Harry stand im Korridor vor dem großen Salon des Hauses Black und atmete noch einmal tief durch. Danach trat er mit einem Lächeln ein und wurde auch sofort von all seinen Freunden, sprich Ron, Hermine oder Remus, begrüßt. Sie alle standen in einem Halbkreis um den Tisch herum und sangen „Happy Birthday". Harry war sichtlich gerührt, versuchte aber die Träne niemanden sehen zu lassen und ließ seinen Blick schweifen.
Dabei erkannte der Schwarzhaarige, neben all den Weasleys und Tonks, auch zwei weitere Personen, die in seinem bisherigen Leben auch stets eine große Rolle gespielt hatte. Es waren Professor Mc Gonnagal, die ehemalige Hauslehrerin von Gryffindor und Madame Pomfrey, die ja wohl am meisten in letzter Zeit mit ihm zu tun hatte.
Harry betrat nun vollends den Raum und Ron eröffnete den Reigen der Gratulanten. Der Rothaarige überreichte Harry ein kleines, in rotes Papier eingeschlagenes Päckchen und grinste dabei leicht geheimnisvoll. Dann machte Ron Platz und ihm folgten Ginny, Molly und die Zwillinge. Schließlich beglückwünschte Harry auch jemand, von dem es der Schwarzhaarige noch nicht so gewöhnt war, Parvati Patil, Rons Flamme. Die Gryffindor hatte sich zuerst ein wenig im Hintergrund gehalten und sah auch jetzt noch ein wenig unsicher in den Raum. Harry fragte sich wieso und blickte zu Ron.
Der Rothaarige trat noch mal an Harry heran und fragte leise, ob es denn Ok sei, dass er Parvati mitgebracht hat. Harry wüsste schon, von wegen, es ist doch sein Haus. Daraufhin begriff der Gryffindor die Beklemmungen des schwarzhaarigen Mädchens und legte seinen Arm kumpelhaft um sie.
„Keine Sorge Parvati, du bist jederzeit hier willkommen. Dafür sind doch Freunde da und es wird mit Sicherheit eine Menge Spaß geben, wo unser lieber Ron doch jetzt einen kleinen Ansporn hat, sich manierlich zu benehmen."
Zuletzt genannter zog scharf die Luft ein und wurde leicht rot. Und damit war er nicht die einzigste Person. Auch Parvati selbst und Hermine stiegen eine leichte Röte ins Gesicht, wobei die von Hermine wohl eher anderer Natur war. Denn immer noch lag ihr Blick auf dem um Parvatis Schulter geschlungenen Arm Harrys.
Als nächst war Professor Mc Gonnagal an der Reihe und sie wünschte Harry alles Gute für das kommende Schuljahr. Sie sagte, dass Albus Dumbledore dies gewollt hätte und ihr Ton ließ kein Hinterfragen zu. Harry war richtig froh, sich schon entschieden zu haben. Denn seine alte Hauslehrerin zu enttäuschen, war das Letzte, was der Schwarzhaarige wollte.
Harry schaute die alte Hexe mit einem Lächeln an und nickte leicht. Als er jedoch bemerkte, wie intensiv Mc Gonnagal ihn betrachtete, spürte der Gryffindor plötzlich ein leichtes Kribbeln im Auge. Etwas verwundert runzelte Harry die Stirn und eine Sekunde später galt seine gesamte Konzentration Mc Gonnagals viereckiger Brille. Irgendwas stimmte mit ihr nicht, denn der Rahmen glühte vor seinen Augen in einem satten Gelb. Harry hörte nicht mal zu, als die ältere Hexe ihn überrascht ansprach.
„Mr. Potter... ihre Brille... was ist damit." Fragte sie und Harry wurde nach einem Blick in die Runde klar, dass sich die Gläser wieder mal verdunkelt hatten. Der Schwarzhaarige fragte sich wieso und sah dann zu Mc Gonnagal auf.
