So, hier kommt auch schon das nächste Cap und ich hoffe es wird nicht zu langweilig. Allerdings muss ich euch heute um einen kleinen Gefallen bitten, da ich sonst sicht weiter mit der Story komme.

Also, da mein eigener HBP gerade eine Familientournee macht und ich selbst nicht nachlesen kann, sagt mir doch bitte, was mit Mr. Olliveander los ist. Ich meine gehört zu haben, dass er tot sei. Oder war dies in einer anderen Fanfic, die ich gelesen habe. Schließlich möchte ich Fehler vermeiden und wäre über einen Hinweis sehr dankbar.

Bis dahin viel Spass

Euer Mr. Figgs


Kapitel 8

Zwei Tage waren seit dem Vorfall vergangen. Zwei Tage in denen Harry und Hermine sich kaum sahen, da Hermine zu ihren Eltern gereist war, um ihre restlichen Sachen zu holen und um ihnen einen schönen Sommerurlaub zu wünschen. Sie wollte aber rechtzeitig zum seinem Geburtstag wieder da sein. Und so fühlte Harry eine gewisse Vorfreude auf diesen Tag. Er überlegte zwar, wieso das so war, doch dann kam ihm in den Sinn, dass Hermine ja die einzigste Person hier war, mit der er unbeschwert reden konnte.

Denn Ron war nun völlig in Parvati verschossen und Ginny, die einst so schüchterne Ginny, kam plötzlich aller zwei Tage mit einem anderen Jungen im Schlepptau an. Etwas, was Molly Weasley gar nicht gerne sah, vom Rest der Familie ganz zu schweigen. Ron´s Mum überlegte schon in den Fuchsbau zurück zu kehren, da dort nicht so viele Jungen in Ginny´s Alter herum liefen. Anders als dies hier in London der Fall war.

Es war nun der einunddreißigste Juli und gerade mal halb Sechs in der Früh, als Harry, der die letzte Nacht eh schlecht geschlafen hatte, oder vielmehr sehr spät eingeschlafen war, durch eine leise Stimme und ein leichtes Schütteln an seiner Schulter aus seinem Schlaf gerissen wurde.

Es war Remus, soviel erkannte der Schwarzhaarige im Licht der aufgehenden Sonne, und er stand vor Harry ´s Bett. In seinen Armen hielt er einen edel aussehenden Zaubererumhang und mit flüsternder Stimme sagte er,

„Komm Harry, wir müssen los."

„Was ? Jetzt schon?", fragte Harry mit verschlafener Stimme und blickte suchend zu Ron hinüber.

„Ja Harry, es gibt eine Menge zu tun und je eher wir bei Gringotts fertig sind. Um so eher kannst du dich mit deinen Freuden in der Winkelgasse amüsieren. Die Weasleys werden wohl nicht vor Elf dort auftauchen. Du kennst doch Ron, oder ?"

Harry blickte kurz ein wenig neidisch zu seinem Freund hinüber und lächelte. Ja, Ron genoss die Ferien und vor allem das lange Schlafen. Und so wollte Harry auch nicht, dass sein bester Freund um diesen gebracht wurde. Er sammelte schnell einige Sachen zusammen, holte seinen Verliesschlüssel aus dem Koffer und machte sich dann auf den Weg ins Bad.

„Hey Harry, dein Umhang", rief Remus ihm leise hinterher, während sein Blick mit einem breiten Grinsen auf Ron´s Bett blieb.

„Oh ja, fast vergessen, danke Remus", sagte Harry und kam noch mal zurück. Dabei fiel sein Blick ebenfalls auf Ron und er wurde leicht rot.

Remus, dessen Wolfssinne ebenfalls geschärft waren, bemerkte dies und fragte grinsend,

„Er mag die kleine Parvati wirklich, wenn er schon von ihr träumt, oder ?"

Harry nickte nur, denn das was sich unter Ron´s leichter Sommerdecke abzeichnete, wollte er nicht unbedingt vor einem Erwachsenen kommentieren. Zwanzig Minuten später und mit einem leichten Hungergefühl ausgestattet betrat Harry den Salon der Grimmauldplatzes Nummer zwölf. Dort wartete Remus auf ihn und er war gerade dabei das Kaminfeuer zu entfachen.

