Also gut, weil ihr es seid und es eh gerade wie aus Eimern schifft. Hier das neue Cap.

Und um die Frage zu beantworten, ob diese Story auch wieder so lang wird. Da hab ich keine Ahnung. Zumahl ich dieses Mal ja nicht mal so richtig weiß, worauf sie hinaus läuft. Bei SdG war mir wenigstens das Ziel, sprich die Schlacht so halb wegs klar, doch hier, wir werden sehen ..

So, genug gequatscht ... viel Spaß beim Lesen.

Mr. Figgs


Kapitel 4

Stille, Stille und ein weißer Schimmer umgaben Harry, als er wieder zu Bewusstsein kam. Aber war es das auch... sein Bewusstsein?

Harry dachte immer, man könnte so etwas nur haben, wenn man auch lebt. Doch nach all den Schmerzen, den Qualen und dem, was er in den letzten Sekunden erlebt hatte, war dies ja wohl das Unwahrscheinlichste.

Harry wollte aber auch das Positive sehen, es hieß ja schließlich „ich denke, also bin ich", und startete deshalb einen Versuch, sich zu bewegen. Dieser aber war nicht sonderbar erfolgreich, denn das Weiße, was ihn umgab stellte sich doch als sehr solide heraus. Dann plötzlich begann die Wand, welche Harry umgab, sich zu bewegen und als Harry wieder einigermaßen Ruhe und Gleichgewicht fand, fühlte es sich an, als stände er Kopf. Was war nun schon wieder hier los ? Und was war das plötzlich für ein helles Licht, das durch eine Art winzigen Spalt in der Wand zu ihm vordrang.

Dann war da dieser leise Gesang. Eine fremde Melodie, die Harry beruhigte und doch irgendwie vertraut vorkam. Im gleichen Moment traf Harry die Erkenntnis. Es war ein Phönix, ein Phönix der so lieblich trillerte, dass es Harry warm ums Herz wurde und sein Bestreben aus diesem engen Raum heraus zu kommen immer weiter verstärkte.

Das Nächste was Harry dann spürte, war ein bunter Wirbel, der ihn erfasste und als seine Sinne wieder klar wurden, schaute er in die goldenen Augen eines der schönsten und ungewöhnlichsten Geschöpfe der Welt... in die, eines weißen Phönix.

Harry wollte etwas sagen, doch aus seinem Mund, oder vielmehr Schnabel, kam nur ein leises Krächzen. Harry erschrak und versuchte an sich herunter zu schauen. Doch dort wo er seinen Körper und seine Beine vermutete, fand er nur ein glitschiges Federbüschel, bedeckt von einigen Fragmenten eben jeder weißen Hülle, die ihn bis vor wenigen Augenblicken noch umschlossen hatte. Was hatte dies zu bedeuten ? War er Tod und als Phönix wiedergeboren ?

Bevor sich Harry aber diesen Fragen hingeben konnte, ertönte neben ihm ein anderes Krächzen. Vorsichtig blickte sich Harry um und sein Blick traf auf ein weiteres Phönixküken. Dieses kleine Geschöpf schaute unbeholfen aus seiner Schale und doch kam es Harry so vor, als kannte er diese leuchtenden goldenen Augen von irgendwo her.

Das Nächste was Harry danach mitbekam war, dass ein weiterer Phönix aus der Luft auftauchte. Dieses Tier war allerdings der ganze Gegensatz zu dem, was er kannte. Es war rabenschwarz und nur seine Form und die leicht silbernen Schwanzfedern verrieten, dass es zur gleichen Rasse gehörte. In seinem Schnabel hielt der Phönix etwas, das einer toten Echse sehr ähnelte und bevor Harry sich abwenden konnte, hatte man ihm auch schon ein Stück vom schuppigen Schwanze in den Schnabel gesteckt.

Mehr aus einem Reflex heraus, versuchte Harry das rohe Fleisch wieder hervor zu würgen. Doch eine Stimme tief in seinem Innersten hinderte ihn daran und er verschluckte letztendlich das Stückchen lebensspendende Nahrung. Dann war der andere kleine Vogel dran und als auch er gefüttert war, machten sich die beiden Elterntiere über den blutigen Rest der Echse her.

Harry nutzte die Gelegenheit und schaute sich ein wenig um. Oder war er es gar nicht selbst ? Alles kam Harry so unwirklich vor. Und was seinen Gedanken betraf, da hatte er nicht wirklich Einfluss darauf. Wo er sich allerdings befand, dass erkannte der Gryffindor sehr schnell. Denn solche schroffen Felsen, der Geruch nach Asche und Schwefel, dies alles gab es seines Wissens nach nur an bestimmten Orten auf der Welt.

Harry, oder vielmehr das Nest mit den beiden Phönixküken, befand sich im Innersten eines Vulkans. Um so erstaunlicher war es für Harry, dass ihm die Hitze, welche tief aus dem Krater unter ihnen aufstieg, nichts ausmachte.