„Das kommt ganz darauf an, Professor, was sie eben probiert haben. Ich hoffe doch inständig, es war kein Versuch von Leglimens."
Auf diese Aussage des Jungen hin, verschluckte sich die alte Hexe und sah leicht beschämt zu Boden. Etwas, dass auch die anderen im Raum, zur Kenntnis nahmen. Mc Gonnagal wiegelte allerdings schnell ab und sagte rasch.
„Nein Mr. Potter, diese seltene und verantwortungsvolle Fähigkeit besitze ich leider nicht. Dies war Professor Dumbledore vorbehalten. Ich habe lediglich meine Brille, die mir sagen kann, ob mein Gegenüber lügt oder nicht. Und Mr. Potter bitte verzeihen sie mir, wenn ich ihnen zu nahe getreten bin, doch ich wollte einfach nur wissen, ob es ihnen wirklich gut geht."
Harry sah die ältere Frau mit nachdenklichen Augen an, erhellte seine Brillengläser wieder und nahm die Entschuldigung an. Schließlich machte sich Professor Mc Gonnagal ja nur Sorgen um einen ihrer Schüler und dies war ja kein Verbrechen.
Fünf Minuten später waren auch die letzten Gratulanten ihre Glückwünsche losgeworden und die kleine Party konnte beginnen. Im Zuge selbiger konnte Harry all seine Freunde etwas beobachten und nutzte dazu auch ab und an seine neue Brille. Dabei fiel ihm auf, dass Molly Weasley des Öfteren zu ihm herüber schaute und dass sie leicht nervös wirkte. Harry überlegte nun wieder, was der Grund dafür sein könnte und auch, warum Remus mehrmals versuchte Rons Mum zu etwas zu ermutigen. Schließlich wurde es dem Schwarzhaarigen zu bunt und er ging einfach hinüber.
„Molly...", sprach er die sonst so resolute Hexe an. „ ... ich weiß nicht wieso, aber es kommt mir so vor, als bedrückt dich etwas. Und ich denke auch, es hat mit mir zu tun, oder ?"
Mrs. Weasley sah den schwarzhaarigen Jungen mit überraschten Augen an. Remus musste regelrecht schmunzeln, als er dies sah. Dann aber nahm sie sich zusammen und sagte,
„Harry, ich weiß, es ist vielleicht ein wenig viel verlangt, doch ich habe mich gefragt, ob Bill und Fleur die nächsten Tage hier her kommen könnten. Du weißt schon, wegen Bills erstem Mal als Werwolf. Letzten Vollmond war er noch im Koma und somit wird es übermorgen seine erste richtige Verwandlung sein. Remus hat zwar angeboten bei meinem Sohn zu sein, wenn es soweit ist. Doch er möchte, in Anbetracht des fehlenden Wolfsbanntranks, sicherheitshalber hier im Haus, in seinem speziellen Raum bleiben."
Harry hörte Molly aufmerksam zu und sah zwischendurch immer mal zu Remus, der leicht bestätigend nickte. Dann schaute der Schwarzhaarige zu seinen Freunden, die von der Unterhaltung nicht all zu viel mitbekamen, und versicherte der Frau, die ihm immer wie eine Mutter behandelte hat, dass es natürlich in Ordnung sei.
Mann konnte förmlich sehen, wie Molly ein Stein vom Herzen fiel. Diese drückte Harry ganz fest an sich und dankte ihm mit einem Seufzer. Danach widmete man sich wieder der Feier, bei der Harry sich aber plötzlich einer Herausforderung gegenüber sah, die dem Schwarzhaarigen die Schweißperlen auf die Stirn trieben. Er sollte nämlich plötzlich... tanzen.