„Los geht's Harry", sagte der Werwolf mit einem Lächeln und meinte, dass der Tropfende Kessel wohl die beste Adresse sei, wo sie zur Winkelgasse kämen. Er reichte Harry einen kleinen Beutel und der Schwarzhaarige griff sich daraus eine handvoll Flohpulver.

Wenige Augenblicke später fand sich Harry im hinteren Bereich des alten, leicht heruntergekommenen Pub´s wieder und wartete auf Remus, der ja hierher apparieren konnte. Auch so eine Sache, die Harry so schnell wie möglich lernen wollte, auch wenn das Gefühl beim Apparieren nicht gerade angenehm war.

„Ein leises Plopp zu seiner Rechten kündigte Remus an und das Geräusch rief auf Tom, den alten zahnlosen Wirt des Tropfenden Kessels, auf den Plan. Er begrüßte die Neuankömmlinge und führte Remus und einen überraschten Harry zu einem reichlich gedeckten Tisch.

„Danke Tom", sagte Remus und drehte sich dann zu Harry um. Der Schwarzhaarige wäre fast in seinen früheren Lehrer gelaufen und sah diesen nun überrascht an. Remus jedoch zog den Jungen plötzlich in eine Umarmung und sagte laut,

„Alles Gute zum Geburtstag, Harry."

Harry, der die Tatsache, dass heute sein Geburtstag war, schon fast vergessen hatte, erwiderte die Umarmung und bedankte sich. Als er aber weiter sprechen wollte, meldete sich sein Bauch und Remus meinte mit einem Lächeln, dass es erst mal Zeit fürs Frühstück sei. Beide setzten sich und genasen den herrlich frischen Kaffee, die duftenden, krossen Brötchen und das leckere Rührei. Danach machten sie sich auf den Weg zu Gringotts und Harry fragte sich, was ihn wohl erwarten würde.


Die zwei Zauberer hatten den kleinen Hinterhof des Tropfenden Kessels hinter sich gelassen und ging eiligen Schrittes auf das große, weiße Gebäude der Zaubererbank Gringotts zu. Und mit jedem Schritt wuchs die Anspannung in Harry. Ja, er hatte nicht mal Nerven, die sonst so interessanten und jetzt nicht mal durch Passanten verdeckten Schaufenster der Läden, zu betrachten.

Schließlich erhob sich vor den Beiden das imposante, leicht schräg gebaute Gringottsgebäude und Harry überkam ein Schauer. Der Kobold in seiner roten Uniform, welcher am Eingang stand öffnete ihnen höflich die Tür und sie traten ein.

In der Haupthalle schien alles noch sehr ruhig zu sein. Die meisten Schalter waren unbesetzt und die unzähligen Messingwaagen, die Harry schon bei seinem aller ersten Besuch hier, gesehen hatte, standen verwaist auf ihren Plätzen. Lediglich zwei oder drei von ihnen wurden gerade benutzt, um mit ihnen Gold für zwei weitere Kunden der Bank abzuwiegen.

Harry fragte sich, ob es seit der Bekanntgabe von Voldemords Rückkehr, auch hier in Gringotts ruhiger geworden war da viele Zauberer sich möglicherweise nicht mehr aus ihren sicheren Häusern trauten. Eine Antwort auf diese Frage bekam der Schwarzhaarige jedoch nicht, sondern ein breites Grinsen und ein „Hallo" von einem der Kobolde.

„Guten Morgen, Mr. Potter, ich nehme an, sie sind mein Siebenuhrtermin ?"

Harry schaute leicht verdutzt, doch Remus mischte sich ein und antwortete,

„Ja, Direktor Sarrock, das ist er."

Das Grinsen des Kobolds mit seinen sehr edel aussehenden Frack wurde noch breiter und er bedeutete Harry und Remus, ihm zu folgen. Sie gingen einige Treppen hinauf und endeten schließlich in einem sehr komfortabel eingerichtetem Arbeitszimmer. Dort bot der Direktor von Gringotts beiden einen Platz an und fragte, ob sie etwas zu trinken wünschten.

„Nein danke, Direktor, wir haben eben zu Frühstück gegessen." Verneinte Remus und der Kobold wandte sich nun direkt an den Werwolf.

„Das ist schön zu hören, Mr. Lupin, denn mit einem satten Bauch machen Geschäfte viel mehr Spaß. Ich hoffe doch aber, dass es ihnen auch sonst einigermaßen gut geht. Der nächste Vollmond ist ja schließlich noch einige Tage hin."

