Sooo... hier das nächste Cap. Ich wünsch euch viel Spaß beim lesen und was Slay Coral angeht, da hoffe ich doch, du bist mir nicht böse, weil ich die Begebenheiten von Underworld mit eingebaut habe. Fand beide Filme sehr gut und irgendwie passte es in meine Pläne.
So, genug gequatscht, viel Spaß
Mr. Figgs
Kapitel 14
Nachdem nun einige Stunden seit dem Vollmond vergangen waren und die Weasleys, insbesondere Arthur, so richtig realisiert hatten, dass Bill weiter in Freiheit leben könnte, und dass auch die restlichen Weasleysprosse möglicherweise immun gegen spätere Werwolfangriffe waren, gab es erst einmal ein paar ruhige Tage in denen vor allem Molly und Arthur ihre Kräfte sammelten, um für die kommende Hochzeit fit zu werden.
Harry nutzte die Zeit, um sie mit seinen Freunden zu verbringen. Obwohl, dies sollte gar nicht so einfach sein. Denn Ron war, seit er apparieren konnte, immer häufiger bei Parvati. Und was Ginny betraf, nun Mollys jüngstes Kind machte gerade eine Phase durch, die Harry ein wenig beängstigend fand. Denn Ginny nutze ihre Freizeit in London und hatte nach der Rechnung des Schwarzhaarigen, nun schon den zehnten Jungen im Schlepptau. Harry machte sich echt Sorgen, dass Molly Weasley früher oder später einen Ausraster bekam und sie in den Fuchsbau schickte.
Schließlich aber, und hier kam Harry durch Zufall beim Durchsehen seiner Besitzurkunden drauf, entschied sich der Schwarzhaarige für etwas Ablenkung und etwas zu tun, was vor allem bei Remus eine Freudenträne und beim Hermine Hummeln im Hintern verursachte.
Alles fing damit an, dass Harry mitbekam, dass im Verlies der Blacks, Sirius altes, fliegendes Motorrad stand. Schnell erkundigte sich der Gryffindor, ob er es überhaupt fahren durfte und als ihm das Ministerium grünes Licht gab, machte Harry seinen Führerschein.
Und er machte ihn nicht alleine. Nein, ein gewisser braunhaariger Lockenkopf, der sonst schon beim Gedanken an einen fliegenden Besen kalte Füße bekam, paukte ebenfalls die Theorie. Was das Praktische anging, da wollte Hermine allerdings noch warten und mit ihren Eltern sprechen.
Die Prüfung für die Fahrgenehmigung, wie dies in Zaubererkreise hieß, lag terminlich am selben Tag, wie Harrys Apparierprüfung und umso glücklicher war der Schwarzhaarige, als er am Ende des Tages nicht nur eine, sondern ganze zwei neue Methoden der Fortbewegung praktizieren durfte.
Natürlich wurde dies mit einer Menge Butterbier begossen und so kamen die Bewohner der Grimmauldplatzes erst sehr spät, oder besser sehr früh in ihre Betten.
Die Ferientage flogen dahin und während sich Harry noch von der berauschenden Hochzeit von Fleur und Bill erholte, rückte der Termine für die Rückkehr nach Hogwarts immer näher.
( AN : Ich weiß, man soll es nicht. Doch hier ein kurzer Hinweis. Ich überlasse die Hochzeit eurer Fantasie, da ich in SdG mir schon genug den Kopf für so ein Ereignis zerbreche. Habt Mitleid. )
Es war dann schließlich der Abend des einunddreißigsten Augusts, als so langsam bewusst wurde, dass dieses Jahr das wahre Lernen für ihn begann. Und er sprach hier nicht von Zaubertränken, Gegengiften oder Haushaltszaubern. Nein, Harry machte sich langsam so seine Gedanken, wie er es schaffen sollte, die verbliebenen, versteckten Horkruxen zu finden. Damit er, der Auserwählte, seinem Schicksal in die Augen sehen konnte.