Irgendwie waren die Zwillinge auf die Idee gekommen, Musik zu machen und nun wollten alle weiblichen Anwesenden ihr Recht einfordern. Harry wurde, in Anbetracht seiner Tanzkünste, leicht rot und zum ersten Mal in der Geschichte blickte der Gryffindor bewusst und hilfesuchend zu Poppy. Die alte Heilerin schaute den Jungen an und Harry konnte spüren, dass sie lange überlegte, ob sie ihm half. Dann aber schien sie ein Einsehen zu haben und verkündete, dass Harry es heute lieber lassen sollte, den Fuß zu sehr zu belasten.
Hermine, Ginny und Tonks machten enttäuschte Gesichter. Doch diese erhellten sie sogleich wieder, als Professor Mc Gonnagal ihnen verriet, dass die Mädchen ihre Chance im nächsten Schuljahr bekommen würden. Harry stöhnte daraufhin leicht auf und warf der alten Hexe einen bösen Blick zu.
Abgelenkt wurde Harry aber kurz darauf von Mr. Weasley, der mit dem Schwarzhaarigen noch ein Wort wechseln wollte. Der ältere Zauberer machte ein nachdenkliches Gesicht und führte Harry etwas abseits von den anderen, zu einem Tisch.
„Harry, als erstes möchte ich dir danken, für deine Unterstützung im Bezug auf meinen Sohn Bill. Doch nun kommt dadurch ein weiteres Problem auf uns zu, dass meine liebe Molly in ihrem Eifer nicht bedacht hat."
„Was meinen sie, Mr. Weasley ?" Fragte Harry überrascht und sah Rons Vater mit fragenden Augen an.
„Nun Harry, es geht darum, dass Bills Biss kurz nach dem Angriff auf Hogwarts dem Ministerium gemeldet wurde und er sich nun als Werwolf registrieren müsste."
„Müsste ?" Harry hatte den feinen kleinen Unterschied in Arthur Weasleys Wortwahl genau bemerkt und war nun leicht irritiert.
„Ja müsste, wenn er wirklich ein Werwolf wird. Weißt du Harry, Poppy hat uns damals gesagt, dass Fenrir Greyback nicht vollständig verwandelt war bzw. es keinen Vollmond gab. Aus diesem Grunde haben Molly und ich immer noch die Hoffnung, dass unserem Sohn das Leben eines registrierten Werwolfes erspart bleibt."
„Ja aber, wo ist denn nun das Problem, Mr. Weasley ?" Fragte Harry nach, der nicht ganz mitbekam, wohin die Sache führen sollte.
„Das Problem Harry ist, dass sofort, wenn der Vollmond untergegangen ist, ein Vertreter des Ministeriums bei Bill eine Blutprobe nimmt und diese untersucht. Sollten sich dann bestimmte Merkmale zeigen, wird er in die Kartei aufgenommen und bekommt eine Nummer, die ihn sein ganzes Leben verfolgt. Außerdem können sie die Gefährlichkeit von Bill anhand der Ausschüttung von Adrenalin bei seiner ersten Verwandlung, einstufen und ihn im schlimmsten Fall, seiner Freiheit berauben."
Harrys Augen wurden mit jedem Wort aus Arthurs Mund größer und tief im Innersten seines Herzens baute sich eine gewisse Wut auf. Wie konnte das Ministerium nur so herzlos mit Menschen umgehen ? Doch andererseits hatte Harry ja selbst schon so seine Erfahrungen mit der Politik und die Wut wandelte sich in Unverständnis.
Schließlich kam man aber zum eigentlich Punkt und Harry, als Besitzer des Grimmauldplatzes, stimmt letztendlich zu, den Ministeriumsbeamten ins Haus zu lassen. Mr. Weasley fiel sichtlich ein Stein vom Herzen und er umarmte den Schwarzhaarigen dankbar. Danach ging es wieder zur Party und selbige dauerte noch gut bis in den nächsten Morgen.