Harry sah den Kobold mit weiten Auge an und fragte sich, wieso er so freundlich zu ihnen war. Denn wenn er sich an seinen ersten Besuch hier erinnerte, dann machte dieses Völkchen doch eher den Eindruck, dass sie außer mit dem Gold der Zauberer, eher weniger mit den Menschen zu tun haben wollten.

„Nun Direktor, es geht, auch wenn wir in letzter Zeit viel zusätzliche Arbeit hatten. Aber wie schon gesagt, ist der nächste Vollmond noch eine Weile hin. Etwas, was mir sehr gelegen kommt, zumal ich dann ohne einen gewissen Trank auskommen und mich außerdem um ein neues Opfer von Greyback kümmern muss."

Harry zuckte zusammen, als Remus den letzten Satz sagte. Denn er wusste genau, dass er damit Ginny´s Bruder Bill meinte. Vorsichtig sah er zu Remus hinüber und bemerkt, wie niedergeschlagen der Werwolf plötzlich wirkte.

„Ja, ich habe davon gehört Mr. Lupin. Greyback ist doch schon zu einer Plage geworden und hat in den letzten Monate einige Menschen ins Unglück gestürzt. Doch wir Kobolde haben ein Motto, welches besagt, dass es, egal wie schlimm es einen trifft, immer irgendwo einen Topf voller Gold gibt, für den es sich lohnt weiter zu machen."

Remus lächelte kurz und meinte, dass der Direktor natürlich wie immer recht habe. Daraufhin grinste der Kobold breit und sagte laut,

„Stimmt, so sehen es meine Untergebenen auch".

Alle im Raum lachten auf und irgendwie schien das Eis plötzlich gebrochen zu sein. Direktor Sarrock öffnete nämlich mit einem Male seinen Frack und setzte sich sehr locker auf seinen Sessel. Dann winkte er mit seiner Hand und ein Tablett mit Tee erschien.

„Ahh, auch so eine Sache, für die man die Menschen küssen könnte,... der Tee. Ich wüsste nicht, wie ich ohne ihn über meinen Tag kommen würde. Und dies, wenn man bedenkt, dass ich meine leider schon verschiedene Frau damals, als sie ihn mir das erste Mal servierte, am liebsten in dieser Brühe gekocht hätte."

Harry verschluckte sich und Remus musste ihm erst mal kräftig auf den Rücken klopfen. Der Kobold lachte daraufhin nur noch lauter und sagte dann,

„Na wenigsten ist unser Sohn ein wenig mehr nach mir gekommen, zumindest was die Lebensspanne angeht. Filius hat seine Mutter Agneta wirklich geliebt und es brach ihm das Herz, als er sie mit zu Grabe tragen musste."

Harry´s Gedanken rasten immer schneller, als erden Namen Filius gehört hatte. Der Direktor schien die Gedanken des schwarzhaarigen Jungen regelrecht lesen zu können und sagte mit einem Lachen.

„Na Mr. Potter, schon mal eine seiner geliebten Wutsch- und Wedelfedern in Flammen gesteckt ? Oder nein, dass war ja einer ihrer Klassenkameraden. Ich glaube Seamus war sein Name."

Harry´s Augen weitete sich und nur mit Mühe bekam er die nächsten Worte aus seinem Mund.

„Filius ? Filius Flitwick ist ihr Sohn ?"

„Natürlich Mr. Potter, oder woher glauben sie, hat ihr Lehrer seine stattliche Größe. Wenn nicht von einem Kobold."

Harry wusste nicht, wie diese Frage beantworten sollte. Zumal Professor Flitwick in seinen Augen winzig war und er den Direktor nicht beleidigen wollte. Und durch seine Gedanken abgelenkt bekam Harry auch gar nicht mit, wie beide Erwachsenen anfingen zu lachen. Es war also als Scherz gemeint.

Kurz darauf kamen sie aber wieder zum eigentlichen Grund ihres Besuches und auch der Direktor wurde um einiges ernster. Er rief nach seinem Sekretär und dieser brachte einen dicken Umschlag herein. Auf ihm erkannte Harry mehrere Symbole und das Wappen der Potters.