Dann plötzlich, und ab hier war sich Harry nun vollständig sicher, dass es eher eine Erinnerung war, in der er sich befand, bewegte sich der kleine Phönix auf den Rand des Nestes zu. Unbeholfen, aber stetig, kroch er immer näher in Richtung Abgrund. Dann plötzlich gab es eine kleine Eruption und Harry spürte, wie er fiel.

Bevor er aber aufschlug, erfasste Harry erneut diese bunter Strudel und das Nächste, was Harry erblickt, war eine blühende, grüne Landschaft, die unter seinem Körper hinwegglitt. Harry, oder besser der Phönix flog und ein Gefühl der Freiheit umspülte sein Herz.

Es war, als würde jede Last von seinen Schultern genommen werden und Harry genoss den Wind, der durch seine Federn strich. Weg waren die Gedanken an Voldemord oder Snape. Weg war der unangenehme Druck, den die Presse und alle anderen, die auf seine Narbe starrten, verursachte.

Harry war einfach er selbst, er war frei.

Nach einigen Minuten, oder auch Stunden des Fluges, fragte sich der Gryffindor aber, wo er sich eigentlich befand. Denn unter ihm raste die Landschaft nur so dahin. Man sah keine Straßen, keine Städte oder sonst irgendwas, das an andere Menschen erinnert. Lediglich größere Herden von Tieren, die aber von hier aus nicht all zu gut zu erkennen waren, tauchten unter ihnen auf.

Dann war da plötzlich wieder dieser Strudel und als Harry seine Augen wieder öffnete, sah er sich einer gewaltigen Schlacht gegenüber. Einer Schlacht, die aber schon Hunderte von Jahre zurückliegen musste. Denn hier kämpften Ritter in eisernen Rüstungen gegen Bauern mit ihren Ackerwerkzeugen. Es war ein einzigstes Gemetzel.

Harry spürte eine Welle des Zorns und des Unverständnisses durch seinen Körper jagen, bevor ihn der Strudel erneut erfasst und ihn in die nächste Erinnerung fallen ließ. Diese wurde dann allerdings die schmerzhafteste für Harry. Denn dieses Mal flog er nicht mehr über die Weiten der englischen Inseln. Nein dieses Mal lag er gefesselt auf dem Boden und sein rechter Arm -oder vielmehr sein Flügel- bereitete ihm eine höllische Qual.

Er musste gebrochen sein, so wie er sich vom Rest des Körper abstellte und jede Bewegung ließ Harry innerlich aufschreien. Die Zähne zusammenbeißend schaute Harry sich um. Er befand sich in einem schäbigen Raum mit nur einem kleinen Tisch, einem Schrank und einem, mehr als nur vom Zusammenbrechen bedrohtem Bett.

In diesem Bett lag jemand und Harry versuchte zu erkennen, wer es war. Vorsichtig hob der Phönix seinen Kopf und man erkannte den Körper eines Mädchens, oder besser, einer jungen Frau. Sie schien zu schlafen, doch ihrem Gesicht nach zu urteilen, musste sie vor ihrem Eintritt ins Reich der Träume geweint haben. Und wenn man dann noch ihre Kleidung genauer betrachtete, dann merkte man sofort, dass sie auf gar keinem Fall hier her gehört. Denn das Gewand, welches ihren Körper zierte, war aus rotem Samt und dies war etwas, dass sich doch sehr mit dem derzeitigen Ambiente dieses Raumes biss.

Und noch etwas bemerkte Harry an der jungen Frau, mit ihrem engelsgleichen Gesicht und den schwarzen Haaren. Es war ihr Bauch, der hervorstach und was Harry vermuten ließ, dass sie im höchsten Grade schwanger war. Bevor sich der Gryffindor aber weitere Gedanken über sie machen konnte, wurde die Tür zum Zimmer aufgestoßen und ein völlig verwahrloster Mann, mit kaputten Stiefeln, einem dichten Bart und extrem wütenden Augen kam herein gestürmt.

„Wie können sie es wagen ? Mich zu verfolgen...", fluchte und machte einen gehetzten Eindruck, „... ich werde sie es büßen lassen. Sie, und den Rest ihrer Familie."

Harry sah den Mann entsetzt an und wusste nicht was er tun sollte. Dann bemerkte er das rostige, alte Messer in der Hand des Fremde und den mörderischen Blick, den er plötzlich bekam. Harry ahnte, was er vor hatte und kreischte immer lauter, als sich die Klinge in Richtung des Bauches, des Mädchens bewegte.

„Halt die Klappe, du irrer Vogel. Du verrätst uns noch." Schrie der Fremde und Harry wurde noch lauter. Daraufhin ließ der Mann von dem Mädchen ab und kam auf den Phönix zu. Er riss das Tier, welches nun vor Schmerzen schrie, hoch und seine dreckigen Hände legten sich um den Hals des Vogels. Dann drückte er zu und Harry spürte, wie er erstickte. Das Letzte was der Gryffindor dann noch sah, war ein Feuerball und das schmerzverzogene Gesicht des Fremden.