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Zwei Tage später war es dann soweit. Der Vollmond würde heute Nacht seine volle Stärke haben und da die Nächte in den letzten Tagen eh schon fast Wolkenlos waren, konnte man auch nicht auf ein Wunder hoffen. Schon ab dem Mittagessen wurde die Stimmung im Grimmauldplatz immer gespannter und da half es auch nicht, dass Fleur sie immer zu optimistischen Liedern animieren wollte. Irgendwie wollte keiner singen und die Sache herunterspielen. Heute hieß, die Zukunft für Bill zu erfahren.
Gegen acht Uhr verabschiedeten sich dann Remus von Tonks und Bill von Fleur jeweils mit einem Kuss und gingen tief hinunter in den Keller des Blackschen Hauses. Dort befand sich ein Raum, der wohl in früheren Zeiten als Kerker genutzt wurde, und Harry lief, beim Anblick der kalten Wände und der Ketten, ein kalter Schauer über den Rücken. Das Letzte, was er und Arthur dann noch von ihren beiden Freunden sahen, waren die Rücken, welche hinter einer schweren, massiven Eisentür verschwanden..
„Viel Glück", sagte Harry leise und hoffte, dass sie alle Beide es gut überstanden. Dann ging sein Blick zu Mr. Weasley und der Schwarzhaarige bemerkte tiefe Sorgenfalten auf dessen Stirn. Er legte ermutigend seinen Arm um den älteren Zauberer und versprach, dass Bill in seinen Augen niemals was anderes sei, als der Sohn von Molly und Arthur Weasley.
Schließlich erreichten sie wieder den Salon und sahen in die traurigen Gesichter der anderen Bewohner des Grimmauldplatzes. Harry setzte sich neben Ron und legte seinen Arm auch um ihn. Der Rothaarige schien langsam aber sicher, am Ende seines Optimismus zu sein und Harry spürte, dass er Ron irgendwie auf andere Gedanken bringen musste.
Doch dies war gar nicht so einfach, denn nur wenige Minuten später, draußen war es nun vollständig dunkel geworden, schien im Keller die Hölle loszubrechen. Zuerst erklang ein markerschütternder, menschlicher Schrei und dann ein Heulen, welches Harry schon aus seinem dritten Schuljahr kannte. Remus hatte sich verwandelt und dies musste heute wohl sehr schmerzhaft gewesen sein. Harry konnte selbst förmlich spüren, was in seinem Freund vorging. Hatte er doch selbst vor kurzem seinen eigenen Höllentrip erlebt.
Besorgt schaute Harry in die Runde und sah dabei die unterschiedlichsten Reaktionen. Hermine, Ginny und Fleur weinten leicht und Tonks und Molly zitterten am ganzen Körper. Poppy blieb ruhiger und hielt in ihrer Hand eine kleine Uhr. Was nun allerdings Ron und seinen Vater betraf, da machten diese Beiden dem Schwarzhaarigen die größten Sorgen. Denn beide Zauberer bewegten ihre Hände immer näher in Richtung ihrer Zauberstäbe und Harry war sich sicher, dass es durchaus passieren könnte, dass die Zwei aufsprangen und in den Keller liefen. So angespannt waren die Körper der Rotschöpfe.
Als sich schließlich Remus in seiner Werwolfsform offenbar beruhigt hatte, begann Bill mit seiner Verwandlung. Etwas, dass Molly laut schluchzen ließ und auch Harry einen Schauer über den Rücken jagte. Allerdings horchten im nächsten Moment alle am Tisch auf, als plötzlich, neben dem werwolftypischen Heulen, ein lautes, wütendes Fauchen aus dem Keller erklang. Ein Geräusch, welches so gar nichts mit einem Wolf zutun hatte. Diesem Fauchen folgte dann Schrei des Schmerzes, welches selbst bei Harry dazu führte, dass seine Hand in Richtung Zauberstab ging. Die Laute stammten eindeutig von Bill und schienen Remus in eine regelrechte Raserei zu treiben.