Harry warf seinen letzten, neuen Pullover in den Großen Schrankkoffer am Fußende seines Bettes. Dann zog er seine Sachen komplett aus und mit einem gekonnten Dreipunktewurf landeten sie schließlich im Wäschekorb. Es war Zeit für eine Dusche, denn zum Einen war es draußen noch sehr heiß und dann ging es ja morgen wieder nach Hogwarts, wo man sich das Badezimmer mit seinen Klassenkameraden teilen musste.
Harry ließ das Wasser über seinen Rücken laufen und entspannte sich so gut man es im Stehen konnte. Es war herrlich, diese Ruhe, die Kühle, welche seinen ganzen Körper umspielte. Er wusste nicht, wie lange er so dagestanden war. Doch als sich Harry schließlich losreißen konnte und triefend nass in sein Zimmer zurück ging, da überkam den Schwarzhaarigen beim Anblick seines Spiegelbildes, eine Welle leichter Depressionen.
Noch immer sah man vereinzelt die feinen Narben, die das Phönixfeuer hinterlassen hatten. Etwas, dass durch die Tatsache, dass Harry seine Haut schonen musste und nicht in die Sonne durfte, heute noch besonders auffiel. Dann waren da aber plötzlich auch andere Gedanken, als Harry seinen Körper betrachtete. Gedanken, die ihn schmunzeln ließen. Denn sein hartes und zum Teil schmerzhaftes Aufbautraining mit Poppy und Hermine, sowie ein nicht zu übersehender Wachstumsschub, hatten dem Körper des Jungen, der lebt ziemlich gut getan.
Harry stand nackt vorn Spiegel und betrachtete sich. Sein Blick ging von seinen nun deutlich breiteren Schultern zu seinem Bauch, der aber nach seiner Meinung nach, noch ein wenig mehr Definition brauchte. Als der Schwarzhaarige dann jedoch eine Etage tiefer blicken wollte, ertönte hinter ihm eine Stimme und Harry schreckte herum.
„Meine Güte, Harry, Mutter Natur mag dich wirklich nicht. Oder ?"
Es war Ron, der grinsend in der Tür stand, ebenfalls nur seine Boxer trug und an Harrys Körper musternd herabschaute. Sein Blick lieb dabei kurz bei Harry´s Körpermitte hängen und ging dann zurück auf Augenhöhe. Der Schwarzhaarige bekam daraufhin rote Ohren und wollte sich schnell ein Handtuch greifen. Dabei fiel ihm aber auf, wie blöd er sich plötzlich verhielt. Er kannte den Rothaarigen, seit er nach Hogwarts ging und sie duschten fast jeden Tag in der Schule zusammen. Und genau dieser Junge, Ron, sein bester Freund sah nun leicht fragend in seine Richtung. Harry kam sich mit einem Male so dumm vor und merkte nur nebenbei, wie Ron an ihn heran getreten war.
„Mensch Harry, ich meinte doch nicht dein Aussehen oder das, was du eben so liebend gern verstecken wolltest. Nein, ich meinte deine Haare. Mann, ich habe noch nie gesehen, dass sie bei einem Menschen so schnell nachwachsen."
„Ähm ja, besonders da, wo man es nicht so gern hat." Erwiderte Harry nun erleichtert grinsend, während er mit seiner Hand nachdenklich über die Stoppeln seines Bartes fuhr. Denn wenn man ehrlich war, so wuchsen sie auf dem Kopf nicht annähernd so schnell. „Und noch mal vielen Dank, Ron. Dein magisches Rasierset war wirklich eine gute Idee."
Die beiden Jungen lachten sich gegenseitig an und Harry schnappte sich eine frische Unterhose vom Bett. Dann fragte er seinen Kumpel nach dem Grund seines Besuches und Ron übergab ihm immer roter werdend, ein kleines Päckchen.
„Hier Harry, könntest du die bitte in deinem Koffer mit nach Hogwarts nehmen. Ich habe sie mir in diesem Muggelmarkt um die Ecke besorgt und habe ein wenig Angst davor, dass man sie findet. Denn so wie ich Mum kenne, überprüft sie meinen Koffer noch, ob ich auch ja nichts vergessen habe."