„So, meine Herren, wir haben uns heute also hier eingefunden, um ihnen Mr. Potter, ihr Erbe zu überreichen. Doch bevor ich dies tun kann. Möchte ich von ihnen persönlich hören, dass sie dies auch wollen."

Harry schaute überrascht sein gegenüber an und antwortete dann laut und deutlich „Ja, ich will". Daraufhin brach Direktor Sarrock das Siegel auf und entnahm mehrere Dokumente. Er las sich das erste Blatt genau durch und sagte dann,

„So, Mr. Potter, wie es aussieht, handelt es sich hierbei um das Testament ihrer Eltern, welches damals in meinem Beisein verfasst wurde. Es enthält sämtliche Besitzurkunden und Schlüssel ihrer Verliese und etwas, dass ich nicht ganz so genau erklären kann. Aber es besagt eindeutig, dass sie der Alleinerbe sind und mit dem was sie hier bekommen glücklich werden sollen."

Harry hörte dem Kobold aufmerksam zu und viele Fragen bildeten sich in seinem Kopf. Eine davon schien ihm regelrecht auf der Stirne zu stehen, denn Direktor Sarrock ging sofort auf sie ein.

„Und wenn sie mich jetzt fragen wollen, ob denn auch ein Brief für sie dabei ist, dann muss ich dies leider verneinen, Mr. Potter. Denn wie schon gesagt, war ich damals dabei, als dies hier alles geschrieben wurde. Ihre Eltern, ja insbesondere ihre Mutter Lily, wollte aber nicht, dass man ihnen eine Art Abschiedsbrief hinterlässt, da sie immer gehofft hatte, sie aufwachsen zu sehen."

Harry schaute gedankenverloren geradeaus und vor seinen Augen tauchten die Bilder seiner Eltern auf. Sie lachten und tanzten und hielten ihn hoch über ihren Köpfen. Diese Gedanken ließen Harry´s Innerstes sich zusammen ziehen und eine Träne bildete sich in seinem Auge.

Remus schien zu spüren, was in dem Jungen neben sich vor ging und legte beruhigend seinen Arm auf Harry´s Schultern. Harry zuckte leicht zusammen, sah den Werwolf dankbar an und wischte die Tränen weg. Dann wandte er sich an Direktor Sarrock, da dieser weiter machen wollte.

„Nun Mr. Potter, soweit es Gringotts betrifft, haben wir nur noch das Schriftliche zu erledigen und sie danach in ihre Verlies zu begleiten. Allerdings lege ich ihnen ans Herz, dass sie sich vielleicht einen Kobold aussuchen, der ihrer finanziellen Interessen vertritt. Da ihr Vermögen, mit dem heutigen Tage, doch um einiges wächst."

„Vermögen ?", fragte Harry überrascht und sah vorsichtig auf das Pergament, welches ihm der Kobold langsam rüber schob.

„Nun ja, Mr. Potter, ihr bisheriges Verlies war lediglich für ihre Ausbildung bestimmt und enthielt, wenn man es mal so ausdrücken will, nur einen geringen Teil des potterischen Barvermögens. Von den Anlagen und Länderein spreche ich noch nicht einmal."

Harry traute seinen Ohren kaum und ließ seinen Blick über das gelblich Pergament schweifen. Er fand Namen, wie Godric´s Hollow oder Grimmauldplatz 12, die unter der Rubrik Immobilien liefen. Dann gab es da unzählig Edelsteinminen und schließlich etwas, bei dem sich der Schwarzhaarige mörderisch verschluckte.

Harry sah den Direktor mit großen Augen an und fragte entsetzt, „Grunnings ?" Auch Remus schien plötzlich seine Sprache verloren zu haben und sah den Kobold an.

„Ja, Grunnings Mr. Potter. Und es gehört nun zu dreißig Prozent ihnen."

„Aber wieso, Direktor ? Ich meine, es ist doch die Firma meines Onkels ?" Fragte Harry sichtlich überrascht und der Kobold begann plötzlich verschmitzt zu grinsen.

„Das stimmt so nicht ganz, Mr. Potter. Grunnings hieß früher einmal „Grunnings und Evans" und es war ihre Tante Petunia, welche die Firma mit in die Ehe brachte. Vernon Dursley war nur ein kleiner Angestellter, der es geschafft hatte sich an sie heran zu machen, da Petunia, wenn ich ihre Mutter Lily richtig verstanden habe, nach ihrer Ablehnung von Hogwarts, nur noch ein sehr kleines Selbstwertgefühl besaß."