Allen war klar, dass die beiden Tiere auf einander losgegangen waren. Doch der Kampf dauerte nicht lange. Zwei laute Schrei, gefolgt von einem schmerzlichen Winseln und danach Ruhe. Eine Ruhe, die für alle Anwesenden in der Küche schlimmer war, als die Geräusche des Kampfes zuvor.
Eines war gewiss. Keiner der heute hier versammelten Hexen und Zauberer würde auch nur ein Auge zu kriegen und so bereiteten sich alle auf eine lange Nacht vor.
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Es war kurz vor sieben, als Harry hoch schreckte. Und da war er nicht der Einzigste, denn irgendwie hatte die gespenstische Still aus dem Kerker dazu geführt, dass die Müdigkeit doch irgendwann siegte und so lagen Ron, Hermine und all die anderen mit ihren Köpfen irgendwo auf dem Tisch. Lediglich Molly und Poppy mussten irgendwann das Zimmer verlassen haben.
Doch der eigentliche Grund für Harrys Erwachen kam aus dem Kamin hinter ihm. Es war eine leise Stimme, die seinen vollständigen Namen rief und dadurch auch die anderen weckte. Es war dann schließlich Arthur, der blitzschnell aufsprang und den Kamin freigab, damit der Mitarbeiter des Ministeriums seiner Arbeit nachgehen konnte.
„Ah Guten Morgen, Basil", rief Mr. Weasley freudig, doch die Anspannung in seiner Stimme war kaum zu überhören.
„Guten Morgen, Arthur. Ich hoffe doch es geht dir gut." Begrüßte ein kleiner Mann in grüner Uniform und mit einem dicken Aktenkoffer in der Hand seinen Ministeriumskollegen.
Danach stellte er sich noch den anderen, als Basil Gardigan von der Werwolfregistrierungsanteilung vor und fragte auch gleich nach dem eigentlichen Grund seines Besuches, nämlich Bill Weasley.
„Oh Basil, mein Sohn ist noch im Keller unten. Wir haben dort einen sicheren Raum und ich hoffe, dass es ihm gut geht."
Der Ministeriumsbeamte nickte sachlich und blickte in Richtung Tür. Mr. Weasley verstand und führte den nun etwas reserviert wirkenden Mann aus dem Raum. Sofort, nachdem die Tür geschlossen war, seufzte Molly laut auf. Harry schaute zu ihr und fragte, was sie habe. Mrs. Weasley schnaubte kurz in ihr Taschentuch und sagte dann,
„Ach weißt du Harry, es geht um Basil. Ich kenne ihn seit unserer Hochzeit. Er ist ein sehr netter und geselliger Mann, wenn man mit ihm feiert. Doch wenn es um seinen Job geht, ist er Beamter durch und durch. Harry, ich hoffe inständig und flehe zu Merlin, dass es Bill gut geht und er verschont bleibt. Denn wenn nicht, dann wird Basil streng nach Vorschrift arbeiten."
Harry schaute noch mal in Richtung Tür und verstand, was Rons Mum so bedrückte. Dann schaute er zu seinen Freunden und hoffte ebenso wie Bills Eltern af ein Wunder.
Fünf Minuten später öffnete sich die Tür zur Küche und ein sichtlich mitgenommener Remus Lupin trat ein. Sofort stürmte Tonks zu ihm und warf sich an seinen Hals. Dies war allerdings etwas, das der Werwolf mit einem schmerzvollen Stöhnen quittierte.
Als sich Remus umdrehte, erkannte man auch den Grund dafür. Denn quer über den Rücken des Mannes zog sich eine dicke blutige Linie. Dies rief augenblicklich Poppy auf den Plan und sie kümmerte sich sofort um den verletzten Werwolf.