Harry schaute überrascht von Rons Gesicht auf die Schachtel in seiner Hand. Was war das hier ? Wieso sollte Molly dies hier nicht sehen. Als der Schwarzhaarige allerdings das Objekt seiner Fragen ein wenig näher betrachtete, erkannte Harry, was es war und wurde ebenfalls leicht rot.
„Ok, mache ich Ron." Sagte Harry kurz und knapp und steckte die Kondome, ja es waren Kondome, in seinen Koffer. Dann galt es nur noch zu hoffen, dass seine Sachen nicht auch überprüft wurden. Denn in diesem Fall wollte Harry dann nur noch eines tun, vor Verlegenheit sterben. Zwanzig Minuten später lagen alle Schüler, die morgen nach Hogwarts fuhren, in ihren Zimmern und schliefen.
Es war mittlerweile halb Neun geworden, als Molly anfing, die Teenager zu wecken. Man war ja in London und so blieb heute ein wenig mehr Zeit als sonst. Außerdem waren die Taschen dieses Jahr schon fertig gepackt und mit der U-Bahn sollte es auch nicht länger als zwanzig Minuten bis zu Kings Cross dauern.
Doch zu diesem Zeitpunkt wusste das eigentliche Familienoberhaupt der Weasleys allerdings noch nicht, dass ihre geheimen Reisepläne für Harry und seine Freunde, nicht mehr wirklich so geheim waren. Irgendwie hatte sich jemand im Ministerium verplappert, oder es gab eine undichte Stelle. Na jedenfalls standen gegen zehn Uhr plötzlich mehrere dunkle Autos vor dem Grimmauldplatz elf und aus ihnen stiegen Leute vom Ministerium.
„Verdammt, was wollen die hier ?", sagte Tonks, als sie aus dem Fenster blickte und rannte aufgeregt in die Küche. Dort befanden sich Harry und der Rest bei einem wirklich leckerem Abschiedfrühstück.
Schnell sprangen alle auf und bewegten sich in Richtung Flur. Dort überlegten die Mitglieder des Ordens wie sie weiter vorgehen sollten, denn auf gar keinem Fall wollten sie, dass Harry in seinen letzten Stunden vor Hogwarts noch mit dem Ministerium in Berührung kam.
Es war dann schließlich Remus, der sich eine Jacke überzog und vor die Tür apparierte. Dort ging er schnellen Schrittes auf einen jungen Mann im schwarzen Nadelstreifenanzug zu und fragte mit ruhiger Stimme.
„Guten Morgen, die Herren. Können wir ihnen behilflich sein ?"
Der Mann, er war höchstens dreißig Jahre alt, musterte Remus von oben bis unten, sein Blick wurde überheblich und er antwortete mit einer Art, die Remus innerlich grollen ließ.
„Nein, ich glaube nicht. Denn wir sind hier auf Anweisung des Ministers und unser Befehl lautet, Harry Potter zum Bahnhof zu geleiten."
„Und wenn er dies nicht will ?". Fragte Remus direkt und war auf die Reaktion des Beamten gespannt.
„Guter Mann, haben sie mich nicht verstanden ? Es ist ein Befehl, eine Anweisung des Ministers persönlich, und ich denke, dass auch ein Mister Potter dies zu akzeptieren hat."
Remus nahm die Antwort nur noch nebenbei auf, denn sein Blick galt nun einer anderen Person. Jemand, der sich bisher im Hintergrund hielt und scheinbar auf die Gelegenheit wartete, seinen Job zu machen. Es war ein Reporter und dies sah Minister Scrimgeour nun wirklich ähnlich. Dieser Mann, früher mal ein guter Beamter, hatte sehr schnell von Fudge gelernt. Doch ob er da seine Rechnung mit Harry gemacht hatte, dass sollte man doch erst mal sehen.
Remus sah den Beamten noch mal nachdenklich an und verabschiedete sich. Kurz darauf tauchte er wieder im Flur des Grimmauldplatzes auf und berichtete allen, was er herausgefunden hatte. Harry war darüber alles andere als erfreut und es kamen ihn einige Bezeichnungen für Rufus Scrimgeour über die Lippen, die Molly gar nicht so gut hieß.