Seine Schreie an sich drangen gar nicht mehr an Harry´s Ohren vor. Denn erneut hatte ihn der bunte Wirbel erfasst. Und von nun an lief alles sehr schnell vor Harry´s Augen ab. Er sah ein Licht am Ende des Tunnels und erlebte die Geburt, seine eigene Geburt, noch mal bei vollem Bewusstsein. Es musste einfach so gewesen sein, auch wenn ihm die Menschen, wie zu Beispiel die Amme, die ihn hielt, in keinerlei Weise bekannt vorkamen. Außerdem passte die Einrichtung des Zimmers nicht zu seinen bisherigen, wenigen Erinnerungen. Dann war da plötzlich dieses Symbol über seinem Kopf und langsam verschwand alles in einer tiefen Dunkelheit.


Was war nur geschehen ? Alles brannte, jede einzelne Faser seiner Haut schien in Flammen zu stehen und nur an manchen Stellen glaubte Harry eine leichte Kühle wahrzunehmen. Ansonsten war er von Dunkelheit umgeben und keiner seiner Muskeln schien auf ihn hören zu wollen.

Dann tauchten da Stimmen aus dem Hintergrund auf. Stimmen, die ihm irgendwie vertraut vorkamen und die sein schmerzendes Gehirn versuchte einzuordnen. Aber um sich einfach Gewissheit zu verschaffen, indem er die Augen öffnete, dazu fehlte Harry in diesem Moment der Mut und auch die Kraft.

Außerdem schien sein Körper wirklich nicht in der Lage zu sein, sich zu bewegen. Und alles, was Harry anhand von Gefühlen und dem räumlichen Abschätzen der Ursprünge der Stimmen sagen konnte war, dass er auf dem Bauch lag, die Arme seitlich abgespreizt und sein Gesicht in ein Kissen gebettet, welches in der Mitte offen schien. Harry kam sich vor wie auf einem Massagetisch. Jedenfalls dachte er dies, wenn er sich an diese Medizinsendung erinnerte, welche bei seinem Gespräch mit Tante Petunia im Hintergrund lief.

Letztendlich erkannte Harry die beiden Stimmen. Wobei eine von ihnen seinen Magen sich leicht verkrampfen lies. Es waren Molly Weasley und ihre jüngste Tochter Ginny. Sie beide flüsterten, obwohl Mrs. Weasley mit jedem Wort einen Tick lauter wurde.

„ ... Ginny, ich habe nein gesagt..."

„Aber Mum, ich will doch nur helfen."

„Das ist sehr löblich von dir, meine Tochter. Doch dies hier werde ich allein erledigen."

„Aber Hermine durfte dir helfen", warf Ginny ein und Harry sah vor seinem geistigen Auge förmlich, wie sie einen Flunsch zog.

„Hermine hat sich aber auch nur um seine Hände und Arme gekümmert." Erwiderte Mrs. Weasley erklärend.

„Ja aber Mum, ich verstehe dich nicht. Ich meine, ich bin mit sechs Brüdern aufgewachsen." Versuchte Ginny es erneut.

„Harry aber nicht mit sechs Schwestern und damit raus mit dir."

Harry versuchte immer noch den Sinn dieser Unterhaltung zu verstehen, hörte wie jemand langsam zur Tür schlurfte und diese nach sich, etwas lauter als gewöhnlich, zuwarf. Was sollte das eben, dachte Harry und spürte im nächsten Moment, wie sämtliches Blut sich in seinen Gesichtadern sammelte.

Denn Mrs. Weasley hatte in einem Ruck die Decke über Harry´s Oberkörper weggezogen, murmelte etwas davon, was dieses Monster Harry alles angetan hatte und machte sich nun daran, den Rest der Decke auch noch vom unteren Teil des Körpers des Jungen zu entfernen. Harry wusste nicht was mehr brannte. Die Wunden auf seiner Haut oder die Verlegenheit, welche sich nun von seinem großen Zehn bis hin zur letzten Haarspitze zog.

Dann hörte er, wie Mrs. Weasley sich einen Stuhl heran schob und vorsichtig begann zuerst Harry´s Schultern, dann den Rücken und schließlich, das was Harry fast zum Sterben brachte, seine Pobacken mit etwas einzustreichen,was sofort eine wohltuende Kühle auf seinen Körper legte. Dann spürte Harry, wie Ron´s Mum sanft über Harry´s Kopf fuhr und der Schwarzhaarige erschrak.

Denn so direkt hatte er noch nie etwas an seiner Kopfhaut gefühlt. Harry spürte die Wärme von Mrs. Weasley Hand so intensiv, dass es dafür nur eine Erklärung gab... nichts hielt sie davon ab. Und Mollys Satz, „Alles wird gut und es wächst ja nach" bestätigte Harry´s Vermutung, dass er bei seinem Überlebenskampf im Kessel und dem Feuer von Fawks, so ziemlich sämtliche Haare eingebüßt haben muss.

Dann hört Harry noch wie Molly etwas von zwei bis drei Tagen, die er zur Heilung der schlimmsten Wunden brauchte, sagte und er wurde wieder ohnmächtig.