Und weiter geht´s. Also viel Spaß mit diesem Cap.
Ach, und was Baba angeht. An Unsterblichkeit habe ich nicht mal im Traume gedacht. Außerdem würde ich persönlich nicht unbedingt von Hilfe sprechen, wenn mich einer kochen will. ( grins)
Na denn, leset und gebet es mir,
euer Mr. Figgs
Kapitel 5
Harry wusste nicht wie lange er geschlafen hatte. Oder ob alles bisher nur ein Traum gewesen war. Doch er spürte jetzt eindeutig, dass ihmjemand über den Rücken streichelte, dabei leise weinte und schließlich seine Hand auf Harry´s Kopf ruhen ließ.
„Wer war dieser Jemand nur ?" fragte sich Harry, zumal ihm seine Berührungen ein Gefühl des unendlichen Glückes bereiteten. Angestrengt versuchte Harry etwas mehr zu erkennen. Doch sein Körper schien sich nicht bewegen zu wollen. Nicht einmal die Augen gehorchten ihm und so konnte sich der Schwarzhaarige nur auf seine anderen Sinne verlassen.
Vom Gehör her war die Person eindeutig weiblich, dies verriet das Schluchzen und außerdem fing Harry´s Nase einen sehr angenehmen Geruch auf. Es duftete leicht nach Mandeln und Rosen. Ohne Zweifel war es ein Parfüm und Harry überlegte stark, ob er es nicht schon einmal gerochen hatte. Irgendetwas tief in ihm sagte nämlich, dass der Geruch gar nicht all zu neu war.
Dann aber bewegte sich die mysteriöse Person in Richtung Tür und verschwand dahinter. Allerdings vergaß sie in ihrer Eile den Raum richtig zu verschließen und somit konnte Harry hören, was im Nebenraum, oder besser im Flur, so alles gesprochen wurde. Als erstes erkannte Harry die Stimme seines besten Freundes, Ron.
„Guten Morgen Tonks und auch dir einen guten Morgen Hermine." Sagte der Rotschopf und Harry horchte noch gespannter zu.
„Guten Morgen Ron", erwiderten die beiden jungen Damen und mussten sich im nächsten Moment Ron´s genervten Worten stellen.
„Sagt mal, müssen denn alle Frauen hier im Haus ständig weinen ? Ich meine, es geht ihm doch besser ? Ist das nicht eher ein Grund für euch, mal zu lächeln ?"
„Sag mal spinnst du, Ron ? Wie kann man nur so unsensibel sein ? Er ist dein bester Freund und du verschwindest jeden Abend zu Parvati, um mit ihr rumzuknutschen."
Hermine hörte sich so an, als wollte sie sich schon längst mal Luft machen und Harry schmunzelte.
„Hör zu Hermine, Harry ist mein bester Freund und ich sehe jeden Tag nach ihm. Madame Pomfrey hat aber auch eindeutig gesagt, er braucht noch mindestens einen Tag, bevor wir den Erstarrungszauber von ihm nehmen können. Also lass mir ein wenig Freiraum für Parvati und mich."
Harry hörte, wie seine beste Freundin scharf die Luft einzog und er konnte sich vorstellen, wie sie zusätzlich ihre Hände in die Hüften stemmte. Bevor der Lockenkopf aber etwas sagen konnte, schnitt ihr Ron das Wort ab.
„Außerdem denke ich nicht, dass Harry was dagegen hätte. Denn du weißt, dass er es hasst, wenn alle nur um ihn besorgt sind. Und noch eins, meine liebe Hermine. Es waren Mum, Madame Pomfrey und meine unsensible Wenigkeit, die ihm mit all den Salben geholfen haben, bis ihr hier eingetroffen seid. Also sag mir nicht, ich lasse ihn im Stich."
Es folgte eine kurze Stille, in der sich niemand zu bewegen schien. Dann hörte Harry, wie eine andere Tür geöffnet wurde und jemand in mit einem leisen „Schsch" in den Flur trat. Diese Person schien aber bei Ron wieder etwas auszulösen und der Rothaarige stöhnte laut auf.