Man beratschlagte schließlich geschlagenen zwanzig Minuten, bis Harry sich erhob und sagte, dass man das Angebot der Autos annehme. Sofort wandten Hermine und Ron ein, dass sich Harry nicht so einfach geschlagen geben sollte. Doch der Schwarzhaarige grinste plötzlich nur geheimnisvoll und sein Blick ließ bei Remus ein Stöhnen erklingen, da dieser sich an die Zeit mit den Rumtreibern, besser gesagt an James, erinnert fühlte.
Die Ministeriumsbeamten mussten eine geschlagene halbe Stunde warten, bis sich wie aus dem Nichts eine Tür zwischen dem Grimmauldplatz elf und dreizehn, öffnete. Heraus traten Remus Lupin, Mad Eye Moody und drei in schwarze Umhänge gehüllte Personen. Sie alle Drei zogen jeweils einen großen Schrankkoffer hinter sich her und die größte von ihnen trug zusätzlich einen edel gearbeiteten Käfig. In ihm saß eine weiße Schneeeule, Harrys Hedwig, und kaum dass die Tür der Grimmauldplatzes wieder verschwunden ward, wurde das prächtige Tier auch schon frei gelassen.
„Flieg nach Hogwarts, meine Liebe", sagte die Person unter dem Umhang und kaum, dass man sich sicher war, das es sich um Harry handelte, begann der Reporter Fotos über Fotos zu schießen.
„Mister Potter, hier entlang." Sagte der arrogante junge Mann, scheinbar der Truppführer. Allerdings wollte er auch wissen, warum sich Harry unter seinem Umhang verbarg. Die Antwort darauf kam in Form eines Fauchens.
„Hören sie, ich mache dies hier, weil mir der Minister keine Wahl lässt. Doch ich werde einen Teufel tun, mich für seine Zwecke missbrauchen zu lassen. Er will Fotos ? Es gib im Ministerium bestimmt ein paar Speichellecker, die liebend gern für ihn posieren wollen."
Mit diesem Satz stieg Harry provokativ in einen der großgeräumigen Wagen, dich gefolgt von Ron und Ginny, die kurzzeitig ihre Kapuze lüftet mussten, um den Beamten ihre Identität preis zu geben. Hinter den Teenager stiegen dann noch Arthur; Molly und Remus zu und der Wagentross setzte sich in Bewegung. Zwei Minuten später lag der Grimmauldplatz wieder ruhig da und niemand schien die kleine Versammlung von Zauberern beobachtet zu haben.
Doch dies stimmte so nicht ganz. Denn hinter den Gardinen der eigentlich unsichtbaren Fenster von Nummer zwölf, standen zwei lachende Jugendliches. Er, der Junge, hatte schwarzes, jedoch zur Zeit nicht ganz so wirres Haar und eine coole Brille und das Mädchen buschig braune Haare.
„Oh man war das geil", sagte Hermine amüsiert über die Blicke der Beamten und sah zu Harry rüber. Der Schwarzhaarige grinste aber nur, hielt seiner besten Freundin einen Helm hin und erwiderte.
„Und es wird noch besser Hermine. Bereit für einen heißen Ritt ?"
„Mit dir doch immer, Harry."
Kaum hatten diese Worte den Mund des Lockenkopfs verlassen, da wurden beide auch schon knallrot. Schnell wandte sich Hermine ab und schnappte sich eine schwarze Lederjacke. Wenige Minuten später ertönte schließlich ein lautes Knattern in den Vormittagshimmel und Sirius altes Motorrad brachte seine unbändige Kraft auf die Straße. Das Letzte was man noch durch die Motorgeräusche hindurch hörte, waren Hermines Wort, „Aber nicht fliieegen."
Der schwarze, fast majestätisch anmutende Wagen bog auf seine letzte Kurve zum Bahnhof Kings Cross ein und seine Insassen im Fond hatten seit dem Beginn der Fahrt keinen Ton gesagt. Der Fahrer und sein Kollege auf den Beifahrersitz konnten nur mit dem Kopf schütteln, denn schließlich sollten ihre Passagiere ja Kinder sein und da war ein solches Verhalten völlig unerwartet.