„Ja aber, wieso gehört mir dann ein Teil der Firma und warum wurde der Name geändert ?" Fragte Harry, den diese Informationen doch sehr aufwühlten.

„Nun, wie schon gesagt, gehörten ihren Großeltern fünfzig Prozent der Anteile und Lily hat dreißig davon geerbt, als ihre Eltern gestorben sind. Und da Lily nicht all zu viel mit Bohrern anfangen konnte, hat sie sich eher als stillen Teilhaber gesehen und uns die Anteile zur Verwahrung gegeben. Dies dürfte dann der Stein des Anstoßes gewesen sein, warum Petunia sie hasste und alles, was mit ihr zusammen hing, einschließlich ihnen."

„Ja aber", unterbrach Harry den Kobold. „Wenn sie mich so sehr hasst, wieso hat sie mich dann doch in ihrem Haus aufgenommen ?"

„Ihrem Haus ?", fragte der Direktor und machte ein nachdenkliches Gesicht. Diese erhellte sich jedoch im nächsten Moment wieder und mit einem lächeln fuhr er fort.

„Nun Mr. Potter, zum einen gab es da Professor Dumbledore, der es Petunia nahe gelegt hatte und sie es schwören ließ, sich um sie zu kümmern. Und dann gab es da noch einen Grund. Sie dürften ihn übrigens auf dem Pergament vor sich sehen, ungefähr in der zehnten Zeile von unten."

Harry schaute überrascht in das leicht schrumpelige Gesicht des Kobolds und dann auf das gelbe Blatt in seinen Händen. Dort suchte er die besagte Zeile und las.

Immobilien ohne finanzielle Einnahmen : Ligusterweg 4, Little Whinging, Surrey

„Es gehört mir ? Das Haus, wo ich eingesperrt war, gehört mir ?" Fragte Harry ungläubig und blickte zwischen Remus und Direktor Sarrock hin und her.

„Ja Mr. Potter, es wurde damals an ihre Mutter vererbt. Doch sie hatte ein zu gutes Herz, um ihre Schwester vor die Tür zu setzen und ließ sie dort wohnen. Außerdem wäre ihr Vater, James Potter, nie in diese spießige Gegend gezogen und so kauften sie sich beide das kleine Haus in Godric´s Hollow."

Harry schaute zu Remus, doch dessen Blick sagte ihm, dass auch der Werwolf nichts davon gewusst hatte. In Gedanken versunken schaute Harry auf das Pergament in seinen Händen und Wut stieg in seiner Brust aus. Wie oft hatte Vernon ihm vorgehalten, er wüsste seine Barmherzigkeit nicht zu würdigen ? Wie oft musste Harry sich anhören, dass er in dieses Haus aufgenommen wurde, da seine Eltern ihre Leben weggeworfen hatten ?

Harry´s Hände verkrampften sich und dies bekam das Pergament deutlich zu spüren. Schließlich schritt Remus ein und legte einmal mehr seinen Arm auf Harry´s Schulter. Der Schwarzhaarige entspannte sich und gab sich selber das Versprechen, dass wenn die Sache mit Voldemord überstanden sei, er seinem Onkel einen Besuch abstattete.

Die nächste Halbe Stunde bestand nun darin, Papiere zu unterzeichnen, jede Menge Tee zu trinken und letztendlich durch eine kleine Hintertreppe in Sarrock´s Büro, zu den Verliesen zu gelangen. Dort angekommen übergab der Direktor Harry und Remus in die Obhut eines anderen, sehr alt wirkenden Kobolds und machte sich wieder auf den Weg nach oben. Denn gegen neun, würde der reguläre Bankbetrieb in Bewegung kommen und da es Monatsende war, kamen immer sehr viele Kunden an diesen Tagen hier her in die Winkelgasse.

Harry und Remus folgten also dem Kobold und so kamen sie zu den Verliesen der Potters. Was dort allerdings auf sie wartete, war mehr als der Schwarzhaarige verkraften konnte. Überall türmte sich das Gold und die Edelsteine. Ja, die Räume waren bis an die Decken gefüllt und wir reden hier von Hallen, die man mit Hogwarts Großer Halle vergleichen konnte.