„Oh man, bitte nicht du auch noch, Mum. Reicht es denn nicht, wenn mir hier Ginny, Hermine und sogar Tonks heulend über den Weg laufen ? Ihr solltet euch freuen, dass es ihm besser geht. Und dass wir, wenn er erwacht, ihm ermutigend zulächeln können."
Harry wusste nicht so recht, wie er die Ansprache seines besten Freundes verstehen sollte. Allerdings hörte er die Mädchen leise „Ja, hast ja recht" sagen und wie sich die einzelnen Personen langsam entfernten.
Im gleichen Moment fragte sich Harry aber auch, ob sich die Person, welche noch vor wenigen Minuten bei ihm gewesen war, nicht auch unter ihnen befunden hatte. Wen also hatte Ron als erstes angesprochen ? Mit einem unguten Gefühl versuchte sich Harry zu erinnern. Und als er die Worte Revue passieren ließ, erschrak er ein wenig. Wie passte Tonks nun plötzlich hier herein ? War sie es gewesen ? Wenn ja,... oh Gott, das durfte nicht sein. Es würde Remus das Herz brechen.
Bevor Harry sich aber weitere Gedanken machen konnte, hörte er, wie die Tür zu seinem Raum aufging, jemand leise herein trat und danach den Raum wieder verschloss. Wer besuchte ihn nun schon wieder ? Langsam verfluchte Harry seinen Zustand. Wenn er doch wenigstens die Augen öffnen konnte.
Kaum hatte der Schwarzhaarige diesen Gedanken zuende gebracht, kribbelte es unter seinen Lidern. Harry überlegt, ob es das war, was er dachte oder hoffte und ganz langsam schaffte er es, seine Augen zu öffnen.
Was er dabei allerdings als erstes erblickte, verursachte im nächsten Moment sofort eine Träne, die lautlos zu Boden fiel. Denn unter sich, auf dem Boden liebevoll angeordnet befanden sich eine rote Decke und darauf ein Bild von ihm, Ron und Hermine. Umrahmt wurde das Ganze von mehreren weiße Lilien.
Harry wurde es warm ums Herz und ein Gefühl des Glückes, welches nur mit wirklich guten Freunden zu erreichen war, breitete sich in ihm aus.
Dann aber, für Harry, der seinen Besucher völlig vergessen hatte, total überraschend, wurde die Decke und das Bild zur Seite gezogen. An ihrer Stelle tauchte ein grinsender und mit Sommersprossen und roten Haaren verzierter Kopf auf.
„Hey Harry, endlich wach ?" Fragte Ron und schob sich, auf dem Rücken liegend, langsam vollständig ins Blickfeld seines Freundes.
„Hey Ron", lächelte Harry zurück und musterte den Rothaarigen, der sofort weiterfragte.
„Und, wie geht es dir ?"
Harry antwortete darauf, „Es geht, obwohl ich mich nicht bewegen kann und es an manchen Stellen noch ziemlich stark brennt."
„Das wird schon wieder, glaub mir Harry. Poppy würde ihren Lieblingspatienten doch nie im Stich lassen."
Daraufhin mussten beide lachen. Wobei Harry leicht das Gesicht verzog, denn seine Haut spannte ein wenig. Um Ron aber nicht auf dumme Gedanken zu bringen, weswegen er vielleicht die Schulschwester alarmieren würde, sagte er in einem lehrerhaften Ton.
„So so, mein Guter, dein bester Freund liegt hier und wird gequält. Und du schleichst dich zu alltäglichen Knutschereien hinaus."
Harry konnte sehen, wie Ron rot anlief und versuchte, sich zu entschuldigen. Dies brachte Harry nur noch mehr dazu, zu lachen.
„Ist ja schon gut Ron. Ich freue mich doch für dich und außerdem hattest du völlig recht. Ein fröhliches Gesicht deinerseits, hilft mir mehr als ein durch Tränen blutunterlaufenes."
Ron sah seinen Freund erleichtert an und Harry spürte förmlich, wie dem Rothaarigen ein Stein vom Herzen fiel. Dummerweise konnte er aber nicht widerstehen und sagte,
„Allerdings war es eben lustig mit anzusehen, wie deine Gesichtsfarbe, bei der Erwähnung von Parvati, nach und nach jede einzelne Sommersprosse geschluckt hat."
