburtstages immer tragen. Er wird dich immer daran erinnern, wofür deine Eltern gelebt haben und dass sie dies alles für das Wohl ihres Sohnes getan haben.
Und schließlich noch ein letzter Punkt, Harry. Da du diese Zeilen hier ließt und sich der Brief nicht vernichtete hat, - dies wäre geschehen, wenn ich dich schon über den Inhalt der Truhe informiert hätte - vermute ich, dass irgendetwas im Verlaufe des Schuljahres noch geschehen wird, welches es mir unmöglichgemacht hat, persönlich mit dir zu sprechen.
Höchstwahrscheinlich bin ich nicht mehr am Leben. Ein Leben, dass lange währte und erfüllt war. Deshalb trauere nicht um mich und bedenke immer. Der Tod ist nicht das Ende, sondern der Anfang eines neues Abenteurers. Wir werden uns sicher irgendwann wieder sehen. Bis dahin lebe, liebe und gibt dich nicht der Macht, die ein Wesen wie Voldemord erschaffen hat, hin.
Alles Liebe, dein Lehrer und hoffentlich auch Freund
Albus Dumbledore
Harry ließ den Brief ganz langsam sinken und einige Tränen kullerten über sein Gesicht. Dumbledore hatte es gewusst oder zumindest muss er etwas geahnt haben. Wie sonst wäre er auf die Idee für diesen Brief gekommen. Harry las das Pergament noch einmal durch und betrachtete sich danach den Ring mit dem Rubin ein wenig genauer.
Was hatte Dumbledore gemeint ? Wie sollte ihm dieser Ring später einmal helfen ? Gut, es war der Siegelring der Potters, einer sehr alten Zaubererfamilie. Doch wenn er sich die Ereignisse der letzten Zeit vor Augen hielt. So musste Harry feststellen, dass das Ministerium nicht mehr sehr viel auf die Traditionen der alten Familien gab. Außer vielleicht, wenn es sich um die adligen Stammbäume wie den von Dumbledore oder Huffelpuff handelte. Harry konnte sich noch gut erinnern, wie der Tagesprophet ein Mädchen in seinem Alter förmlich jeden Tage angepriesen hatte, als herauskam, dass sie von Helga Huffelpuff abstammte.
Doch die Potters, auch wenn schon gut achthundert Jahre alt, waren niemals adlig, oder zumindest hätten es ihm Hermine mit ihrer Sucht nach alten Büchern oder der Tagesprophet selber unter die Nase gerieben. Beim Gedanken an Hermine musste Harry kurz schmunzeln. Doch es verflog im nächsten Augenblick wieder, denn die Katze war wieder vor dem Fenster aufgetaucht und Hedwig wurde laut.
Dies hatte zur Folge, dass Onkel Vernon, der im Laufe der Zeit daheim eingetroffen war, laut die Treppe hinauf schrie und Harry nun alle Hände voll zu tun hatte, zuerst die Katze zu verscheuchen, Hedwig zu beruhigen und dann zu hoffen, dass Onkel Vernon nicht noch auf die Idee kam, sein Wut an ihm auszulassen.
Alles im allen, schaffte Harry seine Aufgaben sehr zügig und da es eh schon dämmerte, machte es sich der Schwarzhaarige leicht. Er ließ Hedwig einfach zur Jagd frei. Wünschte viel Glück und meinte, die Katze gehörte nun ihr. Hedwig schuhute kurz und verschwand wenige Sekunden später hinter den Baumwipfeln. Harry sah ihr nach und atmete tief durch.
Dann schlich sich der Schwarzhaarige noch mal schnell nach unten in die Küche und hoffte, dass Dudley nicht den ganze Topf mit den Nudeln vertilgt hatte. Es war aber Harry´s Glückstag und somit machte er sich schnell den Rest im Topfe warm. Sollten ihn die Dursleys doch morgen früh ruhig anschreien. Es interessierte ihn im Moment nicht. Viel zu lecker war die Erinnerung an den ersten Teller und Harry wunderte sich wieso er dem Essen seiner Tante plötzlich nicht mehr widerstehen konnte.
„Liegt wohl am Hunger, ich wachse ja schließlich." Sagte Harry zu sich selbst. Er aß schnell auf und ging zurück in sein Zimmer. Dort machte er sich bettfein und öffnete das Fenster, damit Hedwig wieder leise in ihren Käfig zurückkehren konnte.
Gegen Zwölf schlief Harry dann seelenruhig ein und träumte von Hogwarts und seinen Eltern und wie es hätte sein können, wenn es keinen Voldemord gegeben hätte. Dann aber wurden die Bilder in Harry´s Traum immer unfreundlicher und schmerzvoller.
Mit einem leisen Aufschreien zuckte Harry hoch und starrte in die Dunkelheit. Irgendwas schien nicht zu stimmen und schließlich bemerkte der Gryffindor, dass er nicht mehr allein im Zimmer war. Seine Augen nahmen etwas neben ihm wahr. Doch bevor er nach dem Zauberstab unter seinem Kissen greifen konnte, hatte jemand Harry´s Arme fest im Griff und drückte dem Schwarzhaarigen einen Knebel in den Mund.
Dann sagte der Eindringling mit rauer, gehetzter Stimme „Guten Abend, Potter" und Harry erschrak. Denn schließlich gehört die Stimme der Person, die Harry zur Zeit vielleicht noch mehr verachtete, als Voldemord persönlich. Es war die kalte Stimme von... Severus Snape.
TBC