Harry spürte, wie ihm die Kehle zugeschnürt wurde, wenn er daran dachte, dass dies nun alles ihm gehörte. Schnell nahm er einige Hände voller Gold in seinen Geldbeutel und bat Remus, ihn wieder hier raus zu schaffen. Der Werwolf verstand seinen jungen Freund total und stimmte zu. Denn auch er hatte, obwohl er wusste, dass James Potter nicht gerade am Bettelstab hing, von all dem hier keine Ahnung.

Zehn Minuten später waren die beiden Zauberer wieder an der Erdoberfläche und verließen Gringotts. Ihr Ziel hieß nun Flourish und Blott´s. Dort wollten sie sich um zehn Uhr mit den Weasleys treffen und das war genau in zwanzig Minuten.


„Komm schon Ron, wir sind deinetwegen spät dran und ich will nicht, dass Harry heute warten muss."

Mit diesem Satz wurde der Schwarzhaarige aus seinen Gedanken gerissen, die ihm beim Lesen eines der alten Bücher bei Flourish und Blott´s, in den Sinn gekommen waren. Es handelte sich dabei um ein dickes, schweres Zaubertrankbuch, welches sich mit Ritualen beschäftigte.

Harry legte es wieder auf den Stapel, wo er es hergenommen hatte und ging in Richtung Ladeneingang. Sofort wurde er von Mrs. Weasley umarmt und auch der Rest gratulierte Harry zu seinem Geburtstag. Danach wuselte Molly schnell durch den Laden, drückte ihren Kindern jeweils einige Galleonen in die Hand und wünschte ihnen viel Spaß.

Etwas, dass Harry von der sonst so resoluten Hexe gar nicht kannte. Andererseits hatte Harry aber gehört, dass die Winkelgasse seitdem Rufus Scrimgeour Minister für Zauberei war, als einer der sichereren Orte galt. Scheinbar hatte der Mann verstanden, dass man die Wirtschaft und Ladenbesitzer hinter sich bringen musste, damit die Leute nicht sauer auf einen waren. Und während Harry sich so umschaute, bemerkte er auch die verstärkte Aurorenpräsens zwischen den einzelnen Läden.

Allerdings fiel Harry noch etwa anderes auf. Nämlich dass jemand fehlte und zwar die Person, auf die er sich aus irgendeinem Grund besonders freute... Hermine. Sie war einfach noch nicht da und dies bedrückte den Schwarzhaarigen doch ein wenig. Ron schien dies zu spüren und meint verschmitzt,

„Kopf hoch Harry, sie kommt bestimmt gleich. Schließlich sind wir hier in einem Laden, der bei unserer lieben Hermine die selbe Bedeutung hat, wie Stonehenge bei den alten Druiden."

Harry grinste daraufhin seinen besten Freund an und nickte zustimmend. Danach wandte er sich an Remus, der gerade mit Molly sprach und meinte, dass es vielleicht ratsam wäre, noch vor dem Mittagessen zu diesem Spezialisten zu gehen, von dem Poppy gesprochen hatte.

Der Werwolf stimmte seinem jungen Freund zu und da Ginny und Ron selbst noch einige Besorgungen zu erledigen hatten, machten sich die beiden auf den Weg zu Poppy´s alten Studienfreund. Seine Praxis war leicht zu finden. Denn sie lag direkt neben dem Laden von Mr. Olevander, dem Zauberstabmacher. Und bei dieser Gelegenheit fiel Harry es urplötzlich wie Schuppen von den Augen. Einen Zauberstab, einen neuen Zauberstab, daran hatte er noch gar nicht gedacht. Schließlich war seiner in der Nacht mit Snape ebenfalls verbrannt.

Wieso hatte der Schwarzhaarige nicht schon früher daran gedacht ? Diese Frage schoss Harry durch den Kopf, bis er die Antwort hatte. Er durfte ja in den Ferien gar nicht zaubern und hatte dadurch seinen treuen Wegbegleiter auch gar nicht so vermisst.

Harry beschloss sich sofort, wenn er mit seinen Augen fertig war, einen neuen Zauberstab zu kaufen. Zumal viele Zauberer sagen, dass mit der Volljährigkeit es eh manchmal nötig ist, den magischen Focus zu erneuern. Nun aber hieß es erst einmal die schmale Treppe im Innersten der Optikerpraxis zu erklimmen und zu erfahren, was mit seinen Augen los ist.