Ron starrte kurz perplex, grinste dann aber und meinte,
„Als wenn du dies sehen könntest, Harry. Ich bin ja eigentlich schon froh, dass du mich überhaupt erkennst."
„Wieso sollte ich dich nicht erkennen, Ron ?" Fragte Harry leicht überrascht. Sein Freund lachte aber nur lauter.
„Na weil du doch ohne Brille, das Sehvermögen einer Blindschleiche hast, Harry"
„Was meinst du ?" Fragte Harry nun leicht irritiert.
„Na deine Brille, Harry, sie liegt da drüben auf dem Tisch."
Nach diesem Satz des Rothaarigen weiteten sich Harry´s Augen und er starrte seinen besten Freund an.
„Harry, was ist los ? Stimmt was nicht ? Sag doch was ?" Ron wurde leicht panisch, doch Harry hielt ihn davon ab, einfach aufzuspringen und Hilfe zu holen.
„Ich verstehe es zwar nicht Ron. Aber ich kann dich sehr deutlich erkennen. Deine Augen, jedes einzelne Haar und sogar die kleine Spinne, die gerade versucht in dein linkes Ohr zu krabbeln."
„WAS ? SPINNE ?"
Ron schlug wie wild um sich und versuchte das Tier weg zu jagen. Dabei überhörte er allerdings das Lachen seines Freundes und erst wenige Sekunden später verstand er, dass Harry ihn nur aufgezogen hatte. Der Rotschopf legte sich wieder unter Harry und bedachte ihn mit einem bösen Blick, der Rache versprach.
Es vergingen einige Minuten, bis man wieder zu Harry´s Genesung kam und der Schwarzhaarige war froh, dass sein Freund scheinbar verstand, dass er über das Erlebte vorerst nicht reden wollte. Harry wüsste auch nicht, wo er anfangen sollte und musste erst einmal selbst sondieren, was nun real und was Traum gewesen war. Deshalb fragte Harry vorsichtig an Ron gewandt.
„Du Ron, sei ehrlich, wie schlimm sehe ich aus. Ich meine zu wissen, dass mein Kopf nun eher einer glänzenden Billardkugel gleicht, aber mehr auch nicht."
Ron sah seinen Freund langsam von Kopf bis Fuße an und meinte dann lächelnd.
„Also Harry, im Großen und Ganzen heilen die Wunden sehr gut und wenn ich Madame Pomfrey richtig verstanden habe, dann werden sich auch deine Haare regenerieren. Das kann aber eine Weile dauern. Doch sieh es mal positiv, Harry. Wenn wir wieder in Hogwarts sind... ich meine, du gehst doch wieder nach Hogwarts ?" Fragte Ron leicht unsicher dazwischen.
Harry schien eine Weile zu überlegen, nickte dann aber kaum sichtbar. Wo sonst sollte er denn hin ? Außerdem war ihm klar geworden, dass es für seine Jagd nach den Horkruxen doch ein wenig mehr Wissen bedurfte. Wissen, welches ihm höchstwahrscheinlich nur Hogwarts geben konnte. Ron atmete erleichtert durch und fuhr dann mit seiner Rede fort.
„... Also, wenn wir wieder in Hogwarts sind, dann liegen uns sicher die Mädchen zu Füßen. Schließlich sind wir Siebentklässler und Harry denk dran, viele sagen, er wirkt größer, wenn er sich nicht im Wald versteckt."
Die nächste Bewegung, die Harry mit seinem geschundenen Körper schaffte war, sich mörderisch zu verschlucken. Er hustete und sah seinen Freund mit großen Augen an.
„Wie kommst du... denn... gerade jetzt auf diese blöde Idee..." Fragte Harry immer noch nach Luft ringend. Woraufhin Ron ihn verwundert ansah.
„Jetzt sag nur Harry, du hast nicht gemerkt, dass das einzigste, was deinen Körper berührt, dieses Kissen hier um deinen Kopf ist."
Harry blickte nur stur geradeaus. Dies gab Ron seine Antwort und er begann zu erklären.