Ron hingegen musste sich ein Schmunzeln beim Anblick der Erwachsenen verkneifen und er hoffte, dass die Fahrt, auch wenn sie die beeindruckendste bisher war, schnell zu Ende ging. Erlöste wurde der Rotschopf dann schließlich, als die ersten Anzeichen des Bahnhofes in Sicht kamen und Molly und Arthur begannen ihre Sachen zusammen zu sammeln.
„Ron, lass nichts liegen. Ginny pass auf, dass du nicht aus dem Wagen stolperst." Sagte Mrs. Weasley und ihre Stimme erstarb im selben Moment.
Auch wenn der Orden gedacht hatte, dass die Eskorte nicht das Einzigste bleiben würde. Mit dem, was vor dem Bahnhof sich abspielte, hatte keiner gerechnet. Überall waren Auroren in Muggelzivil und der Minister selbst stand mit einer Horde Reporter im Schlepptau vor dem Haupteingang. Alles sah so aus, als würde ein Staatsgast erwartet und die Muggel schauten neugierig in alle Richtungen.
„Das ist nicht denen ihr Ernst, oder ?" Fragte Ron und seine Farbe wich aus dem Gesicht. „Das könnt ihr nicht von mir verlangen. Die Slytherin werden uns keine ruhige Minute dieses Jahr gönnen."
Arthur Weasley sah seinen flehenden Sohn mit seinen großen Augen an und schüttelte den Kopf. „Nein, Ron, das musst du auch nicht. Sie sind wegen Harry hier."
Daraufhin drehte sich Rons Vater zu Harry und meinte, „Was dich allerdings betrifft, Harry. So bleib dir keine andere Wahl. Du hast dich selbst dafür entschieden. Etwas, dass ich immer noch nicht so ganz verstanden habe."
Auch Molly schien die Entscheidung des Schwarzhaarigen nicht ganz so einfach verstanden zu haben. Sie hätten doch per Flohnetz dem Ministerium entgehen können. Warum hatte Harry sich plötzlich für die Konfrontation entschieden ?
„Mach dir keine Sorgen Arthemius. Ich werde das Kind schon schaukeln."
Arthur Weasley sah die Person vor sich überrascht an und fragte zurück. „Wie hast du ich gerade genannt ? Arthemius ? Aber das... das ist mein Spitzname aus dem Ministerium. Denn kennen nur Moody, Kingsley und... Oh nein...", Arthur stockte und sah musternd an Harry herab, „ das... das habt ihr nicht getan ?"
Der ältere Zauberer wurde kreideweiß und versucht seinem Gegenüber den Umhang vom Kopf zu reißen. Bevor dies aber geschehen konnte oder Rons Vater eine Antwort bekam, hatte der Wagen mit einem Ruck gehalten und die Tür wurde geöffnet. Sofort begann ein Blitzlichtgewitter und Reporter bombardieren die Insassen mit ihren Fragen.
Es waren dann schließlich Remus und Molly, die als erste ausstiegen und den Weg für die Kinder frei machten. Arthur blieb stocksteif zurück und schüttelte nur ungläubig den Kopf. Was hatte Harry da nur getan ?
Die drei Jungendlichen traten erhobenen Hauptes aus dem Wagen und gingen in Richtung Bahnhofsportal. Dort stellte sich ihnen Rufus Scrimgeour in den Weg und hielt Harry seine Hand hin.
„Harry Potter, es ist schön, dass sie mir ihr Vertrauen schenken und uns allen zeigen, dass sie den Weg des Ministeriums beim Umgang mit Dem dessen Name nicht genannt werden darf, für richtig finden."
Dann drehte sich Scrimgeour so, dass die Presse ihn gut sah und legte väterlich seinen Arm auf Harrys Schulter. Der Junge unter seiner Kapuze zuckte leicht zusammen und seine Hand ging zu der, des Ministers. Was daraufhin folgte, ließ allerdings alle Anwesenden den Atem stocken.
Binnen weniger Sekunden, hatte nämlich Harrys Hand die des Ministers umfasst und der ältere Zauberer verzog schmerzhaft das Gesicht. Dann lüftete die Person, welche bisher alle für Harry hielten ihren Umhang und zum Vorschein kam ein höchstens sechzehnjähriges Mädchen mit sandbraunem Haar, auffallend herzförmigem Gesicht und funkelnden Augen.