Allerdings konnte Molly nicht ganz so ruhig bleiben und tigerte aufgeregt zwischen ihrem Herd und der Heilerin hin und her und fragte ständig, was mit ihrem Sohn sei. Auch Ron und Ginny wollten wissen, was mit Bill war. Doch Remus schüttelte nur den Kopf. Der letzte Rumtreiber war kreideweiß im Gesicht und kam einfach nicht zu Wort. Die Schmerzen mussten wirklich höllisch sein, vermutete Harry.
Molly brach auf die Reaktion von Remus weinend zusammen und man musste sie stützen, damit sie nicht stürzte. Daraufhin bäumte sich der Werwolf unter Schmerzen plötzlich auf und versuchte zu Molly zu gelangen. Und dies war etwas, dass Poppy etwas erzürnte.
„Molly...", sagte Remus mit schwacher Stimme. „ ... beruhige dich... Molly. Ich meine doch... arrgh... dass ich nicht weiß, was mit... mit Bill ist. Ich war nicht bei Sinnen, Molly,... und... und es war Bill, der mich auf die Bretter schickte."
„Dich ?", fragte das Weasleyfamlienoberhaupt.
„Ja Molly. Doch ich weiß nicht genau, was passiert ist. Die Bilder schwirrten nur unscharf an mir vorbei und als Werwolf, und ohne den Trank, bin ich nur ein Tier mit begrenztem Verstand."
„Dann lebt er ?", fragte Molly voller Hoffnung und Remus nickte.
Allen im Raum fiel ein Stein vom Herzen und in Harry stieg die Anspannung auf das nun bald Kommende. Jedem im Raum ging es so denn schließlich hieß es nun wieder warten, warten auf Arthur und Basil.
Die beiden Zauberer kamen dann auch nach zehn unendlich dauernden Minuten und als sich Basil dann auch noch schnell und mit einem Lächeln verabschiedete, schien ein Damm der Erleichterung in allen zu brechen. Einzig Molly stockte ein wenig, denn Arthur, der nur wenige Schritte hinter dem Ministeriumsangestellten eingetreten war, wirkte blasser als Malfoy in seinen besten Tagen und seine Augen gingen starr geradeaus.
„Arthur, was ist los ? Was ist mit meinem Sohn ?" Fragte Mrs. Weasley aufgeregt und benahm sich plötzlich wie eine besorgte Glucke. Ihr Mann schien sich aber erst einmal setzten zu müssen und stammelte dann mit leicht zittriger Stimme.
„Es geht ihm gut Molly. Er liegt unten im Keller und schläft..."
Nach diesem Satz versagte dem rothaarigen Zauberer kurz die Sprache und Poppy nutzte dies, um aus dem Zimmer zu schlüpfen.
„... Basil konnte keinen anormalen Werte feststellen und damit ist Bill frei. Doch Molly... er... er hat gesagt, dass... dass die Werte nur so niedrig seien, da ein anderer Virus, ein viel älterer Virus, das Niveau konstant niedrig hält."
Harry sah den Zauberer vor sich an und verstand nicht, wieso dieser nun so niedergeschlagen war. Sollte er sich nicht freuen, freuen, dass es seinem Sohn nicht wie anderen Bissopfern erging. Und was war plötzlich mit Molly Weasley los ? Harry sah zu ihr und bemerkte, dass Rons Mutter, kaum dass ihr Mann ihr die Neuigkeit mitgeteilt hatte, aussah, als hätte sie einen Geist gesehen.
Es war dann schließlich Ginny, die an ihren Vater heran trat und mit unsicherer Stimme fragte,
„Dad, was meinst du ? Was für einen alten Virus habt ihr gefunden ?"
Arthur Weasley sah seine jüngste Tochter mit großen Augen an und wollte gerade antworten, als Mrs. Weasley ihm ins Wort fiel und mit kaum zu verstehender Stimme sagte,
„Der Virus, den Bill in sich trägt, ist die Ursache und der Ursprung für eine andere weitaus mächtigere, magische und gefährliche Rasse. Es ist der Virus, der einem zum Vampir macht...