„Siehst du Harry, als wir dich gefunden haben. Da lagst zu kurz vor dem Garpunkt in diesem ungestürzten Kessel. Moony, sorry Professor Lupin, hat dich heraus gezogen und wir sind hier her, in den Grimmaultplatz appariert."
Harry zuckte bei diesem Namen zusammen und hatte nun auch endlich die Antwort darauf, wo er sich befand. Er blickte Ron an und hörte weiter zu.
„Als wir hier ankamen, war Poppy schon da und hat sich sofort um dich gekümmert. Sie hat die Verbrühungen und Verbrennungen versorgt und dich in einen Starrezustand versetzt. Ja, eigentlich solltest du nicht mal in der Lage sein, deine Augen zu öffnen. Doch das ist ja nun egal. Fest steht aber, du bis derzeit vollkommen nackt, liegst völlig steif wie ein Kreuz im Raum und schwebst gut einen Meter über dem Boden."
Harry konnte es nicht glauben. Nein, er wollte es sich nicht einmal vorstellen und der Gedanke an seine letzte Begegnung mit Mrs. Weasley ließ ihm das Blut in den Kopf schießen.
„Ja, aber die Decke... ich meine, ich hab doch gespürt, wie deine Mum..."
„Nein Harry, nicht mal die Decke berührt deine Haut. Sie besteht aus Acrumantulaseide und ist verzaubert. Dadurch schwebt sie wenige Zentimeter über dir und was du gespürt hast, war höchstens der Luftzug, als Mum sie weggenommen hat. Poppy wollte nämlich unter keinen Umständen, dass du irgendwelche drückenden Stellen hast. Sie meint, es muss unbedingt Luft an deinen Körper, damit sich die Heilung beschleunigt. Aber keine Angst, Harry, die Decke ist so lang, dass sie fast bis zum Boden reicht und niemand, der nicht wie ich hier unter die liegt, sehen kann, was mal auf eine mögliche Freundin des großen Harry Potter zukommt."
Harry sah seinen besten Freund mit funkelnden Augen an und meinte sarkastisch,
„Danke Ron, dass ihr mir meine Würde in Ehren gehalten habt."
Dann begann auch er zu lachen und fragte den Rothaarigen, wie es denn nun um ihn und Parvati stand. Ron grinste und hob beide Daumen hoch. Ihre Eltern schienen sehr viel von ihm zu halten. Etwas, das durch die Berichte über ihr Abenteuer im Ministerium noch verstärkt wurde. Und wenn man den Zwilling mal von Lavender Brown wegbekam, dann konnte man auch die wahre Parvati sehen.
Nach einigen Minuten fragte Harry seinen Freund allerdings nach Remus Lupin und wo er sei. Ron wurde dabei plötzlich etwas unsicher und schaute nicht mehr direkt in Harry´s Gesicht. Dieser bekam ein ungutes Gefühl und fragte mit aufkommender Panik,
„Ron, was ist mit ihm ? Ist er verletzt ?"
Der Rothaarige schüttelte vehement den Kopf und versicherte seinem Freund, dass mit dem Werwolf alles in Ordnung sei. Erkönne nur halt heute nicht zu Harry, da er etwas erledigen muss.
Als Harry allerdings nachhakte, wo er denn nun genau sei, verkrampfte sich Ron noch mehr. Scheinbar versuchte er sich zu entscheiden, ob er Harry die Information geben konnte. Der Schwarzhaarige kannte seinen Freund aber lange genug und schaffte es schließlich Ron zur Antwort zu bewegen. Eine Antwort, die er aber nie und nimmer erwartet hätte.
Ron atmete noch mal tief durch und sagte dann immer leiser werdend,
„Remus ist zu einer Beisetzung... er is... au... Sna. Beerdigung..."
„Was ?" Fragte Harry noch mal nach und Ron wiederholte.
„Remus ist auf der Beerdigung von Severus Snape."
Das nächste „Was ?" von Harry erklang schließlich im ganzen Haus und so dauerte es nicht mehr lange, bis die Tür zum Raum aufgerissen wurde, mehrere Personen herein stürmten und nur noch ein Ziel vor Augen hatten.
Nämlich einen rasend vor Wut zitternden Harry Potter unter Kontrolle zu bringen...
TBC