„Wissen sie Minister Scrimgeour, wenn ich all dies hier sehe, die ganze Presse, die Auroren, die eigentlich schon längst auf der Jagd nach Todessern sein könnten, dann frage ich mich, ob sie wirklich der richtige Mann für den Posten des Ministers sind. Wissen sie, Cornelius Fudge wurde vor einem Jahr abgewählt, weil er mehr auf sein Ansehen bedacht war, als auf die ihm gestellten Aufgaben."
„Was fällt ihnen ein ? Wer sind sie überhaupt ?" Schrie Scrimgeour das Mädchen an und sofort blitzten die Fotoapparate auf.
„Ich ? Ich bin eine gute Freundin von Harry Potter und er hat mir außerdem eine Nachricht für sie mitgegeben. Sie lautet, Lassen sie mich in Ruhe oder Dumbledore´s Mann kommt über sie, wie einst der Drache von Wales."
Die Menge verstummte und sah auf das Mädchen, welches gerade den Minister für Zauberei herunter geputzt hatte. Und genau dieses Mädchen stampfte nun in den Bahnhof und verschwand wenige Sekunden später im Nichts.
Ron und Ginny nahmen ihre Beine in die Hand und liefen so schnell es ging in Richtung Gleis neudreiviertel. Denn dort endete die Zuständigkeit des Ministeriums vorerst und man war außerdem sicher vor den Reportern. Dicht hinter den beiden Weasleys folgten ihre Eltern und Remus Lupin, der einen sonderbar nachdenklichen Ausdruck im Gesicht hatte. Arthur drehte sich zu ihm um und fragte,
„Moony, was ist los ?"
Der Werwolf antwortete etwas von, er hoffe, dass es nun keinen Ärger gäbe und sah sich suchend auf dem Bahnsteig um. Schließlich erblickte er das Objekt seiner Suche und das Mädchen kam locker zu ihnen herüber geschlendert. Sofort brach es aus Molly heraus.
„Ok junge Dame, wer sind sie und wie kommen sie in den Wagen ? Und was haben sie mit Harry Potter gemacht ?"
Molly redete sich völlig in Rasche und es bedurfte der kräftigen Arme ihres Mannes, um sie zur Raison zu bringen.
„Ruhig Molly, alles ist in Ordnung und ich denke Klumsy wird uns eine Erklärung geben."
Dabei blickte Arthur dem fremden Mädchen scharf ins Gesicht und „Klumsy", wie er sie nannte, warf ihm einen nicht weniger vernichtenden Blick zurück.
„Nenn mich ja nicht so. Du weißt genau, wie ich diesen Namen, den ich Mad Eye verdanke, hasse, Arthur."
Dann konzentrierte sich das Mädchen und in nur wenigen Sekunden färbten sich ihre Haare pink. Dann wurde das Grinsen breiter und nach drei weiteren Augenaufschlägen stand Tonks inmitten der kleinen Runde.
„Tonks, du ?", fragte Molly, da sie eigentlich in der Annahme war, dass sich die junge Hexe um Hermine kümmerte. Sie wollten doch noch kurz bei Gringotts vorbei, da Hermine vergessen hatte, Geld zu tauschen. Oder etwa nicht ?
„Ja Molly, ich. Wer sonst hätte die Ministeriumsbeamten ablenken und dann noch Scrimgeour einen Schock für Leben verpassen können ?"
„Ja aber Harry ? Was ist, wenn ihm etwas passiert ?" Fragte Mrs. Weasley besorgt.
Harry lachte innerlich bei Hermines Schrei. Doch dachte er nicht mal im Traum daran, seine beste Freundin zu ängstigen, indem er mit ihr in die Luft ging. Auch wenn ihn der Gedanke an einen kleinen Rundflug über London schon ein wenig reizte, so ermahnte sich Harry selbst, soweit bist du noch nicht mit dem Motorrad.
Denn wenn man ehrlich war, bedurfte es sicher mehr, als nur ein paar Fahrstunden, wenn man sich in die Lüfte erheben wollte. Klar, das Motorrad war mit schützenden Zaubern und einem Unsichtbarkeitsgenerator ausgestattet. Doch Harry und Hermine waren etwas in Eile und so musste die Straße genügen.
Harry gab also Gas und die Maschine donnerte über den Asphalt. Recht, Links und wieder rechts. Das Gefühl war unbeschreiblich, ja es nahm dem Schwarzhaarige förmlich die Luft. Vielleicht lag dies aber auch an den Armen von Hermine, die sich ganz eng um seinen Körper geschlungen hatten. Harry musste anfangs schlucken, als er ihre Hände gespürte hatte und versuchte sich nun so gut es ging, auf den Verkehr zu konzentrieren.
Der Schwarzhaarige drehte erneut an der Rolle und Sirius Motorrad schrie unbändig auf. Einige der Passanten drehten sich um und schüttelten missbilligend die Köpfe. Dann schließlich erreichten Harry und Hermine den Tross des Ministeriums und überholten ihn.
Harry wollte um jeden Preis vor ihnen am Bahnhof sein, um dort zu versuchen, möglichen weiteren Komplikationen aus dem Weg zu gehen. Sie erreichten Kings Cross und als hätte es der Gryffindor geahnt, standen dort jede Menge Auroren und schließlich Scrimgeour persönlich. In Sekundenschnell schaltet Harry und machte Hermine, sich und die Maschine unsichtbar. Ihm war egal, dass einige Muggel im nächsten Moment überrascht aufkeuchten.
„Harry, was nun ?", hört er Hermine leise durch den Helm rufen. Der Schwarzhaarige drehte sich leicht nach hinten und rief durch das Knattern des Motors hindurch, „Nebeneingang". Harry hoffte wirklich, dass Scrimgeour so von sich überzeugt war, dass er sich wirklich nur auf seine Leute mit ihren Begleitern konzentrierte.
Und siehe da, sie hatten Glück. Rasch deaktivierte Harry den Sichtschutz und rollte schließlich bis zu einem Parkplatz ganz in der Nähe einer kleineren Nebentür. Dort stiegen Beide ab, Harry sicherte sein Motorrad und sie schlüpften ins Innere des Bahnhofes. Soweit wie er es mit Tonks abgesprochen hatte, würde sie später das Motorrad abholen und wieder zum Grimmauldplatz bringen. Denn was so gut wie keiner wusste war, dass Tonks nicht nur auf fetzige Klamotten und einen bestimmten Werwolf stand, sondern auch, dass sie Sirius stets für seine Maschine bewundert und daher auch den Führerschein hatte.
Sich seines Helmes entledigend, betraten Hermine und Harry die große Empfangshalle von Londons Bahnhof und gingen danach schnurstracks in Richtung Bahnsteig neundreiviertel.
„Geschafft", atmete Harry erleichtert aus und sah sich rasch im magischen Teil des Bahnhofs um. Sein Blick ging von der Absperrung zur Muggelwelt, über mehrere Zaubererfamilien, die ihre Kinder hier verabschieden wollten, bis hin zum majestätisch anmutenden Hogwartsexpress.
Die scharlachrote Lokomotive mit ihren kraftvoll hervortretenden Dampfwolken und dem unverwechselbaren Klang ihrer Kesselpfeifen, welches die baldige Abfahrt nach Hogwarts ankündigten. Harry stand einfach nur da und ließ die Magie des Zuges und die Erinnerungen auf sich wirken. Dies sollte also die letzte, seine letzte Fahrt mit dem Hogwartsexpress sein.
Das Nächste, was Harry spürte, war die Hand von Hermine und wie sie diese auf seine Schultern legte. Harry griff nach ihr und hielt sie ganz fest. Warum er dies tat, wusste der Schwarzhaarige selbst nicht so genau, doch es musste mit diesem Gefühl der Sicherheit zu tun haben, welches er in der Nähe des Lockenkopfes immer hatte.
Zerstört wurde dieser Moment des Friedens allerdings durch das laute Rufen einer gewissen rothaarigen Person, die Harry ebenfalls immer in Sicherheit wissen wollte... Molly Weasley.
